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Autor Thema: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !  (Gelesen 50398 mal)

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Offline Nathan

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Hallo Thomas,

ist der Aufwand mit der Zitronensäure es wert oder kann man nicht auch einfach Dr Beckmann's Entfärber verwenden? Hab ich jetzt nicht direkt aus dem letzten Absatz entnehmen können.

Grüße
Philipp

Offline harzgeist

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Hallo Philipp,

das kommt drauf an, was du machen willst. Bei einem leichten Eisenbelag und nur wenigen Stufen reicht sicherlich der Entfärber so wie er aus der Tüte kommt (dann Dr. Beckmann). Wenn du aber größere Mengen an Eisen aufzunehmen hast oder alkali-empfindliche Minerale dabei sind, solltest du mit Heitmann-Produkt plus Zitronensäure arbeiten. Mache ich jetzt nur noch so, fast routinemäßig bei allen frisch gesammelten Stufen nach der Grobreinigung und vor dem Ultraschall, es sei denn es gibt Gründe, kein Dithionit zu verwenden (z.B. Anglesit, Manganit&Co, Pyrargyrit, Vorsicht bei Malachit&Co).
Pyromorphit/Mimetesit hatte sich beispielsweise in purer Entfärberlösung fast aufgelöst, nach Zitronensäurezusatz gibt es keine Probleme mehr, konnte sogar glänzende(!) Kristalle unter einer dicken Limonitkruste freilegen (oft sind die aber schon von den Lösungen, die den Limonit abgelagert haben, bereits angegriffen).
Ich sehe es auch nicht als "Aufwand" an, ein paar ml Zitronensäurelösung in den Ansatz zu quirlen -weder finanziell, noch zeitlich. Das größere Aufnahmevermögen und das geringere Risiko gegen böse Überraschungen sind es mir einfach wert.
Übrigens: bei Pyrit würde ich lieber ohne Zitronensäure (dafür aber ggf. mit EDTA) arbeiten. Da kann es gar nicht alkalisch genug sein und außerdem setzt die Schwefelsäure aus dem Pyrit mit Natriumhydrogenkarbonat CO2-Gas frei, welches das Eindringen der Lösung behindert. Das passiert mit Soda als Puffer nicht oder nur lokal bei extremem Säureüberschuss und wird dann auch bald wieder absorbiert.

Thomas

Offline Tycho88

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Hallo Phillip und Co...

will mal hier meine behandelten Sachen reinstellen
(bevor ich jetzt noch meine Granatfunde von der Steinküste schrubben muss)


1) erstes Bild: Sammlung der Pyrit/Markasit im Wasser
2) +3) Pyrit(Markasit??)
4) pyritisierte Schale (hatte zuerst mit Zitronensäure gearbeitet, hat somit die Schale entfernt

Anzumerken ist, das der Glanzgrad mit den Behandlungen steigt.
Ultraschallbad (dank auf der Arbeit) kommt auch zum Einsatz

Offline Tycho88

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so weiter geht's..was gibt's noch...


5) Markasit, Geschenk zwecks Bearbeitung (man sieht das es noch nicht abgeschlossen ist)

6) Markasit,Speerkies: Hier war er erst matt, nun sehr schöner Glanz

7) nochmal ne große Knolle Pyrit/Markasit: total verrost....limonisiert. Es tut sich langsam was. Eher ein Experminent.


Offline Tycho88

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Ein paar Sachen hab ich noch.. da mach ich Vorher-Nachherbilder

Mir fehtls ein bisschen an Gläsern ;) muss mehr mapfen.

Grüße Chris

Offline Nathan

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Hallo Christian,

einen Speerkies hatte ich auch schon mal behandelt. Jetzt habe ich 4... ;D das Stück ist mir vor meinen Augen zerfallen. Aber lieber 4 saubere Stücke, als ein gammelndes!
Viel Spaß und die Ergebnisse sind ja vielversprechend.

Grüße
Philipp

PS: was hat Stück Nummer 5 denn für einen Fundort? Sieht sehr schön aus!

Offline Nathan

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Anbei ein Bild der Speerkiese.

Offline Tycho88

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Hallo Philipp,


mein Speerkies ist mir auch zerfallen. war aber ein Geschenk, sollte eigtl wegen ausblühen weggeworfen werden.
Und da hab ich es zum experimentieren bekommen. Ist schon erstaunlich wie aus matt glänzend wird =)

Nummer 5?? Das Bild über den Speerkies ??
Der Markasit stammt aus Lägerdorf, einem Kreideabbau bei Itzehohe. Sieht schon schnuckelig aus. Vielleicht find ich dort auch mal einen.

Grüße Christian

Offline Tycho88

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@ harzgeist:

in dem anderen Thread hattest du ja über die Fkt.weise geschrieben:

- Dithionit reduziert dreiwertiges Eisen zu zweiwertigem Eisen, damit der Komplexbildner dieses aufnehmen kann.
- dabei wird durch das Dithionit Säure produziert, was unterbunden bzw. gebunden werden muss
- dafür ist eine Pufferlsg. nötig => (Na)-EDTA

Ist das soweit richtig?? Dann hier meine Frage:

Was ist jetzt der Komplexbildner, der die zweiwertigen Eisenionen bindet soll??
ist das auch EDTA ?? Also hat EDTA 2 Fkt. ?? Komplexbildner und Puffer ???
Sehe ich das richtig oder liege ich damit falsch ??

Grüße Chris

Offline Nathan

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Hallo Chris,

ich habe mal versucht, dir das ganze darzustellen.

Das Dithionit dient zur Reduktion des Eisens (und sorgt für ein reduktives Millieur).
Das Carbonat sorgt für den badischen pH-Wert (auch das Na-EDTA ist leicht basisch).
Das EDTA-Anion kann Metallionen komplexometrisch bilden.
Diese Komplexe sind sehr stabil, da es sich bei EDTA um einen Chelator bzw. Chelatliganden handelt. EDTA kann theoretisch auch Eisen-(3)-Salze binden, allerdings sind diese kaum löslich.
All das kannst du auch bei chemieunterricht.de (und anderen Seiten) nachlesen.

Du liegst also nicht ganz falsch, wobei die puffernde Wirkung von EDTA Salzen eher vernachlässigbar sein wird.

Bei weiteren Fragen, gerne. Ich hoffe, Ihr könnt die Gleichungen lesen, mein Chemielehrer verzweifelt gelegentlich  ;D


Grüße
Philipp

PS: Eisen-II-Ionen wirken ja auch sauer, da diese Aqua-Komplexe (Hexaaquaeisen-II-Komplex) bilden.  ;)
« Letzte Änderung: 17 Oct 16, 23:32 von Nathan »

Offline Tycho88

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Hallo Phillip,

danke für die Mühe für die Ausarbeitung der Formel.
Klar habsch noch ne Frage. Mein letzter Chemieunterricht war im Grundstudium vor ca. 15 Jahren (oh Gott...ich bin alt)


Was ich nicht verstehe ist das Carbonat...
bei deiner Formel (weitere Reaktionen)gibst du CaCO3 an... wo kommt das Calcium/Calciumcarbonat her ??? Kommt ja nicht vom EDTA C10H14O8N2Na2 ??

Grüße vom Ostseetümpel,


P.S.: deine Schrift kenne ich schon ;)

Offline Nathan

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Hallo Christian,

das CaCO3 kommt vom Calciumcarbonat das du zur Lösung gibst, damit diese basisch bleibt. Alternativ geht auch Natriumhydrogencarbonat, aber Carbonate sind stärker basisch.

Ich hoffe, das beantwortet die Frage.

Grüße
Philipp

Offline Harzsammler

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Hallo Christian,

das CaCO3 kommt vom Calciumcarbonat das du zur Lösung gibst, damit diese basisch bleibt. Alternativ geht auch Natriumhydrogencarbonat, aber Carbonate sind stärker basisch.

Ich hoffe, das beantwortet die Frage.

Grüße
Philipp
Ich wüsste nicht dass man dort Calciumkarbonat rein mischt.
Soweit ich weiß nimmt man Soda oder Natriumhydrogenkarbonat.

Grüße,
Michael

Offline Nathan

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Hallo,
ja natürlich ;D
Calciumcarbonat löst sich schließlich nicht so gerne in Wasser
Grüße und Entschuldigung für den Patzer
Philipp

Offline pery

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Hallo! Ich verfolge den Thread schon seit längerem mit großem Interesse
und habe heute meinen ersten Probeversuch mit der oben empfohlenen Lösung angemischt (heitmann extra stark + Zitronensäure).
jetzt sind aber diesbezüglich ein paar Fragen aufgetaucht...

Ich habe etwa 2 leicht gehäufte TL Entfärber auf ca. 1,5l sehr weiches Leitungswasser.
Danach habe ich unter ständigem rühren die Zitronensäure (Konzentrat aus der Plastikzitrone) zugegeben.
Als ich aber nach Zugabe von 50ml (halbe "Flasche") ausser einer Gelbfärbung keine echte Reaktion beobachten konnte,
hab ich es sein lassen.

jetzt wüsste ich als Chemielaie gern:
mach ich was falsch?
habe ich die falschen Zutaten oder eine falsche Dosierung?


Das Ergebnis meiner ersten Versuche werde ich natürlich nach Abschluss hier vorstellen

 

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