Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Stefan am 09 Mar 06, 07:54
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Habe hier Uranmineralien die der Bestimmung bedürfen ...
Hier Pechblende mit 2 gelben Mineralien eines der gelben Minerale ist auch teilweise rötlich
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hier grüne und gelbe Pusteln auf Uraninit mit etwas Stinkspat
UV aktivitär und kurzwelligem UV vorhanden ... langwellig nicht nachgesehen
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hier ziemlich sicher Uraninit mit dem gelben Mineral drüber ....
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Hallo Stefan,
ja, das dürfte Pechblende sein.
Im ersten Bild hätte ich -wegen der gut sichtbaren Schrumpfungsrisse- an ein Verwitterungsprodukt (Kaolinit-Nontronit) gedacht, möglicherweise auch in Mischung mit sek. Uranmineralien. Bei dem rötlichen Mineral wird man ohne Analyse kaum was sagen können.
Der weiß-gelbliche Überzug auf dem zweiten Bild stellt mich vor Probleme - hätte ich ebenfalls als Nontornit gesehen aber wenn der fluoresziert ???
Auf dem dritten Bild dürfte der gelbe Überzug auf Pechblende wohl Uranopilit sein.
Gruß
Berthold
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Die Schrumpfungsrisse sind gut zu erkennen.
Bild 1) Verwitterungsprodukt - mmm - für mich sieht es so aus, dass irgend ein Mineral glasklar - gelb - als Überzug auf Uraninit durch vermutlich Wasserverlust Risse gebildet hat. Aussehen tut das gelbe "Zeug" wie ein Lutschbonbon. Was sicher nicht zu empfehlen ist :-X
Ich denke dass auch dieser Überzug leicht UV aktiv ist. Sobald ich meine UV-LEDs wieder gefunden habe, werde ich das auch noch mal unter langwelligem UV Licht prüfen. Leider hab ich keine Ahnung in welcher Umzugskiste die wieder stecken ::)
Bild 2) zeigt auf jeden Fall UV Aktivität unter kurzwelligem UV Licht.
Bild 3) ist im Prinzip Bild 1
Gruß Stefan
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So ich habe endlich nach 2 Stunden suche meine Langwelligen UV LED's gefunden.
Unter langwelligem UV Licht ist keine Fluoreszenz festzustellen. Unter kurzwelligem UV Licht ist eine schwache Fluoreszenz ins gelbliche festzustellen. Aber bei weitem nicht so stark Leuchtend wie bei Autunit unter langwelligem UV Licht.
Gruß Stefan
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Die gelben Krusten über dem Uraninit sind nicht Fluoreszierend. Es könnten also Uranophan sein. Dumontit, Parsonsit kämen auch noch in Frage.
Die kurzwellig fluoreszierenden Flächen könnten evtl. Johannit oder Schoepit sein.
Irgendwelche Ideen dazu?
Gruß Stefan
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Hallo Stefan,
bei den Krusten glaube ich nach wie vor nicht an ein (reines) sek. Uranmineral. Dieses weiße-gelbe-grüne Mineral ist häufig. Immer wachsweich, und zeigt -wenn trocken- die typischen Schrumpfungsrisse. Fluoresziert nicht. Glanz von seidig bis speckig.
Es könnten also Uranophan sein. Dumontit, Parsonsit kämen auch noch in Frage.
nein, das glaube ich nicht.
Die kurzwellig fluoreszierenden Flächen könnten evtl. Johannit oder Schoepit sein.
Johannit ganz sicher nicht, Schoepit möglicherweise (oder dabei)
Solange man keine Kristalle hat wird ohne Analyse kaum etwas Sicheres zu sagen sein, ich hab gerade in letzter Zeit da so meine Erfahrungen gemacht...
Übrigens, von ähnlichen Uranmineralien habe ich noch mehrere Kisten im Keller stehen, da bin ich ganz sicher, dass noch das eine oder andere Mineral als Erstbestimmung für Wölsendorf dabei ist. Es gehört halt schon viel Enthusiasmus (und Geld / Zeit) dazu gelbe pulverige Beläge zu analysieren, von den damit verbundenen Problemen (gerade bei Uranmineralien) mal ganz zu schweigen.
Gruß
Berthold
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Ja Berthold das glaube ich auch, das mit den Problemen und Geld :P
Das 1 und 3 Bild zeigt aber nur eine ganz glasklare gelbe Mineralschicht mit diesen Rissen. Wachsweich sieht sie nicht aus. Hat von der Optik bis auf fehlende Kristallflächen hohe Ähnlichkeit mit Uranophan.
Bild 2 Zeigt keinerlei Schrumpfungsrisse wirkt dafür eher weich und fluoresziert.
Ich habe hier noch ein paar Bilder was alles auf der stufe mit drauf ist ...
Hier ein metallisch glänzendes Material mit leicht bleifarbenen Anklang
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Hier Kugelige Aggregate wirken wie Uraninit aber ingefasst in ein metallisch glänzendes Mineral, wirkt wie Silber
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und hier nochmal so Kreise mit dem silbrigen Mineral drum herum. Die Mineralien innerhalb sind scheinbar dunkelrot schwarz
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und hier noch ein paar Kristalle in einer winzigen Druse. Die Kristallgröße liegt irgendwo im nicht sichtbaren Bereich. Die Aufnahme ist bei 100+ facher optischer Vergrößerung gemacht diesmal ohne Mehrebenenfotografie.
Gruß Stefan
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Ich konnte ein kleines Stück des klaren gelben Minerals isolieren und habe keine Radioaktivität mehr festgestellt.
Dann dürftest Du mit Nontronit richtig liegen.
Gruß Stefan
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Hallo Stefan,
und hier nochmal so Kreise mit dem silbrigen Mineral drum herum. Die Mineralien innerhalb sind scheinbar dunkelrot schwarz
in der Pechblende-Paragenese tritt gerne metallisch schwarzer Hämatit mit auf.
Die rotbraunen Kristalle kann ich nicht bestimmen. Da muss man wirklich an alles denken (selbst Baryt) denn in der Uran-Paragenese kommen nicht nur Uranmineralien vor. Gerade die selteneren Uranmineralien von Wölsendorf sind nur in Ausnahmefällen optisch sicher zu bestimmen. Vielfach neigt man dazu, der Mineralfarbe einen zu hohen Stellenwert beizumessen. Wenn Du z.B. mal auf http://www.uraniumminerals.com/UTh/Kasolite.htm (http://www.uraniumminerals.com/UTh/Kasolite.htm) die Kasolit-Bilder ansiehst kannst Du Dir vorstellen, wes ich meine. Ohne EDX (oder andere Verfahren) ist das Lotto - und selbst nach EDX muss nicht alles klar sein.
Gruß
Berthold
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Hi,
wie ich sehe habt ihr mit dem Stück viel Spass!!! Das krachend gelbe mit Rissen strahlt wirklich nicht??? kann man ja fast nicht glauben bei der Farbe....
@ Berthold kannst du mir vielleicht sagen wie der Johannit von Wölsendorf aussieht? habe da grünliche kleine verm. taflige Kristalle auch in der nähe von Pechblende.
Ich bekomm nächste Woche mal ein paar Analysen von Mineralien von dort - bin wirklich sehr gespannt was da alles dabei rauskommt.
Hoffe das ich heute abend mal dazukomme ein paar Fotos von meinen Funden aus Wölsendorf zu machen - habe da so viele Fragezeichenstücke *grins*
Glück AUf
Florian
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Hallo Florian,
der Johannit von Wölsendorf bildet dunkelgrüne bis schwarzgrüne (!), linealartig gestreckte Kristalle. Typisches Erkennungsmerkmal sind die gerundeten ("geflossenen") Kanten und Ecken. Verwechslungsmöglichkeit eigentlich nur mit Torbernit jedoch ist die Kristallform gänzlich anders.
Nur vom Johannesschacht bekannt und eigentlich immer im Paragenese mit Uranophan. Mit einem Foto kann ich leider nicht dienen, aber mit einem Hinweis auf ein gutes und typisches Foto: Lapis 7/8 1979, da ist auf Seite 23 ein Wölsendorfer Johannit abgebildet.
Ich bekomm nächste Woche mal ein paar Analysen von Mineralien von dort - bin wirklich sehr gespannt was da alles dabei rauskommt.
Lass es uns wissen!
Gruß
Berthold
PS: Das Lapis-Foto könnte ich Dir bei Bedarf per mail schicken.
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Ja bin auch schon gespannt was dabei raus kommt ;D
Das Gelbe mit den Rissen strahlt wirklich nicht. Ich habe ein mehrere mm großes stück schon fast in den Geigerzähler rein geschoben ;) und es tut sich nichts. Bei der Farbe hätte ich auch auf Uran getippt. Keine Strahlung, kein UV.
Gruß Stefan