Hallo Manuela!
Es handelt sich hier um sog. "irreguläre Seeigel", d. h. Seeigel die vom kreisförmigen Umriss abweichen. Das ist, wie von Helicat angesprochen, in ihrer Lebensweise begründet: Sie leben in sandigen Meeresböden und bewegen sich darin auch fressend fort, eine Gehäuseform mit "Vorzugsrichtung" ist für sie also günstig. Wie bei allen Seeigeln wird die Nahrung durch die zentrale Mundöffnung auf der Bauchseite aufgenommen. Sie nehmen den Sand auf, durch den sie sich bewegen, und verdauen die darin enthaltenen organischen Partikel. Aus der kleineren Afteröffnung am Hinterende des Tiers wird dann alles Unverdauliche wieder ausgeschieden. Da sie innerhalb des Meeresbodens leben, sind Stacheln als Schutz nicht mehr so wichtig; sie sind bei ihnen in Dicke und Länge stark reduziert und werden vor allem zur Fortbewegung benötigt. Nach dem Tod des Tiers fallen sie sehr schnell ab.
Da solche irregulären Seeigel mit ihrer Nahrung nicht gerade anspruchsvoll sind, kommen sie oft gehäuft an sandigen Küsten vor, wo sie sich in großen Stückzahlen einige cm unter der Oberfläche durch den Sand wühlen. Je nach Art und Nahrungsangebot können Dutzende dieser Tierchen pro Quadratmeter auftreten. Besonders an Gezeitenküsten wie an der Nordsee werden die Gehäuse dann bei stürmischem Wetter in Mengen aus dem Meeresgrund gespült und an den Strand geworfen. Wegen ihrer dünnen, leicht zu knackenden Schale werden sie bei Ebbe auch von Seevögeln im Watt und im Flachwasser ausgegraben; viele Vögel lassen sie dann im Flug auf den Strand fallen, damit die Gehäuse aufbrechen und sie so einfacher an den Weichkörper gelangen (deswegen kann man auch Seeigel mehrere 100 m vom Strand entfernt im Hinterland finden und sich fragen, wie sie da hingekommen sein mögen).
Gruß,
Rainer