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Goldgräberdorf

Steckbrief

Land

Österreich

Re­gi­on

Kärnten / Spittal an der Drau, Bezirk / Heiligenblut / Kleines Fleißtal / Goldgräberdorf

An­fahrts­be­sch­rei­bung

siehe dazu Lageplan/Gesamtübersicht Kleines Fleißtal unter "Ausführliche Beschreibung" (unten)

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Goldgräberdorf, Kleines Fleißtal, Heiligenblut: Geöffnet vom 1. Juni bis 30. September täglich von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr (wetterabhängig). Der Besuch des Goldgräberdorfes ist kostenfrei, dass Gold waschen ist dagegen Gebührenpflichtig.

Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben, Heiligenblut: Raimund Granoegger der in 2012 seinen 80zigsten Geburtstag feierte hat aus Altersgründen seinen Waschplatz in 2015 geschlossen.

Raurisertal: Hinter Gasthof Bodenhaus, 1230 m NN, zum Parkplatz Lenzanger bzw. zum Naturfreundehaus Kolm Saigurn besteht Mautpflicht. Preis am 26.03.2016 = 9,00 Euro. Der Goldwaschplatz Bodenhaus (Gebührenpflichtig) kann vom Parkplatz (Gebührenpflichtig) Gasthof Bodenhaus zu Fuß erreicht werden. Am Goldwaschplatz besteht keine Parkmöglichkeit. Goldwaschlehrgang inkl. Leihgeräte am 28.06.2015 6,00 Euro. Öffnungszeiten: Täglich ab 09:30 Uhr bis 17:00 Uhr.

Letz­ter Be­such

Heiligenblut: 27.08.2015, Kolm Saigurn: 26.03.2016

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=41637
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Ausführliche Beschreibung

Kapitelübersicht


Einige Daten und Fakten




Geschichtliches über den Oberkärtner Gold- und Silberbergbau


  • Die Geschichte dieser Bergwerke greift zurück bis in das graue Alterthum und ist eigentlich die Geschichte des Landes und der Bewohner selbst, da ja der Bergbau zu allen Zeiten die Hauptrolle gespielt.
  • Der totale Mangel an ältesten Nachrichten, was den Bergbau anbelangt und die wenigen sehr lückenhaften Ueberliefernngen aus dem 14., 15., 16. und 17. Jahrhunderte lassen leider eine ausführliche Entwicklung der Geschichte des Oberkärnt. Bergbaues nicht zu und kann dieselbe daher nur in den allgemeinsten Umrissen gegeben werden.
  • Schon die Taurisker und insbesondere die Pisontier, Bewohner des ehemaligen Mittel-Norikum, wussten um die reichern Goldadern und verlegten sich auf die Ausbeutung derselben so wie auf die Goldwäscherei in den Flüssen und Bächen. Die Armuth des Landes machte den Bergbau zu einer ihrer Haupterwerbsquellen. Bei dem Umstande, als viele der Erzgänge edel zu Tage ausbeissen, auch oft blos nur aus einer lehmigen goldhaltigen Masse (Besteg) bestanden, die mit den primitivsten Werkzeugen gewonnen werden konnte, war die Bearbeitung leicht. Sowohl in Kärnten als in Salzburg kann man mehrere in Schrammarbeit getriebene Stollen sehen, die mit Sicherheit entweder aus jener Zeitperiode oder der darauffolgenden unter den Römern herrühren. Viele aber liegen jetzt unter dem Eise der Gletscher verborgen.
  • Wo man heutzutage weiter über den Fuscher-Rauriser- und Hl. Bluter-Tauern von Salzburg in das Möllhal Kärntens übergeht, leitet der Weg gerade in die goldreichsten Schluchten dieser tauriskischen Gebirge, der Pasterze, des Klobens, der Goldzeche, des Mönchberges etc. Von den Heilbädern Gasteins führt und führte der Weg aus dem Thale Böckstein durch das Anlaufthal über die Wimmeralpe und den Hoch- und Nassfelder-Tauern oder Korntauern in das Malnitzthal nach Kärnten und von dort in das Höllthal hinaus. Noch heut zu Tage trifft man an der nördlichen Seite dieses Tauerns Ueberreste des alten sogenannten Heidenweges in einer Breite von 7 Meter mit grossen Granitstücken (Gneis) gepflastert, von hohen aus der Thalestiefe aufgeführten, nunmehr zertrümmerten Mauerwerken unterstützt, aus den wenigen Abzeichen die Idee eines wahren Riesenwerkes erweckend. Ebenso führte auch aus dem Drauthale von Lontium über den Iselsberg herüber in das obere Möllhal ein Weg, wovon noch ein gepflastertes Strassenstück sich vorfindet.1) Wenngleich die Ehre des eigentlichen kunstmässigen Ausbaues dieser Strassen den Römern gebührt, so geht doch aus der früheren Cultur der Bergwerke in jenen Gegenden, aus dem vielfachen Verkehr mit dem nachbarlichen Italien, aus der schnellen in einem Jahre vollendeten Eroberung dieser Ländertheile durch die Römer, die es angebaut und voll'Wohnorten, welche auch unter ihnen ihre alten Namen behielten, vorfanden, ungezweifelt hervor, dass die norischen Celtenstädte in belebter Strassenverbindung mit einander standen und dass auch jene bemerkten Wege weit vor unserer Zeitrechnung hinaufreichen. Bereits 200 Jahre vor Christi Geburt durchstreiften Italiener, wie noch im Mittelalter und in neuerer Zeit jene Gegenden und halfen den Eingebornen (Barbaris) ein paar Monate hindurch in der Gewinnung des Goldes. Sogleich sank der Preis desselben gegen Italien hin um ein Drittel des Werthes. Die Taurisker suchten sich der unwillkommenen Helfer zu entledigen, allein so leicht dies nun geschah, war doch das Land ausgekundschaftet und jener auri sacra fames, welchen Jugurtha in Rom so sehr erfuhr, wusste alle Mittel zu finden, um das freie Volk der Taurisker bald zu Knechten zu machen.

    • Hinweis dazu: 1878 wird zu dem Weg folgendes bemerkt: "Sehr zu bedauern ist nur, dass sich nicht die ganze Strasse in dem früheren Zustande, der dem jetzigen weitaus vorzuziehen wäre, erhalten hat. In gänzlicher Ausserachtlassung der eigensten Interessen hat die Tiroler Landesvertretung diesen hochwichtigen Verbindungsweg zweier Kronländer total vernachlässigt, so dass man denselben nur mit Lebensgefahr zu Wagen passiren kann".



Heiligenblut


Kristallbrunnen in Heiligenblut
Kristallbrunnen in Heiligenblut

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Kristallbrunnen in Heiligenblut am 27.08.2015.

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Heiligenblut mit Großglockner im Hintergrund
Heiligenblut mit Großglockner im Hintergrund

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Heiligenblut mit Großglockner im Hintergrund am 27.08.2015.

woelsendorfer
Kristallbrunnen in Heiligenblut
Kristallbrunnen in Heiligenblut

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Kristallbrunnen in Heiligenblut mit Großglockner im Hintergrund am 27.08.2015.

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Geologie allgemein


  • 1878 wird dazu wie folgt berichtet:
  • Von der nördlichen Begränzung dieses, die alten Gold- und Silber- Bauten enthaltenden Gebietes ausgehend, wird der ganze Gebirgszug vom Hochnarr an bis zur östlichen Begränzung, oder der Grundstock der Tauernkette von Gneis gebildet, der in Folge seiner eigenthümlichen Eigenschaften mit dem Namen Central-Gneis belegt wurde. Abwechselnd vom feinfaserigen und feinkörnigen bis zum grobkörnigen, Granit ähnlichen trifft man ihn in allen möglichen Varietäten mit einer Hauptstreichungsrichtung von Ost in West.
  • Der grobkörnige, granitähnliche tritt am häufigsten in unmittelbarer Nähe des Gebirgsrückens auf und bildet meistentheils die Kanten desselben, während die mehr feinkörnigen und schieferigen Arten sich weiter abseits halten. Sowie die Gesteinsstructur wechselt, ist auch die Structur der Gebirgsmassen den mannigfaltigsten Veränderungen unterworfen. Indem bei den grobkörnigen Gneisen am Gebirgsrücken selbst oft nur eine massige, plattenförmige, cuboidische Gliederung wahrgenommen werden kann; trifft man bei den weiteren Varietäten wieder ausgesprochene schieferige Structur, mitunter sogar sehr regelmässig und am deutlichsten fast durchgehends in der Nähe der dem Gneise aufgelagerten anderen Schiefergesteine.
  • An den Gebirgskanten ist der Gneis gewöhnlich stark zerklüftet, welche Klüfte im Allgemeinen eine Zugsrichtung von Nord in Süd beibehalten.
  • Die Erzvorkommen treten in dem Gneise gangförmig auf.
  • Dieser Gneisstock wird von einer Hülle umlagert, die aus verschiedenen Schiefergesteinen wie: Glimmerschiefer, Chloritschiefer, Kalkglimmerschiefer, Thonglimmerschiefer und aus massigen Gesteinen wie: Urkalk und Serpentin besteht. Die Schiefergesteine treten zumeist in Wechsellagerung auf, oft scharf abgegränzt von einander, oft auch wieder übergehend, indem sich der eine Bestandteil nach und nach verliert und einem anderen Platz macht. Die Streichungsrichtung dieser Gesteine, die sich mehr am rechten Ufer der Möll und im Lieserthale am linken Ufer halten, ist von NW in SO, im Lieserthale dagegen fast gegen NO. Das Verflachen circa 40—50° in Süd.
  • Die höchste Spitze der ganzen Tauernkette, der Grossglockner, wird von diesen Gesteinen und zwar vom Chloritschiefer gebildet. Auch an anderen Spitzen in der Gneisformation, z. B. dem Hochnarr und Schareck bemerkt man ganz zu oherst eine Auflagerung von Kalkglimmerschiefer oder Chloritschiefer.
  • Die Erzführung in den Schiefergesteinen ist lagerförmig und zeichnet sich insbesondere der Chloritschiefer durch die grösste Zahl der Erzlager aus. In dem ganzen Chloritschieferzuge, der sich vom Grossglockner an gegen Fragant und von Malnitz über Pusarnitz ins Gmündner Thal über den Faschaunernock und weiter hinaus erstreckt, findet man fast allerort Fundstuffen von Kupfer- oder Schwefel-Kies. Die Erzlager treten zumeist am Contacte zweier Schiefergesteine auf, nicht selten aber auch in einem und demselben gleichartigen Gesteine.
  • Auf diese Schiefergesteine folgt dann eine sehr mächtige Auflagerung von Glimmerschiefer, die sich bis in das Drauthal erstreckt, mit einer Hauptstreichungsrichtung von 0 in W und durchschnittlichem Verflachen der Gebirgsschichten von 45—60° in S. Er bildet den Gebirgsrücken, der das Drauthal vom Möllthale scheidet und zeigt ebenfalls, jedoch nur mehr untergeordnet die verschiedensten Varietäten und Uebergänge in verwandte Gesteinsgattungen wie: Kalkglimmerschiefer, Thonglimmerschiefer, Kieselschiefer, Gneis etc. mit Einlagerungen von körnigem Kalk.
  • Die Configuration der Gebirgskanten ist hier nicht mehr so scharf, zackig oder zerklüftet wie jene des Gneises, sondern mehr abgerundet, auch erreichen die Bergspitzen lang nicht jene Höhe, wie die der Tauernkette in der Gneisformation.
  • Das Vorkommen von Erzen im Glimmerschiefer ist ebenfalls im Allgemeinen lagerförmig, doch sind auch hie und da schon Gänge bemerkt worden.
  • Den endlichen Abschluss in der Reihe der Gebirgsarten bilden gegen Süden die auf dem Glimmerschiefer aufgelagerten Glieder der Steinkohlenformation: Kalk und Dolomit in sehr schroffen, hohen und steil ansteigenden Felsmassen, deren Erzführung hauptsächlich aus Bleierzen auf Lagern und Stöcken besteht, aber keinen Gehalt an Edelmetall mehr aufweist, daher hier nicht mehr in Betracht gezogen wird.
  • Die gleichen Gesteine in einer ganz ähnlichen Anordnung wie in Kärnten bilden auch den nördlichen Gebirgsabhang der Tauernkette in Salzburg, mit analogen Erzgängen und Lagern, welche den Bergbauen am Hohen Goldberg, Rathhausberg, in der Siglitz, im Anlauf- und Fuscherthale, als Grundlage dienen.
  • Eine grosse Anzahl von Gängen an der kärntisch-salzburgischen Gebirgskante, wie der von der Goldzeche, Zirknitz etc. dienten auch in Salzburg zum Abbaue.



Die erste Salzburger Goldprägung


Goldprägung aus Tauerngold
Goldprägung aus Tauerngold

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Die erste Goldprägung von Salzbug. Foto Archiv woelsendorfer.

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Mineralogie allgemein


  • In dem ersten Bande der Jahrbücher vom Jahre 1797 erschien S. 95 ff. von Caspar Melchior Balthasar Schroll (06. Januar 1756, Kirchberg - 16. November 1829, Salzburg), hochfürstlich Salzburgischem Bergrath: ein "Grundriss einer Salzburgischen Mineralogie, oder kurzgefasste Anzeige der bis itzt bekannten Mineralien des Fürstenthum und Erzstiftes Salzburg", eine für seine Zeit anerkennenswerthe Abhandlung, die nach Werners Methode entsprechende Schilderungen und die Fundorte der Mineralien angibt.

    • unter Metallarten, I. Gold, berichtet Schroll wie folgt:
    • Gold findet sich in mehreren Gegenden der hohen Gebirgskette, ist ein Hauptgegenstand der hiesigen Bergwerke — und Spuren davon trifft man auch in andern noch unberitzten, Gebirgsrevieren, und bey alten aufgelassenen Gruben an.
    • Gediegen Gold, aurum nativum (auth,);

      • A) Goldgelbes gediegen Gold, aurum nativum obrizans (Wern.);

        • a) Derb, in kleinen Körnern, und Adern, größtentheils eingesprengt, zuweilen auch angeflogen; z. B. bey Hierzbach in Fusch, am Heinzenberge im Zillerthale, am Rathhausberge, am Höllkarr und Rotheck im Anlaufthale, auf der Schlappereben, im Naßfelde, und auf dem Grubach - Gebirge in Gastein:
        • b) In kleinen eckichten Stücken, und kleinzackicht; vorzüglich am Rohrberge im Zillerthale, und zu Schellgaden im Lungau, am Gangthale, Bramleite, an der Schelchwand, am Kaltenbache, am Pirkeck im Lungau, am Hierzbach, auf der Schiedalpe, Brennkogl, und Faulkogl in Fusch:
        • c) In losen dünnen Blättchen, und sehr kleinen Körnern; im Griessande am Salzach - Flusse, und in verschiedenen Gebirgbächen, z. B. in Gastein, Rauris, im Zillerthale:
        • d) In sehr kleine undeutliche vierseitige Säulen krystallisirt; vom Rathhausberge, äusserst selten:
      • B) Messinggelbes gediegen Gold, aurum nativum electrum (W.);

        • a) In sehr kleinen eckichten Körnern, und fein eingesprengt; vorzüglich am Rathhausberge in Gastein, auch am Goldberge in der Fasten, und am Hochhorn in Rauris, auf der Grubalpe in Kaprun, und im Thale Hollersbach im Pinzgau:
        • b) Angeflogen in kleinen, und sehr kleinen Flächen; ebendaselbst am Hierzbach, in Gastein, am Thannenberge im Zillerthale:
        • c) In losen, sehr feinen Körnern, und staubartigen Theilen; im Griessande der Salzache und mehrerer Gebirgbäche, z.B. in den Thälern Fusch, Kaprun, und Hollersbach.



Bedeutende historische Goldbergbaue in den Hohen Tauern


Bedeutende historische Goldbergbaue in den Hohen Tauern
Bedeutende historische Goldbergbaue in den Hohen Tauern

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Bedeutende historische Goldbergbaue in den Hohen Tauern.

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Kleines Fleißtal


  • Allgemeines über die Weg- und Wasserverhältnisse, verfasst um 1893
  • Unweit Pockhorn zweigt von der Straße Döllach-Heiligenblut ein ziemlich schmaler und zum Theile nur nothdürftig erhaltener Weg ab, der anfangs steil ansteigt und sich dann an dem Gehänge bis zur kleinen Fleißkapelle hinzieht, bei welcher er in das kleine Fleißthal einmündet. Von hier führt der Weg mit wechselnder Steigung nahe am Bache, diesen öfter übersetzend, bis zum alten Pochwerke. Der Weg ist wenigstens gegenwärtig (1893) an vielen Stellen für ein Fuhrwerk nicht passirbar. Vom alten Pocherke führt nur ein Saumweg in steilen Serpentinen bis zum Seebühel-Unterkunftshaus. Döllach liegt 6 Wegstunden von den nächsten Bahnstationen Dölsach oder Lienz im Pusterthale entfernt und von Döllach bis zum Seebühelhaus sind abermals circa 6 Wegstunden zurückzulegen. Vom Seebühelhaus führt ein gut erhaltener Fußweg bis zum Zirmsee und von hier aus am östlichen Seeufer ein kaum kenntlicher Steig über kahle Felsen, Steinblöcke, Bergschutt und Gletschermoränen und schließlich über mehr oder minder steile Schnee- und Eisfelder zur Goldzeche, sowie ein zweiter vom deutschen österreichischen Alpenverein angelegter, sehr steiler, jedoch gut erhaltener Fußsteig über Bergschutt zum Zirmseekopf und zur Öxlingerzeche bis zum kleinen Fleißkees.
  • Zur Hapt- und Hirtenfuß-Grube gelangt man noch am besten vom alten Pochwerke im kleinen Fleißthale aus auf einem steilen, schlecht gehaltenen Steig, minder gut, zumeist sogar nur mühsam über den Mönchsberg von Apriach aus durch die Steilwände über den Sandkopf.
  • Im August des Jahres 1893 war der Zugang zur Grube am Hinteren Hapt infolge eines Felsabsturzes unmöglich.
  • Oberhalb des vorerwähnten Seebühel-Unterkunftshauses liegt der wildromantische, von Bergsturz-, Halden- und Gletschermoränen, prächtigen Eisfeldern und Bergriesen umsäumte Zirmsee mit seiner herrlichen dunkelgrünen Farbe.
  • Der See, welcher das Wasser vom Goldzechgletscher sammelt, liegt in der Meereshöhe von 2499 m, ist ungefähr 700 m lang und 100 m breit und bedeckt eine Fläche von 8,45 ha. Sein Abflusswasser diente seinerzeit zum Betriebe des am Seebühel situirt gewesenen Poch- und Schlämmwerkes, das nach kurzem Bestände durch eine Schneelawine zerstört wurde.
  • Gegenwärtig findet eine Ausnützung der Seebachwasserkraft nicht statt.
  • Das Seewasser fließt am Seebühelhaus vorüber, über die Felsterrasse bald über, bald unter Steinplatten zum Gaisrücken, über dessen Wände es mit einem ganz bedeutenden, circa 400 m hohen Wasserfall in die Thalsohle abstürzt.
  • Die Wassermenge ist zeitweise ganz ansehnlich; so wurde sie am 8. August 1889 um 9 Uhr früh, nachdem in der vorhergegangenen Nacht tropfen- und flockenförmige Niederschläge gefallen waren, bei einer Lufttemperatur von plus 8° R mit 0,73 ccm pro Secunde gemessen. Normal sollen in den Sommermonaten 0,5 ccm Wasser pro Secunde durchfließen. Ausnützbar ist vom Seeboden bis nahe zum Gaisrücken ein Gefälle von circa 25 m.
  • Eine gleichfalls ansehnliche Wassermenge liefert der Klein-Fleißgletscher, doch ist hier kein Sammelbassin eingeschaltet, vielmehr stürzt das Wasser gleich unterhalb des Gletschers über die steilen Wände zum Fleißbache in den Thalboden ab, einen großen, wohl 500 m hohen Wasserfall bildend.
  • Beide Bäche vereint (Meereshöhe1900 m) fließen mit bedeutendem Gefälle durch ein breites Schotterfeld an dem alten Pochwerke vorüber.
  • Die Wassermenge wurde an dieser Stelle nicht gemessen, jedoch annähernd auf 1,3 bis 1,6 ccm pro Secunde geschätzt.
  • Wenige hundert Meter unterhalb dem Pochwerke wird das Bachbett schmal, das Wasser schießt, zwischen den steilen Gehängen eingezwängt, mit großem Gefälle dem Möllthale zu, in welches es kurz nach der Aufnahme der Groß-Fleiß in Cascaden durch eine wilde Felsschlucht eintritt.
  • Die Wassermenge ist aber nur zeitweise, besonders in der zweiten Hälfte des Monats Mai, dann in den Monaten Juni, Juli und August und endlich in der ersten Hälfte September so ansehnlich, wie angeführt wurde, in der übrigen Zeit herrschen in der Gletscherregion Fröste, welche den Wasserzuflüßen ein Ende bereiten. In dieser Zeit ist die Wassermenge beim alten Pochwerke im kleinen Fleißthal, wie von Thalbewohnern bestätigt wurde, fast gleich Null.



Lageplan Kleines Fleißtal und Kolm Saigurn, Rauriser Tal


Lageplan Kleines Fleißtal und Kolm Saigurn, Rauriser Tal
Lageplan Kleines Fleißtal und Kolm Saigurn, Rauriser Tal

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Lageplan der Goldbergwerke Kleines Fleißtal und Kolm Saigurn im Rauriser Tal, zum Teil mit dem Bergbau i...

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  • Um 1835 gibt der k. k. Werksverwalter von Gastein und Rauris, Johann Russegger, einige Höhen in den Thälern Gastein und Rauris im Herzogthum Salzburg und in den angränzenden Theilen des Hochlandes von Kärnthen, mit besonderer Rücksicht auf bergmännisch interessante Punkte, die er barometrisch bestimmt hat, wie folgt an:
  • Goldzeche. Goldbergbau im Hintergrunde der kleinen Fleiss, eines Seitenthaies des Hauptthales Gross-Kirchheim in Kärnthen; noch im Betriebe.

    • Oberster oder St. Kristoph-Stullen
    • Meeres-Höhe in Pariser Fuss: 8791
    • Tiefster oder St. Anna-Stollen
    • Meeres-Höhe in Pariser Fuss: 8434
    • Die Seigerteufe von der Sohle des Kristophstollens bis zur Sohle des St. Anna-Stollens beträgt daher beiläufig 375 Pariser Fuss.
  • Hohe Goldberg im Hütwinkel in Rauris. Gegenwärtig in Betrieb stehender Gold- und Silber- Bergbau.

    • Übergang von Rauris nach Kärnthen (wird auch im Winter häufig passirt)
    • Meeres-Höhe in Pariser Fuss: 8511
    • Mundloch des Bodenhaupt-Stollens
    • Meeres-Höhe in Pariser Fuss: 7649
    • Mundloch des Neubau-Stollens
    • Meeres-Höhe in Pariser Fuss: 6734
    • Höhenunterschied von der Sohle des Bodenhaupt-Stollens zu der des Neubau-Stollens, das Sohlsteigen nicht abgerechnet = 915 Pariser Fuss
    • Radstube der neuen Aufzugsmaschine
    • Meeres-Höhe in Pariser Fuss: 6677
    • Sturtz- und Auffade - Platz derselben Maschine
    • Meeres-Höhe in Pariser Fuss: 4953
    • Mithin Seigerhöhe ihrer Reisebahn ( Tonnenfach) = 1735 Pariser Fuss
    • Hinweis dazu: 1 Pariser Fuß = 324,8394 Millimeter


Goldbergbau Kleines Fleißtal


Die Goldzeche mit Sonnblickgruppe und Zirmsee
Die Goldzeche mit Sonnblickgruppe und Zirmsee

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Die Goldzeche mit Sonnblickgruppe und Zirmsee, eine Kopie (von vermutlich mehreren die vorhanden sind) e...

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  • Im Hintergrund ist die Sonnblickgruppe zu sehen, vom oberen Grubenhaus wird die Erzförderung mittels Sackzug (rechts 2x) dargestellt, vom unteren Grubenhaus die Abfahrt der Bergknappen auf Reitbrettern (2x). Zwischen beiden Grubenhäusern ist ein Stollenmundloch vorhanden. Im Vordergrund ist der Transport von Verpflegung als Rückenlast und Grubenmaterial mittels Pferd dargestellt worden. In der Bildmitte, reitend, Joseph Anton Jenner von Vergutz (1706-1775), im Vordergrund, am Zirmsee, sitzt Johann Ignaz Jenner von Vergutz.

Goldzeche


  • Berichte dazu aus der historischen Literatur,
  • aus dem Jahre 1820:
  • Diese Goldzeche liegt an einem der höchsten Kärntner Gletscher, der mit dem Glokner in Verbindung steht. Dieser Gletscher bildet auf seinen Rücken die Gränze zwischen Kärnten und Salzburg, und der Bergbau, der zwar auf der Kärntner Seite aufgeschlagen ist, wurde im Gebirg selbst größtentheils auf der salzburger Seite geführt. Er wurde in die obere, mittlere, und untere Goldzeche eingetheilt; zu der obern, oder hohen Goldzeche gehörte der Christoph -Hauptstolln, der Frauenstolln, und der zwischen diesen beiden Stöllen vorgerichtete Bartholomäi-Lauf, nebst einigen andern ober dem Frauenstolln gelegenen Einbauen, deren Benennungen unbekannt sind. Alle diese Stollen sind dermalen mit Gletschereis bedeckt. Der mittlere Bau begriff den Annastolln, als den tiefsten dieser Abtheilung, welcher noch heute durch jährliche Auseisung offen erhalten wird, dann den Säringer oder Glückstolln, und den zwischen diesem und dem Annastolln befindlichen, Lehnschafter Lauf.
  • Die untere Goldzeche, etwas tiefer als die mittlere liegend, ist dem Auge durch das Eis der dortigen Gletscher ganz entzogen; dieses Bergwerk soll durch eine Gletscherlavine verschüttet worden seyn, wornach das Eis bis auf gegenwärtige Zeit liegen blieb; schon im Jahre 1646 sprechen die Nachrichten von dieser Verkeesung als einem schon lange geschehenen Ereigniß, und in dem Berichte des Emanuel Steinperger vom Jahre 1661 kömmt vor, daß dieses Bergwerk in 37 Jahren nur einmal apper ( Schneelos ) geworden sey. Da diese untere Goldzeche in den ältern Nachrichten für sehr reichhältig angegeben wurde: so war ihre Eröffnung auch in neuern Zeiten der Gegenstand großer Bemühungen, indem man vom Jahre 1771 an, einen Suchstolln durch das Eis einzutreiben anfieng, den man bis im Jahre 1774 fortsetzte; und wiewohl man mit diesem Suchstolln die vormalige Bergschmidte und Bergsstube nebst einigem Arbeitszeug gefunden hatte , so war man doch nicht so glücklich ein Stollnmundloch zu entdecken.
  • Das Gebirgsgestein der Goldzeche ist Granit von weißgrauer Farbe, und es setzen in demselben regelmässige Gänge auf. Der Hauptgang streicht auf Stund 3 in Mitternacht, und verflächt 70 bis 80 Grade gegen Morgen, er fällt durch die Gesteinschichten widersinnisch, und ist von ½ Schuh bis 1 Klafter mächtig. Seine Gangart ist Quarz und Bitterspath, dann erhärteter Eisenocher, welcher letztere immer, wenn man auf Hoffnung baute, als ein Verbot eines edeln Mittels, bei dem Erzbau selbst aber als ein Verbot der Verunedlung angesehen wurde. Die einbrechenden Erze bestehen größtentheils in derben Arsenikkiesen, aber auch in Schwefelkiesen von verschiedener Kristallisation; Kupferkicse kommen nur in geringer Menge vor. Die Arsenikkiese hielten im Durchschnitt 3 Quintl Silber und ½ Pfund Kupfer, die Mark Silber aber 4 bis 7 Loth Gold. Die Puchgänge, oder sogenannten Brüche, in welchen sein eingesprengter Kies und freie Goldtheilchen vorkommen, gaben 20 bis 26 Procent Schlich, der Schlich 2 bis 3 Quintl Silber, und die Mark Silber 2 bis 5 Loth Gold, überdieß wurde durch amalgamiren freies Gold ausgezogen. Es brechen an der Goldzeche auch silberhältige Bleierze ein, deren Halt 6 6is 7 Loth Silber war. Endlich kam daselbst auch das sogenannte Glaserz vor, welches aber nicht das Glaserz der heutigen Mineralogen war, wie wir in der Folge zu zeigen Gelegenheit haben werden.
  • Von der Goldzeche und einigen andern Gruben in Großkirchheim wurden von den Gewerken Melchior Putz und seinen Söhnen, vom Jahre 1549 bis 1604 eingeliefert an Gold 2237 Mark 14 3/16 Loth, und an Silber 18,180 Mark 3 2/16 Loth. Vom Jahre 1604 bis 1653 ist keine ordentliche Vormerkung aufzufinden, vom Jahre 1653 bis 1675, folglich in 22 Jahren, erzeugten die vereinigten Gewerken Wilhelm Litzelhofer, Hans Hendl, Hans Galioner, Michael Hap, Bernhard Himmelberger, Peter Hattenberger, und die Brüder Pacher an der Goldzeche nur 81 Mark 9/16 Loth Gold und 137 6/16 Mark Silber. Vom Jahre 1676 bis 1683 aber, somit in 7 Jahren, war die Erzeugung schon wieder größer, sie betrug unter den Gewerken Mathias Jenner, Balthasar Wagner, und Jeremias Reinlmayer, welche die Goldzeche an sich gebracht hatten, in obiger Zeit 102 Mark 11 Loth Gold, und 202 Mark 10 6/16 Loth Silber.
  • Vom Jahre 1683 an, ward dieses Bergwerk von dem Gewerken Jenner allein betrieben, und bis zum Jahre 1788 jährlich mehr oder weniger Gold und Silber in die Münze gebracht. In diesem Zeitraume war die geringste Erzeugung an Gold im Jahre 1699 mit 5 Mark 7 Loth, aber 336 Mark 6 14/16 Loth Silber, die größte in Hinsicht des Goldes im Jahre 1753 mit 45 Mark 9 6/16 Loth, aber nur 115 Mark Silber. Man bemerkt bei Vergleichung der Erzeugung verschiedener Jahre einen auffallenden Unterschied des Verhältnisses zwischen der Gold- und Silbererzeugung, wie z. B. von den Jahren 1723 bis 1727 in 5 Jahren die Silbererzeugung in 1361 Mark 8 10/16 Loth, die Golderzeugung aber nur in 24 Mark 8 14/16 Loth bestand , wornach der Goldhalt der Mark göldischen Silbers nur auf 2 Quintl 3 Gr. ausfällt, wo hingegen in den 5 Jahren von 1749 bis 1753 die Golderzeugung im Verhältniß des Silbers viel größer war, und 101 Mark 14 11/16 Loth bei einer Silbererzeugung von 355 Mark 10 15/16 Loth betrug, wobei die Mark Silber auf einen Goldhalt von 3 Loth 2 ¼ Qtl. steigt.
  • Diese große Verschiedenheit des Goldhaltes rührt von der Erzeugung des weißen Silbers aus den miteinbrechenden Bleierzen her, welche in manchen Jahren häufiger gewonnen wurden, und deren Silberhalt auch in der obigen Berechnung begriffen ist, so wie aus den Frohntheilungs - Ausweisen von den Jahren 1723, 1725, 1726 und 1727, von dem Jahre 1724 fand er sich nicht vor, ersichtlich ist, daß in diesen 4 Jahren wirklich 240 Mark 2 Loth Silber aus dem erzeugten Blei von 537 Zentner ausgebracht wurden, welches, da es keinen Goldhalt hatte, den Goldhalt in der Berechnung auf das ganze Silberquantum verringert. Das verhältnißmässig große Goldaufbringen vom Jahre 1749 bis zum Jahre 1753 wurde aus dem edeln Mittel, welches im Iahre 1749 erbaut, und darauf der berühmte Bricciverhau zwischen dem Säringer und Christophstolln geführt wurde, erzielt, das aber im Jahre 1756 schon gänzlich verhaut war.
  • Von dieser Zeit an kam das Werk in gänzliche Zerrüttung; die damaligen Gewerken Jenner in Tyrol, zogen die in den letzten guten Jahren erhaltene Werkserträgniß an sich, ließen dem Werke keinen Verlag, und häuften bedeutende Werksschulden; sie ließen den Bau endlich gänzlich liegen, welcher bloß aus Vorsicht ihres Verwesers mit 2 Mann in fahrbarem Stande erhalten wurde, worauf das Aerarium auf dringende Vorstellung dieser Gewerken, im Jahre 1768, diese Goldzeche, so wie das Bergwerk am Waschgang mit der Bedingniß zur Probe in Verlag und Betrieb nahm, daß der Aerarial - Vorschuß vorzugsweise vor allen alten Schulden ersetzt, diese letztern aus dem Ueberschuß der Gefälle nach und nach getilgt, und die Hälfte der beiden genannten Bergwerke dem Aerario mit der Prinzipalität vorbehalten werde.
  • Im October 1765 wurden diese Gruben von dem Aerario auch wirklich übernommen, und das Annastollner Feldort, im Jahre 1766 auch das Lehnschafter Feldort belegt, und in diesem Jahre der Säringer, und Christophstolln, so weit es wegen der Vereisung thunlich war, vom Annastolln herauf erhoben, und gewältiget, und im Jahre 1767 das, vom Annastolln aus, bekannte Erzmittel am Lehenschafter Feldort getroffen. Als man daselbst zu einem regelmässigen Erzhau schreiten wollte, trat ein so großer Wettermangel ein, daß man weder mit dem Orte weiter fortkommen, noch ein Uibersichbrechen treiben konnte; es wurde also ein Durchschlag vom Annastolln hinauf auf den Lehenschafter Lauf im Tauben geführt, der im April 1769 zu Stande kam. Die Erzanbrüche hielten aber hier nur 2 Klafter an, man trieb den Feldort im Tauben bis zum Jahre 1773 fort, und hieb die Erze bis im Jahre 1772 her, stellte in diesem Jahre das alte Puchwerk in der Fleiß in brauchbaren Stand, und begann das Puchen, welches, weil die Jahrszeit nur jährlich 4 bis 5 Monate zur Arbeit gestattet, bis im August 1775 beendiget wurde. In diesem Jahre fieng die Schmelzung an, die wegen der langen Winterfeierung im Jahre 1777 zu Ende gieng.
  • Es muß von dieser Schmelzung erinnert werden, daß, wiewohl die Ausweise vom Jahre 1778 hievon vorliegen, dennoch nicht genau angegeben werden kann, wie hoch das Ausbringen von der Goldzeche allein gewesen sey, weil zugleich auch einige Erz und Schliche von den Gruben des Waschgangs verschmolzen wurden. In allen wurden zur Schmelzung gebracht 3370 Zentner 48 Pfund Stufferz und Schlich von verschiedenem Halt, wovon der geringste 1 Quintl, der größte 1 Loth göldisches Silber war, und die Mark Silber in den geringhältigsten Posten mit 2 Quintl, in den reichhältigsten aber mit 3 Loth 1 Quintl Gold angegeben ist. Es wurden jedoch ausgebracht 43 Mark 7 Loth 3 Qtl. feines Silber, und 5o Mark 13 Loth 2 Quintl 3 Den., wobei sich der ausgebrachte Goldhalt in der göldischen Mark Silber mit 8 Loth, 2 Quintl, 2 Den. zeigte, und in Vergleich mit der unrichtigen kleinen Probe einen bedeutenden Goldzugang und Silberabgang darstellte.
  • Weil die Schmelzung in Hinsicht des ausgebrachten Goldhaltes sehr gut ausgefallen war, belegte man, nachdem die Gruben vom Jahre 1773 in Stillstand waren, im Jahre 1777 wieder einige Oerter: allein von der Zeit an wurden ohne ordentlichem Plan, nur mehr Versuche gemacht, als ein ordentlicher Bau geführt, und es konnte auf diese Art der Bergbau zu keinen Ertrag gedeihen, wiewohl man einige von den Alten rückgelassene Erzmittel auffand, die aber die Kösten nicht lohnten; und so ward endlich dieser Bau im Jahre 1794 gänzlich eingestellt. Man hat insgemein geglaubt, daß der Bergbau an der Goldzeche nur auf einen Gang , und einigen unbedeutenden Klüften geführt worden sey: allein es läßt sich aus der Grubenkarte vom Jahre 1767 klar darthun, daß auf 3 Gängen gebaut wurde, welche sämmentlich ein paralelles Streichen haben. Fängt man zur Behauptung dessen die Untersuchung der Karte bei dem Christophstolln an, so findet man, daß dieser vom Mundloch an bis an den sogenannten weißen Neuner, einer auf Stunde 23 streichenden Querkluft, 116 Klafter eingetrieben sey. Nun ist der Stolln von hier aus nicht mehr nach der Streichungsstunde des Ganges fortgetrieben, sondern auf dem weißen Neuner nach dem spitzigen Winkel ausgelängt, und nach einer mittägigen Auffahrung von 10 Klafter erst wieder auf den Gang nach der Stunde der Stollnstrecke, die vor dem weißen Neuner besteht, fortgebaut worden. Es ist aber der Gang hinter dem weißen Neuner offenbar nicht derselbe, der vor dem weißen Neuner streicht, denn erstlich ist es schon an und für sich unwahrscheinlich, daß der Gang durch diese Querkluft nach dem spitzigen Winkel verworfen worden seyn soll, und er wäre nur nach dem stumpfen Winkel hin zu suchen, woselbst die sogenannte Liegendkluft ihr Streichen hat, die als die Fortsetzung des Ganges angesehen werden könnte; zweitens aber hat man den weißen Neuner nach dem Streichen des Ganges einige Klafter durchbrechen lassen, und gefunden, daß der Gang, wiewohl taub, durchsetze, aus welchem folgt, daß der Gang vom Mundloch des Christophstolln bis zum weißen Neuner, und jener, der hinter der Kluft nach dem spitzigen Winkel auf eben diesen Stolln weiterhin verhaut wurde, zwei verschiedene Gänge seyen.
  • Da nun neben diesen 2 Gängen ungefähr um 20 Klafter mehr gegen Mitternacht die sogenannte Liegendkluft, welche nichts anders als ein paraleller Gang ist, erbaut wurde: so unterliegt es keinem Zweifel, daß an der Goldzeche 3 Gänge bekannt sehen, wovon 2 noch beinahe gar nicht untersucht sind, und wovon die sogenannte Liegendkluft, auf welcher am Christophstolln nur etwas über 50 Klafter gebaut, der weitere Bau aber wegen Wettermangel eingestellt wurde, vorzüglich alle Aufmerksamkeit verdient, weil die Schliche dieses Ganges laut einer Probe vom Jahre 1778 einen Silberhalt von 1 Loth, die Mark Silber aber einen Goldhalt von 9 Loth haben, und weil dieser Gang durchaus nicht verhaut, und sowohl über als unter sich im ganzen Gebirg ansteht, indem er selbst auf den um 60 Klafter tiefern Annastolln noch unbekannt und unangefahren ist.
  • Im Allgemeinen muß über die Goldzeche bemerkt werden, daß dieser Bergbau über sich schon sehr verhaut sey. Zum Beweise dessen kann der Umstand angeführt werden, daß laut den vor uns liegenden amtlichen Akten auf einer alten Karte vom Jahre 1676 angemerkt sey, daß der Christophstolln, welcher um 60 Klafter höher liegt, als der noch dermal offene Annastolln, von der Kärntner Seite aus durch den ganzen Berg hindurch bis an das Gletschereis des entgegengesetzten Gebirgsgehängs der Salzburger Seite eingetrieben, und das dort verlassene Ort wegen häufiger Zusitzung der Wässer verdämmt worden sey. Daß sich dieses wirklich so verhalte, hat sich im Jahre 1766 bestätiget, in welchem der an der Goldzeche angestellt gewesene Hutmann Sauper nach der zum Theil verbrochenen Stollnstrecke unter Lebensgefahr bis zur Verdämmung gelangt ist.
  • Bei diesen Umständen ist es also nicht räthlich, wenn dieser Bergbau wieder neuerlich in bauhaften Stand gestellt werden soll, wozu der dermaligen Gewerkschaft nur die Verlagskapitalien zu mangeln scheinen, die alten Feldörter der tiefern Stöllen zu treiben, weil erstens über sich beinahe alles verhaut, zweitens die Förderniß und Wetterbringung durch die bereits sehr langen Stollnstrecken äußerst kostbar und beschwerlich ist.
  • Es ist zwar hier nicht der Ort, Vorschläge zu thun, wie dieser Bergbau geführt werden könnte, um am sichersten zum Ziele zu kommen, doch dürfte die Anmerkung nicht überflüßig seyn, daß man im Annastolln nicht weiter als bis an den weißen Neuner, der vom Mundloch ungefahr nach 140 bis 150 Klaftern einfällt, gehen müße, auf welchem man nach einer mitternächtigen Auffahrung, nach Weisung her Karte 2 Gänge, wovon einer die sogenannte Liegendkluft ist, im frischen unverhauten Gebirg erbauen, eine nicht zu lange Fördernißstrecke erhalten, und sich auf diese Art einen gewissermassen neuen, dauerhaften, und sehr hoffnungsvollen Bau vorrichten wird.
  • Warum dieser Gold- und Silberbergbau bei den hier angedeuteten guten Ansichten unter der Leitung der landesfürstlichen Bergwesens - Behörden nicht emporgekommen ist? diese Frage läßt sich dadurch beantworten, daß diese Behörden zu entfernt von diesem Bergbau waren, und nicht die nöthige Nachsicht und Aufmerksamkeit darauf verwenden konnten, weil schon überhaupt auch der Zugang höchst beschwerlich ist, daher der Bau größtentheils gemeinen Leuten ohne hinlängliche Kenntnisse überlassen bleiben mußte, denn, wäre hier der Bergbau nicht in den alten Strecken und Verhauen geführt worden, wo immerdar mit Wettermangel, und beschwerlicher Förderniß zu kämpfen war, so würde man bei sich neu vorgerichteten Mitteln immerhin hinlängliche und reichhältige Erze aufgedeckt haben, wie die Grubenkarte Anleitung giebt, wenn man sie mit kritischen Fleiße durchgeht; auch wird dieses Urtheil durch die Wirklichkeit bestättiget, indem die gegenwärtig bestehende Gewerkschaft, welche seit einigen Jahren zur Erhebung dieses Bergwerkes neuerdings zusammengetreten ist, sehr schöne Erze in einer Mächtigkeit von 2 Schuhen nach einen sehr kurzen Versuch erbaut hat, wovon der Schlich von den Puchgängen 5 1/3 Loth göldisches Silber, und die Mark Silber 8 Loth Gold hält.
  • Wiewohl übrigens dieses Bergwerk vermög seiner Lage in einem Gletscher, wohin alle Materialien, selbst das Brennholz, hinaufgetragen, oder gesaumt werden müßen, und der Zugang schon an sich selbst gefährlich ist, viel Abschreckendes hat: so findet doch der Bergmann, der seine Beschaffenheit studirt, von der andern Seite viel Anziehendes wegen der Regelmässigkeit seiner Gänge, deren Erzmtttel zwar absätzig sind, aber ihr Hauptstreichen immer beibehalten, und sich eben so in ihrem Verflächen gleich bleiben, dann vorzüglich wegen dem großen Goldgehalt, den die Erze führen. Denn wir sehen, daß, wie oben bemerkt wurde, bei der Schmelzung im Jahre 1777 das Ausbringen des Goldes aus der Mark Silber 8 Loth 2 Qtl. 2 Den., folglich über die Hälfte des Silbers war, und daß eine Probe vom Jahre 1778 einen Goldgehalt von 9 Loth aus dem Schlich der Liegendkluft ausweist, gleichwie auch die oben angeführte Probe der dermaligen Anbrüche sehr goldreich ausfiel. Demungeachtet finden wir in den alten Gold- und Silbererzeugungs- Ausweisen, wenn man den Goldgehalt nachrechnet, nirgends eine größere Goldausbringung als höchstens 5 Loth pr. Mark Silber, fast durchgehends nur 2 bis 3 Loth. Dieser auffallende Unterschied des Goldausbringens der alten, im Vergleich der neuern Zeit, rührt von der in unsern Zeiten verbesserten Schmelzmanipulation her; und es ist beklagenswerth, wenn man sich aus den Resultaten der Schmelzmanipulations-Beschreibung, sogar noch von dem Jahre 1756, in welchem von den Gewerken Jenner die goldreichen Erze der Briccizeche verschmolzen wurden, überzeugt, daß kaum die Hälfte des wirklichen Goldgehaltes der Erze ausgebracht worden sey, da die kleinen Proben der Stufferze 7 1/2 Loth, und der Schliche 2 1/2 bis 4 ½ Loth Gold in der Mark Silber ausweisen, wovon aber im Großen, dem Mittel nach, nur 3 Loth 2 ¼ Qtl. Gold von der Mark Silber aussielen. Hätten uns unsere Vorfahren aus dem 16ten Jahrhunderte ihre Schlacken zurückgelassen: so würden wir fast eine neue Goldzeche in diesen Schmelzrückständen gefunden haben; allein, da die Schmelzhütte an einem Orte stand, wo kein Raum für die Schlacken vorhanden war: so wurden sie größtentheils leichtsinnig in die Möll geworfen, und dieser Gebirgsstrom hat wahrscheinlich beinahe eben so viel Gold und Silber verschlungen, als in die Münze gekommen ist. Hieraus, und aus dem Umstande, daß die Puch- und Schlemm- Manipulation unserer Vorfahren höchst elend war, und durch sie viele Metalltheile in die Fluth getrieben wurden, erklärt es sich auch, daß man in frühern Zeiten an der Möll und an der Drau mit gutem Erfolge Goldwäschereien betrieb, die aber am Fleißnerbache am reichsten waren, da unmittelbar in denselben die von dem Fleißner- Puch- und Waschwerke abfließenden Wässer hineinfielen.
Goldzeche, Aufriss vom Jahre 1766
Goldzeche, Aufriss vom Jahre 1766

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Aufriss Goldzeche, aus dem Jahre 1766, mit Ergänzungen in späteren Jahren. Zur besseren Betrachtung bitt...

woelsendorfer
  • Jahre später, im Jahre 1835, wird wie folgt berichtet:
  • "Diesen, wahrscheinlich unter allen in Europa noch im Betrieb stehenden, am höchsten gelegenen Grubenbau besuchte ich am 3. Oktober d. J. bei Gelegenheit, als ich den hohen Narren in Rauris erstiegen hatte. Ich wendete mich von seiner Spitze nach Kärnthen und stieg in die kleine Fleiss im Seitenthal von Gross - Kirchheim hinab. Angekommen auf der Höhe des sogenannten Goldzecher - Tauern, zwischen dem hohen Narren und hohen Sonnenblick , betrat ich schon das Territorium der Goldzeche, eines Goldbergbaus im tiefsten Hintergrunde der kleinen Fleiss in Känthen; denn nicht einen Flintenschuss weit unter genannter Höhe kommt man schon zur Halde des Christophstollens, die ringsum von Gletschern umgeben ist. Ich beobachtete am Mundloch des Stollens um 12 Uhr Mittags В = 201, 6, T = + 10, t = + 9 und berechnete aus der gleichzeitigen Beobachtung in Böckstein für diese Station eine Meereshöhe von 8791 Pariser Fuss (P.F.) oder 9033 Wiener Fuss (W.F.). Der Stollen ist im Taggehänge theils verbrochen , theils ist der Gletscher, wie es bei sehr hochliegenden Bergbauen häufig geschieht, in ihn vorgedrungen. Weiter im Gebirge ist jedoch dieser Stollen noch heut zu Tage fahrbar. 357' P. tiefer, oder in einer Meereshöhe von 8434' P., liegt der St. Anna- oder gegenwärtige Erb-Stollen, ebenfalls vom Gletscher ganz umschlossen, am Fusse einer überhängenden Felsenwand angeschlagen. Mit ihm wurde auf dem Haupt-Gange zugebaut. Das Berghaus , eine der elendesten Hütten, die ich auf meinen Reisen gesehen zu haben mich erinnere, liegt ebenfalls an dieser Felsenwand und geniesst ihres Schutzes vor Lavinen, die über die Hütte weggehen, sie jährlich im Winter ganz verschütten und den Menschen nöthigen, sich in jedem Frühjahr seine Wohnung aus dem Schnee hervorzusuchen. In diesem Sommer merkten die hier arbeitenden Knappen, die ihre Wohnung in dieser Eisregion bezogen hatten, keine Abnahme des neugefallenen Schnees bis zu Anfang des Monats Juli, und erst in diesem Monate erfreuten sie sich der erwärmenden Strahlen ihrer Frühlingssonne. Die Materialien und sonstigen Requisiten, die zum Betriebe des Grubenbaues erforderlich sind, werden auf Samm-Pferden herbeigeschafft, zu welchem Zwecke ein eigener Sammweg unterhalten wird, von dem man sich nur wundern kann, dass er doch von ein und demselben Pferde mehr als einmal zurückgelegt wird.
  • Höhe, Witterung, Lokalverhältnisse u. s. w. setzen hier dem Bergbau Hindernisse entgegen, geben den Bergmann Gefahren preiss, von denen man sich kaum eine Vorstellung machen kann. Vom Markte Dellach in Gross - Kirchheim, wo die Bergarbeiter ausser ihrer Arbeitszeit wohnen, kann man bis zum Berghaus der Goldzeche 6 Stunden rechnen, und in einer Strecke von 4 Stunden dieses Weges, nämlich durch die ganze kleine Fleiss, sind nur zwei Stellen, deren Länge zusammen nicht 1/2 Stunde ausmacht, wo die Gehenden sicher vor Lavinen-Gefahr wären. Auf dem sogenannten Seebückel angelangt, einem kesselförmigen Boden zwischen Felsen und Eiswänden mit einem kleinen See, ½ Stund unterhalb der Bergstube, kann man, wenn starker Wind bläst, was auf hohen Punkten so häufig ist, gleich in die Lage kommen, lange Strecken auf allen Vieren kriechen zu müssen , weil der Wind nicht zu stehen erlaubt. — Sollte, wenn die Bergarbeiter in ihrer Wohnung sich bei der Grube befinden, der Umstand sich ereignen, dass plötzlich anhaltendes, sehr starkes Schneegestöber einfiele, so könnte der Fall leicht eintreten, dass bei geringer Mannschaft dieselbe nicht im Stande wäre, sich durch die Schneemasse durchzuarbeiten und für den schrecklichen Fall, wenn die Nahrung ausgehen sollte, ihnen nur die Wahl blieb, in der Bergwohnung zu verhungern oder rettungslos ihrem Tode in Lavinen entgegen zu gehen. Aus dieser Ursache wird bei gegenwärtiger geringer Mannschaft nur in der bessern Jahrszeit gearbeitet.
  • Nachdem ich die Gruben der Goldzeche befahren und mich in der Taggegend etwas umgesehen hatte, gingen wir durch die kleine Fleiss noch bis nach Dellach (3161' P. Meereshöhe), wo wir Abends nach einem Marsche von 14 Stunden, die wir grösstentheils mit Herumsteigen auf Gletschern zugebracht hatten, anlangten. Die kleine Fleiss ist in pittoresker Beziehung eines der interessantesten Alpenthäler, die ich je gesehen, und vollkommen werth von jedem Freunde der Natur besucht zu werden. Der Hintergrund dieses Thaies ist so wild, dass ihn nicht die kühnste Phantasie wilder gestalten könnte. Ich habe in den Alpen noch nie so wunderbare, so chaotisch untereinander geworfene Massen von Felsenwänden und Gletschern gesehen, wie hier. Dem Ausgange näher ist das Thal nicht unfreundlich, aber einförmig. Wahrhaft überraschend ist jedoch die Ansicht, die Einem am Ende des Thales, wo man in das Thal Gross-Kirchheim heraustritt, zu Theil wird: zu den Füssen das freundliche, Wald- und Weidereiche Thal, und rechts der Gross- Glockner in seiner vollen Pracht vom Scheitel bis zum Fusse sichtbar, mit dem Pasterzen- Gletscher und der Umgebung von Heiligenblut den Hintergrund der herrlichen Landschaft bildend.
  • Der Grubenbau der Goldzeche geht auf Gneiss- und Quarz-Gängen um, die im Gneisse der Formation I aufsetzen, der vom Thonschiefer der Formation III bedeckt wird. Wahrscheinlich setzen die Gänge aus ersterem Felsgebilde in das letztere, darauf liegende über, wie es in unserer Zentralkette häufig der Fall ist. Hier jedoch kann diess nicht bemerkt werden, da die Gletscher die Felsen in ungeheuren Massen bedecken. Diese Gangformation hat viele Ähnlichkeit mit der des benachbarten hohen Goldberges in Rauris, und auch das Bild, das die Gänge durch ihre Lage darstellen, hat viele Ähnlichkeit mit dem schönen Gangnetze des hohen Goldberges.
  • Man kennt in der Goldzeche sechs parallel hintereinander liegende erzführende Gänge, nämlich den Hauptgang und seine fünf Liegendgänge. Sie streichen aus Nordost in Südwest h. 3 bis 4 und verflächen in Südost. Ihre Ausfüllung besteht in Gneiss und Quarz, die sich wechselseitig begleiten, und von denen besonders letzterer, wie in Gastein und Rauris, die erzführende Felsart bildet. Auch hier, wie dort, kommt der edle Quarz meist am Liegenden, aber nur in einer Mächtigkeit von 4" bis 6" vor, während die Mächtigkeit der Gänge überhaupt 4 bis 5 Fuss und mehr beträgt. Die parallel nach einander folgenden erzführenden Gänge sind unter sich durch ebenfalls erzführende Gangtrümmer verbunden, die sie zu einem Ganzen vereinen und den Abbau derselben so sehr begünstigen. Die Erzführung der Gänge besteht im Vorkommen aus Gediegen - Gold, Eisenkies, Arsenikkies, Spatheisenstein, Bleiglanz und Kupferkies. Der Gegenstand der Gewinnung ist das erstere, das nicht nur für sich im Quarze gediegen, sondern auch den Kiesen mechanisch beigemengt, so wie mit Silber als güldisches Silber, das als Sulphurid mit den übrigen Sulphuriden verbunden ist, vorkommt. Besonders reich an Gold ist ein durch Eisenperoxyd eigentümlich rothgefärbter Quarz und eine Art sogenannten Magnetkieses. Ich habe noch nie Gelegenheit gehabt, mit den Erzen der Goldzeche solche Proben abführen zu können, dass ein Kalkül darauf gegründet werden könnte, jedoch wohl Proben der Art, dass ich mich selbst überzeugte, dass die Geschicke der Goldzeche einen sehr bedeutenden Goldgehalt ausweisen, der den der Rauriser bei Weitem übertrifft und mich zu der Behauptung berechtigt, dass die nähere Untersuchung dieses höfflichen Grubenbaues und eine genaue Kalkulation seiner Ertragsfähigkeit sehr zu wünschen wäre.
  • Die Eröffnung der, auf der Goldzeche noch befahrbaren, Grubenbaue geht in das goldene Zeitalter des Salburger Bergbaues, in die Zeiten der Weitmoser zurück. Die anfängliche Aufschliessung der Gänge geschah ganz nach bergmännich-technischen Regeln. Man zählt in einer Seigerteufe von 357' P. drei Hauptstollen und mehrere Mittelläufe: sie sind sämtlich an mehreren Punkten durch Schächte verbunden, und auf diese Art ist ein kleiner Theil des Grubenfeldes ganz ordentlich zum Abbau vorgerichtet. Weit ausgedehnt ist die bisher geschehene Aufschliessung nicht zu nennen, indem sowohl für die Untersuchung der unverritzten Teufe als für die weitere Aufschliessung in das nordöstliche Feld wenig oder nichts geschehen ist, und man daher immer noch diesen Grubenbau in den höflichsten Verhältnissen beleuchtet. Auf den alten Halden liegen noch sehr viele Erze für Lavinen und Mineralien - Sammler in Vorrath: sie dürften zwar, was ihren Gehalt betrifft, gegenwärtig, wo Poch- und Wasch-Werk verfallen ist, nicht mit Vortheil zu Gute zu bringen seyn, jedoch, wenn einmal diese wieder bestünden, mit Erfolg aufbereitet werden können. In neuerer Zeit wurde der Grubenbau, dessen jüngster Geschichte hier zu erwähnen nicht der Platz ist, von einem Gewerke wieder belegt. Der Betrieb ist unter aller Kritik schlecht nnd verräth auch nicht die gewöhnlichsten Kenntnisse des Abbaues auf Gängen und einer zweckmässigen Gruben - Ökonomie.
  • Die gegenwärtig erobert werdenden Erze bleiben in der Grube liegen wegen Mangels an Gebäuden und Maschinen zur Aufbereitung, was für den Fall sehr gut ist, wenn die Aufbereitung dem Grubenbau adäquat betrieben würde."
  • 1876 wird über die Abförderung der Erze berichtet:
  • Die Erzlieferung vom Berghause bis Seebichl, wo das Waschwerk steht, geschieht in folgender Eintheilung: Vom Berghause bis zum See wird dasselbe in Erztruhen auf Schlitten mittelst eines Drahtseils hinunter befördert; diese Lieferung kann aber nur im Winter geschehen und es werden nahe beisammen zwei Wege gemacht; der mit Erz gefüllte Schlitten muß den andern, welcher mit Material beladen ist, hinauf ziehen, oben ist eine große Seilscheibe mit einer Bremsvorrichtung. Die Fahrlinie beträgt 795 Meter Länge und hat eine Steigung von 35 bis 40 Grad. Bei festem Wege können in einem Tage 8 bis 900 Zoll-Centner herunter gebracht werden. Ueber dem See wird Heuer der erste Versuch gemacht, das Erz mittelst eines Schiffes hinüber zu liefern. Früher wurden die Erze vom Berghause bis zum Waschwerk in Säcken, an welchen Schweinhäute genäht waren, herunter gebracht. Diese Lieferung kam aber so theuer, daß ein Viertel vom Werthe der Erze, auf das sogenannte Sackziehen entfiel, und bei einem ungünstigen Winter konnten höchstens 3 bis 4000 herunter geschafft werden
Goldzeche, Grundriss vom Jahre 1766
Goldzeche, Grundriss vom Jahre 1766

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Grundriss Goldzeche, aus dem Jahre 1766, mit Ergänzungen in späteren Jahren. Zur besseren Betrachtung bi...

woelsendorfer
  • um 1893 findet sich in der historischen Literatur folgender Bericht:
  • Dieser Bergbau liegt ganz im Hintergrunde des Kessels hoch an der Gebirgskette zwischen dem Hochnarr und dem Goldzechkopf im Felde des Goldzechgletschers.
  • Vier übereinander liegende, stattliche Halden kennzeichnen schon von weitem die Einbaue (Stollen) St. Anna (Meereshöhe 2740m), Glück-Christoph (Meereshöhe 2920m) und Frauenstollen (Meereshöhe 2940 m), während die höheren Halden in Schnee und Eis begraben sind. Beim Anna-Stollen klebt gleich einem Schwalbenneste an der steilen Felswand mitten im Gletscherfelde ein gemauertes Berghaus für circa 20 bis 30 Arbeiter.
  • Gegenwärtig ist dieses ärmliche Haus, über dessen Pultdach im Frühjahre mächtige Lawinen niedergehen, verwahrlost und dem Verfalle nahe.
  • Das Innere des Hauses ist mehrere Decimeter hoch mit krystallhellem Eis angefüllt.
  • Andere Baulichkeiten, doch ebenfalls von sehr geringem Umfange, finden sich als Ruinen nahe beim Christoph- und Frauenstollen.
  • Wird das steile Gletscherfeld aufwärts bestiegen, so stößt man dort gleichfalls auf Spuren früherer Bergbauthätigkeit, nämlich auf ein wenige Quadratmeter großes Scheidplätzchen, darauf ein Häufchen armer Erze in Quarz eingesprengt und nebenan etwas Grubenholz aus dem Trümmerwerk hervorragend (Meereshöhe 2970m).
  • Ganz analog sind die Reste, welche sich westwärts von hier, gleichfalls sehr nahe dem Grat in der Meereshöhe von 3000 m vorfinden. Diese Baue, zwei an der Zahl, dürften vielleicht mit der Fundgrube der Alten identisch sein.
  • In den Bereich der Goldzeche dürften auch jene zwei Baue fallen, welche in der Fortsetzung der Gänge, aber schon über dem Grat im Salzburgischen, in der Meereshöhe von 3045 m angeschlagen waren.
  • Von diesen Bauen sind nur mehr spärliche Haldenreste, verbrochene Mundlöcher und überschobene Gezimmer sichtbar.
  • Diese zwei Stollenbaue, welche erst vor kurzem aus dem Hochnarrgletscher ausgeapert sind, dürften nur zur Untersuchung des Lagerstättenausbisses angelegt worden sein.
  • Eine Befahrung des Bergbaues oder einzelner Stollen war nicht möglich, weil die Stollen total verbrochen sind, und muss rücksichtlich der Geschichte dieses Bergbaues, sowie der räumlichen Ausdehnung und der Betriebs- und Grubenverhältnisse desselben auf die, mitunter sehr interessanten Abhandlungen des C. v. Ployer, Platzer, F. Wöllner, Scheuchenstuel, J. v. Russegger, C. Rochata und F. Posepny, welche Autoren zum Theil in dem im Vorworte erwähnten Literaturverzeichnisse, zum Theil im Vorworte selbst genannt sind, verwiesen werden.
  • Sowohl beim Aufstiege vom kleinen Fleißthale zur Goldzeche, sowie auch beim Übergange über den Hochnarrgletscher von Kolm-Saigurn (Erfurter Weg) verquert man den Schichtencomplex der Gneis-Glimmerschiefergruppe, welche mit dem dickbänkigen, durch Ausscheidung von Orthoklas porphyartig erscheinenden Gneis der Goldzechscharte ihren Abschluss findet.
  • An eisfreien Stellen am östlichen Gehänge des Hochnarr bemerkt man bei den erwähnten, in einer Meereshöhe von 3045 m situirten Stollen das Ausbeißen von Gängen. Die nicht stark zersetzten Belegstücke, welche hier gesammelt wurden, zeigen quarzige Füllung mit Arsenkies. Pyrit fehlt an diesen Stücken, welche ähnlich wie die Fundstücke bei den später behandelnden Bockhardbauen von der Kruste eines arsensaueren Minerals überzogen wird.
  • Bei diesen Stollen wurden auch einige kleine Stuffen vorgefunden, die in einem reinen Quarze Bleiglanz und Biotit zeigen. Speciell diese Stücke dürften aus Nestern der Schiefer eines höheren Niveaus des Hochnarr stammen.
  • Auf der Goldzechscharte selbst treten ganz deutlich Gänge hervor, welche sich in der Richtung gegen den Hochnarr verfolgen lassen.
  • Diese Gänge sind identisch mit den Goldzechgängen (Hauptgang, Liegendgang und Hangendgänge) und bei ihren Ausbissen auf der Holdzechscharte nahezu ganz taub. Der Hauptgang zeigt am Ausbisse ein Streichen nach 3h, ein Verflächen von 65 bis 70 Grad nach Osten, eine Mächtigkeit von circa 1-2 m und eine Füllung aus Quarz- und Gneisstücken, durch welche das Gefüge ein breccienartiges Aussehen bekommt.
  • Die Erzführung besteht aus Eisenkies, Arsenkies und Bleiglanz.
  • Vor dem Berghause beim Anna-Stollen wurde ein hübsches Gangstück gefunden, welches der Bergführer Peter Sauper, der vor der letzten Einstellung des Grubenbetriebes auf der Goldzeche dort als Häuer beschäftigt war, als vom Liegendgange am Anna-Stollen stammend bezeichnete.
  • Dieses Gangstück scheint die ganze Mächtigkeit (13 cm) des Ganges zu repräsentiren und besteht dem Stücke nach die Füllung des Ganges aus feinkrystallinischem Quarze, der von Kupferkies und untergeordnet von Pyrit, Bleiglanz und von Fahlerzspuren begleitet ist.
  • Eine Probe von diesem Stücke ergab nachstehende Hälte:

    • Au = 0,0050 %
    • Ag = 0,0382 %
    • Cu = 6,5 %
  • Ein zweites, angeblich dem Hauptgange am Anna-Stollen entstammendes Gangstück zeigt Quarzfüllung mit grob eingesprengtem Arsen- und Eisenkies und ergab eine Probe dieses Stückes nachstehende Hälte:

    • Au = 0,0080 %
    • Ag = 0,0030 %
  • Auf der Halde des Frauenstollens wurden Quarzgangstücke mit Einschlüssen von Gneis vorgefunden, welche Gangstücke vorwaltend Arsenkies und Eisenkies, untergeordnet Eisenspath, grobkrystallinischen Bleiglanz und selten Kupferkies führen. Ähnliche Verhältnisse zeigen auch Gangstücke aus den Halden des Bartholomäi-Stollens.
  • Die übrigen Gänge dieses Terrains (Liegend- und Hangendgänge) konnten nicht abgestufft werden, da deren Ausbisse wohl erkenntlich, jedoch von Altschnee und Bergschutt größtentheils überdeckt sind.
  • Außer den vorangeführten Grubenbauen wurden noch zwei Schrämm Stollen vorgefunden, wovon der eine am nordöstlichen Ufer des Zirmsees auf einem nach 5h 5° streichenden und unter 80° nach Nordwesten einfallenden, tauben Quarzgange, der zweite am südöstlichen Seeufer nächst dem vom Seebühelhause zum Zirmseekopf und Sonnblick führenden Fußsteige ebenfalls auf einem tauben, dem vorbezeichneten Gange nahezu parallelstreichenden Gange angeschlagen ist. Der erstgenannte Stollen liegt etwa 8 m über dem gegenwärtigen Seespiegel und fällt der Anschlagspunktmit dem von L. Rainer in Vorschlag gebrachten Anschlagspunkte eines Unterbaustollens vom Zirmsee aus unter die Goldzeche nahezu zusammen. Ob die Alten mit diesem Stollen die Unterteufung der mittleren Goldzeche bezweckten und somit dieser Stollen mit dem von Platzer in seiner Geschichte des Bergbaues an der Goldzeche erwähnten untersten Goldzechenbau, welcher oberhalb des Zirmsees angeschlagen gewesen sein soll, identisch ist, lässt sich nicht mit Bestimmtheit constatiren, doch ist dies nicht unwahrscheinlich, da die Alten taub ausbeißende Gänge gerne zum Zwecke der Erleichterung des Stollenvortriebes gegen bekannte edle Gänge benützten.
  • Rücksichtlich der untersten Goldzechbaue schreibt Platzer wörtlich:

    • „Unterhalb von St. Anna gegen den See war die untere Goldzeche; man konnte nie mit Gewissheit erfahren, ob die Alten die untere Goldzeche auf dem nämlichen Hauptgange ihre Arbeit geführt haben, und wie weit entfernt der höchste Stollen dieser unteren Goldzeche unter den Anna-Zubau eingehe und ob nicht durch das stete Herabrollen der Schneelawinen und dadurch entstandenen Erderschütterungen der ganze Bau zusammengestürzt sei. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde der Bau zu Tage an der unteren Goldzeche angefangen (Anmerkung: Das soll wohl heißen: am edel ausbeißenden Gange), indem es unwahrscheinlich ist, dass man gleich anfänglich bei Erhebung eines eines neuen Bergbaues einen Gang, von welchem man nicht wusste, bis zu welcher Teufe selber seinen Adel behalten werde, so kostbar durch einen Schacht unterbauet hätte, da er (der Gang) doch erst eine Stunde ob den Taggebäuden zu Tag ausbeißt, ohne vorher über den Adel des Ganges in der Höhe und Tiefe des Gebirges die völlige Gewissheit zu haben, denn die Erfahrung lehrt, dass die Alten ihre Baue allzeit von oben niedergeführt und die kostspieligen Erbstollen soviel wie möglich vermieden haben.
    • Durch das vermeintliche Anschlagen des Anna-Stollens im Hangenden, und durch das dadurch entstandene Aufsuchen des Ganges im Liegenden und Hangenden sah man auch zu gleicher Zeit, dass neben dem Hauptgange keine anderen Gänge außer der sogenannten Liegendkluft, welche durch ein Auslenken vom Wellischen Fensterschacht, und durch die Arbeit auf der weißen Neunerkluft von Christophs-Hauptstollen aus erschrotten wurde, vorkommen, deswegen es auch fast gewiss ist, dass die untere Goldzeche auf dem nämlichen Hauptgange fortgetrieben wurde, welcher in den oberen Stollen erschrotten wurde.
    • Im Anna-Stollen wurde auf dem Gange viele Klafter im Tauben fortgeschlagen, ebenso nach dem Gebirgsabhang hinauf in den höheren Stollen war der Gang immer weniger taub je höher man kam, bis der Gang in der Ebensohle des Christoph-Stollen edel zu Tag ausbeißt.
    • Wenn nun dieser taube Theil vom Anna- Stollen bis in die untere Goldzeche an das Ufer des Sees sich in denselben Maßstabe vergrößert, wie das Gebirgsgehänge anwanchst, so muss man das Erz schon tief im Gebirge suchen, folglich ein zweiter Grund, warum der Bergbau an den oberen Stollen angefangen wurde, es müsste denn sein dass die in der Mittelhöhe taub vorfindige Gangausfüllung nicht durchgehend ist, welches wieder einige Wahrscheinlichkeit gewinnt, weil in diesem nur kurze Erzmittel enthaltenden Gang taube Mittel durchgeschlagen wurden welche in den anderen Stollen nicht mehr vorfindig waren zudem zeigte es sich gleich beim Einbau des Anna-Stollens, dass der Gang wie er mit dem Stollen erreicht wurde, sich in dem neun Klafter tiefen Gesenke edl niederlasse, da selber doch nach der Stollenstrecke bis zum ersten Förderungsschutte als taub gefunden wurde, es könnte also ebenso wahrscheinlich der Gang in einer merklichen Teufe edl zu Tag ausbeißen.
    • Ferner wurden 1764 bei einem äußerst trockenem Winter und heißem Jahre die Überreste eines Häuerwohnhauses der unteren Goldzeche entdeckt, und aus der Lage dieses Gebäudes ersah man, dass es nicht weit von der Grube erbaut sein dürfte und eben deswegen der untere Bau ebenfalls auf dem Hauptgange geführt worden sei, indem die Liegendkluft, wenn selbe wirklich in die Teufe noch anhalte, zuweit entfernt ist. Neben diesem Gebäude soll der höchste Stollen an einem damals ersichtlichen hervorragenden Felsen eingetrieben worden sein."
  • Schließlich sei nur noch Einiges aus der letzten Betriebsperiode erwähnt.
  • In den Siebzigerjahren wurde dieser Bergbau nochmals vom Herrn Baron May de Madiis, in dessem Besitze sich derselbe heute noch befindet, aufgenommen.
  • Die Thätigkeit beschränkte sich auf Kuttung des Grubenversatzes, auf Abschießungvon Ulmschwarten, auf probeweisen Abbau und auf den Vortrieb etlicher Ausrichtungsbaue am Anna-Stollen und ober demselben.
  • Soviel in Erfahrung gebracht wurde, erwiesen sich bei diesen Untersuchungen die Erzmittel in den Veredelungszonen absätzig eingelagert und das Gang- und Gebirgsgestein am Anna-Stollen schon ziemlich fest.
  • Grubenbahnen waren nicht vorhanden, die Zeuge wurden in kleinen ungarischen Hunden am Spurnagel auf Holzgestängen im engen und stark fallenden Anna-Stollen ausgelaufen.
  • Das gesammte ausgeförderte Gut wurde über den Schnee auf Schlitten zum Zirmsee herabgebremst und über dessen Eisfläche gezogen, beziehungsweise im Sommer mittels Kähnen zu der nahe am südwestlichen Seeufer neu erbauten Aufbereitungsanlag geebracht und dort alljährlich in wenigen Monaten verarbeitet.
  • Die Aufbereitungsanlage bestand aus einem Pochwerke, einem Schlämmwerke und einem Arbeiterwohnhause.
  • Ersteres war mit 20 Stempeln ausgerüstet und ist noch dermalen in halbwegs gutem Stande. Das Schlämmwerk aber liegt in Trümmern. Das Dach und die obere Umfassungsmauer hat eine Lawine abgetragen. Das Arbeiterwohnhaus dient gegenwärtig den Touristen als Unterstandshütte (Seebühelhaus).
  • Noch vor der gänzlichen Einstellung des Betriebes auf der Goldzeche hat die Werksleitung die gewiss originelle Idee ventilirt, die von Lawinen so stark gefährdete Aufbereitung künftig in der Grube vorzunehmen. Damit wollte man auch an Erztransportkosten Ersparnisse erzielen.
  • Hinreichende Wasserkraft dürfte hiezu wohl während eines Theiles des Jahres zur Verfügung sein.
  • Das Project kam aber nicht zur Ausführung, denn inzwischen (1876) war die Auflassung des Bergbaubetriebes beschlossen worden.
  • Die Verwertung der Gefälle erfolgte in Döllach in dem restaurirten Hüttenwerke, das hart am Zirknitzbache liegt und zwei Gebäude umfasst, welche sich noch zum Theile in gutem Zustande befinden. Das eine Gebäude, die Schmelz genannt, enthält einen Krummofen, einen Rosettirherd, einen Treibherd und mehrere Röststadeln, das andere das Laboratorium und den Gebläseraum mit einem Kastengebläse ältester, primitivster Construction und das Amalgamirwerk.
Goldzeche, Kreuzriss vom Jahre 1766
Goldzeche, Kreuzriss vom Jahre 1766

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Kreuzriss Goldzeche, aus dem jahre 1766. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

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  • Über den Bau am dritten Hangendgange ist zur gleichen Zeit folgendes geschrieben worden:
  • Dieser Bau liegt circa 400 m südlich von der Goldzeche (Anna-Stollen) inmitten eines Trümmerfeldes, welches das Gehänge des Goldzechkopfes überdeckt.
  • Der Einbau ist in der Meereshöhe von 2760 m knapp unter dem Ausbisse eines 0,8 m mächtigen Quarzganges angelegt, und zwar offenbar behufs Prüfung einer Eisenkiesimprägnation, welche nur einige Centimeter mächtig ist.
  • Der Zubau erreicht etwa 2 m vom Mundloche den Gang, welcher in seinem Streichen nur wenige Meter gegen Nord und Süd untersucht wurde.
  • Der Stollen steht gut an, ist aber zum Theil vereist.
  • Der Zugang zu diesem Bau, welcher füglich nur als Schurfbau bezeichnet werden darf, ist äußerst beschwerlich, entweder vom Anna-Stollen der Goldzeche aus über ein steiles Gletscherfeld oder vom Zirmsee aus über Bergschutt, immer aber durch Steinfall.
  • Die Baue an der Goldzeche wurden früher in die obere, mittlere und untere Goldzeche eingeteilt, wobei die Schreibweise der Stollennamen zum Teil variiert.

    • Obere Goldzeche:

      • Fundgrube, Frauenstollen, Bartholomeystollen
    • Mittlere Goldzeche:

      • Christoffistollen, Glückstollen
    • Untere Goldzeche:

      • Annastollen
  • Wahrscheinlich ist es, dass sich zwischen Fundgrube und Frauen-Stollen noch mehrere Einbaue befinden werden, die jetzt vom Gletscher bedeckt sind. Zwischen Glückstollen und Annastollen besteht noch ein Mittellauf, der sogenannte Lehenschafter Lauf.

    • Hinweis dazu: Viele Gruben wurden von den sich am Ende des 16. Jahrhunderts immer weiter ausbreitenden Eismassen zugedeckt. Am Ende des 18. Jahrhunderts erreichte die Dicke des Eises ihr Maximum. Ende des 19. Jahrhunderts war das Eis dann wieder kaum halb so dick.

Seeleiten


Schnitt Zirmsee - Kleinfleißkess von Nordwest nach Südost
Schnitt Zirmsee - Kleinfleißkess von Nordwest nach Südost

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Schnitt Zirmsee - Kleinfleißkess von Nordwest nach Südost mit der Seeleitengrube und der Öxlingerzeche....

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  • 1820: Von der Goldzeche weiter heraus gegen das Hauptthal befindet sich die Gegend, Seeleiten genannt; daselbst wurde eine reiche göldische Kluft gebaut, wovon nach Meldung des Emanuel Steinperger der Zentner Erz 6 Loth göldisches Silber, und der Zentner Schlich der Puchgänge 8 Loth göldisches Silber abwarf. Bei diesem Bergbau seyen die Mittel in die Tiefe verhaut, und der Bau Wasser halben verlassen worden. Am Feldort habe sich ein Mitterkeil ( taubes Mittel ) angelegt, wonach es verlassen worden. Nun wäre, setzt der erfahrene Gewerk Steinperger hinzu, nicht zu zweifeln, daß, wenn das Feldort fortgetrieben worden wäre, sich der Mitterkeil eben sowohl ausgeschnitten hätte, als auf andern Bergwerken.
  • um 1893: Dieser Grubenbau liegt etwa einen Kilometer südöstlich von der Goldzeche am Gehänge des Zirmseekogels gegen den Zirmsee.
  • Der ganze Bau umfasst 4 Stollen, welche knapp unter dem Ausbisse eines stattlichen Quarzganges mit stellenweiser Kiesimprägnation angelegt sind, die Stollen sind aber derzeit verbrochen. Dem Ausbisse folgend trifft man sie dem Gehänge entlang circa 50 bis 100 m voneinander entfernt, den tiefsten in 2800 m, den höchsten in 2820 m Meereshöhe. Eine relativ größere Erstreckung dürfte von unten nach oben gezählt bloß der zweite Einbau haben, aus welchem etwas Wasser fließt.
  • Von Halden findet sich im Gerölle nur wenig vor, die Lawinen haben alles übereinander geschoben und weiter getragen. Auf den Halden findet man Gangstücke mit Eisenkies und feinfaserigem Bleiglanze in Form von Imprägnationen und als Augen.
  • Überreste von Taggebäuden trifft man hier wie am dritten Hangendgange nicht.
  • Die Grube in Seeleiten kann zu keiner Bedeutung gelangt sein, dafür spricht ihre Lage nahe dem Grat, dann ihre geringe Ausdehnung und der gefährliche Zugang. Auch hat es den Anschein, als ob an dieser Stelle nur ein Untersuchungsbau geführt worden wäre.
  • Geschichtliche und anderweitige Angaben über diesen, wie über die folgenden Baue auf Kärntner Gebiet finden sich in den Abhandlungen von Wöllner und C. Rochata.

Öxlingerzeche


  • 1820: In der kleinen Fleiß bestand am Schluße des Thals an den dortigen Gletschern die uralte Oechslinzeche, wo nebst Gold und Silber auch silberhältiger Bleiglanz einbrach.
  • um 1893: Die Grubenbaue in der Öxlingerzeche liegen an dem gegen Südost abfallenden Gehänge zwischen dem Goldzechkopfe und dem Zirmseekopfe und reichen vom Grate bis zum Klein-Fleißkees.
  • Der Gang streicht nach 2h 8° und verflächt steil (70 bis 80°) gegen Ost. Er hat quarzige, selten spathige Füllung, ist ½ bis 2 m mächtig und führt, wie einige auf den Halden vorgefundenen Gangstücke zeigen, ziemlich reichlich Eisen- und Arsenkies neben feineingesprengtem Kupferkies und Bleiglanz. Sowie überall scheint es, dass die feineingesprengten Kiese und der Bleiglanz als die reichsten Zeuge sorgfältig ausgehalten, die grobkörnigen und krystallinischen Kiese, sowie auch die milchigen, opalartigen Quarze aber auf die Halde gestürzt wurden.
  • Auf die vorgenannte Erstreckung von der Klein-Fleißgletschermoräne bis nahe an dem Grat, das ist auf eine Seigerhöhe von circa 150 m, ist der Gang bis auf ganz geringe Rücklässe vom Tag aus vollkommen verhaut. Wie weit die Baue im Streichen des Ganges geführt wurden, konnte nicht constatirt werden, weil der einzige zum Theil noch offen, am Gangausbisse in der Meereshöhe von 2690 m angeschlagene Stollen vereist und nicht befahrbar ist.
  • Die in der Schlucht oder Gebirgsrinne des Gangausbisses gelegenen Halden sind nicht sehr groß, doch wäre es gewagt aus diesem Umstande allein positiv auf eine unbedeutende Ausdehnung dieser alten Grube zu schließen, da es mehr als wahrscheinlich ist, dass das Haldenmateriale durch Lawinen und Hochwetter von dem steilen Gehänge theilweise weggetragen wurde und in der Gletschermoräne verschwand.
  • Von Baulichkeiten werden hier die Ruinen einer winzigen Hütte und zweier kleinen Scheidstuben mit Stützmauern bemerkt.
  • Neben der Gletschermoräne, vom untersten Stollen (2690 m Meereshöhe) südwärts circa 300 bis 400 m entfernt, liegen auf einem kahlen schwach geneigten Felsplateau einige nothdürftig zugerundete Gneisplatten von 15 cm Dicke und 70 cm an Durchmesser mit Öffnung für die Treibspindel in der Mitte. Einzelne dieser offenbaren Mühlsteine zeigen deutliche Spuren von Abnützung.
  • Ob hier eine Erzaufbereitungsanlage gestanden ist, bleibt fraglich. Gegenwärtig ist an der Stelle wenig Wasser zu finden. Reste von Baulichkeiten finden sich hier außer einem aus Steinen roh zusammengefügten, kaum 4 m2 großen Mauerviereck nicht vor.
  • Über die Öxlingerzeche wurden bisher gar keine älteren Nachrichten bekannt.
  • Wie schon erwähnt, lässt sich das Gangausbeißen von der Öxlingerzeche über den Grat östlich des Zirmseekopfes gegen den Zirmsee verfolgen und unterliegt es nach der vorgenommenen Compassaufnahme keinem Zweifel, dass die auf diesem Gehänge in circa 2800 m Meereshöhe vorfindlichen vier alten Stollen, welche als Gruben in der Seeleiten bezeichnet und beschrieben wurden, zur Verquerung des Öxlingerganges angeschlagen waren. Darnach ist es gewiss, dass die Seeleiten- und Öxlingerbaue auf ein und demselben Gange angeschlagen waren. Da diese Baue auch nahe beisammen liegen, ist es eigentlich unrichtig, jeden derselben als einen selbständigen Bergbau zu behandeln.
  • Wenn dies in der vorliegenden Beschreibung trotzdem geschehen ist, so war dafür lediglich der Umstand maßgebend, dass man rücksichtlich der Bezeichnung der Baue mit der einschlägigen Literatur nicht in Widerspruch gerathen wollte.
  • Einige Proben von besonders reichen Gangstücken aus den Halden der Öxlingerzeche, bestehend aus vorwaltendem derben Arsenkies und in Quarz eingesprengtem Pyrit ergaben einen Halt von

    • 0,0017 % Au und
    • 0,0033 % Ag.
  • Derartige Gangstücke kommen auf den genannten Halden nur selten vor und mussten mühsam herausgesucht werden.
  • Der Seeleiten-Öxlingergang streicht unter dem Klein-Fleißgletscher durch und beißt am Nordgehänge des Rothen Mannes und Sandkopfes deutlich aus. Auf der südwestlichen Fortsetzung dieses Ganges befinden sich die im folgenden beschriebenen Gruben am Hirtenfuß und Hinteren Hapt.

Gruben am Hirtenfuß und Hinteren Hapt


Schnitt Klein-Fleißtal - Mönchsberg von Nordwest nach Südost
Schnitt Klein-Fleißtal - Mönchsberg von Nordwest nach Südost

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Schnitt Klein-Fleißtal - Mönchsberg von Nordwest nach Südost mit der Grube am Hinteren Hapt.

woelsendorfer
  • 1820: Gleiches Alter wie die uralte Oechslinzeche hatten die Gruben am Hüttenfuß, die eben daselbst gelagert waren; die Gänge oder Lager hielten aber nach Aeußerung des Emanuel Steinperger ins Gebirg nicht an; die Erze bestanden in reichen Goldkiesen (wahrscheinlich Arsenikkiesen). Etwas weiter herab in dem kleinen Fleißnerthal lag die Fundgrube St. Johannes untern Hapt, wovon der Bergrichter Pacher im Jahre 1662 folgende Beschreibung macht:

    • „Dieß ist ein Goldbergwerk, liegt neben den Goldzecher Pucher aufwärts an der rechten Hand, nicht gar am hohen Gebirg, von denen Kirchberger, und hernach von Pacherischen gebaut, seyn unter sich göldige Aerzgäng wegen Wasser verlassen, man hat ein Zubau angefangen, und nachend unter die Gäng, die sich ins milde Gebirge ziehen, gebracht, aus Mangel Verlags, und eingefallenen theuern Zeit aussetzen müssen."
  • Mit diesem Berichte stimmt jener des Emanuel Steinperger vom Jahre 1661 überein, welcher hievon sagt,

    • „Von dannen hinunter - nämlich vom Hüttenfuß - auf den untern Hüttenfueß undt Gämbsleithen zögen der Fundtgruben bei St. Johannes untern Hapt khommen vill reiche Anständt von Gold und Silber für. Man hat vor villen Jahren ein Orth herunten auf ainen stehenden Gförth (Kluft) in den Juden-Riner gcnanndt, einen Stolln aufgeschlagen in dißer Mainung, die Gäng in Hüttenfuß undt untern Häpt durch die Neuner Klüfft abzuzwerchen, dißes Gepey aber ist nit vollendet worden, sondern in ainen tieffen Winter das Taggepey durch eine Lähn ( Schneelavine ) sambt 7 Bergarbeiter wekhtragen, und umb das Löben kommen, undt seithero durch Niemandt mer gepaut worden; ich finde Anno 1580 Jahr, sy habenam Neiner erraicht, und Glanz Spiren darauf gehabt, hat der Zentner 4 Lot Silber. Heraußer paß bei St. Iohannes untern Häpt haben die Herrn Kürchpergerischen dises Berkhwerk erhöbt, sambt sein anhangenden Geheyen, als bei St. Abrahamb, undt Naglkranz genandt, dieselbigen Stollen bey St. Johannes yber die 100 Klafter hinein getriben, vill Hauwerch undt göldige Aerzt undt Prüch ( Pucherze ) gemacht, dieselbige Aerzt halt der Zentner 1 ½ Loth hochgöldiges Silber, undt die Prüch göben lediges Gold auf Saxen, und halt der Zentner Schlich 2 Loth auch hochgöldiges Silber, der Gang ist über sich verhaut, unter sich aber Wasser halben Geng verlassen worden; wann mann mit dem Näglkranz unter St. Abraham Stolln forttreiben theth, wurde das Wasser alldorten abgepaut werden."
  • um 1893: Die Grube am Hirtenfuß ist am Rande des großen Schuttfeldes unter dem Sandkopfe an einem Gangausbisse in Gneisschroffen, welche unter dem Schiefer hervortreten, angelegt. Der ganze Bau ist ziemlich belanglos, was rücksichtlich des Anhaltens des Erzvorkommens im Streichen des Ganges auch von Wöllner bestätigt erscheint.
  • Ein verbrochenes Stollenmundloch (2605 m Meereshöhe), eine kleine Halde aus festem Quarz von bläulichgrüner Farbe, welcher etwas Kies und Bleiglanzspuren hält, sind wohl alles, was auf die einstige bergmännische Thätigkeit hindeutet, wenn von dem unbedeutenden Anbau nahe dem Gebirgskamme (2650 m Meereshöhe) abgesehen wird. Das vorgefundene Ganggestein und das Erzvorkommen haben große Ähnlichkeit mit dem Vorkommen auf der Öxlinger Zeche, welche von hier 1,6 km entfernt ist.
  • Die Grube am Hinteren Hapt liegt in der Schieferzone knapp unter der Felswand, mit welcher der Mönchsberg gegen das Fleißthal abgränzt.
  • Die Zubaue (Stollen) sind, mit Ausnahme des obersten, welcher auf dem durch die Wände streichenden Ausbisse in der Meereshöhe von 2430 m angesetzt ist, durchwegs in der Schutthalde auf Abquerung der Lagerstätte angelegt. Anstehend ist tauber, gelb gefärbter Quarz.
  • In dem Schuttfelde folgen in kleinen Seigerabständen 3 bis 4 Einbaue, welche nebst ihren Halden ganz von Lawinen überschoben und großentheils mit Gerölle bedeckt sind. Im Schutt und auf den Halden findet man gelb gefärbten Quarz, welcher mitunter Eisenkies führt.
  • Etwas tiefer und zwar in der Meereshöhe von 2360 m findet sich ein Unterbaustollen, dessen ansehnliche Halde Chlorit- und Glimmerschiefer, sowie vereinzelte Quarzstückchen enthält. Erz wurde an dieser Stelle nicht gefunden.
  • Das Haldenmateriale an der Oberfläche scheint neueren Datums zu sein und lässt die Frische des Gesteins vermuthen, dass vor nicht allzulangerZeit hier gearbeitet worden ist.
  • Ob mit diesem Unterbaustollen, der gleichfalls verbrochen ist, die Lagerstätte erreicht wurde, ist aus der Literatur nicht zu ersehen, doch geht die Sage, dass die Lagerstätte nicht verquert wurde. Wenn man die Länge der Ausfahrung berücksichtigt, welche zur Erreichung der Lagerstätte erforderlich war, so findet man die Halde viel zu groß und wird fast zu dem Schlusse gedrängt, dass der Gang verquert, vielleicht sogar überfahren und ausgerichtet worden ist.
  • Neben dem Mundloche des Unterbaustollens stehen Reste von zwei primitiven Berghäusern Trockenmauerung.
  • Es wäre interessant gewesen zu erfahren, ob die in den Halden vorfindlichen Kiese und Quarze Gold führen. Leider machte bei der Begehung im Jahre 1889 ein Gewitter dem Absuchen der Halden nach reicherem Ganggestein ein jähes Ende und musste ohne das nöthige Probenmateriale davon geeilt werden.
  • Bei den folgenden Begehungen in den Jahren 1890 und 1893 konnten die Baue am Hinteren Hapt nicht besucht werden. Im ersteren Jahre wurde es versucht zu diesen Gruben zu gelangen, doch hinderte ein neuer Felsabsturz, sowie ein heftiges Gewitter den Abstieg zu den Halden. Bei der Begehung im Jahre 1893 wurde von der Besichtigung dieser in montangeologischer und montantechnischer Beziehung jedenfalls nicht sehr bedeutenden Localität von vornherein abgesehen, weil der Führer den Zutritt zu den verlassenen Bauen als äußerst gefährlich bezeichnete.



Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben, Kleines Fleißtal, von Raimund Granoegger


Eingang zur Goldwaschanlage
Eingang zur Goldwaschanlage

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Eingang zur Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben von Raimund Granoegger am 27.08.2015.

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Zugang zur Goldwaschanlage
Zugang zur Goldwaschanlage

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Zugang zur Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben von Raimund Granoegger am 27.08.2015.

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Gebäude an der Goldwaschanlage
Gebäude an der Goldwaschanlage

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Gebäude an der Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben von Raimund Granoegger am 27.08.2015.

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Hinweistafel zu Raimund Granoegger
Hinweistafel zu Raimund Granoegger

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Gebäude an der Goldwaschanlage
Gebäude an der Goldwaschanlage

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Gebäude an der Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben von Raimund Granoegger am 27.08.2015.

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Hinweistafel zu Raimund Granoegger
Hinweistafel zu Raimund Granoegger

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Hinweistafel zu Raimund Granoegger, Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben von Raimund Granoegger am 27.0...

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Goldwaschbereich im Bach
Goldwaschbereich im Bach

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Goldwaschbereich im Bach, Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben von Raimund Granoegger am 27.08.2015.

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Goldwaschbereich im Bach
Goldwaschbereich im Bach

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Goldwaschbereich mit Waschrinne und Bach, Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben von Raimund Granoegger a...

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Goldwaschbereich im Bach
Goldwaschbereich im Bach

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Goldwaschbereich mit Waschrinne und Bach, Goldwaschanlage im unteren Mühlgraben von Raimund Granoegger a...

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Goldwaschanlage und Goldgräberdorf, Kleines Fleißtal


  • Das im Stil des 16. Jahrhunderts angelegte Goldgräberdorf beim "Alten Pocher", auf über 1.800 m Seehöhe, erzählt heute die Geschichte der Knappen, die hier zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert nach Gold schürften.
Goldgräberdorf Heiligenblut
Goldgräberdorf Heiligenblut

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Kleines Fleißtal mit Kleinfleißbach. Im Hintergrund Hoher Sonnblick, am 27.08.2015

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Eingang Goldgräberdorf Heiligenblut am 27.08.2015.

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Goldgräberdorf Heiligenblut
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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Zufahrt zum Goldgräberdorf Heiligenblut. Im Hintergrund Hoher Sonnblick, am 27.08.2015.

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Goldgräberdorf Heiligenblut
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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Kleinfleißbach im trockenen Sommer am 27.08.2015. Sein Wasser erhält dieser in erster Linie vom Überlauf...

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Goldgräberdorf Heiligenblut
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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Kleinfleißbach am 27.08.2015, der im Bereich der Goldwaschanlage sein Wasser aus den Schwämmbächen, unte...

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Goldgräberdorf Heiligenblut
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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Kleinfleißbach am 27.08.2015, der im Bereich der Goldwaschanlage sein Wasser aus den Schwämmbächen, unte...

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Goldgräberdorf Heiligenblut
Goldgräberdorf Heiligenblut

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Die Knappenhütte am 27.08.2015

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Die Bergschmiede am 27.08.2015

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Der Stollen am 27.08.2015

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Der Teich mit Plätte am 27.08.2015. Der Teich ist in Verbindung mit dem Zirmsee zu se...

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Goldgräberdorf Heiligenblut
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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Wasserzulauf zur Schmelzhütte und Pochwerk, am 27.08.2015.

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Wasserzulauf zur Schmelzhütte und Pochwerk, am 27.08.2015.

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Goldgräberdorf Heiligenblut
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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Die Schmelzhütte am 27.08.2015.

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Goldgräberdorf Heiligenblut
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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Die Schmelzhütte am 27.08.2015.

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Die Schmelzhütte am 27.08.2015.

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Das Pochwerk am 27.08.2015.

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Das Pochwerk am 27.08.2015.

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Der Röstatdl am 27.08.2015.

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Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Die Sackgutstation am 27.08.2015.

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Goldgräberdorf Heiligenblut
Goldgräberdorf Heiligenblut

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Im Goldgräberdorf. Der Erzscheideplatz am 27.08.2015.

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Goldbergbau Großes Fleißtal

Allgemein


  • In der großen Fleiß waren die Gruben auf den Trögern berühmt, die von dem Gewerken Kirchberger gebaut worden sind. Der Schlich von diesen Gruben wird auf einen Gehalt von 20 Loth göldischen Silbers angegeben. „Diße seindt“, sagt Steinperger, „alle flache Clüfft, undt zimblich Wassernetig. Haben ain Zwerchbau ( Zubau ) bei St. Abrahamb genanndt angefangen, und solches auf der ersten Clufft bis ungefährlich auf 6 oder 7 Clafter fortgetrieben; zu der Ersten reformation auß Vermanglung der Arbeiter eingestellt, undt bis auf dato unuerarbeither alleweillen verbliben; daß ist ein hoffentliches Berkwerch zu pauen in ainen Sanfften undt milden Gebürg.“



Längsschnitt durch den Imhof-Unterbaustollen


Längsschnitt durch den Imhof-Unterbaustollen
Längsschnitt durch den Imhof-Unterbaustollen

Österreich/Kärnten/Spittal an der Drau, Bezirk/Heiligenblut/Kleines Fleißtal/Goldgräberdorf. Längsschnitt durch den Imhof-Unterbaustollen. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken....

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Goldbergbau Rauriser Tal, Kolm Saigurn


Hoher Goldberg


  • Johann Russegger berichtet 1835 wie folgt:
  • "Über die erzführenden Gänge des hohen Goldberges und über den Abbau derselben, der noch gegenwärtig besteht, habe ich mich bereits in meiner Abhandlung über den Bau der Central-Kette ausgesprochen; ich werde mich daher hier mehr auf das Örtliche der wichtigsten Tagpunkte desselben beschränken.
  • Der hohe Goldberg in Rauris liegt in der Grenzlinie zwischen Kärnthen und Salzburg; er bildet keine Bergspitze, wie man vermuthen könnte, sondern nur ein Joch zwischen dem Scharrecke und dem Alten-Kogl, die Grubenbaue befinden sich in einer Mulde desselben, umgeben von gewaltigen Bergen und Gletschern, wie die hohe Riffl, der Herzog Ernst, der Alte-Kogl, der windische Kopf, der Trammerkopf und der hohe Sonnenblick. Die Mulde selbst ist mit Gletschern, und zwar mit einem der schönsten unseres Hochlandes grösstentheils erfüllt.
Schrägaufzug vom Goldgräberdorf Kolm - Saigurn
Schrägaufzug vom Goldgräberdorf Kolm - Saigurn

Schrägaufzug vom Goldgräberdorf Kolm - Saigurn/Salzburg, links im Bild zu sehen und sich den Berg hochziehend, Aufnahme um 1870. Foto Archiv woelsendorfer.

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  • Der Goldberg wird von Kulm-Saigurn in Rauris aus am bequemsten bestiegen, indem man daselbst die Wahl zwischen einem ordentlichen Sammweg und einem guten Fusssteig hat. Auf dem Sammweg kann man bequem reiten, und die diese Exkursion im Dienste zu machen haben, können sich auch durch die neuerbaute Aufzugs - Maschine direkte über die Felsenwände hinaufziehen lassen, was jedoch für blosse Neugierige verboten ist. Auf dem Fusssteige gelangt man nach einer guten Stunde zum ersten Berghause, zum sogenannten Neubau, in eine Meereshöhe von 6734 P. F. Hier befindet sich ein Tief-Stollen, der zur Aufschliessung des Neubau-Ganges und zur Unterteilung der höherliegenden Grubenbaue angeschlagen wurde, nun aber in Ruhe steht. Eine Viertelstunde seitwärts des Neubaues befindet sich auf dem sogenannten Kälberridel, in einer Meereshöhe von 6077 P. F., die von dem k. k. Oberkunstmeister Josef Gainschnigg neu erbaute Aufzugsmaschine. Das Gebäude selbst ist, wie beinahe alle Berghäuser in Rauris und Gastein, ganz gemauert. Die Maschine besteht in einem oberschlächtigen Wasserrade von 30' im Durchmesser und einem liegenden Seilkorbe. Das Seil ist 700 Klafter lang, wie das Tonnenfach, welches vom Stürz - Platze in Kolm-Saigurn (4953 P. F. Meereshöhe) bis zum Maschinengebäude eine Seigerhöhe von 1735 P. F. einbringt. Der Zweck der Maschine ist : alle zum Bergbau nöthigen Materialien und Requisiten aufzuziehen. Da der Bach, der aus dem Goldberger-Gletscher entspringt, das nöthige Aufschlagwasser liefert, so ist der Betrieb der Maschine auf dem in dieser Höhe nur sehr kurzen Sommer beschränkt. Der Umgang der Maschine ist bei hinlänglichem Wasser so schnell, dass der geladene Wagen, hinauf mit Material, hinab mit Pocherzen, 25 bis 27mal diese Tour machen kann in einer Zeit von 14 bis 16 Stunden. Vom Maschinengebäude weg werden die Materialien durch Menschen zur Bodenbergstube getragen, zu welcher man vom erstem aus in einer starken halben Stunde gelangt. Interessant ist es, wenn man sich dieser Stelle nähert, auf einmal, nach allen Seiten umgeben von Gletschern und zwischen himmelan strebenden Bergspitzen, ein freundliches Haus zu sehen. Der Anblick wirkt so wohlthätig auf das Gemüth; denn der Mensch, der sich schon allein wähnte auf diesen Eisfeldern, kommt nun wieder zu Menschen, denen er sich mittheilen kann, die ihn froh in ihren Kreis eintreten heissen. Die sogenannte Bodenbergstube liegt am Eingange des Boden-Stollens , des gegenwärtigen Hauptstollens. Ich beobachtete am 17. Juli am Mundloche desselben um 10 Uhr Morgens B = 214,3; T = + 10, t = + 9, woraus sich mir im Vergleich mit Böckstein eine Meereshöhe von 9649' P. oder 7860 Wiener Fuss ergab. Der Gegenstand des Bergbaus, der hier umgeht, sind die Gold- und Silber-führenden Gneiss- und Quarz-Gänge, die im Gneisse der Formation I aufsetzen.
Schnitt Kolm-Saigurn Goldzechscharte von Ost gegen West
Schnitt Kolm-Saigurn Goldzechscharte von Ost gegen West

Schnitt Kolm-Saigurn/Salzburg Goldzechscharte von Ost gegen West; Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

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  • Die anfahrende Mannschaft beträgt gegenwärtig 120 Mann. Der Betrieb dauert uch im Winter fort, in welcher Jahreszeit bei ungünstiger Witterung natürlich der Zugang nicht nur über jeden Begriff beschwerlich, sondern auch sehr gefährlich ist. Manchmal bläst der Wind, selbst bei heiterm Himmel (das sogenannte Heiter-Wehen) so heftig, dass er den stärksten Mann umwirft und zugleich die Kälte einen furchtbaren Grad erreicht. Ist der Wind auch mit Schnee - Gestöber verbunden, dann ist die Noth noch grösser, man muss sich ganz vermummen, um nicht zu ersticken, und ist ausserdem der grössten Lavinen-Gefahr preissgegeben. Aber auch im Winter hat der Goldberg seine schöne Seite. Eine reine mondhelle Nacht im Berghause zuzubringen, die eigenthümliche Beleuchtung der Gletscher, der riesenhaften Geister - Gestalten, die sie umgeben, zu schauen — das ist ein geistig – hoher Genuss, der über jede Beschreibung erhaben ist. Ich vergesse diese himmlisch schönen Nächte gewiss weniger, als jene Stürme und Gefahren, in denen eine besondere Liebe zum Leben und zu den Seinen den Muth des Mannes nicht sinken macht, ihm vielmehr eine edlere Tendenz, einen höhern Aufschwung gibt.
  • Von der Bodenbergstube weg reichen die Altenbaue bis beinahe hinauf zur Höhe des Goldberges , d.i. auf den Goldberger oder Fraganter Tauern. Man gelangt dahin sehr leicht auf dem Gletscher in einer guten Stunde. Die alten Baue sind, drei oder viere ausgenommen, alle vom Gletscher bedeckt.
  • Am 9. August, 2 3/4 Uhr Abends, beobachtete ich auf dem hohen Goldberger - Tauern am Wetterkreutze B = 205,4, T = + 10, t = + 9,8, und berechnete daraus die Meereshöhe dieser Station zu 8511' P. Über diese Höhe gelangt man aus Rauris in das Fragant-Thal in Kärnthen. Dieser Tauern wird bei günstiger Witterung auch im Winter häufig passirt."

Knappenhaus am Rauriser Goldberg
Knappenhaus am Rauriser Goldberg (SNr: 0844)

Knappenhaus am Rauriser Goldberg/Salzburg. Holzstich aus dem Jahre 1869.

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  • 1880 berichtet F. Posepny über die Bergbau-Verhältnisse:
  • "Die Lage der Schichten in dem ganzen Complexe ist ziemlich gleichförmig Nordwest streichend und Südwest fallend, blos im Bereiche des Schwarzen Schiefers finden sich grössere Unregelmässigkeiten, Knickung, Fältelung, und Faltung. Die durch den Bergbau aufgeschlossenen Neuner haben nicht absolut dieselbe Neigung gegen den Horizont. Der nordöstlichste derselben, der durch die gleichnamigen Stollen aufgeschlossene Joseph- oder Fröberlinger-Neuner hat ein flaches, die durch den Bodenstollen verfolgten zwei (Schwarzer und Boden-) Neuner, sowie der Christoph- oder Mörchen- Neuner ein tonlägiges, und der Gaile Neuner endlich ein steiles Einfallen. Die weiter im Südwesten ausserhalb der Grube bekannten Neuner, sowie überhaupt die hier in der Regel ganz deutlich ausgesprochene Schichtung des Gneisses zeigen wieder eine allmälige Abnahme des Neigungswinkels.
  • Die Distanz, auf welche einzelne dieser Neuner in der Grube verfolgt wurden, ist eine bedeutende, und beträgt bei dem Schwarzen, sowie dem Mörchen-Neuner beinahe einen Kilometer. Am Tage ist ihre Lage durch Terrainvertiefungen angedeutet, sie lassen sich aber wegen der häufigen Unterbrechung durch das Firn- und Gletschereis auf keine grösseren Distanzen verfolgen. Geübte Bergleute wollen aber die einzelnen Neuner sogar jenseits des grossen Gletscherstromes am Abhange des Sonnblicks erkannt haben.
  • Die durch den Bergbau aufgeschlossenen Gänge haben aber alle die Eigenschaft mit einander gemein, blos in der Distanz zwischen je zwei Neunern eine gewisse Regelmässigkeit der Streichungsrichtung zu zeigen, und an dem Neuner selbst undeutlich zu werden. Was ihr Streichen betrifft, so ist dies bei den Meisten und Wichtigsten ein nordöstliches, zwischen den Azimuthalwinkeln von 10 und 30 Graden gelegenes und die Verflächrichtung ist sodann mit der einzigen Ausnahme der Goldberger Kluft, welche nach Nordwest fallt, regelmässig eine südöstliche. Indessen soll es ausserhalb des Hauptgrubencomplexes auch einige abweichend streichende Gänge geben, so die Sommer- oder Pfefferkaarkluft in der Nähe des Neubaues, und ein von L. Waldner vermessener Gang am Kalten-Boden, nördlich von dem Bodenstollener Berghause, dessen genaue Position ich aus den Zugbuchsdaten nicht zu entnehmen vermochte.

    • Hinweis dazu: Horizontalwinkel – auch Azimutalwinkel genannt – sind in einer waagerechten Ebene gemessene Winkel. Seine Schenkel werden Horizontalrichtungen genannt. In der Geodäsie werden Horizontalwinkel aus Satzmessungen mit einem Theodolit oder Tachymeter sehr genau bestimmt und berechnet.
  • Von Nordwest gegen Südost fortschreitend sind folgende Klüfte bekannt geworden:

    • Neubau- oder Augustinkluft in der Nähe der Aufzugsmaschine, durch eine Reihe von Ausbissen im Neubaugneisse bezeichnet und durch den Augustin- und Sigismund (Sigmund)-Stollen bis zum schwarzen Schiefer auf eine Distanz von etwa 400 Meter verfolgt. Der etwa 34 Meter über dem Sigismundstollen liegende Augustinbau hat mehrere Querschläge nach Südost, darunter einen in der Distanz von c. 258 M. vom Mundloche gelegenen, mit welchem man den Hauptbau zu unterfahren beabsichtigte, und welcher nach einer Karte vom Jahre 1855 bereits die Länge von c. 100 M. erreicht hatte. Derselbe soll nach den eingezogenen Nachrichten mit dem Feldorte den schwarzen Schiefer erreicht haben. Das Mundloch des Augustin-Stollens soll nach einer Karte von Reissacher 171 M. unter dem Bodenstollen-Mundloche und c. 12 M. über dem Niveau der Aufzugsmaschine liegen. Es ist zu bedauern, dass dieser so günstig situirte Querschlag nicht seinem Ziele zugeführt wurde.
    • Die nächste Kalten-Boden(Poden)- oder auch Reichschartelkluft ist ebenfalls durch alte Verhaue bezeichnet, wie überhaupt alle diese im Liegenden des schwarzen Schiefers gelegenen Baue. In der Nähe des Pfefferkaarschachtes sind Ruinen von Grubenhäusern zu bemerken. Analoge Bergbauspuren führen die Weitenkaar, die Fliessgänger und die erwähnten alten Baue vom Kalten-Poden, deren Position aus den Waldner'schen Zugbuchsdaten nicht genau zu bestimmen ist. Der Bau bestand aus drei Stollen, dem Laurenz-, Maria-Magdalena- und dem Schmidten- Stollen, welche an einer ostwestlaufenden steil nordfallenden Kluft geführt wurden. Die zwei wahrscheinlichsten Lagen dieses Baues finden sich in der Uebersichtskarte mit punktirten Linien bezeichnet.
    • Die meisten dieser alten Verhaue liegen in der Nähe des schwarzen Schiefers, und zwar in seinem Liegenden. Die Lagerstätten scheinen also gerade in der Nähe des Schiefers edel gewesen zu sein, ebenso wie die im Hangenden des Schiefers befindlichen Gänge des Hauptbaues, von welchem dies durch den Betrieb direct nachgewiesen werden konnte. Diesem zufolge hätte die Fortsetzung des Querschlages vom Augustin-Stollen, wenn derselbe in der Nähe des Schiefers geführt worden wäre, Hoffnung gehabt, die edlen Punkte dieser Klüfte zu verkreuzen.
  • Der Goldberger Hauptgruben-Complex im Hangenden des schwarzen Schiefers besteht aus folgenden Gruppen:

    • Das Herrnstollner- oder Fröberlinger-System, aus zwei, stellenweise drei Klüften bestehend und vom Mörchen- bis zum Fröberlinger-Neuner auf eine Distanz von 600 M. aufgeschlossen.
    • Habersberger Kluft zwischen dem Fröberlinger Neuner und dem schwarzen Schiefer am Josefstollen-Horizonte.
    • Haberländer Kluftsystem aus etwa zwei Klüften bestehend, auf die ganze Länge des zwischen dem Mörchen-Neuner und dem schwarzen Schiefer liegenden Spatiums" (lat. Für Zwischenraum)", auf c. 700 M. nachgewiesen, doch im südwestlichen Theile nicht bauwürdig gefunden. Der Gang war besonders zwischen dem Schwarzen und dem Fröberlinger Neuner, zwischen den Horizonten des dritten Hauptstollens und des Bodenstollens edel, wie es die in den Karten verzeichneten Verbaue andeuten.
    • Goldberger Kluftsystem, auf etwa 600 M. zwischen dem Mörchen-Neuner und dem schwarzen Schiefer aufgeschlossen, mit zwei besonders reichen Erzsäulen, wovon die Eine vom Georgsbau bis zum Johannihorizonte, die Andere vom vierten Haupt- bis zum Bodenstollenhorizonte reichte.
    • Krichgänger-Kluft, zwischen dem Schwarzen Neuner Und dem schwarzen Schiefer, zwischen dem dritten Haupt- und dem Bodenstollenhorizonte aufgeschlossen, doch nicht überall bauwürdig gefunden. Diese Kluft hat das rechtsinnische Verflächen gegen Südost und stiess zwischen dem dritten und vierten Hauptstollen mit der widersinnisch nach Nordwest fallenden Goldberger Kluft zusammen unter Verhältnissen, die für mich nicht mehr eruirbar waren.
    • Die Bodner Kluft ist zwischen dem Gailen- und Schwarzen Neuner zwischen dem Bodner Bau und dem Kristof-Stollen-Horizonte abgebaut worden.
  • Die ziemlich complicirten räumlichen Verhältnisse dieser Klüfte sind in der Situationskarte dargestellt.
  • Oberhalb der Bodner Baue finden sich noch zahlreiche Halden und Ruinen alter Berghäuser, welche ich in keiner Karte aufgefunden habe. Ein Complex solcher alter Reste am Abhange des Herzog Ernst in der Nähe der Fraganter Scharte soll nach J. Rojacher den Bauen an der Sonnenstern-Kluft angehört haben. Eine zweite Tradition führt C. Rochata aus der Gegend vom nördlichen Abhange des Alten Kogels an. Es soll hier der sog. Moderegger-Stollen bestanden haben. Diese Nachricht stammt vom Bergrichter Steinperger, der bei der Erwähnung der im Gross-Zirknitzthale auf der Kärntner Seite situirten Gänge von Moderegg bemerkt, dass die Salzburger Gewerken dem Moderegger Gange mit einem 500 Kft. (?) langen Stollen, der Alte Kogel genannt, gebaut und die Gänge in der Höhe zwar erreicht haben, die Tiefe aber wegen grossem Wasserzufluss nicht benützen konnten.
  • Diese Nachricht dürfte es sein, welche Herrn Baron von Madys veranlasst hat, südwestlich vom Altenbergkogelspitz an der Grenze des Grieses mit dem Firn einen Schürf zu betreiben. Ueber die bisherigen Aufschlüsse ist mir nichts Näheres bekannt geworden. Nach den Aufzeichnungen, die mir über diesen Gegenstand vom Herrn J. Rojacher zugekommen sind, dürfte der Schurf zu einem auch von der Salzburger Seite durch einige alte Stollenspuren bezeichneten Gangstrich gehören, der ungefähr in die Fortsetzung der vorderen und mittleren Klüfte des Goldberger Hauptbaues fiele.
  • Zur Zeit meines Besuches dieser Gegend konnte man am Neuner Bolfach am Westabhange des Herzog Ernst an zahlreichen Stollenruinen alte Baulichkeiten und Halden bemerken, welche vor Kurzem erst aus der Eisbedeckung hervorgekommen sein mussten, apper wurden, wie man im Salzburgischen sagt, und ich bedauere es lebhaft, nicht mit Messinstrumenten ausgerüstet gewesen zu sein, um die Position dieser Reste aufzunehmen und in die Karte einzuzeichnen, weil es im Bereiche der Möglichkeit liegt, dass dieselben durch eine abermalige Vereisung vielleicht auf lange Zeit hinaus unsichtbar werden könnten.
  • An dieser Stelle mag auch angeführt werden, dass an der anderen Seite des Goldberger Gletschers, am Ostabhange des Sonnblicks ebenfalls zahlreiche Bergbauspuren durch das Abschmelzen des Eises sichtbar werden. Ich sah 1875 eine Gruppe von Verhauen an nordoststreichenden Klüften in einem granitähnlichen Gneisse und bekam zwei Stollen-Kappenhölzer zu Gesichte, worauf die Jahreszahlen 1562 und 1564 entziffert werden konnten. Es scheint somit, dass alle diese höchstgelegenen Baue aus der Zeitperiode Ende des sechzehnten Jahrhunderts, wo die Vereisung noch nicht weit vorgeschritten war, stammen.
  • Der Vollständigkeit halber lasse ich hier die Aufzählung der Klüfte des Hauptbaues nach der Auffassung des Bergrathes Alberti, und zwar in umgekehrter Richtung von Südost nach Nordwest folgen:

    • 1. Bodner-Kluft, bereits im XVI. Jahrhundert verhaut,
    • 2. Brandmayer-Gang,
    • 3. Altgoldberger-Gang, scheint die SW. -Fortsetzung der Neuen Goldberger Kluft zu sein.
    • 4. Sonnenstern-Gang, bloß dem Namen nach bekannt,
    • 5. Scheicher-Gang, bloß dem Namen nach bekannt,
    • 6. Segner-Gang,
    • 7. Georgi- Gang,
    • 8. Krichgänger-Kluft,
    • 9. die erste Krichgänger-Kluft 12 M. weiter, am Bodenstollen,
    • 10. die zweite Krichgänger Kluft 10 M. weiter, am Bodenstollen,
    • 11. die dritte Krichgänger-Kluft 12 M: weiter, am Bodenstollen,
    • 12. neue Goldberger-Kluft,
    • 13. Sigmund- oder Goldberger-Hangendkluft,
    • 14. eine verhaute Kluft 12 M. weiter am Mörchen-Neuner,
    • 15. eine verhaute Kluft 5 M. weiter am Mörchen-Neuner,
    • 16. eine verhaute Kluft 15 M. weiter am Mörchen-Neuner,
    • 17. Martins-Kluft,
    • 18. Haberländer-Kluft,
    • 19. Habersberger-Kluft,
    • 20. erste Unbenannte, in den ältesten Zeiten verhaut,
    • 21. zweite Unbenannte, in den ältesten Zeiten verhaut,
    • 22. dritte Herrenstollner-Kluft , in den ältesten Zeiten verhaut,
    • 23. Tröberlinger-Kluft, in den ältesten Zeiten verhaut,
    • 24. erste Unbenannte , in den ältesten Zeiten verhaut,
    • 25. zweite Unbenannte, in den ältesten Zeiten verhaut,
    • 26. dritte Unbenannte, in den ältesten Zeiten verhaut."
  • Diese Aufzählung setzt stillschweigend den Parallelismus sämmtlicher Klüfte voraus und nimmt auf die Verzweigung derselben keine Rücksicht. Ein Blick auf die Grubenkarte belehrt uns, dass eigentlich blos von einem sehr ungefähren Parallelismus gesprochen werden kann, und dass Convergenzen der Streichungslinie stellenweise ganz deutlich ausgesprochen sind. Man findet auch keine gleichmässige Vertheilung der Klüfte innerhalb des Grubenfeldes vor, um die obige Annahme zu rechtfertigen, sondern bemerkt vielmehr ganz deutlich die Anhäufung der Klüfte in einzelnen Gruppen zu förmlichen Zerspaltungszonen. Ferner scheint auch hier statt eines ganz abstract gedachten Systems von parallelen Klüften eine maschenformige Anordnung dieser Zerspaltungs- oder Dislocationszonen angedeutet zu sein, denn man bemerkt sogar die Convergenz ganzer Zonen, welche es wahrscheinlich macht, dass dieselben sich jenseits des sie kreuzenden Neuners vereinigen dürften.
Übersichtskarte des Bergreviers am Rauriser Goldberge
Übersichtskarte des Bergreviers am Rauriser Goldberge

Übersichtskarte des Bergreviers am Rauriser Goldberge/Salzburg ... nach Grubenkarten von Leonhart Waldner aus dem Jahre 1570 und Ergänzungen in späteren Jahren bis circa 1880. Zur besseren Betracht...

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  • Hinweis zur Übersichtskarte:
  • Die Erfahrung, dass man sich von den Zuständen eines Bergbaues nur dann eine richtige Idee machen kann, wenn man seine räumlichen Verhältnisse kennt, führte mich zu der Anlage eines ziemlich umfassenden Kartenwerks. Durch die Benützung der reichen Kartensammlung der einstigen Hofkammer für Berg- und Münzwesen, sowie des Waldnerischen Zugbuches wurde ich in den Stand gesetzt, Grubenkarten von mehreren längst aufgelassenen Bergbauen zu verfassen und so einen Einblick in die inneren Verhältnisse dieses Terrains zu ermöglichen.
  • An dieser Stelle dürften einige Notizen über das Zugbuch von L. Waldner, eines der ältesten bergmännischen Urkunden und die Quelle von vielen, sowohl für die Praxis als auch für die Wissenschaft werthvollen Daten, unterbracht werden. Das Original dieses Zugbuches fand ich im Sommer 1875 im Besitze des prov. Oberhutmanns und gew. Bergmeisters in Böckstein, Herrn Johann Stöckel jun. Es wird zuerst 1849 von Russegger erwähnt und war bereits 1831 — 1835 im Besitze von Johann Stöckel sen., Hutmann in Böckstein. Es scheint in dieser alten bergmännischen Familie (denn die Stöckel‘s erscheinen 1510 bis 1527 als Schmelzherren von Schwatz in Tirol) mit der Auflösung der Lendtner Hütten-Gesellschaft 1589 bewahrt, aber erst in den 30er Jahren dem innern Werthe nach erkannt worden zu sein. Herr J. Stöckel jun. machte mir eine Copie dieses Zugbuches zum Geschenke, wodurch ich in den Stand gesetzt wurde, die darin enthaltenen Daten bei dem dieser Monographie beigegebenen Kartenwerke zu benützen. J. Stöckel sen. hatte ferner zuerst versucht, aus diesen Daten die betreffenden Grubenkarten anzufertigen und Herr J. Stöckel jun. war auch so freundlich, mir diese Zusammenstellungen zur Einsicht und Copie zu überlassen.
  • Das Zugbuch selbst führt den Titel:

    • 1570. Hierinnen Verzaichnet und beschriehen alle Schintzug, so durch Leonharten Waldner Gemeines Lentner Handels Diener von 69st Jar bis Aussgang 72 Jars durch in verricht worden, wie hernach volgt
  • und begreift die Vermessung folgender Bergbaue:

    • Rathhausberg 25 Stollen mit 4846 Salzburger Klafter = 12 227 M. Gesammtlänge.
    • Pauleithen 21 Stollen mit 3460 S. K. = 6180 M.
    • Siglitz 20 Stollen mit 4132 S. K. = 7380 M.
    • Goldperg in der Rauris mit 3164 S. K. = 5 651 M.,
  • zusammen also mit c. 31 Kilometer Gesammt-Streckenlänge. Schon diese Zahlen an und für sich geben uns einen Einblick in die Grossartigkeit des damaligen Betriebes, und es ist noch beizufügen, dass diese Zahl blos die offenen und vermessbaren Grubenstrecken in sich begreift. Wenn man bedenkt, dass in dieser Zeit blos mit Schlägel und Eisen gearbeitet wurde, so kann man sich von der Energie und Ausdauer der Alten einen annähernden Begriff machen.
  • Was die Person L. Waldner's betrifft, so erscheint er zum zweiten Male in einer im Kartenarchive der k. k. Bergverwaltung von Kitzbühel in Tirol vorgefundenen Karte des Bergbaues am Pehrnstain vom Jahre 1577.
  • Die Daten des Waldnerischen Zugbuches geben darüberhinaus Aufschluss, über den Zustand der Vereisung am Rauriser Goldberge. Hier bilden diese Daten einen gewiss sehr seltenen und auf 300 Jahre zurückgehenden Anhaltspunkt, aus dem hervorgeht, dass der ganze Grubenabhang vor 1570 eisfrei gewesen sein muss, dass aber in diesem Jahre bereits das Mundloch des tiefsten Stollens mit einer etwa 15 Meter mächtigen Eislage bedeckt war.

Raurisertal


Parkplatz Lenzanger im Raurisertal
Parkplatz Lenzanger im Raurisertal

Parkplatz Lenzanger, Kolm Saigurn, Salzburg, im Raurisertal, Hinweistafel am 26.03.2016.

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Parkplatz Lenzanger im Raurisertal
Parkplatz Lenzanger im Raurisertal

Parkplatz Lenzanger, Kolm Saigurn, Salzburg, im Raurisertal, am 26.03.2016.

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Parkplatz Lenzanger im Raurisertal
Parkplatz Lenzanger im Raurisertal

Parkplatz Lenzanger, Kolm Saigurn, Salzburg, im Raurisertal, Hinweistafel am 26.03.2016.

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Naturfreundehaus Kolm Saigurn im Raurisertal
Naturfreundehaus Kolm Saigurn im Raurisertal

Naturfreundehaus Kolm Saigurn, im Raurisertal, Salzburg, am 26.03.2016.

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Waschgold Hüttwinklache
Waschgold Hüttwinklache (SNr: 0825)

Waschgold Hüttwinklache, Raurisertal, Kolm Saigurn, Salzburg, am 26.03.2016.

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Naturfreundehaus Kolm Saigurn im Raurisertal
Naturfreundehaus Kolm Saigurn im Raurisertal

Naturfreundehaus Kolm Saigurn, im Raurisertal, Salzburg, am 26.03.2016.

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Naturfreundehaus Schutzhaus Neubau
Naturfreundehaus Schutzhaus Neubau

Naturfreundehaus Schutzhaus Neubau, Kolm Saigurn, im Raurisertal, Salzburg, am 26.03.2016.

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Raurisertal Bereich Kolm Saigurn
Raurisertal Bereich Kolm Saigurn

Raurisertal Bereich Kolm Saigurn, Salzburg, mit Brücke Erfurter Weg zum Lachegggraben über Hüttwinklache, am 26.03.2016.

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Naturfreundehaus Schutzhaus Neubau
Naturfreundehaus Schutzhaus Neubau

Naturfreundehaus Schutzhaus Neubau, Kolm Saigurn, im Raurisertal, Salzburg, am 26.03.2016.

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Rauris


Haus in dem Ignaz Rochjacher in Rauris verstarb
Haus in dem Ignaz Rochjacher in Rauris verstarb

Österreich/Salzburg/Zell am See, Bezirk (Pinzgau)/Rauris. Haus in dem Ignaz Rochjacher in Rauris verstarb. Foto vom 16.08.2016.

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Ignaz Rochjacher 1880
Ignaz Rochjacher 1880

Österreich/Salzburg/Zell am See, Bezirk (Pinzgau)/Rauris. Ignaz Rochjacher im Jahre 1880. Foto Archiv woelsendorfer.

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Gedenktafel für Ignaz Rochjacher in Rauris
Gedenktafel für Ignaz Rochjacher in Rauris

Österreich/Salzburg/Zell am See, Bezirk (Pinzgau)/Rauris. Gedenktafel für Ignaz Rochjacher in Rauris. Foto vom 16.08.2016.

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Schroll, Caspar Melchior Balthasar:""Grundriß einer Salzburgischen Mineralogie oder kurzgefaßte der bis itzt bekannten Mineralien des Fürsthums und Erzstifts Salzburg", in 1. Band "Jahrbücher für Berg- und Hüttenkunde", 1797.
  • Wöllner, Franz: "IV. Nachrichten über den vormaligen Gold- und Silberbergbau in Oberkärnten", in "Kärntnerische Zeitschrift", von: Kumpf, Johann Gottfried, Zweites Bändchen, Klagenfurt 1820.
  • Johann Russegger: "Einige Höhen in den Thälern Gastein und Rauris im Herzogthum Salzburg und in den angränzenden Theilen des Hochlandes von Kärnthen, mit besonderer Rücksicht auf bergmännisch interessante Punkte, barometrisch bestimmt", in "Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefaktenkunde", von: Leonhard, Dr. K. C. von und Bronn Dr. H. G., Stuttgart 1835.
  • "Carinthia", Zeitschrift für Vaterlandskunde, Belehrung und Unterhaltung, Herausgegeben vom Geschichtsvereine und naturhistorischen Landesmuseum in Kärnten, Sechsundsechzigster Jahrgang, 1876.
  • ROCHATA, Carl: "Die alten Bergbaue auf Edelmetalle in Oberkärnten", in "Jahrbuch der Kaiserlich-Königlichen Geologischen Reichsanstalt", XXVIII. Band, II. Heft, Seite 213-368, Wien 1878.
  • "Die Resultate der Untersuchung des Bergbau-Terrains in den Hohen Tauern", K.K. ACKERBAU-MINISTERIUM, Wien 1895.
  • F. Becke: "Die Goldbergbaue der Hohen Tauern", Vortrag vom 17.03.1909, Verein zur Verbreitung naturwissen¬schaftlicher Kenntnisse, XLIX. Wien.
  • Jegher, Carl: "Vom Goldbergbau in den Hohen Tauern", in "Schweizerische Bauzeitung", Band 112, Heft 4, 1938.

Quellenangaben