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Autor Thema: Südamerika-Kenner angesprochen  (Gelesen 6114 mal)

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Offline Daachhex

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Südamerika-Kenner angesprochen
« am: 12 Mar 12, 22:21 »
Hier handelt es sich nicht um einen Stein, sondern meiner Meinung nach um ein Krokodil. Dieses Wesen ist vor
vielen, vielen Jahren nach hier gekommen und ich habe zu dem Material eine Frage. Es ist aus dunkelbraunem Material gefertigt (ähnlich Lehm ), wo zig kleine Partikel eingeschlossen sind, die wie unser hiesiges Katzengold glänzen, aber dennoch anders aussehen. Was gibt es sonst noch, außer Gold ?
Sagen wir mal, es ist ein hockendes Krokodil, dem aber vorne die lange Schnauze fehlt. Es ist bestimmt von Hand gefertigt. Es hat hinten im Nacken ein etwas größeres Loch, auf dem Kopf ein kleines und vorne auf der Brust zwei runde Löcher. Wenn man in den Nacken bläst, kommt ein Ton wie auf einer Flöte oder Pfeife heraus.
Ist jemand von Euch schon mal in Südamerika (evtl. Kolumbien, Mexiko oder im Inka-Reich) gewesen und hat
ähnliches gesehen ? Hat es eine besondere Bedeutung und aus was für einem Material besteht es ?
Vielleicht ist es ein Glücksbringer ? Könnten es wirklich Goldflitterchen sein ?
« Letzte Änderung: 12 Mar 13, 21:28 von oliverOliver »

Offline Embarak

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #1 am: 12 Mar 12, 23:58 »
Hallo

Der Oberbegriff für diese Tonflöten - teils gebrannter, teils getrockneter Ton - ist Ocarina (Okarina).
Wiki:
 
Zitat
Experten nehmen an, Okarinas seien über 12.000 Jahre alt, sie waren in vielen alten Hochkulturen vertreten und wurden auch von den Maya, Inka und Azteken  gespielt. Dort hatten sie meist die Form von Vögeln oder anderen Tieren...
( Wurden aber auch auf anderen Kontinenten benutzt.)

Das Stück unterscheidet sich stark von heute üblicher Massenware und hat eine ungewöhnliche Form.
Mischwesen Tier-Mensch tauchen häufig in der Mythologie auf.
Vielleicht nicht für Handbetrieb sondern Windgeräusche gedacht.
Ich würde hier beim Recherchieren nicht von der mineralogischen sondern der historischen Seite ansetzen.
Hast Du mehr Angaben über Herkunft und Alter bzw. wann das Stück nach Deutschland kam?
Mit  Angaben zur Größe und einigen Gesamtfotos von verschiedenen Seiten würde ich bei einem Museum nachfragen.
( z.B. Ethnologisches Museum, Berlin ?)

Die Pyrit- oder was_auch_immer-Anteile kann man dann vielleicht aus dem Kontext klären.
Bilder und Angaben bitte auch hier !
Interessantes Stück ! Die Lösung des Rätsels interessiert mich.  :)

Gruß
Norbert
« Letzte Änderung: 12 Mar 13, 21:27 von oliverOliver »

Online uwe

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #2 am: 13 Mar 12, 10:04 »
Das ist das Replik (kann natülich auch ein Orginal sein) eines präkolumbianischen Musikinstrumentes. Ich habe mir im Goldmuseum von Bogota auch mal so etwas gekauft (siehe Bild). Die Beschreibung dazu ist mit aber leider abhanden gekommen.

Gruß
Uwe

Offline Embarak

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #3 am: 13 Mar 12, 11:35 »
Hallo

Ein Original wäre schon ein großer Glücksgriff !
Da ich ein Original von einer Replik sowieso nicht unterscheiden kann, wäre mir das bei einem
interessanten Stück egal. Habe ähnliche Stücke in Guatemala auf Märkten gesehen. Sicher auch keine Originale.

Gruß
Norbert

Offline Daachhex

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #4 am: 13 Mar 12, 12:43 »
Danke für Eure Bemühungen.
« Letzte Änderung: 13 Mar 12, 12:58 von Daachhex »

Offline Daachhex

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #5 am: 13 Mar 12, 13:54 »
Nur noch kurz dazu, das Stück ist 13 cm. groß. Es waren noch viele andere Artikel dabei, die aber mit Mineralien so gar nichts am Hut haben.
Die Sachen müßten in den 70er Jahren nach hier gekommen sein.
Ja, mit Fotos hapert es hinten und vorne bei mir.
« Letzte Änderung: 12 Mar 13, 21:28 von oliverOliver »

Offline Daachhex

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #6 am: 16 Mar 12, 16:25 »
Museum Berlin hat sich bis jetzt noch nicht gemeldet. Ist bestimmt kein Original. Wichtig wäre für mich nur, ob
die Flitter wirklich aus Gold sind. Werde das Stück vielleicht mal mit zu einer Börse nehmen.

Online uwe

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #7 am: 16 Mar 12, 18:18 »
Na da nimm mal eine Nähnadel und versuche unterm Mikroskop eines der Flitter zu ritzen. Wenn der Fltter duktil ist, kann es schon Gold sein. Wenn er splittert ist es kein Gold.

Uwe

Offline stoanklopfer

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #8 am: 17 Mar 12, 08:38 »

Für mich sieht das sehr stark nach Glimmerplättchen aus!

stoanklopfer

Offline Daachhex

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #9 am: 17 Mar 12, 22:13 »
Kein Gold ! Leider, leider !!! Habe leider kein Mikroskop, sondern nur so eine kleine Kamera. Ich habe die Bruchstücke damit festgehalten. Also Glimmer. Na ja, dann muß ich hier in unseren Bergen weitersuchen, Katzengold habe ich ja schon übrig genug gefunden. Dafür habe ich heute im Buchhellertal als Entschädigung kleine - zwar nur ganz kleine - Quarzdrusen mit klaren Bergkristallen gefunden. Ist ja auch schon was.

Übrigens besteht der kleine Kerl auch aus weichem Material. Die Nadel hat sofort ein kleines Loch hinterlassen.
Wünsche Euch noch einen schönen Sonntag und falls Ihr sammeln geht, viel Erfolg.

Offline Daachhex

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #10 am: 30 Mar 12, 20:35 »
Habe Nachricht aus Berlin:
Mit Sicherheit nicht archäologisch - Blasinstrument (Flöte) - sehr wahrscheinlich Glimmer!

Was mache ich jetzt mit all den Sachen ? Am besten eine eigene südamerikanische Ausstellung und
kassiere dafür Eintritt (ist nur ein bis'chen wenig Zeugs dafür).
Na ja, mal sehen was mir dazu einfällt.

Offline guefz

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #11 am: 30 Mar 12, 21:17 »
Mach halt Musik damit in der Fußgängerzone  >:D

Günter

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #12 am: 30 Mar 12, 21:28 »
Am besten niemals als Tourist was kaufen das man nicht selber rausgemeißelt hat . . .

Offline MartinB

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #13 am: 30 Mar 12, 22:18 »
Ist doch ganz easy:

Das Bild von Uwe zeigt ein bei etwa bei 1000 Grad Celsius gebranntes Stück, ich denke, eher niedriger. (weiter oben neigt der eisenhaltige rote Ton meist zum Schmelzen). Ich halte die Glasur in diesem Schmelzbereich für eine Bleiglasur, vieleicht (unwahrscheinlich, weil hier erst relativ spät entwickelt) auch glasiert auf Feldspatbasis. Kann man testen lassen, kostet nicht die Welt. Deutet jedenfalls beides auf ein Imitat unter europäischen Einflüssen hin, die ursprünglichen Amerikaner hatten einfacherer Methoden zu glasieren. Allerdings laufen beide Glasurtypen nur dann flüssig (und Cracleefreifei - meint Rissfrei), wenn es wirklich heiß genug wird, Ne, stimmt nicht ganz, Differenzen zwischen den Ausdehnungskoeffizienten von Ware und Glas können auch Risse erzeugen. Haben wir hier aber nicht. Holzfeuer erzeugt Temperaturen bis knapp unter 1050 Grad, was darüber menschgemacht holzbefeuert schmilzt, braucht Steine, die Speicherwärme zurückwerfen. Also einen Steinzeugbrennofen. Das ist eine Technik, die wir erst im späten Mittelalter entwickelt haben (die Franzosen in Europa zuerst),  und die auch die Chinesen nicht vor 1.000 n. Chr. hatten, eher später.

Das erste Stück könnte echt sein, allerdigs glaube ich nicht, dass ein so weich gebranntes Stück die Zeit überdauert. Das Stück hat Kohlenstoff in sich, und der mag keine Hitze. So eine Weichware (Zeug, das bei niedriger Temperatur gebrannt wird und in das dann Ruß einpolliert wird, um es wasserdicht zu machen), wird noch überall hergestellt. Traditionell z. B. in Ungarn. Bitte nie ernsthaft anfassen

Wie auch immer: Beide Stücke sind weiche Ware, kein Steinzeug, gebrannt unter oder knapp über 1.000 Grad. Uwes Stück ist wahrscheinlich mit einer unwahrscheinlichen, entweder mit Zink, Titan- oder Blei- gefärbten Zinglasur gefärbt, und das Objekt A ist womöglich traditionell gebrannt (regionalen Ton ausgebuddelt, geformt, im Holzhaufen gebrannt), jedenfalls legt die schwarze Farbe nahe, das der Ton reduziert oder zumindest geräuchet wurde. Wenn Du den Götzen polierst, hast Du vielleicht lange Freude daran. Ist wohl nur gebackener Ton, kann durch den Ruß (einpoliert), Feuchtigkeitsresistenz gewinnen, fallen lassen solltest du das Stück nicht. Im Zweifel eher nachpolieren und unter Glas stellen (mit irgendwas stark hydroskopischen).

Ich täts ja als Touristennepp abtuen ...

LG

Martin


Offline Daachhex

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Re: Südamerika-Kenner angesprochen
« Antwort #14 am: 01 Apr 12, 11:03 »
Also, das Stück hat meine Schwester in den 70er Jahren mitgebracht, da hat sie nämlich in Kolumbien als Vermessungstechnikerin gearbeitet und die naheliegenden Länder in ihrer Freizeit bereist. Leider kann ich sie nicht mehr fragen, daß sie nicht mehr in dieser schönen Welt weilt. Nach dem Hartgeld zu urteilen, daß sie noch in einer Tasse hatte, ist sie damals in Mexiko, Nicaragua, Peru, Guatemala, Columbia, Panama, Honduras gewesen.

Günter, Musik in der Fußgängerzone mit nur 2 verschiedenen Tönen, wäre etwas ärmlich. Die passende Kleidung dazu hätte ich ja, außer dem Hut, den Frauen dort auf dem Lande normalerweise getragen haben.

Es kommt bestimmt von dort, aber das Museum hat gesagt, daß es nicht archäologisch ist, somit ist es etwas
nachgemachtes aus der Zeit in den 70er.
So, gut ist und danke an alle.

 

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