Mineralienatlas - Fossilienatlas

Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Zeugen des Bergbaus / evidence of mining => Thema gestartet von: Ingo Löffler am 15 Mar 06, 12:12

Titel: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: Ingo Löffler am 15 Mar 06, 12:12
Hallo Jungs,
mir fällt hierzu keine genaue Beschreibung ein.Es ist eine jahreszahl über einen Stollen eventuell zur Wasserführung in der Grube Christiane.Möchte nichts falsches schreiben im Lexikon,deshalb ist mal euer Wissen gefragt

Gruß Calciteminer
Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: giantcrystal am 15 Mar 06, 12:33
Ja, offensichtlich die Jahreszahl 1835 und die Initialien CM (A?). Damit ist entweder das Anschlagen des Stollens oder dessen Inbetriebnahme gemeint.

Das CM bezieht sich wohl entweder auf den Besitzer der Grube, den Auftraggeber des Stollens oder auch den Berggeschworenen, d.h. die Kontrollperson des zuständigen Bergamtes

Vermutlich handelt es sich um die Grube Christiane in Adorf ?

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: der Sauerländer am 15 Mar 06, 12:48
Hi Ingo

In diesem Fall ist es wohl tatsächlich "nur" eine Jahreszahl.
Und aus dem Bild im Lex geht ziemlich eindeutig hervor, dass es ein Wasser-führender Stollen ist.

Lachtersteine sehen anders aus.

Sehr schön, das Teil.
Ob MC ein namenskürzel ist oder eine weitere Jahreszahl werden sollte oder war, sieht man leider nicht.
Das müsste aus den Betriebsbüchern hervorgehen, sofern vorhanden.

Hast Du eigentlich mal bei den Familien in Adorf nachgeforscht, ob sich Sammlungen erhalten haben?
Der HOLZAPFEL nennt in seinem Buch einige Bergleute/Sammler mit Namen. Da könnte man doch mal den Hebel ansetzen. Da jeder Bergmann Buch führen musste, müssten auch noch Aufschreibungen vorhanden sein.
Fragen kostet nix.

Da haste ne wirklich tolle Seite ins Lexikon gestellt. Meine Hochachtung!!

Gruß
Wilhelm
Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: Ingo Löffler am 15 Mar 06, 13:15
Dank an euch erst einmal für die Antworten.Ich sreibe dann erst einmal Lachterstein hin,wenn es trotzdem noch nicht ganz richtig ist,bitte ich euch es dann besser selber im lexikon zu ändern.

@Wilhelm
ich stehe mit meiner Nachforscherei erst noch etwas am Anfang.Das hauptproblem ist doch,das die halt nicht so auf die Mineralien geachtet haben,so die Aussage vom Bernd.Es ist schon gut möglich das auf den Dachböden einiges schlummert,aber dazu muß ich mir noch mehr Aktivitäten dort entwickel.Vertauen aufbauen,Landschaftspflege betreiben das braucht seine Zeit.Die alten Herren würden noch vieles dort machen (Grube erweitern)aber sie können es nicht mehr und die jungen haben kein Interesse,sie tuhen mir irgendwo Leid.
Wilhelm hast du irgendwelches Fachwissen zur Gipsgrube auf dem Pöhlen in Adorf.Wenn ja könnte man da eine Gemeinschaftsproduktion daraus machen.Der Bernd hat mir nähmlich seinen Schuhkarton mit vielen Bildern ausgeliehen ua. alte Aufnahmen von der Gipsgrube.

Und wenn jemand noch schöne Fotos von Mineralien aber auch Fossilien von der Grube Christiane in Adorf hat,bitte mit einpflegen.

Gruß Calciteminer
Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: giantcrystal am 15 Mar 06, 14:26
@Calciteminer :

also ein Lachterstein ist es auf gar keinen Fall !  Lachtersteine gibt es in dem Sinne auch gar nicht. Was es gibt, sind entweder Angaben von Lachtern, die sind dann aber fast immer in Form von senkrechten Strichen etc - nicht aber als Zahlen - in den Stollenwänden zu finden.

Zum anderen gibt es Vermessungssteine über Tage, die das Grubenfeld begrenzen = Lochsteine. Auf denen steht dann häufig ein etwas längerer Text, zumindestens aber einige Buchstaben als Kürzel für den Grubennamen und die Bergbeamten. Lachterangaben stehen nur selten drauf. Klassische Beispiele für Lochsteine finden sich z.B. in Oberschulenberg / Harz

Glück Auf

Thomas

Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: Ingo Löffler am 15 Mar 06, 14:37
Hallo Thomas,
da ich es nicht genau wuste habe ich die Frage an euch weitergegeben.Der jenige der es genau weis,möchte es doch bitte im lexikon berichtigen.Ich habe damit kein Problem,denn schließlich kann und will ich auch nicht alles wissen oder besserwissen.Bin halt auch nur ein Mensch und Vater,der sich jetzt um seine Kinder kümmern muß.
Ändere es also bitte selber!

Danke Calciteminer
Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: der Sauerländer am 15 Mar 06, 21:11
Hallo Ingo

Mensch....alle Achtung! Die Seite wird immer besser. Vorbildlich und eine Zierde des Atlas.
Jedes weiter Projekt wird sich an deiner Arbeit messen lassen müssen.

Zur Gipsgrube werde ich mal meine Unterlagen durch wühlen. Aber da fürchte ich Schlimmes. Mein Vater hat vor einigen Jahren mehrere Kartons "Altpapier" entsorgt. Das waren meine in vielen Jahren gesammelten Werke zu Bergbau und Geologie.
Da waren Sachen bei, nach denen sich jeder Museumsleiter die Füße wundlaufen würde. Weg :'(

Ich hatte eigentlich vor, den Bericht über Obergembeck weiter zu führen. Die Unterlagen habe ich noch. Ramsbeck wartet auch noch. Und Iserlohn peile ich an.
Ach ja...Iserlohn. Da habe ich in den nächsten Tagen was vor. Wenn das klappt, stelle ichs hier rein. Dann bekommen einige Leute nen Schluckauf ::)

@giant
Lachtersteine gibt es nicht? hhmmmhhhh....dazu werde ich noch mal ein Ohr an die Wand legen.
Pauschal kann man zu den Lachterangaben in Gruben garnix sagen.
In der Casparizeche in Uentrop wurde die Lachterangaben in Hartholz geschnitzt. Ca 5x5 cm Vierkant, etwa 15 cm lang. Ab der halben Länge angespitzt dann zwischen die Bergemauer getrieben oder in die Stollenwand.

Da gab es noch keine DIN/ISO 9001 und folgende ;) :D

Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: Ingo Löffler am 15 Mar 06, 21:59
@ Wilhelm
na zusammen bekommen wir das mit der Gipsgrube schon hin,Jeder nen bissi,dann paßt das schon.Auserdem quetsche ich noch so die eine oder andere info aus den alten herren heraus,den schließlich haben die ja auch noch dort gearbeitet.Und Mineralienbilder sind dazu von nöten,da habe ich nicht viel Bildmaterial.
Zu Gembeck,warte mal damit.Ein Bekannter von mir hat über den Coelestin von Gembeck seine Diplomarbeit geschrieben.Der gute heißt Christoff Poser und ist jetzt an der Uni in Mainz.Er hat mir mal eine Kopie versprochen.Es betrifft da nähmlich im grunde 3 Fundpunkte,das was du kennst dann eins bei Arolsen und eins bei Helmscheid.

@alle
Und was nun den Jahresstein betrifft,kann ich schlecht 20 Sätze unter das Bild schreiben,es sollte dann schon genauer sein.Oder wie sagte mal ein alter Lehrer den ich kenne,komm zur Sache Schätzchen.

Nun den gute Nacht an alle
Calciteminer
Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: der Sauerländer am 16 Mar 06, 12:03
Hi giant

Also....es gibt Lachtersteine! Und nicht nur das...es gibt sogar Literatur über Lachtersteine :D

Wobei, wie schon oben erwähnt, die Lachterangaben nicht einheitlich waren (DIN/ISO 9001  ;D)

Lachtersteine wurden seitlich in die Stollenwand eingearbeitet. Mit einem Strich, einer Jahreszahl und einer Lachterangabe in preussischen Lachtern.
Die Anbringung war unterschiedlich. Mal jedes Jahr. Mal nur alle 5 Jahre.
In Siegen-Müsen gibt es zBsp einen Stollen mit genau diesen Lachtersteinen.

Sobald ich Kopien der Literatur habe, erzähle ich dir gerne noch mehr.

Wilhelm
Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: giantcrystal am 16 Mar 06, 12:29

Lachtersteine gibt es in dem Sinne auch gar nicht. Was es gibt, sind entweder Angaben von Lachtern, die sind dann aber fast immer in Form von senkrechten Strichen etc - nicht aber als Zahlen - in den Stollenwänden zu finden.



Hallo Wilhelm :

Ich lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren, aber ich habe in über 20 Jahren Beschäftigung mit Altbergbau und Befahrung von ca. 2000 Stollen keinen gesehen. Allerdings habe ich mich dabei nur selten im Siegerland umgesehen.

Wie gesagt : natürlich gibt es direkt in die Stollenwände eingeschlägelte Lachterzeichen, die häufig etwa so aussehen : IIIIIL oder auch XIIL oder ähnlich, womit der Vortrieb während eines (Jahres)Quartals oder auch eines ganzen Jahres in Lachtern angegeben wird. Mitunter gibt es auch - häufig schlecht erhaltene - Holzbrettchen mit Lachterangaben.

Aber anderes kenne ich persönlich nicht. Es erscheint mir auch ein wenig kurios, eine Lücke in einem Stollen passgenau auszumeissseln, um dann dort einen ortsfremden (Lachter)stein einzusetzen. Auch die Bergleute damals waren nicht fleissiger als unbedingt nötig.

Wäre wohl mal eine Frage fürs GAG - Forum : www.untertage.com

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Jahreszahl Altbergbau
Beitrag von: stollentroll am 08 May 06, 13:17
Bei der in dem Bild dargestellten Zahl handelt es sich um eine Jahreszahl, nicht um eine Lachterangabe. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um das Jahr, in dem die Mauerung fertig gestellt wurde. Das kann mit dem Auffahren von dem Stollen identisch sein, ist es aber oft oder meistens nicht. Genaueres kann man nur von dem Foto ohne die Situation zu kennen, nicht sagen.
Vergleichbare Tafeln sind z.B. hier zu sehen:
http://tw.strahlen.org/tafeln/410jahreszahlen.html (http://tw.strahlen.org/tafeln/410jahreszahlen.html)

Die Bezeichnung "Lachtersteine" gibt es nicht oder sie ist ungebräuchlich oder mag vielleicht eine lokale Bezeichnung sein. Die korrekte Bezeichnung ist "Lachtertafel", wobei als "Tafel" im Bergbau sowohl eingeschlagene Inschriften, Zahlen usw. als auch eingesetzte Steine oder Holztafeln verstanden werden.
Lachtertafeln enthalten eine Entfernungsangabe in Lachtern. Lachtertafeln können regelmäßig (z.B. im Jahresrhythmus) oder an bestimmten Orten (z.B. ein Schacht) oder aus einem bestimmten Anlass (z.B. Neuaufnahme eines Stollens) geschlagen bzw. eingesetzt worden sein. Die Ausführung ist sehr unterschiedlich sowohl von Region zu Region als auch im zeitlichen Verlauf. Es kann ein senkrechter Strich oder eine andere Markierung vorhanden sein, die den genauen Punkt angibt, von dem gemessen wurde. Immer vorhanden ist eine Zahl als Entfernungsangabe zu einem Punkt (Mundloch, letzte Tafel, Schacht usw.), sonst wäre es keine Lachtertafel. Oft findet sich das Kürzel L oder La für Lachter. Oft sind auch Jahreszahlen vorhanden.
Lachtertafeln mit römischen Zahlen sind mir bisher nicht bekannt (die oft als "Lachtertafeln" bezeichneten Tafeln aus dem Harz mit römischen Zahlen sind keine).

Lachtertafeln gibt es z.B. hier:
http://tw.strahlen.org/tafeln/260lachtertafeln.html (http://tw.strahlen.org/tafeln/260lachtertafeln.html)

Glück Auf
der Stollentroll