Mineralienatlas - Fossilienatlas

Fossilien / Fossils / Fósiles => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Trias / Trassic => Thema gestartet von: Fred3 am 30 Jan 06, 19:12

Titel: Rippe aus dem Muschelkalk bzw. Buntsandstein / Nothosaurus + Ceratiten, Trias
Beitrag von: Fred3 am 30 Jan 06, 19:12
Hallo,

habe diesen Knochen (Rippe?) gestern beim Spaziergang gefunden.
War reiner Zufall, habe aus lauter Frust über den Frost/Schnee auf einen halb freiliegenden Stein eingehämmert,
da löste sich eine 20x20 cm Platte mit diesem Knochen.....
Kann man den noch weiter zuordnen??
Gruß Fred
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Diego am 30 Jan 06, 20:58
Hallo Fred
Schönes Ding :o.Wo liegt denn der Fundort bzw. welche Abteilung Muschelkalk ist es und wie groß ist denn die Rippe selbst?
Zitat
War reiner Zufall, habe aus lauter Frust über den Frost/Schnee auf einen halb freiliegenden Stein eingehämmert,
Sowas müsste mir mal passieren ;D ;)
Gruß
Steffen
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Saccharomyces am 30 Jan 06, 21:01
Hallo Fred

Ich würde auch sagen, dass es sich dabei um eine Rippe handelt. Schöner Fund, bzw. echt witzige Fundumstände :). Ich denke mal das die Rippe von einem kleinen Nothosaurier stamm, ich weiß das ist nicht sehr genau. Wo war denn der ungefähre Fundort?

Gruß Björn
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Fred3 am 30 Jan 06, 21:10
Hallo,

der Fundort ist Heilsberg, das liegt in Thüringen, bei Rudolstadt... war quasi vor meiner Haustür, naja 5 min zu Fuß...
ob Mu oder Mo kann ich gar nicht sagen hier gibts ziemliche Verwerfungen...allerdings in der Ecke gibt es definitiv keine Ceratiten,
(am anderen Dorfende schon) der Bildausschnitt des 2. Bildes ist etwas über 3 cm...

Gruß Fred
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Diego am 31 Jan 06, 16:35
Hi Fred
Ich würde mich Björn anschließen. Sieht in der Tat nach einem Nothosaurier aus. Vieleicht ist es ja  Keupergestein? Wenn ihr solche Verwerfungen habt, ist sicher einiges denkbar.Da müsstes Du mal in die geologische Karte von Thüringen schaun, oder hier anfragen:http://www.trias-verein.de/pages/home.htm (http://www.trias-verein.de/pages/home.htm)
Zitat
allerdings in der Ecke gibt es definitiv keine Ceratiten,
(am anderen Dorfende schon)
Hast Du mal Fotos von den Ceratiten? :)
Gruß
Steffen
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Conny3 am 31 Jan 06, 18:20
Hallo,

nun gebe ich auch mal meinen Senf dazu. Heilsberg, das ist Saale - Ilm - Platte wenn ich mich nicht täusche. Störungen gibt es da auch (Remdaer Störung). Also denke ich unterer oder mittlerer Muschelkalk. Dafür ist es schon ein toller Fund, zumal die Fundumstände ja geradezu faszinierend ;D sind. Ich denke auch Rippe von Nothosaurus mirabilis. Frag doch mal Joachim. In Heilsberg muß auch irgendwo ein Steinkreuz stehen (das war auch früher mal eins meiner untergeordneten Hobbies)! ;)


Gruß vom Conny
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Coen am 31 Jan 06, 18:59
Ich würde diese Platte eher dem Grenzbonebed (Keuper) zuordnen. Sofern die Kamera da keinen Farbstich reingebracht hat, sollte das hinkommen. Sind da noch mehrere Schuppen, Knochensplitter oder kleine Zähnchen zu sehen?

Die braune erhaltung würde in meinen Augen auch nicht für den Muschelkalk sprechen. Aber ich kann mich da auch irren.
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Conny3 am 31 Jan 06, 19:36
Hallo coen,

also Grenzbonebed (Keuper) würde ich auf keinen Fall sagen. Das stimmt mit der Geologie von dort nicht. Ganz ähnliche Rippen in brauner Färbung gibt es bei uns schon vom oberen Buntsandstein an (Bsp. Tenuisbank der Pelitrötfolge/auch früher als grauer Röt bezeichnet).Ich denke schon mm oder mu (mo?)

Gruß vom Conny
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Fred3 am 31 Jan 06, 20:55
Hallo, guten Abend!

vielen Dank erstmal für die bisherigen Antworten. Also ob Keuper oder nicht, da kann ich nicht helfen. Ich kann nur sagen,
das Foto hat keinen Farbstich, auf der Platte sind noch einige Knochensplitter und eine Schuppe sowie viele kleine Muscheln.
Ich hänge nochmal ein Bild an...
und auch noch einige Ceratiten, Funde vom letzten Jahr( aber wie gesagt vom anderen Dorfende)

Viele Grüße Fred
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Fred3 am 31 Jan 06, 20:57
..und noch zwei...
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Conny3 am 01 Feb 06, 08:01
Hallo Fred,

jetzt sehe ich es eindeutig 8). Ist oberer Buntsandstein! Rhizocoralliumdolomit mit Myophoria Costata und Nothosaurusrippe, Fischschuppen ,etc.. Ich denke auf dem Foto eindeutig zu erkennen. Ich sitze ja bei uns gerdezu auf diesem Dolomit des Röts :D. Das würde auch genau zur Geologie dort passen.

Glückwunsch zu diesem Fund!

Der Conny
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Diego am 01 Feb 06, 10:56
Hallo Fred.
Tolle Ceratiten- prima erhalten und schön präpariert :D.Habe bei uns im oberen Buntsandstein (Weserbergland) noch nie Knochen gefunden.Gratuliere. Wenn der Schnee weg ist, kannst Du ja am Fundort der Rippe mal genauer nachgraben. Vieleicht gibt´s da noch was  ???
Gruß
Steffen
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Conny3 am 01 Feb 06, 11:34
Hallo,

gerade der Obere Buntsandstein ist im Saaletal bis nach Rudolstadt hin auf lokal begrenzte Bänke bezogen sehr interessant. Als Bsp. möchte ich hier mal den Fund vom Beckenknochen aus Drackendorf bei Jena reinstellen. Er ist aus der sogenannten Tenuisbank, die sogar schon lokal Ammoniten führt (Bsp. Kunitz bei Jena, Drackendorf, bei Kahla u.a.). Aus ihr und weiteren drei folgenden Dolomitbänkchen (bzw. Sandsteinbänkchen) sind Knochenreste recht gut bekannt. Der Sandstein wird sogar Sauriersandstein, nach den in ihm häufiger enthaltenden Knochenresten (auch Fischreste) benannt.

Siehe auch meine Seite "Fossilien": http://www.jetzweb.de/Colinde/fossilien.html

Gruß Conny
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Fred3 am 01 Feb 06, 19:59
Hallo,

vielen Dank, damit dürfte der Fall geklärt sein....also oberer Buntsandstein, kommt hin, ein paar Meter weiter gibt es große Lesesteinhaufen
mit (allerdings fossilleeren) Sandsteinen. Werde natürlich nochmal nachschauen, sobald der Dauerfrostboden wieder aufgetaut ist..
Gruß
Fred
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Fred3 am 05 Feb 06, 21:00
Hallo,

konnte natürlich nicht abwarten, bis der Frost weg ist und habe gestern alles ereichbare Material der Fundstelle
nochmal durchgesehen. Da kommt tatsächlich noch einiges an Knochen zutage....
Das wird aber teilweise ein ganz schönes Puzzel. Der Knochen von Bild 1 steckt leider noch zur Hälfte in einem anderen Stein.
Aber macht nix, dieses Material lässt sich sehr einfach bearbeiten, da bin ich von den Ceratiten ganz andere Sachen gewöhnt.
Weiß einer von welchem Körperteil der Kochen in Bild 1 ist? In Anatomie bin ich nicht so gut....hatte bisher auch noch nicht
so viel mit Knochen zu tun...
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Diego am 06 Feb 06, 00:38
Hallo Fred
Da tut sich aber was bei Dir vor der Haustür  :o). Beim ersten Knochen bin ich mir sicher, dass das der obere Teil eines Wirbels ist bzw. der mittlere. Man guckt jetzt quasi von oben auf den abgebrochen Neuralfortsatz (Die lange Bruchkante). Von unten müsste man entweder(im besten Falle) den runden Wirbelkörper sehen, oder aber  eine Bruchfläche mit Rinne (Rückenmarkskanal).
Der andere Knochen ist wahrscheinlich wie ich das sehe so ein Wirbelkörper. Passen die zwei Dinger vielleicht zusammen ;D? Wenn es geht fotografier doch bitte mal Teil 1 aus anderen Perspektiven. ;)
Gruß
Diego
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Conny3 am 06 Feb 06, 10:04
Hallo Fred,

genau wie Diego schon feststellte, scheint das ein Wirbel zu sein. Solche gibt es in den Dolomitbänken bzw. im Sauriersandstein um Jena auch. Oft sind auch Fischreste darin enthalten: Flossenstacheln, Schuppen, kleine Zähnchen. Schau mal nach, ob da nicht sogar ein Ammonit Beneckeia irgendwo herumliegt! Das wäre dann wirklich toll. Ich werde hier auch ,wenn der Frost endlich weg ist, in Göschwitz bzw. Drackendorf mal nachschauen, ob da nicht auch noch was zu finden ist. Früher war das immer mal möglich. Heute eher weniger, weil das Feld zum Bsp. nicht mehr bearbeitet wird.

Gruß Conny

(Anbei zwei Beneckeiafunde aus der Tenuisbank)
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Fred3 am 06 Feb 06, 21:06
Hallo,
habt Dank für Eure Antworten. Habe eben das fehlende Teil (von der Bruchkante) aus dem Stein gehämmert und angeklebt.
Ist wirklich relativ leicht zu bearbeiten das Material...aber man muss aufpassen, so ein Knochen splittert sehr schnell...
Gruß
Fred
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Diego am 07 Feb 06, 13:08
Zitat
Habe eben das fehlende Teil (von der Bruchkante) aus dem Stein gehämmert und angeklebt.
Und damit ist der Neuralfortsatz wieder dran :D. Mach doch bitte mal ein Foto von unten.
Könnte man die Knochen auch komplett freilegen, oder siehst Du da Probleme???

Gruß
Steffen
Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Fred3 am 07 Feb 06, 20:44
Hallo Diego,

ich hänge nochmal ein Bild von unten an.....aber die Seite ist nicht so toll, lag wohl schon einige Zeit frei.
Also, sicherlich könnte man den Knochen komplett freilegen, aber erstens finde ich Stücke mit Matrix schöner und
zweitens ist die Gefahr das das Stück zerbricht doch ziemlich gross, das Zeug ist wirklich sehr fragil.
Die Rippe könnte man ohne Probleme komplett aus dem Stein holen, aber wie gesagt auf Matrix gefällt sie mir besser...
Ich finde, es ist beim präparieren fast das Schwerste zu wissen wann man aufhören sollte.
Wenn ich weitere Stücke finde, (wenn man erst mal weiß, worauf man achten muß, findet man meistens welche....hat z.B.
eine Weile gedauert, bis ich meinen ersten brauchbaren Ceratiten gefunden habe...danach gings aber Schlag auf Schlag...)
werde ich sicherlich versuchen auch mal einen Wirbel komplett freizulegen...aber momentan ist mir das Stück zum üben einfach zu schade...

Gruß  Fred

Titel: Re: Rippe aus dem Muschelkalk
Beitrag von: Diego am 07 Feb 06, 23:18
Hallo Fred
Also die filigraneren Stücke sollte man ohnehin in der Matrix belassen. Bloß nicht die Rippe komplett freilegen. Erstens sieht es so besser aus (schon wegen der Grabgemeinschaft mit den Muscheln) und zweitens hält die Matrix den Knochen ja auch zusammen. Komplett lassen sich ganz gut kompakte Teile, wie Wirbelkörper präparieren. Alles was dünn und flach ist, lasse ich lieber in  bzw. auf dem Gestein. Hatte übrigens mal ein ähnliches Teil hier im Forumhttp://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,3374.15.html (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,3374.15.html)
Gruß
Steffen
Titel: Fossilien Tenuisbank
Beitrag von: Conny3 am 13 Oct 21, 09:51
Hallo,
leider nicht im Sammelurlaub, dafür aber in Sichtweite der Fundstelle von PASSARGE für Fossilien der Tenuisbank (Drackendorf), in Sichtweite der Lobdeburg mit seinen MM Mineralien im Röt (Malachit) - siehe meine Seite - und unweit der Coelestinfundstelle mit Fossilien im Himmelreichsgraben (Jena - Lobada), muss ich hier zwangsweise ein paar Tage verbringen >:( ;). Es wird aber wieder, denke ich, so dass vielleicht Ende des Monats wieder Berichte kommen. So eine Pause muss halt auch mal sein. ::)

Viele Grüße

Der Conny