Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Jens G am 03 Jun 04, 22:31
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Hallo an Alle,
War letzten Sonntag auf den Kegelhalden von Reust.
War im Gegensatz zu den 384 er Halden überrascht wie gut man dort direkt auf die Halden kommt. An diesem Sonntag waren so viele Radfahrer und Wanderer direkt auf dem Weg unterhalb der Halden unterwegs - jeder hätte ohne Probleme die Halden betreten können.
Doch nun zu meinen Beobachtungen.
Wie geomüller im Thread zum Verschwinden der Halden geschrieben hat, sieht es unterhalb der oberen Schuttschicht sehr schlecht aus - teilweise sind die Hänge schon angeschnitten - neben dem normalen "Haldengrundmaterial" findet man nur eine Art "verkleisterten Brei aus Mineralien" - sieht teilweise so aus als ob Säure aus Autobatterien die Mineralien zersetzt hätten (meine Laieneinschhätzung).
Neben reichlich Pyrit fanden sich auch ab und zu ein paar Mineralien, bei denen ich Eure Hilfe bei der Bestimmung bräuchte.
So finden sich auf einigen "Stufen" ein oft glänzendes kugelartiges Mineral - meis in kleineren "Hohlräumen". Oft in eine Art rotbraunen Farbton oder aber dunkelbraun bis grauschwarz.
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Neben reichlich Pyrit bzw. Chalkopyrit findet sich auf einer "Stufe" ein kleines "Kristall" mit Kupferglanz - ist das auch angelaufener Pyrit - in der Färbung sieht es aber sehr gleichmäßig aus - bei einen anderen "Einschlüssen" sieht man oft mehrfarbige, ungleichmäßige "Anläufe".
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in einem anderen Fall findet sich ein grüner Belag (wie mit weißem Kleister) auf einem anderen Mineral aufgeklebt.
Ich als Anfänger vermute Malachit auf Chalkopyrit - für den "Kleister" habe ich noch keine Vermutung.
Liege aber eventuell ganz falsch - bin halt noch am üben.
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Für heute als letztes noch ein kleines Bild.
Im anderen Thread schrieb geomüller etwas von "Faserquarz".
@geomüller und alle Anderen
Handelt es sich im folgenden BIld um solches Faserquarz - oder ist es etwas anderes.
Bei mindat.org findet man ja einige Fotos von Ronneburger Mineralien.
So ähneln die Fotos von "Alunogen, Jarosite
" bzw. Halotrichite oder Planerite teilweise diesem Mineral.
Das war es erst mal für Heute (habe noch andere Fundstücke) - ich danke Euch schon mal für die Hilfe.
MfG
Jens G
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Hallo Jens G.
der Schiefer, welcher den größten Teil der sogenannten "Gangart" ausmacht ist stark pyrit- bzw. markasithaltig. Diese Minerale verwittern realtiv schnell unter Bildung von Schwefelsäure. Das Verkittungsmineral der Haldenmasse ist also meist Gips.
Um Gips dürfte es sich auch bei den Nädelchen handeln, obwohl es scheint, daß diese auf Deiner Stufen garbenförmig angeordnet sind, während Gips wirrstarhlig auftritt.
Ich habe mich zuerst auch von den kupferroten Anlauffarben der Pyritkristalle täuschen lassen. Ritzt man die rote Schicht (vermutl. Fe) an sieht man die goldglänzende Masse des Pyrites.
Bei den Kugeln handelt es sich sicherlich um ein Eisenhydroxyd (Limonit usw.)
Bei dem grünen Aggregat kann es sich tatsächlich um ein kupferhaltiges Mineral handeln, was bei dem schwefelsaurem Medium in der Halde aber möglicherweise nicht Malachit ist. Es ist aber immer zu bedenken, daß die Wismut nicht so stark unter Materialmangel zu leiden hatte wie die übrige Wirtschaft. Untertage wurde jede Menge Kupferdraht verarbeitet, der dann teilweise auch als Abfall auf die Halde kam. In diesem Falle wäre es dann der sogenannte "Haldenkeim".
Aber nicht verzagen. Innerhalb der Halde kann schon noch was kommen.
Glück Auf
Uwe
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Hallo Jens G.,
eigendlich kann ich mich Uwe nur noch anschließen, er hat schon alles gut bestimmt. Hier trotzdem noch mein Tipp:
reust1 und reust 1-1.jpg - Eisenhydroxyd (Limonit), recht häufig auf den Halden
reust2. jpg - Chalkopyrit, auf Grund der Kristallform eindeutig,
reust3.jpg - der große liegende grau erscheinende Kristall scheint auch Chalkopyrit zu sei, kann man schlecht erkennen, dazu noch Gips und eine sekundäre Kupfermineralisation,
reust4.jpg - Gips
Grundsätzlich kann auch Alaun als Ausblühung des Alaunschiefers in weißen Nädelchen auftreten, allerdings löst der sich an der Oberfläche bei Regen sofort wieder auf, untertage kam er massenhaft vor.
Der Faserquarz sieht völlig anders aus und kommt fast ausschließlich als Hülle um Pyritkonkretionen vor.
MfG Jürgen
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Vielen Dank für die Hilfe.
WÜrde gern mal noch ein paar Bilder liefern und Euch um Rat fragen.
Beim folgenden Bild handelt es sich um ein scheinbar kugelförmiges Mineral von Quarz leicht ümhüllt.
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im nächsten Bild um ein kleines gelbes Kristall - sieht aus wie ein gelbes Quarzkristall - aber so einzeln.
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blätterartiges Mineral mit scheinbaren Überzug (wieder Limonit?).
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Hallo Jens,
könnte Dolomit sein. Das blättrige Mineral Hämatit?
Die Kugel auch Dolomit?. Ich werde sicher auch demnächst mal dort vorbeischauen, bevor es zu spät ist. Die Halden hatten mich auch bisher nicht so interessiert. Da ich aber jeden Tag nach Gera fahren muß, wäre es naheliegend doch endlich auch mal hin zu fahren.
Conny
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und dann noch einmal ein Mineral, dß irgendwie einem Blumenkohl ähnelt. Von der Farbe weiß-gelb, Härte sehr niedrig kann man mit dem Fingernagel fast zerdrücken (zumindestens zerkratzen).
Ähnelt stark (siehe unten rechts) Efremovite auf mindat.org
http://www.mindat.org/picshow.php?id=10701
Vielleicht ist es ja wieder Gips.
Das wars mal wieder. Hoffentlich nerve ich nicht zu sehr - aber ich bin mir halt noch recht unsicher in der Bestimmung - zumal die Mineralien oft sehr klein sind.
MfG
Jens G
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Hallo Jens G.,
du nervst keines wegs, wir versuchen Dir gern zu helfen. Ich denke mal das ist ja mit die Aufgabe dieses Forums, der Erfahrungsaustausch, Hilfe und Anregung geben.
Ich war wieder mal zu spät und kann Conny nur noch zustimmen. Dolomit bzw. Dolomit mit Hämatit, Dolomit war neben Calcit wohl das häufigste Mineral in Reust. Das letzte Bild der Blumenkohl ;D ist wohl eine Halden-Sekundärbildung, da kenne ich mich allerdings nicht so richtig aus, sorry :o ??? ::).
Gruß Jürgen
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Wieder was gelernt - das gelbe "Kügelchen" Dolomit - hätte vielleicht direkt auf Calcit getippt.
Habe heute nocheinmal alles ein zweites mal kontrolliert und in einem kleinen Hohlraum noch etwas gefunden.
Vielleicht wieder etwas in Richtung Calcit bzw. Dolomit - kann aber nicht sagen, ob diese Kristallform typisch für diese Mineralien ist.
Sieht aus als ob da jeman zwei chin. Essstäbchen vergessen hat. ;D
Morgen vielleicht noch ein paar Bilder zu vermeintlichen Pyrit bzw. Chalkopyrit.
MfG
Jens G
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Hallo Jens G.,
man kann es auf dem Bild schlecht erkennen aber ich denke es ist wieder Dolomit.
Jürgen
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Hallo geomüller erst mal vielen Dank für die Hilfen (auch noch mal an conny und Uwe).
Leider konnte ich es nicht besser fotografieren. Die Öffnung zum "Hohlraum" beträgt nur ca. 2mm - da ich auch keine Profiausrüstung zur Verfügung habe (nur meine Digicam + Lupe), wird es Morgen bestimmt auch nicht besser.
Es sieht so aus, als handelt es sich um scheinbar um Stäbchen (mit Streífung) - man könnte denken, daß es scheinbar ein "Trinkröhrchen" darstellt, daß selbst wieder aus langgestreckten Kristallen besteht - zumindestens erkennt man eine Streifung.
Sollte ich mal versuchen diesen scheinbar störenden Quarzsplitter zu beseitigen.
MfG
Jens
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Hallo Jens,
bei der Fotosbestimmung, da können Dir auch am besten die echten 'Ossis' aus Deiner Gegend weiterhelfen (Ossis im positiven Sinne gemeint! ;D) , die das ja hier auch schon getan haben.
Ich bin nur ein halber 'Ossi' - wenn überhaupt.. ;) aber ich würde den bisher geäußerten Mitteilungen nicht widersprechen.. ;)
Gruß Peter
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Hallo,
Hallo Peter,
Habe von den Spezis sächsischer und thüringer Fundstellen bereits jegliche Hilfe erhalten und danke auch Dir für Deine Bemühungen.
Möchte heute noch einmal ein paar Fotos posten.
Die rötlichen Ansätze auf dem folgenden Foto, wurden von Euch schon einmal in einer anderen (ähnlichen) Form (direkt von den Ronneburger Halden) als rot eingefärbter Quarz bestimmt.
Wollte dieses Foto gern noch einmal zur Bestätigung einbringen.
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Danke, Jens.. :)
..attraktives Stück übrigens auf dem Foto und momentan wüsste ich auch kein anderes in Frage kommendes Mineral ..
Gruß Peter
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@geomüller
im anderen Thread zum Verschwinden der Ronneburger Halden hast Du folgendes geschrieben:
Das schwarze, spröde, pechglänzende Mineral ist eigentlich kein richtiges Mineral, sondern besteht es vorwiegend aus Kohlenstoff und entsteht wie gesagt im Ronneburger Raum als Ergebnis intensiver Tektonik.
Handelt es sich im folgenden Bild um diese "Art Kohlenstoff"?
glänzt pechschwarz (fettglanz) und die Härte ist relativ niedrig - läßt sich mit dem Finger ritzen.
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Hallo Peter, und alle anderen
das Stück habe ich nur mitgenommen, weil ich ähnlich aussehende vor Ort nicht gefunden habe- desweiteren war außer viel Pyrit, Chalkopyrit, Gips, Limonitkrusten, Calcit und Dolomit nicht viel zu finden.
Daher noch einmal ein paar Fotos vom Pyrit.
Ein relativ derbes und massives Stück fand ich auf der bereits angebaggerten Halde.
Es ist ca. 12*5*3 cm und fast vollkommen aus Pyrit (nur ein kleiner Ansatz Quarz)?
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Ein eigenartig gefalteter bzw. aus miteinander "verwachsenen Blättchen" bestehender "Chalko"Pyrit oder einfacher Pyrit?
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Pyrit"-Igelchen"?
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Hatte die reundlichen Grüße vergessen daher noch ein Stück wie ich sie zur Genüge gesehen hatte.
und vielen Dank an Alle (eventuell könntet ihr ja noch die eine oder andere Bestätigung zum Pyrit posten - sollte doch aber alles Pyrit oder Chalkopyrit sein).
MfG
Jens
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Hallo Jens,
bei den sulfidischen Mineralen von Ronneburg handelt es sich meistens um Pyrit.
Ich hatte vor etwa 20 Jahren mal ein Stück derben Pyrit von den (damals noch gut eingezäunten) Halden in Ronneburg gesammelt. Es ist dann durch die Luftfeuchtigkeit unter Bildung recht interessanter Sekundärminerale in kürzester Zeit zerfallen. Allerdings wurde auch Schwefelsäure frei. Lege Die derbes Stück mal in eine Glasschale und lasse diese irgendwo im Schuppen oder Keller stehen. Die Zersetzung ist wirklich interessant.
Glück Auf
Uwe
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Hallo Jens, G.,
bei dem Bild reust13.jpg handelt es sich wahrscheinlich um Störungsmaterial, sog. Störungsletten bzw. sog. Mylonit. Also kein Mineral sondern um auf der Störungsfläche zerriebenes Gesteinsmaterial, hier wahrscheinlich aus Alaunschiefer bestehend. Bei den anderen Bildern handelt es sich wie Du schon selbst sagst um Pyrit bzw. Chalkopyrit. Bei den "verwachsenen Blättchen" könnte es sich auch um Markasit handeln.
Wie Uwe schon sagt, erst mal die Sulfide separat aufbewahren und beobachten ob sie sich zersetzen, damit die entstehende Schwefelsäure in der Vitrine keinen Schaden anstellt ;).
Jürgen
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Hallo,
Danke für die Hinweise.
Was sollte man beim Pyrit speziell noch beachten - kann man ein paar ausgewählte Stücke (das große derbe Pyrit, die mit den "verwachsenen Blättchen", ...) in einem Schuhkarton aufbewahren oder muß daß ein verschließbares Glasgefäß sein.
Ein kleineres derbes Pyritstück werde ich mal in ein unverschlossenes Glas legen - etwas Wasser hinzugeben oder nur so?
MfG
Jens
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Mit dem Pyrit ist das so eine Sache, entweder er zersetzt sich oder er bleibt stabil. Wenn er sich zersetzt kann mast fast nichts machen. Der kristalline Pyrit von Ronneburg (der in dem Faserquarz) ist sehr stabil. Meine Stücke liegen seit ca. 20 Jahren da ohne irgend welche Veränderung.
"Geomüller" hat gleich am Anfang dieser Themenreihe mal etwas zu den verschiedenen Pyriten der Ronneburger Halden geschrieben. Blättere mal zurück!
Die Schwefelsäure bei zersetzten Pyrit frist sich durch alles aus Papier oder Pappe durch bzw. die Pappe wird brüchig. Wasser mußt Du in die Glaschale nicht füllen. Die normale Luftfeuchtigkeit genügt vollauf - zumindest die gegenwärtige.
Glück Auf
Uwe