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Alberti, Friedrich von

Dr. h.c. Friedrich August von Alberti (* 4. September 1795 Stuttgart; † 12. September 1878 Heilbronn) war ein deutscher Geologe und Salinist

Friedrich von Alberti war der Sohn des württembergischen Offiziers Franz Karl Alberti, der Lehrer an der Hohen Karlsschule gewesen und vom König in den Adelsstand erhoben worden war.

Er ging an den Standorten seines Vaters in Stuttgart, Rottweil und Öhringen zur Schule. Seit 1809 studierte er Bergbau und Hüttenwesen an der Militärschule in Stuttgart. Nach Ende der Ausbildung erhielt er 1815 seine erste Anstellung als Geologe in der königlich württembergischen Saline in Sulz am Neckar, in der Sole aus Bohrlöchern gewonnen und zu Salz gesotten wurde. Er schuf sich dort einen guten Ruf und wurde 1818 mit der Aufsicht über den Bau der neuen Saline Friedrichshall in Jagstfeld (heute Bad Friedrichshall) betraut. Ab 1822 suchte er im Auftrag der Regierung bei Schwenningen nach Steinsalz und wurde schließlich im Juli 1823 zwischen Dürrheim und Schwenningen fündig. Durch das von ihm ausgearbeitete Württembergische Siedesystem konnte Alberti später den Salzertrag beim Sieden verdoppeln.

Alberti machte sich insbesondere um die Erforschung der Trias-Formation verdient, der er 1834 in seinem Werk "Beitrag zu einer Monographie des bunten Sandsteins, Muschelkalks und Keupers, und die Verbindung dieser Gebilde zu einer Formation" auch diesen Namen gab. 1836 wurde Alberti zum Bergrat ernannt und unternahm eine große Reise durch fast alle Salzwerke Deutschlands und die Salzlager Oberschlesiens, Südpolens, Galiziens und in den Ostalpen. Weitere Reisen zu Beginn der 1840er-Jahre nach Frankreich und in die Zentralalpen dienten ihm als Vorstudien für seine 1852 erschienene "Halurgische Geologie".

Alberti ließ in Friedrichshall einen Schacht bauen und stieß in 153 m Tiefe auf eine Salzschicht. Er erkannte, daß dem Abbau von festem Salz gegenüber dem bisherigen Aussol-Verfahren die Zukunft gehörte. Die ausgedehnten Sammlungen von Fossilien, die Alberti zeit seines Lebens angelegt hatte, kaufte 1862 der württembergische Staat für das Königliche Naturalienkabinett.

Alberti wurde schon zu Lebzeiten vielfältig gewürdigt und geehrt.


Literatur:

  • Die Gebirge des Königreichs Würtemberg, in besonderer Beziehung auf Halurgie: Mit Anmerkungen und Beilagen von Prof. G. Schübler in Tübingen / von Friedrich von Alberti, Salinen-Verwalter von Wilhelmshall. Stuttgart und Tübingen, in der J.G. Cotta'schen Buchhandlung, 1826.
  • Beitrag zu einer Monographie des bunten Sandsteins, Muschelkalks und Keupers, und die Verbindung dieser Gebilde zu einer Formation. Stuttgart & Tübingen, 1834.
  • Übersicht der mineralogischen Verhältnisse des Gebiets der vormaligen freien Reichsstadt Rottweil. Rottweil: Englerth 1840. In: Heinrich Ruckgaber: Geschichte der Frei- und Reichsstadt Rottweil, S.576–627.
  • Halurgische Geologie. 2 Bände. Cotta, Stuttgart 1852.
  • Die Bohnerze des Jura, ihre Beziehung zur Molasse und zu den Gypsen von Paris, Aix und Hohenhoewen. Stuttgart 1853. Auch in: Württemb. naturw. Jh. 1853.
  • Überblick über die Trias mit Berücksichtigung ihres Vorkommens in den Alpen. Stuttgart 1864. doi:10.5962/bhl.title.14903, Archive
  • Fritz Berckhemer: Friedrich von Alberti. In: Schwäbische Lebensbilder. Bd.2. Kohlhammer, Stuttgart 1941. S.1–10.
  • Walter Carlé: Die Rolle des Königlichen Bergrates Dr. h.c. Friedrich August von Alberti in der Entwicklung von Geologie, Salinen- und Bergbaukunst. In: Biographien süddeutscher Salinisten. Stuttgart 1978, S.54–87.
  • Wolfgang Hansch: Eine Landschaft und ihr Namensgeber. Friedrich von Alberti (1795–1878). In: Christhard Schrenk (Hrsg.): Heilbronner Köpfe II. Lebensbilder aus zwei Jahrhunderten. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1999, ISBN 3-928990-70-5 (Kleine Schriftenreihe des Archivs der Stadt Heilbronn, 45)
  • Erich Krenkel: Alberti, Friedrich August von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Bd., Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S.140 f.

Weblinks:


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