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Autor Thema: Kupfer von Lauta bei Marienberg  (Gelesen 6662 mal)

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Offline thdun5

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Kupfer von Lauta bei Marienberg
« am: 27 Dec 08, 12:06 »
Hallo Leute,

heute habe ich mir einmal ein noch nicht von mir bestimmtes Mineral von der Halde bei Lauta unter dem Bino angeschaut. Es handelt sich um ein 6x5x4 cm großes Stück. Wie auf vielen Stücken von dort befindet sich Fluorit mit etwas Quarz daran.
Weitere Minerale, die ich bis jetzt identifiziert habe: Baryt, Chalkopyrit, Covellin, Malachit, und andere sekundäre Cu-Minerale.

An einer Stelle habe ich etwas gesehen, was ich vorher noch nie von dort gesehen habe. Eine Malachitkugel (besteht aus einzelnen Kristallen), die an einem rötlichen Etwas hängt. Als erstes habe ich an Kupfer gedacht. Kupfer wurde von Lauta erwähnt. Die Paragenese könnte ja auch auf Kupfer hindeuten. Das Problem ist nur dies. Das Kupfer ist zu klein, um es auf Leitfähigkeit zu prüfen (Gefahr des Abbrechens) und ich habe noch nie Kupfer von Lauta gesehen.

Nun wollte ich Fragen, ob es Kupfer sein könnte oder auch häufigere Minerale wie Hämatit, Cuprit, ....


Dazu drei Bilder:
die ersten beiden sind "Ein-Bild Bilder".

Offline thdun5

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #1 am: 27 Dec 08, 12:09 »
... und das dritte Bild ist ein zusammengesetztes Bild aus 33 Einzelbildern, die mit dem Programm "CombineZ5" zusammengesetzt wurden (mein erster Versuch; noch ein wenig zu lange Belichtungszeiten).
« Letzte Änderung: 27 Dec 08, 12:12 von thdun5 »

Offline minuwe

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #2 am: 27 Dec 08, 12:30 »
Da stellt sich mir die Frage, wieso sich völlig unverwittertes Kupfer und Kupfersekundärminerale direkt nebeneinander befinden. Hier würde ich mal unter dem Bino an der Stelle unten links, wo es eingewachsen ist und nicht wegbricht, kratzen. Wenn es Kupfer ist, müsste deutlicher Metallglanz erkennbar sein. Oder entsprechend anderer Strich.

Gruß
Uwe

Offline thdun5

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #3 am: 27 Dec 08, 13:50 »
Hallo,

soeben habe ich einmal versucht, die Stelle unten links mit einer Nadel wegzukratzen.
Dabei passierte folgendes:
Es entstand ein feines oranges Pulver. Kupfer würde dann ja nicht so wegbröseln...
Ich hänge einmal ein Bild nach dem Versuch mit an.

Offline minuwe

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #4 am: 27 Dec 08, 14:28 »
Würde mal Limonit annehmen, Goethit ist eher nadelig (habe ich von dort in Fluorit/ Quarz- Matrix). Wenn ein deutlicher Rotsich erkennbar ist, ist natürlich auch Cuprit nicht auszuschließen  ???

Offline Haspelknecht

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #5 am: 27 Dec 08, 16:47 »
Hallo!
Meiner Meinung nach ist das feiner, pulvriger Hämatit. In der Form nennt man ihn auch "Eisenrahm".
Gruß und Glück-Auf
Markus

Online uwe

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #6 am: 28 Dec 08, 09:32 »
Von Lauta ist Cuprit bekannt. Funde waren in der Vergangenheit nicht allzu selten. Vor allem im älteren Teil der Halde 139 (dort wo heute die neue LKW-Zufahrt angelegt wurde). Ich halte die rötlichen Krusten für Cuprit, vor allem wenn grüne Sekundärbildungen in der Nähe sind. Das Rot dieses Cuprits ist eigentlich nicht mit dem Hämatitrot zu verwechseln - ist allerdings auf einem Foto so nicht zu unterscheiden.

Gruß
Uwe

Offline thdun5

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #7 am: 28 Dec 08, 10:13 »
Hallo,

Cuprit zerfällt meiner Meinung nach aber nicht so zu einem organgem Pulver und diese seltsame Ausbildung; kann das wirklich Cuprit sein ?
Hämatit an sich erscheint mir unwahrscheinlich. Aber ich weiß nicht wie dieser von Haspelknecht geschilderte "Eisenrahm" aussieht.
Goethit ist es auch nicht. Der kommt von der 139 entweder glaskopfartig oder als bräunlich-gelbe Kristallgruppen vor.
Limonit ist nicht schlecht. Die Farben und Formen deuten schon sehr darauf hin.

Wäre eine Möglichkeit Klarheit zu schaffen die Löslichkeit in verd. Schwefelsäure ?
Darin würden sich Cuprit und evtl. Limonit auflösen und Hämatit nicht. Sehe ich das so richtig ?

Offline minuwe

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #8 am: 28 Dec 08, 14:45 »
Bei der Varietät Eisenrahm ist die Aggregatform erdig und fühlt sich fettig- schmierig an, die Farbe halbmetallisch- kupferrot.

Naßchemisch kann man was machen, wenn genug Probemenge vorhanden ist. Hämatit löst sich in Salz.- und Salpetersäure, Limonit in Salz.- und Oxalsäure, aber Cuprit auch in Salmiakgeist und Schwefelsäure. Oder Kupfernachweis (Kalilauge in die Salzsäurelösung= gelber Niederschlag) bzw. Eisennachweis mit Blutlaugensalz.

Man kann etwas Pulver in der Reduktionsflamme erhitzen (in Flammenmitte), das Pulver wird vom Magnet angezogen, wenn Eisenoxid vorliegt.

Aber das orange (gelbbraune?) Strichpulver weist eigentlich auf Limonit, bei Hämatit und Cuprit ist es deutlich rötlich.

Gruß
Uwe
« Letzte Änderung: 28 Dec 08, 14:52 von minuwe »

Offline thdun5

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #9 am: 28 Dec 08, 17:31 »
Hallo,

bei dem hier vorliegenden Stück ist nicht genug Material vorhanden, um mindestens zwei chem. Proben durchzuführen.
An der rechten Seite von der Malachitkugel befinden sich meiner Meinung nach typische Cuprit-Aggregate in dem Hohlraum.
Limonit (das Pulver) und die Cuprite im Hohlraum und am Malachit könnten ja auch so zusammen vorkommen.

Da fällt mir gerade ein, dass ich noch größere Stücke mit rötlichen "Anhäufungen" dieses Jahr von Lauta gefunden habe. Daran befindet sich wesentlich mehr Material und man könnte daran ja einmal die chemischen Proben durchführen, die hier übrigens sehr gut zusammengetragen wurden.

Schon einmal vielen Dank um die Bemühungen !

Offline smoeller

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #10 am: 28 Dec 08, 19:03 »
Hallo,

Es gibt auch Mischungen von Limonit und Cuprit (sog. Ziegelerz), die dann eine orange Strichfarbe haben sollten (rot und gelb = orange). Dazu käme noch Lepidokrokit, der einen orangroten  Strich aufweist. Meines Erachtens aber am Ehesten Ziegelerz.

Glück Auf!
Smoeller

Online uwe

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #11 am: 28 Dec 08, 22:26 »
Ein einfacher Kupfernachweis ist wie folgt möglich: Lösen in Salpetersäure und Ammoniumhydroxyd im Überschuß zugeben. Eine intensive Blaufärbung zeitg Kupfer an.

Uwe

Offline thdun5

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #12 am: 29 Dec 08, 11:54 »
Hallo,

soeben habe ich den von "uwe" beschriebenen Nachweis durchgeführt. Auf demselben Stück habe ich noch solche Aggregate gefunden, die ich dann auch in Kleinstarbeit unterm Bino in ein Reagenzglas gesteckt habe.

Dazu 2 Bilder:

Bild 1: Vergleichsprobe mit Kupfer(II)-carbonat (links) und Probe vom Stück (rechts)
  mit bloßem Auge war ersteinmal bei der Probe vom Stück nichts erkennbar.

Bild 2: Aufnahme der Probe vom Stück unterm Bino.
  das Einstellen und fotografieren war nicht ganz einfach. Aber ich denke, man kann es ein wenig erkennen. Es befinden sich tatsächlich bläuliche .?. (naja, schwer zu beschreiben) in der Lösung.

Also handelt es sich hierbei tatsächlich um Cuprit.

Ich danke nochmals allen, die hier mitgemacht haben.

Offline minuwe

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #13 am: 29 Dec 08, 12:45 »
Zitat
tatsächlich um Cuprit
...würde ich hier bezweifeln. Wenn hier Cu drin wäre und der Nachweis richtig geführt, müsste es doch wie im linken Glas aussehen, oder? Also Cu(NH3)4)++ in Lösung= Blaufärbung.
Du kannst noch folgendes machen: Das Pulver mit HCl anfeuchten und in die Flamme halten= starke Grün- oder Blaufärbung, was bei reinem Eisenoxid nicht passiert. Sollte aber ein Gemisch vorliegen (Ziegelerz), wird das so natürlich nichts da müsste man Eisen und Kupfernachweis getrennt führen.

Gruß
Uwe
« Letzte Änderung: 29 Dec 08, 12:50 von minuwe »

Offline thdun5

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Re: Kupfer von Lauta bei Marienberg
« Antwort #14 am: 29 Dec 08, 13:02 »
Das Problem ist nur dies:
vom Stück habe ich nur einige Krümelchen abbekommen. Das enspricht dann ca. einer Menge von einem Sandkorn (<1mm3) !!
Cu-Ionen sind auf jeden Fall in der Lösung enthalten, da schon eine Blaufärbung der Partikel in der Lösung erkennbar ist (auf dem Bild sicherlich nicht).
Mit reinem Limonit habe ich das auch ausprobiert und im Vergleich sind dort nicht solche blauen Partkel in der Lösung.

Es kann ja trotzdem möglich sein, dass es Ziegelerz ist.

Mehr Pulver zur Flammenprobe und anderen Versuchen habe ich nicht (leider), oder ich müsste das Stück abnehmen, woran sich die Malachitkugel befindet.

 

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