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Autor Thema: Astrophyllit radioaktiv???  (Gelesen 11585 mal)

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Offline grauwacke

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Re: Astrophyllit radioaktiv???
« Antwort #15 am: 09 Oct 06, 12:31 »
Hallo Berthold,
laut Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie hat Astrophyllit die Formel: (K2, Na2, Ca)(Fe2+, Mn)4(Ti, Zr)[OH| Si2O7]2. Es gibt sogar eine Zr-reiche Varietät Zirkophyllit. Das Zr-freie und k-betonte Endglied wäre Kupletskit  K2 Mn4 Ti [OH| Si2O7]2. Und wo Zr vorhanden ist, kann sich isotyp theoretisch immer Th finden, siehe Radioaktivität von ZrSiO4 (Zitat Klockmann: "weitgehende Diadochie Zr, Th, U").  Allerdings ist das natürlich lagerstättenabhängig.

Gruß

Grauwacke

Offline MineralienfanBQ13

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Re: Astrophyllit radioaktiv???
« Antwort #16 am: 09 Oct 06, 14:18 »
Hallo,

ich danke euch für die Antworten. Nun brauch ich mir wohl keine Sorgen mehr zu machen. Nun weiß ich, dass schwach radioaktive Mineralien keine Gefahr darstellen.
Dann kann ich ja ohne Sorgen weitersammeln.

Gruß
Brian

Offline berthold

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Re: Astrophyllit radioaktiv???
« Antwort #17 am: 09 Oct 06, 15:08 »
Hallo ,

@Grauwacke,

ach so, weil da das Ti diadoch in geringer Menge durch Zr vertreten sein kann -sagst Du- könnte das auch durch Th ersetzt werden. Hmm, ja, möglich ist das sicher, fragt sich nur ob überhaupt und in welcher Menge.

Zr wird üblicherweise in der Formel (wie andere Verunreinigungen) nicht angegeben (Handbook of Minerlogy, mindat.org, webmineral.com).

Zirkophyllit ist keine Varietät von Astrophyllit, hat ein anderes Gitter und ist ein eigenständiges Mineral, auch Kupletskit hat wieder ein anderes Gitter und beide Mineralien bilden m.W.n. mit Astrophyllit keine Mischreihen.

Gruß

Berthold

Offline uwe p.

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Re: Astrophyllit radioaktiv???
« Antwort #18 am: 09 Oct 06, 19:52 »
ja und was ist 0,012%, kein prozentsatz?

Offline berthold

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Re: Astrophyllit radioaktiv???
« Antwort #19 am: 09 Oct 06, 21:19 »
Hallo,

Zitat
ja und was ist 0,012%, kein prozentsatz?

nee, ...nicht mal ein Promillsatz  ;)

Gruß

Berthold

Offline grauwacke

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Re: Astrophyllit radioaktiv???
« Antwort #20 am: 12 Oct 06, 14:30 »
Hallo Berthold,

Zu Astrophyllit, Zirkophyllit und Kupoletskit zitiere ich nochmals ausführlicher aus dem oben erwähnten Standardwerk: "Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie", aus dem auch die Astrophyllitformel mit dem Zr stammt : "Zirkophyllit, mit Zr vorherrschend, und Niobophyllit, mit Nb vorherrschend, sind dem Astrophyllit ganz ähnlich." (O.K., eigenständiges Mineral und keine Varietät, aber  ein gewisser Ersatz von Ti durch Zr läßt sich bei der erwähnten "großen Ähnlichkeit" annehmen.
"Kupletskit ... isotyp mit Astrophyllit ..." läßt noch eher Mischkristalle erwarten. Im Internet unter www.springerlink.com/index/C0H1DUNLKVF5A6RF.pdf - heißt es: "Manganreicher, eisenarmer Astrophyllit wird Kupletskit genannt." - was von der Chemie her auch zu erwarten wäre, da Eisen und Mangan sich häufig problemlos ersetzen.
Wie dem auch sei, Originalliteratur über die Astrophyllitgruppe habe ich zwar noch nicht gelesen (wenn, werde ich es kundtun), aber die Angaben belegen doch, daß Zr zu gewissen Anteilen im Spiel sein kann. Und wo Zr ist, können - bei Vorhandensein - auch ähnlich große Metallionen wie Thorium oder Uran in begrenztem Umfang eingebaut sein. Neben der Radioaktivität von Zirkon (Zitat Klockmann: "Ein Th- und U-Gehalt macht den Zirkon zum Hauptträger der Radioaktivität in den Gesteinen") sei auch an die Radioaktivität von Columbit erinnert. Natürlich sind das nicht die Riesenmassen an radioaktiven Elementen, aber darum ging es auch gar nicht.

Gruß

Grauwacke

Offline berthold

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Re: Astrophyllit radioaktiv???
« Antwort #21 am: 12 Oct 06, 15:39 »
Hallo Grauwacke,

da, kann ich Dir in großen Teilen zustimmen. Nur sollte nicht der Eindruck (Varietäten) entstehen  Astrophyllit, Zirkophyllit und Kupoletskit würden Mischreihen bilden, können sie auch nicht - da unterschiedliche Gitter. Zweifelsohne ist eine große Ähnlichkeit vorhanden, aber Zr muss im Astrophyllit als gelegentliche, geringe diadoche Verunreinigung betrachtet werden. Dass statt Zr ähnlich große Metallionen (Thorium und Uran) eingebaut werden können ist mir auch schon klar. Ich behaupte nur, im  Astrophyllit werden das immer sehr geringe Mengen sein.

Übrigens sind chemische Analysen von "radioaktivem" Astrophyllit mit sehr viel Vorsicht zu betrachten. So gehen die (im Klockmann auch genannten) radioaktiven Höfe (Halos) im Astrophyllit auf radioaktive Fremdmineraleinschlüsse zurück, die Strahlung kommt also nicht vom Astrophyllit selbst. Auch ist es mit dem von Dir erwähnten Columbit ähnlich. Im "radioaktiven" Columbit (etwa von Hagendorf) sind (epitaktisch) winzige, selten auch mm-große, Uraninitkristalle eingewachsen, die führen dazu, dass der Zähler pfeift.

Gruß

Berthold

PS: Nachtrag: "Ein Th- und U-Gehalt macht den Zirkon zum Hauptträger der Radioaktivität in den Gesteinen", da möchte ich entschieden wiedersprechen: K-40 ist in den Gesteinen vor Radon, Uran und Thorium der Hauptträger der geogenen Radioaktivität. 
« Letzte Änderung: 12 Oct 06, 15:54 von berthold »

Offline Krizu

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Re: Astrophyllit radioaktiv???
« Antwort #22 am: 12 Oct 06, 16:07 »
Hallo,

je nach Stelle möchte ich auch nicht an einem Monazit-haltigem Strand liegen  ;D 8)
Mein Rekord waren selbstgemessene 13% Thorium in einem Monazit-Korn und Monazitseifen sind meines Wissens nicht selten  ;)

MfG

Frank

 

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