Glück Auf!
Es liegt mit hoher Sicherheit etwas Pseudomorphes nach einem nadeligen Bismutmineral (Bismuthinit, Wittichenit, Emplektit, usw.) vor. Häufig sind Bismutoferrit, Bismit und Bismutit. An dem Fundort ist auch Eulytin verbreitet. Wenn man es allgemein als Bi-Sekundärmineral betrachtet, so kommen weitere, für die diese Fundstelle bekannte Minerale in die engere Auswahl. Viele der in Frage kommenden Minerale rangieren in einem Gelb bis Orange, können insbesondere (aber nicht ausschließlich) bei geringen Beimengungen anderer Elemente aber auch ins Grüne und Blaue gehen. Wenn ausgebildete Kristalle fehlen und nur eine chemische Analyse an der derben Masse vorgenommen werden konnte, muss man den Si-Gehalt oft kritisch hinterfragen, da es geringe Beimengungen einer SiO2-Phase (Quarz, Opal, usw.) sein können.
Dem hier diskutierten Stück ähnlich aussehende Stücke, die ich kenne, sind alle als Bismutoferrit bezeichnet. Das will ich aber nicht überbewerten, da ich nicht bei jedem Stück weiß, inwieweit eine Analyse vorgenommen wurde. Von etlichen anderen Stücken von diesem Fundort kenne ich Analysen von derben Mineralphasen und muss schreiben, dass es mir schwerfällt, auch mit den vorliegenden, aussagekräftigen und eindeutigen Analysenergenissen rein visuell und trotz der Hilfe eines Mikroskops (und manchmal UV) die verschiedenen Minerale zu unterscheiden. Manchnal ist die Paragenese mit offensichtlichen Mineralen und Matrix hinweisgebend.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut