Mineralienatlas - Fossilienatlas

Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Dies und Das / this and that => Thema gestartet von: TKMineral am 05 Okt 05, 23:21

Titel: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: TKMineral am 05 Okt 05, 23:21
Hallo!

Hab wieder mal ne Frage zu Reaktionen mit der Salzsäure...

Konnte nun schon öfters beobachten , das wenn ich bei irgendwelchen bestimmten Stufen Calcit wegsäure , sich auf dem Boden im dem Behälter mit der benutzen Säure eine schleimige Substanz bildet , einmal war die ganze Säure in diesen Zustand geraten. was ich damals gesäuert habe , weiß ich leider nicht mehr. Aber beim letzten Mal war es eine Stufe aus dem Steinbruch Steinperf , wo ich Prehnit aus Calcit gesäuert habe , Matrix Diabas...

SO nun die Frage: Welche chem. Reaktion geht da vor sich????

Danke!

Gruß

TK
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: MM-Bär am 06 Okt 05, 08:13
Der Schleim ist ganz feiner Calcium-Chlorid teilweise auch Ca-Oxid, gemäß
CaCO3 + 2HCl --> CaCl2 + H2CO3 -->CaCl2 + H2O + CO2
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: JHM am 06 Okt 05, 17:53
Was MM-Bär sagt ist völlig richtig (Laut Opa)  :D
so kann man auch da Mineral "Hydrophilite"(CaCl2) künstlich herstellen  ;D

Grüße Jan-Henrik
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: KOstMineral am 07 Okt 05, 08:18
Ich denke auch das es Calciumchlorid, CaCl2, ist. Allerdings ist das Zeug eigentlich sehr gut Wasserlöslich (über 70 g in 100 mL Wasser).
Calciumoxid, CaO, ist hingegen falsch. Calciumoxid (gebrannter Kalk) reagiert relativ heftig mit Wasser unter Energieabgabe (wird warm) zu Calciumhydroxid, Ca(OH)2.
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: TKMineral am 07 Okt 05, 10:59
Hallo!

Jau denke dann auch , das es CaCl2 ist.
Nur wundert es mich , das es nicht immer beim Säuern von Calcit auftritt , sondern nur gelegentlich. Kann es sein , das da event. das Nebengestein , Paragenese mit zu der Bildung zu CaCl beträgt??. Also wie gesagt , beim letzten Mal war nur Prehnit in der Paragenese und Diabas bildete das Matrixgestein.
Und damals weiß ich leider nicht mehr genau , was es war , aber die ganze Säure war in dieses Gelee umgewandelt..Glaube es war eine Stufe mit Pyrit xx auf Magmatit aus der Pfalz , die ich aus dem Calcit gelöst habe..Aber ansonsten hab ich das Phänomen nie beobachtet , wenn ich sonst Pyrit o. Markasit löse....

Danke

Gruß

TK
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: MM-Bär am 07 Okt 05, 11:06
Gelee ?  :o :o  ???
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: TKMineral am 07 Okt 05, 11:14
ne meine den Schleim damit  ;D
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: MM-Bär am 07 Okt 05, 11:39
nicht so flott  ;)
die konsistenz gibt bestimmt einen guten hinweis auf das produkt. wenn das wirklich gallertartig ist, dann würde ich nicht mehr so salopp von Ca-Dichlorid sprechen.
veilleicht kannste mal die konsistenz detailliert beschreiben  :D
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: Krizu am 07 Okt 05, 11:53
Hallo,

ich glaube nicht, dass es CaCl2 ist. Wieviel % hatte den die Salzsäure?

MfG

Frank
Titel: Ne Nachfrage zur »so ne "chemische Frage"«
Beitrag von: MM-Bär am 07 Okt 05, 12:19
Wo kaufst die Salzsäure? Apothekenware konzentr. mit 36%, technische Salzsäure 31%, für Analysezwecke ??
Das niedrigpreisigste Zeugs ist die techn. Salzsäure; für unsere Zwecke reicht es  :D, jedoch muß man mit vielen Fremdionen rechnen, die hin und wieder mit dem Gestein/Mineral "reagieren"
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: TKMineral am 07 Okt 05, 12:44
Hallo!

Hatte mal von nom Kollegen vor Jahren 30 Liter abgekauft, es ist 36 % Säure........

Gruß

TK
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: Krizu am 07 Okt 05, 15:37
na gut  ;)

bei der Anwendung von konzentrierter Säure kann ich keine Gel-Bildung verstehen.

CaCl2 wiegt 111g/mol
davon sind 71g Chlor.
36% HCl enhält 36g g HCl, also etwa 1 mol.
Es können also maximal 56g CaCl2 gebildet werden! Damit bist Du eigentlic hunter der angegebenen Löslichkeit. Wenn jetzt allerdings Wasser verdunstet, oder das Kristallwasser beim CaCl2 noch eine Rolle spielt, sieht die Welt anders aus. Dann kann etwas ausfallen. Aber das alles ein Gel wird  ??? :o

MfG

Frank
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: KOstMineral am 07 Okt 05, 16:33
Frage: Ist es reine Salzsäure oder ein Säuregemisch? Hatte mal Salzsäure- und Phosphorsäure-Gemisch zum Ätzen. Da viel dann auch ein weisser niederschlag aus = Ca3(PO4)2.


CaCl2 bildet kein Gel.
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: TKMineral am 07 Okt 05, 19:33
Hallo!

Ne ,das ist die Mischung die ich immer nehme....Ich verdünne die Säure stets mit Leitungswasser (was auch nicht so ideal ist , besser wäre natürl. destilliertes....)...mach die Mischung eigentlich immer "Pi mal Daumen"....aber immer etwas mehr Wasser als Säure...

Gruß

TK
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: Krizu am 08 Okt 05, 10:11
 ??? ich dachte du nimmst 36% für die Steine  ???

dann ist es garantiert nicht das CaCl2 !!!

mfg

Frank
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: Hg am 12 Okt 05, 10:56
Hi,
also ich kann mir auch nicht vorstellen, dass CaCl2 geleeartig ausfällt. Da würde ich eher auf ein Phosphat (meine erste Vermutung) oder ein anderes schwerlösliches Chlorid tippen. In Calcit sind schließlich noch andere Ionen als nur Ca2+ und CO32- enthalten.
Grüße
Hg
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: harzgeist am 21 Feb 19, 20:17
Warum kommt hier nach mehr als einer Seite Diskussion eigentlich keiner auf die Idee, dass bei Anwesenheit bestimmter Silikate (auch Prehnit) diese zersetzt werden und sich dabei Kieselsäuregel als gallertartige Masse bildet ...?
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: uwe am 21 Feb 19, 22:19
Da ist nach einer Kenntnis irgend ein Zeolith (Silikat) mit im Spiel. Zeolithe bilden mit Salzsäure einen gelartigen Niederschlag eines Alkalisilikates.

Gruß Uwe
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: Harzsammler am 21 Feb 19, 22:41
Ja, das ist garantiert kein CaCl2 ;D

Vor Jahren habe ich einige Prehnitproben vom Gabbrosteinbruch aussäuern wollen und... vergessen.
Nach ca. 2 Tagen war der Prehnit stark fragmentiert und reichlich Gelee im Eimer --> besagtes Kieselsäuregel.

Grüße,
Michael
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: harzgeist am 21 Feb 19, 23:04
Zitat
Ja, das ist garantiert kein CaCl2 ;D
Deshalb musste ich antworten, auch wenn das Thema schon 14 Jahre alt ist und fast 4000 mal gelesen wurde.

Übrigens konnte ich Stilbit mit entsprechend dünner Säure aus Calcit ohne sichtbare Beeinträchtigung freilegen. Bei Prehnit ging das nur bedingt (teilweiser Glanzverlust) und Wollastonit wird (fast) ebenso schnell angegriffen wie der Calcit.

GA
Thomas
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: M. Stark am 22 Feb 19, 08:01
Hallo Thomas!

Eine Frage: Verstehe ich richtig, daß Du Wollastonit mit verdünnter Salzsäure entfernst?

Also Wollastonit (Calciumsilikat, kein Zeolith) sollte sehr beständig und selbst mit Salzsäure (konz) nicht wegzubekommen sein (siehe auch Mineralienatlas "Wollastonit). Wenn Du das hinbekommen hast, mit Salzsäure (verd.), dann sage mir bitte, wie Du das machst, da ich viele Stufen vom Vesuv habe, die einen Belag mit weißlichem Wollastonit aufweisen (auf Vesuvian).

Beste Grüße,
Markus
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: harzgeist am 22 Feb 19, 15:30
Hallo Markus

Entfernen ist zuviel gesagt. Eigentlich wollte ich den Calcit (Marmor) entfernen, in den die Wollastonit-Nadeln eingewachsen sind und diese erhalten. Das hat sich als unmöglich erwiesen, weil nicht mehr viel übrig blieb.
Was die Säureempfindlichkeit anbetrifft, kann Wollastonit als simples Ca-Silikat mit (manchen?) Zeolithen locker mithalten. Soweit meine Erfahrung. Allerdings existieren mehrere Polytypen vom Wollastonit. Ob diese unterschiedlich resistent sind, weiß ich nicht, kann es mir aber schwer vorstellen.

GA
Thomas
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: cmd.powell am 26 Feb 19, 17:24
Moin

Aua, wie kann man denn bitteschön auf die Idee kommen, das da Calciumchlorid ausfällt. Und falls sich jemand wundert, weshalb das unmöglich ist, so solle er mal versuchen, aus einer wässrigen Lösung (ohne künstliches Erhitzen) hierzulande Calciumchlorid auszufällen. Das Zeug ist so hygroskopisch, das die Lösung bei einer bestimmten Konzentration mit der allgemeinen Luftfeuchte im Gleichgewicht steht und nicht weiter aufkonzentriert! Die Ausfällung von kristallienem Calciumchlorid funktioniert nur unter extremen Witterungsbedingungen bei sehr niedrigen Temperaturen (z.B. in der Antarktis, dort als Antarcticit) und/oder extremer Trockenheit.

Ich denke auch, das irgendein Silikagel ausgefallen ist. Ich erinnere mich da an eine Lösung mit der ich mal irgendwas abgeätzt hatte. Die Säure hatte ich aufgehoben, da sich noch recht konzentriert war und als ich die dann nach einiger Zeit (Monate) nutzen wollte, habe ich die gar nicht mehr aus der Flasche bekommen, da sie sich quasi in Wackelpeter verwandelt hatte...
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: harzgeist am 26 Feb 19, 18:28
Die die "Kristalle", die in Plastikbeutel eingeschweiißt als Nachfüllpacks für Luftentfeuchter in Bau- und Supermärkten angeboten werden, bestehen meist aus Calciumchlorid oder Magnesiumchlorid. Beide fallen in großen Mengen als Beiprodukte bei der Sodaherstellung bzw. Düngemittelproduktion an.
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: smoeller am 27 Feb 19, 09:25
Hallo,

Ganz sicher ein Silikatgel, entsteht bei der Zersetzung von Silikaten durch Salzsäure, z.B. bei Zeolithen.

Calciumchlorid ist tricky, ich hatte einmal im Plastikbehälter vom Luftentfeuchter schöne Kristalle (Foto angehängt), sobald man jedoch versuchte, die zu trocknen, sind sie sofort zerflossen. Jede Erhöhung von Temperatur oder Luftfeuchtigkeit und das Zeug ist futsch. Bekannt ist z.B. auch der Tachyhydrit in Salzbergwerken, der trotz der extrem geringen Luftfeuchtigkeit bei Exposition an Luft rasch zerfließt. Totz der Tonnen anderer Salze in der Umgebung.

Glück Auf!
Sebastian
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: Fabian99 am 27 Feb 19, 13:10
Hallo Sebastian,

dachte ich zuerst auch, allerdings gibt es wirklich Entfeuchter, bei denen eine Salzlösung entsteht.

Beispiel  ohne Wertung:  http://vi.raptor.ebaydesc.com/ws/eBayISAPI.dll?ViewItemDescV4&item=172869086728&category=79621&pm=1&ds=0&t=1550314933000&ver=0

LG
Titel: Re: mal wieder so ne "chemische Frage"
Beitrag von: cmd.powell am 28 Feb 19, 17:05
Moin

Zum Calciumchlorid: Ein Sammlerfreund von mir hatte bis noch vor einigen Jahren regelmäßig Systematikminaralien von M. Murashko aus Russland bekommen, darunter waren auch zwei Antarkticite in Glasröhrchen eingeschmolzen, trotzdem waren sie zerflossen und somit futsch!
Außerdem hatte ich mal durch Zufall Antarkticit gezüchtet, indem ich zu einer gesättigten Calciumchloridlösung im Exsikkator noch wasserfreies Calciumchlorid gegeben hatte; Nach einem Tag saßen da hübsche prismatische XX in der Lösung, die aber leider wie Beton in der Schale fest hingen und sich nicht unzerstört bergen ließen. Antarkticit ist - für diejenigen, die es nicht wissen - Calciumchlorid Hexahydrat.
Achso, der Antarkticit, also das Hexahydrat schmilz bei 30°C in seinem eigenen Kristallwasser, das macht eine Lagerung nochmal etwas anspruchsvoller...