Hallo Ulrich,
ist die trübe Zone flächig, in fast der ganzen Dicke des Kristalls?
Falls ja, könnte es doch auch ein verheilter Riss in einem Gwindel sein.
In dieser Reihenfolge währe es schon möglich. Ein Gwindel wächst zuerst ungestört, der zentrale Bereich auf dem Prismenflächenpaar bestimmt das Wachstum, vom ihm aus wachsen die "Schichten" nach außen. Später, noch in der Wachstumsphase, riss das Gwindel z.B. durch eine tektonische Bewegung in der Kluft, und der entstandene Spalt wuchs mit vielen Einschlüssen wieder zu. Der Effekt der Gwindelverzerrung wird von dem Riss weiter unten nicht beeinflusst, er findet ja nur auf der Oberfläche des Prismenpaars in einem begrenztem Bereich in der Mitte statt.
Wenn man sich jetzt vorstellt dass diese aus Strukturdefekten entstehende Verzerrung gleichzeitig mit einer Fadenbildung konkurrieren müsste... Nehmen wir nur mal an, die beiden Prozesse würden die selbe Geschwindigkeit haben, selbst das würde nicht lange so funktionieren weil sich früher oder später die Richtung dieser beiden so zueinender ändern würde, dass zwei getrennte Bereiche entstehen würden, oder ein Prozess den anderen verdrängt.
Aber soweit, dass diese zwei Prozesse gleichzeitig auf einem Quarz vorhanden sind, wird es gar nicht kommen, denn nach dem das Quarzkorn im Gestein beim ersten Kluftriss zerbrach war gar kein Platz, dass sich beide Prozesse nebeneinander entwickeln konnten.
Soweit zur Theorie, ich würde mich aber sehr gerne von einem Stück eines Besseren belehren lassen. Ich dachte z.B. bis vor kurzem, dass im zentralen Bereich eines Gwindels keine Dauphinéer-Zwillingsgrenze möglich sei, doch bei einem Stück, welches ich auf der letzen Börse in München gekauft habe, schaut es sehr wohl danach aus.
Viele Grüße,
Josef