Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Hg am 22 Jun 06, 21:23
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Hallo,
bisher ist mir Kakoxen nur als MM bekannt, aber als Sammler ohne Bino finde ich das ehrlich gesagt für meine Sammlung nicht so interessant :P (auch wenn die Aggregate schön unterm Bino aussehen mögen)
Mich würde mal interessieren, ob es auch Kakoxen > 5 mm gibt, und wenn ja woher.
Grüße
Hg
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Hallo
Also von der Clara sind Funde zumindest bis 5 mm bekannt.
Jedoch gilt Kakoxen als sehr selten in der Clara.
Glück Auf
Clara lover
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Hallo,
hmm, riesige Kristalle von Kakoxen kenne ich eigentlich nicht. In der Leonie in Auerbach gab es aber ganz gute Stücke, wobei so "Sonnen" schon mal einen halben cm im Durchmesser haben können. Bild im Anhang: Kakoxen von der Leonie, Bildbreite ca. 4 mm. Mein Kakoxen von Hagendorf-Süd ist (leider) kleiner.
Gruß
Berthold
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Meines Wissens gibt es doch Kakoxen als Einschlüsse in Quarzen ? Und da können die Kakoxennadeln - glaube ich - auch schon mal einen cm oder mehr groß werden...
Und aus Spanien - Horcajo Bleigrube, Ciudad Real Province - sollen Kristalle bis 1 cm Größe vorkommen. Ist doch schon mal was, oder ?
Glück Auf
Thomas
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ahh, schonmal danke für die aufschlussreichen Antworten.
gibt es eigentlich einen speziellen Grund, weshalb die xx fast nur als MM vorkommen?
Grüße
Hg
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Hallo,
gibt es eigentlich einen speziellen Grund, weshalb die xx fast nur als MM vorkommen?
ich vermute mal, dass das folgenden Grund hat: Die Lösung muss in einem eng begrenzten Bereich die richtige Zusammensetzung bei gleichen Bedingungen haben (sonst bilden sich andere Mineralien), d.h. die Temperatur, pH-Wert, Lösungsgenossen usw. müssen über einen längeren Zeitraum weitgehend konstant bleiben. Dazu kommt natürlich die Frage der Anzahl der Kristallkeime (viele Keime > viele kleine xx).
Gruß
Berthold
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Hallo Berthold,
vielen Dank für Deine Erklärung.
Kann man dann also sagen, je komplizierter die Zusammensetzung eines Kristalls, umso wahrscheinlicher ist es, dass die xx sehr klein sind, oder ist diese Schlussfolgerung zu stark verallgemeinert?
Wäre für mich logisch, weil die komplexe Zusammensetzung über einen längeren Zeitraum während der Kristallisation und des Kristallwachstums konstant bleiben müsste. Richtig?
Grüße
Hg
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Hallo,
Wäre für mich logisch, weil die komplexe Zusammensetzung über einen längeren Zeitraum während der Kristallisation und des Kristallwachstums konstant bleiben müsste. Richtig?
Richtig. Aber wenn da sehr viele Keime rumschwirren wachsen nicht nur wenige große Kristalle - sondern viele kleine. Ich glaube diesen Effekt sollte man nicht unterschätzen (ggf. wirken andere Mineralien / Verunreinigungen als Keime !).
Von strukturellen Dingen könnte die maximale Größe zudem auch noch abhängen. Ich kenne keine dickprismatischen Kakoxen-xx, d.h. die Wachstumsgeschwindigkeit ist in den verschiedenen Raumrichtungen SEHR unterschiedlich. Könnte sein, dass das begrenzend wirkt...
Gruß
Berthold
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Muß aber nicht heißen, das es nicht auch irgendwo dickprismatische Kakoxenkristalle gibt.
Natrolith, Millerit und Kermesit bilden in aller Regel nadelig - langprismatische xx, es kommen jedoch von allen gelegentlich auch von verschiedenen Fundorten sehr dicke Kristalle vor.
Vielleicht wurden die dicken Kakoxene ja nur noch nicht gefunden ...?
Glück Auf
Thomas
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Hallo Hg,
wende dich mal an lohme hier im Altas, der hat 2003 recht ordentlichen relativ großen Kakoxen in Ullersreuth "Grube Hoff auf mich" gefunden. Vielleicht hat er ja nich was für dich ;). Außerdem habe ich mal sehr schöne Stücke aus Lobenstein/Thür. gesehen.
Gruß Jürgen
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Hallo,
Wäre für mich logisch, weil die komplexe Zusammensetzung über einen längeren Zeitraum während der Kristallisation und des Kristallwachstums konstant bleiben müsste. Richtig?
Richtig. Aber wenn da sehr viele Keime rumschwirren wachsen nicht nur wenige große Kristalle - sondern viele kleine. Ich glaube diesen Effekt sollte man nicht unterschätzen (ggf. wirken andere Mineralien / Verunreinigungen als Keime !).
Von strukturellen Dingen könnte die maximale Größe zudem auch noch abhängen. Ich kenne keine dickprismatischen Kakoxen-xx, d.h. die Wachstumsgeschwindigkeit ist in den verschiedenen Raumrichtungen SEHR unterschiedlich. Könnte sein, dass das begrenzend wirkt...
Hallo,
es gibt einige Stoffe, bei denen das Wachstum senkrecht zur ausgezeuchneten Richtung kaum stattfindet. In der Technik schafft man soetwas meist mit dem Czochralski-Verfahren zu umgehen, wenn die Temperatur nach unten stark zunimmt aber zum Rand kaum.
Beim KDP (Kalium-Di-Hydrogenphosphat) geht man so weit, das Keimscheiben vorgelegt werden. Die werden teilweise sogar aus Einzelscheiben gepuzzelt.
Also wenn die Zusammensetung kompliziert und der Existenzbereich klein ist, die Struktur stark anisotrop ist, ist damit zu rechnen, dass der Kristall nur eine dünne Nadel wird.
Wenn dann die Nadel noch bricht, hat man zwei dünne Nadeln usw... also viel Kleinkram.
Meine Erfahrung...
MfG
Frank
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Hallo,
vielen Dank für eure aufschlussreichen Antworten. Man lernt eben nie aus :D
Grüße
Hg