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Autor Thema: Zabeltizer Diamanten  (Gelesen 22541 mal)

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Offline berthold

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #15 am: 23 Nov 12, 07:57 »
Hallo,

Gas- Flüssigkeits und Festkörpereinschlüsse sind in Quarz eher normal als selten. Es kommt jedoch oft sehr auf die Vergrößerung an, mit der man das betrachtet.

USA/New York/Herkimer County
Zabeltizer Diamanten

(und selten sind Kristall und Einschluss so schön ausgebildet)

Gruß
Berthold

Offline MartinB

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #16 am: 24 Nov 12, 20:00 »
Ich habe auch solche Dinger, Beifunde aus alten Elbeläufen. Ohne Einschlüsse. Ich verschenke die Teile meistens. Ich habe gelesen, dass da jemand die Dinger für schliffwürdig hält. Meine Frage: Warum soll man Quarz schleifen? Und was kostet das? Ich denke an einen Smaragd- oder Diamantschliff. O. k.-, die Wirkung bei der (dem) Beschenkten wäre vielleicht anders.

Offline Gerhard

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #17 am: 25 Nov 12, 16:22 »
Hallo Martin
Die Bergkristallkiesel (Bilder) fand ich nicht bei Zabelitz,sondern nördlich von Medingen und westlich vom Wachberg in Richtung
-Große Röder-  Und die fließt ja dann an Zabelitz vorbei.
Wie mir bekannt ist gibt es für die Funde um Zabelitz zwei Meinungen. Eine davon besagt, das die Bergkristallkiesel  eiszeitliche Ablagerungen
sind. Es gibt ja nördlich von Zabelitz eine große Endmoräne. Vielleicht haben die Schmelzwasser die Bergkristalle in die Umgebung von
Zabelitz  verfrachtet. Und die andere Meinung....... meine Funde sind Ablagerungen vom Senftenberger Elbelauf? Doch auch bei Ottendorf
floß einmal die Weißeritz in diesen Elbelauf. Kommen die Kiesel aus dem Erzgebirge? Ich weiß es  nicht.
Jedenfalls waren die Zabelitzer (oder auch genannt -sächsische Diamanten- )einmal sehr begehrt. Und geschliffen kann man sie in der
staatlichen Kunstsammlung bewundern. Sie sind eingearbeitet im Prunkreitzeug .


Gruß Gerhard

Die Kiesel sind so 2 cm groß.

Offline MartinB

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #18 am: 25 Nov 12, 20:52 »
Fein. Ich hatte mal einen, bei dem die Kristallflächen noch erkennbar waren, so etwa 3*3*3 cm, ohne Risse, aber leider verschenkt. Künftig hebe ich die Dinger auf. Wo lässt Du die Steinchen polieren? Sieht gut aus.

LG

Martin


Offline MartinB

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #19 am: 25 Nov 12, 20:57 »
Achso, ja, die Dinger findet man auch in Langebrück. Ich weiß jetzt nicht genau, welcher Elbelauf das ist, es gibt da wohl mehrere, aber wenn jemanden die Richtung Langebrück - Ottendorf - Zabeltitz was sagt, ist das vielleicht hilfreich.

Offline Sargentodoxa

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #20 am: 27 Nov 12, 11:55 »
Hallo
Laut der Arbeit von WOLF &SCHUBERT 1991: Die spättertiären bis elstereiszeitlichen Terrassen der Elbe und ihrer Nebenflüsse und die Gliederung der Elster-Kaltzeit in Sachsen,- ist es der Streumener Elbelauf mit zusätzlichen Ablagerungen der Freiberger Mulde, Weisseritz usw.
Nach der beiliegenden Karte muß man sich aber bei einer eventuellen Suche westlich von Zabeltitz halten.
Wie schon Gerhard schrieb: Nördlich sind eiszeitliche Ablagerungen. Hier läuft die sog. Ortrander - Grödener Endmoräne der SaaleI aus.
Ich habe ca. 15 Jahre den Verwitterungsschutt dieser Moräne durchsucht. Es gibt zwar die Elbeleitgerölle wie erzgebirgische Achate und Amethyste und Kieselholz, aber keine Massenvorkommen von durchsichtigen Quarzkieseln.
Die Kiesgrube Strauch, welche sehr nah an Zabeltitz herankommt, ist stark eiszeitlich geprägt, wenig Amethyst und ein paar Kieselhölzer.
Noch schlechter war die kurzzeitig in den 90iger offene Kiesgrube in Raden, fast nur Eiszeitmaterial. Der Saale - Eisvorstoß wird auf den Weg nach Süden einen Elbelauf ausgeräumt haben und mit in die Endmoräne eingelagert haben. Jedoch sind die Funde spärlich und die Suche zeitaufwendig.
Theoretisch müßte der Erfolg in den Elbeschottern ( seidenn man findet sie überhaupt ) weit größer sein, die historischen Funde scheinen es ja zu beweisen. Gruß Werner

Offline docedelsachs

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #21 am: 28 Nov 12, 15:41 »
Hallo Werner, das scheint das nur zu bestätigen, dass keine Massenfunde in der Gegend möglich sind. Die Dresdner Händler haben da wohl gemogelt. Nun die Kiesgrube Strauch ist nicht uninteressant, wenn man Elbachate und Flint sammeln will, aber wirklich auch nur als Beleg und nicht riesig, das kann ich bestätigen. Kann es sein, dass dort auch Steinzeitwerkzeuge Schaber und Faustkeil mit im Geröll sind, glaube ich hatte da mal was mit dabei.

Gruß docedelsachs

Offline Berggeist007

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #22 am: 23 Dec 12, 20:58 »
Hallo Martin !

Über die Zabeltitzer Diamanten ist nicht allzu viel bekannt, nur was in Büchern oder mal in der Sächsischen Zeitung  veröffentlicht wurde.
Es ist eigentlich nur bekannt, das der Zabeltitzer Kiesel Ende des 17. und Anfang des 18.Jh. bei Stroga gefunden wurden, die dann am sächs. Hof Verwendung fanden. Wie der Name schon sagt, handelt sich um Kiesel (klare Quarze).
Habe auch erst zwei (ca. 3,0 und 3,3 cm) große gefunden ( Kiesgrube Strauch und Feldfund nahe Großenhain) und  ein paar kleinere, das hat auch ein Jahr gedauert.
Da ich meist nach Amethyst, Achate gesucht habe und diese dann durch Zufall mit gefunden . Gezielt danach habe ich auch mal gesucht ohne Erfolg, ist zu Zeitaufwendig.
Bin jedenfalls Stolz auf meine selbst gefundenen Zabeltitzer Diamanten(Kiesel) und weiß das Sie wirklich echt sind, denn es ist wirklich ganz, ganz selten einen zu finden. Kenne noch einen Einheimischen Sammler der ein etwas größeres Stück hat.
Wollte auch schon mal einen kaufen habe die Finger davon gelassen.
Habe auch noch nie etwas gehört, das jemand größere Mengen gefunden hat, also kann bei den Dresdner Händler was nicht stimmen, den das hätte sich bei uns schnell herumgesprochen, weil diese sehr begehrt sind bei den Einheimischen.
Das beste ist wirklich selber zu suchen um sicher zu sein und mit etwas Glück findet man mal auch einen.
Hoffe das ich Dir damit helfen konnte und wünsche ein schönes besinnliches Weihnachtsfest.

Viele Grüße
Frank



Offline fassi

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #23 am: 23 Dec 12, 21:42 »
Beschrieben als Geschiebe
 im
Mineralogisches lexicon des Königreiches Sachsen
August Frenzel 1874
Unter der Rubrik Quarz
" Wasserhelle Geschiebe kommen bei Zabeltitz vor sog. Zabeltitzer Diamanten "

Auch beschreibt der da Aventurin  Braun-Rot durch einschlüsse von Glimmer-Schüppchen

Wieso aber erlangte dieser Fundort doch Bekanntheit ,wobei es sich doch "nur " um wasserhelle geschiebe handelt ??
Die vorherigen Beiträge zeigen ja auch an das man solche Kiesel auch in der weiteren Umgebung finden kann .

Nur wegen der Verwendung am sächsischen Hof ?

Offline Berggeist007

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #24 am: 23 Dec 12, 23:01 »
Hallo Mario !

Es mag sein das es nur mit dem sächsischen Hof zu tun hat, das kann keiner mehr genau sagen warum das so ist. Da kann man mal sehen was ein "nur" wasserhelles Geschiebe anrichten kann.  Deshalb ist darüber auch kaum was bekannt. Vielleicht war der sächsische Hof stolz über seine einheimischen Edelsteine, obwohl es nur Quarz ist. Weil es einfach was mit der sächsischen Geschichte zu tun hat.
Und deshalb hat er einen gewissen Ruf erlangt,  weil diese "nur" wasserhellen Geschiebe wirklich sehr sehr selten zu finden sind in dieser Gegend. Das sieht man ja am Fürstenzug, obwohl fraglich ist ob diese wirklich aus meiner Gegend stammen.
Es ist wie mit vielen Dingen in dieser Welt, der Name machts.

Viele Grüße
Frank
 

Offline fassi

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #25 am: 24 Dec 12, 12:13 »
Ja natürlich erfreuten die einheimischen Edelsteine den sächsischen Hof besonders .

Hierbei sieht man mal wieder wie Interessant doch so ein Hobby sein kann , auch wenns hier mal nur um Quarze geht .

Genau das macht es doch aus, der klare Quarz Kiesel aus dem Geschiebe , welchen den Finder wohl an Diamant erinnerte
besticht durch seine Schönheit den Betrachter .
Ist ja bei den "Mutzschener Diamanten " genauso

Daran sieht man das es auch ein ganz einfaches Mineral ist was die Menschen erfreute , auch den sächsischen Hof ,obwohl dieser ja auf ganz andre minerale der heimat zurückgreifen konnte  ;) ;)

In den Augen eines Regionalsammlers sicherlich ein Highlight in der Sammlung.

Glück Auf - Mario

Offline Gerhard

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #26 am: 25 Dec 12, 17:05 »
Hallo
ich habe mich,seitdem ich meine Bergkristallkiesel hier als Foto gezeigt habe,mehr mit dem Thema befasst.Ja es gibt eigentlich nur
spärliche Berichte von den Fundorten der-sogenannten Zabelitzer Diamanten-. Und so habe Stück für Stück etwas herausgefunden,was
ich Euch auch mitteilen möchte. Es mag lückenhaft sein. Doch bevor ich die möglichen ehemaligen Fundorte aufzähle, möchte ich ein paar
geschichtliche Anmerkungen darlegen.
Zabelitzer Diamanten werden sie wohl genannt,weil sie auf dem Grund und Boden der Adelsfamilie -Pflugh- gefunden wurden. und diese
bewohnte auch das Schloss in Zabelitz. Zu dem Besitz gehörte auch das Vorwerk Stroga,das früher nur aus einem Hof gestand. Hier sind
in der nahen Umgebung unter Flugsande Urelbe ablagerungen vorhanden. Diese wurden auch nahe dem Vorwerk in kleinen Kiesgruben
abgebaut. Und dort wurden sie wohl gefunden die sehr klaren Bergkristallkiesel. Deshalb wird die Suche heute an der Erdoberfläche wohl ergebnislos sein. Auch sind die
Ablagerungen nur inselartig vorhanden. Die Decksande führen keine Kies und Sandablagerungen der Elbe.
Die Zabelitzer Diamanten wurden so um 1690 von dem Meißner Goldschmied J.A Schneider in das Rüstzeug des Kurfürsten J.Georg IV
eingearbeitet.
Doch nun zu den eigentlichen evtl. möglichen Fundorten.
Eine Kiesgrube befand sich südlich der Straße von Stroga nach Uebegau
.an der Straße oberhalb des Vorwerkes an der Grödener Straße
.an der Straße 101 südlich von Stroga.
So ich denke, es hilft ein wenig das Rätsel um die -sogenannten Zabelitzer Diamanten - aufzuklären. Und alle,einschließlich ich ,die solche
Bergkristallkiesel gefunden haben aus dem alten Elbelauf haben wohl so einen ungeschliffenden Bergkristall, nur das sie nicht aus Stroga
stammen
Viele Weihnachtsgrüße
Gerhard