Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Lebewesen / Life forms => Kopffüßer / Cephalopoda => Thema gestartet von: Conny3 am 16 May 06, 13:28
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Hallo,
diesen pyritisierten kleinen Ammoniten (ca. 13 mm im Durchmesser ) fand ich am Staffelberg bei Staffelstein. Um welche Gattung handelt es sich dabei genau ?
Gruß
Der Conny
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Servus Conny!
Ohne viel Ahnung von diesen Braunjuraammos zu haben, würde ich mal ganz grob die Gattung "Hecticoceras" in die Diskussion werfen. Aber ich bin guter Hoffnung, dass da jemand noch etwas besser Bescheid weiß.
Handelt es sich um einen recht aktuellen Fund? Die "Goldschneggla" voin Staffelstein kenne ich nämlich mehr als Uraltfunde, denn als Neufunde.
Mir sind nur die Äcker des Alten Staffelberges als Fundstelle für eine recht reiche Fauna des Weißjura bekannt.
Beste Grüße
Sönke :)
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Ja Soenke solche Ammoniten fanden wir zuhauf in den Renggeri Tonen in Basel.
Ich würde auf unteres Oxfordien gehen. Hectioceras
Mich würde interessieren was sonst noch für Ammoniten dort zu finden sind.
Gruss
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Hallo Sönke ,
ja ein ganz aktueller Fund. Nach dem Regen fand ich ihn in einem alten Schürfloch am Sonnabend (siehe Bild) im Löwengrund nahe am Staffelberg ohne jegliche Schürfaktion. Ich bin nur um den Staffelberg wegen der Orchideen im Bereich des Oolithtons (oberster Dogger) gewandert. 1991 waren wir schon mal dort. Da gab es noch etliche frischere Löcher mit einigen Funden dieser Goldammoniten.
Gruß Conny
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Hallo Conny!
Danke für den Hinweis auf die Fundstelle.. ich werde dieses bei meinen kommenden Frankentouren sicher mal berücksichtigen.
Graben darf man aber sicherlich nicht, dort? Oder hast Du da Ahnung, ob man sich an irgendeinen Grundstückseigentümer wenden kann, der gegen ein kleines Entgelt eine kleine Stelle freigibt, die man hinterher dann wieder verfüllt?
Gruß
Sönke
P.S. @zibbi: Das sind feine Stücke... ist das eine ein Nautilus?
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Hallo Sönke
Ja ich nehme an das es einer ist. Wir haben auch erst drei Stück, der auf dem Foto ist leider nicht so gut erhalten.
In der Schweiz ist eine sehr berühmte Fundstelle die Tongrube Andil in Liesberg.(Basel hat sehr viele Oxford aufschlüsse)
Erschlossen sind das Oxfordien (Ton) und das Callovien.
Das schöne ist das man ungehindert Graben darf und der Besitzer Fossiliensucher duldet.
Gruss
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Hallo Sönke,
die Frage nach dem Graben kannst Du Dir selbst beantworten, wenn Du folgendes Bild anschaust . Die Tafel steht direkt unterhalb des Loches. Unten geht ein Forstweg vorbei wo man nach oben einsehen kann. Ein Forstfahrzeug (?) fuhr gerade unten vorbei, als ich in das Loch schaute. Man hatte mich wohl gesehen, fuhr zurück und wartete. Da ich mich aber in dem Loch versteckt hatte, war man sich dann wohl nicht sicher, ob da oben an der Goldschneckenfundstelle wirklich einer war.
Du siehst es ist nicht so einfach. Soll schon seit 1979 verboten sein, da offenbar früher dort alles zerwühlt war. Das Pingengelände konnte man sogar noch erkennen.
Gruß Conny
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Hi Conny und zibbi!
Danke nochmals euch Beiden für die Informationen!
Schade, dass das Graben in Staffelstein wohl defakto ausfällt. Aber vielleicht kann man ja eins, zwei Lesefunde mal machen... wenn man sowieso gerade in der Gegend dort ist!
Liesberg scheint auf jeden Fall eine feine Sache zu sein, falls ich mal in die Gegend komme, steht das auf jeden Fall auf meinem "Speiseplan".
Beste Grüße
Sönke ;)
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Hallo,
war wieder mal kurz dort in der Ecke. Nähere Infos zu dem Fund auch mit weiteren Bildern im Beitrag mein bester Quartalsfund Fossilien. Ist einfach so am Rande eines Ackers aufgelesen worden! Dort auch in der Nähe eine Fundstelle mit Calzitsinter und Tropfsteinen auf einem Feld. Weitere Funde waren kleine " Goldschnecken", wie schon 2006 vorgestellt.
Gruß Conny
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Hallo,
alle Jahre wieder bin ich schon obligatorisch ein bis zwei Tage in Staffelstein. Dieses Mal war es eine Familienwanderung nach Uetzing (alter Staffelberg) die diese 5 hübschen Goldschneckli innerhalb von 5 min auf einem noch betretbaren Feld lieferten (lokale Stelle). Weil diese aus Pyrit sind kommen sie in meine "Mineraliensammlung". Das sind einige der wenigen Fossilien, die ich nicht liegenlasse. Die größte ist ca. 30 mm, das "Baby" ist ca. 7 mm groß. Calzit gab es dieses Mal nicht (Feld war bestellt).
Gruß Conny
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Hallo Conny,
sehr schöne Stücke! Sie bestehen aber nicht mehr aus Pyrit, sondern weitgehend aus Limonit...
Von links nach rechts:
- Kosmoceras (Zugokosmoceras) sp.
- Grossouvria sp.
- Macrocephalites? sp.
- Grossouvria sp.
- vermutl. Innenwindung von Hecticoceras sp.
Gruß,
Rainer
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Hallo,
am Sonntag werde ich dort wieder einmal unterwegs sein (+ Staffelberg). War aber voriges Jahr dort nicht und weiß daher nicht die Fundsituation auf dem Feld.
Sollte jemand zufällig dort auch sein, kann er/sie sich mal melden (auch per PN).
Da sich keiner gemeldet hatte, war ich alleine unterwegs. Am Staffelberg war natürlich etwas los. Menschenmassen wälzten sich den Berg hinauf. In Uezting an der mir bekannten Stelle wurde ich wieder nicht enttäuscht. Dort war ich ganz alleine. Das Feld war hervorragend betretbar und ein paar kleinere Funde wanderten in die Tüte. Ein Fund am Ende war dann ganz besonders:
1 Das Feld bei Ützing am alten Staffelberg
2 insitu ein kleinerer Fund
3 insitu der große Fund :D
4 der große Fund freigelegt aus der Erde :D
Literatur: Kleiner Staffelberg Führer von G. Stark (1986) - Ich liebe solche ältere Literatur ! :D
Mehr darüber auch später im Steinkernforum!
Gruß Conny
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......5 und 6 und dann das gute Stück grob gereinigt (mind. 5 cm durchmesser) Macrocephalites macrocephalus ? aus dem Oolithton (oberster Dogger)
7 Der Wächter der Goldschneckli
8 Geologie des Staffelberges auf neuen Tafeln
Gruß Conny
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Hi Conny,
gratuliere Du Adlerauge. Ne Tüte? Ist Dein Obieimer im Eimer?
Prima Bericht wie immer.
Gruss Daniel
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Hallo Daniel,
nee, der war im Auto. Bei Fossis nehme ich es nicht so genau mit dem Eimer ;D. War auch nur mehr eine Wanderung ohne Hammer! War voriges Jahr nicht auf dem Staffelberg. Vielleicht deshalb wieder die Funde? Ist auch wirklich nur ganz lokal an einer Stelle am Rande des Feldes. Andere Stellen, die vom Horizont und von der Situation dort in der Nähe auch passen würden, brachten nichts. Die Stelle kenne ich schon viele Jahre und obwohl genau beschrieben, scheint sie noch kein anderer zu kennen.
Gruß Conny
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Hallo,
heute wieder der obligatorische Gang zum Staffelberg und zu den Goldschnecken. Wenn auch der letzte Fund nicht so groß wie 2018 war, konnten doch einige Funde (auch pyritisierte/limonitisierte Muscheln) im Eimer landen. Die Stelle auf dem Feld war wie immer gut betretbar und es war wieder keiner vor mir dort. Hier ein paar Bilder auch aus dem Naturkundemuseum in Coburg wo wir die Jahrestagung vom Verein haben. Von dort auch später ein paar Mineralienbilder mit Fragen ???.
1 Ammonit insitu ca. 2 cm
2 Staffelberg mit Ausgrabungen unterhalb
3 Schneeberg und Ochsenkopf 8) vom Staffelberg
4 Goldschnecken (Ammoniten) aus dem Naturkundemuseum Coburg
Gruß Conny
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Hallo,
Hier wird ein Keltentor ausgegraben:
https://www.obermain.de/lokal/lichtenfels/art2414,730522
Das sah von oben interessant aus. Der Goldschneckenhorizont liegt aber noch etwas tiefer.
Ist aber im Naturschutzgebiet.
Gruß Conny
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Hallo,
hier noch eine Goldschneckenkiste aus dem nichtöffentlichen Fundus des Museums Coburg. Die sollen angeblich auch aus Uetzing sein. Da wurde früher auch danach gegraben. Diese Stelle kenne ich auch. Sie liegt unweit der Feldfundstelle. Dort sah ich früher aber auch Schilder "Graben verboten". Heute ist dort alles überwachsen. Morgen geht es zur Exkursion u. a. auch in die Nähe vom Staffelberg nach Nedensdorf zum Trimeusel. Da war ich früher auch schon einmal. Dort gab es neben Fossilien auch Zinkblende. Ist aber Geotop.
Gruß Conny
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Hallo,
hier zum vorläufigen Abschluss noch ein paar Bilder aus der Sammlung im Kloster Banz. Von wegen Ne Tüte? Ist Dein Obieimer im Eimer?
Damals sammelte man auch in Tüten! 8).
Gruß Conny
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Hallo,
und hier meine abschließenden Bilder meiner Funde, wobei einige wieder in die Sammlung kommen und einiges für die AG Schüler ist. Mit dabei auch wieder ein paar andere limonitisierte Funde (Muschel, längliches Objekt und Kappe). Die größte "Schnecke" war leider kammeroffen. So etwas hatte ich dort bisher auch noch nicht gefunden. Ich war vielleicht ca. 15 min dort. Meine älteren Funde sind bisher alle sehr stabil.
Gruß Conny
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Hallo Conny,
das erste Foto von Seite1 ist ein Hecticoceras (inflatum?). Ich habe ein wirklich schönes Exemplar aus einem Altfund von dieser Gegend.
Dein Schneckli ist auch ein Glücksfund :). Ist heutzutage selten geworden.
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Sicher? Ich würde eher für Grossouvria sp. plädieren, die Hecticoceraten um den Staffelberg kenne ich eher flacher und mit geringerer Skulptur bzw. dem typischen "Knick" in den Rippen.
Gruß Chrisch
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Ja, da bin ich mir sicher, da das Schneckli beschriftet ist und ich es mit anderen Bildern verglichen habe.
Hier eine Aufnahme im Kunstlicht. Das Perlmutt schimmert dadurch besser, aber ich bevorzuge das natürliche Tageslicht und man kann jetzt auch sehen, dass die kleine "Goldschnecke" sehr flach ist.
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Hallo Chrisch,
ups, ich dachte das wäre jetzt die Lexikondiskussion, da ich das Schneckchen gestern hochgeladen habe. Sorry, mein Fehler :-[
Ich habe mir jetzt soviele Schneckenbilder angeguckt, dass ich viele kleine Übereinstimmung gesehen habe. Und na ja: flach ist relativ ;)
Gruß Lia
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Sorry, wer lesen kann ist klar im Vorteil... :)
Ich hatte "Seite 1" überlesen und die "Goldschnecke 1", also das 1. Bild auf Seite 2 gemeint (könnte auch ein Indosphinctes sein). Beim ersten wie auch letzten Bild sollte es sich um Hecticoceraten handeln...
Der goldene Eindruck ist allerdings nicht auf Perlmutt, sondern eine hauchdünne glänzende Schicht auf den in Limonit umgewandelten, ehemals pyritisierten Ammoniten zurückzuführen.
Gruß Chrisch
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Meine älteren Funde sind bisher alle sehr stabil.
Ja, weil der Pyrit eben schon in Limonit umgewandelt ist (wie Chrisch schon schrieb) - da passiert nix mehr ......
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Es sei denn, es befinden sich noch Pyritreste im Fossil - dann ist (Luft-) Feuchtigkeit oft das Todesurteil für die niedlichen Tierchen...
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Ammonoidea sind keine Schnecken.
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::) ::) ::) ::) :P
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Das mag zwar stimmen, aber vor Ort im Fränkischen ist "Goldschneckli" einfach mal seit Jahrhunderten die geläufige/umgangssprachliche Bezeichnung. Dem trägt die Verwendung in Anführungszeichen aber wohl genug Rechnung.
Ist übrigens nix anderes als Quarz als "schwarzen Amethyst" zu bezeichnen, nur weil das so lokal gebraucht wird... ::)
Gruß Chrisch