Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Heinz am 17 Jun 06, 01:28

Titel: Oxalsäure
Beitrag von: Heinz am 17 Jun 06, 01:28
Hallo,

möchte meine Quarze (" Rostüberzug") mit Oxalsäure reinigen
und habe in der Apotheke 100g bestellt.
Nun meine Frage,
muss ich die 100g in 1l Wasser auflösen bzw. mehr oder weniger ?

Bitte mich nicht gleich schlagen wegen der blöden Frage,
aber die Suchfunktion war nicht erfolgreich.

Viele Grüße
Heinz

Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: smoeller am 17 Jun 06, 10:07
Hallo,

Laut Wikipedia beträgt die Löslichkeit 102 g in 1 Liter Wasser bei 20 °C. Da die Löslichkeit temperaturabhängig ist, sollte das Wasser beim Lösen von 100 g in 1 Liter mindestens 20°C warm sein.
Sonst hier ein Link dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Oxalsäure (http://de.wikipedia.org/wiki/Oxalsäure).
Bitte folgendes beachten:
Die Lösung ist sehr giftig beim Verschlucken. Am besten auch Kontakt vermeiden.
Die Stücke müssen später sehr gut gespült werden. Habe mal einen Quarz gesehen, der nach der Rostentfernung nicht gewässert worden war. Der Bergkristall war nun neongelb.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: montanpark am 17 Jun 06, 10:31
Hallo Heinz,

nimm am Besten eine Lösung von rd. 80 g Oxalsäure auf 1 l. Wichtig>: vor dem Einlegen der Stufe diese mindestens eine Nacht in Wasser legen, um sie praktisch zu sättigen. Dann kann die Oxalsäurelösung nicht in die Risse der Stufe eindringen und Dir böse Verfärbungen bringen. Unbedingt mit Aqua dest. arbeiten, sonst fällt Dir aus der Wasserhärte zwangsläufig das fies hartnäckig unlösliche Calcliumoxalat aus. Nach der Behandlung sehr lange in mit Essigsäure schwach angesäurtem Aqua dest wässern (wirkt obigem Effekt entgegen), immer wieder wechseln, anschließend lange in reichlich Aqua dest. ... so sollte es ohne unschöne und ungewollte Verfärbungen abgehen. Alternativ zu Oxalsäure: Na- Dithionit (in Lösung mit Na-Citrat und Na-Hydrogencarbonat).

Grüße
Roger
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Axinit am 19 Jun 06, 11:53
Hallo Heinz,

noch eine kleine Ergaenzung zu dem bereits Gesagten. Wenn es sich um einen dicken "Rostbelag" handelt, empfiehlt es sich, die Oxalsaeure-Loesung zu erwaermen (nicht zu kochen). Dies beschleunigt den Loesevorgang ungemein, der bei Raumtemperatur doch recht langwierig sein kann.

GA

Axinit

Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Hg am 19 Jun 06, 12:20
Hallo Axinit,
was spricht dagegen, eine Stufe mit Oxalsäure auszukochen?

Gruß
Hg
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: eddi am 19 Jun 06, 13:47
Hallo alle,

für solche Fälle nehm ich kz. Salzsäure (falls keine Carbonate erhalten werden sollen).
Ist billiger, schneller, einfacher und problemlos in der Ensorgung.

Glückauf
Eddi
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Torben am 19 Jun 06, 14:13
Calciumoxalat müßte man mit Oxidationsmitteln kaputt machen können. Klassisch kann man Permanganat nehmen, allerdings kann das natürlich auch hässliche Braunsteinverfärbungen machen, auch im sauren Milieu.
Persönlich würde ichs mit Hypochlorit versuchen.

Kochen würde ich eine Stufe nicht direkt, weil die Wasserdampfentwicklung in Spalten und Rissen diese gänzlich sprengen könnte.
Erhitzen auf 95°C oder so sollte den gewünschten Effekt doch genauso erzielen können, oder?

Gruß

Torben
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Axinit am 19 Jun 06, 14:41
Hallo,

@ Hg
man kann natuerlich alles machen, auch eine Stufe in waessriger Oxalsaeureloesung kochen. Von der  Durchfuehrung einer derartigen Operation am heimischen Herd wuerde ich aber wegen des moeglichen Siedeverzugs abraten (siehe auch den Beitrag von Torben)

Was mich angeht, so versuche ich versuche bei allen Reinigungoperationen, die thermische Belastung moeglichst gering zu halten. Das heisst, langsames Erwaermen (max. 60 - 70 Grad Celsius) im  Wasserbad (= beheizbare Ultraschallwanne) und langsames Abkuehlen nach erfolgter Reinigung.


@ Eddi
Konzentrierte Salzsaeure geht sicher schneller (wenn Du einen geeigneten Abzug hast), ob es im Endeffekt billiger wird (Rostflecken sind hartnaeckig und Korrosionschutzmittel teuer !) wage ich zu bezweifeln. Zudem kann es bei der Reinigung von Quarzstufen mit poroeser oder rissiger Matrix nach dem Waessern und Trocknen zu boesen Ueberraschungen kommen (siehe den Beitrag von Montanpark).


Bei der Reinigung von Quarzstufen kombiniere ich daher haeufig eine Behandlung in Salzsaeure (max 25 %; deutlich reduzierte Korrosionswirkung) mit einer nachfolgenden Reinigung der gut gewaesserten Stufen in gepufferter Natriumdithionit-Loesung. Oxalsaeure hingegen verwende ich hauptsaechlich fuer die Reinigung von korrodierten Sulfiden (z. B. Pyrit).

GA

Axinit


Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Hg am 19 Jun 06, 15:27
Zitat
einer derartigen Operation am heimischen Herd
:o :o

für sowas habe ich mein Labor + Abzug und Heizlampe  ;) ;D
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Axinit am 19 Jun 06, 18:21
 
Hallo Hg,

einige "Priveligierte" haben sicher die Ausruestung, Zugang zu einem Labor und auch noch  das noetige Wissen (so auch ich   ;)), aber vielleicht hat das nicht jeder Sammler ?

Oder wie siehst Du das ?

GA

Axinit
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Hg am 19 Jun 06, 18:51
einige "Priveligierte" haben sicher die Ausruestung, Zugang zu einem Labor und auch noch  das noetige Wissen (so auch ich   ;)), aber vielleicht hat das nicht jeder Sammler ?
sicher, ich sehe das genauso
Aber ich wäre trotzallem mehr als vorsichtig Stufen auf dem heimischen Herd mit Oxalsäure oder sogar Salzsäure auszukochen. Da sind wir uns doch einig, oder?
Es wird leider zu oft und zu schnell vergessen, dass solche Chemikalien alles andere als gesundheitsförderlich und harmlos sind.  Besonders wenn Kinder im Haus sind ist große Vorsicht geboten!
Gruß
Hg
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Axinit am 19 Jun 06, 20:33
Hallo Hg,

ich stimme Dir zu 100 % zu. Alle Substanzen, aber wirklich alle, die in dieser Diskussion zur Sprache kamen, sind potentiell gefaehrlich und sollten keinesfalls in Kindernaehe gelangen koennen.

Ich wollte dies eigentlich auch ein wenig zum Ausdruck bringen, da ich einige Sammler-Kollegen kenne, die derartige Operationen immer recht forsch angehen (z. B. im Badezimmer, auch mit Kindern) in der Garage etc..

Mit dieser Feststellung ist aber den "Nicht-Privilegierten" auch nicht wirklich geholfen, oder ?
Was soll man dem engagierten und sicherheitsbewussten Sammler ohne Laborzugang also raten ?

Gruesse

Axinit

Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Heinz am 19 Jun 06, 20:51
Hallo,

erstmal vielen Dank für eure Antworten  :)
aber zwei Fragen hab ich noch,
1.) wie oft kann ich die Oxalsäue verwenden  ???
2.) wie entsorge ich den Rest  ???

Gruß
Heinz
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Axinit am 19 Jun 06, 21:18
Hallo,

 Es kommt darauf, wieviel "Rost" Du entfernen willst. Fuer duenne Belaege auf kleinen Stufen kann man einen Liter Loesung sicher oefter verwenden, hast Du "dicke Limonitablagerungen" zu entfernen, ist die Saeure nach einmaliger Verwendung wahrscheinlich nicht mehr brauchbar.

Dies laesst sich aber einfach durch Ausprobieren feststellen.

Entsorgung: bitte nicht in die Toilette, sondern zur Sondermuell-Sammelstelle.

Viel Spass und Erfolg beim Ausprobieren

Axinit
Titel: Re: Oxalsäure
Beitrag von: Heinz am 19 Jun 06, 21:28
Hallo Axinit

Entsorgung: bitte nicht in die Toilette, sondern zur Sondermuell-Sammelstelle.
Axinit

alles klar

Danke

Gruß Heinz
Titel: Antw:Oxalsäure
Beitrag von: jayjay am 15 Feb 10, 16:16
Muss diesen Thread mal wieder hoch holen. Kann mir jemand sagen, wie lange ich die Quarze ungefähr einlegen muss, wenn ich eine dünne Schicht reinigen will?Soll man dabei bleiben, handelt es sich um Stunden, Tage oder Jahre? Fragen über Fragen. ;o)
Danke für eine kurze Antwort.
Titel: Antw:Oxalsäure
Beitrag von: Hotzenblitz am 15 Feb 10, 16:42
hallo,

ein vor - redner hat die sache doch schon beantwortet......

Zitat
Es kommt darauf, wieviel "Rost" Du entfernen willst. Fuer duenne Belaege auf kleinen Stufen kann man einen Liter Loesung sicher oefter verwenden, hast Du "dicke Limonitablagerungen" zu entfernen, ist die Saeure nach einmaliger Verwendung wahrscheinlich nicht mehr brauchbar.

Dies laesst sich aber einfach durch Ausprobieren feststellen.

ausprobieren.......!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! das kann man nicht vorhersagen, wir können hier auch nicht sagen was genau das für ein überzug ist.... ist das ne schicht mit niedrigem quarz zweiter generation hast du eh keine chance .....

ansonsten ist mir da eben gerade nen lapis heft bei einer anderen recherge in die finger gefallen : mai 2000 ... da geht es um nadelquarz reinigen..... mit natronlauge..... musst du ggf noch mal nachlesen.....


g.A. chris
Titel: Antw:Oxalsäure
Beitrag von: Krizu am 15 Feb 10, 16:52
Hallo,

bei Quarz und Natronlauge waere ich vorsichtig! Bei einem pH größer als 9 (?) bildet sich Wasserglas und der Quarz könnte angegriffen werden.

MfG

Frank

Titel: Antw:Oxalsäure
Beitrag von: jürgen lange am 15 Feb 10, 23:17
und wenn der überzug calcium-haltig ist, dann bildet sich calcium-oxalat. ein sehr schöner fester niederschlag, der dann vermutlich nur noch mit konz. schwefelsäure weggeht. wenn überhaupt.

immer erst eine kleine probe machen und jemand mit dran lassen, der etwas von chemie versteht. rezepte hier im netz können schnell in die falsche richtung gehen.

gruß jürgen lange
Titel: Antw:Oxalsäure
Beitrag von: cmd.powell am 16 Feb 10, 01:23
Hallo,

bei Quarz und Natronlauge waere ich vorsichtig! Bei einem pH größer als 9 (?) bildet sich Wasserglas und der Quarz könnte angegriffen werden.

MfG

Frank

Ich weiß jetzt auch nicht, welchen pH Wert 10%ige Natronlauge hat (ich schätze mal deutlich mehr als 10), und von der wird Quarz nur sehr langsam angegriffen. Und noch langsamer, wenn man kalte bzw. zimmertemperierte Natronlauge nimmt - ich rede hier von fast geologische Zeiträumen. Außerdem greift die Lauge bevorzugt leichter lösliche Stoffe an. Wenn Du z.B. Kieselsinter auf/neben Deinen Quarzen hast, wird dieser sich bevorzugt lösen. Zur Vorsicht sollte man aber immer an weniger guten Stücken testen (das gilt natürlich auch für Oxalsäure etc.) !
Titel: Antw:Oxalsäure
Beitrag von: Krizu am 16 Feb 10, 10:00
Hallo,

der Glanz ist in der Regel schnell ruiniert. Deshlab wollte ich zur Vorsicht mahnen.

MfG

Frank
Titel: Antw:Oxalsäure
Beitrag von: Hotzenblitz am 16 Feb 10, 10:53
Hallo,....

@Krizu
@jürgen lange
@cmd.powell


Zitat
musst du ggf noch mal nachlesen.....


da sollte man, sich fragen : weshalb schreibt der hotzenblitz das da so rein...?

vieleicht weil : der das nicht mehr so ganz genau weis..... und der aber trotzdem weiterhelfen will....?

und, ne dritt oder viertklassigige quarzstufe lässt sich auch mit dem besten mittel nicht schön-reinigen....man sollte da dann schon abwägen....ich hab am anfang auch gedacht ich muss alles mit der chemie zu tode reinigen....und hab mir echt tolle stufen versaut...
Bei mir ist mittel erster wahl erst mal natriumdithionit gegen rostbeschläge und dann schau ich erst mal weiter... wenn dann noch calcit da ist oder so was, dann haun mer vieleicht noch mal hcl drauf... und wenn dann nichts mehr hilft fliegt das teil dann halt weg .... wie gesagt ..... schön - reinigen...? oder ich lass von vorne herein den belag drauf, ist ja auch nen mineral.... das zur paragenese gehört...?


und, stellt doch mal nen bild von dem teil rein.... dann könnte man auch besser sagen was man da am besten tut.....

Zitat
Kann mir jemand sagen, wie lange ich die Quarze ungefähr einlegen muss, wenn ich eine dünne Schicht reinigen will?Soll man dabei bleiben, handelt es sich um Stunden, Tage oder Jahre? Fragen über Fragen. ;o)

so eine fragestellung ist völlig aussagefrei....


g.a. chris

Titel: Antw:Oxalsäure
Beitrag von: MINERALI am 16 Feb 10, 14:24
hallo!
also ich habe gute erfahrungen gemacht mit oxalsäure,sollte aber im rahmen bleiben da es ja auch noch andere möglichkeiten gibt, etc. ultraschall ,andere säuren, oder eben halt nur wasser um die stufe net zu beschädigen
mfg heiko
Titel: Antw:Oxalsäure
Beitrag von: cmd.powell am 18 Feb 10, 02:17
@Hotzenblitz: Naja, kaputtreinigen sollte man seine Stufen natürlich nicht und eine Murksstufe wird man sich sicherlich nicht schönreinigen (es sei den, man nimt Ethanol statt Wasser und den dann oral  ;D ). Ich gehe aber mal davon aus, das jemand, der hier fragt, schon reinigen will, also erklärt man/ich ihm das. Ob es Sinn macht sollte jeder selber entscheiden (können).

@Krizu: Ok, bei hochglänzenden Quarzen wäre ich natürlich auch vorsichtig. Wie schon gesagt, am besten erstmal an weniger guten Stücken testen, ob das eigentliche Mineral angegriffen wird (gilt ja nicht nur für Quarze). Natronlauge auf Quarz hat auch noch eine ganz andere heimtückische Eigenschaft: Die Teile werden extrem glitschig und schlüpfrig ! Je nach Gewicht, flutschen die einem schnell mal durch die Finger, schlagen dann irgendwo hart auf und schnell ist da mal eine Spitze wech. Ist auch seeehr ärgerlich und manchmal, je nachdem, wo die Stufe hinfällt, recht schmerzhaft.