Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Gesteine / Rocks / Rocas => Thema gestartet von: Impaktus am 23 Aug 06, 20:41
-
Hallo!
Habe auf der google - Suche nach Info zu den Plateaubasalten eine Diskussion bei Euch entdeckt
www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Grenzton/Discussion
Letzte Meldung dazu war am 16.07.2006
Genau dieses Thema beschäftigt mein Hirn seit geraumer Zeit und ich hätte da die eine oder andere Frage.
Finde das jedoch nicht im Forum, wenn ich 'Plateaubasalte' suche..
Bin heute neu registriert und noch nicht vertraut mit diesem Forum..
Falls jemand da mit mir drüber reden will, so darf Sie/Er das gerne tun..
bin mäßig geologisch vorgebildet
und noch mäßiger chemisch/physikalisch...
gruß Impaktus :)
-
Hallo Impaktus
nicht im Forum suchen - aber im Lexikon unter Flutbasalte. Da findest Du bestimmt die Details, die Du suchst.
gruß
collector
-
Hallo Impaktus,
erst mal herzlich willkommen und viel Spaß.
Um dir die Suche zu ersparen (ich hatte sie gerade auf, nachdem ich das von dir gelesen hatte)
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Flutbasalt
Hast du zu Grenzton nur die Diskussion gesehen, oder auch die eigentliche Seite? (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Grenzton)
Schönen Gruß
Norbert
-
Oh Hallo,
und Danke!
Hab ein wenig im Forum rumgelesen und nun auch das im Lexikon.
- und dabei Eure Antworten erst jetzt gesehen...
Da steht ne ganze Menge drin (im Lex und der Diskussion dazu)
- in etwa das was ich bereits weiß aber auch Neues dabei...
Folgendes beschäftigt mich:
1. K/T- Ereignis: wars nun ein kohliger Chondrit - C2??/C3?? - oder ein Eisenmeteorit (wegen der in der Diskussion genannten Spinelle)
2. Reichen 500 ppm aus, um die hohen Ir-Konzentrationen in den Grenztonschichten allein durch den Anteil im Meteoriten/Asteroiden zu erklären?
Oder kann das Ir auch während des Impaktes durch Fusion entstehen- war ja ein Knall von einer ganzen Menge H-Bomben damals...
- das kürzlich aus der Bib entliehene Chemiestandardwerk gibt dazu nix her....
- und meine bisherige online Recherche auch nicht..
3. Die Grenztone sind rot bis gelb, wie ich gelesen - also vermute ich Verwitterung von CaCO3 und die Grenztone dann als Residualtone
>>> da müßten sich dann die Riffe nach dem Impakt aus dem Meer erhoben haben- denn daß das Meer 10.000 Jahre lang verdampft war kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen..
>>> wenn Grenztone rot, dann wohl in semiaridem Klima entstanden (Spanien /Agost - Italien /Gubbio - u.a. ??)- ich vermute Hämatit, wenn Grenztone gelb dann vielleicht ein bißchen kühler gewesen (Geulhem = Maastrichtian)
4. In welcher Mineralform liegt das Ir in den Grenztonen vor??? IrO2?? oder als CaIrO3??? Gibts letzteres überhaupt?
Habe von CaIrO3-Struktur gelesen als ich neulich einige neuere Abstracts zu Postperovskit im D" Layer des tiefen Erdmantels fand..
Der Fragen wären noch mehr, aber ich lass es erst mal gut sein...
Wenn da jemand mehr dazu weiß wär ich sehr dankbar...
...Ihr dürft mir auch gern Fachbegriffe um die Ohren hauen- wenn ich sie nicht versteh, sag ich das...
mit besten Grüßen :)
Impaktus
(auch Norbert)
-
Hallo,
Erst mal herzlich willkommen hier im Forum.
1. Spinell kommt auch im Erdmantel vor, ist auch in Steinmeteoriten enthalten. Muss nicht unbedingt aus Eisenmeteorit sein.
2. Fusion geht nicht so einfach. Und wenn dann entstehen bei den kurzen Zeiträumen beim Impakt garantiert keine Elemente schwerer als Eisen.
4. Interessante Frage. Teilweise könnte das vielleicht in metallischer Form sein (Edelmetall, verbindet sich ungern) und teilweise sicher eingebaut in Minerale. Muss ich mich mal drum kümmern, kann ich so aus dem Stegreif auch nicht unbedingt beantworten.
Bin Sudent der Mineralogie mit Hauptfach Petrologie, kümmere mich aber mehr um Metamorphite.
Es gibt da übrigens noch den Java-Flutbasalt, den größten der Erde, der mitten im indischen Ozean liegt, da soll auch ein Meteor rein sein. Hatten mal einen Vortrag in einem Seminar darüber.
Glück Auf!
Smoeller
-
Hallo Smoeller,
auch Dir Dank fürs Willkommen!
zu 2. Das Fusion nicht so einfach geht ist mir klar, da Elemente > Fe IN STERNEN nur bei Supernovae entstehen.
Ich weiß jedoch nix über die kurzzeitig möglichen Temperaturen bei Impakten, daher die Frage..
zum Java- Flutbasalt - - wie alt is der???
Frage deshalb, weil ich der These anhänge, daß die Flutbasalte eigentlich alle eine Impaktfolge sein könnten, auch wenn ich bereits Gegenargumente gehört hab, die mich aber nicht recht überzeugen bis jetzt..
>>> die sibirischen Basalte könnten ja nun wirklich mit dem PermoTrias Ereignis in Korrelation stehen als Folge des riesigen Impaktkraters der - so wie es aussieht- dieses Jahr in der Antarktis entdeckt wurde
Glück Auf! zu sagen steht mir eigentlich nicht zu, da bisher nur einmal Solnhofener Platten geklopft und ansonsten lediglich in Bodenkundelöchern gestanden..
Darum Gruß
Impaktus
-
Hallo,
Ich weiss es nicht genau, wie alt der Java-Basalt ist, schaue noch mal nach.
Glück Auf!
Smoeller
-
2. Reichen 500 ppm aus, um die hohen Ir-Konzentrationen in den Grenztonschichten allein durch den Anteil im Meteoriten/Asteroiden zu erklären?
Oder kann das Ir auch während des Impaktes durch Fusion entstehen- war ja ein Knall von einer ganzen Menge H-Bomben damals...
4. In welcher Mineralform liegt das Ir in den Grenztonen vor??? IrO2?? oder als CaIrO3??? Gibts letzteres überhaupt?
Habe von CaIrO3-Struktur gelesen als ich neulich einige neuere Abstracts zu Postperovskit im D" Layer des tiefen Erdmantels fand..
Hallo,
für die Fusion der schweren Elemente brauchst Du etwas mehr.
- Wasserstoff zu Helium ist zur Zeit in der Sonne.
- In der Sonne wird es gegen Ende Helium zu Kohlenstoff fusioniert.
Für den Rest brauchst Du etwas mehr Bums als in der Sonne. So ist so ein Impakt eher ein Fünkchen. Irisium baut sich gut in die Perowskit-Struktur ein, du brauchst als gar keinen CaIrO3 oder so. 500ppm fällt doch unter möglicherweise unter Dotierung.
MfG
Frank
-
Hallo Smoeller,
habe gestern selbst noch versucht das Alter der Java-Basalte rauszufinden, aber dann kam mir ein Skript über die REE dazwischen, an dem ich mir grad die Zähne ausbeisse.
Hallo Krizu,
nur 1 Fünkchen ist ein netter Vergleich...
In der Sonne wird ja auch kein Ir durch Fusion erzeugt- die is ja massenmäßig zu klein sprich der Gravitationsdruck und damit die Temperatur zu niedrig.
- und sie wird als weißer Zwerg enden.
Diese Dimension kann ich mir schon in etwa vorstellen.
Bei einem Impakt:
Einschlaggeschwindigkeit von sagen wir mal +- 30.000 km/h (v streut aber relativ weit)
Vor einer Supernova:
Sternhülle kollabiert mit sagen wir mal +- 30.000 km/s und fliegt dann mit ähnlich hoher Geschwindigkeit wieder auseinander
(Zahlen stimmen nicht genau, aber zeigen die Verhältnisse an)
>> und nur hier werden wohl die schweren Elemente > Fe fusioniert.
Ich kann mir aber vorstellen (berechnen kann ich das nicht- bin zu schlechter Mathematikerfür sowas),
daß während eines Impaktes, wenn der Impaktor genügend groß ist und die Energie von mehreren 1000 H-Bomben auf relativ kleinem Raum konzentriert freigesetzt werden, dann auch für einen extrem kurzen Zeitraum die Fusion schwerer Elemente ermöglicht werden könnte (Betonung auf könnte).
Zum Ir:
Glaube ich gern, bzw. eigentlich kein Zweifel, daß sich Ir gut in die Perowskitstruktur einbaut.
Ionenradius Ti: 61 pm >> CaTiO3
Ionenradius Ir: 66 pm >>CaIrO3
>> aber wo findet man diesen Einbau bevorzugt?? Das isses was mich beschäftigt.
Ist das Ir, da siderophil, in der D" Schicht des unteren Mantels angereichert??
Läßt sich so die hohe Konzentration von bis 500 ppm in manchen Chondriten erklären??
Repräsentieren also Ir- reiche Chondrite die Fragmente einer Kern/Mantelgrenze eines ausdifferenzierten aber zerstörten Großplanetesimals bzw. gar Planeten?
>>> Wenn ja, dann dürfte man wieder über die frühere Existenz des Planeten Phaeton spekulieren und die Titius-Bode-Regel bekäme einen neuen Stellenwert.
(dieser Satz ist eine absichtliche kleine Provokation an die Astrophysik)
>>> Dies ist eine Fragestellung, der man sich natürlich nur indirekt annähern kann, da man ja nicht die Kern/Mantelgrenze der Erde direkt ansehen kann.
Schlüsse auf deren Zusammensetzung lassen sich nur ziehen aus:
- seismischen Messungen
- Messung von Gravitationsanomalien
- kristallographischen Hochdruckexperimenten
-Analyse von gefallenen Meteoriten
-direkter Probenentnahme bei Vesta und Co
Gruß
Impaktus
-
Hallo Smoeller,
das Java-Ontong-Plateau ist wohl mittelkretazisch.
Zur genauere Datierung habe ich jedoch noch nix gefunden auf die Schnelle..
Gruß
Impaktus :)
-
Hallo,
wir haben Wasser auf der Erde. Damit dürfte die terrestische Bildung von Ir auch auf einem begrenzten Gebiet ad acta sein. Wenn im Zentrum Iridium (woraus?) entsteht, dürfte im weitem Umkreis He entstehen.
Was Dir bei der Betrachtung der Geschwindigkeiten fehlt, ist der Gavitationsdruck. Du kannst auf der Erde nicht das notwendige Plasma einsperren. Auch eine Wasserstoffbombe nimmt nur etwas Wasserstoff und macht Helium, bis sie auseinanderfliegt. Welche Energie hatte das Beben in Chile? (irgendwas um die 9,x meine ich) 100 Wasserstoffbombern? welche Produkte wurde da kerntechnisch synthetisiert? Was ich damit sagen will: Im Inneren der Supernova fast thermisches Gleichgewicht und Zeit, ein Impakt kalte Umgebung und kurze Zeit.
Bei einer einfachen Supernova geht es auch imho nur bis zum Kohlenstoff.
MfG
Frank
-
Hi Frank,
hmmm, wenn ich wüßte aus welchen Vorstufen das Ir durch Fusion hergestellt werden kann, hätte ich die Frage nicht aufgeworfen..
...bin kein Kernphysiker, auch wenn mich dieses Gebiet interessiert...
Auf Erden kommt Iridium 77Ir in 2 stabilen Isotopen vor 191Ir (37,3%) und 193Ir(62,7%)
>> es gibt also schon mindestens 2 verschiedene Enststehungswege
191Ir könnte (theoretisch, falls dies physikalisch möglich ist) über die Zwischenstufe des radioaktiven Goldisotops 195Au durch Alphazerfall entstehen, wenn man ganz naiv nur die Massen und Kernladungszahlen betrachtet
(193Ir durch Alpha aus 197Au wohl eher nicht, weil natürlich vorkommendes Au meines Wissens zu 100% 197Au ist und da nix zerfällt..)
Aber es gibt ja auch noch andere Zerfallsmöglichkeiten...
Und das radioaktive 195Au könnte aus Fusion von verschiedenen anderen Kernen entstehen.
Jedoch darf man es sich natürlich sooo einfach auch nicht machen, denn bis jetzt ist nur bekannt, daß
195Au mit einer HWZ von 186.12 d mittels EC- Zerfall zu 195Pt wird, also der Weg des Alphazerfalls wohl ein Holzweg ist....
Ich hatte vor ein paar Tagen die Idee einfach mal (Mg,Fe)SiO3 herzunehmen und alles zusammenzuaddieren- wollte sehen ob man da irgendwo in der Nähe des Ir rauskommt (also über die Massenzahl und die Kernladungszahl), aber das scheint wohl nicht der Weg zu sein.
Was nicht heißt, daß es nicht doch ne Möglichkeit über irgendeine Summenformel gibt...
(Mein Gedanke war einfach, daß es vielleicht bei einem Impakt die Kerne einer Kristallbasiseinheit so schnell verschmelzen könnte, daß das Ir oder eine Vorstufe entsteht, bevor der Kristall durch den Impakt in seine Einzelteile "atomisiert" bzw. ionisiert ist..
...aber darüber haben sich bestimmt schon schlauere Leut als ich Gedanken gemacht, und wenn Sie es rausgefunden hätten, hätte ichs mir wahrscheinlich schon ergoogelt....
Und bis dato weiß ich noch nicht mal, ob das Ir der K/T-Grenztone 191er oder 193er oder eine Mischung aus beiden ist...
Der wissenschaftlich korrekte Weg ist wohl der, daß man sich die Isotope der im Periodensystem benachbarten Elemente ansieht:
Isotope Mass Half-life Mode of decay Nuclear spin Nuclear magnetic moment
191Pt 190.961684 2.96 d EC to 191Ir 3/2 0.50
193Pt 192.962984 60 y EC to 193Ir 1/2
197Pt 196.967323 18.3 h β- to 197Au 1/2 0.51
Isotope Mass Half-life Mode of decay Nuclear spin Nuclear magnetic moment
188Ir 187.95885 1.72 d EC to 188Os 2 0.30
189Ir 188.95872 13.2 d EC to 189Os 3/2 0.13
190Ir 189.9606 11.8 d EC to 190Os 4 0.04
192Ir 191.962602 73.83 d β- to 192Pt 4 1.92
Isotope Mass Half-life Mode of decay Nuclear spin Nuclear magnetic moment
182Os 181.95219 21.5 h EC to 182Re 0
183Os 182.9531 13 h EC to 183Re 9/2
185Os 184.954043 93.6 d EC to 185Re 1/2
191Os 190.960928 15.4 d β- to 191Ir 9/2
193Os 192.964138 30.5 h β- to 193Ir 3/2 0.73
194Os 193.965179 6.0 y β- to 194Ir 0
..... und dann darüber grübelt wie diese Isotope wohl am besten hergestellt werden können und welche Energien dazu nötig sind....
.... aber das ist derzeit leicht über meinem kognitiven Limit..
gruß
Impaktus ??? :)
-
hmmm...
..tut sich grad nix mehr hier....
wollte eigentlich auch weniger über Fusion erfahren hier als über das Ir des K/T Grenztones...
...und auch ob vielleicht jemand Info hat zu Untersuchungen des Ir in Schichten der Perm/Trias Zeitenwende...
...auch Ir- Gehalte anderer Schichten wären interessant zu wissen...
...vielleicht gibts ja einen Spezialist,der sich äußern mag...
mfG
Impaktus
-
Hallo,
hmmmm, hab mich jetzt 10 Tage unter Chemie- und Kristallographiebüchern vergraben und ich muß sagen mir schwirrt der Kopf vor lauter
Kamazit,Taenit,Coesit,Stishovit,Lonsdaleit..
Ligandenfeldtheorie (hallo Hg!)...
14 normalen und etlich mehr 4 dimensionalen Bravaisgittern...
Absorptionsspektren...
undundund...
und möcht jetzt gern einen Gedanken wieder aufgreifen, den krizu und smoeller wahrscheinlich schon wieder ad acta gelegt haben.
(auch wenn es zunächst nix mit Plateaubasalten zu tun hat)
erstmal Krizu: bei ner Supernova geht es sehr wohl weiter als bis zum Eisen... Alle schweren Elemente...
dann Zitat smoeller:
"2. Fusion geht nicht so einfach. Und wenn dann entstehen bei den kurzen Zeiträumen beim Impakt garantiert keine Elemente schwerer als Eisen."
That's it... (des Pudels nukleus)
wirklich nicht????
Die Fusion von schweren Elementen kann in der Sonne nicht aufrecht erhalten werden, da die freigesetzte Energie kleiner wird als die aufgewendete..
Das heißt jedoch nicht daß in der Sonne überhaupt kein Eisen entstehen kann..
bereits bei der Fusion von H zu He werden pro Nukleon so hohe Energien frei, daß auch die Erzeugung schwerer Elemente in geringem Umfang statfinden kann
(was nicht das gleiche ist wie aufrecht erhalten..)
wenn dann bei einem Impakt die Energie von mehreren 1000 HBomben augenblicklich freigesetzt wird und der Impaktor z.B. ein NiFe war,
dann kriegt der NiFe die fast die ganze Impaktenergie voll ab (zumindest in den ersten millisekunden)
(paar Zahlen:
die Bindungsenergie pro Nukleon beträgt beim 56er Eisen so ca. gut 8,5 MeV
wenn ein Deuterium und ein Tritium verschmelzen kommt ein Helium und ein Neutron rausund 17,588 MeV)
nun hab ich hier im Lexikon, bei mindat, in meinen büchlein und noch andernorts recherchiert
und stelle folgende These in den Raum:
Iridium gelangt evtl. nicht nur bei der Akkretion eines Planeten oder als meteoritisches Mitbringsel auf den Planeten, sondern entsteht auch beim Impakt selbst.
Richtigen Beweis habe ich da noch keinen aber ein (in meinen Augen fast schon ein erschlagendes)Indiz:
Re Os und Ir findet man mit Fe vergesellschaftet als Hexaferrum.
was nun, wenn bei einem Impakt der NiFe hochkomprimiert wird???
das Eisen kommt kubisch-raumzentriert mit dem Impaktor runter
- macht 9 Eisenatome pro Basiseinheit
-3mal26Protonen pro Eisen macht 78 >>> 75Re 76 Os 77 Ir 78 Pt 79 Au und 80 der Herr Quecksilber...
-9 mal Eisen minus drei macht 6
-und feddich is das Hexaferrum... ;D
und das 77Ir entsteht dann z.B. aus 78Pt durch K-Einfang (der wohl auch dem Herrn Quecksilber ganz gut schmecken würde...)
m.a.W. ReOsIrPt quasi als "Superhochdruckmodifikation" (dieses Wort jetzt bitte nicht auf die Goldwaage legen) von Fe über den Umweg der Kernverschmelzung...
qedpsrn
(quod esse demonstrandum per scientiam rerum naturalis)
ob ich doch noch kernphysiker werden sollte?? ??? :)
es güßt freundlichst alle Steineklopfer und Kristalldotierer
Impaktus
-
Hallo,
http://de.wikipedia.org/wiki/Kosmochemie (http://de.wikipedia.org/wiki/Kosmochemie)
http://de.wikipedia.org/wiki/Nukleosynthese (http://de.wikipedia.org/wiki/Nukleosynthese)
http://de.wikipedia.org/wiki/Chemisches_Element (http://de.wikipedia.org/wiki/Chemisches_Element)
Nicht jede Supernova erzeugt die schweren Elemente.
Bei den notwendigen Temperaturen reichen nun echt nicht einige poppelige Fusionsbomben. Wieviel Energie wurde beim Chile-Beben frei? In H-Bomben gerechnet? Warum eine Fusion? Werden Die überschweren Elemente per Fusion aufgebaut? (vielleicht hier ein schon ein nein?)
Warum produziert die Sonne (Wieviel H-Bomben pro ns?) nicht megatonnenweise Iridium und haut uns das als Sonnenwind um die Ohren?
Vergiß den galaktischen Funken K/T und rechne mal durch wieviel Energie du brauchst, um soviel Iridium zu erzeugen, dass eine etwa 5cm dicke Schicht mit sagen wir 100ppm Ir auf einer Kugel mit dem Umfang 40.000km zu erzeugen.
Vergleiche diese Energie mit der Energie von 1 H-Bombe mit etwa 10MT. die notwendige Umrechnung findest Du unter
http://de.wikipedia.org/wiki/TNT-%C3%84quivalent (http://de.wikipedia.org/wiki/TNT-%C3%84quivalent)
hth
Frank
(der jetzt nicht die ug-gg und gu Geschichte zur Stabilität der Kerne - Isotopenverteilung- rauskramen will)
-
Hallo Impaktus,
die Energien, Temperaturen und Drücke die bei einem Meteoriten-Impakt vorliegen sind doch kein Geheimnis. Materie wird hier bestenfalls in der Kristallstruktur umgeformt (z.B. Ries-Diamanten) für Nukleosynthese reichen die Energien um viele Größenordnungen nicht.
wenn dann bei einem Impakt die Energie von mehreren 1000 HBomben augenblicklich freigesetzt wird und der Impaktor z.B. ein NiFe war, dann kriegt der NiFe fast die ganze Impaktenergie voll ab (zumindest in den ersten millisekunden).
Warum sollte der Meteorit die Energie "voll" abbekommen? Nein, das ganze System bekommt die Energie ab, d.h. auf jedem Punkt der Erde wirkt die Energie (z.B. in Form von Erdbeben).
Wenn Du die gesamte Energie auf wenige Atome konzentrieren könntest, ja dann...
Aber nur mal so angenommen, was würde passieren wenn die Impaktenergie für Kernverschmelzung reichen würde? Dann lass mal gedanklich einen Meteorit auf ein Kalkgestein fallen... bei der Fusion bis zu Eisen wird doch Energie frei - :o
Gruß
Berthold
-
Hallo Krizu, hallo Berthold!
Tja, was sag ich dazu..?
Erstmal Krizu: die ug gg- geschichte mußt Du nicht rauskramen- ich kenne sie.
(Elemente mit ungerader nukleonenzahl haben idR nur 2 stabile Isotope usw...)
die Sonne produziert kein Iridium in nennenswerten Mengen, da sie sich im Stadium der Wasserstofffusion befindet.
Aber ein klein wenig könnte schon sein, weil ja die Absorptions- bzw. Emissionsspektren aller Elemente auch im Sonnenlicht zu finden sind.
Oder glaubst Du daß die Spektren aller anderen Elemente außer H und Fe lediglich durch ionisierten galaktischen Abfall entsteht, der sich grade zwischen Erde und Sonne schmuggeltt?
Ich denke, daß alle Elemente (natürlich nur in äußerst geringer Menge) auch in der Sonne erbrütet werden, die Masse ist jedoch H und He aufgrund der kosmischen Elementverteilung..
In die Sonne selbst reinzusehen und ne Analyse zu machen ist ja technisch nicht machbar, man kann ja nur die Photosphäre sehen mit den Granulen und den aus ihnen entstehenden Sonnenflecken und die Flares usw.
Alles was unterhalb der Photosphäre passiert, ist bis zum heutigen Tage lediglich theoretisch abgeleitet.
(Natürlich von hervorragenden Wissenschaftlerköpfen-keine Frage...)
und ebenso natürlich mittlerweile durch viele Messungen und Experimente erhärtet
-wozu auch die erwähnten Emissionsspektren gehören.
>>>da könnte man jetzt gut im quantenwelt- Forum anfragen, aber das gibt es nicht mehr, nur noch die (sehr empfehlenswerte) Wiki
..wenn dann das H-Brennen sich erschöpft, kommen die anderen Elemente in mengenmäßigen höheren Anteilen dran, im Rote Riesenstadium, das aber von mehreren Gravitationskollapsen begleitet wird, damit der Druck auch die nötigen Temperaturen liefern kann.
So n Stern is ja nix anderes als fusionierendes Plasma, das im Gleichgewicht Strahlungsdruck/Expansionsdruck steht.
Aber Dir muß ich das nicht erklären, du weißt es selbst- habe es nur geschrieben, damit Du weißt, wo ich in etwa stehe, weil die richtige Einschätzung des Gegenüber das größte Problem ist wenn Leute elektronisch verfaßte Texte austauschen und sich erst ein paar posts lang kennen.
(war wohl mein Fehler, mich etwas tiefstapelnd in dieses Forum einzufragen, aber ich- der ich zwar einen Granit vonnem Gneis am Handstück unterscheiden kann und ne Parabraunerde aus Löß vonnem Podsol - habe geglaubt ich wüßte schon ein wenig über die Welt der Steine Bescheid- und war derart erschlagen von der Breite und Tiefe dieses Forums und sehe mich nun noch mehr als vorher als kleines unwissendes Würmchen im großen Kosmos- und habe damals entschieden, wenn ich schon der Herr Newbie bin, dann frag ich auch erst mal wie ein solcher..)
Aus galaktischer Sicht war K/T ein Fünkchen, das vielleicht sogar der liebe Gott übersehen haben könnte, aus terrestrischer ganz sicher nicht!
Und die permotriassische Extinktion erst recht nicht, da hat es wohl Pangäa regelrecht zerrisen damals...
in die Fragmente die wir heute Kontinente nennen.
Und wie das alles genau vor sich gegangen ist damals, da wird ja noch fleißig geforscht
es gab ja noch mehr Impaktereignisse auf der Erde als diese 2
(Pangäa könnte es auch schon wesentlich früher zerrisen haben, darüber zerfleischt sich die Forscherwelt noch derzeit)
und ich gehöre zu den Menschen, die glauben, daß sich jede Gebirgsbildungsära von der assyntischen bis zur alpidischen mit einem Impaktereignis verknüpfen lassen. Wo der entsprechende Krater noch nicht gefunden ist, wird man ihn noch finden...
darum heiß ich hier auch Impaktus ;D.
und das mit dem Hexaferrum war eine spontane fixe Idee, wo ich nicht anders konnte als dieselbe online zu stellen um die eine oder andere Reaktion zu bekommen.
Tät halt zu gut passen, wenn so ein Kubus mit einem zentralen Ferrum drinne so stark gequetscht und erhitzt wird, daß eben nicht nur eine neue Hochdruckformation des Fe entsteht sondern es sogar zu Fusionen kommt, wo sich dann 6 Eisenkerne wie ne Kugel um das neu erzeugte (hauptsächlich wohl 78erPt) schmiegen.
Und jetzt Berthold:
das alles natürlich nur in einem begrenzten Umfang.
Man wird sicher nicht für alles Fe, das in einem Impaktor ist (egal jetzt mal ob NiFe oder chondritisch oder Achondrit)
ein Drittel in den genannten Neuelementen bekommen.
(Die Dinger verreißt es ja bis zu einer gewissen Größe eh erstmal komplett und was dann auf die Erde fällt und gefunden wird ist Gespratzel-
entweder chondritisch oder ausdifferenziert...je nachdem was es vorher mal war...)
Der Meteorit (den ich lieber Asteroid nenne, aber auch ein Komet sein kann) kriegt sicher nicht alle Energie voll ab- das war etwas zu lax formuliert.
Der Einschlag- so er denn als Ganzes erfolgt und das Stück 8)Himmel das uns auf den Kopf fällt groß genug ist-
bewirkt ja auch Reaktionen auf der Erde wie Kraterbildung und dabei ein Rückfedern der Kruste, höchstwahrscheinlich erheben sich die Kratone auch noch sehr lange Zeit nach einem Impakt.
Aber in den paar ersten Tausendstel Sekunden eines solchen Ereignisses muß sicher der Impaktor den größten Teil der Energie alleine verdauen- er ist es ja, der mitten im Ereignis drinne steckt.
Und das wollte ich durch meine Frage rausfinden, ob nicht auch ein Teil des Iridiums impaktogen sein könnte.
Der Großteil davon mag ja gerne bereits fix und fertig runterkommen
- da habe ich nichts dagegen einzuwenden
-äh ja, in Gedanken hab ich schon sehr oft einen Meteoriten auf Kalkstein fallen lassen
-meine familären Wurzeln liegen im Ries, ich bin da aufgewachsen.
den Riesimpaktor hat es in mindestens 2 große Teile zerrissen, das kleinere Fragment hat das Steinheimer Becken gebildet.
der Einschlag kam von Westen, weil die Tektite in Böhmen liegen.
Doch der Impaktor war ja relativ klein (so ca.1km, wie man aus der Größe des Zentralwalls schließt und das ganze nachgerutschte Kraterchen dann läppische 20 km Durchmesser.
Da war Yucatan schon eine Nummer größer (auch hier ins Karbonat gefallen, was uns nachfolgend tolle Höhlensysteme beschert hat- ein paar Splitter sind nach Norden gedriftet und heißen jetzt Cuba und Jamaika..wo es auch tolle Höhlensysteme gibt)
und die permotriassische Bombe erst recht...
Im Ries findet man ja meines Wissens auch kein Ir oder Hexaferrum, lediglich Coesit und Stishovit bei den Quarzmodifikationen.
Da war auch keine globale Extinktion sondern lediglich eine halbeuropäische..
(beim Ries bin ich im übrigen der Ansicht, daß der Einschlg der entscheidende Kick war für das heutige bayerische Landschaftsbild
-man sieht das der geologischen Karte ja schon an der Nase an, was passiert ist - und hat wohl den Beginn der eigentlichen alpidischen Faltung erst so richtg in Schwung gebracht.)
- äh, noch was: das radiologische Alter der moldanubischen Granite korreliert ja hervorragend mit der PermoTrias- Wende....!!! ;)
dieser Impakt war wohl sooo heftig, daß nahezu auf der ganzen Erde Gesteine wieder geschmolzen sind, die eigentlich schon Kruste waren.
>>> a really unbelievable dimension- was muß da abgegangen sein...!!!
doch aus der P/T-Grenze kennt man bis jetzt (noch???) keine Ir- haltigen Schichten
vielleicht gibt es aber deshalb keine, weil der ganze Impaktor so tief eingedrungen ist, daß er danach im Mantel versank...
Ich habe eine sehr konkrete Vermutung, wo das passiert sein könnte...
...äußere mich dazu aber nur bei Interesse.
Abschließend noch zu den hohen Ir- Konzentrationen des Grenztones:
da der Grenzton wohl ein Residualton ist, wie ich bereits schrieb, ist dort das Ir und latürnich auch das Fe durch Karbonatverwitterung angereichert.
Falls die verwitterte Schicht mehrere Jahrtausende bis Jahrzentausende repräsentiert, könnte hier auch IrFe-haltiges Gespratzel von mehreren Impakten sich angesammelt haben.
mfG Impaktus :)
P.S.nur so am Rande: auch auf der Sonne könnten sich Impakte ereignen. Der Körper muß nur schneller da hinfliegen als ihn der Sonnenwind zerlegt...
...und nicht vorher Merkur aus Versehen den Weg kreuzt.
-
Hallo,
Bei den moldanubischen Graniten muss ich wiedersprechen. Die sind größtenteils 295 Ma alt und nicht 235 Ma. Die Orogene haben genug Energie für die Bildung gehabt, teilweise durch magmatic underplating, also Magma von unten, teilweise Subduktionszonen.
Iswt mein Gebiet, die Petrologie der variszischen Gesteine.
Glück Auf!
Smoeller
-
Hallo Impaktus,
der Gedanke die Plattentektonik durch Impakte zu ersetzen ist schon sehr abstrus. Beispiel die alpidische Orogenese: Die Zeit dieser Orogenese reicht von der Kreidezeit bis zum späten Miozän, d.h sie umfasst den Zeitraum von vor etwa 100 bis 5 Mio. Jahren. Hat also definitiv nichts mit dem Ries-Impakt zu tun.
das alles natürlich nur in einem begrenzten Umfang.
Man wird sicher nicht für alles Fe, das in einem Impaktor ist (egal jetzt mal ob NiFe oder chondritisch oder Achondrit)
ein Drittel in den genannten Neuelementen bekommen.
Verteile doch mal die Energie -wenigstens auf den primären Reaktionsraum (Krater).
Aber in den paar ersten Tausendstel Sekunden eines solchen Ereignisses muß sicher der Impaktor den größten Teil der Energie alleine verdauen- er ist es ja, der mitten im Ereignis drinne steckt.
Falsch: Nach den Gesetzen der Physik bekommt bei einem Stoß nicht ein Beteiligter den größten Teil der Energie alleine ab. Egal ob inelastischer oder reaktiver Stoß. Vergess aber gleich den Geanken, dass hier zwei "harte" Körper gegeneinander geflogen sind. Der erste "Impakt" ereignet sich schon an der Grenze zur Atmosphäre. Und selbst schon in zugänglicher Tiefe reagiert das Gestein auf Druck plastisch. Ist also eher so, wie wenn Du einen Tropfen Honig auf einen Wackepudding fallen lässt.
Zu den Granit-Altern hat smoller ja schon was geschrieben, da passt Deine Theorie schon mal nicht.
Gruß
Berthold
-
Hallo Berthold, Hallo smoeller, ;)
jetzt prasselt der Widerspruch auf mich hernieder,
so in etwa habe ich mir das erhofft.
Daß da nicht 2 vollkommen harte Körper aufeinander treffen ist mir bewußt.
Der Eintritt in die Atmosphäre führt zu einer einer Erhitzung und Teilaufschmelzung.
Die dauert aber nicht lang.
Wenn ich den Körper senkrecht mit 15.000 km/h oder 30.000 km/h auf die Erde fallen lasse, isser in 4 bis 8 Sek. durch 100 km Atmosphäre durch.
Kommt er im flachen Winkel daher und fällt mit einer Parabelbahn, so dürfte dieser Vorgang (aus dem Bauch geschätzt) höchstens 10 -12 sek dauern.
(der längste Meteoritenfall, von denen, die ich bis jetzt selbst sehen konnte (letztes Jahr zur Perseidenzeit) hat so ca.3sec gedauert, weil es ja ne Zeitlang dauert bis aus der Reibungshitze ein Glühen wird und die Reibung in 200 km ü NN noch äußerst gering ist und bei 100km NN schon größer und bei 10 kmNN noch größer (die Dichte steigt ja exponential mit abnehmender Höhe)
Da kommt die Reibungshitze sicher nicht bis ganz in die Mitte sondern, das Ding ist außen teilgeschmolzen und innen fest.
Und daß die Erde selbst elastisch reagiert (dies aber erst nach dem Stoß), habe ich schon erwähnt mit meinem Hinweis auf das heben der Kratone (das aber nicht die einzige elastische Gegenreaktion des Erdkörpers darstellt)
Honig in Wackelpudding ist ein schöner Vergleich, hier aber geht es um das Auftreffen eines Körpers mit der Rohdichte von sagen wir mal 8,5 auf einen anderen, der eine Rohdichte von 2,8 in der kruste hat und darunter noch einen festen bis zähplastischen Mantel mit Rho = 3 bis 5.
(sowie natürlich einen "flüssigen" äußeren Mantel - der läßt ja keine S-Wellen durch- und nen Kern von rho= 10-12)
- und dat rummst jewaltig...
Nach allem was ich bis dato mir an Informationen heranziehen konnte (das Thema beschäftigt mich nun so ca. 3,5 Jahre mit wechselnder Intensität)
bleibt von einem Impaktor bis 10 km Größe wohl kaum was im Krater stecken, den Einschlagkörper verreißt es komplett,
Die Carbonatschicht am Einschlagsort verdampft natürlich (da es erheblich heißer wird als in einem Zementdrehrohrofen) und nimmt so einen guten Teil der Energie mit, aber das passiert auch erst nach dem Einschlag.
Naja, für die Fusion von Fe dauerhaft in einem Stern braucht es Temperaturen so im 109 K Bereich.
Doch isses aber auch so, daß bei den Mineralien mit zunehmendem Druck die Temperatur für den Solidus/Liquidus sinkt,
Da isses doch gut möglich, daß Kerne fusionieren können, wenn ich sie kurzzeitig ganz gewaltig hohem (Impakt)Druck aussetze, temperaturmäßig aber noch nicht im Gigakelvin bereich bin.
Ich habe hier ein kleines schon älteres Büchlein rumliegen in dem steht, daß
von der Gesamtzahl der Eisenmeteorite, ca. 12% auf Hexaedrite entfallen.
Weiters, daß ab einem Nickelgehalt von 6% dieHexaedrite in Oktaedrite mit grober Struktur übergehn.
Zudem, daß 80% der bekannten Fe-Meteorite Oktaedrite sind.
(und das Oktaeder is ja auch sowas wie ne 6er-Packung, mit der zusätzlichen Option, daß in der Mitte ein 7tes Ni (oder Osoder Ir???) stecken kann.
Von Ir oder Os steht da jedoch zuerst mal noch nix, da aber die Anteile verglichen mit Ni und Fe soo gering sind, wurde dieser Aspekt wohl damals noch gar nicht so tief untersucht (die Arbeitenvon Alvarez zu Yucatan bzw. Grenzton in Gubbio gab es zu dieser Zeit noch nicht).
(Wen es interessiert: das Buch heißt: Die stoffliche Geschichte der Erde, Verfasser: Vojtkevic, 1979 in Moskau verlegt, aus dem Russischen übersetzt und 1986 im VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie in Leipzsch erschienen- ich hab es in der Bibliothek des Erwin-Schrödinger-Zentrums in Berlin-Adlershof entdeckt)
Nächster Punkt:
den Gedanken, die Plattentektonik durch Impakte zu ersetzen, halte ich überhaupt nicht für abstrus.
Man sollte jedoch besser ergänzen sagen, weil mit der Zusammenführung beider Theorien sich so manches wunderbar erklären läßt:
1. warum kein Ozeanboden älter als 180 mio Jahre ist (Trias-Jura-Zeitenwende- auch hier ein Impakt...?)
2. warum die Subduktionsrate an den Kontinentalrändern der Krustenneubildungsrate an den mittelozeanischen Rücken netto stark hinterherhinkt.
3. warum es Kratone gibt und warum sie einen Uplift haben
4. warum das "klassische" Subduktionsmodell an seine Grenzen stößt, wenn es um den Abgleich der paläomagnetischen Daten geht.
5. warum fossile Korallen mehr Tagesringe pro Jahr haben als rezente (da wird jetzt mancher "Gezeitenbremse" rufen, das wissen wir doch längst!, ich jedoch behaupte, daß es einen weiteren, die letzten Jahrzehnte kaum berücksichtigten Aspekt gibt- darüberhinaus gibt es zudem die Ansicht, daß die Gezeitenbremse gar keine solche ist, da sich alle Brems- und Beschleunigungskräfte innerhalb des Erde-Mond-Systems netto wieder zur Nullsumme aufheben-der Drehimpuls somit erhalten bleibt)
@smoeller:
295 mio bis 235 mio Jahre Alter für das Moldanubikum beißt sich für mich nicht.
Zum Einen sind radiologische Datierungen immer mit der Möglichkeit eines Fehlers behaftet, wenn man z.B. einen Aspekt nicht ausreichend berücksichtigt hat,
zum Anderen muß es in den 60 mio Jahren ja auch nicht nur einen einzigen Großimpakt gegeben haben.
und wenn es auf der einen Seite der Erdkugel rummst, wird es nur wenige Sekunden bis Minuten dauern, bis man die Druckwellen auf der anderen Seite seismisch registrieren kann- es kann jedoch durchaus ein paar Milliönchen Jahre dauern, bis die Wärme z.B. zum moldanubischen Sockel auf der anderen Seite hingefunden hat und dann präkambrisches/kambrisches Material zum Gneis wird oder gar total aufschmilzt und granum für granum wieder erstarrt.
nochmal@berthold:
alpidische Orogenese- soweit ich weiß, stecken wir da noch mitten drinne, die 100 bis 5 mio Jahre sind eine rein wissenschaftliche Definition zur Abgrenzung von anderen Orogenesen
Im Begleitbuch zur geologischen Karte von Bayern geht die alpidische Ära sogar von
195ma altkimmerisch-(Trias/Jura) über
jungkimmerisch/Austrisch/Laramisch(Kreide),
pyrenäisch/Savisch/Attisch (Alttertiär) Wallachisch (Pliozän)
bis ins holozäne Quartär
für mich spricht nichts gegen die Möglichkeit, daß Kontinente aufeinanderdrücken und überschieben und so sich einen neuen Platz suchen, weil der MORB sagt: Kontinent hau ab, den Platz brauch jetzt ich...
...wenn dann noch ein Impaktimpuls dazu kommt, dann rutscht es sich aber leichter und die Gebirgsbildung kriegt richtigen drive...
Tut mir leid, wenn ich Euch da jetzt schon wieder einen ellenlangen Monolog aufdrücke, aber mit weniger Worten kann ich das nicht erklären
mfG Impaktus ::)
P.S.: Berthold: Deinen oberpfälzer Spruch mit dem Stein mag ich sehr. So viel mir bekannt, stammt er ursprünglich vom alten Theophrastus Bombastus von Hohenheim, der so in etwa sagte, daß der Stein der Weisen derjenige ist, den der Bauer der Kuh hinterherwirft.
-
Hallo Impaktus,
Fehler und Abweichungen in der radiometrischen Altersdatierung: ja, die gibts immer. Deswegen gibt man die Alter immer mit einem 3-Sigma-(99%-)Konfidenzintervall an. Daher so etwas wie 392 +/- 19 Ma oder so. Aber das geht nicht bis 235 Ma runter. (Ich spreche hier von U/Pb-Isotopen-Datierung).
Heute gibt es eine ganze Reihe von Messmethoden unterschiedlicher Empfindlichkeit (Ionensonde, Massenspektrometrie, Mikrosonde).
Neben der U-Pb-Isotendatierung kann man auch U-Th-Gesamtbleimethode, Sm/Nd-Altersdatierung (Gesamtgestein, einzelne Minerale), Rb/Sr (analog vorigem) anwenden, dann noch fission track (Spaltspurenanalyse) oder K/Ar oder Ar/Ar.
Wichtig ist für das Alter die Schließungstemperatur (für diffusiven Verlust an dem zu messenden Element) des datierten Materials. So kann man mit bestimmten Methoden durchaus 235 Ma für moldanubische Granite bekommen (z.B. Rb/Sr in Biotit). Damit aber beschreibt man den Zeitpunkt, zu dem das Gestein nur noch, sagen wir, 600°C heiß war. Wann aber war das Gestein 1000°C heiß und kam aus dem Erdmantel (Platznahme)? Dazu muss man dann z.B. Zirkon auf U/Pb analysieren. Man bekommt man nicht mit jeder verwendeten Methode zusammen ein Alter, sondern eine Altersgeschichte der Abkühlung.
Wenn man Daten liest, muss man immer mitlesen, mit welcher Methode die aufgenommen wurden und dann bedenken, was diese Daten aussagen.
Wie schon anderswo gesagt: Die Temperatur und der Druck beim Impakt reichen nicht aus, um Ir zu bilden.
Man könnte die Frage durchaus über Isotopie und Radionuklide klären. Bei Steinmeteoriten verwendet man Rb/Sr-Initiale. Damit kann man irdisches Gestein von Meteoriten unterscheiden.
Glück Auf!
Smoeller
-
Hi smoeller, ;)
über Altersdatierung habe ich bisher nur relativ wenig nachgelesen.
Ich weiß in etwa welche Methoden es gibt und habe vor mich da auch noch näher drüber zu informieren.
doch Dank für diese Zeilen!
(die Nd/Sm Methode hatte ich auch schon mal in meinen tausenden Seiten von Papier hier, aber völlig aus dem Blick verloren...)
Eigentlich zweifle ich nicht an der Zuverlässigkeit der ermittelten Alter.
(und habe vor nichts mehr Respekt als vor einer guten wissenschaftlichen Beweisführung- es sind ja alles Leute, die wissen was sie da tun)
Die Bandbreite von 60 mio Jahre für die moldanubischen Granite akzeptiere ich, so wie vieles andere auch
(z.B. daß die Chondrite so ca. 4,3mrd Jahre alt sind).
Ehrlich gesagt habe ich selbst Probleme, das mit der potentiellen Fusion zu glauben und habe mir auch lange überlegt, ob ich das hier reinbringe.
Aber der Gedanke kam so plötzlich, daß ich hier diese Frage gestellt habe- er war zu verlockend und ist einer Diskussion sicher wert.
Wenn man das genau investigieren will, muß man äußerst komplizierte Berechnungen durchführen, zu denen ich mich aber derzeit nicht im Stande sehe.
Auszurechnen, welche Energie ein Körper mitbringt, ist ja noch leicht, wenn man Masse, Geschwindigkeit und Rohdichte kennt, aber wie sich das bei einem Impakt umsetzt schon viieeel schwieriger.
- und erfreue mich daran, daß der Kamacit der kubischen Hexaedrite Neumannsche Linien und der der Oktaedrite die schönen Widmannstettenschen Figuren hat.
Vielleicht fahre ich ja mal in die Sahara und such mir selbst einen Kamacit... ::)
Mir geht es auch in erster Linie nicht darum, diese Problematik bis ins Letzte auszudiskutieren(- doch Danke daß Ihr da so fleißig mitdiskutiert!!!), sondern Impakte und das geologische Werden der Erde in einen schlüssigen Zusammenhang zu packen.
z.B.: wenn auch die ausdifferenzierten Meteorite dieses Alter von 4,3 mrd a haben, was ist da seinerzeit gewesen?
waren es ausschließlich große Planetesimale, die seitdem auf die Erde niedersausen,
oder war da vielleicht doch ein bereits fertig ausdifferenzierter Planet, den es aus einem vielleicht noch zu klärenden Grund zerfetzt hat?
Ich kenne die gängige Auffassung, daß man sagt, die Planetesimale des Asteroidengürtels seien eben alles Planetesimale und hätten maximal 500km Durchmesser, weil der Jupiter als "Himmelsstaubsauger" die Akkretion verhindert habe.
Doch kenne ich auch die Titius-Bodesche Regel und könnte mir vorstellen, daß diese nicht ganz unberechtigt ist- obwohl immer wieder ins Reich der Fabel verwiesen.
Denn eine Planetenakkretion in "harmonischen" Abständen zur Sonne erscheint mir zunächst logischer als eine in anharmonischen.
Da ist ja gereade eine japanische Sonde auf dem Rückweg zur Erde und in ein paar Jahren wird man vielleicht mehr wissen.
weißt Du- Vesta is mir einfach zu sehr Kartoffel, um einfach nur Planetesimal zu sein- jaja, auch Planetesimale können kollidieren, das sollte man auch nicht außer Acht lassen...
Mir ist bekannt, daß als eines der Hauptargumente oft angeführt wird, die Summe aller Asteroidenmassen reiche nicht aus, um einen nennenswert großen Planeten zu bilden.
Das braucht es aber auch nicht, wenn die restlichen "Brocken" in der Zwischenzeit auf Merkur,Venus,Erde,Mond,Mars,Jupiter usw. nieder geregnet sind.
Mir ist auch bekannt, daß die erdnäheren Asteroiden eine andere chemische Zusammensetzung haben sollen als die jupiternahen- was die Planetesimaltheorie wieder eher unterstützen würde.
Jedoch- wie kann man das von der Erde aus sehen?
Die Asteroiden sind doch wohl alle ziemlich kalt, geben vielleicht schwache Infrarotsignale ab und sind zudem von einer Graphithülle umgeben.
Da wird man ohne Probenahme am extraterrestrischen Objekt wohl kaum zuverlässige Aussagen machen können.
Oder irre ich da??
Weil Du die Zerfallsreihen angesprochen hast:
Wenn man dieselben der häufigeren Elemente auf einer Zeitskala aufträgt, die von 4,3 mrd bis heute geht, sieht man, daß die langlebigen Isotope in ihrer Aktivität nahezu linear abfallen, die Kurve des 40K jedoch exponential abfällt. Is völlig logisch, kommt aber graphisch besser rüber alsmit nackten Zahlen.
Das 40K wird deshalb als Hauptwärmemotor der Erdfrühzeit angesehen.
Das bedeutet in logischer Konsequenz, daß die Erde Ende Hadäikum eine erste Kruste bekommen hat, so in etwa wie die Haut auf übergekochter Milch, und dann darunter langsam ein Mantel entstand.
Der Kaliumzerfall war jedoch bis vor ca. 500 mio Jahren noch relativ hoch, so daß ich vermute, daß auch der feste und zähe Erdmantel bis zu dieser Zeit noch wesentlich dünner war.
Wenn also vor 2 mrd a ein Asteroid runterkam hat es vielleicht nur ein wenig geplatscht-(ich untertreibe hier) und vor 500 mio a dann schon mehr gerummst.
Was ich damit sagen will:
kosmische Einschläge in der Erdfrühzeit waren dann zwar in der Lage das entstandene Leben in Teilen wieder auszulöschen, sie waren aber vermutlich nicht in der Lage, die Krustenstruktur als Ganzes zu zerstören. Irgendwann einmal (am Tag als aus Pangäa die Kontinente wurden) waren jedoch Kruste und Mantel so mächtig, daß die Kruste in ihre heutige Grobstruktur zerriß.
Danach erfolgte eine rasche Wärmeabgabe aus den Rissen (wurde natürlich mit H2O gelöscht), der Mantel konnte dadurch noch schneller mächtiger werden, weil die Kristalle brauchen ja Platz wenn alles kühler wird - selbst wenn sie hochverdichteter Postperovskit in der D" Schicht sind.
Und damit sind wir an einem Punkt, an den ich nun wirklich hin möchte:
Eine langsame Volumenvergrößerung der Erde, die allem Anschein nach vor 570 mio Jahren begonnen hat und vor 180 mio Jahren einen richtigen Schub bekommen hat, (Ozeanalter!!!) führt automatisch zu einer Verlangsamung der Erdrotation (man denke an die Eiskunstläuferin, welche ihre Pirouetten dreht) und man braucht dann keine Gezeitenreibung mehr, um das Phänomen zu erklären, daß unser Erdenjahr jedes Jahr ein paar Millisekündchen länger dauert (und die 408 bis 412 Tagesringe der devonischen Korallen wären dadurch auch erklärt)
Natürlich gibt es auch Subduktion- nördlich Sibiriens und an Nordamerikas Pazifikküste und andernorts auch hat man die ja auch schon gemessen - ich habe von einer bis jetzt ermittelten Subduktionsmaximalrate von 9 cm/Jahr gelesen - das jedoch nur an einer Stelle, sonst liegen die Raten anscheinend tiefer - jedoch an den mittelozeanischen Rücken gibts Neubildungsraten von bis zu 14 cm pro Jahr - an manchen Stellen auch zugegebenermaßen nur 3-4.
Daß die Erde ihr Volumen vergrößert (derzeit so ca. 4 cm mehr Umfang pro Jahr) scheint ja mittlerweile eine durch die GPS-Satelliten nachgewiesene Tatsache zu sein.
Erstaunlicherweise scheint es an den Rändern des Atlantik überhaupt keine Subduktion zu geben- und das läßt sich mit der herkömmlichen Plattentektonik, bei der alle Kontinente mehr oder weniger wirr über die Erdoberfläche wandern, wohl nur äußerst schwer erklären.
jetzt habe ich hier sozusagen die Theorie der expandierenden Erde erklärt- die ist nicht von mir, aber es gibt eine Reihe von Wissenschaftlern, die daran arbeiten.
Ich besitze ein paar Bücher zu diesem Thema und bin eigentlich vor zweieinhalb Jahren eher zufällig da drauf gestoßen.
Da haben sich dann ein paar Dinge ereignet, die ich jetzt nicht breittreten werde, aber ich fühle mich irgendwie den ganzen lieben Menschen die um dieses Thema arbeiten verpflichtet- und deshalb bin ich nun in Euren Mineralienatlas reingeplatzt.
Weil es so ist, daß es in der Wissenschaft teilweise immer noch eine starke Verneinung dieser Theorie gibt, aber eher aus Uninformiertheit.
Denn es gibt eine Menge Leute, die glauben die Theorie der expandierenden Erde bestünde darin, daß die Volumenvergößerung durch die Materiezufuhr der Asteroiden und des täglich herabrieselnden kosmischen Staubes entstünde.
Das sicher nicht!!! Diese Mengen sind nun wirklich zu gering!
Die Abkühlung isses! des 40er Kalium und das Zerbersten der Kruste!
...und Wissenschaft ist für mich angewandte Dialektik: These-Antithese-Synthese
Vielleicht liest ja irgendwann mal der werte Cord Ernstson aus Würzburg diese Zeilen- unser aller Impaktspezialist.
- ne Diss darüber tät ich ziemlich gerne schreiben...
Auf Euer feedback freut sich
mfG Impaktus
-
Weil Du die Zerfallsreihen angesprochen hast:
Wenn man dieselben der häufigeren Elemente auf einer Zeitskala aufträgt, die von 4,3 mrd bis heute geht, sieht man, daß die langlebigen Isotope in ihrer Aktivität nahezu linear abfallen, die Kurve des 40K jedoch exponential abfällt. Is völlig logisch, kommt aber graphisch besser rüber alsmit nackten Zahlen.
:o
Aktivität linear abnehmend?
8)
Frank
-
Hallo,
jetzt habe ich hier sozusagen die Theorie der expandierenden Erde erklärt- die ist nicht von mir, aber es gibt eine Reihe von Wissenschaftlern, die daran arbeiten.
das ist keine Theorie sondern Unfug. Genausogut kann man behaupten, dass die Erde hohl ist, eine Scheibe ist oder nur ein paar tausen Jahre alt ist (hatten/haben wir alles schon). Nur unter Missachtung fast aller geologischer und physikalischer Fakten kann man zu solchen "Theorien" kommen.
Aber leider hast Dur Recht, eine Reihe von Wissenschaftler arbeiten daran. Allerdings mit ganz wenig Ausnahmen eher, um in der Öffentlichkeit nicht so einen Schmarn unwiedersprochen stehen zu lassen. Das ist auch der einzige Grund, warum ich hier antworte, mit solchen Thesen wird leider viel Schaden angerichtet.
Die "Theorie" stammt von Ott Christoph Hilgenberg (1896-1976), der am der TH-Berlin Assistent und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Getriebelehre war. Aufgegriffen wurden diese Gedanken durch Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Jacob (ebenfalls Berlin, Lagerstättenkundler).
Jacob hat mehrere Veranstaltungen zu diesem Thema durchgeführt und mit parawissenschaftlichen Thesen seine "Theorie" ausgeschmückt.
Mit Para-Wissenschaften -und den dazugehörigen "Wissenschaftlern"- kann man keine Beweise erbringen, damit macht man sich eher lächerlich:
Zitat: aus http://www.tu-berlin.de/presse/tui/03mai/lbrief2.htm (http://www.tu-berlin.de/presse/tui/03mai/lbrief2.htm)
Erneut (nach einem Artikel "Unsere Erde: Theorien und Emotionen" im Juni 2001) hat TU intern jetzt Spekulationen um einen angeblich "wachsenden Erdball" aufgegriffen und an prominenter Stelle publiziert. Wir hatten uns schon beim ersten Male deutlich dagegen verwahrt, solche dem Stand der Forschung krass widersprechenden Vorstellungen ungeprüft, d. h. ohne Konsultation einschlägig geowissenschaftlich ausgewiesener Fachleute, zu übernehmen und gehofft, dass dieses unerfreuliche Thema damit endlich erledigt wäre. Mit großer Verwunderung müssen wir jetzt zur Kenntnis nehmen, dass dies erneut unterblieben ist und jetzt auch noch provokative Spekulationen aus dem Bereich der Physik mit einbezogen werden, die den Dekan der betroffenen Fakultät zu Protesten veranlasst haben. In unserer Sorge um das Ansehen der TU-Geowissenschaften und der TU insgesamt sehen wir uns deshalb erneut gezwungen, gegen diese Veröffentlichung Stellung zu nehmen.
Die Vorstellung von einem "wachsenden Erdball" ist nämlich keineswegs ein "Tabu" (und schon gar keine Theorie), sondern eine durch keinerlei Beobachtungen gestützte, mit einer Vielzahl von grundsätzlichen Erklärungsnöten belastete Spekulation. ...
Prof. Dr. Gerhard Franz (GD),
Prof. Dr. Hans Burkhardt (ehem. Dekan),
Prof. Dr. Klaus Germann (ehem. GD),
Prof. Dr. Ugur Yaramanci (Dekan),
Institut für Angewandte Geowissenschaften, Fakultät VI
Was bleibt ist ein gewisser Unterhaltungswert und -leider- wieder ein Stück Volksverdummung.
Gruß
Berthold
Nachtrag: "Uninformiertheit" der Wissenschaftler :o schau mal z.B. http://www.mathematik.tu-darmstadt.de/~bruhn/EE-Tabelle.htm
... und "- ne Diss darüber tät ich ziemlich gerne schreiben..." würde ich dann doch lieber lassen ;)
-
Hallo,
Alle radioaktiven Substanzen zerfallen exponential nach dem Zerfallsgesetz Kt = K0 * e- Lambda * t.
Da ist nichts lineares. Außerdem hat Ar 40 auch eine hohe Halbwertszeit.
Das mit den linearen Diagrammen kommt von unterschiedlicher Auftragung. Wenn mamn eine logarithmische Auftragung geschickt wählt oder Isotopenverhältnisse aufträgt, erhält man Geraden.
Oft werden Verhältnisse von Isotopen zueinander gemessen und aufgetragen (z.B. Concordiadiagramm für U/Pb).
Das Initial in den Rb/Sr-Altern ist typisch für bestimmte Gesteine und damit in gewisser Weise auch für den Differentiationsgrad in der Erde/dem Himmelskörper.
Man kennt einen Initialwert für Achondrite (Meteorite), von denen man annimmt, dass sie den Aufbau des fertilen (nicht weiter differenzierten oder veränderten) Mantel widerspiegeln. Dieser Wert heißt BABI (Basaltic Achondrite Best Initial.
An einigen einschlussreichen Meteoriten hat man noch niedrigere Initiale festgestellt, so dass diese noch älter sein müssen. Diese Meteorite stellen die älteste bekannte feste Materie im Sonnensystem dar.
Glück Auf!
Smoeller
-
Hallo Ihr 3 und jeder der es sonst liest,
@krizu:
nee nicht linear, es heißt ja Halbwertszeit... :)
sondern für die Isotope mit langer HWZ verläuft die Kurve während dieser 4,3 mrd a seit akkretion nahezu linear, wenn Du Dir das ansiehst.
Zugegebenermaßen war es wieder ein langer post, und da kann man schon ein Wörtchen überlesen.
Hab die Grafik irgendwo innem Buch, Bergmann/Schäfer wars glaub ich.
müßte nachschauen deswegen und dann mit der digicam ein foto machen...
>>hab jetzt 10 min hektisch nach der Grafik (in 20 Büchern blätternd) gesucht aber kannse (noch) nicht finden.
@Berthold: :)
da is gar nix Unfug,von Herrn Jacob habe ich mein erstes Material erhalten, aber keinen Kontakt außer 2 Telefonaten,
halte ihn jedoch keineswegs für einen parawissenschaftlichen Spinner.
Über Herrn Jacob bekam ich Kontakt zu Herrn Hilgenbergs Tochter, die mir das vorletzte Originalexemplar des Büchleins ihres Vaters schenkte.
Danke an dieser Stelle, das letzte hätte ich aus Respekt sicher nicht angenommen.
es gibt ne ganze Anzahl weiterer Wissenschaftler aus allen möglichen Ländern,
durchaus seriöse Leute.
das is ja keine hohle-Erde-Theorie (da gibt es auch ein forum, das ich sicher keinem empfehle..würg...)
Neben vielen kleineren Arbeiten die ich nicht hier habe, gibt es 2 die ich Euch hier nenne:
1. Why expanding Earth - eine Kollektion der Vorträge zum 3. Lautenthaler Montanistischen Kolloquium 2001, ed. : Giancarlo Scalera, Instituto Nazionale Geofisica e Vulcanologia, Roma und K-H Jacob TU Berlin, Angewandte Geowissenschaften,
sowie
2. Terra non firma Earth- Plate Tectonics is a myth
Dr. James Maxlow, Terrella Press, Perth, Australia, ISBN 0646449176
und wahrscheinlich gehöre ich zu der Handvoll Menschen, die diese Bücher aufmerksam gelesen haben im Gegensatz zu den von Dir genannten Herren,
die ein paar Schlagworte hören und dann gleich vom hohen Akademischen Roß auf ihnen unliebsame Gedanken runterhauen.
"Parawissenschaftlich" in diesen Büchern ist allerhöchstens, daß da neue Denkansätze auftauchen- sicher nicht alles ist korrekt, was da drinne steht- aber durchaus interessant- ich gehöre nicht zu den Menschen, die gleich alles glauben wenn einer eine schön aufgemachte Grafik präsentiert...
Und ich schrieb ja bereits: GPS-Satelliten: die haben den "Beweis"erbracht, daß die Erde wirklich wächst, die Zahlenreihe ist jedoch noch relativ kurz, weil die Satelliten ja auch noch nicht so lange da oben sind...
...aber O.C. Hilgenberg wird schon noch zu Ehren kommen, dessen bin ich mir sicher
...und wenn es erst in 30 Jahren ist, weil die deutsche Wissenschaft mal wieder das Ding verpennt hat und japanische und australische Wissenschaftler den Menschen die Welt erklärt haben.
Ich schreib das hier nicht ohne Grund, habe mir zweieinhalb Jahre lang alle mögliche Info vom deep sea drilling project der GFZ Potsdam bis weiß der Geier wo herangezogen.
Erlaubt mir nur noch kurz auf Folgendes hinzuweisen:
1. Herrn Hilgenbergs Theorie von 1930 wurde damals verworfen, weil er den "Fehler" beging, Einsteins Relativitätstheorie noch nicht so richtig gekannt und akzeptiert zu haben. In seinem Büchlein steht leider im ersten Kapitel noch was von Weltäther und so, was aber nix an der Qualität seiner Globenmodelle ändert.
2.Bei den TU-Profs habe ich den Verdacht, daß da der Markt der Eitelkeiten im Spiel war und es ziemlich einfach ist, auf einen älteren Kollegen einzuhacken, der eh bald Emeritus ist (inzwischen ist er es) und man ihm direkt mal so eben schnell "Parawissenschaft" in die Schuhe schiebt und ihn somit indirekt als trotteligen und senilen Altkollegen darstellt und sich selbst als den einzig wahren Experten
- so was ist kein konstruktiver Dialog.
3. "Plate-Tectonics is a Myth" von Herrn Maxlow ist ein ziemlich provokativer Titel, wahrscheinlich genau wegen der verhärteten Fronten so gewählt und somit schadet's der Expansionstheorie vom Titel her eher als daß es ihr nützt.
Aber die Inhalte da drin sind erstaunlich, manchem werden die Augen aufgehen.
So er/sie kompromißlos vorurteilsfrei an die Sache rangeht....
4.Ich halte Herrn Maxlows Gedanken im großen und Ganzen für richtig, jedoch ist sein Paläoglobenmodell für die Zeit vor dem Perm sicher zu klein geraten,
das geht sich mit der Rotationsverzögerung der Erde nicht hinaus..aber das muß man selbst lesen, wenn es Einen interessiert..und danach darf man urteilen und kritisieren- vorher nicht.
...ich behaupte aber auch nicht, daß plate tectonics a myth ist, sondern nur daß die Erde wächst, weil in den Ozeanen aufgrund der Abkühlungsprozesse
mehr neues Material entsteht als an den Kontinentalrändern subduziert... dat is allet....
und dem Galileo Galilei hat der Papst auch erst eins auffe Mütze gegeben....
..weil er in der stärkeren Position war und diese somit mißbrauchen konnte..
mfG
Impaktus ;)
-
Nachtrag @ berthold
zum link nach Darmstadt,:
(danke den hatte ich noch nicht)
jaaa, das ist alles Humbug ;D
vom Äther bis zur Aussterben der Saurier durch wachsende Schwerkraft.... tss tss tss- ich habe mich auch teilweise amüsiert...
aber wohl nicht bei den GPS-Daten, da habe ich andere Info...
EXPANSION DURCH KRISTALLISATION !!!!!!
>>> wenn die Schmelze mit dem O2 sich verbindet und dann so schöne kleine Gitterchen macht....
;D ;D ;D
-
Hallo Impaktus,
***peinlich***
Gruß
Berthold
-
Hi Berthold,
ich vermute Du findest das was ich sagte peinlich,
oder isses Dir peinlich weil es soo einfach ist...???
so wie Du es geschrieben kann man beides interpretieren...
reduzierte Schmelze im Erdkern + Sauerstoff ausm Ozean = braucht mehr Platz wenns kristallisiert und der Mantel dicker wird, weil der radioaktive Zerfall abnimmt.
Obwohl ich Herrn Jacob persönlich nicht kenne außer wie ich bereits sagte 2 Telefonate und auch seine Aussagen ggü.seinen Ex-Kollegen nicht (ich will da auch niemand persönlich attackieren, weil ich keinen blassen Schimmer hab, welche Gespräche genau abgelaufen sind),
nehme ich an daß er Wissenschaftler genug ist unglaubwürdige Theorien von glaubwürdigen zu trennen.
Sonst wäre er sicher nicht Prof geworden....
Meines Erachtens hat er den Leuten auf dem Symposium lediglich eine Plattform geboten, wo das ganze Ding wieder in Schwung kommen sollte.
Und daran ist nix peinlich, das finde ich sogar äußerst lobenswert.
Wenn Du den Inhalt der beiden von mir genannten Werke kennen würdest, würdest Du sicher nicht von "Parawissenschaft" sprechen.
Da werden die Geschichten vom "Äther" biszur "Saurierschwerkraft" allenfalls als nette historische Anekdote gewürdigt.
Das Symposium war dazu da, die naturwissenschaftlichen Aspekte von den "parawissenschaftlichen" zu trennen.
So sehe ich das zumindest....
es grüßt
Impaktus :)
-
Hallo,
Ich werde mich nicht an der Diskussion über die Frage beteiligen, ob es nun wissenschaftlich fundiert ist oder nicht. Dazu fehlen mir die Hintergrundinfos.
Aber: Expansion durch Kristallisation funktioniert so nicht.
1. Kristallisation führt zu Energieverlust. Zur chem. Bindung muss Energie (Bindungsenergie) aufgewendet werden. Es kommen noch Beiträge wie Keimbildungsarbeit, Oberflächenarbeit (Anlagerung an bestehende Kristalle) usw. dazu.
Damit erreichst du das Gegenteil: Das ganze würde scghrumpfen, Energie würde entzogen, das führte zu Abkühlung. Man spricht in diesem Zusammenhang beim tatsächlichen Kristallisieren des äußeren Erdkerns von Ausfrieren.
2. Meerwasser erreicht überhaupt nicht den Erdkern. Erst einmal könnte man das bei der Subduktion annehmen. Aber:
a) freies Wasser wird noch im forearc (unter Wasser) über Schlammvulkane ausgetrieben.
b) größere Teile der Sedimente (nur wenige cm bis dm dick) werden von der oberen Platte abgeschabt und gelangen nicht in die Tiefe
c) bei geringer Tiefe Entwässerung des Mantels (Serpentin) und der Tonminerale, Übergang in Grünschieferfazies.
d) Dann Blauschieferfazies, zuletzt bei 80-100 km Tiefe Eklogiter (bis auf <2% wasserfrei).
Da kommt also unten nicht viel Wasser vom Ozean an. Und svhjon gar kein Sauerstoff, der in Wasser gelöst war, der ist schon bei geringer Aufheizung weg (siehe Teich im Sommer bei 30°C, führt zu Fischsterben dann).
Was da unten ankommt ist trocken, denn der Mantel zieht das wenige Wasser schon raus.
Glück Auf!
Smoeller
-
Hi smoeller,
nur kurz, da ich ziemlich aufgewühlt bin wegen der Sache und jetzt dann mal abschalten muß.
seit ich diesem thema hinterher bin, wälze ich Chemiebücher, Astrophysik, Geologie und und und, und das gleiche auch noch im Netz.
Und kann seit 2 Jahren kaum noch schlafen....
Ich freue mich über Deine Antwort, da ich sehe, ich werde ernst genommen.
Und doch nicht in die Parawissenschaftlerecke gedrängt, wie ich nach Bertholds vorletztem post schon befürchtete.
Ich wußte, daß sowas kommen würde- und habe es sogar noch provoziert mit meinen Gedankenspielchen zur Fusion und dem Hexaferrum...
hat mich fix und feddich gemacht, weil ich fast die zweiten 20 Jahre meines Lebens nahezu komplett den Naturwissenschaften verschrieben hab
(soweit mir das mein Leben erlaubt)
über Parawissenschaften kann man mit mir flachsen
(siehe meine Bemerkung zum K-Einfang des Herrn Quecksilber) ;)
aber das Maß der Naturwissenschaft sind für mich die physikalischen Gesetze und die große vereinheitlichte Theorie, aber auch die hat noch Lücken....
(was ein anderes Thema wäre)
mein background ist jedoch ein Anderer als bei Euch Geologen
>>Grundvorlesung Geologie in München LMU
>>schnellschnell die Steineprüfung abgelegt
>>8Wochen in selbstauferlegter Totalklausur auf den Chemieschein gepaukt
danach ging es mehr um Bodenkunde,Geobotanik,BWL, und vieles Andere.
Da war selten noch Platz für Geologie geschweige denn Minerale
dennoch immer wieder gern den Scheffer/Schachtschabel rausgeholt und den Gesteineführer.
und meine geologische Karte hab ich selbst kaschiert für das Gelände...
einen Bohrstock besitze ich auch sowie ein Fläschchen HCl und pH-Indikatorlösung...
und nun versuch ich seit mehreren Jahren diese Defizite aufzuarbeiten, aber Chemie, Astrophysik, Mineralogie....
alles Fässer ohne Boden- man wird nie alles wissen....
...und der Hollemann-Wiberg is ein geiles Buch,aber er erschlägt mich immer wieder, und ich lese ja auch noch anderes.
...und jetzt dieses Forum
...das nächste Faß ohne Boden in meinem Leben...
>>> ich meinte nicht daß das Wasser den Erdkern erreicht. sondern da wo Magma aufsteigen kann (MORB und andere Stellen, z.B. HotSpot)
und mit Wasser zusammenkommt, da kann es Oxidieren und sein Volumen vergrößern
der Mantel erhält in seiner Gänze sicher nicht viel Wasser, wenn überhaupt, dann nur ziemlich weit oben, da auch das "Kristallwasser" bei den hohen Drücken und Temperaturen rausgequetscht wird, und Du sagst es ja: Eklogite <2% wasser
Mißverständnis da wieder mal zu einfach formuliert.... das mit dem Kern...
Ich schrieb ja bereits, daß ich Subduktionsvorgänge nicht negiere, irgendwo muß der andesitische Vulkanismus ja her kommen, und der explosive Vulkanismus läßt sich am besten mit ner abtauchenden Platte erklären die auch gleich noch ein bißchen H2O mit eindringen läßt bzw. das etwas weiter oben dann auf langsam aufsteigende Magma trifft.
Daß vor Chile von den Platten abgeschabt wird, weiß ich, gerade das macht die Bohrungen offensichtlich wegen dem Scherdruck so schwer....
Es grüßt Euch
Impaktus :)
der jetzt 2 Bierchen kippen geht....
-
Hallo Impaktus,
niemand will Dich in eine parawissenschaftliche Ecke drängen. Nur die Thesen, die Du hier bringst sind -wie gesagt- peinlich. Und Jacob's Thesen waren eben auch dem Dekan und dem ehemaligen Dekan der geowissenschaftlichen Fakultät der TU Berlin peinlich, besonders deswegen, weil er sich leider auf Pseudowissenschaften stützte (ich sage nur Meyl'sche Skalarwellen / Neutrinoeinfang ...). Glaube bitte nicht, die Wissenschaft hätte sich nicht mit solchen Thesen auseinandergesetzt. Nur konnten Hilgenberg, Jacob, Pfeufer, Maxlow usw. keinerlei stichhaltige Beweise für ihre Thesen bringen.
Die erste große Frage ist doch, wo könnte ein für die EE-These notwendiger (gewaltiger) Massezuwachs oder Volumenzuwachs herkommen. Und schon da scheitern alle.
Nebenbei: Deine Sauerstoff-Bindung im Erdmantel verändert die Masse der Erde natürlich um kein Gramm - und das Volumen bestenfalls geringfügig in entgegegesetzter Richtung.
Unpassenderweise darf die EE auch nicht kontinuierlich gehen. Wir haben ja im Perm einen Superkontinent, vorher und nachher mehr oder weniger zusammenhängende Kontinentalplatten. Das würde ja bedeuten: Vorpermische müsste die Erde schrumpfen, nachpermisch ganz heftig wachsen.
Und jetzt kann man auf die Idee kommen, die Erde sei ohne Massenzuwachs gewachsen. Aber da werden die phyikalischen Erklärungsnöte noch größer. Warum sollten Kern und Mantel (drastisch) wachsen, die doch wohl den gleichen physikalischen Gesetzen unterliegenden Kontinentalplatten aber nicht?
Zudem müsste man schon ganz schöne Bauchaufschwünge machen um (wie z.B. Jacob argumentiert) ohne Plattentektonik die Vielzahl der Beobachtungen die uns die Geologie gegeben hat, zu erklären. Gebirgsbildung, Decken-Überschiebungen, Vulkanismus, Erdbeben, und weiß der Geier was sonst noch. Nur ein Beispiel: Das Knete-Gummiball-Modell zur Orogenese haut auch deswegen nicht hin, da die Erdkruste schon in wenigen km Tiefe plastisch reagiert. Selbst wenn: Alle Orogenesen hätten (natürlich nachpermisch) gleichzeitig stattgefunden...
Du schreibst: "Daß die Erde ihr Volumen vergrößert (derzeit so ca. 4 cm mehr Umfang pro Jahr) scheint ja mittlerweile eine durch die GPS-Satelliten nachgewiesene Tatsache zu sein." Mal ganz abgesehen davon, dass die globale Messgenauigkeit vom GPS um minimal eine (eher zwei Zehnerpotzenzen) nicht ausreicht so einen Beweis zu führen, woher hast Du diese Info? Und welcher Umfang (einer reicht ja nicht...)?
Und nun meine Frage: Wozu brauchen wir eine EE-Theorie? Hilgenberg erklärt damit die Küstenlinien-Übereinstimmung. Schön. die kann man mit Plattentektonik auch machen. Aber sonst? Ja, da wird es sehr dünn. Und deswegen die Naturwissenschaften (Physik !) in ihren Grundfesten umwerfen?
Gruß
Berthold
-
Hi Berthold,
bis jetzt habe ich noch keine naturwissenschaftliche Grundthese über den Haufen geworfen.
Aber ich muß Dir den Gedanken noch weiter ausführen.
Hier geht es nicht um Massenzuwachs.
Nur das Volumen!
Und daß das Volumen sich bestenfalls geringfügig in die entgegengesetzte Richtung verändert, das ist genau das hüpfende Komma,der springende Punkt mein ich...
Du hast sicher recht, wenn man sich dabei denkt, daß die Schmelze ihr Volumen geringfügig verringert, wenn sie zum Kristall wird (nicht jedoch beim Wassereis, das ist schon mal sicher...),
weil die Atömchen thermische Eigenbewegung haben, die auch Platz braucht.
Aber die Schmelze, die Du aus nem Krater rausfließen sehen kannst, unterliegt ja anderen physikalischen Bedingungen als die in 100 km Tiefe oder gar in 3000km.
Die steht unter Druck!
und der schränkt doch wohl den Raum für die thermische Eigenbewegung wieder ein?
Die EE wird wohl auch nicht kontinuierlich gehen sondern so lange, bis es keinen flüssigen äußeren Kern mehr gibt.
und das wird noch einige Milliönchen Jahre dauern.
Von Kernwachstum spreche ich nicht, nur von Mantelwachstum.
Das mit den GPS-Messungen habe ich irgendwo mal ersuchmaschint.
muß kucken ob ich den link noch hab.
Habe aber die letzten Jahren öfter mal meine Betriebssysteme neu aufgesetzt hier, dabei sind mir zweimal die explorerfavoriten flöten gegangen
(is was beim backupmachen schiefgelaufen)
Wozu wir die EE-Theorie brauchen:
weil sie die richtige ist.
Pangäa schwamm nicht inmitten eines riesengroßen Panthalassa, sondern da war größtenteils landunter.
Herrn Maxlows Paläogloben vor dem Perm sind auf jeden Fall zu klein und die von Perm bis heute vermutlich in der Tendenz auch.
Herr Maxlow hat zwar bei seinen Rekonstruktionen brav Zugaben gemacht für die Plattenüberschiebungen, anscheinend aber zu wenig.
Ich schätze den Paläoradius Perm größer als die Hilgenbergschen 0,6 Erdradien oder die von Maxlow.
Das läßt sich aber auf anderem Wege rekonstruieren:
Nämlich indem man die heutige Masse der Erde nimmt.
Dann die Kugel in möglichst viele ineinandergeschachtelte Sphären unterteilt
(z.B. Kern/Mantel/Kruste) und den Sphären dann die richtigen Rohdichten zuordnet.
Dann läßt man die Kugel sich drehen mit 365,2425 Tagen pro Jahr
und rechnet aus welches Volumen sie haben müßte, damit sie sich 412 mal pro Jahr dreht
damit hättest Du ungefähr das Volumen fürs Devon...
Dabei vernachlässigt man zunächst den Mond und eine (hypothetische) Gezeitenreibung.
Wenn es diese wirklich geben sollte und man die berechnen kann, dann würde die berechnete Paläokugel wieder etwas größer werden.
Man berechnet also zunächst einen Paläominimalradius ohne Gezeitenreibungseffekte, damit man auf der sicheren Seite ist.
Kleiner kann dann die Kugel nicht gewesen sein.
Du mußt mir dazu nicht erzählen, daß der Schwerpunkt des Erde/Mondsystems bei 0,73 Erdradien ist und daß die Kruste sich deswegen beim Mondumlauf hebt und senkt und Gezeitenberge und -täler dem Mond hinterherlaufen.
Das weiß ich, bin jedoch wie ich bereits schrieb der Ansicht, daß sich alle "Gezeitenreibungskräfte" netto zu einer Nullsumme aufheben.
(laß mich aber gern eines besseren belehren, wenn mir das einer mathematisch beweisen kann)
Den Rotationsellipsoid Erde vernachlässigen wir auch zunächst einmal und bleiben bei der Kugel, weil der uns die Rechnung erschwert und wir faule Säcke sind.
Schreiben wir aber ne Diss darüber, berechnen wir ihn natürlich mit ein. ;D
Wenn man den Paläoradius so einigermaßen ermittelt hat, liefert der dann sogar Information, welches Volumen an Kruste bei der Subduktion wieder augeschmolzen worden sein muß und man könnte versuchen dies den einzelnen Orogenen zuzuordnen (das wird dann aber ne verdammt schwere Berechnung)
Dann bekommen wir eine neue Paläokugel, bei der man sehen wird, daß Laurentia so ziemlich genau auf der anderen Seite von Antarctica liegt.
Dann stellen wir ein neues Modell auf und lassen einen großen Körper mit voller Wucht auf die Erde fallen.
Und zwar mitten in die Hudson Bai...
Und kucken ob es nicht auf der anderen Seite Antarctica wie nen Sektkorken aus der Flasche springen läßt.
(Ich weiß, HudsonBai ist nach bisherigen Untersuchungen kein Krater. Wenn man sich jedoch die geologische Karte von Kanada betrachtet sieht man einen riesigen plutonischen Kraton - ich zumindest -. Ich kann mir gut vorstellen, daß die Spuren des Impaktes längst verwischt sind. Die Erde hat nach dem Impakt geächzt und gestöhnt, der Hudson Kraton sich gehoben und alle Spuren sind längst wegerodiert)
damit wäre die Gravitationsanomalie unter der antarktischen Decke, die man Anfang dieses Jahres festgestellt hat, auch erklärt, nur andersherum... ;)
http://researchnews.osu.edu/archive/erthboompix.htm
soweit meine Hypothese...
freundlichster Gruß und überhaupt nicht beleidigt wegen dem ...peinlich...
Impaktus
P.S. die GPS-Info finde ich jetzt nicht mehr- die Suche könnte ewig dauern und ist mir jetzt zu mühselig - könnte NASA oder SpaceGoddard gewesen sein...
-
Hallo,
Das mit den GPS-Messungen habe ich irgendwo mal ersuchmaschint.
muß kucken ob ich den link noch hab.
Habe aber die letzten Jahren öfter mal meine Betriebssysteme neu aufgesetzt hier, dabei sind mir zweimal die explorerfavoriten flöten gegangen
(is was beim backupmachen schiefgelaufen)
glaube nicht alles, was im Netz steht!
GPS hat welche Wellenlänge?
Nämlich indem man die heutige Masse der Erde nimmt.
Dann die Kugel in möglichst kleine ineinandergeschachtelte Sphären unterteilt
(z.B. Kern/Mantel/Kruste) und den Sphären dann die richtigen Rohdichten zuordnet.
Dann läßt man die Kugel sich drehen mit 365,2425 Tagen pro Jahr
und rechnet aus welches Volumen sie haben müßte, damit sie sich 412 mal pro Jahr dreht
damit hättest Du ungefähr das Volumen fürs Devon...
Dabei vernachlässigt man zunächst den Mond und eine (hypothetische) Gezeitenreibung.
eine starke Vereinfachung des Systems... 8)
Ohne Beschränkung der Allgemeinheit vernachlässigen wir die Sonne.
Die Erde ist eine punktförmige Masse im Weltall. Was korrekt ist, da d(Erde)<<d(Weltall).
Da ein Punkt keine Oberfläche hat, kann es keine Menschen geben. somit sind wir virtuell!!! :o
??? ???
Frank
-
Hi Krizu,
ich kann deinen gedanken nicht folgen und will es gerade auch nicht.
Jedoch: ich glaube erstmal gar nix was im Netz steht, sondern prüfe jede Quelle auf ihre Seriösität
wenn Du dich konstruktiv äußern willst, dann tu es..
..ich habe nur aufgezeigt, wie man sich rechnerisch der Sache nähern kann
und soeben das Wort "kleine" in "viele" verändert- das Fehlerteufelchen hat zugeschlagen..
Lies es nochmal dann weißt Du was ich meine.
Gruß Impaktus
-
Hallo Impaktus,
jetzt habe ich gerade versucht die Konten aus meinen Gehirnwindungen rauszubekommen, die sich beim lesen Deiner Zeilen bei mir eingeschlichen haben.
Aber im Ernst, ich blick nicht mehr so recht durch was Du sagen willst.
Für eine EE gibt es weder brauchbare Theorien für die Ursachen noch nachweisbare Auswirkungen.
Ursachen:
Kein von Dir angeführter Mechanismus könnte -unter Beachtung der physikalischen Gesetze- den Erdradius beträchlich wachsen lassen. Da nützt es auch nicht wenn Du -im Vergleich zu Jacob und co. den Faktor nicht so drastisch beurteilst.
Auswirkungen:
Die unnachprüfbare Behauptung mit dem GSP-Messungen: Schon mal was vom GOCE-Projekt gehört? Da wir ein gigantischer Aufwand betrieben um die Grundlagen zu schaffen, mit denen man die Genauigkeit vom GPS bzw. ähnlichen Systemen in den Bereich zu bekommen der Messungen im dm oder cm Bereich ermöglichen könnte. Der Satellit soll 2007 gestartet werden...
Gruß
Berthold
-
Hi Berthold,
nee, GOCE is mir neu,
1000 Dank!!
Da wird man ja dann 2012 schon eine kleine Meßreihe haben....
und ich bin gespannt auf die ersten trends...
ich habe die GPS-Quelle so ne viertelstunde lang in meinen tausenden gespeicherten links (nee is geflunkert, mehrere hundert sinds) gesucht,
da ich mich aber entsinne mir damals gedacht zu haben, daß ich das eh nicht selbst überprüfen kann und das Rechnen den Leuten überlassen muß, die Zugang zum Datenpool haben, ist es wohl besser noch 5 Jahre zu warten....
ich versuche es nochmal mit anderen Worten:
der flüssige äußere Kern ist reduzierte Schmelze ohne Sauerstoff,
der Mantel ist es nicht>>> oxidiertes Silikat
wenn reduzierte Schmelze aufsteigt, sei es am MORB oder im HotSpot, dann holt sie sich den Sauerstoff zur Gitterbildung, sobald sie ihn irgendwo finden kann.
Im simpelsten Fall halt als 4 O-Atome um ein Si-Atom in Form eines Tetraeders.
Und der Sauerstoff kommt bei Vulkaneruptionen aus der Atmosphäre, bei Ausfließen der Magma unterhalb des Meeresspiegels aus dem Meerwasser.
Sieh Dir einfach mal an, wie so untermeerische Magma aufquillt, wenn sie erstarrt....
Dann solltest Du verstehen, was ich meine...
(ich hoffe es klingelt jetzt bei Dir und ich konnte den gordischen Knoten lösen)
Gruß Impaktus
-
hallo Berthold,
darf ich Dir eine PM schicken?
2 Zeilen...nur zur Kenntnisnahme..
Ich möchte Dir etwas mitteilen, was nicht in diesen thread reinsoll...
eilt nicht mit der antwort, schönes wochenende!
gruß
Impaktus
(hab mir die GOCE-Seite angesehen, Du arbeite(te)st an diesem Projekt?
die PM is aber nicht deswegen)
-
Hallo, Impaktus,
klar kannst Du mir PM's schicken. Und nein, mit GOCE habe ich nichts zu tun.
Aber zur Sache:
der flüssige äußere Kern ist reduzierte Schmelze ohne Sauerstoff,
der Mantel ist es nicht>>> oxidiertes Silikat
wenn reduzierte Schmelze aufsteigt, sei es am MORB oder im HotSpot, dann holt sie sich den Sauerstoff zur Gitterbildung, sobald sie ihn irgendwo finden kann.
... und irgendwo sitzt ein Heinzelmännchen, das die Fe und Ni Atome (über 80 % der Masse des äußeren Kerns besteht aus Eisen+Nickel) gegen Si (und Sauerstoff) austauscht, denn alle uns bekannten Magmen bestehen ja aus 40-75% SiO2 ;D
Und warum bitte sollte das zu einer EE führen. :P
Und die Gitterbildung - ähh, die kann es ja erst geben, wenn das Magma kristallisiert (Erdkruste/Oberfläche)
Und warum haben wir dann überhaupt noch Sauerstoff in der Atmosphäre - müssten wir dann nicht eine kontinuierliche O-Abnahme haben? (haben wir nach Untersuchungen der Paläoatmosphäre(n) nicht)
Gruß
Berthold
-
Hallo Berthold,
woher weißt Du, daß die Masse des äußeren Kerns aus NiFe und nicht was anderem besteht?
Hast Du eine Quelle (Forschungsarbeit) die das belegen kann?
Ich weiß nur, daß da keine Scherwellen durchgehen sondern nur P und deswegen flüssige Phase vorherrscht (jedoch hochverdichtete flüssige Phase, die unter mehreren Megabar Druck steht)
und daß das Ni und Fe sich wohl vermutlich größtenteils im inneren Kern als feste Phase befindet
(an der Obergrenze des inneren Kerns wohl auch im Übergang zu flüssig),
weil es ja 4,3 mrd Jahre Zeit hatte sich aus der Phase abzutrennen und durch seine höhere Rohdichte bedingt abzusinken.
man kann die Zusammensetzung ab 20km Tiefe bis ins Zentrum der Erde ja nur vermuten, in dem man Rückschlüsse aus den Fortpflanzungsgeschwindigkeiten
von P- und S- Wellen zieht.
Das tiefste je gebohrte Loch war bis jetzt 14km in Windischeschenbach/Opf.
Da wurde schon am Limit gearbeitet, was das Bohrgestänge und die Bohrköpfe noch vertragen.
(technisch gehts vielleicht noch paar km tiefer, aber je tiefer Du bohrst desto größer der Aufwand und Kosten)
nach meinen bisherigen Recherchen vermute ich im äußeren Kern eher flüssige silikatische Schmelze ohne O2 da drinne.
Also elementares Si mit Beimengungen anderer Elemente,
wobei die inkompatiblen schweren Element (dazu gehört auch Uran), die auch hätten absinken können jedoch aus Inkompatibilität zur NiFe Legierung das nicht taten sondern vor allem in der Erdfrühzeit schon als Krustenbestandteile ausgeschieden wurden.
Deswegen ist die kontinentale Kruste ja auch um einiges radioaktiver als die junge ozeanische!!!
und 02 kann ja auch durch den Zerfall von N entstehen, welcher die Atmosphäre mit über 70% dominiert.
Ionisierende Höhenstrahlung gibt es ja genug....
Auch H2 ist ja nix anderes als 2 Protonen, die sich in einer "Elektronen- Wohngemeinschaft" zusammengefunden haben,
und die Protonen entstehen aus den Neutronen mit einer HWZ von 10,7 Minuten..
Um die Entstehung von O2 und H2O muß man sich also nicht so viel Gedanken machen.
Schon eher aber darüber, wenn die Pflanzenwelt und die Korallenriffe mit der CO2 Senke nicht mehr hinterherkommen...
In meinen Augen passiert da etwas anderes als z.B. bei der Bildung von z.B. Quarz aus hydrothermaler Lösung.
Der aufsteigenden Magma fehlt noch die Menge und das Volumen des Sauerstoffs. ;D
und genau das ist der Punkt um den es geht....
In eine Pipe eines gerade eruptierenden Vulkans hat meines Wissens bis jetzt auch noch keiner hineingebohrt...
Magma das Du überirdisch ausfließen siehst, hat wohl schon den meisten Sauerstoff an sich gezogen,
ist somit bereits abgelöscht und muß nur noch abkühlen.
Unter Wasser hast Du aber wegen der viel schnelleren Abkühlung ein völlig anderes Bild und siehst die Pillowlava wie ein Marshmallow wachsen..
Zufrieden???
Du siehst, ich laß nicht locker....
..aber Du auch nicht.
Das ist Hegelsche Dialektik! ;)
Gruß
Impaktus
-
Hallo Impaktus,
woher weißt Du, daß die Masse des äußeren Kerns aus NiFe und nicht was anderem besteht?
Die Entdeckung, dass der Erdkern aus flüssigem Eisen besteht, gelang Harold Jeffreys 1926 und 1936 konnte Inge Lehmann den Erdkern in einen festen inneren Kern und einen flüssigen äußeren Kern unterscheiden.
Hast Du eine Quelle (Forschungsarbeit) die das belegen kann?
ja, hab ich. Da wird sehr viel geforscht. Schau doch mal z.B. auf der Homepage vom GFZ-Potsdam.
(an der Obergrenze des inneren Kerns wohl auch im Übergang zu flüssig),
Du meinst die D''-Zone ?
weil es ja 4,3 mrd Jahre Zeit hatte sich aus der Phase abzutrennen und durch seine höhere Rohdichte bedingt abzusinken.
4,3 Milliarden Jahre ?
man kann die Zusammensetzung ab 20km Tiefe bis ins Zentrum der Erde ja nur vermuten, in dem man Rückschlüsse aus den Fortpflanzungsgeschwindigkeiten von P- und S- Wellen zieht.
wieder falsch. Nicht nur Fortpflanzung, auch Brechung und Reflexion. Und überhaupt: Es gibt eine ganze Reihe von physikalischen Eigenschaften (Megnetfeld...), die man untersuchen kann. Und man hat auch Gesteine, die aus deutlich größerer Tiefe kommen.
Das tiefste je gebohrte Loch war bis jetzt 14km in Windischeschenbach/Opf.
die KTB bei Windischeschenbach war weder das tiefste Loch, noch 14 km tief. Genau 9001,1 Meter.
nach meinen bisherigen Recherchen vermute ich im äußeren Kern eher flüssige silikatische Schmelze ohne O2 da drinne.
Also elementares Si mit Beimengungen anderer Elemente,
ein elementares Halbmetall? :o Und da kommst Du mit den gut zu beobachtenden Eigenschaften (Masse!) in großen Konflikt...
und 02 kann ja auch durch den Zerfall von N entstehen, welcher die Atmosphäre mit über 70% dominiert.
Ionisierende Höhenstrahlung gibt es ja genug....
*schluck*
...nee, jetzt lese ich nicht weiter.
Gruß
Berthold
-
Hallo Berthold,
nee, ich meine nicht D"-Zone
(die ist unterster Mantel, nicht Kern)
sondern den (relativ kleinen) Übergangsbereich innerer/äußerer Erdkern.
Da sollte das NiFe noch flüssig sein,
weil a) der Druck noch nicht so hoch wie im Zentrum
und b) der liebe Sulfur... (Stichwort "Ausfrieren" des Kerns)
>>> also relativ viel NiFe im unteren Bereich des äußeren Kerns
und so gut wie keins im oberen Bereich des äußeren Kerns
wie konnten Jeffreys und Lehmann das rausfinden?
Sind sie mit Jules Verne da runter gereist?
jaa, 4,3 mrd Jahre
oder 4,5... oder 4,1...seit halt unser Geoid akkretiert ist- und durch Gravitationswirkung das NiFe absinken kann.
Der Akkretionszeitpunkt der Erde wird ja aus dem Alter der Chondrite deduziert.
Gesteine diesen Alters haben wir ja nicht...
(und ein Chondrit der im heutigen Asteroid-belt entstand sollte etwas früher akkretieren haben können als einer aus dem Bereich des heutigen Abstandes Sonne/Erde von 149mio km- da is die Strahlung niedriger weil ja viel weiter von der Sonne weg)
mit den Tiefengesteinen hast Du recht.
Das habe ich nicht gut formuliert und bezog sich auf das, was man vielleicht erbohren kann...
...und nicht was durch plattentektonische Vorgänge aus der Tiefe auftaucht..
...ich bin ein plattentektonischer Erdexpansionist, ich dachte, daß ich das bereits klar dargestellt hab -
plate tectonics is not a myth for me- I am not Mr. Maxlow...
-welcher (leider) auch mal was von Massenzunahme schreibt, aber ansonsten ganz gute Ideen hat..
(der zweite Editor des Symposium-buches neben Jacob, Herr Scalera, läßt sich da nicht so über Massenzuwachs aus,
der kennt halt seine Kissenlava...ist ja auch Vulkanologe- und vielleicht heute am Ätna, weil der seit gestern mal wieder eruptiert)
Ich dachte in Windischeschenbach wurde zunächst bis 9km gebohrt.
Dann nochmal weiter bis 14..??
..und dann das Projekt eingestellt...
Ich geh noch mal auf deren webseite..is schon paar Jahre her...
Brechung und Reflexion gehören natürlich dazu, zu den P- und S-Wellen..that's correct..
..und jetzt sag mir doch, wo der Sauerstoff im äußeren Kern herkommen soll...???
..im Archaikum wurde auf jeden Fall aller vorhandene Sauerstoff zur Gesteinsbildung verbraucht, so daß in der Atmosphäre zunächst keiner da war..
..und die Hydrosphäre auch erst entstehen mußte...
und so behaupte ich weiterhin:
äußerer Kern= reduzierte silikatische Schmelze ohne nennenswerte Anteile O2.
..ein klein wenig O2 lokal vielleicht dort, wo die D"-Schicht wieder aufschmilzt...
...was dann dazuführt, daß Konvektion stattfindet...
...aber sonst nicht viel O2 im Kern..
..drum heißt er ja auch Kern- und nicht Mantel...
...und Alfred Wegener hätte diesen Aspekt sicher seiner Plattentektonik noch hinzugefügt,
wenn er nicht im Packeis erfroren wär..
was spricht gegen elementares Si??
mit Resten von Mg,Fe,Ni,B,F,...usw...
Computerchips und mono/polykristalline Solarzellen sind auch überwiegend aus elementarem Si.
obwohl man auch elementares Germanium nehmen kann.
das gibt es nur nicht so häufig...
Du mußt nicht glauben, daß ich noch nicht auf den GFZ-Seiten war...
..ich weiß daß da viel geforscht wird
und hole meine Infos aber nicht nur da, sondern auch ausm Erwin-Schrödinger-Zentrum,
der Staatsbibliothek, beim ISE in Freiburg, bei den Jet Propulsion Labs und noch etlichen Quellen mehr...
...weil Astrophysik und Halbleiter interssieren mich auch....
da gibt es auch Dinge, die ich nicht verstehe, gebe ich gerne zu
z.B. die Gültigkeit der physikalischen Gesetze in der kleinen Zeitspanne zwischen t0 und der Planckzeit...
da kommt aber wahrscheinlich auch der Harald Lesch in Erklärungsnöte...
..und die grand unified theory an ihre Grenzen..
Es grüßt
Impaktus
-
Sorry mit dem KTB,
da war ich weiter als die Wissenschaft und schlecht informiert.
nix 14km sonder 9
und das tiefste Loch ist Kola mit 12km
mfG
Impaktus
-
Hallo,
Habe hier einen Bericht über die KTB gefunden, die von dem Petrologen verfasst wurde, der damals die Vorbohrung Windischeschenbach auswertete:
http://www.oberrheingraben.de/KTB/KTB.htm
Die wollten damals tiefer bohren, geht aber im Variszikum Deutschlands nicht, da die Temperaturzunahme mit der Tiefe auch heute noch hoch ist (bis zu 35 °C/km Tiefe, ist so im Erzgebirge im Schacht 371 nachgewiesen (das Gestein war in 1880 m Teufe 70 °C heiss)). Auf Kola (alter Schild) hat man 10-15 °C/km Tiefe.
Glück Auf!
Smoeller
-
Lieber smoeller, ;)
Vielen Dank, das sehe ich mir gleich an.
35° mal 9 km= 315°C
Das sollten guter Stahl und Carborundum noch aushalten.
Soweit ich weiß ist das Schwierige bei der Sache die Bohrrichtung beizubehalten
mfG
Impaktus
-
Hallo,
Ja, das dürfte auch ein Faktor gewesen sein. Hier kam noch dazu, dass sie eine Verwerfung/Störung angebohrt hatten, auf der die Temperatur noch schneller zunahm.
Das Problem ist wohl weniger die Temperaturzunahme allein, sondern, dass diese Temperatur noch zur Reibungshitze der Bohrer dazukommt. Das geht dann in Bereiche, die der Bohrer nicht mehr abkann.
Glück Auf!
Smoeller
-
Hallo,
ja, die KTB. Vorweg, ich hab das Projekt (ist ja nicht mal 20 km von mir weg) von Anfang an genau verfolgt. Drei (ehemalige) Projektleiter kenn ich (mit einem bin ich "per Du").
Der Wunsch "das tiefste Loch" zu bohren kam eher aus der Politik (Rekorde machen sich besser). Aber spätestens nach der 4000-Meter Vorbohrung war klar, dass es keine 10km oder gar 14km werden können. Die Geologen haben immer gesagt, sie wollen in eine Tiefe vordringen, wo der plastische Zustand eintritt. Und der Punkt ist von Druck, Temperatur und vom Gestein abhängig. Konnte man nicht vorhersagen. Tiefer kann man nicht bohren, ich sagen nur Bohrlochstabilität. Die Ziele der Geologen wurden alle erreicht.
Rein aus regional-geologischer Sicht wird die Bohrung heute von einigen Fachleuten negativ (rausgeworfenes Geld) beurteilt. Andererseits hat sowohl die Bohrtechnik (z.B. Senkrecht-Bohrsystem) wie auch die Geophysik durch die KTB bedeutende Fortschritte gemacht.
Aber bevor ich mir hier die Finger wundschreibe: http://www.vfmg-weiden.de/ktb.htm (http://www.vfmg-weiden.de/ktb.htm)
Gruß
Berthold
-
Hi smoeller, hi berthold,
@smoeller:
der link is klasse, danke!
wird noch dauern bis ich den durch hab.
320-380 mio a radiologisches Alter also die gneislein...
@berthold:
Dank auch für Deinen link!
War ich heut nachmittag schon drauf auf der Seite..
pm hast Du gekriegt?
sag mal, hast Du an der LMU studiert?
Ich hatte einen Kommilitonen Deines Namens,
das könntest evtl. Du gewesen sein...
mfG
Impaktus
-
Hallo Impaktus,
nee, ich hab zwar in München studiert ... aber nicht an der LMU.
PM habe ich beantwortet.
Gruß
Berthold
-
dann wars n anderer bertl
und die sache is erledigt..
gruß
Impaktus
-
da hab ich noch was
-nettes spielzeug
- für Leute, die mal einen asteroideneinschlag simulieren wollen:
http://www.lpl.arizona.edu/impacteffects/
-simuliert aber nur für die heutige Erde mit ca. 3.000 km Mantel.
Habe da gestern eine mail hingeschickt, daß ich das gerne mal mit 100-500km Mantel simulieren möchte,
aber ob da eine Antwort kommt?
...mal paar Tage warten...
mfG
Impaktus