Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Nordrhein-Westfalen => Thema gestartet von: Uncites am 21 Mar 06, 15:07
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Ist jemandem bekannt, ob es irgendwo in den Braunkohlegruben ... ich weiß, nicht erwischen lassen ... derzeit Fundstellen für Pflanzenfossilien gibt ? Ich meine damit nicht die überall herumliegenden Holzstücke, sondern eher tonige Lagen mit Blättern, etc.
Sven
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Hallo uncites!
Das habe ich mich auch schon mal gefragt!
als ich vor noch nicht all zu langer Zeit an der Autobahn zwischen Neuss und Aachen in diesen riesigen Schlund der Grube geblickt habe.
Wo kann man sich denn nach einer Sammelgenehmigung erkundigen?
Hast du da schon Erfahrung?
Vor einigen Jahren war ich mal bei Hürth in einer z.T. renaturierten Grube, dort waren an manchen Stellen helle tonige Schichten aufgeschlossen.
Habe aber damals auch nur Holzstückchen und winzige Samenkörner gefunden.
Gruß, Kalle
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Hallo,
der Betreiber des Höllenschlundes ist Rheinbraun. Die haben ein Besucherzentrum in Bergheim. Aber mit dem Suchen ist vermutlich nix. Die sind da echt kleinlich.
vielleicht hilft:
http://www.wisoveg.de/rheinland/erft/erft-rb.htm (http://www.wisoveg.de/rheinland/erft/erft-rb.htm)
hth
Frank
(der am Rande des Schlundes gewohnt hat)
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Hallo Frank!
Vielleicht bekommen wir ja einige Leute aus dem Forum zusammen, die ebenfalls Lust auf Garzweiler haben.
Wenn man dann schriftlich um eine Sammelgenehmigung für eine Gruppe bittet, lassen sie sich vielleicht erweichen...
Gruß, Kalle.
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... da wäre ich dabei ...
Sven
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Ich wäre auch dabei ! Ist ja ganz bei uns in der Nähe.
Viele Grüße
Jasmin
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Hallo Jasmin,
hast Du schon in der Braunkohle gesammelt ?
Oder was ist i.a. Dein Sammelgebiet ?
Viele Grüße
Sven
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Ich setze den Beitrag noch mal nach oben :
ich suche Literatur über die Fossilien der Rheinischen Braunkohle.
Bin für jeden Literaturhinweis oder Tipp dankbar.
Sven
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Ich hab mal 3 Monate in Garzweiler gearbeitet, zwar damals nicht nach Fossis gesucht, jedoch trotzdem einiges gesehen. Erstmal kann man vor allem im Flöz Garzweiler sehr viele, teils echt gut erhaltene Pflanzenreste finden. Das Flöz wird nicht umsonst die "bessere Blumenerde" genannt. Absegen von den üblichen Baumstümpfen und Stämmen habe ich auch sowas wie Tannenzapfen und Farne erkennen können.
In den Kies und Sandschichten, die dem Fläz Garzweiler aufliegen kann man mit viel Glück verkieseltes Holz bzw. ähnliches finden. Ich habe von dort ein Aststück, dass mir einer der Baggerfahrer geschenkt hatte. Ca. 18cm lang und 5cm durchmesser. Nette Astgabel. Ums genauer bestimmen zu können müsste man es aber wohl durchsägen und dazu ist es mir zu Schade.
Es gibt dort Schichten mit feinsten, weissem echt Nordseesand, in denen man vielleicht marine Mikrofossilien finden könnte. Ob die Suche in diesen sinnvoll ist weiss ich aber nicht. Es gibt, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, hin und wieder fossile Böden zu entdecken. Könnte mir vorstellen, dass man hier vielleicht auch was findet.
Hoffe konnte helfen. :)
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Das vermutete Aststück.
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Hallo Methakos,
bei Deinem " Aststück " dürfte es sich mit sehr hoher wahrscheinlichkeit um einen Flint handeln. Diese Flinte haben die abenteuerlichsten Formen und ähneln nicht selten verkieseltem Holz. Gut erkennbar ist an den Bruchflächen die typische graue Farbe des Flint. Hölzer sind eher braun oder schwarz.
Nix für ungut.
Ralf
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Hallo zusammen,
um am einfachsten in den Abbau zu kommen sollte man dieses in der Form einer Exkursion versuchen. Wenn dort ein "Fachmann" dabei ist oder der Veranstalter eine entsprechende Institution ist, dann klappt das häufig. Das dabei auch schon mal gesucht wird, ist dann selbstverständlich. Es ist nur nicht möglich, sich beliebig über das Gelände zu verteilen.
Gruss
Spotts 8)
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hallo Methakos,
ich schließe mich an ralfs vermutungen an. ich kann keine holzähnlichen maserungen erkennen und der hohlraum lässt für mich auch nicht nach holz schließen.
vielleicht ist es doch kein aststück...
gruß
hatiras
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och...na egal. :auf jeden fall schaut es echt lustig aus. :)
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Na klar ist das egal. :D
Mein Hinweis sollte auch nicht das Stück herabwürdigen.
Solche Flinte sind sehr interessant, gerade weil sie Hölzern oder Knochen so ähnlich sehen. Ich kann sie dann auch nicht liegenlassen.
Als Fundstück sind sie mir immer willkommen und haben für mich einen ganz persönlichen Wert.
Gruß
Ralf
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Hallo zusammen.
Die Idee von Spotts finde ich sehr gut.
Vielleicht sollten wir uns mal zu einer Exkursion mit dem Hintergrund dort anmelden, das wir für unser Lexikon an einem "Projekt" arbeiten das sich mit der Braunkohle und deren Fossilien beschäftigt.
Vielleicht können wir noch hervorheben das es nicht nur Leute und Initiativen gegen den Braunkohlenabbau gibt, sondern auch Befürworter, die den wissenschaftlichen Aspekt ins Auge gefasst haben, vielleicht als eine Art Öffentlichkeitsarbeit.
Wenn wir ein paar Leute zusammen bekommen (es gab da schon Anregungen), könnte da vielleicht was gehen.
Ich wäre auf jeden Fall sehr daran interessiert.
Gruß, Kalle
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Hallo,
ich hatte mich wegen einer Zutritterlaubnis bereits vor ein paar Jahren erkundigt, da dort auch Mineralien zu finden sein sollten. Leider wurde entweder gar nicht geantwortet (auf Mails) oder ich erhielt die telefonische Auskunft, man könne an einer Bustour teilnehmen. Habe ich dann auch getan. Ein halbes Stündchen durch den Tagebau kurven und nirgendwo aussteigen dürfen, fand ich dann allerdings nicht wirklich ergiebig. Aber vielleicht hat ja jemand anderes mehr Glück.
Carsten
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An wen hast du geschrieben?
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Hallo,
ich hatte eine Mail an die Rheinbraun-Hauptverwaltung geschrieben. Die haben allerdings nicht geantwortet. Den Termin für die Bustour bekam ich dann über einen damaligen Freund, der bei Rheinbraun arbeitet. Diese Bustouren werden regelmäßig angeboten, man muss sich nur früh genug anmelden. Wenn Interesse bestehen sollte, kann ich den Kontakt gerne wieder auffrischen und einen Termin vereinbaren. Nur wie gesagt: Man darf nicht aussteigen. :(
Carsten
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Ich hab ja selber mal in Garzweiler gearbeitet und dabei gesehen, dass die Leute aus den Bussen auch ausgestiegen sind an bestimmten stellen. Z.B. den Baggern. Die hatten immer grüne Helme auf, daran konnte man die so gut erkennen. Ich werd bei ner tour nicht mitmachen, wohne derzeit einfach zu weit weg, dass es sich lohnt. aber an deiner stelle würde ich versuchen direkt bei der entsprechenden tagebauverwaltung oder führung nachzufragen. Die ist in der Erftstrasse in Grevenbroich für den TGB Garzweiler...genauer weiss ich die adresse leider nicht mehr. ist aber sicher im internet zu finden. im winter ist es aber schlecht...da ist das loch eine riesen schlammschlacht, vor allem nach regen.
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Hallo,
eine bescheidene Alternative zu dem Tagebau bietet derzeit noch die Autobahnbaustelle am Grenzübergang Aachen-Liechtenbusch (http://www.mineralienatlas.de/map.php?Koordinaten=grad%3BN%3A50%3A43%3A01%3BE%3A6%3A06%3A59%3B15). In den tonigen Schichten, welche über und unter einem ca. 10 cm mächtigen Braunkohleflöz liegen, fanden sich immer wieder Pflanzen und Zapfenabdrücke sowie komplett pyritisierte organische Substanzen.
Glück auf!
Bernd
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Ich hab ja selber mal in Garzweiler gearbeitet und dabei gesehen, dass die Leute aus den Bussen auch ausgestiegen sind an bestimmten stellen. Z.B. den Baggern. Die hatten immer grüne Helme auf, daran konnte man die so gut erkennen. Ich werd bei ner tour nicht mitmachen, wohne derzeit einfach zu weit weg, dass es sich lohnt. aber an deiner stelle würde ich versuchen direkt bei der entsprechenden tagebauverwaltung oder führung nachzufragen. Die ist in der Erftstrasse in Grevenbroich für den TGB Garzweiler...genauer weiss ich die adresse leider nicht mehr. ist aber sicher im internet zu finden. im winter ist es aber schlecht...da ist das loch eine riesen schlammschlacht, vor allem nach regen.
Hallo,
die Touren mit den Bussen und dem Aussteigen sind eher die VIP-Touren oder angemeldete Besuchergruppen mit eigenen Bussen.
Aber ein anderer Tipp:
Die Schitung fällt nach Süden ab, Garzweiler II sollte gerade angegraben werden. Wenn man die Schichtung mit dem Fernglas von der einen Seite des Tagebaus erkennen kann, weiss man, wo man suchen muss.
Werkschutz ist immer und überall!
MfG
Frank
(Der mal neben Otzenrath/Holz gewohnt hat)
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Hallo!
Habe in einem anderen Forum einige beindruckende Bilder von Garzweiler II gefunden:
http://www.baumaschinenbilder.de/forum/thread.php?threadid=3438&threadview=0&hilight=&hilightuser=0&page=1
Ganz schön heftig , was da für die Kohle fürn Aufwand betrieben wird.
Gruß
TK
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Hallo
wart ihr nun dort?
Frage: dort gäbe es Feuerstein, die einfach so in Haufen rumliegen.. habt ihr einige nach Hause mitgenommen?
Könnt ihr welche abgeben?
http://geo-lieven.com/feuersteine/feuersteine.htm
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Hallo trommeln,
im August gab es im Tagebau Garzweiler den Tag der offenen Tür (100 Jahre Garzweiler). Da war es Tausenden von Besuchern möglich, mit Hunderten von Bussen durch den Tagebau zu fahren. Eine Stunde dauerte die Tour, aber an Aussteigen war nicht zu denken. Gleichzeitig wurden auf dem Festplatz Unmengen an getrommelten Feuersteinen an die Besucher verschenkt. Einen Bericht dazu findest du übrigens hier: http://geo-lieven.com/projekte/10000_steine/10000.htm. Auf dem Bild unten siehst du die Exemplare, die wir aus Garzweiler mitgenommen haben.
Feuersteine sind hier im Aachener Raum nicht selten. Abgerollte findest du in Kiesen, in den Mergelgruben ganze Feuersteinbänder, z.B. in t'Rooth findest du große Haufen mit Feuersteinbrocken, die bei der Mergelgewinnung störten(siehe http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Niederlande/Limburg/t%27Rooth oder bei strahlen.org: http://www.strahlen.org/vp/nl/rooth/rooth.htm)
Und dort wor die Kreide z.B. auf Feldern nahe an die Oberfläche kommt, kannst du ebenfalls große Mengen finden, wohl nicht abgerollt. Z.B. in Orsbach (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Nordrhein-Westfalen/Rheinland/Aachen/Orsbach) liegen fast überall rötlich/braue/gelbe Feuersteine herum.
Schönen Gruß
Norbert
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Hallo , da ich mich schon 15 Jahre intensiv mit Braunkohlefossilien beschäftige, kenne ich die Sammelprobleme bestens.
Spezielles Sammelgebiet sind Karpofloren , also Samen von < 1mm bis inkolte Steinkerne von mehrern cm z.B. Carya, Juglans-Nüsse und die Koniferenzapfen.
Großtagebaue sind in der Regel tabu.
Bekomme gelegentlich Einladungen zu wissenschaftlich geführten Exkursionen, unterliege da aber gewissen Regeln und Pflichten.
Einfacher ist es da bei kleinen Ton- und Sandgruben z.B. in der Lausitz. Muß man halt mit dem Besitzer verhandeln.
Anbei ein Pinus ( Kiefer) - Zapfen 16cm aus dem Rheinischen Revier
Glück Auf
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Hallo
Leider ist es recht ruhig im Rheinischen Revier, deshalb hier nach 1jähriger Konservierung ein inkohlter Baumpilz.
Fo: Tgb. Hambach ( Pliozän - Rottonschichten ) Aug. 2008
Glück Auf
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Schöne erhaltung und garnicht so einfach die Dinger. :)
Wie schwer ist es denn eigentlich an die Fundstellen zu kommen? Liegen doch sicher innerhalb der Tagebaue?
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Hallo
Eigentlich geht es nur in Zusammenhang mit wissenschaftlich organisierten Exkursionen. Ich glaube illegal würde man in Hambach nicht weit kommen. Hab das jahrelang in Tgb. Klettwitz gemacht, ist aber nervenaufreibend sich ständig mit der Bergsicherheit anzulegen. Anderseits haben die "einfachen" Arbeiter stets ein Auge zugedrückt. Die schönsten Jahre waren im rechtsleeren Raum nach dem Umsturz 89, da konnte man fast vor den Bagger rumspringen, Zäune und Schilder gabs keine und kam doch mal einer, naja der sollte sich um was anderes kümmern. Aber irgentwann hat man dann doch mit Anzeigen gedroht.
Glück Auf
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Hallo
Auch die Blattfossilien konnten sich sehen lassen.
Zelkova-Blatt Tgb. Hambach 6. Sohle ; Inden Schichten 7B - Obermiozän
Gruß
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Hallo
hier mal eine Walnuß aus dem Tgb. Hambach Pliozän Rotton-Schichten
Juglans bergomensis - das große Ex mißt 70 mm!
Gruß
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Hallo Werner
Na das ist doch mal was anderes und sehr interessant obwohl es nicht mein Sammelgebiet ist.
Mein Respekt und beste Grüße
Roland