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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: manu am 08 Jan 06, 15:14
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Hallo, ich brauch mal wieder eure Hilfe,
ich hab hier mal wieder einige unbestimmte Mineralien aus dem Schwarzwald:
Bild 1. Gefunden bei Bad Rippoldsau. Hart und sehr spröde.
Bild 2. Gefunden bei Wildschapbach (Halde der Grube Friedrich Christian). Sehr Hart (5,5-7).
Bild 3. Gefunden bei Wildschapbach (Halde der Grube Friedrich Christian).
Schon vielen Dank im Voraus.
Gruß manu
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Hallo,
Das erste ist: Überzug eines Fe-Mn-Oxides auf Quarz-xx, der z.T. Pseudomorphosen nach Fluorit zeigt. Schönes Stück. Könnten sie mir eventuell den FO mitteilen?
Das zweite: Quarz auf Baryt bzw. Quarz ps. n. Baryt. Ist in Schapbach so ja sehr häufig
Das dritte: Typische Bleierzstufe. Galenit neben durch galenit schwarz gefärbtem Cerussit (Schwarzbleierz). Die fettig glänzenden grauschwarzen Partien sind der Cerussit.
smoeller
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Ja, stimme allen 3 Anwtorten zu; insbesondere Cerussit aber auch Baryt sind häufige Mineralien im Wildschapbachtal. :)
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hallo, vielen dank für eure schnellen antworten!
@smoeller: der fundort der errsten stufe ist schwer zu sagen, da ich nicht gezielt auf einer halde gesucht habe, sondern sie zufällig beim wandern fand. Das war bei Bad rippoldsau, in der nähe war ein großer wasserfall.
Viele grüße
manu
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Hallo,
Danke für den Hinweis! Alles klar jetzt.
Das ist die Grube Daniel im Töss (Dehs), eine mittelalterliche Kupfergrube, oder die auf der Westfortsetzung (Gegentrum) bauende Grube Georg (an der Greifhalde). Wenn das Stück östlich der Wolf(ach) gefunden wurde, worauf der Wasserfall hinweist, handelt es sich um Daniel, wenn eswestlich der Wolf war, um Georg.
smoeller
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Hallo,
ja, das war östlich. Um den Wasserfall wird auch etwas Werbung gemacht (von bad rippoldsau). Danke für den Hinweis...jetzt kann ich den genauen Fundort in die sammlung übernehmen.
Viele Grüße manu
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Hallo,
zweite Bild ganz sicher Quarz. Das dritte Bild ist meiner Meinung nach auch Galenit.
Gruß
Brian
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Hallo,
kann man bei den Fe-Mn-Oxiden sagen dass es ein Gemisch verschiedener Mineralien ist (wenn: welche mineralien)?
Gruß manu
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Hallo,
Das Problem mit den Mn-Oxiden ausdem Schwarzwald!
Möglicherweise ist esnur Fe-Hydroxid (Limonit, Goethit), das wäre aber wohl in dieser Ausbildung eher braunals schwarz. Vielleicht mal einen Strich machen, z.B. an der Unterseite einer Fliese (nicht glasiert) oder einer Tasse. Fe-Hydroxid hat einen bräunlichgelben Strich. Mn-Oxide haben einen schwarzen bis schwarzbraunen Strich.
Was es aber letztlich für ein Mineral ist, lässt sich nur schlecht feststellen. Da braucht man entweder Röntgendiffraktometrie oder aber EDX. Auch Raman-Spektroskopie kann man nehmen.
Es kommen in der Grube Clara zum Beispiel über 15 verschiedene Mn-Minerale vor, die meist allegrauschwarz sind. Auch hier kommen verschiedene Arten in Betracht, wobei ich in erster Linie an amorphes Mn-Oxid (Manganogel) oder ein Ba-haltiges Mineral wie Romanéchit oder Hollandit (wegen des Barytes in den Gängen des Wolftales) denke. Durchausähnliche Vorkommen dieser oben genannten Minerale kennt man auch aus Freudenstadt und der Grube Clara. Aber definitiv identifizierbar ist das Mineral nur durch die Kombination zweier Methoden: Röntgen (Struktur/Mineralgruppe/Ist das Mineral überhaupt kristallin?) und EDX(chem. Elemente, v. a. Nachweis/Fehlen von Barium). Wenn die Röntgenanalyse ein amorphes Mineral ergibt, ist es Manganogel.
smoeller
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Hallo,
das Mineral hat einen braunen Strich. Wo kann man denn Röntgen/EDX-Untersuchungen machen lassen? Ich kenn nur den LAPS-Leserservice. Da können Abonnementen (Ich bin einer :D ) ein Mineral hinschicken.
Gruß manu
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...ein Ba-haltiges Mineral wie Romanéchit ...
..das wurde z.B. auch bei einer meiner Stufen aus der Clara röntgenanalysiert (v. Günter Blass, Eschweiler).
Foto siehe Atlas..
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Baden-W%FCrttemberg/Schwarzwald/Wolfach/Grube%20Clara/Mineralien/Romanechit
Gruß Peter
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Analysemöglichkeiten:
http://www.strahlen.org/analyse/analyse.htm
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Hallo,
@McSchuerf: Deine Stufe sieht ja eigendlich ganz ähnlich aus wie meine! Welche Strichfarbe hat denn Romanechit?
@Uwe Kolitsch: Danke für den link, jetzt hab ich ja die (Email)adressen an die ich mich wenden könnte. Ich frage mich bloß ob es sich lohnen würde...
Gruß manu
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@manu
bräunlichschwarz. :)
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Ahh...Danke! Dann werde ich mein Mineral noch genauer untersuchen.
Gruß manu
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Hallo,
es handelt sich um folgendes:
im ersten Bild um Fluorit
im zweiten Bild um Quarz
im dritten Bild um Galenit
Gruß,
titan
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Hallo,
@titan: Sorry, aber das Mineral auf dem ersten Bild ist ganz sicher nicht Fluorit... z.B. hat Fluorit einen weißen Strich und nicht braun, und ein solchen "pech"schwarzen Fluorit hab ich noch nie gesehen. Und die anderen Mineralien hatten wir eh schon geklärt.
Viele Grüße manu
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Überzug eines Fe-Mn-Oxides auf Quarz-xx, der z.T. Pseudomorphosen nach Fluorit
smoeller hatte das, meiner Ansicht nach, richtig mitgeteilt und ich habs daraufhin gerne bestätigt! :)
man erkennt doch deutlich auf Bild 1 z.T. viereckige Hohlräume, die zu ehemaligen Fluorit-Würfeln passen könnten.. natürlich nur pseudomorph nach Fluorit....logisch, dass da keine Härte 4 bei raus kommt, wenn man das jetzt ritzen will... ::)... :)
Gruß Peter
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Ja, das mit der Peseudomorphose war mir klar. Doch "titan" hat ja nichts von einer Pseudomorphose gesagt.
Trotzdem vielen Dank für den Hinweiß.
Viele Grüße manu
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Hallo manu,
ja, die Korrektur war auch meinerseits an titan gerichtet. ;D
Gruß Peter
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Ach soo... :)
Gruß manu
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Hallo,
Mit dem FO bei Bad Rippoldsau: Bei genauerer Lektüre des Buches BLIEDTNER,M.;MARTIN,M.: Erz- und Minerallagerstätten des Mittleren Schwarzwaldes. Geolog. Landesamt Baden-Württemberg Freiburg/Br. (1986) bin ich auf eine Fundstelle gestoßen, die deiner Beschreibung mit dem Wasserfall besser entspricht: Der Gang Burgbach II. Der Liegt nur wenige 100 m N des Burgbachfalles. Die Grube Daniel lag aber nur etwa 1- 1,5 km weiter nördlich, so dass es durchaus auch die sein könnte.
Bliedtner und Martin beschreiben aber solchen Quarz mit Überzügen von Goehit wie die vorliegende Stufe vom Burgbach. Leider war die Beschreibung der Gänge im Burgbach unter den Abschnitt Freudenstadt geraten, so dass sich mir die Kenntnis bislang entzog, da ich bislang vor allem an Kinzigtaler Gruben gearbeitet habe.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
Vielen Dank für die Korregieung! :) Also der Fundort lag wirklich nur etwa 200m vom Wasserfall weg. Dann wird es wohl Goethit sein.
Noch mal vielen Dank, Gruß manu