Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: wolfi am 14 Apr 06, 21:04
-
Servus alle,
ich war heute im Diabasbruch bei Berg westlich von Hof. Dabei nahm ich mir ein paar Stücke mit, um den Calcit wegzuätzen auf der Suche nach Anatas, Brookit usw.
Dabei kam dieser Kristall zum Vorschein, der begleitet ist von winzigen Titaniten und kleinen gelb-orange-braunen Anatas-Dipyramiden. Die Farbe der Anatase ist ähnlich wie die Farbe dieses Kristalls. Was ist das? Der Querschnitt ist quadratisch, die Kopfflächen entsprechen die einer Anatas-Pyramide. Kann Anatas so dermaßen langgestreckt sein? Der Kristall ist gut 1 mm lang.
Servus + Glück auf
Wolfi
-
Hallo Wolfgang,
ja, Anatas kann auch sehr langestreckte Kristalle bilden:
http://www.aircraftbolts.com/our_name.htm (http://www.aircraftbolts.com/our_name.htm) [Link tot; Stand 02-2013]
Nach den Bildern traue ich mich aber nicht zu sagen, ob das wirklich eine Anatas ist.
Gruß
Berthold
-
Hallo
Anatas glaub ich da eher nicht , so langgestreckte hab ich noch nicht gesehen.
Vielleicht Zirkon x ?
Weiß nicht ob das dort möglich ist aber von der Paragenese könnts passen.
Gruß
Loismin
-
Hallo Wolfi,
wie wäre es mit rötlichen Epidot (Allanit?). Der ist doch auch aus dem Frankenwald beschrieben.
Gruß Conny
-
Hallo Wolfi!
Ich schließe mich auch mal Conny an und sage mal Allanit, für einen Anatas ist das Ding einfach zu nadelig..
Gruß
TK
-
Nadeliger Zirkon? (Kann man Endflächen oder Querschnitt gut erkennen?)
-
Moin Wolfi,
wie ich merke, ist der Frankenwald wieder schneefrei. Uneingeschränkt ??
Welchen Bruch meinste denn? Genau Berg oder den mehr südwestlichen (Rothleiten)?
Anatas schließe ich aus.
Zirkon gab es bislang nur in Kupferberg in Paragenese mit Ilmenit in ganz besonderen Diabaszonen. Die sehen aber flach-dipyramidal aus.
Die Richtung Allanit würde ich weiterverfolgen. Meine Allanite (auch aus Kupferberg) sind zwar dunkelbraun, aber das heißt ja nix.
Ansonsten: Ab zur Uni mit dem Teil :D - Der Frankenwald ist immer für Neufunde gut :P
-
Hallo
Häng mal ne UV Lampe mit Kurzwelle drauf.
Wenns Zirkon wäre, müßte er leuchten.
Gruß
Loismin
-
Servus alle,
danke schon mal für euer reges Feedback!
Ich muss mich erst mal korrigieren: Die Kopfflächen sind nicht wie beim Anatas dreieckige Pyramiden, sondern rautenförmige, also an den Kanten der quadratischen Primenflächen beginnend. Das Stück stammt vom Bruch Berg, nicht Rothleiten. Kurzwelliges UV hab ich leider nicht.
Allanit hat andere Kopfflächen! Mit meiner Korrektur sollte demnach auch Anatas hinfällig sein!
Weitere Vorschläge?
Servus + Glück auf
Wolfi
-
Hallo Wolfgang,
Die Kopfflächen sind nicht wie beim Anatas dreieckige Pyramiden, sondern rautenförmige, also an den Kanten der quadratischen Primenflächen beginnend
da könnte schon Zirkon in Betracht kommen:
http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Launchpad/1008/Zirkon.jpg (http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Launchpad/1008/Zirkon.jpg) (rechte Zeichnung)
Gruß
Berthold
PS: Wenn Du mir bei Gelegenheit mal das Stück geben könntest mach ich Dir gerne ein Foto.
-
Hallo,
eben habe ich Wolfi's Nadel mal abgelichtet. Sie ist allerdings nur 0,5 mm groß (sorry Tscholfi, Du musst deinen Meterstab mal nachjustieren lassen). Genau betrachtet sind 2/3 des Kristallst trübe, das Ende klar. Die begleitenden Anatase haben genau die gleiche Farbe. Die Endflächen bestehen nicht nur aus einer Pyramide, da ist die Tracht komplizierter, aber für mich zu klein um sicher was zu sagen. Auffällig ist auch noch, dass der Kristall zur Anwachsstelle hin leicht dünner wird. Der Querschnitt ist genau quadratisch.
Weder und UV Kurz- noch Langwellte tut sich was.
Also - könnte schon Anatas sein.
Gruß
Berthold
-
Moin,
habe im Goldschmidt etwas "Passendes" - sofern man auf dem Foto etwas erkennt - gefunden: Fig. 34 (1. Reihe oben, 2. Figur).
-
Servus Berthold,
servus MM-Bär,
klasse Foto und anscheinend eine treffende Zeichnung!
Ich danke euch für eure Bemühungen und trink heut abend ein Seidel auf euer Wohl!
Servus + Glück auf
Wolfi
-
Moin Wolfi,
na mit dem Bild ... ich weiß nicht .... da sind die 4 Pyramidenflächen 45° um die Kristall-Längsachse gedreht. So ganz passt der Goldschmidt nicht, wie ich gerade festgestellt habe.
MM-Bär
-
Hallo,
ja, die Endflächen-Tracht bildet sich in erster Linie durch die 4 Pyramidenflächen (45° zur Fläche um z gedreht). Aber es sind auch weitere Flächen da, sicher auch (untergeordnet) 4 weitere Pyramidenflächen - und die sind nicht "gedreht". Die Prismen-Kristallflächen sind übrigens vollkommen glatt und zeigen keinerlei Streifung.
Gruß
Berthold
-
Sieht mir immer noch mehr nach Zirkon aus - es scheint auch irgendwie eher schwer, sich einen Grund vorzustellen, warum ein einzelner nadeliger Anatas inmitten von sonst normal ausgebildeten Anatasen sitzen sollte (sieht nicht wachstumsbehindert aus).
-
Hallo
Na einfach UV Licht draufhalten und ihr wißt es sicher.
Gruß
Loismin
-
Servus alle,
Berthold schrieb ja, unter UV (kurz und lang) keine Reaktion!
Ansonsten bin ich Uwes Meinung, warum ausgerechnet ein einziger Anatas nadelig sein soll, wenn alle anderen bipyramidal ausgebildet sind!
Das geht mir eben auch nicht ein!
Servus + Glück auf
Wolfi
-
Servus alle,
hier nochmals eine Theorie: Es gibt auch nadeligen Brookit. Käme das vielleicht noch in Frage?
Servus + Glück auf
Wolfi
-
Hi,
Ich glaube immer noch Xenotim ware eine option.......
-
Zirkon leuchtet nicht immer im UV, wenn es nicht leuchtet, ist es also kein sicherer Grund, Zirkon auszuschliessen
-
Hallo,
nun ja, wenn es Zirkon, Xenotim oder sonstwas ist, dann ist die mit dem Anatas absolut identische Farbe (auch Glanz ist gleich) schon ein sehr großer Zufall. Die Frage, warum sich ein nadeliger Kristall bildet, wenn daneben pyramidale xx sitzen kann ich freilich auch nicht beantworten. Aber ich habe auch schon Nadelpyrite neben Pyrithexaedern gesehen...
Ich bleibe dabei: Anatas.
Gruß
Berthold
-
Moin,
ich hatte vor ein paar Tagen die Gelegenheit, neben Wolfis toller Sammlung auch mal das fragliche Stück anzugucken. Auch ich bleibe bei Anatas.
Die Endflächensituation war nicht genau erkennbar, Farbe (zu den benachbarten Bibypramiden) und Glanz sprach für Anatas. Interessant ist der trübe "Fuss" und die klare Spitze der Nadel. Das kenne ich vorallem bei Szepterquarzen und könnte für eine zweiphasige Kristallbildung sprechen: In der ersten Phase behinderter Wuchs in einem "Kanal" (deshalb die gestreckte Form), anschließende "Auflösung" der Behinderung und folgende 2.Phase mit normalen Wachstum. Während der 2. Phase bildeten sich vielleicht auch erst die Bipyramiden.
Ein interessantes Stück.
-
Hallo Wolfi,
nach der (zerstörungsfreien) Raman-spektroskopischen in situ-Analyse des nadeligen Kristalls handelt es sich eindeutig um Anatas - scheint also ein einzelnes ungewöhnlich verzerrtes Individuum zu sein.
Die Meßzeit war übrigens 10 sec - wenn nur alle Mineralanalysen so schnell und eindeutig wären ...
Das Stüfchen schicke ich nächste Woche zurück.
GA, Uwe Kolitsch
-
Hallo,
;) schön, da lag ich also richtig. ;D
Gruß
Berthold
-
Servus alle,
ich gratuliere den richtigen Tippern sehr herzlich! Meine erste Reaktion ist natürlich schon eine leichte Enttäuschung, hätte mir lieber etwas selteneres gewünscht, aber immerhin! Dank an Uwe für das schnelle Ergebnis!!!
Servus + Glück auf
Wolfi
-
Moin,
auch wenn der Thread an sich tot ist, noch folgenden Link hinterhergeschmissen. Auch in anderen Ecken der Welt gibt es "nadelige" Anatase:
http://www.chez.com/mineralzine/ancien/info2-5-b.htm (http://www.chez.com/mineralzine/ancien/info2-5-b.htm)
MM-Bär