Mineralienatlas - Fossilienatlas

Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Restliche Bundesländer => Thema gestartet von: Bernd G am 22 Nov 05, 06:36

Titel: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 22 Nov 05, 06:36
In Deutschland gibt es reichlich Funde von Versteinerten Hölzern aus Kiesgruben.
Hier mal einige Beispiele
Kiesgruben um Bamberg, Nobitz bei Altenburg ,Biesern Sachsen , Boxberg bei Gotha, Langener Waldsee Langen Mörfelden,reichlich Funde aus der Kiesgrube bei Artern.Dies sind nur einige Beispiele.
Bilder folgen.
 
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Andreas- am 22 Nov 05, 16:53

Bilder folgen.


Bin schon sehr gespannt.
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 22 Nov 05, 17:31
Dadoxylon mit Kernerhaltung und noch guter Zellerhaltung 15cmx12cm

Kiesgrube Sermuth Sachsen

1. Bild Komplettes Stück

2. Bild Kern mit Achat

3. Bild Zellerhaltung
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 22 Nov 05, 17:33
Dadoxylon mit Achat Kern und mäßiger Zellerhaltung  16cm x 12 cm

Kiesgrube Hirschfeld Sachsen

1. Bild Komplettes Stück

2. Bild Achatkern

3. Bild Zellerhaltung
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 22 Nov 05, 17:35
Dadoxylon Kiesgrube Hirschfeld Sachsen Kompletter Querschnitt mit Kern und guter Zellerhaltung 18cm x 12,5 cm
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 22 Nov 05, 17:42
Dadoxylon von Kohren-Salis ,ist zwar nicht aus einer kiesgrube aber im Kies umd Lehm gefunden. 28 cm x 18cm  Längsschnitt.
Super Farben !!!!!
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Wolfgang am 22 Nov 05, 19:55
Gute Stücke hast du da aus den Kiesgruben. - Alles Eigenfunde, Bernd?
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 23 Nov 05, 05:10
teils selber gefunden teils eingetauscht .
gruß bernd
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 23 Nov 05, 16:57
Holz mit  Achat Kiesgrube Pomßen 7,5cm x 6,3 cm .
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Andreas- am 23 Nov 05, 21:15
Da warst du aber wieder fleißig.
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 26 Nov 05, 08:37
Hier noch ein Kernstück  Dadoxylon von Biesern (Rochlitz) 13cmx8cm
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 20 Dec 05, 10:19
kiesgruben holz aus plön schleswig holstein .
das stück hat ca 12 kg .
kann aber nicht sagen was es für eine holzart ist.
in der gegend um plön gibt es viele kiesgruben , teilweise ist flint und anderes geschiebe material mit dabei.
wäre nicht schlecht wenn jemand aus der gegend mal kontakt mit mir aufnehmen könnte .
ist jemand im forum aus  schleswig holstein ?
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 20 Dec 05, 11:06
Tempskya aus Ottendorf Okrilla
In Ottendorf Okrilla werden Gerölle aus den Urstromtälern der Elbe gefunden .Eine Zuordnug aus Welchem Fundgebiet die Stücke stammen ist sehr schwierig.


edit Mod: link zu Coswig gebrochen und daher entfernt.

auch dort findet man hölzer aus dem elbeschotter  .

Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 20 Dec 05, 13:36
Artikel zu Ottendorf-Okrilla

Entnommen von Euroquarz GmbH

Zitat :

Quarz-Lagerstätte unseres Lieferwerkes Ottendorf-Okrilla

 
Quarzkies-Lagerstätte in Ottendorf-Okrilla 
Das Lieferwerk Ottendorf-Okrilla bezieht die Rohstoffe aus Quarzlagerstätten des sogenannten "Senftenberger Elbelaufs", ein etwa 4 km breites Urstromtal der Elbe. Die Bildung dieser Kies- und Sandlagerstätten begann im Ober-Miozän (Jungtertiär), d. h. vor 11 bis 5,5 Mio. Jahren ("Älterer Senftenberger Elbelauf"), nachdem am Ende des Unter-Miozäns vor etwa 19 Mio. Jahren die tektonische Heraushebung des Erzgebirges einsetzte. Seit dieser Zeit wurden nicht nur die mesozoischen Ablagerungen aus dem Erdmittelalter, sondern auch ein erheblicher Teil der darunterliegenden Kristallingesteine, die während der Erdfrühzeit, d. h. im Präkambrium, in einzelnen Teilen auch erst im Erdaltertum (Paläozoikum) gebildet wurden, abgetragen und von dem Elbe-Flußsystem nach Norden in das Meer der Tertiärzeit transportiert und dort in Mächtigkeiten von über 35 m abgelagert.

Die Schotterbildung dauerte mindestens bis in die Zeit der Elster-Vereisung zu Beginn der Quartärzeit, dem Pleistozän vor 2,3 Mio. Jahren, ("Jüngerer Senftenberger Elbelauf"). Am Ende der warmen Tertiärzeit änderte sich das Klima, und die Periode der von Norden her vorstoßenden Eiszeiten begann, wobei sich in Ottendorf-Okrilla vor allem die älteste Kälteperiode, die Elster-Kaltzeit, im obersten Tertiär, dem Pliozän, bzw. im beginnenden Pleistozän (Quartär) auswirkte. Durch die Eisvorstöße und ihre Randmoränen bildeten sich wegen der von Süden kommenden Entwässerungs-Systeme immer wieder Eisstauseen, in denen die mitgeführten Sedimente abgelagert wurden. Andererseits führten die Rückzugsstadien der Vergletscherungen zu ausgedehnten Ablagerungen durch das Schmelzwasser. In den eisfreien Gebieten führte der Wechsel von Kalt- und Warmzeiten mit entsprechendem Wechsel der Wasserführung der Flusssysteme einschließlich wechselnder Transportbedingungen für den Abtragungsschutt zur Aufschotterung von Terrassensedimenten, insbesondere von Kies, aber auch von Feinsand.

Wegen der wechselnden klimatischen Bedingungen gab es einerseits Phasen intensiver chemischer und physikalischer Verwitterung mit selektiver Anreicherung von Quarzanteilen in den Terrassenkiesen, andererseits Phasen der erosiven Umlagerung von älteren Terrassenschottern bzw. Überlagerungen von jüngeren Terrassenbildungen. Die nachfolgenden Gletschervorstöße der Saale- und Weichselglazialperiode hatten auf die Lagerstätten in Ottendorf-Okrilla keine unmittelbare Auswirkung. Bereits zwischen der ersten und zweiten Elster-Kaltzeit ist der sogenannte Elbe-Graben im Raum Pirna-Dresden-Meißen eingebrochen und führte zur Verlegung des Talverlaufs der Ur-Elbe in das heutige Flußgebiet, so dass die Terrassenschotter in einer Mächtigkeit von bis zu 35 m erhalten geblieben sind und als wertvolle Quarzkies- und Quarzsandlagerstätten uns zur Verfügung stehen.
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 15 Nov 07, 19:14
hallo hat jemand infos über die kiesgrube bei artern (sangerhausen ) ?
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 16 Nov 07, 07:45
Hallo Bernd,
bin wieder einmal beim Stöbern auf dieser Seite gelandet.
Auch hier in Mecklenburg-Vorpommern gibt es in den Kiesgruben Kieselhölzer.
Meist als pleistozäne Geschiebe stark abgerollt. Die Stücke werden fast ausnahmslos ins Tertiär gestellt (Warum eigentlich ?) und sind Reste von Gymnospermen und Angiospermen. Kaum einer macht sich da die Mühe aufwendige Bestimmungen durchzuführen. - Ist aber bei den Perm-Hölzern nicht viel anders, wenn alles "normale" zum Dadoxylon gemacht wird...
Werde mal bei Gelegenheit einige Fotos von hiesigen Fundem ins Forum stellen.
Gruß
Hartwig
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 16 Nov 07, 09:04
na du sitzt doch an der quelle (hornstein freff ) rede doch mal mit den richtigen leuten wegen der bestimmung.
aber du hast schon recht, siehe dadoxylon das dann zum schachtelhalm wurde.

gruß bernd
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: trommeln am 16 Nov 07, 10:23
Hallo Psaronius
da wäre ich interessiert... stark abgerollt *smile
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 16 Nov 07, 12:37
@trommeln
Läßt sich machen, - wir wollten ja sowieso noch was tauschen...
War die letzten Tage allerdings ständig unterwegs und hab nur immer kurz ins Forum geschaut.
D.h. momentan kaum Zeit für Steine, aber mit dem Winter wird der Stress hoffentlich etwas weniger,
Gruß
Psaronius
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 16 Nov 07, 19:23
Hallo Bernd,
noch eine Bemerkung zu Deinem vorhergehenden Ratschlag:
Kenne zwar einige Leute, die vielleicht einzelne Holzfunde von hier bestimmen könnten, aber das ist meist sehr aufwendig. Du kennst das ja: Die drei obligatorische Schnitte, schleifen, polieren, sichten unter dem Mikroskop und dann vergleichen... Eigentlich lohnt sich das bloß für die Spezies, wenn es wirklich interessante Stücke sind. Sonst gibt es auch immer die "Schnellbestimmung" in der Art "Bestimmt Dadoxylon". Habe oft beim Nachfragen festgestellt, dass man recht lax beim Bestimmen ist, wenn es nicht gerade eigene, wichtige wissenschaftliche Publikationen betrifft...
Gruß
Psaronius
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 17 Nov 07, 19:43
Kaum erkennbar: aber ein querschnitt einer unbestimmten baum,-oder flanzenart aus ottendorf-okrilla
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 17 Nov 07, 20:39
Hallo ,
Ich finde auch hin und wieder ein schönes Stück Holz.Wie dieses hier.
Nur leider kann ich Hölzer gar nicht zuordnen.Gibt es da nicht ein Buch so für Anfänger zur Kieselholz Bestimmung?So für die einfachsten Sachen?
Gruß
Donat
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 17 Nov 07, 20:55
Hallo,
beschäftige mich schon etliche Jahre mit Kieselhölzern, und solch ein "Bestimmungsbuch" würde ich mir auch wünschen, aber das ist wohl nie machbar. Einige Sachen sind so typisch, dass man sie grob zuordnen (Palmen, Baumfarne, Palmfarne, Calamiten,..) kann, wenn wichtige Merkmale erhalten und erkennbar sind. Bei anderen ist die Bestimmung sehr kompliziert und aufwendig und oft mit Hobby-Mitteln kaum  machbar.
Habe ein recht gutes Buch zur Paläohistologie der Pflanzen, das sich mit den Gewebe- und Zellstrukturen der Hölzer beschäftigt. Eigentlich eine ideale Grundlage zum Bestimmen, aber trotzdem merkt man bald wie schwierig diese Thematik zu beherrschen ist...
Außerem wird beim Bestimmen oft der eigentlich Fund zerstückelt und danach weiß man dann, - eventuell, was man einmal hatte !
Habe darüber mich schon einigemale geäußert und muss immer wieder sagen, dass man einiges (mit normalem Aufwand) wohl nie bestimmen können wird. Ich bin mir bei einigen meiner Funde zwar oft recht sicher, was es sein könnte, werde es aber selten herausposaunen, wenn ich nicht 100%ig von der Zuordnung überzeugt bin.
Habe vor einiger Zeit mich zu dieser Thematik mit einem befreundeten Paläontologie-Professor unterhalten. Auch er kritisierte, dass selbst seine Kollegen recht vorschnell Sachen bestimmen, oft unter dem Aspekt "soll uns erst mal einer das Gegenteil beweisen"... Sie hoffen immer auf so eine Art "Spezialistenprivileg"...
In diesem Sinne,
Psaroniusl
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 17 Nov 07, 21:06
Hallo Donat
Ist das wirklich holz? Könnte auch stark gequetschter Kieseltorf sein.
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 17 Nov 07, 22:21
@Hallo Lausitz
woher soll ich das den wissen? ;D Da liegt ja der Hase begraben. Ich nehme es einfach mal an. so wegen der Farben und den Lagen.Und da bin ich ganz ehrlich.Ich kann noch nicht mal den Unterschied zwischen Kieseltorf und Kieselholz sehen.Ich sag` da bei solchen Stücken, erst mal :"Holz".
@Hallo Psaronius
Scheint ja ein schwieriges Gebiet zu sein"Holzbestimmung".Aber ich denke bei jedem kleinen Stück welches man findet sollte man auch nicht so einen Aufwand betreiben.Wo man dann , wie Du schon schreibst,auch gar nichts mehr von dem Stück hat.
So freuen wir uns einfach über jedes Stück was man findet und haben dabei ein Stück aus der Urzeit in der Hand und Zuhause.
 Das hat doch was. :D :D :D
Gruß
Donat
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 17 Nov 07, 22:47
Hallo Donat,
gebe Dir vollkommen recht. Ich finde es auch immer faszinierend ein Stück Holz in der Hand zu haben was etliche Millionen Jahre alt ist. Dazu kommt das Phänomen, dass normalerweise Holz ganz schnell verwest und nur wenn  etliche glückliche Zufälle aufeinandertreffen, wird  aus Holz Stein...
Jedes Stückchen Kieselholz ist eigentlich "ein Wunder der Natur" ! Das muss man sich einfach mal wieder ins Gedächnis rufen...
Gruß
Psaronius
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: gnoisi am 17 Dec 07, 17:16
hier mal 2 Hölzer aus der Kiesgrube Weitendorf/bei Schwerin (Mecklenburg). Diese Stücke sind stark abgerollt und im Gegensatz zu den meist nicht ganz festen Oligozän-Hölzern (diese mit Fraßgängen) sehr fest. Evtl. handelt es sich um umgelagerte ältere Hölzer.
Beide Stücke etwa faustgroß.
gnoisi
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: gnoisi am 17 Dec 07, 17:17
und das 2. Stück.
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 18 Dec 07, 21:56
bis auf vier ausnahmen sind dieses alles hölzer oder farnreste aus kiesgruben der lausitz
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Andreas- am 18 Dec 07, 22:12
Wow.

Echt toll.  ::)
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: RonnyNisz am 19 Dec 07, 14:12
Hallo gnoisi,

Deine beiden Stücke sind (leider) kein Holz, sondern Fasercalcitstücke, über deren Verwendung als Schmuckstein (Ostseejade) hier auch aktuell gepostet wird. Charakteristisch für viele Stücke Fasercalcit ist die "Naht", wo die obere und untere Schicht zusammengewachsen ist. Das 2"faserige" ergibt den (falschen) Holzeindruck.

Schleife mal ein stückchen an, es wird grüngelblich werden, sieht übrigens wirklich schön aus. Fasercalcit ist in unseren norddeutschen Gruben häufiger mal anzutreffen.

Guß Ronny
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: gnoisi am 19 Dec 07, 14:37
Hallo Bernd,
wirklich sehr tolle Stücke und in beeindruckenden Größen! Toll, was die Lausitz so alles her gibt. Wir sollten das mal mit den Funden der vermutlichen "Primär"-Vorkommen in Tschechien vergleichen. Das wäre sicher sehr interessant.

Ronny: Bei den beiden Stücken handelt es sich um Hölzer, die sehr stark abgerundet sind (ich habe ein 3. Stück bearbeitet und mikroskopiert).  Die Fasercalcite sehen aus, wie Du sie beschrieben hast und kommen in der Kiesgrube auch vor. Nur sind sie hier ein wenig gelblicher als die Hölzer und liegen immer in typischem Mergel. Die Hölzer haben bräunliche bis bläulich-seidig glänzende "Fasern".
grüße v. gnoisi
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 19 Dec 07, 15:21
Hallo,
hatte bei den Funden von G. auch zuerst an Fasercalcit gedacht, - auch wegen der typischen "Naht".
Andererseits traue ich Marian als Geologen aber zu, dass er Calcit und Quarz (= Kieselholz) unterscheiden kann.
Eigentlich merkt man den Unterschied sofort an der Härte. Für mich selbst ist "Kieselholz" wirklich erst Holz, wenn ich unter dem Mikroskop irgendwelche Reste organischer Strukturen (Zellen und Gewebe) erkennen kann. Bei Hölzer in Opal-Erhaltung ist zwar auch das oft nicht der Fall, aber dann findet man eventuell andere Merkmale, die auf die Holz-Herkunft hinweisen...
Gruß
Psaronius 
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: RonnyNisz am 19 Dec 07, 15:33
Hallo Gnoisi,
kannst Du mal ein Bild deines angeschliffenen Stückes reinstellen? Ich wäre wahnsinnig gespannt!

Ich finde immer wieder im Geschiebe Fasercalcitstücke, fingernagel- bis faustgroß. 2 kopfgroße  Stücke , schichtartig Mergel mit Fasercalcitlagen dazwischen, haben sich beim Trocknen leider in hunderte Einzelstücke zerlegt.

Für mich ist charakteristisch beim Fasercalcit die Naht, die ich auf Deinen beiden Stücken auch deutlich zu sehen glaube. Meine ausführlichste Darstellung zu Fasercalcit ist der Ausatz von Rudolf Mende "Anmerkungen zum Faserkalk" in Geschiebekunde aktuell vom Nov 95. Er schreibt da: "... stark angewittert wird der Faserkalk gelegentlich als versteinertes Holz angesprochen, weil bei der Verwitterung die namengebende Fasern deutlich hervortreten können..." "... Ein auffallendes Merkmal ist die fast typisch zu nennende Naht, häufig recht genau in der Mitte der plattigen Stücke..."

Eigene Schleifversuche an kleineren Stücken ergaben bei mir dann auch ein schönes goldgelbes Aussehen.

Ich lasse mich gerne eines besseren belehrenund will hier nicht den Besserwisser geben, aber die von Dir gezeigten Stücke entsperechen ziemlich genau dieser Beschreibung und meinen eigenen Fasercalcitstücken.

Gruß Ronny
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 19 Dec 07, 15:41
Hallo Ronny,
da ich selber auch schon einige kleinere Sachen zum Fasercalcit (siehe letzte Ausgabe FOSSILIEN)
veröffentlicht habe, interessiert mich der erwähnte Artikel.
Kannst Du den eventuell kopieren oder einscannen ?
Gruß
Psaronius
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: RonnyNisz am 19 Dec 07, 16:49
Hallo Psaronius,

Hast 'ne PM, alles weitere da. Gruß Ronny
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 19 Dec 07, 18:32
Hallo,
auch die Kiesgruben am Niederrhein führen im Geröll und im Geschiebe Verkieselte Hölzer.
Hier mal ein paar Beispiele. Kann sie aber leider  nicht benennen.
erstes: 7 x 4 cm
zweites:7 x 5 cm
Das gleiche Stück wie vorher, nur mit Faserrichtung
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 19 Dec 07, 18:35
drittes: 6,5 cm durchm.

viertes: 5,5 x 3,5 cm
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 19 Dec 07, 18:39
fünftes :  6 x 3,5 cm
Gruß
Donat
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 19 Dec 07, 18:42
Und noch ein  ;D
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 19 Dec 07, 19:13
Hallo Donat, dadoxylon würde ich tippen. Alle stücken.
Gruß aus Brieske
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: trommeln am 19 Dec 07, 19:14
Holz 5 könnte ev. eine Palme sein
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 19 Dec 07, 19:23
@trommeln
Palme glaube ich nicht, es sind die üblichen, meist ausgefaulten leitbündel,welche bei palmenstämmen charakteristisch sind,nicht erkennbar.
Gruß aus Brieske
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: smoeller am 19 Dec 07, 20:05
Hallo,

Dadoxylon könnte hinkommen. Es gibt Beschreibungen aus dem süddeutschen Rotliegenden, unter anderem aus dem westlichen Schwarzwald. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass davon Stücke während der tertiären Abtragung des Schwarzwaldes und der Füllung des Rheingrabens bis in den Niederrhein gelangt sind.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 19 Dec 07, 20:56
Hallo,
erst mal danke.
Palme?da habe ich noch ein anderes Stück.Ist das etwa Palme?
Gruß
Donat
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 19 Dec 07, 21:22
das sieht eher nach achat aus. palme würde ich sogar komplett ausschließen.zeig doch mal die unbearbeiteten flächen von diesem stück
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 19 Dec 07, 22:00
@Lausitz
morgen,für ein Foto ist es jetzt zu dunkel.
Und Farn?
Aber eine Frage zu Deinen Hölzern.Das unten rechts,mit den weißen Fasern.Ist das ein Holz oder ist das eine Koralle?
Bei mir hier oben(oder für Dich hier unten) sagen Leute das wäre Koralle.
Danke schon mal
Donat
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 19 Dec 07, 22:12
Dieses etwas dubiose stück hatte ich schon zweimal hier im atlas mit der hilfe um bestimmung, keiner konnte dazu viel sagen. Die meinungen reichten von koralle über palme bis zu farnähnlichen. Auch im Naturkundemuseum Berlin( Dr. Schultka) konnte man sich nicht festlegen. Hatte ihm die zweithälfte hingeschickt. Ich hab keine ahnung was das ist.
Ich bilde es hier noch mal ab. Vieleicht weiß ja jemand mehr.

Bild 1 das gesamte stück
Bild 2  detail
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 20 Dec 07, 14:53
Hallo Lausitz,
Bei Deinem Stück sieht man doch sofort; versteinerter Duschkopf aus dem Neandertal ;D

Hatte immer gedacht ich habe auch ein Stück ,aber die Nahaufnahme von Dir zeigt doch eine starke Zellstruktur.Meins hat mehr so Leitbündel oder Aderung im Stein.So könnte meins schon eher Koralle sein.
Hier ein Bild von der Rückseite.
Und dann noch ein Foto von dem Holz Rückseite.
Gruß
Donat
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 20 Dec 07, 14:57
das zweite, :)
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 20 Dec 07, 21:47
Hallo Donat,das mit dem duschkopf ist ne völlig neue überlegung, sollte man mal nachgehen. 8) :o
Habe mir dein "holz"mehrfach und lange angesehen. Ich denke aber das es nichts fossiles ist. Ich seh keinen hinweis auf holz oder einer farnverkieselung, auch keine palme. Möglicherweise würde ein blick durch ein binokular da klarheit bringen.
ich habe mal ein detail eines stammquerschnittes von einer palme abgebildet.
Gruß aus Brieske
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 20 Dec 07, 21:57
Hallo Lausitz.
wie ein Stück Palme sieht es wirklich nicht aus.Aber wie Achat auch nicht. Oder ?
Hier noch mal ein Stückchen Vergrößerung ;)
Gruß mal aus Kleve
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 20 Dec 07, 22:55
Ich hab grad noch mal in meinen schubfächern gestöbert, konnte nur ein annähernd ähnlich aussehendens stück finden. Nennt man in hiesigen kreisen"popkornjaspis" weil er aus vielen oolithisch zusammengesetzten jaspiskügelchen besteht.
Vieleicht haben ja unsere forumfreunde noch ne meinung zu diesen fall.
Spätabendliche Grüße aus Brieske
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Donat am 20 Dec 07, 23:24
Hallo Lausitz
Popkorn-Jaspis habe ich hier
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=MzYyMyMxNzgw
Mineralienatlas Lexikon - Lokation Mineral Data
Gruß
Donat
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: trommeln am 20 Dec 07, 23:51
ich kam auf Palme, weil die jungen Palmen oben genau so aussehen, wenn man sie durchschneidet.. frisch... kauft  euch mal  Palmito - ergibt einen feinen Salat
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: gnoisi am 21 Dec 07, 16:39
Hallo Ronny,
ich habe das Stück auf Seite 2 (das erste von beiden abgebildeten Stücken) gestern abend gesägt und dann nass unters Mikroskop gelegt. Ich muss mich revidieren. Es ist Fasercalcit!  Es unterscheidet sich im mikroskopischen Bild natürlich stark von dem Holz, das ich erwähnte (und das makroskopisch zum Verwechseln ähnlich aussieht). Man lernt nie aus! Ich werde das Holz und den Fasercalcit mal nebeneinander fotografieren und dann einstellen. Das 2. abgebildete Stück werde ich nicht bearbeiten, es einfach mit HCL testen,um zu schauen, ob es sich nun um Holz oder Fasercalcit handelt.
viele Grüße
gnoisi
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Lausitz am 21 Dec 07, 16:43
Da lag ich wohl doch etwas daneben, mit dem popkornjaspis ::)
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 21 Dec 07, 18:49
Nicht unbedingt Bernd ! Marian meint ein anderes Stück !
- Allerdings muss ich ihm als "Nordländer" wirklich einen Minuspunkt geben, wenn er den hier häufig zu findenden Fasercalcit immer noch als Holz ansieht. Der Fasercalcit wird von Fossiliensammlern -
Anfängern übrigens ähnlich wie die Dendriten  häufig als Versteinerung angesprochen und gelangt dann als Pseudofossill falsch bestimt in manche Sammlung...
(Ein kurzer Beitrag dazu von mir ist übrigens in der letzten Ausgabe der Zeitschrift FOSSILIEN zu finden...-
Soll aber keine Eigenwerbung sein !)
Gruß
Psaronius
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: RonnyNisz am 22 Dec 07, 13:00
Tach zusammen,

bei all den schönen Holzstücken hier, buntschillernd und schön, kann man als norddeutscher Geschiebesammler nur neidisch werden. Was hier so rauskommt, wird idR dem Miozän zugeordnet und ist damit deutlich jünger als die bisher geposteten Stücke. Dennoch haben sie ihren optischen Reiz, ich freue mich jedesmal wie ein Schneekönig, wenn was kommt.

Gruß Ronny
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: RonnyNisz am 22 Dec 07, 13:03
Einen hab' ich noch, diesmal aus einer aufgeschlagenen Limonitsandsteinknolle

Gruß Ronny
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 22 Dec 07, 13:54
Hallo Ronny,
als "Holzsammler" hier im Norden kenne ich diese Geschiebehölzer.
Ich bin aber immer etwas skeptisch, wenn alles (Warum eigentlich ?) dem Tertiär zugeornet wird...
Zumal z.B.  auch  Kreide- und Jurahölzer in bestimmten Regionen gefunden werden, und auch diese durch das pleistozäne Eis durch die Gegend transportiert worden sein könnten...
Woher kommt eigentlich die Zuordnung Miozän ? Von welchen primären Fundorten geht man da aus ?
- Außerdem wäre ich an einem Erfahrungsaustausch in Sachen Geschiebehölzer interessiert.
Grüße und "schöne Feiertage"
Psaronius von der Haffküste
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: RonnyNisz am 22 Dec 07, 14:28
Hallo Psaronius,
Du hast ja schon mal Zweifel an der Zeitstellung geäußert. Im Museum in Lübeck steht ein großes Stück, das dem Miozän zugeordnet wird. Ich habe bislang nur einige Stücke gefunden, alle in der selben leicht bröckeligen, nicht sonderlich harten Konsistenz. Sehen alle ziemlich gleich aus, Fundorte von der Gudenaa in DK über Harburger Kiesgruben bis Pampau, wo in letzter Zeit äufiger was rauskommt, da sie wieder direkt dort abbauen.

Artur Wittern schreibt in "Welt der Fossilien in HH und SH" : "Nicht alle in HH und SH gefundenen Hölzer können dem Miozän zugeordnet werden, wobei es offen bleiben muß, ob sie dem Anstehenden angehören oder als Geschiebe zu betrachten sind"

Damit ist mein Wissen über die Hölzer denn auch fast schon erschöpft. In Pampau habe ich mal vom Gewicht eher "halbfossile" dunkelbarune Stücke mit Pyrit- und Bernsteinartiger Inkluse gefunden, poste ich bei Gelegenheit mal. Erinnert optisch stark an Braunkohle.

Heftkopie Faserkalk geht morgen aus.

Schöne vorweihnachtliche Grüße,

Ronny
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Sargentodoxa am 22 Dec 07, 19:13
Hallo , diese Geschiebehölzer hat die Eiszeit auch bis in die Lausitz verfrachtet. Je südlicher man kommt werden sie seltener und kleiner. Bei der Porösität auch kein Wunder. Berliner und Beeskower Ecke noch häufig und groß, sind sie in der Niederlausitz schon seltener. Aber in Hennersdorf war noch ein kompletter Astquerschnitt zu finden. Sogar noch Bruchstücke in Ottendorf- Okrilla.
In dem Geschiebebuch ( ? Autor ) welches Mitte der 90er Jahre rauskam steht als Zeit sogar konkret Untermiozän. Ich hatte solche Stücke in Anlehnung an Holsteiner und Sternberger Gestein dem Oligozän zugerechnet. Fest steht das ab Mitteloligozän bis Untermiozän die Nordsee häufigen Meeresspiegelschwankungen unterlag. Braunkohlemoore  dehnden sich aus , später wurden sie wieder zurückgedrängt. Dies geschah mehrmals in Norddt. bis hin zur Lausitz. Treibhölzer wurden somit überallhin verfrachtet. Rest hat die Eiszeit gemacht. Auch Psaronius Gedanke ist zumindest im Norden nicht von der Hand zu weisen, man wird nicht alles dem Tertiär zuordnen können.  Schon in der Lausitz stellt sich z. B. in Ottendorf Okrilla , was ist Geschiebe, was Flußgeröll. Ich habe dort ein Angiospermen-? geröll gefunden. SELMEIER beschreibt ein Juglandaceen-Holz von Torno/Leippe als Elbegeröll.
Aber diese Sachen sind aber wieder anders verkieselt. Gruß
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Psaronius am 22 Dec 07, 20:30
Hallo nochmals,
will gar nicht das tertiäre Alter vieler Geschiebehölzer anzweifeln, obwohl ich manchmal nicht einsehe, wie schnell man ein stark abgerolltes Geschiebe sofort altersmäßig einordnet...
Andererseits gibt es z.B. bei uns hier in Meck-Pom. Fundorte von Jura- und Kreidehölzer über Salzstöcken, die teilweise auch durchs Eis  verfrachtet wurden. Auch diese sind verkieselt.
Inkohlte Hölzer dürften zwar meist dem Tertiär entstammen, aber nicht nur. Auf Bornholm gibt es  u.a. Jura-Kohle und dort findet man am Strand häufig Ast- und Stammfragmente aus dem Jura.
Warum sollten da einige Stücke( eventuell im Eis eingefroren) den Transport in Richtung Süden nicht überstanden haben ?
Der relativ weiche Bernstein hat es ja auch geschafft.
Gruß
Psaronius
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 16 Sep 08, 20:08
hornstein mit resten von medullosa (altenburg)
13cm x 7cm
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 16 Sep 08, 20:09
und ein super fund von stefan auch kiesgrube bei frankfurt
Titel: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: Bernd G am 16 Sep 08, 20:10
schachtelhalm altenburg 9cm x 7cm
Titel: Re: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
Beitrag von: noelli am 26 Oct 08, 18:27
hier mal ein kleiner fund von heute  ;D   20,1 kg     38/20/16 cm
kiesgrube bei bingen