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Autor Thema: Fundberichte im Forum und Lexikon  (Gelesen 25736 mal)

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Offline UlrichW

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #15 am: 18 Jun 09, 23:57 »
Hi Lois,

ich habe lange überlegt ob ich mich hier in der Diskussion beteiligen soll. Wenn ich mir Gedanken über die Sammlerschaft ganz allgemein mache, kommt da etwas bei raus, wofür man mich berechtigterweise wegen Rufmord, Mobbing oder sogar übler Nachrede anklagen könnte. Meine Meinung über 80% der Sammlerschaft ist derart negativ, daß ich dazu lieber nichts schreiben will.

Dennoch ist und bleibt der Mineralienatlas unsere einzige Chance daß wenigstens die "Überlebenden" des im Aussterben begriffenen Hobbies sich zusammen rotten können.

Wichtiger als die Diskussion darüber, wo man was "holen" kann ist für mich die Diskussion um Sammlungsziele, Sammlungs-Ethik und alles was damit zu tun hat, wie man sammelt. Ich glaube nämlich, daß sich für die meisten Sammler die Zeit des aktiven Sammelns im Feld erledigt hat. Dazu gibt es einfach zu wenig interessante Fundstellen. Und im Urlaub zu sammeln ist auch nicht Jedem gegeben.

Klar kommt jetzt sofort die Antwort, daß man doch in diesem oder jenem staubigen Loch noch matschige Calcite finden kann. Ich bin mir nur nicht sicher, obn nach vielen Jahren der Sammeltätigkeit Calcit noch wirklich ausreichend für einen 100Euro-Trip ist. Und die Fundstellen, wo es eventuell noch etwas geben könnte, sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Was bleibt ist die Frage, wie man Mineralien sammeln kann, ohne dabei zu einem rücksichtlosen Ars..oder arm dabei zu werden. Rücksichtslosigkeit äußert sich z.B. für mich schon darin, daß an einer Fundstelle solange Material geholt wird, bis nichts mehr da ist..

Einige werden die Fundstelle Le Montmin kennen. Ich habe die Halde über vier Jahre besammelt. Jedes Jahr eine oder zwei Kistchen Material, das reicht für ein Jahr knacken. Dann wurde die Halde bekannt gemacht. Ein Jahr später...aus die Maus!
Velbert: Jahrzehntelang eine Fundstelle, an der man immer mal was finden konnte. Ideal für einen Sonntagsausflug. Heute: Ein riesen Trichter und ein "Kollege" der sich damit rühmt dieses Loch extrahiert zu haben! Was soll man da sagen ohne Fäuste zu verwenden!
Siegerland: Es ging das Gerücht, daß es eine Fundstelle für schöne Skorodite gab. Als die Fundstelle bekannt wurde, lagen bei einem bekannten siegerländer Sammler ca. 100 Kisten im Keller.  Auf die Frage, ob man davon ein paar Brocken haben könnte, gab es ein fast beleidigendes "nein, das geht nicht?". Ob jemals davon Material auf den Markt gekommen ist entzieht sich meiner Kenntnis. jedenfalls tauchten in einer siegerländer Börse zwei Mikros, erbärmliche Mikros, zum preiss von je 20 Euro auf.

Meine Fundstelle war eine alte Halde einer Kohlenzeche, kaum 2km weg von meiner Wohnung. Da gab es Bleiraritäten wie Cottunit, Phosgenit usw.. ich habe brav den ganzen Club immer über die Lage informiert, als die Halde umgelagert wurde. Dann kam der Tag, an dem die wichtige Partie angefahren wurde. Nur leider erfuhr ich es erst 4 Wochen später von "Freunden" in meinem Club. Vier Leute hatten dort 4 Tage gearbeitet und Wahnsinnige Sachen gefunden. Die zwei km zu mir haben diese Freuden nicht geschafft. Ich besitze bis heute kein Stück aus dieser Fundphase. "Freunde" kannste knicken!

Das erging übrigens nicht nur mir so, sondern auch vielen Leuten die ich in ganz Deutschland kenne könnten Bücher darüber schreiben. Keine fröhlichen Bücher, soviel ist gewiss.. Daraus resultiert ein Verhalten der "vernünftigen" Sammler, das man als eher zurückhaltend titulieren kann.

Also ich finde es nicht erstaunlich daß es kaum Fundortberichte gibt, zumal es kaum noch Sammler gibt, die sich für etwas ausserhalb ihres Dunstkreises interessieren.
Aber wie gesagt, es mag eine Sichtweise sein, die aus der hiesigen Mentalität entstanden ist.

Ich dachte mir nur, daß auch das mal gesagt werden sollte.

Aber in Einem hast Du Recht, wenn man selber den Ar...mseligen Hintern nicht bewegt, wird das nichts. Und bewegen heist nicht unbedingt irgendwo hin fahren um benzin zu verbrennen, sondern einfach irgendwie aktiv zu werden.

So, Glück auf und Dir Lois ein Berg heil!
Ulrich

PS: wenn Du denkst ich sei aber mies drauf, dann haste fast unrecht! Nein, ich bin nicht mies drauf, nur leider realistischer geworden!

Offline cmd.powell

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #16 am: 19 Jun 09, 00:42 »
Guter Post, Du sprichst mir aus der Seele. Inzwischen hat jeder Sammler nicht nur ein Hobby "Mineralien sammlen" sondern auch noch eine Riesenverantwortung für evtl. Feld- und Flurschäden, wenn er ein besonders ergiebige oder interessante Fundstelle publik macht. Ist logisch, das man da vorichtig wird.
Was die Entwicklung hier im Forum betrifft, so hatte ich vor etwa zwei Jahren eine vergleichbare in meinem eigenen Forum (inzwischen nicht mehr existent !): Problem ist bei sowas sicherlich auch, das solange sich ein Forum in der aktiven Aufbauphase befindet, viel Neues geschrieben wird und das gesammelte Wissen schnell expandiert, was jedoch eine rein subjektive Empfindung ist. Sobald das Forum nun eine gewisse Größe erreicht hat, fallen Neuzugänge in bestimmten Bereichen nicht mehr so sehr auf, weil nebenbei auch viele andere Diskussionen geführt werden etc. Im Falle der Fundortberichte mag da noch hinzukommen, das irgendwann mal der Großteil der bekannten Fundorte abgehandelt sein wird und somit auch nicht mehr viel hinzu kommen kann. Und jetzt jede Baugrube als Fundort aufzuführen kann letztlich auch nicht der Weißheit letzter Schluß sein.
Ich denke mal, hier ist es sinnvoll, eine deutlich Grenze zwischen Forum und Lexikon zu ziehen und das wird in meinen Augen auch gemacht.

Offline Collector

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #17 am: 19 Jun 09, 01:00 »
Hallo UlrichW

ich habe hier im Forum selten so ein herzerfrischendes und treffendes Exposé wie Deines gelesen und kann Dir unisono in allem was Du schreibst nur vollzustimmen.
Besonders was die "Überlebenden des im Aussterben begrifenen Hobby's " betrifft, e.g., dijnigen, die sich auch ohne Calcite und ohne Achate und gelegentliche Schlackenfunde zusammenrotten.
Eigentlich hatte ich überhaupt nicht vor, auf loismins' s Artikel einzugehen, da die Antworten darauf eigentlich schon seit langem zer-diskutiert wurden und das Resultat immer das gleiche ist. Das Forum ist seit mehr als 3 Jahren überschwemmt mit dem Thema "Meine Fundstelle-Deine Fundstelle".

Ich kenne sehr, sehr viele Fundstellen; wenige davon in Deutschland (dafür aber noch nicht ausgeraubt), viele in Frankreich, Spanien, Portugal und Marokko. Diejenigen dieser Fundstellen, über welche ich (leider) berichtet hatte, waren in weniger als einem Jahr komplett leer, wiederhole: komplett leer. Diejenigen, welche ich nicht weitergab, bieten auch heute noch, nach einem Zeitraum zwischen 30 Jahren und heute, ein befriedigendes Sammlerpotential, wenn man sich auf eine vernünftige Menge beschränkt.

Ich war der erste Sammler, der über spanische Aragonite in Minglanilla berichtete (Aufschluss); nur zwei Monate später wurden Wohnwagen und Kfz-Anhänger mit abertausenden Aragoniten beladen; der Trend hält bis heute an; manche Leute machen sogar Urlaub mit ihren Wohnwagen, um tonnenweise Aragonite einzubuddeln.

Ich war der erste, der über Silbermineralien in Hiendalaencina schrieb; kurz nach Erscheinen des Fundberichtes gab es ganze Karawanen deutscher sogenannter Sammler, die die Halden der alten Silberminen durchwühlten und auf Teufel komm raus die Landschaft veränderten. Hat mir von meinen spanischen Sammlerfreunden ne Menge Ärger eingebracht.

Irgend jemand verriet einem hier nicht namentlich genannten deutschen Sammler den Fundort für die schönsten blauen Baryt in Portman (Cartagena); Fazit war, dass dieser Sammler ohne Rücksicht auf Umwelt und ohne Rücksicht auf andere Sammler die Fundstelle komplett ausgebeutet hat und mit den Baryten abertausende verdiente

Dies sind nur einige wenige Beispiele. Ich hätte noch mehr, will aber nicht ausufern. Im Hinblick auf den Zeitgeist der Gier , der Rücksichtslosigkeit und der "Geiz ist geil"- Mentalität habe ich volles Verständnis für jeden ernsthaften und bewussten Sammler, wenn er keine Fundstellen-Informationen weitergibt. Warum sollte er auch ? Aus christlicher Nächstenliebe bestimmt nicht und um anderen Sammlern einen Gefallen zu tun auch nicht.

gruß
collector

Offline loismin

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #18 am: 19 Jun 09, 08:06 »
Hallo.

Ich möchte da ja keineswegs anmaßend sein aber was tut ihr dann hier oder in einem Verein.
Dann geht auf " Eure" Fundstellen und beutet sie alleine aus und versteckt die Sachen dann im Keller und freut euch alleine dran
wie Dagobert Duck im Speicher ! ( Bitte auch das nicht persönlich als Beleidigung nehmen !)
Denn wenn ihr nur einem Sammler was zeigt und wenn das euer bester Freund ist dann  ist das kein Geheimnis mehr und
wird durch Mundpropaganda so weit verbreitet wie es das Internet auch nicht besser kann.
Und ich frage mich schon, ihr habt doch vorher schon an den Fundstellen dort gesammelt warum seid ihr dann neidig
auf die die nach euch noch was finden.
Beziehungsweise ( Collector) was möchtest du denn mit den Tonnen von Aragonit xx die es auch heute noch dort zu
finden gibt, wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so leicht.
Wie gesagt vergönnt doch den anderen auch was und wenn die besser finden als man selbst, dann sind nicht die schuld
sondern man hat selber nicht gut genug gesucht !
Aber ich glaub ich laß das jetzt sein, weil ich schon sehe daß das wieder in unsinnige Diskussionen ausartet und
leider doch die meisten Sammler  keinen Teamgeist haben und nur furchtbar neidisch sind.

Schade !!!!


Gruß
Loismin

Offline Anatas

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #19 am: 19 Jun 09, 08:31 »
ich weiß auch nicht so recht ....

Mein Fund und Sammelbericht und Erstlingswerk im Atlas  "Stoisuichn 2007"    http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,14361.0.html    
hat zwar 2.800 clicks eingefahren aber außer Stefan und den Beteiligten hat sich keiner dazu geäußert (weder pos. noch neg.)
also war/bin  ich auch der Meinung das es hier keinen groß interessiert und habe es bleiben lassen ...

Mein pers. Problem ist , dass ich keine vernünftigen Mineralienfotos erstellen kann (mir fehlt auch in der Wohnung der Platz so
eine Anlage aufzustellen) - der Hannes Osterhammer (Micromounter München) ist so nett und macht mir ab und an ein paar Bilder -
doch der guten Mann wird von einer  Bilderwunschlawine  erschlagen....

Ich war am Wochenende mit Thomas (McBrook) unterwegs (Vogelhalt - Leogang/Austria) aber einen Fundbericht ohne Mineralien-Bilder
hier einzubringen fände ich auch etwas "fad".

Grüße    Gerhard / Anatas
« Letzte Änderung: 19 Jun 09, 16:00 von Anatas »

Offline Stefan

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #20 am: 19 Jun 09, 09:57 »
@Gerhard, vielleicht hat ja auch jemand anders Bilder und ergänzt sie dann ;-) Das ist der Gednanke der hinter diesen Seiten steckt - Zusammen, Gemeinsam etwas machen!

Gruß Stefan

Offline uwe

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #21 am: 19 Jun 09, 12:16 »
Natürlich stimmt es 100%ig, was UlrichW, cmd.powell, collector und Loismin geschrieben haben. Auch ich könnte diesen Erfahrungen einige gleichgelagerte hinzufügen.

Allerdings muß ich auch mal eine Lanze für einige der aktiven (ich betone aktiven) Mitglieder unseres Forums brechen. Bei vielen steht die die kameradschaftliche, gegenseitige Unterstützung im Vordergrund. Bei einem Zusammentreffen wurden stets Dubletten ausgetauscht, ohne den Gegenwert abzuwägen. Auch Fundstellentips wurden - und werden hoffentlich  auch zukünftig - genau und gern weitergegeben. Die Gemeinschaft im Forum funktioniert schon !

Auf Grund der von UlrichW genannten 80% der Sammler sollte es sich allerdings jeder überlegen, eine noch höffige Fundstelle im Forum europaweit zu veröffentlichen. Für den Austausch unter den wirklichen Sammlern dieses Forums gibt es ja die PM.

Gruß
Uwe

Offline altes-gebirge

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #22 am: 19 Jun 09, 18:45 »
Hallo Lois und Hallo an alle,

bin ein Sammler der sich eher im Hintergrund aufhält, aber ohne die erwähnten 20% gehts nicht und würde sowieso nicht die Freude bereiten.Und das ist für mich einer der wichtigsten Faktoren, um schon 24 Jahre "dabeizusein"......
Ohne die von Uwe erwähnte kameradschafliche Unterstützung würde es mir keinen Spaß machen.
Möchte das Thema nicht weiter "ausschlachten" , da ich gerade was das Thema "kommerzielle Fundstellenausbeutung" betrifft, genau wie Ihr auch "Erfahrungen sammeln durfte" :(     
Es wird nur ein Versuch sein, aber ein ernstgemeinter! Siehe Rubrik Kontakte/Verabredungen
Erfahrungsbericht werde ich dann so in 2 Wochen hier posten.

Beste Grüße an alle "vernünftigen" 20%....( es gibt ja auch viele "Versteckte", d.h. die weder in Foren noch in "Zeitschriften" in Erscheinung treten, aber so manchem Museum Schweißperlen mit Ihren Sammlungen auf die Stirne treiben würden. ;)) Das bezog sich nicht auf mich....Eigenlob stinkt!  Ging ganz besonders an 2 Thüringer und einen Eifeler.

altes-gebirge



Offline Uwe Kolitsch

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #23 am: 19 Jun 09, 21:39 »

"Einige werden die Fundstelle Le Montmin kennen. Ich habe die Halde über vier Jahre besammelt. Jedes Jahr eine oder zwei Kistchen Material, das reicht für ein Jahr knacken. Dann wurde die Halde bekannt gemacht. Ein Jahr später...aus die Maus!"

Hallo Ulrich, das kann ich absolut nicht bestätigen. Ich war im Mai diesen Jahres dort und es war ohne Probleme mit etwas Graben noch sehr gutes Micromount-Material zu finden (das meiste findet man sowieso erst daheim nach dem Reinigen unter dem Mikroskop). Leute, die schön öfters dort waren, haben zwar bestätigt, dass das Haldenvolumen deutlich abgenommen hat und aber "aus die Maus!" stimmt definitiv nicht.

Offline endeavour-minerals

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #24 am: 19 Jun 09, 22:16 »
Schon wieder so eine Neiddebatte........  ???   Genießt das Leben und habt Spaß an eurem  Hobby, das kann doch nicht so schwer sein.Und vor allen Dingen, gönnt anderen auch mal etwas.

Glück auf
Ingo 

Offline altes-gebirge

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #25 am: 19 Jun 09, 22:40 »
Hallo crystal-miner,

Sehe ich etwas falsch,oder hat der Lois nicht eine andere Intention gehabt? Neiddebatte war bestimmt nicht seine Absicht.
kann mich aber auch irren.Mir jedenfalls hat sein "Denkanstoß" ,wie sagt man, zu denken zu geben.

Ist mir schon klar,das Bulgarien weiter weg ist als die Eifel oder das Siegerland. ;)

Das im Forum vieles entgleist bzw.anödet ist Schade, aber zum Glück nicht bei allen Bereichen.

Schlag Du doch mal was sinnvolles vor, um von der "Neiddebatte" wegzukommen.

Best Regards

Offline endeavour-minerals

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #26 am: 19 Jun 09, 23:42 »
Markus,dann schau dir doch mal den Verlauf dieser Diskussion an.In seinen letzten Beitrag reist loismin das eigendliche Grundproblem an,Neid. Sicher war der Ursprung dieser Debatte ein anderer,aber erwartungsgemäß drehte sich das Thema und es ging am ende wieder mal um das eine, wie schlecht andere sind. das währen immerhin 80%.

Einen Vorschlag soll ich machen,nun gut,den besten Vorschlag den ich machen kann ist,ehrlich und respektvoll miteinander umzugehen und sich nicht immer hinter Masken zu verstecken.

Glück auf
Ingo

Offline loismin

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #27 am: 20 Jun 09, 08:05 »
Hallo zusammen.

Im Grund gings mir hier wirklich nur drum wenigstens ein paar Leute wachzurütteln um das Forum etwas lebendiger zu gestalten.
Allerdings wenn ich mir hier aus der Beteiligung ein Resumee ziehe schaut es so aus daß es dem Großteil hier
wohl völlig wurscht ist oder diesem Thema sowieso negativ gegenübersteht.
Natürlich muß und soll jeder für sich entscheiden was er veröffentlicht !
Aber insgeheim frage ich mich und wahrscheinlich andere die noch so Berichte veröffentlichen auch, ob wir das überhaupt
in Zukunft noch machen sollen weil wir dann ja  gute Informationen an Leute weitergeben die nicht gewillt sind
hier auch was preiszugeben.
Es sollte doch wie immer im Leben ein Geben und Nehmen sein.
Vielleicht macht ihr euch da auch mal Gedanken drüber !


Loismin

Offline UlrichW

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #28 am: 20 Jun 09, 14:18 »
Hallo Lois, Hi alle Zusammen,

es ist immer wieder interessant zu beobachten, daß wenn eine Diskussion mal anfängt an die Substanz zu gehen, Einer daher kommt und mit dem Totschlagargument "Neid" versucht die Diskussion abzuwürgen. Das lass ich nicht gelten, denn weder in meinem noch in dem Posting von Collector spielte Neid eine tragende Rolle.
Ganz im Gegenteil sogar, denn wenn viele Sammler eine Fundstelle besammeln, ergibt sich eine größere Chance Material auszutauschen, welches man selber nicht gefunden hat. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben.

Bei den Ereignissen, die dazu geführt haben, daß viele Sammler recht zurückhaltend mit der Weitergabe von Informationen sind, hat aber genau dieser Austausch, nicht stattgefunden. Poste ich hier eine fündige Stelle, besteht zu 99% die Warscheinlichkeit, daß ich von dem was gefunden wurde nie mehr etwas sehe, im günstigsten Fall darf ich davon etwas kaufen...10 Jahre später!

Und das ist auch der Untertschied in meiner und Lois Meinung: Ich erzähle gerne und freizügig meine Fundstellen anderen Leuten, aber ausschließlich im pers. vis-a-vis. Dann kann man auf zwei Dinge einwirken: a) man erfährt wenigstens was die anderen gefunden haben und b) man kann demjenigen gehörig auf die Pfoten kloppen, wenn er die Fundstelle ruiniert. Da ist noch keine Sprache von "etwas abhaben wollen" oder so, sondern einfach nur die Gewissheit zu bekommen, daß man die Fundstelle jemand verraten hat, der auch bereit ist etwas zurück zu geben, und sei es nur die Info, was er gefunden hat. Hier im Forum haben ja die wenigsten den Mut wenigstens ihren richtigen Namen anzugeben, geschweige denn Familienname und Wohnort. Diese Anonymität ist für mich ein Grund richtig die Schnautze zu halten. Wer Anonym bleiben will, muss das wohl auch!

Deswegen gebe ich meine Infos im Verein oder bei pers. Kontakten bekannt...oder wenn mir die Leute pers. bekannt sind. Aber ich werde keine Infos in die Welt hinaus plärren, damit Leute, die ich überhaupt nicht kenne und die auch keinerlei Kontakt zu mir oder der Forengemeinde pflegen, schöne Funde machen können. Was bitte bekommt man dafür zurück?

Man muss diese Aussagen allerdings differenzieren,, was mit einer Neiddiskussion schwer klappen könnte. Die Differentation liegt darin, daß bei bereits bekannten allgemein zugänglichen Fundstellen, oder aber Fundstellen die drohen bei einer Baumassnahme zu verschwinden, es durchaus angebracht ist, möglichst viele Sammler zu der Fundstelle zu bewegen, damit gerettet werden kann was möglich ist.

Zwei Beispiele: Wenn ich darüber rede, was gerade wo auf den Hartensteiner Halden gefunden werden kann, ist es nur sinnvoll dies zu tun, denn der nächste Laster roten Drecks kann alles vernichten. Da muss man bergen soviel irgend möglich ist. Nun wohne ich im Ruhrgebiet, und da sind meine Infos darüber recht beschränkt, aber z.B. die Erzgebirgler unter uns, tun das ja auch ausreichend. Anders herum, wenn ich ins Erzgebirge fahren will, frage ich einfach ein paar der Erzgebirgler, und garantiert bekomme ich neben einer Führung auch alle notwendigen Infos.

Wie abstrus das manchmal ist, zeigt die Sammlerhalde Clara: Selbst wenn aussergewöhnliche Funde gemacht werden, wird keinem etwas gesagt, eventuel kann man ja noch mehr finden. Daß die fündigen Partieen eventuell zwei Tage später futsch sind, weil im Brecher gelandet, interessiert keinen, denn im schlimmsten Fall haben die anderen halt Pech gehabt....oder man selber die einzigen Stücke eines guten Fundes. Das ist dämlich, egoistisch und für mich wert richtig Zoff auf der Halde anzufangen. Anders gesagt, wer so tickt, tickt nicht richtig!

Jetzt kann man den Spiess allerdings auch umdrehen und folgende Behauptung aufstellen: Es ist doch egal wer das Material einer Fundstelle birgt, Hauptsache es kommt den Sammlern irgendwie zugute.

Beispiel: Eine kleine Pyromorphit-Halde wird von Leuten abgeerntet. Das wäre soweit noch nicht einmal schlimm, denn irgendwann wäre diese Fundstelle eh verschwunden. Das Problem dabei ist aber, daß all das gefundenen Material nur einem einzigen Zweck dient: HABEN, HABEN, HABEN!

Warum also nicht die überzähligen Sachen für eine kleine Aufwandsentschädigung anbieten, damit Sammler auch etwas von dem Inhalt abbekommen können.  Aber nein, lieber werden 70 Kisten im Keller gehortet bis die Müllabfuhr diese entsorgt oder aber die Stücke werden zu Wucherpreisen angeboten, frei nach dem Motte: Die Fundstelle haben wir erloschen!

Übrigens gab es bei uns in den 90ern noch die schöne Sitte, zum Vereinstreffen eine oder zwei Kisten eines Fundes mitzubringen, damit die älteren unter uns auch etwas davon abbekommen konnten. Das ist leider eingeschlafen, wohl eher wegen zu weniger gefundener Kisten!

Ich will zum Schluss noch einmal Lois aufgreifen. In seinem Postings schimmerte eine gehörige Portion Verzweifelung und Wut durch. Ich denke seine Wut basiert nicht darauf, daß hier keiner Fundstellen postet, sondern mehr darüber, daß die Sammler immer egoistischer und isolierter werden. Der früher allgemein übliche Kontakt von Sammler zu Sammler, deutschland und europaweit, hat massiv abgenommen (daher meine Äußerung einer Aussterbenden Art). Aber hat er das wirklich?

Ich glaube nicht, denn alle "alten Hasen" hier haben durchblicken lassen, daß ihre Kontakte auch im Ausland liegen. Und das hat nicht nur etwas mit den Fundmöglichkeiten, sondern auch mit der Mentalität der ausländischen Sammler zu tun. Man kann sogar soweit gehen, daß Ausländer geradezu den Kontakt suchen, und zwar nicht wegen der Mineralien alleine, sondern auch um in einem interessanten Gespräch mal den einen oder anderen Wein zu verköstigen oder einfach nur um interessante Leute kennen zu lernen. Dort wird Gemeinsamkeit und Gastfreundschaft noch ein hoher Stellenwert zugeschrieben.

Wieder mal ein Beispiel: Ich war vor Jahren mal an einer Schlackenfundstelle in Frankreich. Wir waren mit franz. Sammlern unterwegs. Jeder buddelte so in seinem Loch als auf einmal Einer eine fundige Schicht fand. Er füllte sich drei Tüten und liess dann den nächsten ins Loch. Der Nächste war ich. Nun die Fundschicht war sehr reich, also begann ich erst einmal eine gehörige Menge Material rauszuschaufeln, damit alle anderen auch sammeln konnten. Nach ca. 1h. sassen alle im Kreis um "mein" Loch und ich musste jedem der reihe nach eine Schüppe voll vor die Füsse schaufeln. Eine Riesengaudi war das. Bis dahin hatte ich noch keinen einzigen Bubbel in meinen Taschen. Als ich Müde wurde, sagte ein Sammler, ich soll mir mal schnell ein paar Tüten voll machen, und dann gräbt er weiter. Ok, gesagt getan, ich hatte meine Tüten voll, als mich ein Franzose aus dem Loch zog und zum Mittagessen zerrte. Jetzt wird gefuttert, sammeln können wir später noch. Das war keine Bitte, sondern ein Befehl. Da war ich natürlich nicht darauf vorbereitet, also bekam ich einen Becher Wein, eine Nuss-Wurst, ein Baguette und wir sassen zwei Stunden umd mampften. Ich war ehrlich gesagt schwer beeindruckt, zumal mir derartiges Verhalten aus D völlig unbekannt war.

Oder in Cornwall: Es hat mehrere Tage gedauert bis ich einen cornischen Sammler dazu überreden konnte, mit mir einmal einen Trip rund um die "famous Mines" zu machen. Aber da kann man gar nichts mehr finden. Es war ihm schlicht kaum zu erklären, daß ich gar nichts finden wollte, sondern einfach mal nur am Ort stehen wollte, wo meine Schätze hergekommen sind. Er lamentierte Tagelang rum, daß er mir nicht wirklich glaube, denn alle die nach Cornwall kommen wollen nur Eines: Mineralien finden. Als ich ihm ausdauernd erklärt hatte daß mir schon klar ist, daß es in Cornwall nur noch bescheidene Fundmöglichkeiten gibt, es mir aber eben um das Erleben der "Mining site" ging, glaubte er mir langsam. Mein Totschlagargument war allerdings der Besitz des Dines, die cornische Bibel! Er sagte mir später: Wer den Dines hat, weis was er macht! Wir verbrachten dann einen Tag mit der Fotografie von Chimneys und dem verputzen von Fish and Chips. So ganz nebenbei fanden wir eine Stelle, wo im Waldboden dutzende Cassiteritstufen einfach so rumlagen....von wegen nichts mehr zu finden.

Beide Beispiele sollen zeigen, daß es nicht schwer ist Kontakte zu knüpfen, wenn Gier und Neid keine Rolle spielen. Spielen diese Eigenschaften allerdings eine Rolle, spüren das die Menschen sehr schnell, und dann heist es wieder: Es ist so schwierig Kontakte  zu bekommen....ach wie schade.....


So, zum Schluss noch einmal eine Bitte an Alle: Lasst die Neiddiskussion. Wer noch nie auf die Funde eines Anderen neidisch war ist entweder tot oder kurz davor.-...oder er lügt. Die Frage ist nur, bestimmt Neid mein Handeln?

Glück auf
Ulrich

Offline STIRNER

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Re: Fundberichte im Forum und Lexikon
« Antwort #29 am: 20 Jun 09, 15:10 »
Hallo,
werde  mich an dieser Diskussion gar nicht groß weiter beteiligen, aber solche Aussagen wie :

"...Wer Anonym bleiben will, muss das wohl auch!..."

sind in meinen Augen eine absolute Frechheit !

Solange es hier offiziell möglich und damit erlaubt ist, anonym aufzutreten, darf  hier -nach meiner Logik - niemand, der diese Möglichkeit nutzt, deswegen irgendwelche Nachteile erfahren, geschweige denn diffamiert und in einen Topf mit den -ohne Zweifel existierenden- Idioten geschmissen werden.
Die Absahner und Egoisten, um die es in dem Zusammenhang wohl geht, haben es ja gar nicht nötig anonym aufzutreten, die müßten sich ja noch nicht mal hier als Mitglied anmelden, um Info´s abzugreifen und Fundstellen derart auszubeuten, etc. ... warum hier seit Jahren -trotz fehlender Argumente-  so uneinsichtig immer wieder auf dem Thema Anonymität  rumgeritten wird (und zwar soweit ich das mitbekommen z.T. von immer den selben Mitgliedern) ist mir ein Rätsel.
Keine Gemeinschaft funktioniert ohne Vertrauen und schwarze Schafe gibt es immer und überall, damit muß man rechnen und leben.

STIRNER