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Autor Thema: Reinigung, ja oder nein?  (Gelesen 12941 mal)

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Offline dastrick

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Re: Reinigung, ja oder nein?
« Antwort #15 am: 09 Jun 11, 19:32 »
@ markus: ich würde ditionit auch für das beste halten...wenn du das in der richtigen stammlösung anmischen tust reagiert es auch viel schneller und sättigt nicht so schnell. dafür brauchst dann halt noch natriumhydrogencarbonat und zitronsäure. der vorteil am ditionit is auch immer wieder die verträglichkeit mit den kristallen..ich hatte im vergleich zu oxalsäure bisher noch nie spuren oder auswirkungen auf den stufen feststellen können.

mfg

Offline montanpark

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Re: Reinigung, ja oder nein?
« Antwort #16 am: 09 Jun 11, 19:39 »
Auch hochkonzentrierte richtig gemischte Na-Dithionit-Lösung (mit Natriumcitrat-Natriumhydrogenkarbonatpuffer) wird bei 2 mm dicken Krusten öde langsam und die Dithionitlösung zerfällt an der Luft recht schnell. Außerdem darf man sie nicht zu heiß machen, dann ebenfals -> in Fritten. Bei falscher Mischung fällt dann auch gerne mal Pyrit aus. Die Eisenkomplexierung ist besser als bei Oxalsäure, stimmt, es gibt nur selten gelbe Reste, aber die Geschwindigkeit ist bei der Menge an Limonit, die offensichtlich auf Markus Stufe sitzt, wenig zielführend. Natürlich kann man kombinieren .. erst den Salzsäurehammer drauf, dann Dithionit. Dithionit ist die richtige Wahl bei säureempfindlichen Kristallen und Calcium-Mineralen, die sich mit Oxalsäure oder anderen mineralischen Säuren nicht vertragen. Bei Quarz kann man den chemischen Vorschlaghammer rausholen.

Cheers
Roger

Offline cmd.powell

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Re: Reinigung, ja oder nein?
« Antwort #17 am: 12 Jun 11, 15:39 »
@montanpark: Ich hatte die Flußsäure eigentlich nur "pro forma" aufgeführt, da Fluoritionen nunmal farblose Fe3+-Komplexe bildet. Ist natürlich nix für Quarz oder Silikate, logo. Derzeit ist es für "Normalsterbliche" in Deutschland aber eh nicht möglich, an Flußsäure oder wasserlösliche Fluoride zu kommen, da diese alle als "Giftig" oder "Sehr Giftig" eingestuft sind und laut Chemikalienverbotsverordnung nicht an Privatpersonen abgegeben werden dürfen. Finde ich persönlich zwar blöd, ändert aber nichts (falls jemand eine Quelle für "Otto-Normal-Konsument" kennen sollte kann er mir gerne eine PN schicken, ich würde so einen 10l-Kanister nehmen :D ).

Bei Quarz kann man den chemischen Vorschlaghammer rausholen.

Sehe ich genauso: Also immer drauf die konz. Salzsäure, geht am schnellsten. Die restlichen Verfärbungen kann man dann immernoch mit Oxalsäure oder Dithionit entfernen. So kann man aber zwischendurch schonmal schaun, ob es sich die Stufe überhaupt noch aufzuheben lohnt. Falls die Quarze wirklich raue Oberflächen haben sollten, kann man sich denn Rest vielleicht eh schon schenken...

Offline uwe

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Re: Reinigung, ja oder nein?
« Antwort #18 am: 12 Jun 11, 19:32 »
Noch mal etwas zur Anwendung von Dithionit in diesem Fall. Natürlich kann man damit keine so dicke Schicht entfernen. Die Kruste besteht aber meist aus Kluftlehm, der mit allen möglichen Eisenverbindungen durchsetzt und dadurch zementiert wurde. Ich habe tatsählich gute Erfahrungen mit folgender Anwendung gemacht: Die Kruste muß prasseltrocken sein. Dann in eine abgepufferte (!) Dithionitlösung legen. Diese dringt in die Kruste ein und zersetzt dort die Eisenoxyde/Hydroxyde. Danach läßt sich die, nunmehr weichere, Kruste wesentlich einfacher mechanisch entfernen.

Uwe