Mineralienatlas - Fossilienatlas

Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Thüringen => Thema gestartet von: laran am 15 Mar 06, 23:04

Titel: und noch zwei Stücke aus Manebach
Beitrag von: laran am 15 Mar 06, 23:04
 ::)

Bild 3a: (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1560179500.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1560179500.jpg)

Bild 4a: (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1560179791.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1560179791.jpg)
Titel: Re: und noch zwei Stücke aus Manebach
Beitrag von: Der Kehdinger am 19 May 06, 21:12
Hallo,

Fossil Nr. 1 ist vielleicht eine Art der Gattungen Asterophyllites oder Annularia. Die Gattung Annularia ist eher im ausgehenden Karbon und unteren Perm beheimatet. Um es genauer zu wissen, müßtest Du jetzt Blättchen pro Quirl zählen, messen und die Blättchen genauer beschreiben.

Fossil Nr. 2 ist wahrscheinlich Calamostachys. Also ein Fruchtstand eines Calamiten. Denke ich.... mal....

Gruß

Thomas
Titel: Re: und noch zwei Stücke aus Manebach
Beitrag von: Fliegenklatsche am 19 Jan 19, 00:44
Hallo!

..siehe auch meine Antwort zum ersten Manebach-Post.

Das Foto 3a zeigt einen sterilen Laubzweig von Asterophyllites equisetiformis Schlotheim 1820. Links ragt noch die Spitze einer, zur gleichen Pflanzenart gehörenden, Sporophyll-Ähre auf's Handstück. Ganz oben könnte noch ein (ebenfalls dazugehörender) "Ast" (Achse vorletzter Ordnung) liegen - das ist aber orange überstrahlt nicht ganz sicher auf dem Foto erkennbar. (Die Achse mit der typischen Astbelaubung in Foto 2b ist dafür aber schön und eindeutig!)

Das Foto 4a zeigt eine zu A. equisetiformis zugehörige große Sporophyllähre (Palaeostachya thuringiaca) im "reifen" geöffneten Zustand. In diesem Reifegrad sind sie absolut unverwechselbar! Nur unreife, noch geschlossene Ähren kann man u.U. mit Calamostachys tuberculata - der zu Annularia spinulosa = A. stellata (nom. illegit) gehörenden Fruktifikationen verwechseln.

Im Gegensatz zu den schon 1709 als "ganz unbekandte Frucht" von G.F.Mylius in der "Saxoniae subterraneae" von Manebach abgebildeten, und 1825 von Kaspar von Sternberg benannten tuberculata-Ähren, sind die thuringiaca-Ähren erst sehr spät, nämlich durch Weiss (1876) erkannt und benannt worden.

VG
Stephan