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Autor Thema: Was veranlasst Mineraliensammler ihre Sammlung aufzugeben?  (Gelesen 4981 mal)

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Offline calzit

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Wer hat schon ein Testament mit 18?
Ich glaube, meine Eltern würden sich bedanken, wenn sie den "Plunder" erben.

*Plunder ist hier aus dem Blickwinkel der Außenstehenden beschrieben, die höchstens mit geschliffenen und funkelnden Diamanten und Rubinen und was "wertvoll" aussieht, anfangen können.

Offline Sascha

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Liebe Mascha, wie der Mensch im allgemeinen, ist auch der/die Mineraliensammler*in ein individuelle Persönlichkeit. Jede/r durchlauft einen Prozess und im laufe der Zeit verschieben sich die Prioritäten. Auch im Umgang mit der Sammlung. Was wir hier in vielen Beispielen lesen konnten.
Meine subjektive Ansicht ist das ohne „sammeln gehen„ das “hinstellen“ nicht lohnenswert  ist. Ich würde zumindest zur Zeit, nie Mineralien kaufen. Stichwort Individualität beim sammeln und Umgang mit der Sammlung. Dies aber nur am Rande.
Geht der Bezug oder die Möglichkeit verlohen dieses Hobby auszuüben ist es eine individuelle Entscheidung des Sammlers/ der Sammlerin.
Ob, und das lese ich so heraus, du das nachvollziehen kannst oder nicht liegt einzig und allein daran wie du darüber denkst und wie gut du dich in die Situation hineinversetzen kannst. Vielleicht ist aktuell nicht der richtige Zeitpunkt an dem du nachvollziehen kannst das andere individuelle Persönlichkeiten IHRE Sammlung auflösen aber vielleicht kommt dieser Moment (vielleicht auch nicht). Dann wirst du dir diese Frage selbst beantworten können und deine Beweggründe dafür haben deine Sammlung dem zu vermachen der dir als beste Wahl erscheint. Möglich ist auch das du deine Sammlung nicht aktiv der Nachwelt vermachst dann ist ungewiss was mit ihr passiert.

Im Grunde gibt es keine Antwort bzw. kennst nur du sie.

LG

Offline uwe

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Die Beiträge veranlassen mich, doch noch mal das warum des Sammelns aus meiner Sicht zu diskutieren. Wer nun mal ein "Sammlergen" besitzt, "muß" irgend etwas sammeln. Seien es nun Kronkorken, Briefmarken, Gemälde, teure Uhren oder Oldtimer. Wir hier haben nunmal unser Hauptsammelziel auf Minerale gelegt. Und jeder echte Sammler sammelt einzig und allein zu seiner ureigensten Befriedigung. Wer sammelt um damit zu spekulieren ist ohnehin kein Sammler. Warum soll jemand dessen Lebensumstände einen gewaltigen Einschnitt erleiden (Alters- bzw. Pflegeheim) auf das, was ihm lebenslang Freude bereitet hat freiwillig verzichten?

Ich habe festgelegt, welchen Händlern meine Sammlung nach meinem Ableben angeboten werden soll. Auch Preise und Verhandlungsspanne überliefere ich. Ob meine Nachkommen die Sammlung verkaufen, wegwerfen oder ob einer meiner Enkel sie weiterführt, ist mir prinzipiell egal. Tot ist tot. Danach gibt es kein Bedauern oder Ärgern mehr.

Also erfreut Euch an Euren Sammlungen bis zum letzten Schnaufer!

Gruß
Uwe

Offline Mineralroli

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Hallo

Wie Alle habe ich auch klein angefangen mit einer kleinen Vitrine in der Wohnzimmerschrankwand. In den Jahrzehnten ist die Sammlung bis auf 19 große Vitrinen angewachsen. Im laufe der Zeit hat sich auch die Sammlung mehrfach verändert und wenn ich alles behalten hätte wäre mind. das Drei-Vierfache an Material vorhanden. Obwohl ich mit 62 noch rüstig bin, bin ich dabei mich gesund-zuschrumpfen. Das heißt, nach und nach werde ich mich von einiges trennen weil in Zukunft noch kein Übernehmender erkennbar ist und ich möchte es Anderen nicht zumuten diese Mengen an den Mann oder die Frau zu bringen. Ich denke auch das in Zukunft immer mehr Sammlungen veräußert werden und immer noch weiter neues Material auf den Markt kommt. Das Gesetz der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Zur Zeit ist der Markt noch gut und daher meine Entscheidung die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Da der Nachwuchs nicht in der gleichen Geschwindigkeit wächst wie Sammlungen auf den Markt kommen wir in absehbarer Zeit nicht mehr das erzielt werden was man einmal dafür investiert hat und der Trend ist schon sichtbar (bin selbst Aussteller auf Messen). Eines habe ich mir aber gesagt, die Top-und Museumsstufen bleiben alle bei mir und da ist es mir auch egal was daraus wird und ich weiß das solche Stufen nie auf die Halde landen. Zumindest habe ich bis zum Schluß meine Freude daran, auch im kleineren Umfang (die Hälfte).

Gruß Roland
« Letzte Änderung: 29 Dec 19, 18:24 von Mineralroli »

Offline cmd.powell

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  • Calcit vom Winterberg, Harz
@Roland: Ob die Aussage mit den in Zukunft fallenden Preisen für Mineralien so stimmt, ist in meinen Augen nicht ganz so einfach zu beantworten wie Du es machst. Die Aussage mag vielleicht für den lokalen, deutschen Markt stimmen, aber international? Viele Nationen sind  gerade erst dabei einen Wohlstand zu erreichen, der es den Bürgern ermöglicht solche "Luxushobbys" wie Mineraliensammeln zu ermöglichen. Man denke dabei z.B. an China. Auch die Wirtschaftskrise von 2008 hat die Preise auf dem internationalen Markt eher noch oben als nach unten schnellen lassen, und das gerade in den achso gebeutelten USA.
Eine echte Prognose, wie sich der Wert einer Sammlung in Zukunft entwickeln wird, ist in meinen Augen nicht leistbar. Derzeit hat sich der Wert meiner Sammlung, gerechnet an den damaligen Kaufpreisen und den Summen, die momentan z.B. bei eBay für vergleichbare Stücke gezahlt werden, locker verzehnfacht und der Trend geht weiter nach oben. Natürlich gebe ich mich persönlich nicht der Illusion hin, meine Sammlung mit "Gewinn" zu verkaufen. Ich sehe das genauso wie Uwe: Mein Gewinn ist meine Sammlung, alles andere ist für mich ein Verlust. Ich halte nur fest, was ich mal bezahlt habe, damit meine Frau/Kinder/ evtl. irgendwann Enkelkinder - wer weiß, eine grobe Vorstellung haben, was da so in den Vitrinen vollstaubt. Was die damit nach meinem Ableben machen - deren Problem, Gewinn, was auch immer...

Offline Harzsammler

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Eine echte Prognose, wie sich der Wert einer Sammlung in Zukunft entwickeln wird, ist in meinen Augen nicht leistbar. Derzeit hat sich der Wert meiner Sammlung, gerechnet an den damaligen Kaufpreisen und den Summen, die momentan z.B. bei eBay für vergleichbare Stücke gezahlt werden, locker verzehnfacht und der Trend geht weiter nach oben.
Wenn man wertorientiert sammelt kommt's aber stark darauf an was man sammelt und was zum Zeitpunkt des Verkaufs gerade "in" ist.
"Old German und Classics" z.B. werden sicher immer hochpreisig laufen während eigentlich sehr gute Stufen aus z.B. Trepca schon für ein Taschengeld zu haben sind.
Micros bringen oft nicht einmal Mal den Dosenpreis ein und selbst gesammeltes verkäuft sich je nach Fundort auch oft schleppend.

Grüße,
Michael
« Letzte Änderung: 05 Jan 20, 10:22 von Harzsammler »

 

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