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Oberfränkisches Revier


Berg




Berg

Die erste urkundliche Erwähnung datiert vom 15. April 1322. Berg gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis, eine Zeit in der sich die ersten Bergwerke ansiedelten, wodurch sich eine gewerbliche Tätigkeit entwickelte. Es wurden Magneteisen, Kupfererz, Braun- und Spateisen, Uralit, Zinnstein und Dachschiefer abgebaut. Der Bergbau prägte die Wirtschaft des Berger Bereiches jahrhundertelang. 1791 ist Berg ein Kirchdorf, 2 1/2 Stunden von Hof, von 63 Häusern, einer Kirche, Pfarr, Kaplanen und Schulhause, und der vornehmste Ort in einer an Mineralien ziemlich reichen Gegend.

Bergbau in der Gemeinde Berg und Issigau-Kemlas.
Bergbau in der Gemeinde Berg und Issigau-Kemlas.

Übersichtskarte zum Bergbau der Gemeinde Berg und dem Ortsteil Issigau-Kemlas/Oberfranken. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer

Berg-Lohwiese

  • Hoffnung zu Gott (Fe) / (auch genannt: Hoffnung zu Gott Fundgrube, Hoffnung Gottes, Hofnung Gottes)

    • Hinweis zum Name der Grube: Die Schreibweise der Grube ändert sich immer wieder und im Laufe der Jahre, auch "Hoffnung auf Gott" wird genannt. Selbst der Betriebsort, u.a. Lohwiese und Hadermannsgrün, wird unterschiedlich angegeben, wobei die Lohwiese bei Hadermannsgrün liegt und die Betriebsorte damit identisch sind.
    • 1695 baute eine Grube auf/in der "Lohwiesen" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb. Der Name der Grube wird in den alten Aufzeichnungen nicht genannt, nur Lohwiesen.

    Hinweis dazu: Die Hoffnung zu Gott Fundgrube zählt zu den ältesten Gruben in Berg-Lohwiese und von daher habe ich den obigen Hinweis unter die Grube Hoffnung zu Gott hinzugefügt.

    • 1718 wie folgt erwähnt und in Betrieb: Nachfolgende Bergwerks-Zechen wurden "/ von Privatis und dergleichen Gewerkschaftern gebauet worden/ worüber zu merken/ daß diejenigen Zechen/ welche mit + signiret/ noch Ertrag erfordern/ wo $ (Zeichen hier durch mich geändert) zu finden/ sich selbst verlegen/ und wo # stehet/ Überschuß geben" – "In der Naylauer Berg-Amtes Refier": + Hoffnung Gottes/ auf der Lohwiesen.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: Hoffnung zu Gott/ in der Lohwiesen/ Bricht ein rother und rothbrauner Eisenstein in einem weisen Letten.
    • 1730 wird wie folgt von der Grube "Hoffnung zu Gott" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 27: "Eisenstein/ bricht von besonderer Güte und vielerley Arten auf Hoffnung zu Gott." Unter "Eigentliche Beschreibung" wird weiterhin aufgeführt: Pos. 22: "Jaspis, schön roth in der Lohwiesen"
    • 1735 ist die Grube "wieder belegt und darauf zu bauen angefangen worden". Die "Grube Hoffnung zu Gott, bei der Lohewiesen, wird von Eigenlöhner Wilhelm Knieling" gebaut.
    • 1756 "bey Hadermannsgrün" in Betrieb.
    • 1776 wird eine Stufe in einem "Verzeichnis einiger Kupfererze und Eisensteinstufen aus dem Nailauer Bergamtsrevier" wie folgt beschrieben: "29) ein brauner hornigter Eisenstein mit einer zackigten Glaskopfschaale. Von der Hofnung Gottes, unter Berg."
    • vor 1782 "auf der Lohwiese", 1782 in Betrieb.
    • 1782 wird die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt, die lediglich "133 1/2. Seidel braunen Eisenstein , a 8 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • 1789 wurden fünf Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Weisser, lichtbrauner, späthiger Eisenstein. 2. Derber, braunrother Eisenstein. 3. Derber, brauner, etwas pichigter Eisenstein, mit Eisenocker. 4. Brauner spathiger Eisenstein, mit eingesprengten weissen Quarz, blauschiefrigen Gebürg, Eisenocker, und angeflogenen gediegen Kupfer. 5. Hoffnung zu Gott Fundgrube: Schwerer weisser Spath mit etwas schwarzem Eisenstein.
    • 1817 wird wie folgt berichtet: "Rings um die Anhöhe, auf welcher das Dorf Berg liegt, wurden ehemals viele Gruben betrieben; das Ort kam daher auch öfters in Gefahr, durch dieselben sein Wasser zu verlieren, und hat auch jetzt nur die Stollenwasser der Grube Hoffnung Gottes zu seinem Gebrauche."
    • 1836 Wiedereröffnung der Eisensteinzeche Hoffnung Gottes bei Lohwiese.
    • 1849 Belehnung des Adam Preß zu Reitzenstein mit der Eisensteinzeche Hoffnung Gottes bei Lohwiese, Gemeinde Eisenbühl, Landgericht ä. O. Hof.
Hoffnung zu Gott
Hoffnung zu Gott

Hoffnung zu Gott, "Eisenerzt mit Quarz", Kupferstich aus dem Jahre 1775. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer
  • Radt / (auch genannt: Rattfundgrube)

    • 1695 baute die Grube "Radt" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.

    Hinweis dazu: Sowohl bei der Grube Radt als auch bei der Rattfundgrube wird kein Betriebsort angegeben. In beiden Fällen wird die Grube allerdings mit Gruben im Bereich des Ortes Berg genannt.

Berg-Gupfen

  • Gupffen (Fe-Cu) / (auch genannt: Kupffen)

    • 1695 baute die Grube "Kupffen" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "die Gupffen genannt/ Bricht wiederum ein weiser und brauner Eisenstein/ der auch mit Nieren Kupffer-Ertz eingesprengt ist".
    • 1730 wird wie folgt von der Grube "Gupffen" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 27: "Eisenstein/ bricht von besonderer Güte und vielerley Arten aufn Gupffen".
    • 1817 wie folgt beschrieben: Vorzüglich wurde am Eisenbühl, bei dem Dörfchen gleichen Namens, auf zwey Gängen ein lebhafter Bau getrieben. Die Ausfüllungsmassen sind in dieser Gegend vorzüglich spätiger Eisenstein, etwas Kupferkies, Kupferziegelerz und Malachit. Wahrscheinlich blieben auch diese Werke, wie viele andere, aus Mangel an Absatz liegen, als der Saalhammer und Katzenhammer in Mühlen verwandelt wurden, und der Hammer bey Joditz einging.

    Hinweis dazu: Die Grube Gupffen lag direkt bei dem Dörfchen Eisenbühl.

  • Unvermuthet Glückauf (Fe-Cu) / (auch genannt: Unvermuthete Glückauf)

    • 1732 wurde "von dem Hauptmann von Beust das unvermuthete Glückauf aufs neue erhoben."
    • 1735 wurde die Grube Unvermuthet Glückauf, "Eisenbühl bei der Kupfen, von einer wohllöblichen Gewerkschaft auf Eisen und Kupfer gebaut, ist aber im vergangenen Quartal Luciae um vorgefallenen Streites zwischen dem Steiger Hahn und seiner Gewerkschaft, nichts darauf hanthiereth worden".
    • vor 1782 in Betrieb.
  • Jägersruhe (Fe) / (auch genannt: Jägersruh)

    • 1858 Mutung durch Karl Gottlieb von Koch aus Rudolphstein. Danach wird die Grube wie folgt erwähnt: "Zwei Spatgänge, die durch den Gupfengipfel bei Eisenbühl durchsetzen wurden von der Grube Eisenerzzeche Jägersruh bebaut."
  • Karl (Fe)

    • 1871 Mutung durch die Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte in Sulzbach-Rosenberg.

Berg-Maihof

  • Sophienzeche (Fe)

    • 1817 wird wie folgt berichtet: Auf dem Rücken der Schieferleiten, wurde so genannt, weil hier ehemals 13 Schieferbrüche betrieben worden sind, baute man ehemals ein Lager von Eisenglimmer, eine Lagerstätte von dichtem Brauneinstein, auf welchem in neuerer Zeit die Sophienzeche stand.
    • 1871 neue Mutung durch Steiger Carl Müntzer zu Hof.

Berg-Barthelsmühle

  • St. Johannes (Fe) / (auch genannt: St. Johannisstätte)

    • 1533-1595 Nennung der Eisenzeche St. Johannes bei Hadermannsgrün.
    • vor 1782 in Betrieb. Als Betriebsort wird "unter der Barthelsmühle" genannt.
  • Heilige Dreykönig / (auch genannt: Heilige 3 Könige, Heilige drey Könige)

    • 1695 baute die Grube "die drey Könige" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • 1735 wird die "Grube Heil. Drey Könige, Hadermannsgrün, von etliche Eigenlöhner auf Eisen gebaut".
    • vor 1782 "bey Hadermannsgrün" in Betrieb.
    • 1801 Verleihung der Stollenwasser vom Stollen Heilige Drei Könige an den Müllermeister Brühschwein auf der Barthelsmühle bei Hadermannsgrün. Die eingelegte Mutung auf die Stollenwasser wurde dann später von dem Kommerzienrat Loewel zu Marxgrün gebraucht um das neu erbaute Kunst-Gezeug für die Grube Gabe Gottes am Kemlas damit anzutreiben.

Berg-Hadermannsgrün

  • Zinnbergwerk zu Hadermannsgrün (Sn)

    • 1566–1583 Klage des Balthasar Brückner von Hof gegen die von Dobeneck wegen der vom Zinnbergwerk zu Hadermannsgrün herrührenden Schulden.
  • Eisenbergwerk zu Hadermannsgrün (Fe)

    • 1566–1590 vermutlich in Betrieb
    • 1582-1584 Injurienklage des Balthasar Brückner von Hof gegen den Steiger Markgraf auf dem Eisenbergwerk Hadermannsgrün.

    Erklärung: "Unter iniuria (Injurie-Beleidigung) wurde seit alters her jedes Verhalten verstanden, das geeignet ist, die Persönlichkeit eines anderen, insbesondere dessen Ehre, zu verletzen."

    • 1588 Differenzen der Gebrüder von Dobeneck zu Brandstein gegen den Hammermeister Georg Drechsel auf der Blechhütten unter Lichtenberg wegen unbefugten Grabens beim Eisenbergwerk zu Hadermannsgrün.
  • Landestrost

    • 1593 wurde die Grube von einer neu gegründeten Bergwerksgesellschaft, die 18 Gruben übernommen hatte, geführt. Der Fürst Markgraf Georg Friedrich hielt an diese Gewerkschaft 214 Kuxe. Die hier aufgeführte Grube wird unter "20) Landestrost bei Hadermannsgrün" genannt.

    Hinweis zu den Gruben Zinnbergwerk zu Hadermannsgrün, Eisenbergwerk zu Hadermannsgrün und Landestrost: Die drei Gruben bauten zu dieser Zeit auf die "Hadermannsgrüner Trümer", auf denen nach der alten Literatur "ein bedeutender Bergbau" umging und "u.a. auch Wismut führten".

    • 1621 wird eine Gewerkschaft Einigkeit zu Hadermannsgrün erwähnt.
  • Güldener Hahn / (auch genannt: Güldene Hahn)

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila beym Keiligen Stein" genannt.
  • Keilende Stein X (Fe) / (auch genannt: Keilende Stein Fund Grube, Keilenden Stein, Keilige Stein, Keilender Stein)

    • 1735 wird die "Grube Keilige Stein von Eigenlöhnern auf Eisen gebaut".
    • 1756 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Keilende Stein, Fund Grube, mit Ausbeuth, auf Eisen.
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Derber brauner Glaskopf mit etwas Eisenocker, an welchem beßtem Wachsthum, wie aus dem Holz die Jahre ersichtlich.
    • 1794 Erwähnung eines Stollens.
    • 1795/96 in Betrieb.
    • 1801 Verleihung der Stollenwasser vom Keilendersteiner Stollen an den Müllermeister Brühschwein auf der Barthelsmühle bei Hadermannsgrün. Die eingelegte Mutung auf die Stollenwasser wurde dann später von dem Kommerzienrat Loewel zu Marxgrün gebraucht um das neu erbaute Kunst-Gezeug für die Grube Gabe Gottes am Kemlas damit anzutreiben.
    • 1804/05 war die Grube Keilende Stein eine gewerkschaftliche Eisensteingrube, bestand in einem 355 Lachter langen Suchstollen von Hadermannsgrün nach der Berger Straße (Issigauer Straße), war mit 7 Mann belegt und förderte mit 707 Gulden Betriebsgeldern 28 Seidel Eisenstein zu 30 Kreuzer, wovon 24 Seidel im Lande abgesetzt wurden, bauete mit 695 Gulden Zubuße, und gab 11 Gulden 4 Kreuzer zu den Bergamts-Kassen (Staatskasse-an den Staat) ab.
    • 1809 wurden nach Bergmeister Grund 718 Seidel, circa 190 Tonnen, Erz gefördert. Der Gang ist 1 Meter mächtig und führt Brauneisen, Quarz, Eisenkiesel und Chalzedon. "Im Norden beginnt der Kemlaser Gang SE Harra, schart sich am Mühlbühl bei Blankenberg und setzt als Kemlaser oder Gabe-Gottes-Gang nach Süden über die Saale. Nach Südosten heißt seine Fortsetzung Lohwieser Zug und dürfte bis zum "Keilenden Stein" SE Berg reichen."
    • 1817 wird von einem 333 (355?)Lachter langen, in gerader Linie getriebenen Stollen berichtet, der die einzige in diesem Revier noch gangbare Eisenzeche, den Keilenden Stein, löset. Bey dessen Bau fand man, daß das Grundgebirge aus abwechselnden Schichten von Thonschiefer, Hornblendegestein und Dichtem Grünstein bestehe. Die Eisenlagerstätte dieser Grube enthält ein Gemenge von Eisen, Thon und Quarz, größten Theils in schiefriger Form. In diesem Hauptgemenge liegt der dichte Brauneisenstein in Butzen, welche öfters Kugeln und Nester von Jaspisartigen Eisenstein und Drusen enthalten, die mit Quarz und Chalcedon überzogen sind.

Berg-Schnarchenreuth

  • Alter Eisenknoden (Fe-Cu) / (auch genannt: Eisen Knoden, Eisenknoten, Eisenknoden Fundgrube)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Eisenknoten bei Schnarchenreut.", verliehen.
    • 1727 hatte "David Hahn, ein Bergmann, den Eisenknoten erhoben, eine an Eisen und Kupfer sehr ergiebige Grube."
    • 1735 wird die Grube "Eisenkoten, Schnarchenreut, von Eigenlöhnern auf Eisen gebaut, dabei bricht auch Kupfer".
    • 1737 Verkauf von Kupfererz durch die Gewerkschaft des Bergwerks Eisenknoden bei Schnarchenreuth an den Hammermeister Johann Simon Beyer auf der Blechschmidten, sowie der versuchte Weiterverkauf ins Reußische, welches ohne Wissen des Bergamts erfolgte und die deshalb ausgesprochenen Strafen.
    • 1753 werden jährlich zum Fortbau der Eisenknoden Fundgrube 100 Taler aufgewendet.
    • 1755-1760 in Betrieb, förderte in diesem Zeitraum 13 3/8 Zentner Kupfererz und 362 Seidel Eisenstein.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Eisen Knoden, Fund Grube und der Eisen Knödner tiefe Stolln, mit Zubuße, auf Kupfer und Eisen.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Reichhaltiges braunes und gelbes Kupfererz mit einer schönen spiessigten Kupfergrüne.", 2. "Eingesprengtes gelbes Kupfer- und Pecherz mit einer derben Kupfergrüne in einem braunen eisenschüssigen Ganggebirge.", 3. "Derbes Pecherz mit eingesprengtem gelben Kupfererze, Kupfergrüne und braunen Mulm.", 4. "Braunes und gelbes Kupfer- und Pecherz mit eingesprengter Kupfergrüne und etwas härtlichem braunem Mulm.", 5. "Braunes Kupfer- und Pecherz mit schöner derber strahlichter und fedriger Kupfergrüne." und 6."Pecherz mit eingesprengtem gelben Kupfererze und strahlichter Kupfergrüne."
    • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 11. Poröser schwarzbraun hornigter Eisenstein, so ganz matt auf den Bruch und auf einer Seite drußigt gewachsen ist, und äußerlich dem schwarzen Glaskopf gleichet, mit sehr kleinen Quarzkrystallen vom Eisenknoden, Fundgrube" und "14. Brauner hornigter Eisenstein mit sehr schönen Eisenglanz, mit etwas eingesprengten Kupferkieß"; die mit folgendem Zusatz versehen wurde: "Dieser Eisenglanz fühlet sich ganz fett an, und ist von einer blättrichten Consistens." Im gleichen Jahr Zehntnachlassgesuch.
    • 1773 Gesuch der Gebrüder Löwel zu Marxgrün um Zehntbefreiung.
    • 1774 Gesuch der Gebrüder Löwel zu Unterklingensporn um Zehntbefreiung von ihrem Eisenknoter Bergwerk bei Schnarchenreuth bzw. um einige Freijahre.
  • Eisenknotner 5. obere Maaß (Fe-Cu) / (auch genannt: Eisen Knödnermaßen)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Eisenkotner 5. und 6. obere Mas.", verliehen.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Eisen Knödner 5. und 6te obere Maasse, mit Ausbeuth, auf Kupfer und Eisen.
    • vor 1782 in Betrieb.
  • Eisenknotner 6. obere Maaß (Fe-Cu) / (auch genannt: Eisen Knödnermaßen)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Eisenkotner 5. und 6. obere Mas.", verliehen.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Brauner Eisenstein mit durchsezenden Drümmern von braunem pichigten reichen Kupfererze, in welchem klares gediegenes Kupfer lieget, mit Kupfergrün und braunem Mulm."
    • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 17. Grauer oder strohfarbiger auch dunkelbrauner Spateisenstein; vom Eisenknodens Maasen" und "18. Brauner kupferichter Eisenstein, durch welchen ein Klüftgen setzet, worinnen crystallinisch stablichtes Kupfergrün, nebst etwas angeflogen Kupferglas, befindlich ist."
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1782 wird die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt, die lediglich "1550. Seidel braunen Eisenstein , a 13 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
  • Neuer Eisenknoden X (Fe-Cu) / (auch genannt: Eisenknoten, fälschlich Eisenkarten)

    • 1786 Inbetriebnahme der Grube Neuer Eisenknoden im Dreieck Berg – Hadermannsgrün – Schnarchenreuth. Die Stollentiefe lag lediglich bei 28 Meter, allerdings waren am Mundloch 72 Meter vorgesehen. Der Stollen hatte in seinem Verlauf gar Bereiche die nur 12 Meter unter Tage gelegen hatten.
    • 1787 trockneten zwei Teiche in der Nähe des Stollens, wegen der geringen Teufe, aus. Der Stollen-Brunnen und weitere Brunnen waren durch den Stollen ebenfalls gefährdet worauf es im Laufe der Zeit zu Differenzen zwischen dem Ort Berg und den Besitzern der Grube kam.
    • 1789 wurden drei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Braun und gelbes Kupfer und Pecherz, mit braunen Mulm, Eisenocker und Kupfer, Atlas-Erz in braunen Eisenstein. 2. Brauner und verwitterter weisser Eisenstein mit einer kleinknospigten Glaskopfschale. 3. Derber weisser und lichtbrauner, späthiger Eisenstein, vulgo Stachelstein.
    • 1790 wurde die Grube in Fristen gehalten da der Mut fehlte den Hauptstollen tiefer anzusetzen. Die Grube mußte deshalb den Abbau einstellen, weil man sich mit dem Stollen dem Ort Berg näherte und diesen das Wasser abgegraben hätte. Die Grube förderte guten Spateisenstein und einige Kupfererze. Der Gang war 0,5 bis 0,7 Meter dick und führte Limonit und Siderit mit Kupferkies im Quarz.
    • 1795/96 kurzzeitig in Betrieb.
    • 1796 Ende der Differenzen wegen der Wasserversorgung zwischen dem Ort Berg und den Besitzern der Grube. In den vorherigen Jahren ließ der Kantor von Berg, Johann Gottfried Drechsel, auf eigene Kosten den Kannes-Brunnen treiben, wobei ein Gesuch bei dem preußischen König um Gewährung von 180 Taler für die Wasserbeschaffung abgelehnt wurden, obwohl Drechsel ein Gutachten von Alexander von Humboldt, der den Kannes-Brunnen zweimal befahren hatte, vorweisen konnte.
    • 1800 berichtet der berühmte Johann Carl Freiesleben wie folgt: Ein auffallendes Beispiels eines localen Abschneidens, eines Ganges, der übrigen Bauwürdigkeit des Ganges unbeschadet, sah ich unter andern auf den Neuen Eisenknoten in der sogenannten Edelleutischen Revier des bayreuthischen Bergamtes Lichtenberg. Der dasige Gang sezt bis 16 Lr. (Lachter) unter Tage mit 15 – 16 Zollen Mächtigkeit, wobei er aus reinem Spateisensteine besteht, fast unverändert nieder; in dieser Teufe schneidet er sich aber so förmlich ab, das in einer seigern Entfernung von etwa 4 Zollen tiefer, nur noch zwey kaum erkennbare Klüfte niedersezten, und nicht 6 Lr. von diesem Puncte söhlig entfernt, sezt das nämliche Trum, das sich erst so ganz Abschnitt, mit unveränderter Mächtigkeit und Gangmasse in fernere Teufe nieder; ein Fall, der noch bei zwey andern Haupttrümern des nämlichen Ganges eintrat.
    • 1801 Verleihung der Stollenwasser von Eisenknoten an den Müllermeister Brühschwein auf der Barthelsmühle bei Hadermannsgrün. Die eingelegte Mutung auf die Stollenwasser wurde dann später von dem Kommerzienrat Loewel zu Marxgrün gebraucht um das neu erbaute Kunst-Gezeug für die Grube Gabe Gottes am Kemlas damit anzutreiben.
    • 1804/05 war die Grube Neuer Eisenknoten bei Berg eine gewerkschaftliche Eisensteingrube, die in Fristen gehalten wurde, und wegen ihres Stollns besonders merkwürdig ist, der 800 Lachter (circa 1600 Meter) lang und 414 Lachter durch Quergestein fortlief, ehe er sich auf dem Hauptgange fortsetzte. Man fand dort im braunen Eisenstein auch Fälle und Nieren von Arsenikalkiesen, ferner Eisenstein mit pechigen und glaskopfigen Theilen, auch Glaskopf und unter dem Eisenstein drusigte Magnesia mit krystallisirtem Flußspathe auf Schwefelkies im bläulichten Letten und Eisenspath und sowohl dunkelbraunen, als braungelbrostigen und Kalkstein.
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: "unter Anhang. 6) Eisengeschlecht: Schwefelkies:", Seite 106, Nr. 871, Brauneisenstein a) brauner Eisenrahm in braunen Eisenstein.
    • 1856 Erwähnung der Eisensteingrube Eisenknoten bei Schnarchenreuth.
    • 1869 neue Mutung durch die Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte für die Eisenerzgrube Eisenknoten.
Chalcedon auf Brauneisenerz
Chalcedon auf Brauneisenerz

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Berg/Schnarchenreuth/Grube Armenhülfe. Chalcedon auf Brauneisenerz, Stufenbreite circa 8 cm.

Kh. Gerl
  • Armenhülfe (Fe-Cu) / (auch genannt: Armen Hülfe)

    • 1782 wird die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt, die lediglich "186. Seidel braunen Eisenstein , a 12 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird. Im gleichen Jahr in Betrieb.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Brauner Eisenstein mit blaulichen Chalcedon hie und da übersintert. 2. Brauner drußiger Eisenstein, mit einem besondern kupferfarbenen Glanz.
    • 1796 werden Mineralstufen wie folgt beschrieben: "Von der Armen Hülfe, einem vorzüglichen Bergwerke bey Schnarchenreuth, dessen Gebirge größtentheils in grauem Schiefer besteht, besitze ich: Glaskopf, Eisenglanz, blanken Eisenstein mit hellblauem knospichtem Chalcedon, Eisenstein mit bläulichtem und schwärzlichtem Chalcedon und Eisenerzt mit Kupferblumen und Glaskopf. Außerdem findet man hier schaalichten braunen Eisenstein mit Magnesia, dann auch mit aufliegendem Quarz und Chalcedon, rothes Kupfererzt mit Atlasblumen, vielen Eisentheilen und Ocher, weißem Chalcedon, wie Glaskopf gebildet, tropfsteinartigen Chalcedon, tropfsteinartige Magnesia zum Theil mit gelbem Letten, und mancherley schöne Krystallen."
    • 1815 Einlegung einer neuen Mutung.
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", Seite 44, Nr. 185, dichtes Graubraunsteinerz.
    • vor 1817 hatte die Grube sehr reiche Erzanbrüche, deren Drusenhöhlen mit einem blauen und gelben, getropften, zapfenförmigen und traubigen Chalcedon überzogen waren, und die schönsten Schaustufen lieferten, welche nun die meisten Mineraliensammlungen in Deutschland zieren. Die Armen Hülfe lag in der Nähe von Schnarchenreuth. Der Gang führte Brauneisen, Malachit und Chalzedon, wobei der Gang nur auf eine kurze Strecke von 52 Meter 1,00 bis 2,50 Meter mächtig ist und verdrückt sich nach Nordost und Südwest hin.

    Hinweis dazu: Auf Grube Abraham wurde in späteren Jahren gleiches Stufenmaterial geborgen und darüber liegt eine wissenschaftliche Abhandlung vor, die ich aufgrund der Schönheit der Stufen, im Großen und Ganzen abgetippt und unter Grube Abraham eingestellt habe.

  • Christians-Zeche (Fe-Cu) / (auch genannt: Christians-Fundgrube, Christianszeche)

    • 1625 Christianzeche in Betrieb.
    • 1632 wird eine Christians-Fundgrube genannt die vermutlich bis 1639 in Betrieb war.
    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Christianszeche bei Schnarchenreut.", verliehen.
    • 1756 in Betrieb.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Braunes und gelbes Kupfer- und Pecherz mit gelben Mulm, Kupfergrüne und weissem Quarze.", 2. "Pecherz im braunen verwitterten Eisenstein." und 3. "Derbes Pecherz mit Kupfergrüne." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • vor 1782 in Betrieb. Es kamen Sideritkristalle und Malachit vor.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. brauner und gelber Kupfer und Pecherz mit braunem Eisenstein, eingesprengter Kupfergrüne, Eisenocker, dann grünem und weissen Fluß. 2. Brauner und späthiger Eisenstein mit vielem Eisenocker.
    • 1854 Nachträge zu Dr. Besnard’s Verzeichnis bayerischer Mineralien von Regierungs-Direktor v. Hornberg:

      • 9) Malachit - Mikrokrystallynisch, dünn tafelförmig, mit Kupferkies, Kalkspath etc.
      • 24) Eisenspath - Bunt angelaufen mit Quarz.
  • Isaak X (Fe-Cu) / (auch genannt: Isaac)

    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Eine Art rother Bolus.
    • 1804/05 war die Grube Isaak eine gewerkschaftliche Grube die auf Eisenstein baute, wobei berichtet wird, dass die Grube auch Kupfererz förderte, war mit 3 Mann belegt, förderte mit 135 Gulden Betriebs-Kapital 450 Seidel Eisenstein zu 38 Kreuzer, die im Lande abgesetzt wurden. Die Ausbeute betrug demnach 150 Gulden, die Abgabe an die Bergamts-Kassen (Staatskasse-an den Staat) aber 19 3/4 Gulden. Die Grube Isaac lag in unmittelbarer Nachbarschaft zu Grube Abraham in Berg-Tiefengrün.
  • Gesegnete Spitzberg (Fe-Cu) / (vermutlich auch genannt: Spitzen)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Gesegnete Spitzberg zwischen Hadermansgrün und Schnarchenreut.", verliehen.
    • 1761 ist "Der gesegnete Spitzberg" laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler in Betrieb.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes Kupfererz in braunem und weissem spieglichten Eisenstein."
    • vor 1782 "bey Schnarchenreuth" in Betrieb.
  • Segen Gottes (Fe)

    • 1695 baute die Grube "Segen Gottes" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • vor 1782 "bey Schnarchenreuth" in Betrieb.

    Hinweis: 1872 wird eine Eisensteingrube "Segen Gottes" im Forstrevier Schwarzenbach am Wald, BA Naila, durch Frhr. von Künßberg zu Oberlangenstadt gemutet.

  • Engelsberg (Fe) / (auch genannt: Engelsberg Fundgrube)

    • vor 1782 "bey Schnarchenreuth" in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Schwarzer drußigter Glaskopf, auf braunen Eisenstein.
  • Elise (Fe)

    • 1873 Mutung der Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte für die Eisenerzgrube "Elise" bei Schnarchenreuth.

Berg-Rudolphstein

  • Engelsüß (Fe-Qu)

    • 1817 wie folgt erwähnt: In der Grube Engelsüß bey Rudolphstein brachen auch schöne Quarzkristalle, die man eine Zeitlang zu gewinnen suchte. Die Grube selber lieferte guten Spateisenstein.

      Hinweis dazu: Die Grube Engelsüß wird drei Mal genannt und zwar: 1) Engelsüss / (auch genannt: Engel Süß, Engelsüß Fundgrube) - Bad Steben-Mordlau, 2) Engelsüß - Köditz-Siebenhitz / Beckenstein und 3) Engelsüß - Berg-Rudolphstein, wobei in einem Mineralienverzeichnis zu 3) die Grube Engel genannt wird.

  • Rudolphstein I (Fe)

    • 1899 Eisenerzgrube Rudolphstein I in den Gemeinden Rudolphstein und Tiefengrün wird genannt. Besitzer: Eisenwerkgesellschaft Maximilianshütte in Sulzbach-Rosenberg.

Berg-Tiefengrün

  • unbekannte Grube (Au-Ag-??)

    • 1477 soll nach Gümbel ein Bergwerk am Brandenberg, zwischen Tiefengrün und Hirschberg, auf "Gold, Silber und andere Metalle" betrieben worden sein".
    • 1924 wird dieser Gang als "Spatgang an der Brandleite am Saalehang, westlich Hirschberg" noch mal erwähnt.
    • unbekannte Grube
    • 1695 baute die Grube "Tieffengrün/ sammt dem blauen Farbwerk" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb. Der Name der Grube wird in den alten Aufzeichnungen nicht genannt, nur eine Grube in "Tieffengrün/sammt dem blauen Farbwerk".
  • Wunderbare Vorsorge Gottes (Magneteisen)

    • vor 1740 in Betrieb.
    • 1920, im Juli, berichtet Dr. Heinrich Laubmann (02.10.1865 Lorenzreuth–07.02.1951) über Pseudomorphosen von Eisenglanz und Quarz nach Pyroxen wie folgt:

      "Unter den Belegstücken in der geognostischen Sammlung des hiesigen Oberbergamtes, die Gümbel in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts zur Kartierung in der Gegend von Tiefengrün bei Hirschberg a. Saale aufsammelte, findet sich neben Granatfels auch ein als Magneteisen bezeichnetes, das aber eine vierseitig langprismatische Ausbildung zeigt. Es liegt zweifellos eine Pseudomorphose vor, die als solche jedoch nicht erkannt wurde. Da der Fundpunkt dieser Stufe im Katasterblatt vermerkt war, bemühte ich mich im Sommer 1918 denselben wieder aufzufinden um eventuell neues und ausgiebiges Untersuchungsmaterial dieses merkwürdigen Vorkommens zu beschaffen. Wider alles Erwarten gelang dies denn auch in ziemlichem Maße und es zeigte sich, daß der Fundort ein längst vergessener, aus früher Zeit stammender kleiner Versuchsbau auf Eisenerz ist, dessen Schacht verfallen und überwachsen, so daß nur mehr eine geringfügige Halde auf den einstigen Bergbau hinweist. Nach einigen Belegstücken, die ich aus der dem Jahre 1740 entstammenden Longolius'schen Sammlung am Gymnasium der Stadt Hof a. d. Saale zum Vergleich heranziehen konnte, scheint es sich hier um die ehemalige „Wunderbare Vorsorge Gottes"- Fundgrube bei Tiefengrün zu handeln. Die Stelle befindet sich im Flurbezirk „Brandleite" ungefähr auf halbem Wege zwischen Tiefengrün und Hirschberg, oberhalb des an der Straße liegenden Schieferbruches. Außer den Pseudomorphosen wurden beim Umgraben der Halde und auf dem angrenzenden Felde noch reichlich Stücke von Eisenerz, Granatfels, Strahlstein, epidotführende Albittrümer und Granit etc. gefunden, so daß es möglich war, die Natur und Bildungsweise der Erzlagerstätte sowohl als auch der Pseudomorphose einigermaßen festzustellen, besonders unter Zuhilfenahme des reichen Beobachtungsmateriales, das E. Zimmermann (4) in den Erläuterungen zum Blatt Hirschberg a. Saale niedergelegt hat. Ohne Zweifel hatte dieser Autor die oben erwähnte Pseudomorphose auch in den Händen, als er von dem merk würdigen Magneteisenstein berichtete, den er z. T. in über faustgroßen, ziemlich derben Stücken auf „Wegschüttungen" in der Nähe des Büchig fand (2). Er beschreibt an einem Stück dieser Herkunft eine doppelte Pseudomorphosenbildung: Kleinblätteriger Eisenglanz war aus quadratischen, 2 — 3 mm dicken, bis 20 mm langen, zu einer Druse vereinigten Säulen eines unbekannten Minerals hervorgegangen, dann aber selbst wieder in Magneteisen umgewandelt."

      "Die Pseudomorphose selbst, die bemerkenswerteste Erscheinung der historischen Lagerstätte, findet sich entweder in langprismatischen Kristallen mit mehr oder minder verschobenem quadratischem Querschnitt und von der Größe eines Zündholzes bis zu überfingerlangen und ebenso dicken Säulen, oder in stengelig-büscheligen Individuen nach Art des Strahlsteins, von ebenfalls recht ansehnlicher Länge. Die ersteren sind gewöhnlich zu Drusen vereinigt und nur ab und zu als Einzelkristalle in den Eisenerzstufen eingewachsen. Hin und wieder bestehen aber auch ganze Erzbrocken aus einem Haufwerk derartig großer Individuen, die dann zwar unscharf ausgebildet, aber durch die Querschnitte mit ihren fast immer glänzenden Eisenglanzschuppen doch noch deutlich erkennbar sind. Als Seltenheit finden sich die säulenförmigen Pseudomorphosen auch im Granatfels eingewachsen. Diese Pseudomorphosen bestehen vorwiegend aus blätterigem Eisenglanz, der etwas Magneteisen enthält, und verhältnismäßig nur wenig körnigem Quarz; die stengeligen Individuen dagegen aus vorwiegend Quarz neben sehr wenig Eisenglanzblättchen. Beide Ausbildungsformen, besonders aber die stengeligen, haben durchgehends eine sehr rauhe Oberfläche, auf der nicht selten kleine Partien von Quarz oder Pistazit sitzen. Sie sind daher zu Messungen nicht geeignet. Endflächen, die eine Deutung der Kristallform ermöglichten, wurden leider nicht beobachtet. Nur in einem Falle war eine schief verlaufende Endfläche unscharf entwickelt."

      "Auch die übrigen, wenngleich spärlicheren Funde, seien etwas eingehender hervorgehoben, da sie zur Beurteilung der Lagerstätte und des Bildungsvorganges der Pseudomorphosen von Bedeutung sind. Das Eisenerz, das noch in ansehnlichen Brocken neben der Halde aufgelesen werden konnte, ist entweder blätterig-schaliges Magneteisen, dem etwas Eisenglimmer zwischengelagert ist, oder kleinschuppiger bis körniger Eisenglanz, in dem häufig Nester von Magneteisen sitzen, der in kleinen Oktaedern kristallisiert ist. Ob das blätterige Magneteisen aus Eisenglanz hervorgegangen ist, wie es Zimmermann von dem des nahe liegenden Büchig annimmt, konnte ich an den mir vorliegenden Stücken nicht feststellen. Daneben wurden noch quarzreiche Gesteinspartien aufgefunden, die durchadert waren von Eisenglimmer. Ganz verrostete Stücke waren vollgespickt von oktaedrischem Magneteisen und bandförmig durchwachsen von körnigem Epidot."

      "Granatfels war in großer Menge vorhanden. Er bestellt aus Kalkeisengranat, sog. Aplom, von brauner Farbe, meist körnig, doch hin und wieder in Dodekaedern ausgebildet und korrespondiert mit dem Vorkommen von Sparnberg-Rudolphstein, das ungefähr eine gute halbe Stunde nördlich von unserer Fundstelle liegt. Sowohl von Gümbel (3) als auch besonders von Zimmermann (1) wurde dasselbe bereits ausführlich beschrieben. Mit dem Granatfels verwachsen finden sich Eisenglanz und als Seltenheit, wie schon oben erwähnt, die prismatischen Eisenglanzpseudomorphosen."

      "Neben verhältnismäßig feinkörnigem Kalksilikatfels fand sich ein solcher, in dem die Hauptgemengteile körniger brauner Granat, derber und kristallinischer grüner Epidot dunkelgrüne strahlige Hornblende und Trümmer von gelblichweißem Albit, sowie von eigentlichem Aplit hervortraten, welch letzterer aber ganz von Epidot durchsetzt und daher grün gefärbt war."

      "Schließlich sei noch der Granit erwähnt, der sich, wenn auch in sehr unfrischem Zustande, vorfand. Er war vollgestopft mit würfelförmigen Pseudomorphosen von Brauneisenstein nach Schwefelkies."

      "Die Fundstelle selbst liegt, nach Blatt Hirschberg a. Saale der preußischen Landesaufnahme, in den dort zum Cambrium gerechneten Phylliten, und zwar in unmittelbarer Nähe des gneisartigen Granites von Hirschberg. Die daselbst vorgefundenen Bildungen von Granatfels, Kalksilikatfels und die Reste von aplitischen Injektionen mit ihren z. T. eisenreichen Kalktonerdesilikaten Granat, Epidot, Hornblende lassen zweifellos erkennen, daß hier eine typische Kontaktlagerstätte vorliegt, wie sie am Kontakt zwischen Granit und Kalk allgemein bekannt und sehr verbreitet sind. Letzterer ist zwar an der in Betracht kommenden Stelle nicht mehr nachweisbar, doch finden sich ganz analoge und übersichtlicher gelagerte Verhältnisse ungefähr eine halbe Stunde nördlich davon bei den Orten Sparnberg und Rudolphstein im Saaletale, die zum Vergleich herangezogen werden sollen. Am Stollen der sog. Sparnberger Granatgrube wurde bereits von Gümbel (5) braunverwitternder, dolomitisch-spateisensteinhaltiger kristalliner Kalk mit reichen Beimengungen von Tremolit festgestellt und neuerdings auch von Zimmermann (6)hellgraue Kalkbrocken noch aufgefunden. Daneben hat dieser Forscher Magneteisen und in den Hohlräumen des dortigen Granatfelses großspätigen weißen Kalkspat mit kleinen Nestern von Bleiglanz und Zinkblende und als Seltenheit Faserbüschel von Wollastonit und kleine „quadratische Säulen von grünem Augit" beobachtet. Letzteres Vorkommen scheint mir für die Deutung des den Pseudomorpliosen zugrunde liegenden Minerals besonders wichtig zu sein. Für die Gegend zwischen Pottiga, Sparnberg und Rudolphstein nimmt daher Zimmermann mit Recht einen ausgesprochenen Kontakthof an. Es besteht sicherlich kein Zweifel, daß auch die Entstehung der Lagerstätte zwischen Tiefengrün und Hirschberg auf die gleichen Ursachen zurückzuführen ist. Zweifellos waren es die vom Hirschberger Granit ausgehenden pneumatolytischen Prozesse, welche in wechselseitiger Eeaktion mit dem Carbonatgestein die eisenreichen Kalktonerdesilikate wie Granat, Epidot, Hornblende und das der Pseudomorphose zugrunde liegende Mineral entstehen ließen. Diese Bildung erinnert in ihrer Zusammensetzung ungemein an die bekannten Silikatmassen des sog. Skarns. der sich in so weiter Verbreitung in der Nähe von oxydischen Eisenerzeinlagerungen im Kalk findet. Mit diesen eisenreichen Silikaten zusammen setzte sich aus den vom Granit abgegebenen Agenzien auch das oxydische Eisenerz in analoger Verdrängung des Kalkes ab. Man findet dasselbe aber auch als blumig-blätterigen Eisenglanz auf den Klüften und Spaltrissen des Hirschberger Granites in weitester Verbreitung, wie die Aufschlüsse an der Kuhmühle bei Hirschberg und am Büchig dartun. Schließlich dürfte die Eisenzuführ so stark überwogen haben, daß auch ein Teil der früher abgeschiedenen eisenreichen Silikate in Eisenglanz umgewandelt wurde, welcher jetzt in Form der prismatischen Pseudomorpliosen vorliegt. Die Natur dieser letzteren läßt sich mit einiger Sicherheit feststellen. Zimmermann fand, wie bereits oben erwähnt im Granatfels von Sparnberg eine Druse mit kleinen quadratischen Säulen von grünem Augit, die zweifellos auf einen genetischen Zusammenhang mit den von mir bereits mehrfach erwähnten im Granatfels eingewachsenen prismatischen Pseudomorpliosen hinweist. Auch meine Pseudomorpliosen zeigen Formen, die am besten mit denen eines eisenreichen Augites, der vielleicht dem Hedenbergit nahe gestanden haben mag, übereinstimmen und solche eisenreiche Pyroxene sind bekanntlich die verbreitetsten Gemengteile der als Skarn bezeichneten Silikatfelse. So ist der Schluß, daß hier ein derartiger Pyroxen pseudomorphosiert wurde, gerechtfertigt."

      "Zwar wurde von Sandberger (7) am nahen Büchig auch ein anderes in quadratischen Prismen auftretendes Mineral gefunden, das er für Skapolith hielt und es soll nicht von der Hand gewiesen werden, daß eventuell auch dieses Mineral der Pseudomorphose zugrunde liegen könnte. Nach Sandberger's Beschreibung war es ein lichtgraues, braunverwittertes, feinkörniges und zähes Gestein (8), in dem linsenförmige Häufchen von Magnetit saßen. Der Skapolith wurde von ihm durch einige qualitativ-chemische Reaktionen und durch die zuweilen deutlich erkennbare rechtwinkelige Spaltbarkeit identifiziert. Nun ist allerdings in manchem Skarn auch Skapolith vorhanden, aber es erscheint mir doch zu gewagt, auf Grund dieses ganz vereinzelten und immerhin nicht ganz zweifelsfrei festgestellten Fundes die so massenhaft und in so großen Individuen auftretenden Pseudomorphosen als Umwandlungsprodukte von Skapolith anzusehen. Es scheint mir viel näher zu liegen, daß sie aus einem ursprünglich schon eisenreichen Pyroxen hervorgegangen sind."

    • München, Petrogr. Inst. d. Univ. u. geol. Landesuntersuchung, im Juli 1920.
    • verwendete Quellen:

      • 1) Erläuterungen zur geologischen Karte von Preußen und benachbarten Bundesstaaten. Lieferung 114, Blatt Hirschberg a. Saale. Berlin 1912;
      • 2) Ebenda, p. 133;
      • 3) Gümbel, Fichtelgebirge. p. 423;
      • 4) Zimmermann, Erläuterungen zum Blatt Hirschberg. p. 53 — 57;
      • 5) Gümbel, Fichtelgebirge, p. 423;
      • 6) Zimmermann, Erläuterungen zum Blatt Hirschberg a. Saale, p. 56 und 137;
      • 7) Sandberger, Dies. Jahrb. 1890. II. p. 269/70;
      • 8) Durch das Ableben seines Besitzers, des Herrn Dr. Alb. Schmidt in Wunsiedel, stand mir das Originalstück leider nicht zur Verfügung.
  • Abraham X (Fe) / (auch genannt: Erzvater Abraham)

    • 1804/05 war die Grube Abraham zwischen Schnarchenreuth und Tiefengrün ein gewerkschaftliches Gebäude, war mit 7 Mann belegt und bedurfte 694 Gulden Betriebs-Kapital, an die Bergamtskassen (Staatskasse-an den Staat) aber hatte es 5 Gulden 36 Kreuzer zu zahlen.
    • 1809 förderte die Grube laut Bergmeister Grund 1609 Seidel, circa 420 Tonnen, Limonit (Braunen Glaskopf). "Der Gang war 1,00 bis 1,75 Meter mächtig und fällt 70 bis 80 Grad gegen Südwest ein. Gangfüllung war brauner Glaskopf mit Mächtigkeiten von 0,60 bis 1,80 Meter", führte Chalcedon und Baryt, dieser trat aber selten auf. Die Eisensteine hatten zum Teil einen schönen Chalcedonüberzug der
    • 1810 wie folgt ausführlich beschrieben wird:

      2) Ueber den Kalzedon und Amethyst-Quarz auf dichtem und faserigem Braun-Eisensteine aus dem Bayreutischen.

      "In vielen Sammlungen des Inn- und Auslandes findet man Stücke des vor vielen Jahren auf der Grube – zur armen Hülfe – bei Schwarzenreuth (Schnarchenreuth muss das heißen) im Bayreutischen vorgekommenen dichten Braun-Eisensteins und braunen Glaskopfs mit aufsizzendem Kalzedon und Amethystquarze, und ausgesuchte Stücke hiervon gereichen denselben zu nicht geringer Zierde. Seit langer Zeit liegt diese Grube, und gute und ausgezeichnete Exemplare werden immer noch von den Liebhabern sehr gesucht."

      "Vor einigen Jahren wurde eine neue Grube, Namens Abraham, unweit Tiefengrün eröffnet, auf der sich gleiches Vorkommen des Eisensteins mit dem Kalzedone zeigte, und der noch gegenwärtig bricht. Mir lag daran, die genaueren Verhältnisse desselben etwas näher kennen zu lernen, und gegenwärtige kurze Bemerkungen enthalten einen Theil meiner Untersuchungen und Resultate hierüber."

      "Man hat Unrecht, wenn man das auf dem Eisensteine aufgewachsene Fossil immer geradehin für Kalzedon bestimmt. Der größte Theil davon gehört dem Amethyste an, und nur ein matter kalzedonartiger Anflug oder Ueberzug giebt vielen Stücken das äußerliche Ansehen des Kalzedons, in welcher Meinung man vielleicht auch durch die Nierenform oder andere Formen, die dem Kalzedon eigen sind, und in denen sich hier auch der Amethyst (jedoch durch besondere Umstände bestimmt, wie ich weiter unten zeigen werde) findet, bestärkt wird. Durch die Betrachtung des inneren Bruches wird man indessen bald über diesen Irrthum belehrt, und man kann als Regel annehmen, daß das mit diesem Eisensteine brechende Fossil ausschließlich dem Amethyste und zwar dem gemeinen angehöre. Ohne die Charakteristik des Amethystes im ganzen hier aufzuführen und mit unserem Fossile in Vergleich zu stellen, will ich blos diejenigen Charaktere ausheben, die für meine Behauptung den Beweis liefern."

      "Alle Stücke des Amethystes, die hier in diesem Eisenstein brechen, und die die stalaktitische Gestalt oder andere dieser untergeordnete und verwandte Form haben, sind gewöhnlich mit einer kalzedonartigen Rinde überzogen, und dieses gab, wie ich bereits erwähnt habe, zu der Bestimmung Veranlassung, dieses Fossil selbst für Kalzedon zu halten. Nur bei solchen Stücken des Eisensteins, in dessen Höhlungen der Amethyst sich in Krystallform gebildet hat, und welches gewöhnlich die gleiche sechseitige Pyramide ist, fehlt sehr häufig dieser Ueberzug, und man kann denselben, ohne besondere Unkunde der Mineralogie zu verrathen, wohl bei dem ersten Anblicke keine andere Bestimmung, als die des Amethystes geben. Auch findet er sich, wiewohl seltener, in sechsflächigen Säulen, mit sechsflächigen Pyramiden zugespizt, krystallisiert. Ich traf diese zuweilen mit derselben kalzedonartigen Rinde überzogen an (wie es öfter auch bei den ersten der Fall ist) und man hat sich daher sehr zu hüten, sich nicht durch den ersten Schein verleiten zu lassen, dem Kalzedon neue Krystallformen aufzubürden."

      "Der Bruch ist uneben und grobsplittrig mit einer Anlage zum Klein- und Flachmuschlichen. Immer zeigt unser Fossil faseriges oder vielmehr stängliches Gewebe als besonderen diagnostischen Charakter für den Amethyst. Bei Zapfen Röhren und überhaupt bei der stalaktitischen Form ist der Bruch gewöhnlich büschelförmig und sternförmig auseinander laufend."

      "Der Glanz ist sehr stark und überhaupt vollkommener Glasglanz. Die Bruchstücke sind unbestimmteckig, mehr oder wenig scharfkantig. Die abgesonderten Stücken sind bei dem der stalaktitischen Form gewöhnlich stänglich und zwar keilförmig stänglich, jedoch auch ins Grobkörnige übergehend. Lezteres findet vorzüglich bei den abgesonderten Stücken der Krystallformen statt."

      "Der Grad seiner Durchsichtigkeit geht aus dem Durchsichtigen ins Halbdurchsichtige bis in das stark Durchscheinende über."

      "Die Angabe dieser Charktere mag hinreichen, ohne die übrigen des Amethystes, die dieser mit dem Quarze gemein und die auch bei unserem Fossil statt finden, in Anschlag zu bringen, um der bisher häufig gehegten Meinung zu wiedersprechen, als ob das auf der oben angeführten Grube mit Eisenstein brechende Fossil dem Kalzedon zugehöre. Nun noch einige Bemerkungen zur besonderen Charakteristik unseres Fossils."

      "Die Krystalle, die sich in den Höhlen des Eisensteins gebildet haben, sind nie groß, oder auch nur von mittlerer Größe, sondern immer klein. Sie finden sich nie einzeln, bis auf die von der Säulenform, sondern jederzeit zahlreich zusammengestellt, drusenförmig zusammengehäuft und überziehen den Eisenstein krustenartig. Merkwürdig ist es, daß sie fast durchaus einerlei Größe haben, da doch die Verschiedenheit des mit ganz verwandten Bergkrystalls und gemeinen Quarzes unter gleichen Verhältnissen des Vorkommens in Hinsicht der Größe häufig so sehr different ist. Ihre Farbe ist gewöhnlich das Mittel zwischen milchweiß und perlgrau. Auch hier hat man sich sehr in Acht zu nehmen, daß man getäuscht werde. Manche Partien dieser Krystalle scheinen von der ausgezeichnetesten gelben, rauchgrauen, schwärzlichgrauen Farbe u.s.w. zu seyn. Allein bei einiger genaueren Untersuchung findet man, daß die Erscheinung blos von dem darunter liegenden Eisensteine herrührt, und mithin von dem verschiedenen Grade der Durchsichtigkeit dieser Krystalle abhängt. So wie bei geschliffenen und gefaßten Stücken des Bergkrystalls mit unterlegter gefärbter Foloie, um sie ächten Edelsteinen ähnlich zu machen, die eigentlich Farbe zum Vorschein kömmt, wenn man die Oberfläche derselben parallel mit dem Auge hält; so kömmt auch hier bei flach aufsizzenden Krystallen bei gleicher Verfahrungsart die eigentliche Farbe zum Vorschein. Doch ist nicht zu läugnen, daß verschiedene derselben wirklich gefärbt sind und daher in verschiedenen gelben, röthlichen, braunen und schwärzlichen Farben erscheinen. Außer der Krystallform ist die stalaktitische, und das ganze Heer der mit diesen verwandten Gestalten, anzutreffen. Man findet ihn zackig, traubig, nierenförmig, kuglich, knollig, röhrförmig, pfeifenröhrig, stauden- und kolbenförmig, als Überzug in Platten u.s.w., und wird hieraus leicht beurtheilen können, daß diese Formen nicht als eigenthümlich, sondern blos als zufällig zu betrachten sind. Hiervon wird man am meisten durch die Ansicht mehrerer Stücke selbst überzeugt. Der als Unterlage dienende nierenförmige Glaskopf mußte natürlicherweise dem darauf gesinterten Amethyste dieselbe Form ertheilen. Viele Zapfen und Röhren enthalten als Kern braunen Glaskopf, dichten Braun-Eisenstein und selbst Schwarz-Eisenstein. So mannichfaltig die Form dieser Eisensteinarten sind, ebenso verschieden mußte nothwendigerweise der sie überziehende Amethyst erscheinen. Alle diese Formen deuten jedoch auf eine blos tropfenweise erfolgte Abzezzung und Sinterung hin; auch müssen die Auflösung dieser Massen in nicht zu beträchtlicher Menge vorhanden gewesen seyn, weil außerdem in manchen Höhlen eine völlige Ausfüllung hätte erfolgen müssen. Mithin ist die Krystallform blos als die eigenthümliche, selbst mit Auschluß der derben, zu betrachten. Leztere erzeugte sich nur dann, wenn die ruhige und ungestörte Ausbildung der Krystalle verhindert wurde."

      "Ich habe schon einige Male angeführt, daß die meisten Stücke mit einem kalzedonartigen Ueberzuge meistens von blauer und weißer Farbe in den verschiedenen Nuancen bedeckt sind. Bei verschiedenen ist der weiße Ueberzug von einem ganz matten Ansehen, sehr spröde und läßt sich gewöhnlich leicht absondern. Wenn man dergleichen Stücke in das Wasser legt, so erhält dieser Ueberzug eine mehr oder weniger lebhafte blaue Farbe, die mit dem Trockenwerden wieder verschwindet. Mir scheint dieser matte und spröde kalzedonartige Ueberzug in dieser Art nicht ursprünglich zu seyn, sondern bereits einige Veränderungen durch die Verwitterung erlitten zu haben, und fast im gleichen Verhältnisse zu dem Kalzedone zu stehen, wie der veränderliche Opal (Weltauge) zu dem eigentlichen Opal."

      "Noch muß ich bemerken, daß der Kalzedon allerdings auch außer diesem Ueberzuge einige von dem Amethyste bisher angeführten Form bildet, und daß meine Behauptung zu weit ausgedehnt wäre, wenn ich das Vorkommen des Kalzedons in dieser Art ganz läugnen wollte. Indessen bleibt letzteres immer ein äußerst seltener Fall."

    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufen angeboten: 1. "unter II. Größeres Cabinet. Erste Classe. Erdige Fossilien: A. Kieselgeschlecht.", Seite 46, Nr. 123, wachsgelber Eisenkiesel; 2. "unter Anhang. 6) Eisengeschlecht: Schwefelkies:", Seite 106, Nr. 876, Brauneisenstein mit getrauften Chalcedon.
  • Gott hilft gewiß (Fe)

    • 1833 Mutung durch den preußischen Steiger Heinrich Hartmann zu Sparberg auf die Eisensteingrube "Gott hilft gewiß" bei Tiefengrün.

    Hinweis dazu: In Issigau-Kupferbühl gab es vor 1782 eine weitere Grube mit dem Namen Gott hilft gewiß.

  • Otto (Fe)

    • 1871 Mutung der Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte in Sulzbach-Rosenberg.
  • Saale (Fe)

    • 1873 Nennung. Besitzer: Richard Herrmann zu Zeitz.
  • Hofmannstern (Sn)

    • 1907 Klärung der Eigentums- und Betriebsverhältnisse der Zinnerzgrube Hofmannstern bei Tiefengrün.

Berg-Gottsmannsgrün/Büchig

Ein bekanntes, etwas abseits des zentralen Fichtelgebirges gelegenes Vorkommen ist ein "gangförmiges Zinnerzvorkommen vom Büchig. Der bewaldete Bergrücken liegt im Bereiche der sogenannten Hirschberger Gneisinsel und sein Gestein ist ein gneisartiger Granit, der auf seinen Klüften und Spaltrissen sehr häufig Eisenglimmer führt."

Büchig Gottsmannsgrün
Büchig Gottsmannsgrün

Übersichtskarte Büchig bei Gottsmannsgrün in Bezug auf den dortigen Zinnbergbau. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer
  • 1560 fanden Bergknappen in der Neujahrgrube in 30 Meter Teufe Zinnerz, nachdem die Bergwerke im Büchig (früher Püchig genannt) schon lange verlassen und vergessen waren. Das Zinnerz welches die Bergknappen fanden war in einer Menge und einer Güte reichlich vorhanden, dass sofort eine Bergmannskolonie ins Leben gerufen wurde, die man "St. Georgen im Thale" nannte. Den Zinnstein fand man in seiner seltenen, aber ergiebigsten Vorkommen in Gängen, welche 4 bis 10 Lachter mächtig waren.
  • 1561 lieferten die Gruben so gute Resultate, dass nicht weniger als 27 Zechen auf Zwitter und Eisenstein sich schon auf der Anhöhe befunden haben. Die bedeutendste war die St. Wolfgang Grube. 7 Pochwerke verarbeiteten nicht nur den Zinnzwitter, sondern auch etwas Wismut-Blei und guten Eisenstein. Nachdem Michael Lobenester zu Hof durch Schneeberger Bergleute die alten Gruben mit bestem Erfolg hatte aufnehmen lassen, schrieb man nach sachverständigen Bergleuten an die Grafen Schlick, welche die Bergwerke zu Schlackenwald, Schönfeld, Sausack und Ellenbogen in großem Stile damals betrieben. Jene erschienen und es bildeten sich 36 Gewerkschaften wovon 34 aufgeführt und etwas weiter unten genannt werden.

Hinweis dazu: Die Familie Schlick besaß zahlreiche Besitztümer in Böhmen, so von 1434 bis 1585 die Herrschaft Schlackenwerth (Ostrov) mit den Bergwerken (Silber, Zinn, Eisenerz und Blei) von Sankt Joachimsthal und Heinrichsgrün, wozu auch Neu Rohlau, Salmthal, Schindlwald und Stolzenhain gehörten, die als Quelle des Reichtums der Schlick‘s anzusehen sind.

  • 1561, am 26. Juli, wurde in der St. Lorenz Kirche in Hof, die in der Nähe der Schmelzhütte, an der unteren steinernen Brücke stand, die Zinnbergfreiheit von der Kanzel durch den Stadtschreiber proklamiert. Im gleichen Jahr begann bereits der Streit mit den Dobeneckern, welche Besitzer von Grund und Boden am Büchig waren. Sie drohten mit Prozessen, wegen Schaden an Holz und Viehtrifft. Sybille von Reitzenstein behauptete darüber hinaus, dass ihre Mühlen geschädigt seinen.

Hinweis zum Bergbau in Hof: 1351 wurde in einer Urkunde, von den Vögten von Weida, nämlich Heinrich der Ältere und Heinrich der Jüngere, das neue Bergwerk an Herdeine Schutfeld, Spitalmeister zum Hofe, verliehen.

  • 1562, am 15. März, erteilte Markgraf Georg Friedrich von Onolzbach aus ein Privilegium für das Zinnbergwerk im Büchig. Er ließ die o.g. Schmelzhütte in Hof errichten und auf dem Büchig eine Bergstadt mit Kirche bauen.
  • 1563 sprach man auch schon von Zubuße die auf den "Anschnittzetteln" ausgewiesen wurden.

Hinweis zu Anschnittzettel: "Anschnitthalten, wird die bergamtliche Handlung genannt, wenn der Schichtmeister einer Grube seine Rechnung (Anschnittzettel) dem Bergamte übergibt und untersuchen läßt."

  • 1564 ist zu lesen, dass die Blüte leider nur kurz andauerte. Die Bergwerke wurden nicht mit dem richtigen Verständnis geleitet. Die Gewerken waren nicht situiert genug, um Geldzuschüsse nachhalten zu können. In solcher Lage griffen die Dobeneck zu, rissen die herrenlos gewordene Wohnung des Berggeschworenen, das Arbeits- und Zechenhaus ein, verkauften die verlassenen Eisenwerke und machten aus dem Pochwerk ein Mühle.
  • 1586 wurde ein neuer Anlauf unternommen, aber auch dieser war nur von kurzer Dauer.
  • 1592 ist in einer handschriftlichen Chronik der Stadt Hof zu lesen, dass "mit dem Ump-Bau der Schmelzhütte und andere Unkosten die Bürgerschaft in Schaden geführt" wurde.
  • 1593 folgte ein weiterer, kurzer, Anlauf. Mich. Hornung zu Hof schreibt dazu: "Die Sache ist schlecht verwaltet, die Sachverständigen urteilten oberflächlich, gaben nicht selten ihr Urteil von den Pferden herab ab oder kamen, wenn Alles verschneit war."

Auflistung der oben erwähnten 34 Gewerkschaften, die nach Jahr der Bildung hier aufgeführt sind und mit Nachrichten vervollständigt wurden die nach diesem Zeitraum zwischen 1560 und 1593 in der alten Literatur zu finden waren:

  • St. Wolfgang (Sn)

    • 1561
  • Heilige 3faltigkeit (Sn)

    • 1561
  • St. Pauli Fundgrube (Sn)

    • 1561
  • St. Blasius (Sn) / (auch genannt: St. Blasius-Fundgrube)

    • 1561
    • 1561/62 laut Archivrechnungen in Betrieb.
  • Wallenfelser Stollen (Sn)

    • 1561
  • Heil. 3 Könige (Sn)

    • 1561
  • St. Georgen (Sn)

    • 1561
  • Kiesgang (Sn)

    • 1561
  • Haus zu Sachsen (Sn) / (auch genannt: uff Haus zu Sachsen)

    • 1561
    • 1561/62 liegen Rechnungen vor.
  • St. Johannes Fundgrube (Sn) / (auch genannt: uff St. Johannis)

    • 1561
    • 1561/62 liegen Rechnungen vor.
  • Reicher Trost am Windeck (Sn)

    • 1561
  • Wuster Platz (Sn)

    • 1561
  • Auf dem roten Anker (Sn)

    • 1561
  • Hilfe Gottes (Sn)

    • 1561
  • Oster Lamml (Sn)

    • 1561
  • Gottesgab (Sn)

    • 1561
  • Haberzuk (Sn)

    • 1561
  • Reicher St. Georg (Sn)

    • 1562
  • Purucker – Lehen Fundgruben (Sn)

    • 1562
  • Auf dem Jordan (Sn) / (auch genannt: uffm Jordan)

    • 1562. Im gleichen Jahr liegen Rechnungen vor.
  • Auf dem Scheben (Sn)

    • 1562
  • An der Hoffnung (Sn)

    • 1562
  • An dem Palm-Esel (Sn)

    • 1562
  • Heilig Geist (Sn)

    • 1562
  • Im Regenbogen/Webergeselle (Sn)

    • 1562
  • Harter Hund (Sn)

    • 1562
  • St. Georgenthal-Stollen (Sn) / (auch genannt: St. Georgen-Thal mit dem St. Georgen-Stolln)

    • 1563. Bei Einstellung der Arbeiten gab es "zwei angefangene Stollen, der tiefere war der St. Georgenstollen".
    • 1694/95 wurden die Grube "St. Georgen-Thal" an Berghauptmann Johann von Kempfer verliehen.

    Hinweis zu Johann von Kempfer: Laut schriftlicher Aufzeichnungen von 1683 war Johann von Kempfer (gestorben 1703) zu dieser Zeit Berghauptmann und Oberamtmann in Goldkronach und legte für die ins Freie gefallene Grube "St. Georgen-Thal/ mit dem St. Georgen-Stolln", weiterhin für die Grube "Der wilde Mann und reiche König Salomon/ am Lindenberg über Nayla" und für "Der schwartze Mohr nebst dem Dreyfaltigkeits-Stolln/ am Silber-Hügel in der dirren Weyde/ unterm Amt Lichtenberg", im Namen des regierenden Markgrafen Christian Ernst (27. Juli 1644 in Bayreuth - 10. Mai 1712 in Erlangen), "auf hohen Befehl", Mutungen ein. Danach werden die o.g. Gruben "landesherrlich" geführt, die in der Vergangenheit durch ihre Kupfer-, Silber- und Zinnförderung aufgefallen, berühmt geworden sind und für das Land entsprechende Einnahmen sicherten.

    • 1718 in Betrieb, wird wie folgt erwähnt: "Dererjenigen Bergwercks-Zechen und Stollen/ welche vor die/ von Ihro Hochfl. Durchl. unserem gnädigsten Fürsten und Herrn/ nebst Dero Ministern, Räthen/ Hohen und Niedern/ Geist- und Weltlichen Bedienten und andern Dero Unterthanen A. 1718. errichteten Berg-Gesellschafft/ in denen Brandenburg-Bayreutischen Gebürgen/ auf hohen Befehl aufgenommenen und gebauet worden." Danach werden vier Gruben und zwei Stollen "Unter dem Berg-Ambt zu Neyla" aufgelistet, wozu die Grube "St. Georgen-Thal/ mit dem St. Georgen-Stolln/ aufn Büchig bey Gotzmannsgrün/ in der Landes-Hauptmannschafft Hof." gehören.
  • St. Sigmunden Mießbach auf Eisen (Fe)

    • 1563
  • St. Pauli Bekehrung (Sn)

    • 1563
  • Neues Jahr (Sn) / (auch genannt: Neue Jahr, Neujahrszeche)

    • 1560 fanden Bergkanppen reiche Zinnerzanbrüche.
    • 1563. Der Schacht war nach Einstellung des Bergbaus lediglich 15 Lachter tief.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "beym Dorf Gottsmannsgrün/ Das Pächig genannt/ im Wald/ Sind verschiedene Zwitter oder Zien-Bergwerk getrieben worden/ davon eines/ das neue Jahr genannt/ diß Jahr gegangen.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1883 Mutungen des F. W. Schmidt aus Bayreuth auf die Zinn- und Eisenerz- Neujahrszeche bei Gottsmannsgrün.
  • Bescheeret Glück - Schacht war lediglich 19 Lachter tief

    • 1563. Der Schacht war nach Einstellung des Bergbaus lediglich 19 Lachter tief.
  • Nach dem neuen Jahre (Sn)

    • 1563
  • Vertrau auf Gott (Sn)

    • 1564
  • Sonne in Brunn (Sn)

    • 1564

weitere Gruben die in der Auflistung nicht aufgeführt sind:

  • zum heiligen Georg (Sn) / (1567 auch genannt: Heiligen Herz)

    • 1560 wurde das angefangene Zinnwerk zum heiligen Georg auf dem Büchig bei Gottsmannsgrün in Betrieb genommen.
    • 1565/66 blieb die Grube "durch üble Berechnung der Bergmeister veranlaßt" liegen.
  • Kur- und fürstl. Gesellschaft (Sn) / (auch genannt: uff der reichen Gesellschaft)

    • 1561-63 Rechnungen liegen vor.
  • Zimmerwerk (Sn)

    • 1568, nachdem die Grube zum heiligen Georg nicht weiter betrieben wurde, neu angelegt.
    • 1593 wurde die Grube von einer neu gegründeten Bergwerksgesellschaft, die 18 Gruben übernommen hatte, geführt. Der Fürst Markgraf Georg Friedrich hielt an diese Gewerkschaft 214 Kuxe. Zu der hier aufgeführten Grube ist zu lesen, dass diese "arm an Ausbeuthe blieb."
  • Alexander

    • 1872 Einlegung einer Mutung für die Zinn-, Kupfer- und Kobaltgrube "Alexander" bei Gottsmannsgrün, durch A. Leroux zu Vilseck.

Nachrichten und Hinweise zu Gruben auf dem Büchig:

  • 1561 Differenzen mit den von Dobeneck, wegen des entdeckten Zinnbergwerkes bei Gottsmannsgrün am Püchig und St. Georgenthal.
  • 1561/62 Rechnungen der Schmellzhütte in Hof liegen vor.
  • 1563 Differenzen zwischen dem Haus Brandenburg und von Dobeneck wegen des Zinnbergwerkes in den von Dobeneck'schen Gütern zu Gottsmannsgrün. Klage gegen Bergmeister Christoph Conzmann durch die Knappschaft und die Gewerkschaft wegen der Stollensteuer.
  • 1564 Beschreibungen vom Büchig in der Hauptmannschaft Hof und das Bergwerk bei Weißbach auf den Gütern der von Dobeneck.
  • 1572 ist die Rede von dem Betrieb des Zinnbergwerks auf dem Püchig bei St. Georgenthal auf den Dobeneckischen Grundstücken.
  • 1607 Bericht über die Bergwerke bei Weißenbach(mühle) und am Büchig.
  • 1727 werden südwestlich dem Dorf Lamitz, in einem kleinen Wald, "Klappera" (Klapperer) genannt, "Zien-Steine gebrochen", siehe dazu unter dem Ort Köditz-Lamitz, Klappera.
  • 1730 ist folgendes zu lesen: "im sogenandten Püchig hat auf vielen Zechen/ in grosser quantität Zwitter gebrochen".
  • 1771 Wiederinbetriebnahme des Zinn-Bergwerks.
  • 1794 "Aufnahme der Püchiger Gegend bei Berg in das Bergamtsrevier Naila".
  • 1820 Nachricht über die "Wiederbelebung des Zinnbergbaus".
  • 1979 bis 1983 fand die letzte wissenschaftlich bedeutende Lagerstättenerkundung auf dem Büchig statt. Im Nebengemengteile kam z.B. ein Gold-Fund vor.

Berg-Erzengel

  • Erzengel (Fe) / (auch genannt: Erz Engel)

    • 1735 wie folgt erwähnt: "Die Grube "Erzengel wird von Eigenlöhner Balthasar Söll auf grauen Glimmer nur ein Quartal ums andere und in Fristen erhalten".
    • 1756 in Betrieb.
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 52. Grünlicht grauer Thonschiefer, worinnen sehr kleine glänzende vielseitige Körner liegen; vom Erzengel N. B. A. R."

Berg-Bruck

  • Hoffnungszeche (Fe)

    • 1858 Belehnung des Güterinspektors Brodmerkel zu Buch mit einer Eisensteingrube Hoffnungszeche bei Bruck, Landgericht ä. O. Hof.

Berg-Brandstein

  • St. Michael (Fe)

    • vor 1782 "bey Brandstein" in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner Eisenstein mit etwas Eisenocker.

Berg-Steinbühl

  • Harmonie (Fe)

    • 1856 Belehnung des Flaschners Carl Egloff zu Hof mit der Eisensteingrube Harmonie.

    Hinweis dazu: Der Betriebsort Berg-Steinbühl ist nicht gesichert.



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