kannst Du mir dann evtl. auch als Physiker bestätigen oder das wissenschaftlich widerlegen, was Deine Kollegenschaft seit eh und je propagiert: Nämlich, dass es unmöglich sei, dass jemals blaue Granate gefunden werden würden, weil das leichtflüchtige Natrium, das bei vielen Mineralien für eine Blaufärbung verantwortlich ist, niemals bleibend in die Kristallstruktur eines Granats eingebaut werden könnte? 
Hallo Peter,
es ging nicht an sich um den Granat, sondern um die Blaufärbung des Natriums. Die Farbe eines Kristallbausteins hängt immer von seiner Umgebung, dem Kristallfeld ab.
Ich habe hier gelbes NaBiTi2O6 (Prowskit-Abkömmling) neben mir liegen und kenne viele farblose Natriumverbindungen. Auch wird, was im Rahmen dieser Diskussion klar wurde, NaCl bei Bestrahlung gelb.
Deine Aussage bzgl. des Natriums ist so ungefähr wie:
Uran macht Substanzen gelb-grün (CaF2 wird rot)
Flour kann Oxide blau färben, ist aber farblos in den meisten Floriden
Chrom ist rot (Rubin ja, sonst meist grün z.B. Uvarovit)
Das ist vielleicht ein schönes Beispiel:
Wenn Chrom III in der wässrigen Lösung vorliegt, ist es tiefgrün. Wächst daraus ein Alaun ist der rot. Das Chromion sitzt in einer Umgebung, die die Energielage der äusseren Elektronen beeinflusst, die Absorption des Lichts durch diese Elektronen ändert sich.
In der Granatstruktur kristallisiert auch das Berzeliit. Das ist meines Wissens Gelb und ist NaCa2Mg2-Arsenat. Das Kryolithionit ist farblos (Na3Al2Li3F12) und hat ebenfalls Granatstruktur. Ich weiss, es sind keine Granate, aber dasa Gitter ist gleich aufgebaut. Mir kam es auf die Farbe an!
Anders herum - wir bauen uns einen Granat:
Warum sollte sich ein Na-Granat bilden können?
Ein Granat hat die allgemeine Formel
A
3(acht) B
2(6) (Z
(4)O
4)
3Ok, Z setze ich mit Si zu. Dann muss ich zwölf Valenzen ausgleichen.
Na mit einer 8er Koordination hat 116pm Radius, würde also auf den A-Platz passen, mit 102pm in einer 6-Koordination sollte es für B zu groß sein.
Also Na3 X2 (SiO4)3. Von den 12 Valenzen sind 3 durch das Natrium verbraucht. Somit muss ich 9 Valenzen auf 2 Ionen verteilen, also etwas im Bereich 4 bis 5-wertig. Ist damit nicht der Oktaeder im Vergleich zum Tetraeder sehr hoch geladen? (Vermutung!) Kann der Kristall überhaupt dann so wachsen? Oder ist dann die oktaedrische Baugruppe gegenüber den Silikaten dominat und bestimmt das Wachstum?!

Fazit der langen Rede:
Also Deine Aussage zum Thema Na in Granaten unterstütze ich, deine Aussage blau durch Na nicht.
BTW:
Ich würde in Bereichen mit Neodym oder anderen seltenen Erden nach blauen Granaten suchen. Du kannst eine Farbe auch durch färbende Ionen

erreichen

Das ist meine Meinung...
MfG
Frank