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Autor Thema: Quellsprengstoff  (Gelesen 14198 mal)

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Offline TKMineral

Quellsprengstoff
« am: 13 Nov 04, 14:06 »
Hallo!

Wer hat denn mal Erfahrung mit Quellsprengstoff gemacht??
Das Zeugs ist eigentlich harmloser als es sich anhört ;). Es explodiert nicht und basiert auf Zementbasis.
Der Zement ist in Stoffsäckchen abgefüllt , wird in die Borhlöcher gestopft und bewässert, dann soll angeblich ein großer Druck entstehen , wobei das abzubauende Gestein gelöst wird.


Gruß

TK

Waidler

  • Gast
Re: Quellsprengstoff
« Antwort #1 am: 14 Nov 04, 19:31 »
Funktioniert, aber ... .

1. Man muß ausreichend tiefe Löcher bohren können - also viel Spaß im kristallinen Gestein.
2. "Besteck" zum Befüllen der Löcher notwendig
3. Erfahrungsgemäß ist eine längere Wartezeit von Nöten ...
4. UVV beachten!!!

Fazit:
Nehmt schweres gutes Werkzeug. Das hat noch jedem zu dem verholfen was man sich so erhofft hat, glaubt es mir.

Gx Waidler

Offline TKMineral

Re: Quellsprengstoff
« Antwort #2 am: 14 Nov 04, 19:34 »
Hallo!

Na dann bleib ich beim schweren Werkzeug ;)

Gruß
TK

Offline geomueller

  • Supremo
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  • Seit 2003 im Mineralienatlas angemeldet.
Re: Quellsprengstoff
« Antwort #3 am: 14 Nov 04, 21:43 »
Hallo TK,
schau mal hier www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,594.0.html, da gings auch schon mal über Quellsprengstoff.

MfG Geomueller

Offline TKMineral

Re: Quellsprengstoff
« Antwort #4 am: 16 Nov 04, 19:29 »
Hallo Jürgen!

Danke für den Link!

Dann quäle ich mich doch lieber weiter mit meinem Vorschlaghammer rum :D. Naja, dann macht es quasi auch mehr Spaß , denn: Erst die Arbeit , dann das Vergnügen (mit den Funden) :)

Gruß

TK

Waidler

  • Gast
Re: Quellsprengstoff
« Antwort #5 am: 16 Nov 04, 21:51 »
Rentiert sich, ähm ich meine rechnet sich nur für Leute, die gewerbsmäßig "strahlen" ...

Gx Waidler

Offline sigillaria

Re: Quellsprengstoff
« Antwort #6 am: 21 Apr 05, 10:20 »
Hallo,

kann einige Hinweise zum Einsatz von Quellsprengstoffen (bessere Bezeichnung für Schreckhafte: Quelldruckmittel) geben. Meine Erfahrungen beruhen auf dem Produkt Betonamit in der knetbaren (nicht in der gießbaren) Form. Das Betonamit wurde in unserem Höhlenverein mehrfach zum Erweitern von Engstellen eingesetzt.

Man muss zunächst ein Loch von mindestens 20 besser 23 mm bohren. Bei kleineren Durchmessern tut sich nichts. Zudem sollte eine Mindesttiefe von 30 - 40 cm nicht unterschritten werden. Wir haben standarmäßig 60 cm gebohrt. Durchmesser und Bohrtiefe sind notwendig, damit eine für den Druckaufbau notwendige Menge des Druckmittels eingebracht werden kann.  Mindestabstände der Bohlöcher gemäß Herstellerangabe sind einzuhalten, im Zweifel etwas enger.  Derartige Durchmesser und Tiefen sind mit Akkubohrhämmern nicht mehr machbar, man benötigt also Strom und einen leistungsfähigen Bohrhammer. Nach Reinigen des Bohrlochs (Bürsten u. Ausblasen) kann man das Mittel anmischen. Es empfiehlt sich, vorher passende Mengen (lässt sich mit den Herstellerangaben ausrechnen) abzuwiegen und die entsprechende Menge Wasser z. B. in Polyflaschen abzufüllen. Zum Anmischen ist ein Gipsbecher gut geeignet. Da das Mittel stark ätzend ist (Hauptbestandteil Calciumhydroxid) sollten Schutzbrille und Gummihandschuhe getragen werden. Die knetgummiartige Masse wird dann zügig in das Bohrloch eingebracht und mit einem geeigneten Stab verdichtet. Das Mittel dehnt sich nun über 1 bis 2 Tage aus (u. a. abhängig von Feuchte und Temperatur der Umgebung), danach kann das Ergebnis bewundert werden. Harte Gesteine lassen sich leichter zerlegen als weiche,  die viel Druck"schlucken", poröses Material ist wenig geeignet.

Es empfiehlt sich, wenn möglich, zum Schutz vor einem Blowout (plötzliches Ausblasen des Druckmittels aus dem Bohrloch) die Bohlöcher mit einigen Stücken alten Teppichbodens abzudecken. Kinder sollten keinesfalls in die Nähe kommen können. Bei Trockneheit und Hitze muss, um ein Austrocknen des Mittels zu vermeiden, mit feuchten Tüchern abgedeckt werden.

Vorteile des Verfahrens: Kein Knall, keine Erschütterungen, knetbare Version auch horizontal u. über Kopf einsetzbar.


Nachteile des Verfahrens: Sauteuer (1kg kostete ca 70 DM), langwierig (kein sofortiges Ergebnis) und umständlich, Strom u. Bohrhammer notwendig.

Eine Alternative, wenn man bohren kann, besteht darin, eine Reihe von Löchern zu bohren, in diese Spitzmeißel oder besser abgeflexte Spitzen von Spitzhacken zu stecken und immer der Reihe nach mit dem Vorschlaghammer heftigst draufzudreschen.

Wir setzen nicht zuletzt aus Kostengründen Quelldruckmittel nur dann ein, wenn es absolut keine Alternativen gibt.


 

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