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Mt-Isa-Cloncurry-Revier

Steckbrief

Land

Australien

Re­gi­on

Queensland / City Of Mount Isa & Shire Of Cloncurry / Mt-Isa-Cloncurry-Revier

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Eine der wichtigsten metallogenischen Gegenden Australiens für Cu, Pb, Zn, Ag, U, Au, u.a. Viele Bergwerke obertägig und untertägig.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=36
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Lage

Das Mt-Isa-Cloncurry-Revier (auch "Mount Isa-Cloncurry mineral fields") (MIC) ist ein NNW-Gürtel präkambrischer Gesteine in NW-Richtung. Das Revier ist 500 km lang und durchschnittlich 120 km breit und die Gegend besteht aus steilen, steinigen Hügel von 100-120 m. Hier herrscht Halbwüste, die Temperatur erreicht im Sommer stets über 40 °C mit wenig Niederschlag. Dies ist die heißeste Region Australiens (1985 53,1 °C). Die Vegetation ist von semiarider Gestalt, man sieht verstreute Eukalyptus-Bäume, kleine Büsche (Akazien und Ti-Büsche) und scharfe Spinifex-Gräser.


Anfahrt

Der Luft- und Landweg ist hervorragend, aber die Fahrt an sich ist schwierig und gefährlich wegen der rauhen topographischen Gegebenheiten und der extremen Hitze. Es gibt nur wenig Wasserstellen und so mancher Forscher (und Sammler) ist verschollen. Straßenkarten sind unzuverlässig, also sollte man sich auskennen und sich erkundigen.


Allgemeines

Die Stadt Mt Isa mit 27.000 Einwohnern lebt von der Mt Isa Mine und ist die großflächigste Stadt der Welt (40.978 km²). Es gibt hunderte Gruben in der Gegend von MIC mit unzähligen Aufschlüssen. Nur wenige Gruben sind in Betrieb (Stand 1988). Es wurde sowohl untertage, als auch übertage abgebaut, meistens in den oxidierten Teilen. Es wurden viele Sekundärmineralien der Elemente Cu, Pb, Zn, Ag, Co gefunden.


Geschichte

Die ersten Entdecker des Mt-Isa-Cloncurry-Reviers waren Burke und Wills 1860-61, welche Australien von Norden nach Süden durchkreuzen wollten. Kurz danach fanden E. Henry und R. Sheaffe die Region auf der Suche nach Weideland, kehrten 1867 wieder zurück und wurden die ersten Siedler. Henry entdeckte die große australische Cu-Lagerstätte und gründete auch die Stadt Cloncurry. Einwohnerzuwachs gab es allerdings erst, als Gold Ende 1867 gefunden wurde. Der Goldrausch hatte seinen Höhepunkt 1872, war aber allgemein von kurzer Dauer.
Neben der Gefahren der Natur waren es auch die Aborigines, die den Menschen Angst machten. Der Stamm der Kalkadoons töteten einige weiße Siedler und stahlen Vieh. Henry schloss Frieden und die Aborigines halfen ihm beim Finden einiger Cu-Lagerstätten, darunter Argylla (später Blockade genannt) und Mount Oxide.

1908 gab es eine Bahnlinie von Townsville an der Ostküste nach Cloncurry, die später auch zu einigen Minen führte. Abgesehen von gelegentlichem Flugverkehr ist auch jetzt die Region sehr abgeschieden - 1847km entfernt von der nächsten größeren Stadt Brisbane.

Während der großen Reise von Burke/Wills haben diese ein wenig die mineralogische Erscheinung beschrieben. 1861 wurden Steine, die Kupfer enthielten, gefunden. Obwohl Cu das erste Interesse an der Gegend weckte, war es das Gold, dem die Abbautätigkeit 1867-1900 zu verdanken ist. Gold wurde von Sunday Gully in der Gegend um Bower Bird 1867 erstmals entdeckt, später in Top Camp, südlich von Cloncurry. Der größte Nugget wog ca. 10,5 kg. 1889 hat der Cloncurry-Distrikt den Namen "gold field" erhalten und 1899 sprach man von einem "mineral field".
Mit steigenden Cu-Preisen Anfang 1900 wurde Kupfer zum wichtigsten Metall in der Region. Zwischen 1900 und 1930 haben die größten Kupferproduzenten Mt Elliott und Mt Duchess 25.000 t Kupfer hervorgebracht. Diese beiden Gruben wurden in den 1890ern entdeckt.
Die Mt-Cobalt-Lagerstätte wurde 1919 gefunden und erbrachte 766 t Co von 1921-1934.
Die Mt-Isa-Lagerstätte selber wurde 1923 entdeckt und es wurde 1931 Abbau im großen Stil betrieben.
Die Nachfrage an Cu sank während des II. Weltkrieges, wodurch der Abbau von Silber, Blei und Zink bis 1943 begünstigt wurde.
1954 gab es eine neue Bergbauphase, als man die Mary-Kathleen-Uran-Lagerstätte entdeckte. Abgebaut wurde 1956-1963. Der Bergbau hier wurde 1978 wieder aufgenommen und endete 1982, nachdem die Lagerstätten erschöpft waren.
1948 wude ein neuer Ag-Pb-Zn-Erzkörper 20 km nördlich von Mt Isa angeschnitten. Die Lagerstätte läuft unter den Namen Hilton Mine in Betrieb der Firma Mount Isa Mines Ltd. und schloss 1987. Von hier sind manche schöne, mikrokristalline Stephanite und Pyrargyrite gekommen.


Geologie

Das MIC befindet sich auf einem Gürtel präkambrischer Gesteine, bekannt als Mt-Isa-Geosynklinale. Die Region kann in drei tektonische Einheiten aufgeteilt werden

  • Western Succession (Unteres und Mittleres Protozeroikum)

    • Lawn Hill Platform
    • Leichhardt-River-Verwerfungssenke
  • Tectonic Welt (Block aus Gesteinen des Unteren Protozeroikums); "Leichhardt-Metamorphite" intrudiert von den Kalkadoon-Graniten ähnl. Alters
  • Eastern Succession (Unteres und Mittleres Protozeroikum)

Das meiste der hauptsächlichen stratigraphischen Gruppen enthalten wirtschaftlich wichtige Mineralien, v.a. Mt Isa und McNamara. Diese zwei 4-6 km dicken Gruppen sind Ag-Pb-Zn-Lagerstätten in hauptsächlich dolomitischen und pyritischen Schieferton-Wirtsgesteinen.
Zur Verdeutlichung der tektonischen Entwicklung der Region ist zu bemerken, dass die Mt-Isa- und McNamara-Gruppen einen auffallenden Wechsel zur Binnengewässer-Sedimentation repräsentieren, gefolgt von einer ausgedehnten Periode weitverbreiteter und mächtiger Ablagerung epikontinentaler Klastika, Konglomerate, Orthoquarzite und Karbonate mit Intervallen von starkem basaltischem und weniger saurem Vulkanismus.


Vorkommende Elemente in MIC

  • Ag-Pb-Zn (Silber-Blei-Zink)

    Ag-Pb-Zn-Lagerstätten sind am häufigsten in den Mt-Isa- und McNamara-Gruppen. Mt Isa und die Hilton Mine befinden sich in der Mt-Isa-Gruppe; die Lady-Laretta-Lagerstätte in der McNamara-Gruppe. Kleinere Ag-Pb-Zn-Lagerstätten gibt es im Eastern Succession. Zwei kleine, aber reichhaltige, epigenetische Silberlagerstätte sind
    • "Silver Phantom", bestehend aus Chlorargyrit und gediegenem Silber in einem Baryt-Limonit-Jaspis-Gang
    • "O'Brien's Soak", bestehend aus Naumannit, gediegenem Silber, Chlorargyrit und Calcit in einer schmalen Kluft in Amphibolit
  • Cadmium
    Cadmium kommt in Sphalerit in der Mt-Isa-Lagerstätte vor.
  • Kupfer
    Kupfer-Lagerstätten gibt es überall im MIC. Sie sind geologisch mit Falten zu verbinden, da viele der wichtigen Cu-Lagerstätten entlang von Abbruchzonen in N-NW-Richtung liegen. Die große Mt-Isa-Cu-Lagerstätte besteht aus transgressivem, verkieseltem Dolomit.
    Die meisten Lagerstätten sind epigenetisch. Das trockene Klima und die jahreszeitlich unregelmäßigen Regenfälle begünstigen die Bildung von Oxidzonen.
  • Uran und Seltene Erden
    Es gibt zahlreiche, kleine, epigenetische Uranlagerstätten, über ältere Sequenzen der Mt-Isa-Geosynklinale verstreut; jedoch ist nur die Mary-Kathleen-Lagerstätte von echter wirtschaftlicher Bedeutung. Der größte Teil des Uranerzes ist Uraninit. Davidit und Brannerit sind vermehrt in den Pegmatiten in der Mitte des Reviers zu finden. Von Davidit-Einzelkristallen bis 7 cm wurde berichtet. Abgesehen von der Milo-Lagerstätte sind sekundäre Uranmineralien unüblich. Hier ist das Haupturanerz grobkörniger Metatorbernit mit tafeligen XX bis 5 mm.
    Die Seltenerdenmineralien Allanit und Stillwellit-(Ce) gibt es in Mary Kathleen.
  • Gold
    Gold kommt in vielen, stratigraphischen Sequenzen der Kupferlagerstätten vor, aber nur in geringen Mengen.
    Am meisten gibt es Gold im Süden und Osten von Cloncurry, z.B. in der Mt-Elliott-Cu-Au-Lagerstätte (6 g/t). In der Soldier-Cap-Gruppe treten mittelmäßige Lagerstätten auf, zusammen mit eisenhaltigen Sedimenten und Eisenstein. Gold aus Quarzgängen oder -adern gibt es in isolierten Lagerstätten, wogegen Lagerstätten mit Goldseifen nahe Cloncurry in den Anfängen des Reviers wichtig waren. Goldseifen sind oft zusammen mit gediegenem Wismut und Bismuthinit zu finden.
  • Kobalt
    Kobaltmineralien gibt es im Allgemeinen in kleinen Cobaltit-Lagerstätten in einem flachen, meridional verlaufenden Gürtel von Kajabbi im Norden bis Mt Cobalt im Süden. Die Lagerstätte von Mt Cobalt liegt in einer Abbruchzone zwischen Sedimenten der Kuridala-Formation.
  • Mangan
    Mangan gibt es normalerweise meist in einem N-S-Gürtel zwischen Cloncurry und Mt Cobalt. Die wichtigsten Lagerstätten befinden sich im Marimo-Schiefer in der Mary-Kathleen-Gruppe. Der Mangan - zusammen mit Eisen und Quarz - lagerte sich ab in "strike faults" und Abbruchzonen. Das Erz besteht aus derben Manganoxiden, hauptsächlich Pyrolusit. Kristalle dieses Minerals erreichen 3 mm. Auch von Hausmannit wurde berichtet.
  • Beryllium
    Beryllium tritt als Beryll in den Pegmatiten von Mica Creek auf, gleich südwestlich von Mt Isa. Diese Pegmatite haben sich aus Glimmerschiefer und Amphiboliten entlang des Bergrückens des Sybella-Granits gebildet. Von großen Beryllkristallen bis ein Meter Größe ist berichtet worden, jedoch nie von guter Qualität; gut kristallisierte Aquamarine von schlechter Qualität wurden gefunden. Die Paragenese ist hier Quarz, Feldspat, dicke Muskovit- und Biotitstapel und selten Betrandit; darüber hinaus noch Tantalit-Columbit XX bis 10 cm, prismatischer Schörl bis 30 cm und Doppelender bis 10 cm.
    Es gibt wortwörtlich hunderte Beryllium-Vorkommen im MIC, manche davon erbrachten gelegentlich Vorzeige-Berylle.

Mineralbilder (1 Bilder gesamt)

Quarz
Aufrufe (Bild: 1274608096): 509
Quarz

Größe: 25 mm; Fundort: Mt-Isa-Cloncurry-Revier, Queensland, Australien

Copyright: John Sobolewski
Beitrag: slugslayer 2010-05-23

Gesteine (Anzahl: 18)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Quellenangaben

  • Verfasser: slugslayer
  • Sielecki, R., 1988, MR: 19, 6, 469-490

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