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Ätzung

(englisch: etching, etched).

Im mineralogischen Sinne gleichzusetzen mit Korrosion, wobei Mineralien durch natürliche Ätzung oberflächlich angegriffen werden (tw. unter Bildung von Ätzfiguren). Die ätzenden Lösungen können sauer oder alkalisch sein. Der Begriff wird nicht selten irrtümlich für angelöste Mineralien (u.a. Quarz, Fluorit) verwendet. S.a. > Lösungsanisotropie.

Ätzfiguren

Ätzfiguren sind regelmäßige Vertiefungen, die bei Anätzung, d. h. bei Einwirkung von Lösungsmitteln, z. B. Wasser bei Alaun, Steinsalz, etc., Salzsäure bei kohlensauren Verbindungen, Flusssäure bei Quarz und Silikaten etc., auf den Kristallflächen entstehen und in Form und Lage der Symmetrie der Kristallflächen entsprechen. Auch die Figuren, die sich bei teilweiser Verbrennung eines verbrennbaren Minerals, z. B. des Diamants, auf den Kristallflächen einstellen, sind hierher zu zählen. Die Ätzfiguren erhalten andere Gestalt und Lage durch ein Ätzmittel, das einen von dem frühern verschiedenen chemischen Prozess der Auflösung hervorruft.

Fluorit
Fluorit

Fluorit mit Ätzfiguren, Obernberg, Wipptal, Tirol, Österreich. Bildbreite 2,2 mm

Kainosit

Die häufig auch durch natürliche Prozesse erzeugten Ätzfiguren sind gleichsam negative Wachstumsformen der Kristalle. Sie zeigen, dass die Löslichkeit der Kristalle und also auch der chemische Zusammenhang ihrer Moleküle nach verschiedenen Richtungen verschieden ist; während amorphe Körper nach allen Richtungen hin die gleiche Löslichkeit besitzen und deshalb Kugeln von solchen Körpern bei starker Ätzung die Kugelform behalten. So verwandeln sich Kugeln aus einem Kristall bei stärkerer Ätzung in polyedrische Körper (sogen. Lösungsgestalten) von der gleichen Symmetrie wie der Kristall. Die Begrenzungsflächen der Ätzfiguren (und der Lösungsgestalten), die sogenannten Ätzflächen, stehen senkrecht zu den Richtungen des größten Lösungswiderstandes, sind also lediglich vom Molekularbau der Kristalle abhängig und können selbst als Grundform der Kristallsubstanz aufgefasst oder durch rationale Zahlen auf diese bezogen werden.

Diejenigen Regionen des Kristalls oder der Kugel, die am raschesten der Zerstörung durch ein Lösungsmittel anheimfallen, also der Richtung des geringsten Lösungswiderstandes entsprechen, nennt man Ätzfelder, die zwischen den tiefen Ätzfiguren der Ätzfelder übrigbleibenden Erhabenheiten Ätzhügel; auch sie entsprechen, weil aus den Ätzfiguren hervorgehend, ebenso wie diese vollkommen der Symmetrie des Kristalls. Wichtig sind die Ätzfiguren besonders zur Erkennung versteckter Hemiedrie und Zwillingsverwachsung.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 72. Lizenz: Gemeinfrei


Bilder

Ätzfiguren auf Fluorit
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Ätzfiguren auf Fluorit

Fluorit mit Ätzfiguren; Bildbreite: 30 mm; Fundort: Nikolaevskiy Mine, Dal'negorsk, Primorskiy Kray, Russland

Sammlung: Hg
Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2013-02-12
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Petalit
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Petalit

Größe: 4,3 cm; Fundort: Gang San Silvestro, San Piero in Campo, Campo nell'Elba, Insel Elba, Livorno, Toskana (Toscana), Italien

Copyright: Matteo Chinellato
Beitrag: Hg 2008-08-29
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Ätzhügel (hillocks) auf Fluorit-Oktaederflächen
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Ätzhügel (hillocks) auf Fluorit-Oktaederflächen

Fundort: Akchatau, Karaganda, Kasachstan

Copyright: John Veevaert
Beitrag: Chris18 2005-11-07
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Ätzung
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Ätzung

Ätzfiguren (Ätzgruben) in Fluorit x vom Schwarzachstollen, Wölsendorf/Oberpfalz. Die Vertiefungen in der glatten Würfel-Oberfläche sehen wie Abdrücke von Oktaedern aus. Das Bild ist kantenparallel...

Copyright: berthold
Beitrag: Mineralienatlas 2005-04-12
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Quellenangaben


Einordnung