Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Hg am 30 Aug 06, 21:47
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Hallo,
ich habe da mal wieder eine Frage zur Farbe eines Minerals.
Aus dem Steinbruch "Steinperf" hier bei Marburg ist mir das Vorkommen von grünem Sphalerit bekannt. Bisher kannte ich Sphalerit allerding nur in gelber bis fast schwarzer Farbe.
Im Lexikon steht als Ursache für die Färbung:
"Die Farbintensität von Sphalerit ist abhängig vom Eisengehalt. Je höher er ist, desto dunkler sind die Kristalle."
Was verursacht aber in diesem Fall die grüne Farbe?
Ich konnte bisher keine Antwort finden ::)
Grüße
Hg
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Ja. es gibt grünen Sphalerit in Steinperf. Habe selbst einiges davon gefunden. In einer älteren Lapis-Ausgabe stand mal,daß die Grünfärbung ( wenn ich mich recht erinnere ) durch Vanadium hervorgerufen wird.
Gruß
Ralf
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Hallo Herr Quecksilber,
ich weiß es nicht so genau, hab keinen laser und kein elektronenmikroskop....
wenn jetzt des zink abdunkelt und des eisen rot zieht und der schwefel gelb
und noch ein wenig cupfer dabei is....
kommt dann auch grün raus?????
oder is die rechnung noch etwas schwerer?
mir fällt halt nur das kupfer ein, aber ich lese hier ja erst seit kurzem und diewelt der kriställchen noch sehr neu...
was fürn grün issn des???
neugierig
und freundlichst
Impaktus
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Hab mal recherchiert. Vanadium war verkehr, Kobalt war´s. Steht in Lapis 12/93
Gruß
Ralf
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Hallo,
es ist zwar schwer, die Farbe einer Dotierung vorherzussagen, aber Mn2+ sollte grün sein. Co2+ ist doch meist eher ein rosa...
Aber Kristallfeld usw spielt eine entscheidende Rolle.
MfG
Frank
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Hallo Ralf,
vielen Dank für Deine Antwort :D
Mit Kobalt hätte ich nie und nimmer gerechnet........
@Impaktus:
Hallo Herr Quecksilber,
ich weiß es nicht so genau, hab keinen laser und kein elektronenmikroskop....
wenn jetzt des zink abdunkelt und des eisen rot zieht und der schwefel gelb
und noch ein wenig cupfer dabei is....
kommt dann auch grün raus?????
oder is die rechnung noch etwas schwerer?
mir fällt halt nur das kupfer ein, aber ich lese hier ja erst seit kurzem und diewelt der kriställchen noch sehr neu...
was fürn grün issn des???
Impaktus
nee, soooo einfach ist das ganze dann doch nicht.
Wir sprechen hier von farbgebenden Elementen in Ionenform (also in diesem Fall Co2+).
Das Zauberwort heißt in in diesem Zusammenhang sehr oft Ligandenfeldaufspaltung, d.h. ein Ion kann in unterschiedlicher Umgebung (z.B. Fe2+-Ionen in Al2O3-Gitter oder in einem Beryll-Gitter) unterschiedliche Farben verursachen. Oft spielt auch die Oxidationsstufe eine wichtige Rolle.
Gruß
Hg
P.S.: Achja, die Zinkblende aus Steinperf ist apfelgrün
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Ist ja interessant. Kobalt....wow
Die von Steinperf sind schon sehr grün. Was ist es dann bei gelbgrünen Zinkblenden, z.B. von Dzhezkazgan, Madan, Schemnitz, ...?
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Hallo Herr Quecksilber,
ich weiß es nicht so genau, hab keinen laser und kein elektronenmikroskop....
ein EM hilft da kaum.
MfG
Frank
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Hallo Impaktus,
richtig, so einfach ist die Sache mit der Farbe von Mineralien nicht. Einen schönen Überblick über die Gründe der Farbe von Mineralien findest Du hier (leider in englisch):
http://www.minsocam.org/msa/collectors_corner/arc/color.htm
Gruß
Berthold
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Vielleicht hilft auch das weiter
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Farbe
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Hallo slugslayer,
der Artikel enthält einige schwerwiegende Fehler, ich hab das in der entsprechenden Diskussion schon mal geschrieben. Beispiel:
Die beobachtete Farbe ist die Farbe der Wellenlänge des Lichts, die am wenigsten absorbiert wird.
Würde ja bedeuten, wir sähen alles nur in Spektralfarben. :P
Ich hab den Artikel nicht geändert (da Stefan eine andere Ansicht vertritt).
Gruß
Berthold
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Ja, ich habe den Link nur so reingesetzt ohne Wissen ob angebracht/richtig/falsch.
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Hallo,
In der neuesten Ausgabe der MINERALIEN-WELT wird von einem Neufund bis zu 2 cm großer grüner Sphalerite von Steinperf berichtet, allerdings auch, dass der interessante Bereich schon abgefahren wurde.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
@ slugslayer: Sollte natürlich kein Vorwurf gewesen sein. Ich wollte nur darauf hinweisen dass wir hier noch eine "Baustelle" haben.
Unsere Lexikon-Seite zur Farbe will ich nicht runtermachen. Aber im gegenwärtigen Zustand empfehle ich die nicht.
Zum Thema: Sphalerit kann recht unterschiedliche Farben haben. Reine Zinkblende wäre eigentlich farblos, ist mir aber aus der Natur nicht bekannt. Schon geringe Mengen Eisen verursachen eine gelb-orange-braun Färbung. Das kann bis zu tieschwarz und undurchsichtig gehen. Fe ist ja weit verbreitet und überall zugegen, so dass diese Farben beim Sphalerit vorherrschen. Interessant wäre die Frage, ob die grünen Sphalerite fluoreszieren (die braunen machen das nicht, Fe ist ein Tilger).
Gruß
Berthold
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Hallo,
@ Berthold:
Interessante Frage mit der Fluoreszenz. Leider ist in dem Artikel ja nicht angegeben, inwiefern Cd drin ist. Cd dotiertes ZnS ist ja als Leuchtschirm und für Detektoren in Gebrauch.
Glück Auf!
Smoeller
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Wer's ganz genau wissen will, dem kann ich folgende Artikel von 1996 und 1985 empfehlen:
Rager et al. (1996): Color, crystal chemistry, and mineral association of a green sphalerite from Steinperf, Dill syncline, FRG. European Journal of Mineralogy 8, 1191-1198.
Das Abstract:
Green sphalerite and the coexisting minerals calcite and prehnite occur in small veins in a basalt of Steinperf, Dill Syncline, Germany. Chem. anal. by AAS and electron microprobe reveal that all 3 minerals are almost pure end members and contain only minor amts. of the transition elements. Small amts. of Co2+(80 ppm) in the tetrahedral Zn sites cause the green color of this particular sphalerite. EPR studies of the specimen reveal that the cubic Zn positions are distorted by the incorporation of the Jahn Teller ion Co2+ without affecting the overall crystal structure. The minerals formed under hydrothermal conditions, starting with calcite and followed by prehnite, which crystd. under oxidizing conditions as indicated by the incorporation of Fe3+. Sphalerite formed under more reducing conditions as the last mineral in the sequence and incorporated all cobalt as Co2+.
Henn, U. & Hofmann, C. (1985): Green sphalerite from Zaire. Journal of Gemmology 19, 416-418.
Abs.:
The dark-green color of sphalerite from Kipushi, Zaire, is the result of trace contents of Co (744.2 ppm), which shows a absorption max. at 670 nm in the sphalerite spectrum. This absorption max is the result of an 4A2 -> 4T1(P) transition of Co2+ in the tetrahedral crystal field of sphalerite.
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Hallo Uwe,
vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel :D
Grüße
Hg
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Hi
In der neuen Ausgabe der Mineralien-Welt ist eine der genannten Stufen abgebildet. Auf Prehnit.
Wilhelm
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Zum Thema Fluoreszenz,
meine Zinkblende aus Steinperf zeigt keinerlei Fluoreszenz, weder KW noch LW.
Gruß
Ralf
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An Alle:
Vielen Dank!
die links sind sehr interessant...werden noch in ruhe gelesen...
und der artikel auch...
also:
Absorptionsmaximum Co2+ bei 670 nm in der Zinkblendestrukur
bei 80 ppm helleres grün
bei 774,2 ppm dunkelgrün
4A2 ->4T1(P) -transition...
mfG Impaktus
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Hallo,
habe heute beim durchforsten meiner Sammlung einen solchen grünen Sphalerit von Steinperf ausgepackt und dann mal eben fotografiert.
Größe des Kristalls ca. 9 mm
Gruß loparit
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Hallo,
ich habe hier mal zwei Bilder der bereits erwähnten dicken grünen Zinkblende, die vor kurzer Zeit in der Nähe von Marburg gefunden wurde.
Die Stufe ist im Marburger Museum ausgestellt. Die Zinkblende sitzt auf einer grünen Prehnit-Matrix. :o
Gruß
Andreas
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Die schaut irgendwie korrodiert aus...
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korrodiert nicht unbedingt, eher völlig zerklüftet.
Nicht unbedingt eine Schönheit :-\ :-X
Grüße
Andreas