Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: rudi_strolz am 23 Aug 06, 23:42
-
Hallo zusammen,
bereits mehrfach ist mir an Oliveniten von der Halde der Grube Leibnitz Dante bei Rösrath aufgefallen, dass diese durch die lange Lagerung auf der Halde zum Teil ihre olivgrüne Farbe und Festigkeit verloren haben. In meiner Sammlung gibt es Exemplare, die farblich sogar eher an Kakoxen als an Olivenit denken lassen. Werden größere Aggregate aufgebrochen, kann man sehr schön die vom Rand her beginnende farbliche Änderung erkennen. Die "Sonnen" sind dann außen hellgrün bzw. gelblich und innen noch schön dunkel oliv. Liegt bei den farblich veränderten Varianten immer noch Olivenit vor, oder verwandelt der sich zu irgendetwas anderem? Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.
Viele Grüße, Carsten
-
Hallo Carsten,
Is zwar schon paar Jahre her, daß ich das lernen mußte, aber ein klein wenig kann ich dazu beitragen:
das Inselsilikat Olivin
verwittert unter mitteleuropäischen Bedingungen zu
Smectit oder Goethit der sich unmittelbar an den noch vorhandenen Olivin anlagert.
Was sich dabei bildet, hängt vom pH-Wert der Verwitterungsumgebung ab, von derZusammensetzung der Bodenlösung und dem Löslichkeitsprodukt der einzelnen Minerale.
Insgesamt ein ziemlich komplexes Thema, da sich die einzelnen Tonminerale in der Regel auch wieder reversibel in andere umbilden können.
Smectit (ein Dreischichtsilikat in Blättchenform) entsteht z.B. durch Zufuhr von Mg oder Ca,
der Goethit (nadelförmiges Alpha FeOOH) entsteht wenn Si durch die Lösung abgeführt wird.
Aus olivinhaltigen Gesteinen entwickeln sich in Mitteleuropa normalerweise basenreiche = eutrophe Braunerden.
Eine ziemlich gute Einführung als Buch gibt es bei Scheffer/Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde
Die Tonminerale werden dort in Kap. IVdiskutiert (deren Aufbau sowie deren Wege der Bildung und Umbildung).
Gruß
Impaktus
-
Hallo,
Impaktus hat Recht, was Olivin betrifft, hier geht es aber um Olivenit (ein Kupfer-Arsenat).
Was aus Olivenit wird, hängt vermutlich sehr von den Umgebungsbedingungen ab, also auf der Halde (Verwitterung) sicher anders als in der Sammlung. Hängt möglicherweise auch von Reinigungsmitteln (Olivenit ist empfindlich gegen Säuren) ab.
Gruß
Berthold
-
Oh Sorry,
den Olivenit kannte ich noch nicht.
my mistake...
soooo viele Minerale..
gruß
Impaktus
-
Olivenit ist an sich in einem ziemlich großen pH-Bereich stabil.
Wenn er verwittert, wird er meist von Limonit pseudomorphisiert (sieht man aber selten).
-
Hallo!
Hm das ist genau so rätselhaft wie einige meiner Elyite , die sich in meiner Sammlung hellblau gefärbt haben...
Gruß
TK
-
Hallo,
na jetzt weiß ich ja schon mal, was aus Olivin wird ;)
Die Veränderungen meiner Olivenite sind schon ziemlich kurios. Manche sind fast weiß oder zumindest sehr hell grün, andere wieder nahezu braun und wieder andere golden wie Kakoxen. Es handelt(e) sich aber mit ziemlicher Sicherheit stets um Olivenit, da die Paragenese und Form doch sehr typisch sind. Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee. Auf jeden Fall schon mal vielen Dank bis hier hin.
Viele Grüße, Carsten
-
Hallo,
Sind die Teile schon auf der Halde anders gefärbt gewesen? Dann ist es vermutlich keine Umwandlung, sondern einfach nur zonare Färbung. Kenne ich aus dem Schwarzwald schon zuhauf. Flachengrüne Olivenite mit weißen Enden von der Clara und von Freudenstadt, flaschengrüne mit hellgrünen Zonen usw. Die goldbraunen könnten schon in Limonit umgewandelt sein, habe aber auch z.T. bräunlichgrünen Olivenit.
Glück Auf!
Smoeller