Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing => Thema gestartet von: geomueller am 03 May 04, 17:41

Titel: Gesteinsspalter
Beitrag von: geomueller am 03 May 04, 17:41
Hallo Leute,
ich habe vor mir einen Gesteinsspalter zum Formatieren zuzulegen oder selbst zu bauen. Ich habe gehört, dass es bei den Teilen die es zu kaufen gibt sehr große Qualitätsunterschiede geben soll bzw. manche Geräte in der Handhabung sehr umständlich sein sollen. Was habt Ihr so für Erfahrungen gemacht? Was für Gesteinsspalter habt Ihr in Gebrauch? Kann jemand Tipps zum Bau solcher Geräte geben? Ich habe z. B. an den Umbau eines hydraulischen Wagenhebers gedacht!

Bin auf Eure Meinungen gespannt.

Gruß Jürgen
Titel: Re:Gesteinsspalter
Beitrag von: uwe am 03 May 04, 18:53
Gesteinsspalter sind realtiv teuer. Aus diesem Grund empfehle ich Eigenbau. Den abgebildeten Spalter hat mir mein Sohn zusammengeschweißt. Die obere Brücke ist fest, die untere wird mit einem hydraulischen Wagenheber nach oben gehoben. Der Aufbau ist so einfach wie er aussieht.

Die beiden Keile müssen allerdings exakt gegenüber stehen. Das ist die einzige Schwierigkeit.

Glück Auf
Uwe  

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re:Gesteinsspalter
Beitrag von: geomueller am 03 May 04, 20:08
Hallo Uwe,
sieht ja gut und relativ einfach zu bauen aus das Teil. Mit welcher Kraft drückt der Wagenheber? Was für Material hast Du für die Schneiden verwendet und was für Erfahrungen hast Du bisher gemacht?

Der neugierige Jürgen
Titel: Re:Gesteinsspalter
Beitrag von: uwe am 04 May 04, 20:32
Hallo Jürgen,
Deine Fragen sind nicht so leicht zu beantworten. Den Wagenheber habe ich von einen Bekannten gebraucht erhalten. Ich schätze er erreicht etwa 1 Tonne.

Die Keile sind aus einem harten Werkzeugstahl.

So eine Presse eignet sich nicht so gut zum Formatieren größerer Stufen. Das mache ich in der Hand mit einem kleinen Hammer und ziehenden Schlag. Ich benutze das Gerät zum Spalten von größeren Brocken, in dem ich kleine Drusen und Einschlüsse vermute - z. B. Hopffeldbodenmaterial. Bei zu hartem und zähen Material reicht die Kraft für größere Brocken nicht aus. Da hilft dann nur ein Vorschlaghammer und Glück.

Gruß
Uwe
Titel: Re:Gesteinsspalter
Beitrag von: Saccharomyces am 05 May 04, 16:04
Also mein Vater hat ne Kreissäge mit integriertem hydraulischen Holzspalter. Funzt nach dem selben Prinzip. Aber ich denke wenn ich mit dem Dingen Steine spalte macht er mich nen Kopf kürzer. Das Ding hat zwar 20t Druckkraft aber ich glaube für die Keile wäre das nicht so gesund  ;D
Titel: Re:Gesteinsspalter
Beitrag von: Frank de Wit am 08 May 04, 22:00
sehe: http://www.strahlen.org/overig/krakers.htm (http://www.strahlen.org/overig/krakers.htm)
Titel: Re:Gesteinsspalter
Beitrag von: geomueller am 09 May 04, 11:33
Hallo Frank,
Danke für diese Bilder, tolle Anregung für einen Eigenbau. An die Möglichkeit mit dem Schraubstock bin ich noch gar nicht gekommen, ist auch eine Möglichkeit.

Jürgen
Titel: Re: Gesteinsspalter
Beitrag von: Findus am 29 Jun 04, 12:01
Hallo Geomüller,
ich habe mir vor ca. 6 Jahren einen Hydr. Gesteinsspalter gebaut.
Die Gesamtkosten beliefen sich damals (incl. Rechnungen einer Werkzeugmacherei) auf ca. 600,-DM.
Davon entfielen 220,-DM für den 20 to Hydr. Heber, ca. 180,-DM für das Material und der Rest war für das Bohren von vier Löchern in die untere und obere Schiene.
Der Spalter ist unverwüstlich, hat aber den Nachteil, dass er etwa 70 Kg. wiegt, und somit am besten nur einmal bewegt werden sollte, nämlich zum Aufstellen.
Er ist gefertigt aus 100 x100 mm St 54, je 320 mm breit (als obere und untere Schiene)
Als Säulen habe ich blankgezogenen Stahl der Güte ST 54 mit einem Durchmesser von 50 mm. Diese sind 670 mm lang.
Der untere Meissel (mit Schraube geklemmt) wird geführt über ein dickes Al Profil, das mit 2 Rohren 100 mm lang, verschweist ist, welche über die Säulen gleiten. Aussen an den Rohren sind Haken, an denen Zugfedern sind, welche den Hydraulik - Heber wieder zurückziehen.
Was ich als sehr wichtig für die Lebensdauer des Hydraulik - Hebers halte,
und auch von Fa. Zuber nicht gemacht wird (Steinpresse MP 5), ist eine
entsprechend grosse Abdeckung unter dem unteren Spaltmeissel, damit
der Hydraulikzylinder und die Abdichtung keinen Steinstaub und Splitter abbekommen, was auf Dauer wie Schmirgelpapier wirkt und den Heber beschädigt. Bei einem Bekannten habe ich dies schon an der MP 5 repariert, hier ist unter der Dichtung eine schmierige Staubschicht gewesen, die den Zylinder nicht mehr zurückfahren liess. Das Ganze
war dann rasch behoben, mit einem Edelstahlblech 70x70x1 mm, welches in der Mitte eine Bohrung für den Meissel (ich glaube, es war 14,5mm) hatte. Dieses Blech legte ich unter den unteren Meissel.
Ob Du nun eine Spindel zum raschen auf - und absenken des oberen Meisels wie an der MP 5 benutzt, sei Dir überlassen, bedenke aber, dass auf diese Spindel enorme, nicht vorhersehbare seitliche Kräfte wirken, - je nach dem, wie gross Du den Hydr. Heber wählst, wie gross der Durchlass für die zu knackenden Steine ist, und letztendlich sind diese Brocken dann auch nicht so, dass die Druckkraft absolut senkrecht nach oben geleitet wird, deshalb drehen sich die Steine manchmal schon unter dem Meissel. Dies hat zur Folge, dass die Mutter und Spindel irgendwann so
ausgeleiert sind, dass der Spalter für präzises Spalten unbrauchbar wird
und Du Gefahr läufst, dass ein Stein unkontrolliert seitlich wegfliegt, oder dass die Spindel bricht oder sich verbiegt.
Aus diesem Grund habe ich den oberen Meissel direkt an der oberen Schiene befestigt (auch mit Schraube geklemmt), -hat zwar den Nachteil, dass man viel pumpen muss, bis der Stein vom Meissel erfasst wird, aber das habe ich kompensiert, in dem ich unterschiedlich lange obere Meissel habe, die ich auswechseln kann.
Zu den Meisseln; Sie sind gefertigt aus gehärtetem RUS Stahl (Werkzeugstahl), so hat man ihn mir bezeichnet, 40 mm Durchmesser, mit einer 90° Schneide (gefräst). Die Meissel haben in der Mitte eine Bohrung 15 mm H7 für einen Silberstahldorn  (gehärtet). Zusätzlich kann man diesen Dorn mit einer Schraube (im Meissel) festklemmen. So kann man leicht die Meissel positionieren und wechseln, - wenn sie mal abgenutzt sind, was bei diesem Stahl offensichtlich sehr lange dauert.
Den selben Stahl benutze ich auch an der kleinen selbstgebauten
Kniehebel-Knacke, dort habe ich nach vielen tausenden Steinen zum ersten mal die Schneide der Meissel nachgeschliffen.

Die beiden Säulen sind an der oberen und unteren Schiene mit je 4 Dornen pro Seite, aus Silberstahl 15 mm Durchmesser verstiftet, Bohrung 15 H7.
Auch diese Dorne sind gehärtet um die Zugfestigkeit zu erhöhen.

Die Steinpresse hat einen Durchlass (lichte Weite zw. den Säulen)
von 205 mm, der max. Abstand zw. den Meisseln ist ca. 180 mm.
Dies reicht mir völlig aus, denn grössere Brocken sollte man vorher,
auch wegen der Handhabung, besser mit der Trennscheibe o. ä.
"vor-formatieren"

Ich hoffe, dir hiermit einige Tipps geben zu können, die Dir das Steineknacken etwas erleichtern.

Grüsse,
Findus ;)
 
Titel: Re: Gesteinsspalter
Beitrag von: Stefan am 29 Jun 04, 14:27
Hallo Zusammen (und auch einzeln  ;) )

würde mich freuen, wenn Ihr die Muße findet Eure Tipps im Lexikon zu verewigen.
Ich denke dort sind die Tipps langfristig am Besten aufgehoben.

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Equipment

Hilfestellung gebe ich natürlich gerne!
Auch überarbeite ich die Beiträge für Euch falls ihr noch nicht so fitt im Lexikon mit der Formatierung seid.

Neue Seite könnt Ihr erzeugen wenn Ihr wie folgt vorgeht:

1. unten Links auf "Bearbeiten gehen"
2. in der passenden Rubrik einen Eintrag machen z.B.
 unter Präparation
*[Steinspalter Eigenbau von John Doe|Steinspalter John Doe]
 Es wird damit eine neue Seite erzeugt die "Steinspalter John Doe" heißt.
3. Speichern der Seite
Es erscheint nun der Eintrag unter Präparation mit einem ? dahinter

4. auf den Link klicken und auf der neuen Seite Euren Beitrag einfügen.
5. Unten auf Speichern klicken und fertig oder erneut bearbeiten falls es euch nicht gefällt....

6. Falls alles nicht klappt laut um Hilfe schreien  ;)

Gruß Stefan
Titel: Re: Gesteinsspalter
Beitrag von: geomueller am 29 Jun 04, 20:45
Hallo Findus,
Du bist ja ein richtiger Erfindus ;D.
Vielen Dank für die detailreiche Schilderung Deines gebauten Spalters. Sicher werde ich einiges davon beherzigen wenn ich mir einen baue, wird wohl erst im Winter werden. Schön wäre wenn Du mal noch ein Bild einstellen könntest, damit man sich einen noch genaueren Eindruck verschaffen kann ;)

Jürgen