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Autor Thema: Prismenstreifung Quarz  (Gelesen 3179 mal)

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Offline Minman

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Prismenstreifung Quarz
« am: 05 Nov 17, 09:39 »
Hallo,

Ich habe diesen Sommer in einer Kluft am Lago Sambuco zwei tessiner Quarze von 5cm und 9cm gefunden.

Erst bei genauerem hinsehen habe ich bemerkt dass die scheinbare "Streifung" der Prismen aus Reihen winziger, Morsezeichenartiger Vertiefungen besteht.


Wer kann mir dazu etwas sagen?

Offline Brodi69

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Re: Prismenstreifung Quarz
« Antwort #1 am: 07 Nov 17, 07:20 »
Lieber Simon
Es gibt verschiedene Möglichkeiten als Ursache. Das Foto ist jedoch zuwenig detailliert um genaueres zu sagen. Wenn es nicht alternierende Kristallflächen sind, wie für Tessiner charakteristisch, können auch verschiedene wachstumsbehindernde andere Kluftinhalte Ursache sein. Sieh dir die Linien mal noch genauer unterm Mikroskop an, wenn du kannst, mach ein scharfes Detail-Foto der Linie und eines mit dem ganzen Kristall für das Forum.
Grüessli
Christian

Offline Josef 84,55

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Re: Prismenstreifung Quarz
« Antwort #2 am: 07 Nov 17, 20:44 »
Hallo Simon,

Ätzgrübchen entstehen oft an den Austrittpunkten von Liniendefekten. Das diese möglichen Defekte der "Prismenstreifung" folgen ist ungewöhnlich, vieleicht entstehen diese durch den gezielten Einbau von Einschlüssen oder auch nur Fremdionen bei den Bereichen, an denen diese Erhöhungen (Vizinalflächen) ineinanderwachsen. Auf den "Buckeln" wächst das Kristallgitter ordentlich und in den "Tälern" wird manch ein "Zwickel" nicht sauber gefüllt, was die Ursache für die Linendefekte sein könnte. Das ist aber nur eine sehr wage Theorie.

Grüße Josef

Offline Minman

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Re: Prismenstreifung Quarz
« Antwort #3 am: 09 Nov 17, 21:00 »

So, liebe Mineralienfreunde,

hier also noch ein Bild.

Auf dem kleineren Quarz sieht man die "Morsestreifung" besonders gut.

Offline Brodi69

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Re: Prismenstreifung Quarz
« Antwort #4 am: 10 Nov 17, 13:03 »
Hallo Simon

Auf den Fotos ist gut zu erkennen, dass diese Linien in Zusammenhang mit der übrigen Kluftfüllung (Lehm, Chlorit oder anderes) stehen, sprich, diese das Wachstum behindert hat. Linear sind sie aufgrund der Pakettierung, die für Tessiner üblich ist. Manchmal kann es vorkommen, dass nur ganz bestimmte Flächen von Quarzen durch ein anderes Mineral (Kluftlehm besteht auch aus einzelnen Mineralien) im Wachstum gehemmt werden. Hier wurden vohl in der letzten Wachtumsphase die Romboederflächen seitlich im Mitleidenschaft gezogen. Beim Grossen Kristall sind die Linen bis zur dicken Weissen Linie deutlicher, hören auf und sind gegen die Spitze wieder fein zu beobachten... daraus könnte man ein paar Theorien über den Wachtumsverlauf ableiten... Schön und besonders sind die Stücke jedenfalls, gratuliere.

Dieses Wochenende ist Mineralienbörse in Lugano Pregossa, vielleicht rifft man sich ja da, ich bin als Aussteller anwesend.

Grüessli
Christian

Offline Minman

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Re: Prismenstreifung Quarz
« Antwort #5 am: 10 Nov 17, 17:55 »
Danke für deine Antwort Christian.

Interessant.

Auf jeden Fall muss das Behindernde Mineral erst am Schluss, und nur für kurze Zeit da gewesen sein.

Falls du weiteren Theorien zum Wachstum hast dann will ich dich nicht bremsen...  :)