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Autor Thema: Schlackeminerale?  (Gelesen 4843 mal)

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Offline Alcest

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Schlackeminerale?
« am: 01 Mar 13, 22:15 »
Hallo,

in einer Sammlung, die ich heute erhalten habe (75% Wölsendorf), befanden sich auch die Stücke im Anhang.

Auf verschiedenen Stufen, für mich ohne Bino aber nicht eindeutig bestimmbar, finden sich die umkreisten Minerale wieder:
- weiße kugelige Aggregate
- stengelige rote Aggregate ohne Kristallflächen
- nadelige orange-rote Kristalle (siehe Bild 2, nicht eingekreist)

Fortsetzung folgt

Offline Alcest

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #1 am: 01 Mar 13, 22:17 »
Zudem vereinzelt diese tiefroten - an Scheiben erinnernde - Kristalle wie auf Bild 4.
Bild 5 zeigt alle fragwürdigen Stufen zusammen.

Frage: sind das Schlackebildungen?


Offline Elmar

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #2 am: 01 Mar 13, 23:29 »
Hallo Jan,

sieht für mich wie Lavaschlacke (natürlich) mit Toneinschlüssen aus. Sehr wahrscheinlich aus Nickenich in der Eifel. Das rote (dünn, durchsichtige 'Scheiben') wäre dann Hämatit. Nadlige orange-rote Nadeln ist dann wohl Kearsutit. Wenn die weissen kugeligen Aggregate aus Nadeln bestehen könnte es Mullit oder Topas sein. Ansonsten wäre Sodalit noch einer der Möglichkeiten für das weisse. Für weitere Tips bräuchte es bessere Photos.

GA
Elmar

Offline Alcest

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #3 am: 02 Mar 13, 17:16 »
Hallo Elmar,

danke für deine Antwort!

Bessere Bilder sind nicht drin, ich wollte primär nur wissen, ob das Schlackebildungen sind.

Ich habe mir von Nickenich die Übersicht der beschriebenen Mineralarten angesehen - da sind auch einige Kandidaten bei, an die ich gedacht habe bzw. die Ähnlichkeiten mit Stücken aus Lavrion hatten.

Verwundert war ich über diese tiefroten Plättchen, die ich einfach nicht zuorden konnte. Hämatit macht natürlich Sinn. Nur derart durchscheinend habe ich noch keinen gesehen, weshalb ich mit der Kristallform überfordert war.

Deine Ausführungen befriedigen mich also schon ;-)

Besten Gruß
Jan

Offline guefz

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #4 am: 02 Mar 13, 17:21 »
Hallo,

solches Material kann aber nicht nur aus Nickenich kommen, im Prinzip kommt erst mal jeder Schlackenabbau in der Eifel in Frage.

Günter

Offline Kluftknacker

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #5 am: 02 Mar 13, 18:02 »
Nadlige orange-rote Nadeln ist dann wohl Kearsutit

Diese pauschale Aussage halte ich für sehr gewagt. Andere Pyroxene oder Amphibole kämen da auch in Frage...
Kluftknacker

Offline Alcest

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #6 am: 02 Mar 13, 18:14 »
Hallo Peter und Günter,

ich habe Elmars Äußerungen nur als Möglichkeit verstanden und werde die Stufen nicht mit diesen Namen unter das Sammlervolk bringen. Auch den Fundort nehme ich nur als Anhaltpunkt mit Fragezeichen.

Die Nadeln kommen von weiß über gelb bis tiefrot vor. Mit meinen verwaschenen Bildern kann ich keine sichere Bestimmung verlangen. Mir war es wichtiger, ob Schlacke oder nicht Schlacke.

Grüße
Jan

Offline Elmar

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #7 am: 02 Mar 13, 18:40 »
Hallo Peter, hallo Günter,

ist doch eigentlich klar das wohl keiner hier eine sichere 'Fernanalyse' anbieten kann.
Das waren halt meine '50cent' zu den Bildern.
Selbstverständlich kommen mehrere Fundorte in der Eifel und viele Mineralien in Frage

 ;)
GA
Elmar

Offline Günter Blaß

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #8 am: 02 Mar 13, 19:01 »
Hallo Alcest,

ich habe Elmars Äußerungen nur als Möglichkeit verstanden und werde die Stufen nicht mit diesen Namen unter das Sammlervolk bringen. Auch den Fundort nehme ich nur als Anhaltpunkt mit Fragezeichen.
Ich denke als Fundort kann man dann nur "Vulkaneifel" mit? angeben, alles andere wäre nicht angebracht, sonst kommen doch irgendwann solche Stücke mit Fundort Nickenicher Sattel unters Volk und stiften unter Umständen totale Verwirrung.

Die Nadeln kommen von weiß über gelb bis tiefrot vor. Mit meinen verwaschenen Bildern kann ich keine sichere Bestimmung verlangen. Mir war es wichtiger, ob Schlacke oder nicht Schlacke.

Auch mit guten Bildern ist eine Bestimmung nur bedingt möglich. Visuelle Bestimmung eines Minerals anhand eines Bildes ist meines Erachtens keine Bestimmung sondern bleibt immer eine Vermutung, auch wenn die Mehrzahl der Betrachter für ein bestimmtes Mineral votiert. Dies habe ich in jahrzentelanger Erfahrung lernen müssen.

MfG und GA
Günter Blaß

Offline Kluftknacker

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #9 am: 02 Mar 13, 20:03 »
Auch mit guten Bildern ist eine Bestimmung nur bedingt möglich. Visuelle Bestimmung eines Minerals anhand eines Bildes ist meines Erachtens keine Bestimmung sondern bleibt immer eine Vermutung, auch wenn die Mehrzahl der Betrachter für ein bestimmtes Mineral votiert.

Da spricht der erfahrene Kenner. Das Statement ist exzellent - sollte man sich einrahmen. Nichts hinzuzufügen.
Kluftknacker

Offline smoeller

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #10 am: 04 Mar 13, 10:54 »
Hallo,

Es handelt sich um Xenolithe aus (gefrittetem) Ton, ganz klar Vulkaneifel. Evtl. Wannenköpfe, dort kamen solche roten Stücke vor.

Neben den genannten könnten u.a. auch Sodalith, Topas, Pseudobrookit und Sanidin vorhanden sein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Günter Blaß

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #11 am: 04 Mar 13, 12:09 »
Hallo Alle,

Nochmal mein Statement:

Ich denke als Fundort kann man dann nur "Vulkaneifel" mit? angeben, alles andere wäre nicht angebracht, sonst kommen doch irgendwann solche Stücke mit Fundort Nickenicher Sattel unters Volk und stiften unter Umständen totale Verwirrung.

zur Untermauerung:
Solche Tonxenolithe, teils aber mit unterschiedlichem Mineralinhalt, kommen in fast allen Schlackenvulkanen der Vulkaneifel vor (z.B. Nick. Sattel, Nick. Weinberg, Wannenköpfe, Herchenberg, Rothenberg, Wingertsberg u. viele andere).

MfG und GA
Günter Blaß


Offline heli

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #12 am: 04 Mar 13, 15:46 »
Warum müssen die Stufen aus der Eifel stammen?

Xenolithe und natürliche Schlacken finden sich fast überall dort wo es mal vulkanische Aktivitäten gegeben hat. So z. B. in Österreich im südlichen Burgenland und der Südoststeiermark.

Offline Günter Blaß

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Re: Schlackeminerale?
« Antwort #13 am: 04 Mar 13, 16:43 »
Hallo Heli,

ganz mein reden.
Eine solche Fundortbestimmung, hier z.B. einfach Vulkaneifel anzunehmen, ist immer nur ein Raten und Vermuten. Nur eine eindeutige Zuordnung, wodurch auch immer, berechtigt zur Nennung eines Fundortes (Gleiches gilt auch meines Erachtens für Minerale),

MfG u. GA
Günter Blaß

 

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