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Broken Hill

Steckbrief

Land

Australien

Re­gi­on

New South Wales / Yancowinna Co. / Broken Hill

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Der Ort Broken Hill liegt im weiten Westen von New South Wales, nahe der Grenze zu South Australia. 500 km ist Broken Hill von Adelaide entfernt, 850 km von Melbourne und 1200 km von Sydney.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Bergwerke (untertägig), Tagebau, Halden

Geo­lo­gie

Es handelt sich beim Broken Hill um eine metamorphe, stratiforme, vulkanisch-exhalative Lagerstätte mit hohen Silber-, Kupfer-, Blei-Anteilen. (weltgrößte SEDEX-Lagerstätte)

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

nicht bekannt

GPS-Ko­or­di­na­ten

Broken Hill



Broken Hill

WGS 84: 
Lat.: 31,95055556° S, 
Long: 141,47888889° E
WGS 84: 
Lat.: 31° 57' 2" S,
   Long: 141° 28' 44" E
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=27
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (7 Bilder gesamt)

Blei-Zink-Erzkörper
Aufrufe (Bild: 1289146022): 1407
Blei-Zink-Erzkörper

Broken Hill, New South Wales, Australien

Copyright: Archiv: Philip Blümner (slugslayer)
Beitrag: slugslayer 2010-11-07
Alte Junction Mine
Aufrufe (Bild: 1181315362): 3371
Alte Junction Mine

Broken Hill, New South Wales, Australien

Copyright: Andrew West
Beitrag: Klinoklas 2007-06-08
Alte Junction Mine
Aufrufe (Bild: 1180700066): 1777
Alte Junction Mine

Broken Hill, New South Wales, Australien

Copyright: Andrew West
Beitrag: Klinoklas 2007-06-01

Ausführliche Beschreibung

Geschichte

Altes Fördergerüst
Altes Fördergerüst

Broken Hill, New South Wales, Australien

Rod Wilkinson
Beförderung von Erz
Beförderung von Erz

Broken Hill, New South Wales, Australien

Adrian Armorer

Erste Expeditionen in die Barrier Ranges gab es 1844-46. Silbererz wurde auf dem Grundstück der Thackaringa Schafzucht gefunden. Patrick Green gründete die erste Mine "The Pioneer" 1876.

1883 fand Charles Rasp schwarzes Gestein und vermutete Kassiterit; also schickte er Proben zur Analyse. Darin waren Silber und Blei, aber nicht genug, um wirtschaftlich zu werden. Die Proben, manganhaltiges Eisenerz, stammten aus der Oxidationszone. Im Laufe des Jahres wurden mehr Proben entnommen, die Broken Hill zu einer großen Entdeckung machten.

Nach 1886 kamen viele Forscher und Geschäftsleute und damit auch Bergbaufirmen. Eine besondere wäre zu erwähnen, die Broken Hill Proprietary Company (BHP), gegründet 1885, welche jetzt noch die größte Firma Australiens ist. Diese Firma kontrollierte fast alle Minen von Broken Hill. Im Laufe des Abbaus waren Bergarbeiter und Mineralogen fasziniert von der Herrlichkeit der Kristalle in Drusen und Hohlräumen (zw. cm- und Raumgröße).

Man konnte einiges an Mineralien retten, aber der Rest landete in den Schmelzöfen. Als Sammler von der Fundgrube hörten, fand ein großes Tauschgeschäft statt; Mineralien gegen Lebensmittel und Bier.

Ein Aufschluss, ca. 600 m östlich der eigentlichen Minen von Broken Hill brachte riesige, bis über 1t schwere Silbernuggets hervor. Diese bestanden zu 84,5% aus reinem Silber und Dyskrasit.

1914 gab es in Broken Hill zehn Bergbaufirmen mit insgesamt 8800 Arbeitern. Als die Minen langsam erschöpften, verschwanden die Firmen wieder. Sogar die BHP legte ihre Arbeit 1939 nieder. Die Central Mine schloss 1940, übrig blieben die North und South Mines und die Zinc Corporation Mine. Eine neuere Mine namens "New Broken Hill Consolidated" förderte ab 1944 Erz und arbeitete mit den drei anderen Minen 25 Jahre lang. 1972 schloss die Broken Hill South Mine. Dennoch ist der Erzkörper noch äußerst reichhaltig und es werden immer noch über 4000 Menschen untertage beschäftigt. Ab 1976 wurden Halden und die Oberfläche verarbeitet.


Schematische Darstellung
Schematische Darstellung

Die Übersicht von Broken Hill zeigt sowohl die Positionen der Übertageanlagen als auch die Lage der Blei & Zinkerzkörper an.

Klinoklas

Geologie

Die Metallerze der Broken Hill-Lagerstätte stammen vom Meeresboden, als sich vor rund 1,8 Mrd. Jahre Gesteine als Ergebnis von metallführenden heißen Quellen am Boden des Meeres ablagerten. Umwälzungen, wiederholte Ablagerungen und Faltungen brachten die Lagerstätte in ihre heutige Form. Sie wird als metamorphe, stratiforme, vulkanisch-exhalative Lagerstätte angesehen.

Die Metamorphose, die die Rekristallisation vor ca. 500 Mio. Jahren bewirkt hat, ist verantwortlich für die Bildung vieler attraktiver Mineralien, z.B. Galenit, Sphalerit, Granat, Rhodonit, Bustamit, Pyroxmangit und weitere Silikate. Irgendwann im Tertiär fand eine Erosion statt, die den Erzkörper von Broken Hill freilegte und eine Oxidation von ca. 90 m Tiefe (örtlich auch 200 m) bewirkte.

Die Einheit besteht aus sechs chemisch unterschiedlichen, sich überlagernden Schichten:


  • 1. Schicht
    reich an Silber, Fluorit und Rhodonit
  • 2. Schicht
    reich an Blei, Calcit, Rhodonit
  • 3. Schicht
    reich an Zink; silberarm
  • 4. Schicht
    reich an Zink; silberarm
  • 5. Schicht
    Zinkreich; silberarm, mehr Rhodonit
  • 6. Schicht
    reich an Zink und Silikaten; silberarm

Lagerstätten und Aufschlüsse

  • Block 14 Opencut
  • Broken Hill Proprietary Mine
  • Consolidated Zinc Mine
  • Consols Mine
  • Junction Mine
  • Kintore
  • Lake's Grave
  • Little Broken Hill

    • Melbourne Rockwell mine
  • North Mine
  • Opencut
  • Pinnacles Mine
  • Potosi mine
  • Repeater Station
  • South Mine
  • Thackaringa District

    • 9 Mine
    • Wilson's quarry
  • Zinc Corporation Mine

Kintore

Eine besondere Oxidationszone namens Kintore muss hierbei erwähnt werden. Hier entstanden viele Sekundärmineralien. Viele der Mineralien sind Krusten und/oder Mikrokristalle.

Jüngerer Bergbau in den Überbleibseln der Oxidationszone von Kintore hat eine Reihe seltener Arsenate, Phosphate und Sulfate offengelegt, die bisher in Broken Hill nicht bekannt waren. Um die Vielfalt der Mineralien von Kintore genau untersuchen zu können, wurde eine Firma namens "Minerals Mining and Metallurgy Limited" gegründet. Seit 1985 wurden Proben an die Fakultät für Mineralogie im Museum of Victoria zur Analyse geschickt. Die Stücke erlaubten Arbeiten zur Identifikation neuer Mineralien und Paragenesen.

Die Mineralien sind hauptsächlich körniger Galenit und Sphalerit mit geringem Chalkopyrit-, Arsenopyrit- und Löllingitanteil in Quarz-Spessartin-Gängen. Die neuen Mineralien befinden sich in einer Linse aus verwittertem "Granatsandstein", größenteils bestehend aus feinkörnigem Spessartin. Über 70 primäre und sekundäre Mineralien stammen von Kintore. Die selteneren sekundären Mineralien treten als Krusten oder Mikrokristalle auf der Granatsandsteinmatrix, auf Quarz oder auf Quarzgneis auf.


Mineralien

Azurit xx
Azurit xx

Bildbreite: 6mm; Fundort: Block 14 Opencut, Broken Hill, New South Wales, Australien

Stephan Wolfsried
rosa Inesit-Strahlen in Matrix
rosa Inesit-Strahlen in Matrix

Größe: 10,9x6,6x3,0 cm; Fundort: Broken Hill, New South Wales, Australien

Rob Lavinsky
Silberlocken mit Galenit
Silberlocken mit Galenit

Größe: 55x55x40 mm; Fundort: Proprietary Mine, Broken Hill, New South Wales, Australien

Rob Lavinsky

Broken Hill ist Fundort für beste Vorzeigestücke und Typlokalität von Marshit, Willyamit, Raspit, Miersit, Costibit und Paradocrasit.

Der Erzkörper ist heute aufgrund intensiver und wiederholter Metamorphose- und Deformationsphasen sehr komplex aufgebaut, die Schichtfolgen völlig durcheinander. Neue Mineralien bildeten sich und neue Paragenesen entstanden.

Verwitterung und Erosion des mittleren Teils der Lagerstätte hat etwa 60 Mio. t Sulfiderz entfernt, das sind etwa 1/5 des ursprünglichen, ganzen Körpers. An der Oberfläche hat sich eine Oxidationszone gebildet, die hauptsächlich aus Fe- und Mn-Oxiden und Quarz besteht. Diese sind verschachtelt, stalaktitisch, traubig-kugelig ausgebildet und können auch Pseudomorphosen beinhalten. Die Oxidationszone geht nach und nach in die unteren Schichten über.

Eine besondere Kollapsschicht hat sich mancherorts unter der Oxidzone entwickelt. Die Brekzien und Hohlräume sind mit verschiedenen sekundären Mineralien überzogen. Darunter befindet sich eine phosphatreiche Schicht, die vor allem Pyromorphit führt. Alle diese unteren Schichten beinhalten verschiedenste Mineralien, davon seltene Wolframate, Molybdate, Arsenate, Oxide, Silikate, Karbonate, Sulfate und Halide. Unter diesem Bereich ist eine Schicht ausgebildet, die cerussitreich ist und etwas Anglesit führt. Schließlich folgt eine Schicht seltener Pb-, Zn-, Cu- und Ag-Sulfide und darunter unverändertes Erz.

Die sekundäre Zone in Broken Hill birgt eine außergewöhnliche Vielfalt an seltenen und unüblich gut kristallisierten Mineralien. Viele Sulfide mit hohem Pb-, Zn- Mn-, Ca- und Ag-Anteilen, aber mit wenig Fe und Cu. Spurenelemente sind F, P, As, Sb, Co und Ni. Etwa 200 Arten wurden von hier berichtet, viele davon aus Kintore.

Mineralien (Anzahl: 359)

Mineralbilder (96 Bilder gesamt)

Smithsonit
Aufrufe (Bild: 1279374322): 4119
Smithsonit

Größe: 1,5 mm; Fundort: Broken Hill, New South Wales, Australien

Sammlung: Domenico Preite
Copyright: Matteo Chinellato
Beitrag: Hg 2010-07-17
Spessartin auf Galenit
Aufrufe (Bild: 1517769510): 263, Wertung: 9.25
Spessartin auf Galenit

Scharfkantige und tiefrote Spessartinkristalle in Galenitmatrix.

Copyright: Andreas Schmid
Beitrag: Andreas Schmid 2018-02-04
Raspit xx
Aufrufe (Bild: 1392393087): 814
Raspit xx

Broken Hill/New South Wales,Australien; Bildbreite ca. 5mm

Sammlung: Haubi
Copyright: Haubi
Beitrag: Haubi 2014-02-14

Gesteine (Anzahl: 6)

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

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  • Sarp, H., Birch, W.D., Hlava, P.F., Pring, A., Sewell, D.K.B. & Nickel, E.H. (1987). Perroudite, a new sulfide-halide of Hg and Ag from Cap-Garonne, Var, France, and from Broken Hill, NSW, and Coppin Pool, W Australia. Amer. Min., Vol.72, S.1251-56. (Typ-Publ.)
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  • Birch, W.D. (2007). Broken Hill, NSW, Australia - Its Contribution to Mineralogy. Rocks & Min., Vol.82, H.1, S.40-48.
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