Mineralienatlas - Fossilienatlas

Fossilien / Fossils / Fósiles => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Österreich / Austria => Thema gestartet von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:12

Titel: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:12
versteinertes Holz (Sequoia) mit kleinen blauen Achateinschlüssen
12 x 15 cm
Miozän (Jungtertiär / ca. 23 Mio. Jahre)
Heiligenberg - Oberösterreich

Stammsegment (leider kein kompletter Querschnitt, aber trotzdem hübsch!)

Vorder- und Rückseite poliert
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:13
versteinertes Holz
7,5 cm breit / 15 cm lang
Miozän (Tertiär / ca. 20 Mio. Jahre)
Wolfsegg am Hausruck - Oberösterreich
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:14
versteinertes Holz (Konifere)
35 x 23 cm
Oberes Eggenburgium (Tertiär / ca. 22,5 Mio. Jahre)
Göpfritz a.d. Wild - Waldviertel (Niederösterreich)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:16
verkieseltes Holz
beinahe kompletter Stammquerschnitt mit deutlich erkennbaren Jahresringen
37 cm lang
Tertiär (Miozän / ca. 20 Millionen Jahre)
Lest bei Freistadt - Oberösterreich
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:18
ebenfalls aus Lest bei Freistadt (Oberösterreich)
11cm lang
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:22
verst. Holz (Konifere)
6,5 x 8 cm / 10 cm lang
Miozän
Ampflwang am Hausruck - Oberösterreich
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:23
versteinertes Holz (Sequoia) mit deutlichen Fraßgängen eines Borkenkäfers
10 x 15 cm
Miozän (Jungtertiär / ca. 23 Mio. Jahre)
Heiligenberg - Oberösterreich
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:26
versteinertes Holz (Ästchen mit 5 - 6 cm Länge)
Miozän (Tertiär; ca. 5 Millionen Jahre)
Csaterberge bei Kohfidisch - Südburgenland (Österreich)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:29
versteinertes Holz
13,5 x 8 cm
Oberes Eggenburgium (Tertiär / ca. 22,5 Mio. Jahre)
Göpfritz a.d. Wild - Waldviertel (Niederösterreich)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:32
verkieseltes Holz mit gr. Astansatz
15 cm lang
Tertiär (Miozän / ca. 20 Mio. Jahre)
Lest bei Freistadt -
Oberösterreich
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 16:36
Unsere Hölzer sind halt nicht ganz so spektakulär, wie die herrlichen Querschnitte aus allen Teilen der Welt, aber nicht schlecht.  :)

Andreas,
du hast doch auch noch welche, oder?  ;)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Andreas- am 17 Dec 05, 18:48
Über das Fundstellenangebot in Österreich habe ich mich ja schon des öfteren ausgelassen.  :(

Dementsprechend habe ich bis heute in (Nieder-)Österreich noch kein einziges Stück mit Kern gefunden. Nicht einmal ein Astabgang war mir vergönnt! Naja, dafür haben wir im Waldviertel viel Granit - sollte vielleicht mein Sammlungsgebiet ändern.  ;)

Ich kann daher nur einige eher unspektakuläre Stücke anbieten:

1. Bezirk Gmünd

Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Andreas- am 17 Dec 05, 18:53
Da bekommt man gleich Lust auf mehr  ;)

2. Den Fundort müßte ich erst recherchieren. Muß aber Oberösterreich sein. dh: Wolfgang du wärst am Zug.  ???
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 18:57
Sieht aus, wie ein Holz aus der Slowakei: Partisanske  ???
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Andreas- am 17 Dec 05, 19:04
Nein. Es ist sicher aus Österreich. Partizanske ist opalisiert und dieses ist verkieselt (sieht man halt leider nicht am Foto). Ich habe leider den Fundort vergessen, glaube aber, dass es in OÖ war.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 17 Dec 05, 19:07
Andreas,
dann muss ich leider passen ..... :-[
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Andreas- am 18 Dec 05, 13:54
Bezirk Gmünd
ca 14cm
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: hornstein am 16 Feb 06, 20:20
Diese Hölzer finde ich überhaupt nicht bescheiden, ich habe gar nicht gewusst das es die in Österreich gibt.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 04 Apr 06, 20:32
Eine weitere Bescheidenheit, ein Palmenstück aus Rainbach
Chlamys(http://)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 04 Apr 06, 20:33
Ein schönes Aststück aus dem Sauwald
Chlamys(http://)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: hornstein am 04 Apr 06, 22:53
Hallo Chlamys,

interessante Stücke. Wie häufig sind Hölzer aus dem Sauwald? Sind auch Hölzer auf der gegenüberligenden Donauseite bekannt?

Gruß Franz
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 05 Apr 06, 13:51
Hölzer sind im SAuwald recht selten, sieht man von der bekannten Fundstelle Heiligenberg-Peuerach ab, die ja auch geologisch zum Sauwald gehört. Nördlich der Donau kenne ich keine Fundstelle.
Chlamys.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: hornstein am 05 Apr 06, 22:27
Hallo Chamys,

Das Palmenstück stammt von Rainbach im Mühlviertel?

Gruß Franz
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 07 Apr 06, 17:20
Nein , aus Rainbach im Innviertel, also Ottnangien, die Mühlviertler hölzer dürften jünger sein
Chlamys
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 02 Feb 08, 12:46
Die "Peuerbacher" Hölzer stammen eigentlich aus dem Gemeindegebiet von Heiligenberg.
Sie sind allochton, weshalb es auch keine kompletten Querschnitte zu finden gibt.  :(
Mein bestes Holz von dieser Fundstelle zeigt zumind. 60% eines Querschnittes. > Heiligenberg - Holz (http://www.yamadori-bonsai.info/Pu_VerstHolz377.html)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 09 May 12, 18:20
hallo,
zu diesem Thema gibts ja nun schon seit längerem keine neuen Beiträge mehr. Ich würd das gerne reaktivieren - es gibt doch noch mehr Kollegen, die (hauptsächlich oder unter anderem) österreichische Kieselhölzer sammeln !
Ein gelegentlicher Informationsaustausch wär nett.
Grüße
oliver
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 09 May 12, 18:38
Damit hat meine Leidenschaft für fossiles Holz begonnen: Funde aus Poysdorf/NÖ aus den 1990er-Jahren, von einer damaligen Baustelle. Aus pliozänen (??) Terrassenschottern.

sorry für die miesen fotos - die nächsten werden hoffentlich besser .....

p.s.:
Und: in Poysdorf (NÖ), woher diese meine - leider sehr bescheidenen - "persönlichen Erstfunde" stammen,
lag damals ein verkieselter "halber Baum" vor dem Museum - mittlerweile ist er angeblich ins Museum "übersiedelt" (war schon lange nicht mehr dort).  Wenn wer mal in der Gegend ist: ist sicher sehenswert !

edit 2016:
das Museum wurde leider aufgelassen   :(
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 10 May 12, 17:44
So, nun die letzte Meldung zur Bescheidenheit: im allgemeinen ists schon so, dass sich die österreichischen Funde im Vergleich zu solchen aus anderen Staaten/Gebieten eher bescheiden ausnehmen. Ganz im Osten von NÖ gibts aber - sehr selten - auch weniger bescheidene Stücke.
über das da bin ich zufällig beim Stöbern im www gestolpert (gemeint ist Bild 1, die Datierung ist wohl irreführend):
http://members.aon.at/eseitz/page_9_1.html

aber auch im Mühlviertel (OÖ) kamen und kommen immer wieder mal nicht ganz unspektakuläre Stücke zutage. Siehe z.B.:
Abb. 4 in:
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/OOE_GEO_26_0003-0007.pdf
Foto-Abb. 6 in:
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/JOM_145a_0339-0367.pdf
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 10 May 12, 21:29
Frage an alle:
Sind eurer Meinung nach die – teils großartigen, siehe z.B. die homepage von Wolfgang – Hölzer von den „in Österreich weltberühmten  :)“ Csaterbergen  (Burgenland) auch noch zu den „bescheidenen“ Funden zu rechnen ?
Oder ist das doch schon eine Klasse höher ? ("mäßig bescheiden" ??)
Es gibt dazu eine schon etwas ältere, aber immer noch grundlegende Arbeit von F. Kümel:
http://www.geologie.ac.at/filestore/download/JB1001_001_A.pdf
(war also etwas voreilig von mir, von wegen letzte Meldung zur Bescheidenheit ...)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 11 May 12, 08:35
Hier mal ein Hinweis auf die website von Peter C. Huber. Mit mittlerweile 6 Alben zu österreichischen Fundstellen / Fundgebieten (neben Unmengen von Kieselhölzern weltweit).
http://www.facebook.com/holzwurm.woodworm/photos
Sind wirklich tolle Stücke dabei !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 11 May 12, 08:49
@ Andreas: zu deinem fundortlosen, angeblich aus OÖ stammenden Holz (Antwort 12):
ähnliche Hölzer – zumindest was den intensiven Hell-Dunkel-Kontrast betrifft – gibt’s auch in Bayern, siehe etwa:
http://www.vfmg-weiden.de/achat/holz.htm  (das 7. Bild von oben) – dort sind allerdings die dunklen Bereiche etwas heller als bei deinem Stück.
Ist aber nur als Vergleich gedacht, und soll keinesfalls heißen, dass ich annehme, dass das deine aus Bayern stammen würde !!

edit / p.s. (25.10.2012):
@ Andreas-, zu AW #12 :
Weißt du mittlerweile schon, woher das gute Stück ist ? Würde mich interessieren !
Eventuell Trimmelkam, Sumpfzypresse ? (oder zumindest aus diesem Gebiet – OÖ Braunkohlerevier Innviertel / Hausruckviertel, bzw. aus diesen miozänen Schichten ?)
Vgl.:
http://www.facebook.com/media/set/?set=a.214983851900456.56617.214606828604825&type=3#!/photo.php?fbid=214989398566568&set=a.214983851900456.56617.214606828604825&type=3&theater
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,14962.0.html (--> IMG_3452)

Die botanische Fossilien führenden Schotter, Pelite und Flöze dieses Reviers (und ihrer Umgebung im Inn- und Hausruckviertel) gehören den sogenannten „Kohleführenden Süßwasserschichten“ an (deren jüngerer Abschnitt zur „Hausruckviertel-Gruppe“ zusammengefasst wird) und dokumentieren einen längeren Abschnitt innerhalb des Miozän:
1 - Trimmelkam-Flözgruppe (Kieselholz, Osmundites-Rhizome): Karpatium bis Badenium
2 - Munderfinger Schotter und Kohlen: (vermutlich) Sarmatium
3 - Kobernaußerwaldschotter (Kobernaußerwald-Fm) und Hausruck-Kohle der Ampflwang-Fm (Xylit, Blätter und Früchte, verkieselte Osmunda-Rhizome, auch Kieselholz): Pannonium
4 - Hausruckschotter (Kieselholz): oberes Pannonium

Hier noch etwas Literatur zu den OÖ (Hausruck-) Braunkohlenrevieren:

Masselter, T., 2001: Palynologie und organische Fazies kohleführender klastischer Sedimente des Hausruckgebietes. Diplomarb. Univ. Wien 2001.
Masselter, T. & Hofmann, Ch.- Ch., 2005: Palynology and palynofacies of Miocene coal-bearing (clastic) sediments of the Hausruck area (Austria). – Geobios 38, 2005, 127-138.
Rupp, Ch., u. a., 2008: Geologische Karte der Republik Österreich 1 : 50000, Erläuterungen zu Blatt 47 Ried im Innkreis. Wien 2008. (bes. 32 ff.)
https://opac.geologie.ac.at/wwwopacx/wwwopac.ashx?command=getcontent&server=images&value=047_Ried_im_Innkreis.pdf
Weber, F. & Weidinger, J. T., 2006: Die geologische Geschichte des Hausruck und seiner Kohle; in: Anita Kuisle (Hrsg.), Kohle und Dampf. Oberösterreichische Landesausstellung Ampflwang 2006. Linz 2006, 35-48.
Meller, B. (2007): Die Fazies der Braunkohle führenden obermiozänen Sedimente des Hausruck (Molassebecken, Oberösterreich) aufgrund paläobotanisch-paläoökologischer Untersuchungen. In: Arbeitstagung 2007 der Geologischen Bundesanstalt. Blatt 67 - Grünau im Almtal und Blatt 47 - Ried im Innkreis. Wien 2007, 113 ff. pdf: https://opac.geologie.ac.at/wwwopacx/wwwopac.ashx?command=getcontent&server=images&value=ATA_2007_113.pdf
Groiss, R. (1989): Geologie und Kohlebergbau im Hausruck (Oberösterreichische Molasse). Archiv Lagerst.Forsch. GBA, 11, 1989, 167 - 178. pdf: http://www.zobodat.at/pdf/ArchivLagerst-GBA_11_0167-0178.pdf
• --> und jeweils dort zitierte !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 12 May 12, 10:10
Die wenigsten wissen, dass auch Österreich seinen „versteinerten Wald“ hat bzw. hatte. Allerdings waren die Bäume dort nicht verkieselt, sondern inkohlt, sprich in Braunkohle („Lignit“) umgewandelt (also nicht wirklich "versteinert"). Die Fundstelle lag im ehemaligen Kohlerevier von Zillingdorf-Neufeld (Oberes Miozän / Pontien) im südlichen Wiener Becken an der Grenze von Niederösterreich zum Burgenland. Angeblich standen die Stämme (bzw. eher Stümpfe / Stubben ?) von Sequoia noch aufrecht in originaler Wuchsposition !
Siehe:
H. A. Kollmann u. a., Schätze im Boden – Österreichs Boden im Wandel der Zeit. Wien 1982, 72.
Allerdings konnte ich noch nicht herausfinden, ob Teile davon geborgen und/oder konserviert wurden, ob da heute noch was davon zu sehen ist (wohl kaum), ob es irgend eine Ausstellung u.v.a. eine spezielle Publikation dazu gibt, etc. (vermutlich alles auch nicht).
Falls jemand mehr dazu weiß, wäre ich dankbar für Infos !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 21 May 12, 11:48
Die niederösterreichische „Hollabrunn-Mistelbach-Formation“ (HMF, ca. 11 – 7 Mio., oberes Miozän / unteres Pannonium) besteht aus Schottern und Sanden der sogenannten „Urdonau“.
Diese verlief, von Südwesten (aus dem Raum Krems) kommend, über die südlichen Ausläufer des Manhartsbergzuges und dann in einer maximal 15 km breiten Zone nach Nordosten quer durch das Weinviertel, und mündete bei Mistelbach in den „Pannon-See“. Die oberösterreichischen Hausruckschotter sind übrigens Reste des gleichen Flusssystems wie die Schotter der HMF.
Siehe z. B. die Arbeit von Nehyba  und Roetzel 2004:
http://www.geologie.ac.at/filestore/download/JB1442_191_A.pdf
Fossile Hölzer aus diesen HMF-Schottern sind seit langem bekannt, aber leider ziemlich selten.
Die Bilder unten zeigen einen schönen Feldfund aus der Umgebung von Hollabrunn (20 x 11 cm), die Zuordnung zur HMF ist aber unsicher, weil die Fundstelle an der Grenze zwischen HMF-Schottern und marinen Sedimenten („Grund-Formation“, oberstes Karpatium bis unteres Badenium) liegt, und auch in diesen küstennahen marinen Ablagerungen gelegentlich Hölzer vorkommen können. Der eigentliche Fundpunkt liegt am Hang, bereits im Bereich der Grund-Fm, aber unmittelbar oberhalb auf der Kuppe stehen die HMF-Schotter an – das Stück könnte also auch durch Erosion und/oder Landwirtschaft verlagert sein. Wie auch immer - jedenfalls ist es ein miozänes Kieselholz.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 21 May 12, 11:59
.... hier noch ein paar Details:
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 21 May 12, 12:21
Die niederösterreichische „St. Marein-Freischling-Formation“ (SMFF) besteht aus Schottern und Sanden des sogenannten „Horner Flusses“ (Oligozän bis tiefstes Untermiozän / Eggenburgium). Dieser Fluss (bzw. besser Flusssystem) kam aus Nordwesten (Böhmen) und verlief durch das Waldviertel bis etwa Horn, wo er nach Süden umbog und – je nach Stand der Meeresspiegelschwankungen – im Bereich des unteren Kamptals bzw. etwa auf Höhe der heutigen Donau in das damalige Meer mündete.
Im Oberoligozän wird im Mündungsbereich (Kremser Raum) eine Verzahnung der SMFF mit der marinen Melk-Formation („Melker Sande“) vermutet – auch aus diesen Sedimenten liegen vereinzelte Kieselhölzer vor.
Im unteren Eggenburgium lag der Mündungsbereich aufgrund der Transgression bereits deutlich nördlicher im heutigen Kamptal.
Siehe z. B. die Arbeit von Nehyba  und Roetzel 2010:
http://www.univie.ac.at/ajes/archive/volume_103_2/nehyba_roetzel_ajes_v103_2.pdf
sowie:
R. Roetzel, O. Mandic und F. F. Steininger, Lithostratigraphie und Chronostratigraphie der tertiären Sedimente im westlichen Weinviertel und angrenzenden Waldviertel. Arbeitstagung geol.BA 1999, 38 ff.
R. Roetzel und F. F. Steininger, Älteres Tertiär. In: F. F. Steininger (Hrsg.), Erdgeschichte des Waldviertels, SchrR. Waldviertler Heimatbund 38, Horn-Waidhofen/Thaya 19992, 75 ff.

Viele der Fundstellen im Horner Becken sind ziemlich bekannt und dementsprechend stark abgesucht. Die ursprünglich eigentlich gar nicht so extrem seltenen Kieselhölzer sind daher in vielen Sammlungen vertreten und werden auch regelmäßig auf Börsen angeboten.
Leider sind viele der heute noch zutage kommende Funde durch die intensive Beackerung stark „zerschrottet“ (Scheibeneggen !! etc.), aber auch an kleinen Splittern sind manchmal interessante Details zu beobachten.
Die Fotos zeigen mein bisher bestes Holz aus der SMFF (ca. 21 x 12 x 7 cm; Horner Becken):
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 21 May 12, 12:32
hier noch Details:
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 21 May 12, 13:17
hier mein zweitbestes Holz aus der SMFF ( ca. 22 x 9 x 6 cm; Horner Becken) - leider mit frischem Längsbruch vom Pflug !
ohne den blöden Bruch (noch dazu an der stärksten Stelle !) wär es vermutlich mein bestes .....  >:(
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 21 May 12, 15:09
auch ein - für hiesige Verhältnisse - recht schönes (also bescheidenes) Stück aus der SMFF (ca. 13 x 6 cm, Horner Becken)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 21 May 12, 15:48
besser erhaltene Stücke aus der SMFF zeigen in der Regel eindeutige Merkmale von Schwemmholz, wie die oft zu beobachtende charakteristische "Brettchenform" und die typische Oberflächenstruktur (Fotos 1+2, ca. 13 x 7 cm, Horner Becken).
Beim gezeigten Beispiel ist im Querschnitt (Foto 3, Vergrößerung) die Struktur gut erkennbar - wäre also zur näheren Bestimmung geeignet.
Leider bin ich bezüglich Holzartenbestimmung ein absoluter Laie !! :(
Es scheint sich aber um ein ringporiges Laubholz zu handeln ....
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 21 May 12, 16:59
Hier ein unscheinbares, aber sehr interessantes und eventuell paläogeografisch bzw. für die Paläo-Landschaftsmorphologie wichtiges Stück aus der HMF  (siehe AW 32).
Es ist stark abgerollt und verrundet, wurde also intensiv transportiert, und stammt daher offenbar ursprünglich NICHT aus der HMF.
Es belegt, dass – was ohnehin logisch ist – in der HMF auch ältere, Kieselholz führende Sedimente aufgearbeitet und sekundär resedimentiert worden sind.
Das Stück zeigt Merkmale der SMFF-Hölzer – allerdings ist hier Vorsicht angebracht !
Es ist z.B. unbekannt, wie in diesem Gebiet die – theoretisch voraussetzbaren – älteren Hölzer aussehen bzw. aussahen, denn die Hochfläche des heutigen Waldviertels war großteils auch im Mesozoikum und beginnenden Tertiär Festland, aber die Sedimente aus diesen Zeitabschnitten sind dort beinahe zur Gänze wieder erodiert.
Siehe:
F. F. Steininger und R. Roetzel, Mesozoikum (Erdmittelalter). In: F. F. Steininger (Hrsg.), Erdgeschichte des Waldviertels, SchrR. Waldviertler Heimatbund 38, Horn-Waidhofen/Thaya 19992, 73 f.
     Außerdem könnte das Holz auch aus einem völlig anderen Gebiet stammen, zieht man das große Einzugsgebiet der „Urdonau“ in Betracht. Für eine gesicherte Zuweisung (falls eine solche überhaupt möglich sein sollte) eines Ursprungs aus der SMFF müsste das Holz von einem Paläobotaniker untersucht werden.
Sedimente der SMFF sind im südwestlichen Verbreitungsgebiet der HMF (Unterlauf bzw. Mündungsgebiet des Flusses während des Oligözäns, siehe AW 37) nicht oder zumindest nicht obertägig anstehend erhalten (erodiert und/od. von jüngeren Sedimenten überdeckt ?), ihr ehemaliges Vorhandensein wurde durch lithologische Merkmale der Melker Sande erschlossen. Falls das Stück wirklich primär aus der SMFF stammen sollte, wäre es ein indirekter Beweis für diesen oligozänen Unterlauf, denn es stammt aus dem südlichsten Manhartsberggebiet unmittelbar östlich des Unter(st)en Kamptales, also jenes Gebietes, wo die jüngere „Urdonau“ den ehemaligen Verlauf des älteren „Horner Flusses“ querte.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 22 May 12, 13:04
Viele SMFF-Hölzer scheinen durch „Kompaktion“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kompaktion ), also durch Sedimentdruck vor oder während der Verkieselung, deformiert worden zu sein. Entgegen dem, was der Fachausdruck erwarten ließe, sind diese Hölzer aber nicht besonders kompakt im üblichen Sprachgebrauch (was ja schön wäre), sondern komprimiert bzw. plattgedrückt, was sich in einer schichtig-blättrigen, leicht aufsplitternden Struktur äußert.
Unter den Einwirkungen von Landwirtschaft, aber auch natürlichem Transport und Erosion entstehen dann oft entlang dieser „Schichtung“/"Schieferung" gebrochene, sehr dünne bzw. flache Platten und Plättchen.
Die Fotos zeigen zwei Fragmente vom selben Stück (aus dem Horner Becken), das in mehrere Teile zerbrochen ist – ich bin mir noch unschlüssig ob ich’s wieder ankleben soll oder nicht, da im Bruch sowohl Struktur als auch Farbe besser zu sehen sind – allerdings ist eine handvoll Plättchen statt eines größeren Holzes auch nicht das Wahre ….
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 22 May 12, 19:08
Noch eine Anfängerfrage:
Handelt es sich bei diesen linear angeordneten „Gängen“ um Bohr- bzw. Fraßspuren von Insekten, oder nur um Zerfallsstrukturen, also durch das Vermodern entstandene Hohlräume ?? (ebenfals ein Stück aus der SMFF).
Die gerade Anordnung parallel zur Längsachse des Holzes scheint mir eher für Zerfallsstrukturen zu sprechen, aber diese kreisrunden „Austritte“ ?
Und bei anderen Stücken (z.B. AW # 37 und 40) sind nicht verkieselte Hohlräume oder nur „löchrig“ verkieselte Bereiche, bei welchen es sich um vermoderte Partien handeln dürfte, meist weitaus diffuser bzw. „schwammiger“ und nicht so scharfkantig linear ausgeprägt  – also doch Bohrgänge ?
Ich bin etwas ratlos und wäre für Tipps dankbar !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: triassammler am 23 May 12, 00:06
Hallo Oliver,

so Anfänger ist die Frage gar nicht - kann man trefflich drüber rätseln...

Gegen Bohrgänge spricht m. E. der absolut parallele Verlauf zu den Holzfasern. Bohrungen zweigen immer irgendwann mal ab, bilden Seitenkammern oder Verbindungsgänge oder wechseln insgesamt leicht die Richtung. Außerdem werden sie bevorzugt im Holz direkt unter der Rinde (fossil meist nicht überliefert) oder horizontal angelegt.

Andererseits spricht genau jener parallele Verlauf für Deine favoritisierte Deutung als Hohlräume von zerfallenen Fasern. Was die "kreisrunden Austritte" angeht: Auf dem Foto sehe ich genau einen einzigen solchen. Ob das also die Regel ist sei dahingestellt. Außerdem handelt es sich nicht um einen Austritt (= Ausgang auf die Stammoberfläche) sondern einen Querschnitt infolge zufälligen Querbruchs des Kieselholzes. Ich habe schon einige fossile Hölzer gesehen bei denen der mikrobielle Abbau von Holzsubstanz durchaus faserparallele Kanäle mit rundem Querschnitt erzeugt hat.

Gruß,
Rainer
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 23 May 12, 17:57
@ Triassammler Rainer:
danke für die Infos !
Austritte: ich weiß, darum hab ichs ja unter Anführungszeichen gesetzt (wollte mir langatmige Beschreibungen ersparen), aber du hast natürlich recht.
Gänge bevorzugt direkt unter der Rinde: stimmt ebenfalls, aber vor allem bei lebenden Bäumen. Bei Totholz kann das schon anders aussehen. Trotzdem bestärkt deine Sichtweise meine Vermutung, dass es sich eher um Zerfallsstrukturen handeln dürfte - nochmals herzlichen Dank !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 24 May 12, 14:24
Hier ein paar Vergleichsfotos von einem rezenten Bohrgang –
Das sieht allerdings schon sehr ähnlich aus ….
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 25 May 12, 08:48
Ein schönes Kieselholz aus der Hollabrunn-Mistelbach-Formation (Pannonium, siehe AW 32) aus der Umgebung von Mistelbach (Sammlung und Foto: Herbert Preisl).
Ist ein „full round“, das Bild zeigt nur einen Ausschnitt. Funde dieser Qualität sind hier äußerst rar !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 25 May 12, 08:59
Noch ein Stück aus der Umgebung von Mistelbach,
ebenfalls Sammlung und Foto Herbert Preisl.
Diesmal aber nicht aus der HMF, sondern aus (vermutlich) älteren tertlären Schottern.
Herbert hat eine großartige Sammlung (sogar eine von ihm entdeckte neue Fischart ist nach ihm benannt worden) und einiges davon auch auf seiner homepage (u. a. Hölzer aus dem March- und Donauschotter, prächtige Stücke dabei !):
http://members.aon.at/herbert-preisl/page_1_1.html

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1462452642.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1462452642.jpg)

edit / Ergänzung:
das Holz dürfte von der Wende Untermiozän zum Mittelmiozän stammen. Die fossilen Mollusken aus diesem marinen Schotter sind nach der Information von Herbert Preisl wahrscheinlich ins (obere) Karpatium oder (untere) Badenium zu stellen. Leider gibt es von dem Gebiet keine aktuelle geologische Detailkarte.

edit 2016:
nachdem ich mittlerweile mit der Geologie des besagten Gebietes ein wenig besser vertraut bin, bleibt anzumerken, dass dieses Kieselholz nun doch gesichert dem Badenium zuzuweisen ist.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 25 May 12, 10:40
@ andreas-:
hallo,
die alten links zu deiner univie-website funktionieren nicht mehr -
gibts deine website jetzt unter einer anderen Adresse,
oder ist die aufgelassen ??
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Andreas- am 25 May 12, 20:08
Hallo Oliver,

meine HP ist seit Jahren down.

Was die Fundsituation bei uns in Ostösterreich betrifft, ist es leider sehr "bescheiden". Selbst wenn man aufwendig sammelt, sind die Ergebnisse grenzwertig. Kernstücke sind so gut wie nicht zu finden - außer man sammelt Ewigkeiten; wird dir nicht anders ergehen.

lg
Andreas
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 25 May 12, 20:50
hallo Andreas,
schade um die homepage - die war sicher gut. Soweit ich das in deinen älteren Beiträgen gesehen habe, hast du da ja anscheinend auch Fachliteratur-links und sonstige Hintergrundinfos reingestellt gehabt und nicht nur Fundfotos.
zur bescheidenen Fundsituation: ist schon so wie du sagst, aber ich hab Geduld ! mal sehen was die nächsten Jahre bringen .....
ich möchte sowieso eine reine Regionalsammlung aufbauen, da sind mir "Prunkstücke" nicht so wichtig (schön wärs natürlich schon !), sonder eher dass ich Belegstücke aus möglichst allen geologischen Formationen und Zeitabschnitten zusammenkriege, in denen es hier überhaupt Hölzer gibt.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 30 May 12, 19:34
war zu Pfingsten wieder Hölzer suchen in der SMFF - da muss wohl der heilige Geist über mich gekommen sein !  :D
gleich 3 schöne Stücke, die meine bisherigen "besten bescheidenen Funde" weit auf die Plätze verweisen.
Hier das erste: wieder die typische Schwemmholzform, kaum rezent beschädigt, mit ausgezeichneter Strukturerhaltung.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 30 May 12, 21:50
das zweite ist etwas massiver und mit sehr schöner Maserung, hat aber leider einen relativ frischen Querbruch (beide Bezirk Horn).
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 30 May 12, 22:35
das dritte gehört ja eigentlich in die Rubrik "meine größten Funde" (L. etwa 50 cm, Querschnitt ca. 28 x 23 cm),
aber naja, um die Bescheidenheit etwas aufzuwerten reicht es auch. Hat sogar winzige Ast-(bzw. Zweig-)abgänge.
Leider mit einem ganz frischen Querbruch - das Stück muss für hiesige verhältnisse riesig gewesen sein !
und natürlich trotz der Größe ohne Kern - wär ja zu schön gewesen .......
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 10 Jul 12, 11:02
Das Krahuletzmuseum in Eggenburg ( http://www.krahuletzmuseum.at/ ) zeigt in seiner paläontologischen Schausammlung unter anderem auch einige prachtvolle Kieselhölzer aus Niederösterreich.
Am großartigsten finde ich ein „riesiges“ Stammstück mit Astlöchern und wunderschöner Schwemmholz-Oberflächenstruktur aus der oligozänen SMFF des Horner Beckens. Dagegen ist mein bisher „größter Fund“ (siehe AW # 52) beinahe lächerlich ! Aber auch die kleineren Stücke, die in der selben Vitrine eher als „Beiwerk“ drapiert sind, wären in jeder Privatsammlung noch Prunkstücke.
Ein weiteres sehr beeindruckendes Kieselholz stammt aus der HMF („Urdonau“, Pannonium) aus der Umgebung von Hollabrunn – auch eines der schönsten bzw. größten, die ich jemals aus dieser Formation gesehen habe.
     Ein Besuch im Krahuletzmuseum ist aber nicht nur für „Kieselholzfanatiker“ zu empfehlen – neben der exzellenten paläontologischen Ausstellung (unter anderem mit dem berühmten „Eggenburger Krokodil“ und fossilen Pflanzen des Oberkarbon und Perm von Zöbing) gibt es auch sehr gute geologische, mineralogische, archäologische und volkskundliche Dauerausstellungen, dazu noch wechselnde Sonderausstellungen und seit kurzem den „Waldviertler Gesteinsgarten“.
Und übrigens: der Wein in der Gegend ist ausgezeichnet - den "Heurigenkalender" gibts bei der Tourismusinformation im Museum !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 10 Jul 12, 12:36
Ergänzung zu AW # 26:
Das Weinstadtmuseum Poysdorf ist wegen der Vorbereitungen für die Landesausstellung 2013 leider das gesamte Jahr 2012 über geschlossen.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 10 Jul 12, 20:50
Hier mal eine Liste mit Literatur von Otto Cichocki zu fossilen Hölzern Österreichs:


CICHOCKI, O., 1988a: Fossile Hölzer, Früchte und Samen der paläobotanischen
Sammlung des Landesmuseums Joanneum. Mitt. Abt. Paläont. Landesmus.
Joanneum, Heft 47, Graz 1988, 11 ff.
http://www.museum-joanneum.at/upload/file/Geologie/Mitteilungen/47_3%20Cichocki.pdf

CICHOCKI, O., 1988b: Zur Histologie tertiärer Hölzer Österreichs. Diss. form. naturw.
Fak., Univ. Wien 1988.

CICHOCKI, O., DRAXLER, I., ROETZEL, R., STEININGER, F. 1991:
Flußmündungen und Braunkohlewälder. In: STEININGER, F., und PILLER, W. (Hrsg.),
Eggenburg am Meer - Katalog zur Sonderausstellung, Katalogreihe des
Krahuletz-Museums 12, Eggenburg 1991, 63 ff.

CICHOCKI, O., 1991: Fossil Wood - Fürwald an der Wild. In: EDER-KOVAR, J.
(Hrsg.), Paneurop. Paleobot. Conf. 1991, Field Guide, Wien 1991, 20 ff.

CICHOCKI, O., 1992: Fossile Hölzer aus tertiären und quartären Sedimenten des
Mühl-, Wald- und Weinviertels und der Molasse: Vergleichende Untersuchungen
über deren Histologie, Paläökologie und Altersstellung. Vorbericht über das
Forschungsprojekt P8015-GEO des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen
Forschung. Proceedings Pan-Europ. Palaeobot. Conf. 1991 “Palaeovegetational development of Europe“,
Tagungsband, Naturhist. Mus. Wien 1992, 117 ff.

CICHOCKI, O., 1994: Inkohlte Hölzer aus dem Illitabbau Burgfeld, Stmk. In:
DRAXLER, I., SOLTI, G., SACHSENHOFER, R. u. CICHOCKI, O., Erster Nachweis
von „Alginit“ (sensu Jámbor u. Solti, 1975) im Südoststeirischen Tertiärbecken
(Österreich). Jubiläumsschrift 20 Jahre Geologische Zusammenarbeit Österreich -
Ungarn, Teil 2, Geol. Bundesanst. Wien 1994, 19 ff.

CICHOCKI, O., 1998a: Petrified, Lignified and Carbonized Wood Remains from the
Early Miocene Lignite Opencast Mine Oberdorf (N Voitsberg, Styria, Austria). Jahrb.
Geol. Bundesanstalt 140 (4), Wien 1998, 469 ff.
http://www.geologie.ac.at/filestore/download/JB1404_469_A.pdf

CICHOCKI, O., 1998b: Holzanatomische Beschreibung eines Holzfundes aus dem
Oberkarbon. In: PAVLICEK, P., Fossiler Holzfund auf der Kronalm, Karnische Alpen,
Kärnten. Carinthia II 188, Klagenfurt 1998, 417 ff.
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/CAR_188_108_0411-0422.pdf

CICHOCKI, O., 2002: Holzreste aus dem Karpatium (Untermiozän) des Korneuburger
Beckens (Niederösterreich). Beitr. Paläont. 27, Wien 2002, 51 ff.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 11 Jul 12, 16:26
Fundsituation "am Wegesrand" (SMFF) - man könnte auch sagen, "hier liegt das Kieselholz auf der Straße". Leider handelt es sich in solchen Fällen immer nur um kleine Stücke.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 25 Jul 12, 13:21
Hier mal was anderes:
inkohltes Holz und fossiler Pinus-Zapfen aus Langau, Niederösterreich.
Ausgestellt im Krahuletzmuseum Eggenburg (Fotos und Veröffentlichung mit Genehmigung der Museumsleitung).
Die Fossilien aus Langau stammen aus der nach diesem Ort benannten Langau-Fm.
(Untermiozän, Burdigalium, Ottnangium).

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1392061118.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1392061118.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1392061292.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1392061292.jpg)

Literatur dazu gibt’s auch:
W. Klaus, Über eine bemerkenswerte fossile Pinus-Art aus dem Untermiozän von Niederösterreich. Ann. NHM Wien 83, 1980, 169 ff.
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/ANNA_83_0169-0180.pdf

Sowie zu anderen Pflanzen ("Trapa" bzw. Ceratostratiotes):
W. Berger, Eine neue fossile Wassernuß aus den untermiozänen Braunkohleablagerungen von Langau bei Geras in Niederösterreich. Phyton 7/1-3, Horn 1957, 152 ff.
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/PHY_7_1_3_0152-0158.pdf

H.-J. Gregor, Trapa zapfei BERGER aus dem Untermiozän von Langau bei Geras (NÖ.) — eine Hydrocharitacee. Ann. NHM Wien 83, 1980, 105 ff.
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/ANNA_83_0105-0118.pdf
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 30 Jul 12, 14:40
In etwa zeitgleich zur limnisch-terrestrischen bis brackisch-paralischen Langau-Fm („Braunkohlesümpfe“) im niederösterreichischen Waldviertel sind die Pelite der marinen Zellerndorf-Fm im Weinviertel („Zellerndorfer Schlier“, Ottnangium; die Ablagerung beginnt bereits im oberen Eggenburgium). Ihr gehören auch die Diatomite der Limberg-Subfm an. Aus diesen Schichten liegen überwiegend Faunenreste vor (schöne Fische !), botanisch bemerkenswert ist aber z.B. der Rest einer Fächerpalme:

Berger 1955:   W. Berger, Ein Fächerpalmenblatt (Sabal haeringiana Ung.) aus dem miozänen Diatomeenschiefer von Limberg in Niederösterreich. Anz. ÖAW, math.-naturwiss. Kl. 92/11, 1955, 181 ff.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 30 Jul 12, 20:07
Über diese website bin ich auch zufällig beim Stöbern im Netz gestolpert:
http://mininfo.am-web.com/main.php?inhalt=start

die Fundfotos sind allerdings nicht unter „Funde“, sondern unter „Galerie“:
http://mininfo.am-web.com/main.php?inhalt=galerie
sehr interessante Stücke aus Oberösterreich und der Steiermark. Obwohl ich ursprünglich selber aus dieser Gegend stamme und die (meisten) Fundstellen kenne, ist mir so was damals nicht untergekommen.
   Besonders:
bemerkenswerte Oberkreide-Pflanzenfossilien wie: Koniferenzweige, Holzreste und Zapfen mit fossilem Harz! außergewöhnliche Stücke !
http://mininfo.am-web.com/galerie/gams/index.html

tertiäre Phosphorithölzer und Blattabdrücke, Zapfen, etc.:   
http://mininfo.am-web.com/galerie/prambachkirchen/index.html
http://mininfo.am-web.com/galerie/prambachkirchen2/index.html
und vor allem:
http://mininfo.am-web.com/neufund_pram1.php

Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 30 Jul 12, 23:34
Literatur zu Koniferen und Gagat aus Gams / Stmk. (dritter link im obigen Beitrag):
http://www.museum-joanneum.at/upload/file/Geologie/Mitteilungen/SH2_19_Kollmann_Sachsenhofer.pdf
und dazu ein Foto von einem schönen Stammstück aus Gagat:
http://www.austria-lexikon.at/af/Heimatlexikon/Gagat_in_den_Ostalpen
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 06 Aug 12, 13:06
an Bescheidenheit kaum noch zu überbieten:
miozänes Kieselholz aus der Umgebung von Maissau, Niederösterreich (Karpatium, küstennahe marine Schotter der Laa-Fm). Ich hab hier bisher nur "Schrott" gefunden - siehe Foto (das "größte" Stück ist gerade mal 11 cm lang !).
Mehr dazu demnächst in einem eigenen Thema.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 15 Aug 12, 11:40
Endlich wieder einmal ein Tag nach meinem Geschmack in der SMFF – mit einer Ausbeute, die diesen Namen ausnahmsweise auch verdient !
(sh. Foto – das Stück links ist 37 cm lang).
Es ist ja nicht so, dass ich seit Mai bezüglich SMFF-Kieselholz untätig gewesen wäre. Hab zwischenzeitlich dort auch ein paar ganz nette Hölzer gefunden, aber ein wirklich „guter Fundtag“ war erst wieder am vergangenen Wochenende dabei.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Stänlsucher am 15 Aug 12, 12:46
Glück Auf Oliver,
ich verfolge Deine Beiträge schon geraume Zeit,meine Hochachtung und Dank für Dein bemühen!!Ich habe in der Richtung - Kieselhölzer eine totale GLATZE,obwohl Chemnitz ja einen ganzen Wald davon hat! Auch in den Braunkohle Tagebau in unserer Region wurden verkieselte Hölzer gefunden!Habe mich aber noch nie damit befasst,wer wohl jetzt etwas mehr Augenmerk darauf legen!
Finde Deine Beiträge hoch interessant und beachtenswert und wie Du Dich da rein kniest-DANKE noch mal für das Teilhaben!!
Eine Frage,werden die Hölzer so belassen oder gibt es da auch geschnitten und polierte davon!?

Glück Auf aus Sachsen/Erzgebirge/Schneeberg
Lutz
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 15 Aug 12, 14:07
hallo Lutz,
erstmal herzlichen Dank für deine aufmunternden Worte !
zum Schneiden/Anschleifen/Polieren: ja, auch in Österreich haben die meisten Sammler geschnittene oder angeschliffene und polierte Hölzer. Ich hab da aber bislang die Finger davon gelassen - aus mehreren Gründen.
1. - ich bin eher ein Anhänger derjenigen Philosophie, die Funde möglichst schonend/sparsam zu bearbeiten, und nur durch geringe "Eingriffe" aufzuwerten um optische Akzente zu setzen oder Details besser herauszubringen - also eher nur gezielt (und zurückhaltend) anschleifen und nicht - oder nur in Ausnahmefällen - schneiden. Das erfordert aber bei jedem einzelnen Stück einen gründlichen Nachdenk- und langwierigen Entscheidungsprozess, und da komme ich dann meist zu einem Punkt wo ich mir sage: was solls, erstmal abwarten, bearbeiten kann ich die Stücke immer noch ....
2. - Schneiden: bei den (wenigen) wirklich guten Funden fände ich es schade, sie zu zerstückeln, und die (überwiegenden) miesen Teile lohnen die Arbeit ohnehin nicht.
3. - bei allen Stücken, bei denen ich bisher Schneiden/Schleifen erwogen habe, hat (aus meiner Sicht) immer irgendwas dagegengesprochen - entweder ginge die Gesamtwirkung des Stücks verloren, oder es gäbe - bei der einzig möglichen sinnvollen Schnittführung - zuviel "Abfall" mit interessanten Details, etc. ....
Und zum Schneiden/Schleifen wirklich geeignete Stücke, die auch ein ansprechendes Ergebnis verheißen, hab ich ohnehin nicht viele.
4. - Schlussendlich - und wohl als wichtigster Punkt - habe ich Sorge, was zu ruinieren, weil ich mit Schneiden/Schleifen bisher kaum Erfahrung habe.
----
ich hab aber ohnehin vor, das demnächst einmal anzugehen, und zumindest einmal an ein paar Stücken mit interessanten farblichen Kontrasten, an denen ich sonst aber nicht viel "verhauen" kann, zu testen.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 07 Sep 12, 12:31
Neufund aus der SMFF vom letzten Wochenende ---
"klotzen statt kleckern" ....  8)
nicht nur "riesig" (ca. 55 x 40 x 20 cm), sondern auch wunderbar strukturiert und mit einem perfekt verkieselten, relativ großen Astabgang - also ausnahmsweise wirklich einmal ein Stück in "Museumsqualität".
War allerdings aufgrund des Gewichts nur sehr aufwändig + schweißtreibend zu bergen - ohne die tatkräftige Mithilfe meiner Freundin hätte ich es nicht geschafft !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Geomaxx am 07 Sep 12, 13:05
Hi Oliver,
da ist Dir ja wirklich der große Wurf gelungen, Glückwunsch, sieht ja nobel aus, der Aststumpf.
...und der Bart ist auch nicht schlecht
Glück Auf!
GEOMAXX
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 07 Sep 12, 15:00
hallo Geomaxx,
danke für die Glückwünsche !
ich hab mich eh unheimlich gefreut über das Stück (ich glaube, das ist nachvollziehbar --).
.... der Bart hat vermutlich aber eine deutlich kürzere Haltbarkeitsdauer als das Kieselholz ....  :) ;)
Glück Auf !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: jkstar am 08 Sep 12, 09:08
Super Fund - Gratulation !! Ich habe selber lange Hölzer gesucht, aber Stücke wo mal "alles passt" sind dann auch nur Glücksfunde.
Tolles Stück + tolle Beiträge !

Gruß
Julian
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 08 Sep 12, 09:59
hallo Julian,
Danke !
deine Erfahrungen muss ich - leider - bestätigen:
Kieselholz zu finden ist einfach, aber "brauchbare" Stücke sind - auch und besonders in meiner Gegend - sehr selten,
und wirklich gute Funde sind die absolute Ausnahme.
Ich beschäftige mich jetzt doch schon einige Zeit sehr intensiv mit der SMFF, aber Spitzenfunde sind so was wie "Geburtstag und Weihnachten zusammen".
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 26 Sep 12, 07:31
HIER ein wirklich bescheidenes Holz aus Österreich, interessant sind aber die aufsitzenden Seepocken, die eine Zuordnung in das Ottnangien erlauben.
Chlamys
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Jochen1Knochen am 26 Sep 12, 21:19
Hallo!
Schade,daß das Foto so klein ist.
Ist das ein Wurzelstück einer Mangrovenart?Das die Seepocken und das Holz gleichzeitig erhalten wurden ist ja geradezu genial!
Gruß Jens
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 26 Sep 12, 22:18
ich finde das Seepocken-Stück auch gar nicht bescheiden, sondern - ganz im Gegenteil - großartig !
Ottnangium-Hölzer sind ja (zumindest in Niederösterreich) ohnehin eine Rarität, und dann noch mit Balaniden-Aufwuchs - gratuliere !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 27 Sep 12, 09:43
Man findet immer wieder Hölzer in den Ottnangiensanden, sie sind aber meistens nur faustgroß wie diese Palme.(http://)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 29 Sep 12, 08:22
@ Chlamys:
ja, die Palmen hab ich eh schon ausgiebig auf deiner website bewundert !
(a propos: der link zu deiner alten website ist tot, willst du nicht die "laurinsgarten" hier verlinken ?)
und natürlich auch die Zapfen - wusste gar nicht, dass es die fossil im Ottnangium gibt ! Die sind schon was besonderes ...... sind die verkieselt oder limonitisiert ?
In "meiner" Gegend kenne ich nur einen einzigen - historischen - Fundpunkt für verkieselte Palmen in der Nähe von Retz. Die Fundstelle ist aber jetzt eine eingezäunte Weide, und in den anschließenden Weingärten hab ich auch nichts gefunden.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Jochen1Knochen am 29 Sep 12, 09:29
Hallo!
Die Größe ist jedenfalls auf den Bodenfliesen gut zu sehen ;D ;D ;D
Gruß Jens
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 29 Sep 12, 18:34
@Oliver, die Zapfen sind phosphoritisiert, wahrscheinlich Apatit. Ich habe aber auch verkohlte Zapfen im Schlier.
Die Homepahe laurinsgarten habe ich im Steckbrief angegeben. Kann man die anders bekanntgeben? Habe auch einiges an Ottnangfossilien im austria-lexikon.at eingestellt. Meinst du mit der alten HP, die von networld at? Die wurde leider aufgegeben.
Kleinere Holzsplitter sind hier im Ottnangien gar nicht so selten.  Leider sind die meisten von Bohrwürmern stark duchsetzt.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Andreas- am 29 Sep 12, 19:18
Da habt ihr ja in letzter Zeit einige - für österreichische Verhältnisse - äußerst beachtliche Funde eingestellt!!!
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 30 Sep 12, 22:11
@ Chlamys:
ich meinte den website-link, der links unter deinem Motto aufscheint -
ich glaube, das war die auf networld (??), vielleicht funktioniert aber bloß auch der link nicht, wenn jetzt die Laurinsgarten drin sein sollte. Das Austria-Lexikon kenn ich eh auch.
Holz mit Teredo-Löchern: find ich spannend ! Kenn ich bei uns bisher nur aus der Melk-Fm (siehe dort) - kannst vielleicht mal ein paar Fotos davon einstellen ?
@ Andreas:
ja, zum Glück tut sich was ! Ich hab auch noch ein bißchen was auf Lager -  ;) - aber derzeit leider so wenig Zeit, dass ich gar nicht dazu komme, die Fotos zu ordnen, geschweige denn, vernünftige Beiträge zu schreiben ...  >:(
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Lausitz am 01 Oct 12, 17:52
@oliverOliver, ich vermisse in deiner auflistung von "bescheidenen Hölzern" die teilweise doch etwas mehr als nur bescheiden rüber kommen ein paar Osmunda aus Trimmelkam. Oder liegt das nicht in Österreich? ;).
Gruß Lausitz
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 01 Oct 12, 21:33
hallo Lausitz,
zu Trimmelkam gibts ja im board "Fundstellen allgemein" ein Thema, und ich glaub, dass ich dort schon mal reingeschrieben habe, dass ich dort - unverständlicherweise - noch nie sammeln war.
Und soweit ich mich entsinne, wurden ja Trimmelkam-Funde schon unter unterschiedlichen Themen von verschiedenen Sammlern vorgestellt - da muss ich nicht auch noch meinen Senf dazugeben !  :) ;)
ich hab ja auch nicht vor, zu allen österreichischen Fundstellen/Fundregionen was zu schreiben - da gäbe es ja noch einige .....
ich sammle - derzeit - ja nur in einem relativ eng begrenzten Gebiet in Niederösterreich intensiver, und möchte eigentlich nur die Funde von diesen Bereichen, mit denen ich mich ausführlicher beschäftige, näher vorstellen. Zu allem anderen gibt es sicherlich kompetentere Kollegen .....
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 01 Oct 12, 22:20
Damits nicht zu langweilig wird - zwischendurch ein Neufund aus der SMFF (Umgebung Horn) vom vergangenen Wochenende:
Wieder mal ein "großes" (ca. 59 x 32 cm) - mittlerweile mein drittes in dieser Größenordnung, allerdings ohne jegliche auffällige Besonderheiten.
(Das Fundsituations-Foto ist leider bei sehr miesen Lichtverhältnissen aufgenommen, da half auch das Nachbearbeiten nichts !)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 02 Oct 12, 18:23
@Oliver, Die Hölzer mit Teredospuren sind oft so dicht an Bohrgängen, dass man das Holz kaum mehr erkennt wie bei diesem Fund.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 02 Oct 12, 18:25
oder bei dem.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 02 Oct 12, 21:31
@ Chlamys:
ganz schön arg - das zweite hätte ich vermutlich gar nicht als Teredo erkannt, zumindest nicht auf den ersten Blick.
zum ersten: ähnliches gibt es auch aus der Melk-Fm - das Holz ist (weitgehend oder völlig) vergangen, und nur die Bohrgang-Steinkerne bleiben übrig - oft als isolierte "Würstel".
find ich aber trotzdem sehr interessant - wie alle Lebensspuren in oder auf fossilem Holz, auch wenn vom Holz selbst nicht viel erhalten blieb.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 03 Oct 12, 06:49
Wer diese Löcher in ein Palmenholz gebohrt hat, weiß ich nicht.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 03 Oct 12, 06:56
Die Rückseite des durchbohrten Holzes zeigt noch die Holzstrukturen.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 03 Oct 12, 20:23
Sieht mir auch nach Teredo aus - besonders die halbkugeligen Verfüllungen der Bohrloch-Enden auf der "Rückseite" scheinen doch ziemlich typisch zu sein.
Übrigens: ein schönes Stück ! Sowohl das "Holz" (Palme ist ja eigentlich kein echtes Holz) als auch die Bohrgänge sind gut erhalten - gefällt mir sehr ! Und so klein ists ja auch nicht .....

edit: ich hatte da offenbar nicht behirnt, dass die Rückseite nicht zur Palme, sondern zum vor-vorigen Stück gehört !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 04 Oct 12, 06:40
@Oliver
Ich hatte nur meine Zweifel, da die Bohrlöcher wesentlich breiter sind als bei meinen sonstigen Teredofunden und sie setzen sich nicht in die Tiefe fort.
lg
Chlamys
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Sargentodoxa am 04 Oct 12, 15:33
Hallo Chlamys
Die Zweifel sind berechtigt! Häufig werden Bohrlöcher vorschnell als Teredo-zugehörig abgetan, ohne nur ein richtiges Merkmal zu identifizieren.
Da es sich um tertiäres Alter handelt, sollte man auch lieber von Teredoartigen und anderen Gattungen der Bohrwürmer sprechen.
Auch die Gruppe der Insekten spielt eine große Rolle. Schaut euch bei euren Sammeltouren nur mal eine tote große Eiche oder Linde an. Unmengen von Insektenfraßspuren und einige sehen auf den ersten Blick den fossilen Bohrlöchern sehr ähnlich.
Ich bin vor Jahren mal über dieses Problem bei inkohlten tertiären Hölzern gestoßen. Auch bei Diskussionen mit Spezialisten kam häufig die Antwort: Eine 100% Sicherheit nicht immer möglich, Ausgüsse herstellen bzw. in welchen Schichten wurde gesammelt ( marin oder limnisch ). Aber auch dies ist unbefriedigend. Glück Auf Werner
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 04 Oct 12, 19:02
Hallo Werner
Die ersteren schauen mir schon so aus wie Fraßspuren von Exemplaren aus der Familie der Teredinidae. Manche Bohrgänge sind noch gut ausgekleidet. Aber die seichten Löcher auf der Palme dürften andere Ursachen haben, es ist keine Röhre nur eine halbkugelförmige Vertiefung.
Ich habe einige solcher Fraßspuren, die ich mir nicht erklären kann, wie in dieser Schlierkugel, bei der in der Mitte, ohne Bohrgänge an die Oberfläche solche kugeligen Hohlräume vorhanden sind. Vielleicht sind es Abdrücke von Samen.
lg
Chlamys
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 04 Oct 12, 21:03
ok, "teredoartige" muss ich voll zustimmen - war nicht ganz korrekt von mir.
die Löcher in der Schlierkugel sehen aber deutlich anders aus - was das ist, da muss ich passen.
Bohrlöcher in der Palme: der Durchmesser sollte nicht überbewertet werden, Spuren von Teredo bzw. -artigen gibts in unterschiedlichen Dimensionen. Und auch dass die bzw. manche Löcher nicht durchgehen, spricht nicht dagegen. manche sind ja auch auf der "Rückseite" zu erkennen, und jedes Bohrloch begint anfangs als eine nur seichte Vertiefung. Vielleicht wurde das Palmenstück ja irgendwo an die Küste gespült, als manche Bohrmuschel-Löcher erst im Anfangsstadium waren.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Sargentodoxa am 05 Oct 12, 12:47
Hallo Chlamys
Um eindeutig von Samenabdrücke zu sprechen, braucht man Detailfotos von den Wänden der "Hohlkugeln". Möglicherweise sind da Abdrücke der äußeren Testa von Samen/ Steinkernen vorhanden.

Hallo Oliver
 Bei Bruchstücken wird es immer schwierig sei. Vor Jahren hatte ich im ehem. Tgb. Klettwitz-Nord die Möglichkeit an Xylitstämmen die Tätigkeit von Bohrmuscheln zu beobachten. Es beginnt von außen mit kleinen Löchern ( ca. 2mm - die stark an Insektenbohrungen erinnern ) und werden dann im Inneren des Stammes immer größer. siehe auch beide Fotos  Glück Auf Werner
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 24 Oct 12, 18:54
@ Chlamys  und Sargentodoxa:
Ich weiß, ich sollte nicht völlig übermüdet auch noch Forumsbeiträge schreiben (AW #91), da kommt nur Unsinn dabei raus – sorry.
Natürlich sind Bohrmuschellöcher von Teredo / -artigen an der Außenseite klein und erweitern sich im Inneren des Holzes (bzw. im Lauf der Zeit = mit zunehmendem Wachstum der Muscheln) zusehends, bis das Tier ausgewachsen ist – das verhält sich ja bei rezenten Teredo-Muscheln genauso, was mir auch durchaus bekannt ist (hatte das ja beim Melk-Fm – Limonitholz-Beitrag nochmals recherchiert bzw. „aufgefrischt“, es war aber bei AW #91 in meinem Hirn offenbar absolut nicht präsent).
--> Zu Teredo navalis rezent vgl. z.B.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schiffsbohrwurm (und dortige links)
http://www.1902encyclopedia.com/T/TER/teredo.html
http://www.wasser-lehrpfad.de/bohrmuschel.htm
http://www.schnecken-und-muscheln.de/galerie/galerie_teredinidae.htm
http://www.nmr-pics.nl/Teredinidae/album/index.html

Trotzdem halte ich die Löcher in dem Ottnangien-Palmenstück (AW #86) nicht für Insektenspuren. Bei xylobionten Insekten, die Fraßspuren mit größeren Durchmessern hinterlassen, handelt es sich ja meist um die Larven von Käfern – bzw. um die aus der Puppe geschlüpften Käfer, die sich nach außen fressen – die Bohrgänge gehen also von innen nach außen, und nicht umgekehrt (dto. bei Schlupfwespen, die von den Käferlarven leben, etc.). Oder anders gesagt, die Fraßgänge  mit dem größeren Durchmesser sind nach außen gerichtet, während für die Eiablage nur winzige Löcher von außen nach innen gebohrt werden, oder die Eier werden direkt unter die Rinde oder in Spalten abgelegt – was den gleichen Effekt hat: dann fressen sich die winzigen frisch geschlüpften Larven ins Holz, was ebenfalls nur kleine Löcher erzeugt. Das wird wohl im Miozän nicht anders gewesen sein – soweit kann man sich (glaube ich) auf eine aktualistische Vorgehensweise verlassen.
Die Gänge auf dem Palmenstück enden aber – soweit ersichtlich – alle eindeutig im „Holz“. Ich denke, die Löcher stammen also doch von irgendwelchen Bohrmuscheln, wobei aber außer den Teredoartigen noch andere Gruppen zu berücksichtigen wären.

Sollten sie eventuell doch den Teredoartigen (andere – rezente – Gattungen/Arten von „Bohrwürmern“: http://de.wikipedia.org/wiki/Schiffsbohrw%C3%BCrmer ) zuzuordnen sein, könnte uns das Stichwort „Fragment“ einer Lösung näher bringen. Das Palmenstück zeigt ja nicht die originale Palmen-Außenseite, sondern an der „Vorderseite“ eine abgerollte/verrundete Oberfläche.
Vielleicht geriet das Stück, nachdem die Bohrlöcher in der vorliegenden Dimension bereits vorhanden waren – eventuell auch erst nach der Versteinerung (Meeresspiegelschwankungen !) – in die Brandungszone des Ottnangium-Meeres, wo es fragmentiert und weiter abgerollt/abgeschliffen wurde („Vorderseite“; offenbar später nochmals Bruch an der „Rückseite“). Dabei könnten auf dem vorliegenden Fragment zufällig gerade nur die (teilweise verfüllten – Rückseite !) Enden der Bohrmuschelgänge erhalten geblieben sein, der Rest wäre wegerodiert oder/bzw. befand sich auf einem anderen Bruchstück. Wäre doch denkbar ?

Für wahrscheinlicher (oder zumindest ebenso wahrscheinlich) halte ich aber mittlerweile, dass die Spuren eventuell von anderen Bohrmuscheln – welcher Art auch immer – stammen, am ehesten wohl von solchen, die (in der Lebensweise) rezenten Gattungen wie Barnea, Zirfaea und Petricola nahe stehen.
Diese (rezenten) Bohrmuschel-Arten bohren sich nicht nur in verfestigtes Sediment und (weichere) Gesteine, sondern (seltener) auch in Holz, und sind zum Teil ebenfalls koloniebildend.
Vgl. z.B.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Bohrmuschel
http://www.unterwasser-welt-ostsee.de/html/weisse_bohrmuschel.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Krause_Bohrmuschel
http://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanische_Bohrmuschel

Weiters wären eventuell noch andere Gruppen von Bohr- und Ätzmuscheln zu berücksichtigen, deren Tätigkeit auch öfters fossil belegt ist (z.B. an Kalkgeröllen aus marinen Sedimenten, aber auch an Muschelschalen: sh. z.B.:
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/ANNA_71_0001-0012.pdf ).

Zu nennen wäre etwa die rezente Gattung Pholas (bohrt auch in härteren Gesteinen, aber angeblich manchmal auch in Holz), vgl.:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Natural_History_-_Mollusca_-_Pholas.png
http://www.zeno.org/Naturwissenschaften/M/Brehm,+Alfred/Brehms+Thierleben/Niedere+Thiere/Der+Kreis+der+Weichthiere/Erste+Ordnung%3A+Dimyarier+(Dimyaria)/Familie%3A+R%C3%B6hrenmuscheln+(Tubicolae)/1.+Sippe%3A+Bohrmuscheln+(Pholas)/Pholas+dactylus
http://en.wikipedia.org/wiki/Pholas
http://www.schnecken-und-muscheln.de/galerie/galerie_pholadidae.htm
Die Ätzmuscheln legen ihre Röhren v. a. in Stein etc. an – ob sie auch an (frischem) Holz vorkommen, ist mir unbekannt.
Zu den Ätzmuscheln allgemein:
http://rd.springer.com/article/10.1007/BF01825527
http://www.springerlink.com/content/w30j26752776k260/fulltext.pdf
zur Gattung Lithophaga:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lithophaga
Auch Arten der Gattung Petricola ätzen z.T. (anstatt wie andere Vertreter der Gattung zu bohren) --> Petricola lithophaga:
http://eol.org/pages/586165/overview
http://www.nmr-pics.nl/Petricolidae/album/index.html
https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:utqIAm-vr40J:hw3.arz.oeaw.ac.at/0xc1aa500d_0x000efcf3.pdf+petricola+lithophaga&hl=de&gl=at&pid=bl&srcid=ADGEESjwUME-6ZsdNGHHq10a-cirvr00FYz__dwZPb7VvGJ6bJr142Nn6GKBM6IkLG9MmADGaKJsBeDyYOLg_DIaEdOKmajBP5u3FMnTnhmN1z3LHCKnuU6mG5rzIi679_SfpLnW93X6&sig=AHIEtbSEorGMdrAaostswpOyL2tOhPxncA
http://www.idscaro.net/sci/01_coll/plates/bival/pl_petricolidae_1.htm
http://www.naturamediterraneo.com/forum/topic.asp?TOPIC_ID=5429

Es gibt umfangreiche Literatur zu rezenten „Bohrwürmern“ (z.B.: Turner, R. D., 1966: A Survey and Illustrated Catalogue of Teredinidae (Mollusca: Bivalvia). Cambridge (Massachusetts): Museum of Comparative Zoology. IX, 265 pp.), Bohr- und Ätzmuscheln (z.B. die Arbeiten von Karl Kleemann: http://homepage.univie.ac.at/karl.kleemann/ ), die ich allerdings nicht im Detail kenne, weil es das Holz-Thema ja nur peripher berührt. Aber zu fossilen ? Keine Ahnung wie es damit aussieht, müsste ich erst recherchieren …..
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 24 Oct 12, 19:30
Ergänzungen zu AW #74 + #76:

--> Link zum Kieselholz im Austria-Lexikon:
http://www.austria-lexikon.at/af/Wissenssammlungen/Fossilien/Holz#section-Wissenssammlungen_2FFossilien_2FHolz-Holzversteinert

@ Chlamys:
Eine Frage zum Kernholz „Peuerbach“ im Austria-Lexikon (Bild 9) – weil Kernerhaltung bei uns ja ausgesprochen selten vorkommt: ist das „nur“ ein Ast, oder ein größeres (Stamm-) Stück ? – Jedenfalls ein Super-Exemplar !
Und:
Auf der „Laurinsgarten“-Seite lassen sich leider ja nicht alle Fotos durch Anklicken vergrößern (z.B. das interessante Holz mit Nototeredo-Spuren im „Kapitel“ Bohrlöcher) – ist das so beabsichtigt oder Zufall ?
(dafür aber unter dem Stichwort „Nototeredo“ im Austria-Lexikon: http://www.austria-lexikon.at/af/Wissenssammlungen/Fossilien/Nototeredo )

--> Zu den Ottnangien-Zapfen: im Schlier ja, das hab ich gewusst, da hab ja auch oben (AW #59) einen link zu einer weiteren Sammler-Seite eingestellt. Aber die phosphorisierten aus den Sanden waren was völlig Neues für mich – bin noch immer sehr fasziniert davon !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: silice67 am 24 Oct 12, 21:00
hello,
es gibt wirklich schöne Teile in österreich
 :-*
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 26 Oct 12, 12:05
Hallo Oliver
Einen recht interessanten Artikel gibt es über Bohrgänge unter http://steinkern.de/fossilien-aller-zeitalter/tertiaer-und-juenger/464-bohrende-organismen-im-mainzer-becken.html, leider ist der unbekannte Bohrgang in meiner Palme auch bei diesem unbestimmt.
lg
Chlamys
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 26 Oct 12, 12:12
@Oliver
Ja, man soll nicht in der Hektik schreiben, hab deine Fragen übersehen. Der Ast aus dem Ottnangien ist ungefähr faustdick.
Das Vergrößern der Fotos auf meine HP ist nicht gewollt, sondern durch das Programm vorgegeben. Nur Galerien lassen sich vergrößern.
Ich hätte eh noch eine Frage, hast du schon Hölzer gefunden die in Bitumen getränkt sind? Kann mir nicht erklären wo das herkommt.
lg
Wolfgang
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 27 Oct 12, 12:40
hallo Chlamys,
1 - danke für den Hinweis auf den steinkern-Artikel, der war mir bisher entgangen ! Jedenfalls sehr interessant, dass dort diese "unbekannten Löcher" in Rotliegend-Gestein vorkommen - könnte evtl. ein Hinweis sein, dass deine Palme auch erst nach der Fossilisation angebohrt wurde, und nicht in frischem Zustand.
2 - Astquerschnitt faustgroß - das ist schon sehr beachtlich ! Gratuliere !
3 - bitumengetränkte Hölzer: nein, ist mir völlig unbekannt, da kann ich leider nichts dazu beitragen.
Hast du leicht solche Stücke unter deinen Ottnangien-Funden ?
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 27 Oct 12, 14:55
Ich habe bitumengetränkte Hölzer genauer gesagt, kleine Holzsplitter im Bitumen.
lg
Wolfgang
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 27 Oct 12, 17:46
@ Clamys:
was sagen die NHM-Leute dazu ? (zu denen dürftest du ja, soweit ich das mitgekriegt habe, eh Kontakt haben ?)
ansonsten fällt mir nur ein: Reinhard Roetzel fragen - der hat ja (vor längerer Zeit) auch mal im Hausruckviertel / Ottnangium kartiert.
lg
oliver
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Chlamys am 27 Oct 12, 18:34
Die haben auch keine Erklärung, woher das Bitumen kommt. Es sind nur sehr kleine Vorkommen und recht selten. Es gab ja bisher noch keine Funde. Kleine Kohlevorkommen gibt es am Rand des Sauwaldes schon. Hier wurde während des Kriegs sogar nach Erdöl gebohrt.Habe auch schon in 450m Seehöhe versteinerte Hölzer mit Holzkohlenresten wie in Ostermiething gefunden.
lg
Wolfgang
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 05 Nov 12, 18:33
Elise Hofmann – die „Mutter der Paläobotanik in Österreich“ – lebte von 1889 bis 1955. Aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der NSDAP musste sie nach dem Ende des 2. Weltkrieges ihre wissenschaftliche Karriere jedoch für einige (wenige) Jahre unterbrechen.
http://www.univie.ac.at/biografiA/daten/text/bio/hofmann_e.htm
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/VZBG_96_0005-0006.pdf
Unter anderem gibt es von ihr einen publizierten Vortrag zur Forschungsgeschichte der Paläobotanik:
http://www2.uibk.ac.at/downloads/oegg/Band_36_38_249_254_vortrag.pdf
Sie arbeitete aber auch mit relativ jungen botanischen Fossilien (Pleistozän) und zudem nicht nur mit fossilem, sondern auch mit subfossilem Material (Holozän) und publizierte eine größere Anzahl archäobotanischer Beiträge. Zwar sind viele ihrer Publikationen mittlerweile etwas überholt – aber das ist ja positiv zu sehen: zum Glück verbessert sich der Forschungsstand laufend (wenn auch langsam).
Ein link zur (unvollständigen) Literaturliste:
http://www2.uibk.ac.at/downloads/oegg/Band_49_357_364.pdf

Zusätzlich hier eine kleine Auswahl von Publikationen zum Thema fossile Hölzer, Blätter, etc.:

• 1926: Inkohlte Pflanzenreste aus dem Tertiär von St. Kathrein am Hauenstein. — Berg- u. hüttenmänn. Jb., 74, S. 152—162. Wien 1926.
• 1926: Ein Fund von Osmundites schemnicensis P. — Berg- u. hüttenmänn. Jb., 74, S. 41—42, Taf. 1. Wien 1926.
• 1927: Paläobotanische Untersuchungen über das Braunkohlenvorkommen im Hausruck. — Mitt. Geol. Ges., 20, S. 1—28, Taf. 1—4. Wien 1927.
• 1927: Vergleichende anatomische Untersuchungen an rezenten Pneumatophoren von Taxodium distichum, sowie an fossilen Pneumatophoren von Parschlug in Steiermark. Berg- u. hüttenm. Jb., 75, S. 93-106, Wien 1927.
• 1928: Verkieste Pflanzenreste aus dem Tertiär von Leoben. Berg- u. hüttenmänn. Jb., 76, S. 146–152, Wien 1928.
• 1928: Verkieselte Hölzer aus dem Museum in Szombathely. — Ann. Mus. Castriferrei (A), S. 1—4. Szombathely 1928.
• 1929: Fossile Pflanzenreste aus dem Tertiär des Lavanttales in Kärnten. — Verh. Gaol. B.-A., S. 101—120. Wien 1929.
• 1929: Verkieselte Hölzer von der Vashegy-Gruppe. – Ann. Sabariensis 3, S. 81 – 87, Taf. 1 – 4, Szombathely 1929.
• 1930: Paläobotanische Untersuchungen von Braunkohlen aus dem Geiseltal und von Gaumnitz. — Jahrb. Halleschen Verb. Erforschung mitteldeutsch. Bodenschätze, 9, S. 43—54, Taf. 1—6. Halle 1930.
• 1932: Pflanzenreste aus dem Leithakalk von Kalksburg und dem Sandstein von Wallsee. — Jahrb. Geol. B.-A., 82, S. 71—73, Taf. 3. Wien 1932.
• 1932: Blattreste aus dem Miozän von Burghausen a. d. Salzach, Südbayern. —Verh. Geol. B.-A., S. 93—95. Wien 1932.
• 1932: Pflanzliche Fossilien aus der Gegend von Szombathely. — Ann. Sabarienses, Fol. Mus., 1, S. 1—4. Szombathely 1932.
• 1932: Epidermisreste und Blattabdrücke aus den Braunkohlenlagern des Geiseltales. — Leopoldina, Ber. Deutsch. Akad. Naturf., N. F. 1, S. 59—74, Taf. 1—8. Halle 1932.
• 1933: Verkieselte Pflanzenreste aus dem Horner Becken. In: F. Lukas u. F. Moldaschl, Heimatbuch des Bezirkes Horn, 1. — S. 156—163. Horn 1933.
• 1933: Tertiäre Pflanzenreste aus verschiedenen österreichischen Lagerstätten. — Mitt. Geol. Ges., 25, S. 144—176. Wien 1933.
• 1933: Die Flora des Böttinger Marmors. — Jahresber. u. Mitt. Oberrhein, geol. Ver., N. F. 22, S. 74—88, Taf. 3. Stuttgart 1933.
• 1933: Pflanzenreste aus dem Gebiete von Gleichenberg in Oststeiermark. — Verh. Geol. B.-A., S. 101—108. Wien 1933.
• 1933: Pflanzenreste aus dem Rohrbacher Steinbruch. — Verh. zool.-bot. Ges., 83, S. 42—44. Wien 1933.
• 1934: Ein fossiles Holz aus dem Rhyolitbtuff des Tokayer-Gebirges. — Acta biologica, 3, S. 122—124, Taf. 5—6. Szeged 1934.
• 1936: Eine verkieselte Palme im Tertiär von Retz in Österreich. — Sb. Akad. Wiss., math.-naturw. Kl. I, 145, S. 59—61, 1 Tafel. Wien 1936.
• 1936: Verkieselte Hölzer aus dem Tertiär von Retz in Niederösterreich. „Unsere Heimat", 9/2, S. 57—60, Wien 1936.
• 1938: Über die Pflanzenreste von Kollnitz. (In F. Kahler: Entstehung und Alter des inneralpinen Basaltes von Kollnitz im Lavanttale.) — Zentralbl. f. Min. usw., B, S. 405—406. Stuttgart 1938.
• 1939: Verkieselte Hölzer aus dem Sarmat des Tokaj-Eperjeser-Gebirges. — Abh. min.-geol. Inst. St. Tisza-Universität, 12, S. 260—270, 3 Taf. Debrecen 1939.
• 1939: Blattreste aus dem Hangenden der Kohlenflöze von Lühogai in Jünnan. (In F. Handel-Mazzetti: Ergebnisse der Expedition nach China 1914—1918.) — Sb. Akad. Wiss., math.-naturw. Kl. I, 148, S. 163—169. Wien 1939.
• 1939: Pflanzliche Reste aus einer Tongrube am Ohrsberg bei Eberbach im Neckartal. — Sb. Akad. d. Wiss., math.-naturw. Kl., S. 85—89. Heidelberg 1939.
• 1939: Über einige Tertiärfloren in Braunkohlenlagern. — Mitt. Geol. Ges., 30/31, S. 151—156. Wien 1939.
• 1940: Pflanzenreste aus dem Karbon des Zemplener Inselgebirges in Ungarn. — Abh. min.-geol. Inst. St. Tisza-Universität, Nr. 17 (Tisia 4), S. 3—10. Debrecen 1940.
• 1942: Ein fossiles Holz aus dem Pliozän von Gerstungen im Werratale. — Beitr. Geol. Thüringen, 6, S. 134—137. Jena 1942.
• 1942: Pflanzliche Reste aus der Umgebung von Graz. (In H. H. Hübl: Die Jungtertiärablagerungen am Grundgebirgsrand zwischen Graz und Weiz.) — Mitt. Reichsanst. f. Bodenforschung, S. 68—70. Wien 1942.
• 1943: Paläobotanische Untersuchungen an Braunkohlen von Ampflwang. (In W. Petrascheck u. a.: Chemische und petrographische Untersuchungen an der Braunkohle des Hausrucks.) — Sb. Akad. Wiss., math.-naturw. Kl. I, 152, S. 215—223. Wien 1943.
• 1944: Pflanzenreste aus dem Phosphoritvorkommen von Prambachkirchen in Oberdonau, 1. — Palaentographica, 88 B, S. 1—86, Taf. 1—12. Stuttgart 1944.
• 1948: Bucklandia sp., ein Cycadophytenstammrest ans der Obertrias des Grubbergstollens bei Lunz. (In F. Trauth: Geologie des Kalkalpenbereiches der II. Wiener Hochquellenleitung.) — Abh. Geol. B.-A., 26, S. 83. Wien 1948.
• 1952: Pflanzenreste aus dem Phosphoritvorkommen von Prambachkirchen in Oberösterreich. II. — Palaeontographica, 92 B, S. 122—183, Taf. 9—13. Stuttgart 1952.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 14 Jan 13, 12:04
Mein erstes Holz von 2013 (Miozän, Karpatium, Laa-Fm; ca. 17 x 11 x 6 cm): Gefunden am 13.1. im Schmidatal (Niederösterreich) bei Schneetreiben und minus 6° C.
Gegen Mittag, als ich das Stück fand, war die dünne Schneedecke noch sehr lückenhaft. Kurz darauf war sie infolge anhaltenden Schneefalls beinahe geschlossen, so dass sogar ich die mittlerweile eingetretene Sinnlosigkeit des Unterfangens einsehen musste und noch vor 15 Uhr die Suche aufgab.
Ist ein schönes Beispiel für die Gültigkeit der alten Sammlerweisheit, dass man sich (von Schlechtwetter, sonstigen ungünstigen Bedingungen, etc.) nicht abschrecken lassen sollte und hartnäckig sein muss – dann sind selbst unter widrigsten Umständen Funde möglich.   
In diesem Sinne: auf ein fundreiches 2013 !
p.s.:
Es ist wieder mal ein Stück mit winzigen Bergkristallen in den Hohlräumen – die kenne ich jetzt schon aus der HMF, der Laa-Fm und (selten) auch aus der SMFF. Es scheint also – unabhängig von der exakten Zeitstellung – eine übliche Erscheinung bei tertiären Kieselhölzern Niederösterreichs zu sein.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Geomaxx am 14 Jan 13, 12:30
Hi Oliver,
na, da fängt das Jahr ja gut an!
Die Struktur des Holzstückes ist ja sehr schön erhalten,
dann viel Spaß weiterhin, wenn Du mit Deinem Harvester durch die Tertiärwälder Österreichs hobelst.
Bei mir gings auch gut los, gleich am 2. Januar ging mir Gomphotherien-Stoßzahn ins Netz, leider ein 100-Teile-Puzzle ohne Spitze, die war schon weggebaggert...
Glück Auf!
GEOMAXX
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 15 Jan 13, 06:49
Hallo Geomaxx,
ja, die Strukturerhaltung ist für ein Laa-Fm-Holz gar nicht so schlecht (kommt auf den Fotos aber nicht so gut raus, sondern erst unterm Fadenzähler). Dafür hats leider viele Risse.
Zahn- und Knochenpuzzle: oje, das kenn ich – bleibt mir zum Glück aber erspart, seit ich mich nur noch auf die Hölzer konzentriere
(was nicht heißt, dass ich Herbivorenzähne verschmähe, wenn ich auf der Holzsuche gerade darüber „stolpere“ – so geschehen im Spätherbst 2012: fünf Zähne in +/- anatomischer Anordnung; in einer leider sehr harten Sandsteinkonkretion, harren noch der Präparation und sind daher noch unbestimmt).
Aber ein Gomphotherium-Stoßzahn – das ist schon beachtlich ! Gratuliere !
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 03 Mar 13, 09:41
Durch eine wundersame Fügung gelangten erst vor Kurzem zwei komplette Holz-Querschnitte aus Oberösterreich in meine Sammlung, die mir sehr viel Freude bereiten.   :D

versteinertes Holz (vermutl. Eiche; Quercus sp.)
7 x 10cm
Miozän
Sandgrube Schernham, Geiersberg
Hausruck-Gebiet / Oberösterreich

http://www.yamadori-bonsai.info/Pu_VerstHolz1977.html

http://www.yamadori-bonsai.info/Pu_VerstHolz1976.html
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: jkstar am 03 Mar 13, 14:08
Hallo Wolfgang,

das Thema heißt bescheidene Hölzer ;-)

Super Stücke !!!

VG
Julian
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 04 Mar 13, 10:52
hallo Wolfgang,
da muss ich Julian Recht geben !  ;) ;)
Ich hab die beiden Neuzugänge schon vor einigen Tagen auf deiner website bewundert,
und war ziemlich "von den Socken" ...  :P  :o  :P  :o
herzliche Grüße
oliver
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Wolfgang am 06 Mar 13, 20:34
Das war ich auch ......, als ich sie bekam, Oliver!   :)
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: oliverOliver am 06 Sep 19, 11:44
noch was bescheidenes aus Ö - für hiesige Verhältnisse gar nicht schlecht.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1567762825.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1567762825.jpg)

Beinahe ein Querschnitt - aber eben nur beinahe, der (alte) Bruch geht genau durch den Kern. Und wieder mal ein Problem mit der genauen geochronologischen Einordnung: das Stück stammt von einem Hügel, auf welchem sowohl HMF (Pannonium) als auch ältere Schotter aus dem Badenium/Sarmatium anstehen. Die sind zwar in der Fläche anhand der lithologischen Zusammensetzung eindeutig zu unterscheiden - das Kieselholz kommt aber leider aus einer alten Klaubstein-Feldwegbeschüttung.
Da ich dort in den Badenium/Sarmatium-Schottern bisher kein einziges Holz fand und das Stück von der Erhaltung und Mineralisation her exakt den Hölzern entspricht, welche eindeutig aus dem Pannonium sind, wird es wohl auch der HMF angehören - aber ein letzter Zweifel bleibt eben bestehen.
Titel: Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
Beitrag von: Dammschaufel am 29 Mar 23, 14:26
Kurz darf ich vorstellig werden:
Mein Name ist Stefan Raimann, geb. am 11.01.1967 und bin zurzeit Pfarrer von Siegendorf, Klingenbach und Zagersdorf im Bezirk Eisenstadt gelegen. Davor war ich gut 15 Jahre beruflich im Südburgenland eingesetzt, wo ich mich schwerpunktmäßig den opalisierten Hölzern am Csarterberg widmete. Dort konnte ich im Jahre 2004 ein kleines Museum mit ausschließlichen Funden vom Csarterberg einrichten. (befindlich im Gasthaus Holzer, direkt am Csarterberg) Seit ca. 10 Jahren bin ich dem Waldviertel um gut 100km näher gerückt sodass ich mich der regelmäßigen Suche nach den Hölzern der SMFF gewidmet habe. An dieser Stelle gratuliere ich Paulchen91 spät aber doch zu seinem absoluten Sensationsfund in der anonymen Sandgrube, sowie zu seinen weiteren Funden vor allem mit dem Chalzedonüberzug. An diese Größe, vor allem das Stück aus der Sandgrube betreffend, komme ich trotz vieljähriger Suche nicht heran. Ebenso gratuliere ich Oliver zu seinen großen Stücken; wir hatten bezüglich des großen Steines am Csarterberg schon kommuniziert. Montag ist mein freier Tag, welchen ich regelmäßig zu Besuchen im Waldviertel nütze.

Somit erlaube ich mir an dich, lieber „Paulchen91“, die höfliche und unverbindliche Frage zu richten, ob wir uns nicht persönlich zu einem Sammlergedankenaustausch vor Ort treffen könnten. Ab und an bin ich zwei Tage vor Ort und nächtige dann im sicher bekannten Hotel „Blie“. Wenn du meinem Wunsch entsprechen möchtest, so wird dies ohne deine Telefonnummer kaum gehen; meine gebe ich hiermit einmal bekannt: 0650/ 03032973. Anbei darf ich die auch meine Mailadresse übermitteln: siegendorf@rk-pfarre.at Dieses an Paulchen91 Geschriebene gilt selbstverständlich auch für dich lieber Oliver, sowie alle „Kennenlerninteressierten“ dieses Forums. Glück auf für die begonnene Frühlingssammelsaison und liebe Grüße aus dem Nordburgenland, Pfarrer Mag. Stefan Raimann

P.S. fürchtet euch nicht: bei Treffen unter Sammlern bin ich selber auch ein Sammler, zu befürchtende kirchliche Bekehrungs- und Überzeugungsversuche sowie Diskussionen über Gott, Glaube, Kirche sind da immer ausgeklammert.

Meine erste jungfräuliche Frage an das Forum: kann es sein, dass die waldviertler Hölzer auf einer relativ kleinen Fläche zusammengeschwämmt wurden und sich, natürlich einvernehmlich mit dem Grundeigentümer, die Nachschau mit einem Bagger auf einer solchen Fläche lohnen könnte. Ich vermute auch, dass sich die holzführende Schotterschicht auf einigen Äckern weit unter einem Meter befindet, sodass die Oberfläche dieser Äcker nur reines Erdmaterial aufweist. Diese Beobachtung machte ich bei der Verlegung eines Stromkabels; die Künette erreichte die holzführende Schicht erst ab einer Tiefe von ca. 1,5m – oberflächlich hätte jeder Sammler von uns diese Fläche als Fundgebiet kategorisch ausgeschlossen; auf der Ackeroberfläche war nicht ein Steinchen zu finden.