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Autor Thema: Konkrete Reinigungs-Tipps für meine Kristalle: Quarz und Schörl  (Gelesen 6471 mal)

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Offline Steinsophie

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Hallo Forum,

ich habe mich hier neu angemeldet, weil ich Informationen suche, um vier Kristalle reinigen zu können.

Vorab habe ich schon die Anleitung hier im Lexikon gründlich gelesen und auch bisherige Beiträge durchgesehen.
Mein Problem ist aber, dass ich nicht korrekt bestimmen kann, was meinen Kristallen anhaftet und folglich bin ich mit der Entscheidung, welche Reinigungsmethode die richtige ist und wie ich das nun angehe, also mit welcher Methode, komplett überfordert.
Natürlich möchte ich nicht, dass meine Mineralien kaputtgehen.

Es handelt sich um zwei Quarzkristalle aus Brasilien, die rötlichbraune undurchsichtige Beläge haben und um zwei Schörl-Kristalle aus Namibia, die teilweise mit winzige bräunlichpinken Flitterchen überzogen sind und einer hat an der Spitze noch etwas, das weiß ist.

Deswegen möchte ich fragen, ob ich das Thema hier eröffnen darf und Fotos meiner Kristalle einstellen, damit mir Fachleute dabei helfen können, womit ich es genau zu tun habe und was ich folgerichtig machen muss?

Danke und LG
Sophie

Offline Mampfbacke

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Hallo Sophie,
Willkommen im Mineralienatlas!
Natürlich darfst du ein neues Thema eröffnen und die Bilder deiner Stücke hochladen. Sonst würde es ja mit der Hilfe recht schwierig werden  ;)

Glück Auf!
Thomas

Offline Steinsophie

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Vielen Dank!

Hier einige Fotos der Quarze. Sie sind eben draußen nassgeworden, deswegen schauen die Beläge jetzt nicht so schlimm aus, aber wenn die Kristalle trocken sind, sieht man fast überhaupt keinen Rauchquarz. Und der nasse Zustand lässt erahnen, was man da optisch noch herausholen könnte, wenn man weiß, wie!

Sie haben noch (vermutlich?) Albit-Matrix und Glimmer (lila, also Lepidolith und gelblich, ich denke Muskovit). Ich weiß nicht, was damit passiert, wenn ich die Kristalle beispielsweise in Säure legen würde, aber der Verlust dieser vergesellschafteten Minerale wäre für mich tragbar.
Mir geht es um die Quarze, die wie man sieht sehr schöne Zepterformationen haben und ich möchte von den Rauchquarz-Kristallen gerne mehr sehen können.

Was sind diese Beläge nun?
Die rötlichbraunen vielleicht Limonit? Und beim größeren Kristall schaut es so weiß-kalkig aus und mit viel Kraftaufwand kann man das mühsam geringfügig wegkratzen. Für mich stellt sich jetzt wie gesagt die Frage, welche Säuren zu nehmen wären?

Was meint ihr Experten dazu? Wie gesagt bin ich für jeden Tipp und jede Meinung dankbar!
LG
Sophie

Offline Steinsophie

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Eben der erste Kristall, das hier ist der zweite: Beide vermutlich vom selben Fundort aus derselben Kluft.

Offline Steinsophie

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Und hier die Schörl-Kristalle.
Ich bin mir nicht sicher, was für ein Mineral diese Beläge sind. Es glitzert auch bisschen, so bräunlich mit leichtem Violettstich.
Meine Vermutung ist irgendwie Hämatit, aber ich hoffe, dass jemand diese Stücke kennt und es weiß.


Offline Steinsophie

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Das hier ist der vorab erwähnte weiße Belag an einer Spitze:


Offline Harzsammler

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Hallo,

Gute Fotos, bekommt nicht jeder so hin!

Die Quarze sehen für mich aus als seien die schon mal mit irgendetwas behandelt, bzw. ausgesäuert worden.
Selbst wenn Du die Beläge abbekommst, werden die Quarze kein "Feuer" haben und nur feucht einigermaßen aussehen.

Bei dem Schörl würde ich erstmal versuchen die Beläge abzuschaben.
Ein Maniküreset, ein Holzspieß oder eine harte Bürste bieten da einige Möglichkeiten.
Wenn das nicht hilft, hilft Kaliumhydroxid - ist aber mit Vorsicht anzuwenden!

Grüße,
Michael

Offline uwe

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Ich bin der Meinung, daß mit Chemie hier nicht viel zu machen ist, denn ich vermute, daß es sich bei den "Verunreinigungen" um Glimmerminerale handelt. E sieht außerdem aus, als wäre die Oberfläche der Quarzkristalle hydrothermal angegriffen. Da ist sowieso nichts zu machen. Meist sieht nach einer robusten Chemiebehandlung die Stufe hinterher eher schlechter aus.

Was mit Mechanik und einem Haushaltscheuermittel nicht zu entfernen ist, sollte man so lassen. So ist dann halt die Paragense.

Gruß
Uwe

Offline guefz

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Bei den braunen Belägen könnte es sich um Eisen-Oxide bzw. -Hydroxide handeln. Da wäre eine Behandlung mit einer Dithionit-Lösung sinnvoll. Dazu gibt es hier auch passende Diskussionen mit Anleitungen.

Günter

Offline Steinsophie

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Danke!
So bisschen muss ich gerade lachen, weil es soviele Meinungen wie Fachmänner gibt  ;D

Wenn man es versucht, nachdem man mal die mechanische Reinigung vollzogen hat - womit würdet ihr es chemisch bei den Quarzen probieren?
Diese weißen "Kringel" auf dem größeren Quarz kann man mit dem Fingernagel und entsprechender Bemühung abkratzen.
Dass das kein glasklarer strahlender Quarzkristall wird, ist mir klar. Aber so wie jetzt gefällt es mir halt überhaupt nicht.  :'(

Offline harzgeist

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So bisschen muss ich gerade lachen, weil es soviele Meinungen wie Fachmänner gibt  ;D

... und trotzdem hat jeder auch irgendwie recht  ;)

Quarz und Turmalin sind chemisch außerordentlich stabil, da kannst du kaum Schaden anrichten, außer du  fährst ganz starke Geschütze auf, wie Flußsäure. Aber die ist erstens kreuzgefährlich und zweitens aus gutem Grund praktisch nicht erhältlich.
Dithionit ist am schonendsten, wirkt gut gegen braune Eisenverbindungen und lockert auch z.B. Lehm. Es ist allerdings zu befürchten, dass der Belag statt braun danach lediglich weiß wird, aber nicht entfernt ist.
Oft sind solche aus Pegmatiten stammende Mineralien mit anderen Silikaten (Feldspäte, Glimmer, ...) vergesellschaftet, die chemisch auch sehr stabil sind. Manche werden mehr oder weniger zögerlich von Säuren (konz. Salzsäure) angegriffen, andere von Alkalien (Natronlauge, Kalilauge). Insgesamt sehe ich aber geringe Chancen, auf chemischem Wege eine Verbesserung zu erzielen. Selbst wenn es gelingen sollte, den Belag ganz oder teilweise zu lösen, werden auf dem Quarz hässliche "Narben" zurück bleiben, denn meist sind die jüngeren Minerale nicht nur auf- sondern auch teilweise eingewachsen. Für den Turmalin stehen die Chancen etwas besser, aber meiner Ansicht nach auch nicht wirklich gut.
Also, wie anfangs schon gesagt, kaputt machen kannst du mit üblicher Chemie nichts. Einfach probieren. Aber ob's was nützt ... ???

Viel Glück
Thomas

Offline Brodi69

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Alles was schon geschrieben ist, stimmt, irgendwie, weil das Reinigen manchmal auch ein bisschen ausprobieren ist, wenn man nicht bereits Erfahrung von Stücken derselben Fundortsituation hat.

Was bisher noch wenig erwähnt wurde, ist die mechanische Reinigung beispielsweise mit Sandstrahlen. Hierzu empfehle ich das Sodasandstrahlen, das macht weder den Quarz noch dem Turmalin etwas, ist aber eine Anschaffung und die Anwendung ergibt einen schweinischen Staub ohne Kammer... V.a. beim Turmalin kann ich mir da sehr grosse Erfolgsaussichten vorstellen...

Steht das nicht zur Verfügung, besteht noch die einfache Holzhauermethode: Mit einer handelsüblichen Handbürste und einem Scheuermittel für Glaskeramikküchenherdplatten sollte sich mit entsprechender Geduld auch eine wesentliche Verbesserung einstellen. das erwähnte Scheuermittel enthält eine Scheuerkomponente, die weicher ist als Glas, Turmalin und Quarz sind härter als Glas, daher kann dabei nichts zerkratzen.

Viel Glück!

Grüessli
Christian

Offline Steinsophie

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Ah, vielen Dank!

Leider habe ich eben noch keine Erfahrungen mit der Reinigung, deswegen ging es mir ja um konkrete Tipps für diese Stücke.
Dass es natürlich immer irgendwie auch Versuche sind, habe ich verstanden. Es kann top oder flopp sein.
Die Anschaffung eines Sandstrahlgeräts lohnt sich für mich nicht, normalerweise reinige ich keine Mineralien.

Aber mein Weg wird mich heute zur Drogerie führen, wo ich mir das Scheuermittel und eine feste Bürste holen werde und dies als ersten Schritt versuchen werde. Ich berichte dann...  8)

Offline Brodi69

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... dann fang am besten mit dem Turmalin an, da verspreche ich mir die grösste Qualitätssteigerung von....

Grüessli
christian

Offline Steinsophie

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Das habe ich zwischendurch gemacht und der Tipp mit der Scheuermilch (die enthält, um genau zu sein, Marmormehl) war absolut richtig!
Meine Turmaline sind jetzt nach intensivem Schrubben mit einer harten Zahnbürste und der Scheuermilch pechschwarz glänzend und außer paar vereinzelten Lepidolith-Plättchen ist von den rostbraunen Belägen nichts übrig geblieben.  ;D

An die Quarze habe ich mich noch nicht herangetraut, das steht aber auch kurz bevor. Ich vermute nur, dass ich die Schrubb-Intensität da wesentlich steigern muss...  :P

 

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