Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Uwe Kolitsch am 04 Jun 06, 20:25
-
Hallo zusammen,
es gibt interessante Ergebnisse von mineralogischen Untersuchungen der "Rubellite" von Wolkenburg.
Wir haben an der Uni Wien einen pinken und einen (fast) farblosen Turmalin von dort untersucht.
Die Strukturverfeinerungen zeigen eindeutig, daß es sich um Olenit mit nur relativ geringen Li-Gehalten handelte (chem. Analysen, auch von Li, B, H2O werden noch gemacht); die pinke Farbe sollte wie üblich auf geringe Mengen von Mn3+ zurückzuführen sein. Messungen an weiteren Kristallen sind geplant.
Ob es eindeutig nachgewiesene Elbaite in Deutschland gibt, ist sowieso die Frage.
Wer kaputte XX oder Bruchstücke von deutschen "Elbait/Rubellit"-Fundstellen hat: wir nehmen gerne Spenden an...
Zu Wolkenburg siehe auch
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,317.0.html
GA, Uwe Kolitsch
-
Ob es eindeutig nachgewiesene Elbaite in Deutschland gibt, ist sowieso die Frage.
Wer kaputte XX oder Bruchstücke von deutschen "Elbait/Rubellit"-Fundstellen hat: wir nehmen gerne Spenden an...
Hallo!
Ist die Frage noch aktuell?
Ich kann da gern was schicken.
Gruß Jens
-
Von welchem Fundort hättest du Proben?
Die Ergebnisse zu den Wolkenburg-Turmalinen sind übrigens hier publiziert worden:
A. Ertl, U. Kolitsch, H.-P. Meyer, T. Ludwig, C. L. Lengauer, L. Nasdala and E. Tillmanns (2009): Substitution mechanism in tourmalines of the “fluor-elbaite”-rossmanite series from Wolkenburg, Saxony, Germany. N. Jahrb. Mineral. Abh. 185, 51-61.
PDF kann verschickt werden.
-
Von welchem Fundort hättest du Proben?
Hallo!
Von Bräunsdorf.Du mußt nur sagen,wie groß du die Proben zur Untersuchung brauchst.Das Zeug ist halt recht klein.
Im Grunde genommen handelt es sich um Rubellit mit teilweise mehrfacher dunkler Endfläche.Im Durchlicht schön blau. Indigolith?
Gruß Jens
-
Möchtest du Einzelkristalle? Oder lieber eine kleine Stufe zum zerlegen?
-
Mich selbst würde bei der Fundstelle interessieren, ob es sich bei dem hellrosa Glimmer nun tatsächlich um Lithiumglimmer handelt.
Ich habe das damals so in die Welt gesetzt, ohne das Material jemals untersuchen zu lassen. ::)
-
Hallo Jens,
danke für das Angebot. Ideal wären für uns 2 unterschiedlich gefärbte Einkristalle.
Postadresse kommt per PM.
GA, Uwe
-
Hallo Uwe!
2 Einzelkristalle sind eine schlechte Option. Da habe ich mal grob geschaut und da sind bei den Einzelkristallen leider nur die Kristalle mit mehrstufig gefärbter Endfläche dabei. Ich schicke einfach mal noch was kleines Buntes zum zerlegen mit.
Gruß Jens
-
Hallo Uwe!
Der Brief ist unterwegs.
Wie ist das nun mit dem Wolkenburger Olenit? Olenit ist als hellrosa beschrieben. Dort gab es auch kräftig dunkel gefärbte Kristalle.Wenn du in der Untersuchung einen dieser tiefdunklen Kristalle,da ist wohl das Pink gemeint,auch als Olenit bestimmt hast,dann gehört die Fundstelle im Lexikon vollständig überarbeitet.Alle Zuornungen der Bilder,die Mineralienliste und der Text und Link zu deiner Arbeit.
Gruß Jens
-
Hallo Jens,
danke, angekommen - siehe PM.
Leider muss man jeden einzelnen Kristall (und seinen Zonarbau) untersuchen, um Genaueres sagen zu können. Die Farbe sagt gar nichts aus.
GA, Uwe
-
Hallo Uwe!
Warum denn ,,leider" ?
Das ist doch gerade das schöne,daß diese Kristalle so schichtige Endflächen haben. :D
Und so eine Untersuchung soll ja auch bissel abwechslungsreich sein. ;)
Gruß Jens
-
Hallo,
wurden die Bräunsdorfer Rubellite untersucht? Wenn ja, würden mich (und andere sicher auch ;D) einmal die Ergebnisse interessieren.
Gruß
Andreas
-
Nichts neues?
-
Hallo Jens,
Ich habe gesehen, Ihre Fotos der rubelites von Wolkemburg in Mineralien sind Kristalle, die ich liebe, vor ein paar Jahren erschien dieses Mineral in einem Gebiet von Málaga - Spanien, und ich liebte auch eine Menge, keine Chance, ein paar Shows in ihrem Bauch zu bekommen? Ich interessiere mich nicht nur sein, ein Kristall selbst messen 1 mm. nur.
Ich hoffe, Glück zu haben.
Viele Grüße aus Spanien
Jose Luis Jara
-
"wurden die Bräunsdorfer Rubellite untersucht?"
Noch nicht - so schnell geht es in der Wissenschaft leider nicht.
-
Hallo Uwe,
alles klar. Wenn es da Ergebnisse gibt, werden sie ja sicher hier erscheinen.
Gruß
Andreas
-
Hallo ich möchte noch einmal auf dieses Thema hinweisen.
Die Untersuchungen weisen deutlich darauf hin, dass es unwahrscheinlich ist Elbait zu finden.
Rubellit ist im Atlas allerdings als Elbaitvarietät gelistet. Das heisst alle "Rubellite" sind falsch zugeordnet von Wolkenburg.
Also entweder ordnet man Rubellit als Varietät der Turmalinsupergruppe ein, oder man muss alle "Rubellite" unter Olenit einordnen.
Gab es da eigentlich noch weitreichendere Untersuchungen als 3 Proben? Wie sieht es mit den Bräunsdörfern aus?
Ich vermute mal mit Abschluss der Doktorarbeit ist das Interesse an den Untersuchungen etwas erloschen (aus vermutlich nachvollziehbaren Gründen).
Aber hier sollte man mal aufräumen. Ausserdem taucht immer mal wieder Columbit von dort auf, kennt da jemand gesicherte Analysen oder ist das wieder geraten oder fällt unter die Schweigsamkeit der Sammler.
Beste Grüße Sebastian
-
Hallo,
der Columbit ist meiner Erkenntnis nach bislang nur eine Bestimmung per Auge im Abgleich mit Funden aus Rozna oder dergleichen. Analyse kommt aber wohl davon.
Gruß
Andreas
-
aber bei Olenit fehlt das Lithium in der Formel... Elbait hingegen hat klar Lithium in der Formel... und die Farbturmaline in Wolkenburg kommen meines Wissens nach zusammen mit Lithiumglimmer.
also würde ich jetzt logisch schlussfolgern das ein Lithiumreicher Pegmatit Elbait führt und nicht Olenit welcher kein Lithium besitzt...
Würde mich mal interessieren was das nun zu bedeuten hat.
-
Hallo,
Was du dir angeschaut hast ist die idealisierte Formel,
Li kann eingebaut werden, aber ändert dadurch nicht die Mineralzuordnung. Ein Elbait muss mindesten 1,5 X Li haben, die Analysen zeigen weniger Li. Deshalb ist es per Definition kein Elbait.
Die logische Schlussfolgerung ist dementsprechend nicht mehr logisch, denn ein Olenit kann durchaus Li enthalten.
Grüße Sebastian
Die hier angegebene Quelle ist übrigens auf der entsprechenden Lexikonseite verlinkt.
-
gibts einen link für das pdf ? mich würde die untersuchung interessieren.
ich hab die Möglichkeit paar EDX Mappings durchzuführen, das gibt zwar keine Auskunft über die strukturelle Zusammensetzung... aber ich könnte mehrere Kristalle oder fragmente leitfähig einbetten und die elemente im REM mittels EDX bestimmen.
die exakte bestimmung der chemischen Zusammensetzung geht dann wohl am besten Nasschemisch oder ?
MFG Andre
-
Hallo,
den PDF-Link habe ich unter den entsprechenden Fundstelle in der Quelle angegeben.
EDX-kann Li, was ja entscheidend ist für die Klassifikation, nicht detektieren (zu leicht).
Da braucht es aufwendigere Methoden. Massenspektrometer sind dann angebracht (wurden u.a. auch zur Bestimmung in der hier verwiesenen Arbeit verwendet)
Beste Grüße,
Sebastian
-
danke ;) mir war nicht bewusst das Li im Pe System so weit vorn ist 🙈
So hätte man leicht paar auffällige kristalle extrahieren können um dann mal genauer zu untersuchen. naja...
zu einem Massenspektrometer hab ich leider keinen Zugang :/