"Kristallkeim" ist sowas wie ein Haufen Moleküle, der gross genug geworden ist, um weiterzuwachsen.
Sehr schlampige Erklärung, einfach mal im Internet rumsuchen.
Auf jeden Fall ist ein Kristallkeim viel zu klein, um ihn zu sehen.
Einen Kristallkeim gibt es eigentlich nur dann, wenn der Kristall zu wachsen anfängt.
Danach ist der Kristallkeim "weg", denn er ist dann Teil des Kristalls und unterscheidet sich nicht weiter vom Rest des Kristalls.
Ein Kristallkeim ist also kein Samen, aus dem ein Kristall wächst oder sowas.
Und Kristallkeime gibt es bei allen Mineralen und kristallinen Substanzen.
Beim Achat wachsen die Chalcedonfasern einfach radial von einem bestimmten Punkt weg, bis sie irgendwo anstossen (meistens andere Fasern). Wenn die Wachstumsbedingungen sich ändern, kann die Wachstumsart dann quasi schlagartig von Chalcedon nach makrokristallinem Quarz (manchmal "Mega-Quarz" genannt, z.B. Amethyst) wechseln. Ob die Kristalle eine Fortsetzung der Fasern bilden oder nicht, hängt davon ab, wie der Chalcedon aufgebaut ist. Normalerweise bestehen Chalcedonfasern in Achaten aus Quarzkristallen (superwinzig), die
seitlich gestapelt sind. Solche Fasern können nicht in einen Quarzkristall übergehen. Das Wachstum setzt aus, und dann bilden sich auf der Oberfläche Quarzkristalle und wachsen weiter. Das ist der "übliche Fall".
Es gibt noch andere Arten, in Chalcedon die Kristalle zu stapeln, z.B. der Länge nach, das nennt man dann Quarzin.
Quarzin kann graduell in Megaquarz übergehen. Zum Beispiel in Chalcedon-Rosen aus Mexiko und Südwest USA. Die lila Amethyste aus Nyíri, Ungarn sind anscheinend auch Beispiele für Quarzin mit Amethyst-Spitzen, muss ich aber nochmal genauer prüfen.
Das war jetzt aber extrem off-topic.
