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Autor Thema: Entzauberte Kugeln und Phycodische Strukturen in Steinen  (Gelesen 13274 mal)

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Offline Jochen1Knochen

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Re: Entzauberte Kugeln und Phycodische Strukturen in Steinen
« Antwort #15 am: 23 Mar 11, 20:35 »
Denn die Fotos 3 und 4 zeigen das Zentrum von sogenannten Amethystsonnen.

Calcedon als Keim -Amethyst wächst weiter-ist alles Quarz!Ist daran für dich etwas ungewöhnlich ?

Offline aca

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Re: Entzauberte Kugeln und Phycodische Strukturen in Steinen
« Antwort #16 am: 24 Mar 11, 00:20 »
"Kristallkeim" ist sowas wie ein Haufen Moleküle, der gross genug geworden ist, um weiterzuwachsen.
Sehr schlampige Erklärung, einfach mal im Internet rumsuchen. 

Auf jeden Fall ist ein Kristallkeim viel zu klein, um ihn zu sehen.
Einen Kristallkeim gibt es eigentlich nur dann, wenn der Kristall zu wachsen anfängt.
Danach ist der Kristallkeim "weg", denn er ist dann Teil des Kristalls und unterscheidet sich nicht weiter vom Rest des Kristalls.
Ein Kristallkeim ist also kein Samen, aus dem ein Kristall wächst oder sowas.

Und Kristallkeime gibt es bei allen Mineralen und kristallinen Substanzen.

Beim Achat wachsen die Chalcedonfasern einfach radial von einem bestimmten Punkt weg, bis sie irgendwo anstossen (meistens andere Fasern). Wenn die Wachstumsbedingungen sich ändern, kann die Wachstumsart dann quasi schlagartig von Chalcedon nach makrokristallinem Quarz (manchmal "Mega-Quarz" genannt, z.B. Amethyst) wechseln. Ob die Kristalle eine Fortsetzung der Fasern bilden oder nicht, hängt davon ab, wie der Chalcedon aufgebaut ist. Normalerweise bestehen Chalcedonfasern in Achaten aus Quarzkristallen (superwinzig), die seitlich gestapelt sind. Solche Fasern können nicht in einen Quarzkristall übergehen. Das Wachstum setzt aus, und dann bilden sich auf der Oberfläche Quarzkristalle und wachsen weiter. Das ist der "übliche Fall".
Es gibt noch andere Arten, in Chalcedon die Kristalle zu stapeln, z.B. der Länge nach, das nennt man dann Quarzin.
Quarzin kann graduell in Megaquarz übergehen. Zum Beispiel in Chalcedon-Rosen aus Mexiko und Südwest USA. Die lila Amethyste aus Nyíri, Ungarn sind anscheinend auch Beispiele für Quarzin mit Amethyst-Spitzen, muss ich aber nochmal genauer prüfen.
Das war jetzt aber extrem off-topic.  ;D



Offline Sonnenberg

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Re: Entzauberte Kugeln und Phycodische Strukturen in Steinen
« Antwort #17 am: 24 Mar 11, 08:03 »
Hallo,
auch wenn ich zu dem vorliegenden Fall nichts sagen kann,- mangels Wissens,- aber diese Erläuterung finde ich suuuper !
danke

und tschüß
Ulrich

Offline Fritzi

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Re: Entzauberte Kugeln und Phycodische Strukturen in Steinen
« Antwort #18 am: 24 Mar 11, 09:29 »
Hallo,

ja, "aca" hat's gut verständlich erklärt, wie sonst auch.

Leider fehlt die Erklärung zum Begriff im Lexikon. Ich würde's ja gern anlegen, dafür ist aber mein Wissen zum Thema zu dürftig.

BG
Fritzi

Offline Ralf

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Re: Entzauberte Kugeln und Phycodische Strukturen in Steinen
« Antwort #19 am: 25 Mar 11, 22:41 »
Danke -aca-
für die erklärenden Worte zu meiner Frage.
Und wenn ich das so richtig verstanden habe ,sind im inneren der Kugeln Kristallkeime zu sehen. Und sie kommen nicht
nur in Achaten vor.? Denn die Fotos 3 und 4 zeigen das Zentrum von sogenannten Amethystsonnen.

Gruß Gerhard

Vielleicht zu akribisch, aber eine Anmerkung möchte ich mir erlauben.

Solche Schnittflächen zeigen immer nur ein zweidimensionales Bild. Um richtig zu verstehen muss man das dreidimensional übersetzen.

Makroskopisch erkennbare Sphärolithe zeigen in der zweidimensionalen Ansicht eine m.o.w. kreisförmige " sonnenartige" Struktur. Dreidimensional sind es aber Kugeln (sofern sie allseitig ungehindert wachsen können).

"Augen", wie sie z.B. bei den beiden letzten Bildern im Eröffnungsposting gezeigt werden, haben zwar zweidimensional auch eine runde Grundform, dreidimensional sind es aber Querschnitte durch eine Zapfen/Röhrenförmige Grundform. Man kennt ja diverse Chalcedondrusen, die mit solchen Zapfenförmigen Gewächsen ausgekleidet sind. Je nach Bildungsbedingungen wachsen solche Chalcedondrusen später mit Quarzkristallen zu. Diese ordnen sich meist quer zur Wuchsrichtung der Zapfen an und ergeben im späteren Querschnitt auch einen "sonnenförmigen" Charakter. Bei diesen Augen handelt es sich also nicht um einzelne Sphärolithe, gleichwohl der " Kern" dieser Augen wiederum aus mokroskopisch kleinen Sphärolithen besteht.

Das obere Bild zeigt echte Sphärolithe. Das untere zeigt "Augen" .