Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing => Thema gestartet von: geomueller am 30 Apr 04, 17:50
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Hallo alle zusammen,
wie es scheint bin ich der Einzige hier im Forum der seine Funde auch selbst trennt, schleift und poliert, oder andere die ihre Minerale selbst bearbeiten haben sich noch nicht zu erkennen gegeben. Deshalb habe ich beschlossen hier mal meine (bescheidenen) Erfahrungen sowie die Technik die ich dazu benutze mal vorzustellen um vielleicht einigen Sammlern Appetit zu machen selbst mal damit anzufangen. Schließlich wirken ja einige Sammelstücke vor allem Quarzvarietäten wie Achat, Amethyst, Jaspis oder auch Erzgangstücke erst richtig wenn sie geschliffen sind.
Zum Trennen:
Zum Trennen verwende ich eine handelsübliche, oft bei Baufirmen zum Einsatz kommende, Trennmaschine TS 350S (Bild 1).
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Diese Maschine hat eine Drehzahl von 1800 U/min, arbeitet mit Wasserkühlung und die Trennscheibe ist höhenverstellbar. Ich arbeite mit zwei verschiedenen Trennscheiben, zum einen mit einer Diamanttrennscheibe mit aufgesintertem umlaufenden geschlossenen Kranz, für kleinere und empfindliche Stücke, und zum anderen mit einer unterbrochenen segmentierten Diamanttrennscheibe, für größere und unempfindlichere Stücke. Mit der segmentierten Scheibe wird die Schnittfläche wesentlich gröber, was man mit einem intensiveren Grobschliff wieder ausgleichen muss. Die Scheiben haben beide einen Durchmesser von 350 mm, damit ist eine Schnitttiefe von 150 mm erreichbar. Über einen Schlauch und einer Pumpe werden die Scheiben durch von oben auf die Scheibe laufendes Wasser gekühlt. Alternativ kann man auch mit spezieller Kühlflüssigkeit arbeiten, die pur oder als Konzentrat erhältlich ist. Beim Arbeiten mit Kühlflüssigkeit erhöht sich die Standzeit der Trennscheibe. Bei der Trennmaschine mit der ich arbeite kann man die Steine nicht einspannen oder fixieren, sondern muss sie mit beiden Händen halten und selbst für den Vorschub sorgen. Man darf den Stein nicht zu stark an die Scheibe drücken sonst verkanntet er und es kann bis zum Stillstand der Scheibe kommen. Hat der Stein an der Grundfläche Unebenheiten kann man kleine Holzkeile unterlegen um den Stein in die gewünschte Schnittposition zu bringen. Möchte man dünne Scheiben schneiden, befestigt man mit einer Schraubzwinge einen Holzklotz fest am Schlitten und drückt den Stein beim Schneiden an diesen (siehe Bild 2).
Achtung
Ich möchte dringend davor warnen, wie es leider immer noch einige Sammler tun, Petroleum als Kühlmittel zu verwenden. Trotz guter Kühlung kann es an der Schnittfläche immer zu Funkenbildung kommen!! Leider hat es in der Vergangenheit durch diese Funkenbildung immer wieder schwere Unfälle durch Entzündung oder Verpuffung des Petroleums mit beträchtlichen Verletzungen gegeben!!!! Außerdem ist es nicht gerade gesundheitsfördernd die Petroleumaerosole die unweigerlich entstehen einzuatmen!
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Zum Schleifen:
Zum Schleifen benutze ich eine Maschine Marke „Eigenbau“ (Bild 3). Auf den ersten Blick sieht die Maschine vielleicht etwas primitiv aus, aber sie verrichtet seit über 25 Jahren gute Dienste und war noch nie defekt, nur den Keilriemen habe ich natürlich schon öfters gewechselt. Der Motor ist sage und schreibe ca. 40 Jahre alt und stammt aus einer Waschmaschine „Turmperle“.
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Der Motor hat eine Drehzahl von 1400 U/min und treibt über einen Treib- und Keilriemen mit einer Übersetzung von ca. 5,6 eine Kreissägenwelle an, so dass sich die darauf monierte Schleifscheibe mit ca. 250 U/min dreht (Bild 4).
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Die Schleifscheibe ist eine horizontal drehende, plan geschliffene Stahlgussscheibe mit einem Durchmesser von 320 mm, die sich in einem nach unten abgedichteten Zinkblechspülbecken mit Abfluss dreht (Bild 5).
Als Schleifmittel dient Siliziumcarbid, welches mit Wasser vermengt mit einem Pinsel auf die Gussscheibe aufgetragen wird, mit der anderen Hand wird der Stein auf die Gussscheibe gedrückt. Ich verwende das Schleifmittel in drei verschiedenen Körnungen, für den Grobschliff Körnung 80, für den Mittelschliff Körnung 250 und für den Feinschliff Körnung 500. Mit dem Grobschliff werden gröbere Unebenheiten die durch das Trennen entstanden sind ausgeglichen und eine plane Fläche hergestellt. Mit dem Mittelschliff wird die plane Fläche verfeinert und einzelne Kratzer die beim Grobschliff entstehen beseitigt. Der Feinschliff ist die Vorstufe zum Polieren, die Feinschlifffläche muß an jeder Stelle gleich gut bearbeitet sein um eine optimale Politur aufbringen zu können. Wenn man hier Fehler macht nimmt die Fläche keine Politur an. Beim Schleifen wird der Stein unter leichtem Druck auf die Scheibe gehalten und immer gleichmäßig nach links und rechts bewegt, damit sich kein Schleifmittelstau zwischen Scheibe und Stein bildet der Vertiefungen in der Schlifffläche hervorrufen kann. Zwischen jedem Schleifgang muß der Stein und natürlich auch die Schleifscheibe peinlichst genau gesäubert werden (mit Bürsten und Pinsel unter fließendem Wasser), damit kein gröberes Schleifpulver beim nächst feineren Schleifang mehr vorhanden ist und hässliche Kratzer verursacht. Außerdem ist es wichtig das Schleifmittel nicht zu stark aufzutragen, das Schleifkorn muß sich letztlich in einer dünnen Schicht zwischen Schleiffläche und Schleifscheibe frei bewegen können um eine Schleifwirkung zu erzielen. Wenn sich zu viel Schleifpulver und Abrieb auf der Scheibe befindet gibt man klares Wasser auf die drehende Gussscheibe und die Scheibe säubert sich durch die Fliehkraft selbst. Den Stein muß man auch von Zeit zu Zeit abschnittweise um die eigene Achse drehen um den Druckpunkt beim Schleifen öfter mal zu verändern, damit erreicht man eine gleichmäßige Schleiffläche.
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Zum Polieren
Je feiner das Schleifpulver beim letzten Schleifgang ist um so besser und schneller lässt sich eine gute Politur aufbringen. Ich verwende, wie schon gesagt, Feinschleifmittel mit der Körnung 500, Schleifmittel mit der Körnung 800 wäre aber besser. Zum Polieren klebe ich eine hartgepresste Nadelfilzscheibe mit einem Durchmesser von 35 cm auf die Gussscheibe. Als Poliermittel verwende ich Polierkorund (Al2O3), welches ebenfalls mit Wasser vermischt mit einem Pinsel auf die Filzscheibe aufgetragen wird. Beim Polieren ist es wichtig das die Filzscheibe ausreichend feucht ist und immer genug Poliermittel aufgetragen wird. Das richtige Verhältnis zwischen Polermittelmenge und Feuchte ist Gefühlssache, ist zu wenig Poliermittel auf der Scheibe bzw. ist die Scheibe zu trocken dauert die Politur erheblich länger. Weiterhin ist es unbedingt darauf zu achten, dass der Stein immer nach links und rechts hin und her bewegt wird um einen Stau von Poliermittel zwischen Filz und Stein zu vermeiden! Sonst schleifen sich Kerben in die Polierfläche ein (sog. Kantenabrieb), den man nicht wieder weg bekommt und man fängt wieder von vorn an.
Wenn man eine solche Schleif/Poliermaschine nicht selbst bauen kann oder will, kann man sie natürlich wie auch sämtliches Zubehör kaufen. Hier noch ein paar Adressen dazu wo man die entsprechenden Maschinen usw., kaufen kann bzw. wo man sich auch Anregungen abschauen kann um Schleifmaschinen selbst zu bauen.
www.krantz-online.de
www.ottoeigner.de
www.vdiamant.de
www.hamag-maschinenbau.de
Viel Spaß beim tüfteln, bauen und schleifen,
Gruß Jürgen
Bild 6, Schleifgut in Bearbeitung
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Hallo Jürgen,
Super!
da bekommt man richtig Lust das auch mal auszuprobieren!
[size=0,5]Leider fehlt mir sowohl der 'Schotter' um mir so eine Maschine zuzulegen, als auch der 'Schotter' den ich dann damit bearbeiten könnte ::)[/size]
Gruß, Erik
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Hi Jürgen
... und mein Mann ist immer noch im zweiten MOnat :(
Gruß Moni
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Toller Artikel ;D
Jetzt muss ich meiner Freundin nur noch erklären warum dass im Wohnzimmer stehen muss ;)
Wenn Du nichts dagegen hast packe ich die Info auch ins Lexikon rüber.
Gruß Stefan
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Zur Belustigung Aller:
Mit diesem Teil kann ich zumindest schon mal einen Vorschliff hinbekommen.
Aber an Geomüllers Ausrüstung reichts lange nicht ran ....
Herzliche Grüße Moni
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Hallo Stefan,
ja natürlich kannst Du den Bericht mit Fotos ins Lexikon stellen.
Und na ja für die gute Stube ist es vielleicht doch nicht das Richtige ;D, macht zu viel Krach und Dreck. Obwohl ich kenne einen Sammler der schleift im Kinderzimmer, allerdings sind da sind keine Kinder mehr ;).
Hallo Erik,
na ja den Schotter den Du schleifen kannst findest du schon, Achate gibt es ja fast überall, wenn ich an die einschlägigen Achatfundpunkte fahre komme ich immer mit Material zum Schleifen wieder, und bei Euch in der Nähe in diversen Kiesgruben findet man sicher auch was.
Wenn Dir momentan der Schotter zum kaufen einer Schleifmaschine fehlt, versuche es doch mal auf dem Schrottplatz oder einem Entsorgungsunternehmen, einen Waschmaschinenmotor, eine Kreissägenwelle und Keilriemenscheiben kann man dort für sehr wenig Geld oder gar kostenlos bekommen, das wäre erst mal ein Anfang um sich so was zu basteln. Ein stabiler Tisch oder ne alte Werkbank als Grundgestell läßt sich bestimmt auch auftreiben.
Noch ein Tipp, bei Euch an der Uni gibt es bestimmt ein Labor in dem ebenfalls Anschliffe oder Dünnschliffe für Untersuchungen hergestellt werden, vielleicht kannst Du da mal mitmachen und Dir ein paar Tipps und Tricks abschauen.
Ratschläge, gute Tipps und auch Hilfe beim Bau oder Beschaffung von Maschinen erhält man auch unter www.mineralienfreunde.de/12schleifer.html. Das ist die Adresse der Schleifergruppe der Münchner Mineralienfreunde. Der Leiter Herr Zeitvogel ist sehr rührig und gern bereit Tipps zu geben, ich habe ihn auch schon mal angerufen.
Hallo Moni,
ja manche Tragezeit dauert über 2 Jahre, z.B. bei Elefanten ??? ;D und dann kommt was ganz gewaltiges raus :o ;D
Gruß Jürgen
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Hallo Jürgen,
alles sehr gut beschrieben.. :)..
..ich trenne, schleife und poliere zwar nicht aber ich benutze hinsichtlich meiner größeren Eigenfunde öfters meinen Gesteinsspalter und andere Werkzeuge zum Verkleinern, Formatieren, etc.. :)
Gruß Peter
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Hallo Jürgen
Also, ich habe Maschinenbau studiert. Aber Du bist ja wirklich der Obertüftler. Einfach toll.
Ich selbst käme wohl nicht auf die Idee, so etwas zu bauen.
Bin halt `n bequemer alter Sack ;)
In Idar-Oberstein gibt`s ne menge Läden, die Schleif- und Poliermaschinen, auch in Kombination, verkaufen.
Somit kann ich erst richtig beurteilen, was Du für einen Super "Maschinenpark" gebaut hast. Hut ab ;) ;)
Gruß vom Sauerländer
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Hallo Jürgen,
ich werde mich mal nach etwas zum Basteln umsehen, mal schaun was dabei rauskommt ::) ;D
Mit Achaten siehts hier aber nicht gut aus, vielleicht läßt sich aber ein bißchen Karneol auftreiben...
Auf jeden Fall Danke für die Tips! ;)
Gruß, Erik
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Hallo Jürgen,
ich habe Deinen Beitrag ins Lexikon übernommen. Vielleicht magst Du ja noch ein paar Anpassungen vornehmen.
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/SammlerSteckbriefe/geomueller/Schleifausr%FCstung (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/SammlerSteckbriefe/geomueller/Schleifausr%FCstung)
Gruß Stefan :D
Edit: Link angepaßt.
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Hallo Sauerländer,
na übertreib mal nicht, so toll ist es nun auch wieder nicht ;). Außerdem sind wir Ossis aus Gründen des ewigen Mangels an allem in der ehemaligen DDR die Weltmeister der Improvisation ;D. Da wurde früher so manches Maschinchen zusammengebastelt was auch heute noch läuft. Außerdem muß ich gerechterweise auch sagen, dass ich die Schleifmaschine zusammen mit meinem damaligen Sammelkollegen (leider schon verstorben :'() ausgetüftelt und gebaut habe. Aber wie gesagt das Maschinchen kommt in die Jahre und es wird nicht mehr lange dauern dann muß ich mir was neues bauen. Ich glaube aber nicht das man heutzutage noch einen Motor findet der auch 40 Jahre durchhält ??? ;D.
Gruß Jürgen
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Hallo Manfred,
... dieser Thread dürfte Dich evtl. auch interessieren.. ;)
Gruß Peter
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Hallo Jürgen :)
Deine Ausrüstung wär genau das was ich noch brauchen könnte um auch mal was Grösseres zu schleifen.Find ich toll das du dein Schleifwissen zur Verfügung stellst.Da haben Anfänger eine gute Einstiegsmöglichkeit.
Ich mach das ganze eine Stufe kleiner,eben Edelsteine für die Schmuckherstellung.Am Anfang hab ich mir schon mal ne grosse Bandsäge gekauft und dann festgestellt das die Dimension für Edelsteine zu gross ist.Heute wird Holz damit gesägt.Weil das Hobby Steine zu schleifen langsam an Beliebtheit zunimmt,kann ich mir gut vorstellen das diese Art Beitrag viele interessieren könnte.
Liebe Grüsse..Manfred :)
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Hallo Manfred,
ja dafür war der Beitrag auch gedacht, das ich Schleifinteressierte ein paar Anregungen holen können. Wenn das Maschinchen mal defekt ist werde ich mir eine neue bauen mit der man auch Steine facettieren kann. Sollte es mal soweit sein würde ich Dich gern mal um Rat und einpaar Tips befragen. Ich hatte mit Edelsteinschleiferei auch schon mal angefangen, war mir aber dann zu aufwendig.
Gruß Jürgen
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Hallo, Jürgen,
wir sind auf diese Seite gestossen, weil wir Infos zum Steinschleifen brauchten. Wir sammeln schon seit Jahren alle möglichen Steine die uns gefallen. Wird manchmal reichlich schwer. Wir sind jetzt dabei, aus allen möglichen Steinen auch Schmuck herzustellen. Deine Idee mit der Schleifmaschine war genial. Das war glaube ich, ein Tipp der uns super weiter bringt. Für Fossilienjäger: In den Niederlanden gibts verschiedene Küstenabschnitte, an denen man fossile Haifischzähne und Schiefergestein mit Fossilien und Mineraleinschlüssen am Strand findet ( Breskens, Nähe Cadzand-Bad ). Noch eine Frage Jürgen, wo hast Du die Schleifscheibe herbekommen. Bedanke mich schon jetzt für Deine Info und wünsche Dir noch viele interessante Steinfunde!!!
Bis dann, Gabi u. Peter
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Hallo Gabi und Peter,
schön das Ihr durch meinen kleinen Artikel Interesse am Steine bearbeiten gefunden habt, aber dafür ist unser Forum ja da um Interesse an unserem schönen Hobby zu wecken.
Die Scheibe habe ich mir damals vor ca. 25 Jahren in einem Betrieb von einem Werkzeugmacher drehen lassen. Sie besteht aus Stahlguss und wurde plan geschliffen. Solche Scheiben gibt es mittler weile auch zu kaufen, sind aber sehr teuer. Am besten ihr geht zu einem Schlosser oder Schmied und lasst euch beraten. Wenn ihr doch eine kaufen wollt, schaut in die von mir in diesem Artikel angegebenen Seiten.
Viel Spaß beim Schleifen,
Gruß Jürgen
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Hallo ihr Schleifwütigen,
ich arbeite als Profi auch mit SiC und zwar Körnungen 120, 220, 400 und 800. Bei ganz empfindlichen Sachen nehme ich auch zum Schleifen Aluminiumoxid. Anschließend Politur mit sogenannter Diamantine (kalziniertes Aluoxid), geht noch besser als normales Aluoxid auf einer Filzscheibe. Beim Polieren ist es wichtig, dass man die Scheibe vorher wässert, damit sie nicht zu trocken läuft (1/2 Stunde ist ideal).
Wenn man keine Schleifmaschine hat, tun es auch ganz einfach Glasplatten, die man sich für wenig Geld beim Glaser holen kann. Darauf achten, dass man die Scheiben gleichmäßig benutzt, sonst hat man schnell "Eier", weil in die Mitte der Scheibe eine Vertiefung reingeschliffen ist. Also immer über den Rand hinaus schleifen (Putztuch drunterlegen, saugt den Schmodder der rausläuft auf). Das Pulver muss beim Schleifen schön feucht sein. So viel Pulver nehmen, dass es eine undurchsichtige Schlämpe wird. Von Hand dauert es zwar länger, ist aber für den Anfang billiger. Ausserdem hat man als Schleifanfänger meist Probleme bei den feinen Körnungen (ab 400er) kratzerfrei zu arbeiten. Meinen Studenten empfehle ich auch, 800er auf der Glasplatte zu schleifen, weil man auf der rotierenden Scheibe nur mit Übung kratzerfrei arbeiten kann (der Schleifmittelfilm ist ja nur noch sehr dünn und reisst ohne Übung schnell ab). Wichtig ist immer das Säubern, bevor die nächstfeinere Körnung genommen wird (Ultraschallbad ist dafür optimal). Falls die Probe zu rissig ist oder zu porös ist, imprägniere ich mit Epoxidharz, das zur Betonimprägnierung genommen wird. Ein gutes Epoxilaminierharz tut es auch: auf die zu imprägnierende Seite aufstreichen und aushärten lassen (ich imprägniere im Vakuum, das ist für euch aber zu teuer). Wichtig bei Epoxidharzen: Mischungsverhältnis ganz genau einhalten, sonst wird es nicht hart + mindestens 2 Minuten gut rühren, weil sonst wird es auch nicht hart. Das ist anders als z. B bei Polyesterharz, wo der Härter nur ein Katalysator ist und auch bei schlechtem Mischen und unterschiedlicher Härtermenge das Zeug irgendwann fest ist. Epoxidharz besteht aus Harzketten und Härterketten, die zusammen das Polymer bilden: Also braucht grob gesagt jedes Harzmolekül ein Härtermolekül zum festwerden. Bleibt was übrig, wird es nicht fest. Hat man schlecht gerührt, sitzen die Harzmoleküle in einer Ecke, die Härtermoleküle in der anderen und nur da, wo direkter Kontakt besteht wird es fest. Ist das Epoxidharz dann fest, ist das Schleifen etwas langwieriger, weil das Epoxidharz eine gewisse Schleifzähigkeit hat.
Ich hoffe, das hilft euch weiter.
Gruß
profipräp
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Also ich will auch so langsam loslegen.
Eine Steinsäge und eine Flachschleifmaschine will ich mir selbsbauen. Motoren, Keilriemenscheiben und Wellen hab ich genug, das Einzige was noch fehlt sind Sägeblätter und eine Läppscheibe.
An die Sägeblätter ranzukommen ist kein Problem, aber Läppscheiben sind exorbitant teuer. Ich war schon bei einem Metallhändler und wollte eine Stahlscheibe (d 30 cm, Stärke 2 cm) kaufen, aber der wollte tatsächlich 90 Euro dafür haben. Jetzt suche ich einen Schrotthändler bei dem man eventuell ein passendes Stück findet.
Ich hoffe, dass ich bald mit der Arbeit anfangen kann, ich habe schon ettliche Kilo Rohmaterial das geschliffen werden will.