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Oberfränkisches Revier


Issigau




Issigau

  • 1398 wird Issigau erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf war zuerst Teil des Rittergutes Reitzenstein. Später wurde Issigau eigenständiges Rittergut. Im Juli 1791 noch Ißiga geschrieben. Im Wappen ist in eine eingeschweifte schwarze Spitze ein silberner Schlägel und ein silbernes Eisen zu finden, die einst auf den blühenden Bergbau im Gemeindegebiet hinweisen soll.

  • Rothe Rose (Fe) / (auch genannt: Rothe Rose Fund Grube, Rote Rose)

    • 1735 von Philipp Eckard in Fristen erhalten.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Rothe Rose, Fund Grube samt tiefen Stolln, mit Ausbeuth, auf Eisen.
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurden zweii Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Rother Eisenstein von ganz besonderer Güte. 2. rothe Rose, vom rechten Flügel: Brauner Eisenstein mit Eisenocker.
  • unbekannt (Fe-Cu)

    • 1816 Mutung auf Kupfererz und Eisenstein durch die Bergleute Heinrich Müller, Nicol Grimm, Andreas Schmauß, Michael Karl Lehner und Erhardt Scheuba im Gebiet zwischen Issigau und Reitzenstein.
  • Johanna (Fe)

    • 1871 Mutung auf Eisenerz durch die Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte.
  • Frischer Muth (Fe)

    • 1871 Mutung auf Eisenerz durch die Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte, Burglengenfeld.
  • Erdmann (F)

    • der ehemalige Betriebsort in Issigau ist unbekannt.
    • 1953 Verleihung von Bergwerkseigentum; Fundbesichtigung der Grube "Erdmann" bei Issigau. Die Grube wird von die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln untersucht, ein Abbau wird allerdings nicht aufgenommen.
  • Erdmann I (Cu)

    • 1954 Mutung auf Kupfererz durch die Firma Rhein Wied AG in Solingen.

Issigau-Blankenberger Holz

  • Geharnischter Ritter (Pb-Cu)

    • 1924 wird berichtet, dass der Gang (nach Bergmeister Grund von 1709) Bleiglanz und Kupfererze führte und östlich dem Fluß Selbitz, zwischen Blankenstein und dem Höllental, gelegen hat.

      Hinweis dazu: Bei der Grube Geharnischter Ritter handelt es sich vermutlich um die Grube Geharnischter Mann und wurde 1924 fälschlicherweise Geharnischter Ritter genannt.

  • Geharnischter Mann (Pb-Cu-Fe und Au) / (auch genannt: Geharnischte Mann, Geharnischten Mann Fundgrube)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Geharnischte Mann an der Selbitz bei Blankenstein.", verliehen.
    • 1728 noch mal kurzzeitig in Betrieb, durch die ständigen Wasserzuflüsse, wegen Geldmangel, wieder aufgegeben.
    • 1735 von Eigenlöhner, im Eichensteiner Wald, in Fristen erhalten.
    • 1736 durch Eigenlöhner in Fristen gehalten.
    • 1753 werden jährlich zum Fortbau der Geharnischten Mann Fundgrube 100 Taler aufgewendet.
    • 1756 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Geharnischte Mann, Fund Grube auf Gold, Bley, Kupfer und Eisen.

      Hinweis dazu: Christian Ernst Tromler führt 1761 tatsächlich das chemische Symbol für Gold auf. Entsprechende Analysen finde ich zu der Grube in der historischen Literatur leider nicht.

    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1."Messingfarbenes Kupfererz mit gelber und brauner Mulm." und 2. "Markasitisches gelbes Kupfererz, welches selten."
    • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Eisen-Erze, No. 9 Brauner derber Eisenstein, so auf der Oberfläche blättericht wie eine Spatdruse scheinet, auch in allen auf das genauste dem Würfelspath an Gestalt, Größe und äußerlichen Ansehen gleichet, keineswegs aber auf den Bruch und nach der innerlichen Zusammensetzung ähnlich ist, noch auch mit keinem acidis brauset; vom geharnischten Mann bey Blankenstern im Bayreuthischen" und "10. Fast ebendergleichen Eisenstein" (wie die Nr. 9)", nur daß er aus vollkommenen geschobenen Würfeln bestehet, welche keine blätterichten Lagen haben, sondern auf den Oberflächen glatt sind, und auf dem Bruch gar nichts ähnliches mit dem Spath haben, sondern dem Pecherz gleichen, auf einem etwas glimmerichten grauen schiefrigten Gesteine, mit Eisenocher". ... Blankenstern muss Blankenstein heißen!
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: "Brauner und späthiger cristallisirter Eisenstein."
    • 1799 im "Eichensteinwald" in Betrieb.
    • 1802-15 "bei Blankenstein, nördl. von Eichenstein" in Betrieb.
    • 1805 wird von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter "E) Kupfer." Nr. 92 Gelbes schwarzbeschlagenes Kupfererz mit quarzigten Saalband, vom geharnischten Mann.
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", Seite 43, Nr. 176, Schwarze Blende.
    • 1816 in Betrieb. Steiger Johann Christoph Munzert wird genannt.
  • Neu erfundene Glückauf / (auch genannt: Neu erfundene Glück)

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila" das "Blankenberger Holz oder Katzensteig" genannt.
    • vor 1782 "bey Eichensteiner Wald" in Betrieb.
  • Weiße Löw

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila" das "Blankenberger Holz genannt. Der nördlichste Bereich des Eichensteiner Waldes wurde in historischen Karten auch "Wolfssteiner Wald" und vermutlich im Sprachgebrauch auch "Blankenberger Holz" genannt.

Issigau-Eichenstein

  • Alter Streckenberg (Fe-Cu) / (auch genannt: Stryckenberg, Alte Streckenberg, alter Streckenberg)

    • 1652-55 wird über den Verfall des "Messingbergwerks in der Höll bei Lichtenberg" berichtet.

      Hinweis dazu: Der "Alte Streckenberg" lag in Issigau, im Eichensteiner Wald und der "Junge (Neue) Streckenberg lag in Lichtenberg, im Höllgrund an der Selbitz (siehe dort).

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Alte Streckenberg im Höllengrunde.", neu verliehen.
    • 1695 baute die Grube "Streckenberg" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.

      Hinweis zu dem Namen der Grube "Streckenberg": Die Grube wird 1716 in der Literatur, nach einer Abschrift, "Streckenberg" geschrieben, im Ursprungs-Originaltext des damals Hochfürstlich Brandenburg-Bayreutischen Pfarrers M.J.M. Großen, von 1703, allerdings "Stryckenberg".

    • 1735 wird die Grube, die im "Eichensteiner Wald" gelegen hat "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Messingsfarbenes Kupfererz mit weissem drusigten Quarze." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • vor 1782 in Betrieb. Als Betriebsort wird "im Höllgrund" angegeben, der auf diese Seite der Selbitz zu Issigau gehörte.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Kupferkieß, Kupfergrün, und Eisenocker in drußigten Quarz.
    • 1792 befuhr Alexander von Humboldt diese Grube.
    • 1805 wird von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 52 Blankes Kupfererz mit Lasurfarben und einer schönen Grüne, vom alten Streckenberg, Naylaer B. A. R.
  • Siehdichfür (Fe-Cu) / (auch genannt: Sieh dich für)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Sieh dich für im eichelsteiner Holze.", verliehen.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Gelbes, braunes und drusigtes Kupfererz mit eingesprengter Kupfergrüne und braunem Mulm, in welchem es Nierenweise gebrochen." und 2. "Gelbes braun- und grünbeschlagenes Kupfererz, welches Nierenweise in braunem Eisensteine gebrochen." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • vor 1782 "im Eichensteiner Wald" in Betrieb.
  • Eichenstein

    • 1913 wird für den ehemaligen Betriebsort der "südliche Talrand der Selbitz, zwischen Höllental und Blankenstein" angegeben.
  • König David (Fe)

    • vor 1782 in Betrieb.

      Hinweis dazu: Eine weitere Grube mit dem Namen König David gab es in Töpen-Isaar-Leuchtholz, siehe dort.

    • 1913 wird für den ehemaligen Betriebsort der "südliche Talrand der Selbitz, zwischen Höllental und Blankenstein" angegeben.

      Hinweis zu den Gruben Eichenstein und König David: Bei beiden Gruben wird 1977 als Betriebsort "östlich der Selbitz, zwischen Blankenstein und Höllental" angegeben. Die Bezeichnung "südlicher Talrand", so wird der Betriebsort in der historischen Literatur genannt und östlich der Selbitz sind, wenn man sich eine Karte zur Hand nimmt, identisch. Der Fluß Selbitz macht hinter dem Kraftwerk Höllental einen Bogen nach links um dann weiter Süd-Nord zu fließen. In diesem Bogen habe ich im Höllental dann einen südlichen Talrand an dem die Gruben gebaut hatten. Von dem Ort Lichtenberg aus gesehen lagen die Gruben östlich der Selbitz.

  • St. Rebecca (Cu-Fe) / (auch genannt: Sankt Rebecca, Sankta Rebekka, Rebecca-Stollen, Rebekka, Rebecka)

    • 1638 erste bekannte urkundliche Erwähnung der Grube Sankt Rebecca die dem Bergwerksbesitzer Valentin Pfretzschner gehörte.
    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Sankta Rebekka im eichelsteiner Holze.", verliehen.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "St. Rebecca im Eigenstein gelegen/ Bricht ein brauner Eisenstein und verschiedene Nieren Kupffer-Ertz."
    • 1730 wird wie folgt von der Grube "St. Rebecca" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 27: "Eisenstein/ bricht von besonderer Güte und vielerley Arten/ aufn St. Rebecca." Unter "Eigentliche Beschreibung" wird weiterhin aufgeführt: Pos. 7: "Schwarzgrauer Eisenglimmer auf der Rebecca in Kraussen Ehrhards Hölzel."
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1736 still liegend. Kupferfahlerze sollen vorgekommen sein.
    • 1751 wird in einem Dresdener Autionskatalog eine Stufe wie folgt angeboten: unter "Cap. XI Eisenstein" 39 a Braun horniger und schlackichter Eisenstein; von der Rebecca, bey Neulau.
    • 1756 "im Eichensteiner Wald"in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler der St. Rebecca tiefe Stolln auf Kupfer und Eisen.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Eine Niere derber spiesigter Kupfergrüne in einem braunen eisenschüssigen Quarze." und 2. "Braunes und gelbes Kupfer- und Pecherz mit eingesprengter Kupfergrüne und gelben mulmigten Gebirge." Paul Daniel Longolius, der Rektor des Hofer Gymnasiums, schreibt im gleichen Jahr: "Sankt Rebecca im Eichensteiner Holze, nicht gebauet (liegt im Freien), kupfererzführend".
    • 1776 wird eine Stufe in einem "Verzeichnis einiger Kupfererze und Eisensteinstufen aus dem Nailauer Bergamtsrevier" wie folgt beschrieben: "30) gelber Kupfer und Pecherz mit derber spiesigter Kupfergrüne, in einem eisenschüßigen braunen Gang. Von der St. Rebeccafundgrube in Eisensteiner Wald".
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner Eisenstein mit derben, wie auch weissen und gelben cristallisirten Quarz.
    • 1792 inspiziert Alexander von Humboldt, im Auftrag Preußens, die Bergwerke im ehemals markgräflichen Gebiet und besichtigt dabei auch den Rebecca-Stollen, der in diesem Jahr in Betrieb war.
    • 1795/96 in Betrieb.
    • 1796/1797 fertigen die Bergbeamten Georg Heinrich Spörl und Riemann einen Grubenplan an, der sich heute im Staatsarchiv Bamberg befindet.
    • 1805 wird von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter "E) Kupfer." Nr. 107 Braun und gelbes Kupfererz mit grün und okkerhaften Gebürg, von der Rebecca, Naylaer B. A. R.
    • 1879 beschreibt Carl Wilhelm von Gümbel, in Anlehnung an Humboldts Forschungen, die Lagerstätte der Grube Rebecca als südöstliche Fortsetzung des Friedensgrubener Ganges von Lichtenberg.
  • Unverhoffte Glück (Fe) / (auch genannt: unverhofften Glück Fundgrube, Unverhofte Glück)

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila beym Eichensteiner Wald" genannt.
    • 1736 still liegend.
    • vor 1782 in Betrieb. Als Betriebsort wird "bey Unterpford" genannt.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner verwitterter, ganz poröser Eisenstein.

Issigau-Kupferbühl

  • Kupferzeche aufm himmlischen Heer (Cu)

    • 1529-1595 vermutlich mit Unterbrechung in dieser Zeit in Betrieb.
  • Kupferbühl (Cu-Fe) / (auch genannt: Kupfferpühl, Kupferpühl, Kupfer Pühl Fund Grube, Kupffer-Bühl)

    • 1620 in Betrieb.
    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Kupferpühl bei dem Dorfe Issiga.", verliehen.
    • 1692 wird über einen Kupfergraben berichtet, der die "Kunst-Ochten" des Eisen- und Kupfer-Bergwerkes antreibt. Der Kupfergraben erhält sein Wasser aus der "rothen Leiten", treibt eine Mühle bei Reitzenstein und Issigau an, anschließend die "Kunst-Ochten" und "stürzet in die Hölle zur Selbitz."

      Hinweis dazu: Der Kupfergraben ist ein Kunstgraben und wenn ich einen Kunstgraben habe, dann brauch ich keine Ochsen mehr um eine Wasserkunst anzutreiben. Laut Alexander von Humboldt, von 1792, handelte es sich hier um ein unterschlächtiges (von unten mit Wasser betriebenes Wasserrad) Kunstgezeuge. Ob auf dem Bergwerk überhaupt Ochsen zum Einsatz kamen ist fraglich, entweder wurde zu dem Kunstgezeug fälschlicherweise "Kunst-Ochten", später, um 1739, ist noch mal von "Kunstochsen" die Rede, gesagt, oder die Ochsen wurden zum Zwecke für die Förderung, zusätzlich für ein Göpelwerk gebraucht.

    • 1695 baute die Grube "Kupfferpühl" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • 1718 wie folgt erwähnt und in Betrieb: Nachfolgende Bergwerks-Zechen wurden "/ von Privatis und dergleichen Gewerkschaftern gebauet worden/ worüber zu merken/ daß diejenigen Zechen/ welche mit + signiret/ noch Ertrag erfordern/ wo $ (Zeichen hier durch mich geändert) zu finden/ sich selbst verlegen/ und wo # stehet/ Überschuß geben" – "In der Naylauer Berg-Amtes Refier": + Kupffer-Bühl/ bey Issiga.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Kupffer-Bühl/ Bricht ein Kupffer-Ertz von dreyerley Sorten/ ein Leberfarbenes/ welches sehr reich in Halt (?)/ item ein gelbes mit Bech-Ertz vermischt/ bey welchen eine derbe Berggrüne mit einbricht/ dann ein ganz blanckes Ertz/ von der Farbe wie Meßtag (?)/ ingleichen ein brauner Glaßköpffiger Eisenstein mit starckführenden Drusen/ da im tieffen Kunst-Schacht öffters Wißmuth geführet worden/ so bricht auch ein ganz weiser Eisenstein dabey".
    • 1730 wird wie folgt von der Grube "Kupfferbühl" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 19: "Kupffer-Erz mit lasur in braunen Eisenstein auffn Kupfferbüh", Pos. 20: "Kupffer-Erz mit grünen und schwarzen Schieffer. Ibid.", Pos. 27: "Eisenstein/ bricht von besonderer Güte und vielerley Arten". Unter "Eigentliche Beschreibung" wird weiterhin aufgeführt: Pos. 3: "Brauner sehr guter Eisenstein/ so etwas Drusig/ worauf ein artiger weißgrauer Beschlag oder eigentlich flores Martis heraus gedrungen/ als etwas besonder rares/ aufn Kupfferbühl bey Ißiga.", Pos. 4: "Schwarzbrauner/ wie lauter halbrunde Kügelein überflossener Glaskopff in ungemein schönen Stuffen bestehend/ dito.", Pos. 5: "Lichtbrauner flitschichter Stahlstein mit einer Blume Kupffer-Ertz/ dito." und Pos. 29: "Flüsse (Flußspat) grün und weiß vermengter auf Kupfferbühl."
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Kupfer Pühl, Fund Grube auf Eisen.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Gelber Kupfer- und Pecherz mit Kupfergrüne, weissem Quarze, wie auch weissem und braunem Flusse, in braunem Eisenstein.", 2. "Gelber Kupfer- und Pecherz in weissem und grünen Flusse, mit einer schönen derben Kupfergrüne.", 3. "Gelbes pichigtes Kupfererz, welches nierenweise im braunem und mulmigten Eisensteine gebrochen.", 4. "Braunes Kupfererz mit eingesprengtem gelben Kupfererze, Grüne und Bräune nebst weissem Flusse." und 5. "Farbenerz mit weissem Eisensteine und Quarze." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • vor 1782 in Betrieb.
    • um 1739 wird gegenüber dem Kupferbühl, wo einst die "Kunstochsen" gestanden haben eine Bergmühle, die später Neuenmühle genannt wird, mit Stahl- Schneid- und Schlaggang, erbaut.
    • 1792 befuhr Alexander von Humboldt die Grube Kupferbühl und berichtet von ein sehenswertes "unterschlächtiges Kunstgezeuge", welches vorhanden gewesen sein muß.
  • Untere Kupferbühl (Cu-Fe) / (auch genannt: unterer Kupferbühl)

    • 1735 durch "Kammerrath Rücker in Fristen erhalten." Im gleichen Jahr wird der "Kreutzgang im Hangenden des unteren Kupferbühls" genannt, der "nicht gebauet und in Herrschaffts-Freien liegt".
    • 1789 wurden zweii Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Derber Tropfseinartiger Glaskopff. 2. Brauner, drußigter Eisenstein, mit vielem Eisenocker, welcher einen mit einer schwarzen Glaskopffschaale überzogen, auf welcher weisser Fluß angesprengt liegt.
  • Obere Kupferbühl (Cu-Fe) / (auch genannt: Ober-Kupferphül, oberer Kupferbühl)

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1736 still liegend
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Oberer Kupfer Pühl Grube auf Kupfer.
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 48. Brauner wimmrichter und pechigter Eisenstein, mit crystallinischen Kupfergrün und etwas Quarz, vom Ober-Kupferphül bey Isygau in Bayreuth."
  • Gott hilft gewiß

    • vor 1782 im "Pfarr-Holz" in Betrieb.

      Hinweis dazu: In Berg-Tiefengrün wurde 1833 eine weitere Grube mit dem Namen Gott hilft gewiß gemutet.

  • Sybilla (Fe-Cu) / (auch genannt: St. Sibylla, Sibylla, St. Sibilla Fundgrube)

    • "Der Kupferbühler Gang liegt im Schalstein. Bauwürdig wurde er erst gegen die Neue Mühle zu", auf der die Grube Sybilla baute.
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner, milder Eisenstein, mit durchsetzenden verhärteten Letten.
    • 1804 in Betrieb. Abgebaut wurde Brauneisenstein, auf einen Kupferabbau lag allerdings zu dieser Zeit die Hoffnung. Die Grube beschäftigte lediglich einen Bergmann als Angestellten und einen Arbeiter.
    • 1818 wird von einer Wiedereröffnung der Grube gesprochen.
    • 1824 Vergewerkschaftung der Eisenstein- und Kupferzeche Sybilla.
    • 1831-1848 vermutlich dann noch Mal in Betrieb.
  • unbekannte Grube (Fe-Alaun)

    • Grube baute angeblich Goldkies ab. Auf alten Halden im Pfarrholz bei Eichenstein findet sich aber nur Alaun und Tonschiefer mit einigen Schwefelkiesen.
    • 1695 baute die Grube im "Pfarrholz" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb. Der Name der Grube wird in den alten Aufzeichnungen nicht genannt, nur eine Grube Pfarrholz.
  • Marianne (Cu)

    • 1953 Mutung auf Kupfererz durch die Firma Tongrube Klasdorf/Issigau.
  • Issigau (Flußspat)

    • von 1954 bis 1967 in Betrieb.

Issigau-Griesbach

  • Prinz Georg Wilhelm ((Fe-Cu)

    • 1544 Nennung als neues Kupferbergwerk.
    • 1557-1574 Wiederentdeckung des Kupferbergwerks bei Griesbach.
    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Prinz Georg Wilhelm bei dem Dorfe Griesbach.", verliehen.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1749 wird berichtet, dass das Werk ehedem gebauet worden, einige Jahre aber im Freyen gelegen, und fast zu Bruche gegangen ist, bis es im 1749.ten Jahre im Quartal Luciae von einer starken Gewerkschaft erhoben worden.
    • 1756 in Betrieb.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Messingfarbenes Kupfer- und Farbenerz mit eingesprentem weissen Quarze zwischen einem weissen Eisensteine und kneustigem Salbande.", 2. "Gelbes Kupfererz in einem braunen und weissen eisenschüssigen quarzigten Gange, welches etwas drusigt, mit angeschmauchter Kupfergrüne und Röthe.", 3. "Messingfarbenes Kupfererz mit Spate und Kneuste.", 4. "Gelbes und derbes Kupfererz mit eingesprengter schöner Kupfergrüne.", 5. "Gelbes Kupfer- und Farbenerz mit weissem Spate auf quarzigtem Salbande.", 6. "Gelbes Kupfererz mit weissem Eisenstein und Spate.", 7. "Messingfarbenes Kupfererz in grauem Spigelspate und dergleichen Quarze mit beiden Salbändern.", 8. "Braunes drusigtes Kupfererz, welches grün und gelb beschlagen." und 9. "Gelbes braun- und schwarzbeschlagenes Kupfererz mit eingesprengter schöner fedrigten Kupfergrüne und weissem Spate." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • 1776 wird eine Stufen in einem "Verzeichnis einiger Kupfererze und Eisensteinstufen aus dem Nailauer Bergamtsrevier" wie folgt beschrieben: "32) ein drusigtes gelbes Kupfererz mit Kupfergrün, hat beyde quarzigte Saalbänder. Von der Prinz Georg Wilhelmerfundgrube bey Grießbach."
    • vor 1782 in Betrieb.
    • "In der SE-Fortsetzung des Kupferbühler Gangs treten W Griesbach auf der Zeche "Prinz Georg Wilhelm" viel Kupferkies und Quarz mit wenig Siderit, Fluorit, Calcit und den Sekundärbildungen Malachit, Chrysokoll und gediegen Kupfer auf."
    • "Griesbach hatte sonst ein Kupferbergwerk Prinz Georg Wilhelm, welches jetzt im Freyen liegt. Hier findet man Flußspath mit Kupfergrün und Kupferblumen, imgleichen braunen Eisenstein mit gediegenem Kupfer. Man mußte sich aber durch schwarzen Quarz und weiße Kiesel, welche hier in einem vesten Felsenlager und nicht, wie bey Berg, blos in großen Blöcken und Brocksteinen liegen, hindurcharbeiten. Diese Schwierigkeiten mögen verursacht haben , daß man hier die allzubeschwerliche Arbeit aufgab, welche doch nicht genug durch den Ertzgang belohnt wurde."
    • 1805 wird von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 40 Messingfarbenes grün und braun beschlagenes drusigtes Kupferkerz vom Prinz Georg Wilhelm, Naylaer B. A. R.
    • 1805/06 Wiederinbetriebnahme des Bergwerks.
    • 1953 Verleihung von Bergwerkseigentum; Fundbesichtigung der Grube "Griesbach" bei Issigau. Die Grube wird von die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln untersucht, ein Abbau wird allerdings nicht aufgenommen.
Prinz Georg Wilhelm
Prinz Georg Wilhelm

Prinz Georg Wilhelm, "Kupferkies", Kupferstich aus dem Jahre 1755. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken. Funddatum der abgebildeten Stufe 1749/50.

woelsendorfer

Issigau-Kemlas

  • Gabe Gottes X (Fe-Cu-Alaun) / (auch genannt: Gabe Gottes Fundgrube, Gottesgab)

    • Die Gabe Gottes wird schon "beynahe 400 Jahre betrieben."

      Hinweis dazu: Obiger Text wurde im Jahre 1810 verfaßt, demnach hat es die Grube bereits um 1410 gegeben.

    • 1528 wird ein Bergwerk auf dem Kemlas erwähnt.
    • 1533-1595 Nennung der Eisenzeche Gottesgab.
    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Gabe Gottes in Kemlas an der Saale.", verliehen.
    • 1695 baute die Grube "Gabe Gottes" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Gabe Gottes/ in Kemlaß / an der Saal gelegen/ Bricht ein vitriolischer Kieß/ ingleichen ein brauner Eisenstein/ und bey demselben unterschiedlich blanck Kupffer-Ertz Nierenweiß."
    • 1730 durch Bergdirektor Georg Gottfried Rücker erworben. Anschließend ließ er einen 55 Lachter langen, tiefen Stollen, zur Entwässerung der Grube, von der Saale her, auffahren. Im gleichen Jahr wird wie folgt von der Grube "Gabe Gottes" unter "befindlichen Eisenstein-Sorten" berichtet, die vorhanden und abgebaut werden: Pos. 21: "Vitriol-Kieße/ auf der Gabe Gottes im Kemlaß."

      Hinweis dazu: Laut Bericht blieb die Grube liegen, weil die Vorbesitzer wegen des Wassers nicht weiter in die Tiefe kamen. Rücker legte einen circa 110 Meter langen Entwässerungsstollen an und machte im Laufe der nächsten Jahre "reiche Ausbeute an Eisenstein und Vitriolschiefer, so daß eine neue Hütte und Hut-Haus daselbst erbaut werden konnten."

    • 1735 wird die "Grube Gabe Gottes von einer hochlöblichen Berg-Societe auf Alaun und Vitriol-Schiefer gebauet".

      Hinweis: Im gleichen Jahr wird auch eine Grube Gabe Gottes in Köditz-Joditz (Goditz) genannt die "nicht gebauet und in Herrschaffts-Freien liegt".

    • 1751 werden in einem Dresdener Autionskatalog mehrere Stufen angeboten, wovon ich hier alle Stufen mit ihrer Beschreibung nenne: unter "Cap. VIII. Kupfer-Ertze." 174. b. Derbes, gelbes Kupfer- und Pechertz mit Grüne und Atlas, in quärziger und Eisenrostiger, mit vielen Ocher durchsetzten Gangart; von der Gabe Gottes, in Neulauer Berg-Amts-Refiere, im Bayreutischen; 175. c. Eisenrostige und quärzige, mit vielem Ocher durchsetzte Gangart, von rothen Kupferertz und Grüne, auch Kupfer-Atlas, eben daher, unter "Cap. XI Eisenstein" 47 a. Eine Schale brauner, späthiger Eisenstein, mit übersinterten Ocher und weißen, späthigen Eisensteine; von der Gabe Gottes, bey Neylau, in Bayreuth; 48 b. Weißer späthiger, mulmiger Eisenstein; ibid. und unter "Cap. XIV. Kiese, ..." 2. b. Blancker Kieß zwischen schiefrigen Gebürge; von der Gabe Gottes, bey Naylau, in Bayreuth; 3. c. Quärzige hornige und velenitische Gangart, m. eingesprengt blacken Kieß eben daher; 4. d. Ein Drum derber blancker Kieß in quärziger Gangart, zwischen beyden schiefrigen Sahlbändern; von der Gabe Gottes, ibid.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Gabe Gottes, Fund Grube auf Kupfer, Eisen und Vitriol.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Derbbraunes reiches Kupfererz mit eingesprengter Kupfergrüne und Pecherz.", 2. "Derbbraunes einsenschüssiges Erz mit eingesprengtem Quarze Kupfergrüne und Pecherze.", 3. "Derbes braunes Erz mit Kupfergrüne.", 4. "Gelbes schwarzbeschlagenes Kupfererz in weissem Eisensteine mit Quarze.", 5. "Reichhaltig braunes Kupfer- und Pecherz mit Kupfergrüne." und 6. "Braunes und gelbes klarspeisigtes Kupfererz mit eines schönen spissigten Kupfergrüne."
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 58. Brauner wimmrichter Eisenstein mit tropfsteinförmigten schwarzen Glaskopf; von Gabe Gottes Fundgrube N. B. A. R." ... (bedeutet: N. B. A. R. - Naylaer Berg Amts Revier).
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1782 wird die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt, die lediglich "2131. Seidel braunen Eisenstein , a 12 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurden in einem Verzeichnis mehrere Mineralstufen erwähnt, wovon ich hier zwei nenne: 1. "Schwefelkies mit vielem Eisenocker" und 2. "Drußig gewachsener brauner Eisenstein, hie und da pfauenschweiffiger Oberfläche".
    • 1790 betrug die Förderung aus Humboldts Aufzeichnungen 1000 Seidel Eisenerz, circa 260 Tonnen.
    • 1792 erwähnt Alexander von Humboldt die Grube in einem Gutachten und spricht von einer Kiesbeutezeche die ein "18elliges oberschlächtiges Kunstgezeuge" hatte, für welches eigens eine große Radstube im ganzen Gestein ausgehauen wurde. Im gleichen Jahr wird ein Kuhschacht genannt, von wo aus die Armerze - zu teuer - nach Naila-Hölle, in die dortige Vitriolhütte, transportiert wurden.

      Hinweis dazu: Es handelt sich hier nicht um einen "Kuhschacht" sondern es muss "Kunstschacht" heißen, der 45 Meter tief war..

    • 1793 unternahm der deutsche Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik Johann Ludwig Tieck (31. Mai 1773, Berlin - 28. April 1853, Berlin) und der Jurist Wilhelm Heinrich Wackenroder (13. Juli 1773, Berlin - 13. Februar 1798, Berlin), der als Schriftsteller Mitbegründer der deutschen Romantik war, im Frühsommer von ihrem Studienort Erlangen aus eine Rundreise u.a. in den Frankenwald.

      • Ludwig Tieck berichtet in Briefen nach Hause wie folgt über die Grube Gabe Gottes:

      "Wir ritten über Klingensporn und Issigen (Issigau) ... kamen dicht an die sächsische Grenze. Man konnte sogar in Sachsen hineinsehen. ... Endlich ritten wir durch Kemlas, und hinter diesem Dorf liegt das Bergwerk Gottgab das wir besehen wollten. Wir stiegen in der Hütte des Steigers ab und wärmten uns an dem Ofen einige Zeit; denn ich war steif gefroren, so dass ich meine Hände und Füße nicht brauchen konnte. Indes waren Bergmannskleider herbeigeschafft und wir zogen uns an. Wackenroder und ich sahen gar possierlich aus mit dem Schurzfell, der Bergmannsjacke und dem Schachthute. Der Steiger nahm Lichter und ein brennendes Stück Kien und so gings zum Bergwerk hin. Uns ward jedem ein Licht gegeben, das wir auf den Hut steckten, und nun fingen wir an hinunterzusteigen. Ich fand mich sehr bald in diesem Klettern. Die Leitern gingen ganz senkrecht, zuweilen gar etwas überhängend, und es war höchst sonderbar, unter mir das Licht von den Kletternden und über mir das vom hinabsteigenden Bergmeister zu sehen. Zuweilen war die Sprosse der Leiter dicht an dem Berg, so dass man nur so eben mit der Spitze des Fußes darauf treten und sich dann nur mit den Fingerspitzen wieder halten konnte."

      • Wilhelm Heinrich Wackenroder berichtet in Briefen ebenfalls nach Hause:

      "Von Helmbrechts geht es über zwei kleine, schlechte, dorfähnliche Flecken, Schauenstein und Selbitz, nach Naila. Der Weg geht fast beständig auf nackten Felsen fort und ist so eben wie eine Chaussee. ... Naila, ein kleines, schlechtes Städtchen, liegt an der Selbitz, über die hier eine marmorne Brücke geht. Auch die meisten Häuser in der Stadt sind von Marmor. ... Über einen halben Tag wandte der Herr Vizebergmeister Ullmann an uns, und ließ sich, zu meiner Verwunderung, nicht verdrießen, uns nach Kembles, über eine Meile nördlich von Naila, ganz dicht an der sächsischen Grenze, hinzuführen, und hier mit uns in ein Bergwerk einzufahren. ... Die Selbitz treibt eine außerordentliche Menge Eisenhämmer und Mühlen, auch eine Marmorschneidemühle für die Marmorfabrik Bayreuth. Das Geräusch von Eisenhämmern hört man überall. Um Naila herum sind 33 Gruben, die fast lauter Eisen, doch auch zum Teil Kupfer enthalten. Einige sind freilich klein. Bei dem Städtchen Lichtenberg brechen die schönsten Kupfer-Atlaserze, die man sehen kann. Die Grube, die wir befuhren, heißt "Gabe Gottes". Sie ist eine der tiefsten und ergiebigsten in dieser Gegend. Wir fuhren in einen Schacht auf den Fahrten ein. Über dem Schacht ist eine Kaue gebaut. Über der Öffnung des Schachtes steht eine Kreuzhaspel, womit das Erz heraufgewunden wird. ... An einigen Orten sahen wir schöne Eisenstufen, noch in der Werkstätte der Natur, grünen Malachit, auch Vitriolkies, und endlich ganz reinen, grünen Vitriol, wie er an den Wänden hing, denn diese Grube liefert vorzüglich auch die Materialien zu dem Vitriolwerk in Hölle, das wir am Nachmittag besahen."

    • 1795/96 in Betrieb.
    • 1797 bis 1800 in Betrieb.
    • 1800 erwähnt der berühmte Johann Carl Freiesleben den "Gnade Gottes Gang auf Gabe Gottes" und den "Treue Freundschaft Erbstolln zu Kemlas an der Saale (unweit Naila)" und in diesem Zusammenhang den "Obern Kiesschachter Förstenbau" (das ist eine Gangbezeichnung). Unter "Eingewachsene Stüke von Nebengestein" berichtet er wie folgt: "Der Gnade Gottes Gang auf Gabe Gottes samt Treue Freundschaft zu Kemlas im Bayreuthischen ohnweit Naila, führt beim obern zweiten Holzschachte zwischen dem zweyten und dritten Gangtrume ein 3/4 Lr. mächtiges Conglomerat von ekigen, aber etwas aufgelösten Thonschiefer- und Alaunschiefer- Bruchstüken (aus dem dortigen Nebengestein), die von aller Grösse und in verschiedenen Richtungen von einem blaulich -grauen Letten zusammen verbunden sind." Weiterhin berichtet er unter "Beispiele von mehrern Gangformationen auf ein- und dem nämlichen Gange": "Im Bayreuthischen vereinigt der Gang, auf dem die Gabe Gottes samt Treue Freundschaft Fdgbe in Kemlas unweit Naila baut, zwei in dortigem Gebirge gewöhnlich auf ganz verschiedenen Gängen vorkommende Formationen, nämlich 1) die von grobkörnigem Spateisenstein mit Braunspat und Kupferkies, und 2) die von dichtem Brauneisenstein mit Alaunschiefer und Quarz in ein - und dem nämlichen Gange. Ist der Gang mächtig, so führt er beide Formationen zugleich nebeneinander; besteht er aber aus zweien Trümern, so enthält dann das eine den Spateisenstein, das andere den Brauneisenstein. Gewöhnlich ist das Spateisenstein - Trum 8 bis 16 Zolle mächtig, und liegt im Liegenden des Ganges. Aber auch im erstern Falle, wenn beide Formationen auf ein- und dem nämlichen Trume vorkommen, liegt der Spateisenstein gewöhnlich abgesondert auf dem Liegenden."
    • 1801-1803 in Betrieb.
    • 1801 Verleihung des Stollenwassers vom Keilendersteiner Stollen (Berg-Hadermannsgrün), Stollen Heilige Drei Könige (Berg-Barthelsmühle) und Eisenknoten (Berg-Schnarchenreuth) an den Müllermeister Brühschwein auf der Barthelsmühle bei Hadermannsgrün.
    • 1802/03 finden Gespräche über das Kunstgezeug statt.
    • 1804 in Betrieb. Gefördert wird Brauneisenstein, Schwefelkies und Spateisenstein. Die Belegschaft besteht aus einem Angestellten und 32 Arbeiter.
    • 1804/05 war die Gabe Gottes im Kemlas eine gewerkschaftliche Grube, die auf braunen und weißen auch pechigen Eisenstein, Glaskopf mit braunem Eisenspath, Schwefelkieß in weißem Quarz, Eisenstein mit Schwefelkiesen, braunem Eisen mit gelben Wulen, Flußspath, Alaunschiefer und Kupfererz betrieben wird. Es liegt dieses sehr beträchtliche Werk an der Saale, und hat deshalb vieles Wasser. Man beschäftiget sich daher seit etwa 15 Jahren damit, eine große Radstube von 42 Höhe und Weite und einer angemessenen Breite auszubauen, mit einem Worte, ein Kunstgezeug anzulegen. Die Grube förderte im Jahr 1804/05 mit 2,000 Gulden Aufwand und 18 Mann 3,000 Seidel Eisenstein zu 48 Kreuzer, 100 Zentner Kieß zu 1 Gulden 15 Kreuzer und 100 Zentner Kupfererz zu 4 Gulden, die im Lande abgesetzt wurden, bauete mit 925 Gulden Ausbeute, und zahlte an die Bergamts-Kassen (Staatskasse-an den Staat) 22 Gulden 5 Kreuzer.
    • 1805 Anfertigung von Zeichnungen von dem Kunstgezeug auf der Gabe Gottes Fundgrube am Kemlas durch den Bergzögling Georg Sell.
    • 1809 beträgt die Förderung nach Bergmeister Grund 4218 Seidel Brauneisenerz, circa 1100 Tonnen, 557 Seidel Schwefelkies, circa 145 Tonnen und 3 Zentner Kupfererz.
    • 1811/12 wird bei der Bartelsmühle und der Mühle zu Hadermannsgrün (gehören zu dem Ort Berg) jeweils ein Schutzteich, für das Kunstgezeug der Grube Gabe Gottes bei Kemlas, angelegt.
    • vor 1812 wurden die von Müllermeister Brühschwein/Barthelsmühle eingelegten Mutungen auf die Stollenwässer vom Keilendersteiner Stollen (Berg-Hadermannsgrün), Stollen Heilige Drei Könige (Berg-Barthelsmühle) und Eisenknoten (Berg-Schnarchenreuth) durch den Kommerzienrat Löwel aus Marxgrün gebraucht um das neu erbaute Kunst-Gezeug damit anzutreiben.
    • 1802-1815 Schriftverkehr über die Erbauung eines Kunstgezeugs.
    • 1817 ist in der historischen Literatur folgende Beschreibung zu der Grube zu finden, allerdings wird die Grube hier fälschlicherweise Beschert Glück genannt: "Das kleine Bächlein, welches die Stollenwasser (der Grube Keilende Stein) ableitet, führet uns wieder zu dem Abhang des Saalthales hinab, wo die Häuser des Dörfchens Kemlas zerstreut umher liegen. Das letzte derselben ist das Zechenhaus der ergiebigen Grube: Beschert Glück. Das Klingen einer Eisenplatte verkündiget den Gang eines Kunstgezeuges, welches die Grubenwasser 38 Lachter tief aus den Stollen hebt. Die Aufschlagwasser sind durch einen Kunstgraben herbeygeführt. Der Gang, welcher mit den übrigen dieses Reviers gleiches Streichen hat, zeigt sich 1 – 6 Lachter mächtig, und seine Ausfüllungsmasse ist ein Gemenge von verhärtetem Thon, Dichtem und Fasrigem Brauneisenstein, Spatheisenstein, Braunstein und Quarz. Der Eisenstein bildet darin 2 – 3 Trümmer, die abwechselnd die 1 – 8‘ mächtig sind. Nesterweise brechen überdieß Schwefel- und Kupferkies, Ziegelerz und Malachit. Am mächtigsten ist der Gang im Hornblendegestein; im Thonschiefer wird er schmäler, und wo sich dieser in Alaunschiefer verwandelt, verliert er sich ganz. Das dem Thonschiefer untergeordnete Alaunschieferlager wurde unter dem Namen: Treue Freundschaft, abgebauet. Schon seit Jahrhunderten gibt dieser Gang eine reiche Ausbeute, würde auch jetzt, bey stärkerer Belegung, sehr ergiebig seyn, und die Anbrüche von Fahlerz lassen in mehrerer Teufe auch einen Silbergehalt vermuthen."
    • 1823-1837 Nutzung der Stollenwasser der Grube Gabe Gottes zur Wiesenwässerung.
    • 1829-1834 Ankauf der Grube Gabe Gottes und des Vitriolwerkes zu Hölle.
    • 1833, am 03. Juli, findet eine öffentliche Hülfsvollstreckung über 25 3/4 Kux und 12 4/5 Kux statt.
    • 1854 Nachträge zu Dr. Besnard’s Verzeichnis bayerischer Mineralien von Regierungs-Direktor v. Hornberg:

      • 9) Malachit in nadel- und haarförmigen büschelförmig gruppirten Krystallen mit Kupferkies etc.
    • 1867 wird die Kupfer- und Schwefelkiesgrube Gabe Gottes bei Kemlas, Bezirksamt Naila, im Regierungsbezirk Oberfranken, Bergrevier Steben, I Revier-Abteilung Steben, in Fristen (Grube die zeitweise außer Betrieb war) gehalten.
Königlich Bayerisches Intelligenz-Blatt 1833
Königlich Bayerisches Intelligenz-Blatt 1833

Auszug aus dem Königlich Bayerischen Intelligenz-Blatt für den Ober-Main-Kreis, Bayreuth 25. Juni 1833. Hier Bekanntgabe der öffentlichen Hülfsvollstreckung über 25 3/4 Kux und 12 4/5 Kux des Vitri...

woelsendorfer
  • Treue Freundschaft (Fe-Cu-Alaun) / (auch genannt: Treue Freundschaft Fund Grube, Treuen Freundschaft)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Treue Freundschaft in Kemlas an der Sale.", verliehen.
    • 1756 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Treue Freundschaft, Fund Grube auf Kupfer und Eisen.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes Kupfererz mit derber Kupferlasur, welche dem Ultramarin gleichet, mit derber Kupfergrüne und braunem Quarze in braunem drusigtem Eisenstein.
    • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Kupfer-Erze, No. 31. Blaßgelber oder vielmehr grünlichter Kupferkieß, welcher pfauenschwänzigt angelaufen ist, mit derber Kupfer und eisenhaltigen Schwärze und Bräune; von der treuen Freundschaft Fundgrube, am Krumbach an der Saale", Gewicht der Stufe "12 Loth" und unter "Eisen-Erze, 59. Dunkelbrauner wimmrichter auch lichtbrauner lockerer erdigter Eisenstein, worimmen schönes krystallinisches Kupfergrün lieget".
    • vor 1782, 1782 in Betrieb. Gewinnung von Vitriolschiefer.
    • 1792 erwähnt Alexander von Humboldt die Grube in einem Gutachten.

      Hinweis zu beide o.g. Gruben - Gabe Gottes und Treue Freundschaft: Beide Gruben werden in der alten Literatur oft zusammen genannt, von daher ist davon auszugehen, dass beide Gruben untereinander auch eine Verbindung hatten, denn die Radstube von 42 Höhe und Breite wird sowohl bei Grube Gabe Gottes als auch bei Grube Treue Freundschaft erwähnt. Wann diese Wasserkunst ihren Betrieb aufnahm muss hier mal offen bleiben, weil 1792 schreibt Humboldt das ein 18elliges Kunstgezeug vorhanden wäre, 1797 soll dieses laut einem Bericht aber erst ihren Betrieb aufnehmen und 1811 berichtet Georg Wolfgang Augustin Fikenscher für die Jahre 1804/05, das man sich seit 15 Jahren mit einer Radstube beschäftigen würde. 1817 ist die Wasserkunst dann auf jeden Fall in Betreib.

      Der Bericht von 1797 lautet wie folgt: "Bey Kemlas liegen die Gruben: die gabe Gottes und treue Freundschaft. Dieses so beträchtliche Werk liege an der Saale und hat daher vieles Wasser. Man beschäfftigte sich daher seit einigen Jahren damit, eine große Radstube von 42 Fuß Höhe und Weite und einer angemessenen Breite auszuhauen, und in diesem 1797ten Jahre wird ohne Zweifel die Wasserkunst "") vollends zu Stande kommen. Hier gewinnt man Kupfererzt, Schwefelkieß in weißem Quarz, Vitriolkieß, zuweilen mit Kupfergrün, braunen und weißen Eisenstein, Eisenstein mit Schwefelkiesen, braunen Eisenstein mit gelbem Mulm und Flußspath. Man hat vor kurzem einen neuen mächtigen Gang von dichten und reichhaltigen Vitriolkiesen erhalten."

      • "") "Man muß sich wundern, daß man in holzreichen Gegenden noch keinen Versuch mit Dampfmaschinen gemacht hat. Diese vortreffliche Erfindung gewährt viele Vortheile. Dampfmaschinen mit ihrem Gestänge haben weit weniger Platz nöthig, als ein Wasserrad, welches zuweilen auf vierzig Fuß Durchmesser hat. Man darf dabey nicht erst Wasser hineinleiten, wie bey einer Radstube, um das Rad in Bewegung zu setzen, und in dieser Rücksicht können Dampfmaschienen weit mehr Wasser zu Tage fördern. Man muß freylich haben ein beständiges Feuer unterhalten, jedoch erfordert dieses bey weitem nicht so vielen Kohlenaufwand, als das geringste Hüttenwerk, wenn ich die Drathhütten ausnehme. Man könnte sie wenigstens in Gegenden, welche noch großen Reichthum am Holze haben, anlegen."
  • Geduld (Pb-Fe-Cu. Alaun?) / (auch genannt: Gedult, Geduld Fundgrube)

    • 1586 besichtigten der Bergmeister von der Thüringischen Steinenheide, der Bergbereiter Hans Vischer von Heidelberg mit dem Schmelzer Hain von Freyberg die Gebäu zu Goldkronach und Gruben an anderen Orten. Dazu zählte auch "die Gedult unter Hadermannsgrün am Kemlas nächst der Saale.", die zu diesem Zeitpunkt still gelegen hatte.

      Hinweis dazu: Die Grube Geduld wird in der Literatur sowohl unter dem Ort Issigau-Kemlas als auch unter dem Ort Berg-Hadermannsgrün genannt. Von mir wird die Grube unter Issigau-Kemlas geführt.

    • 1588/89 wurde die Grube durch "Johann Marcell Heß aus Regensburg, ein durchaus verschuldeter Mann, der sich vorher schon zum Schmelzer gemeldet, und ein kaiserliches Privilegium auf seine geheime Kunst hatte", wieder als "Bleibergwerk" in Betrieb genommen.
    • 1593 war die Grube Gedult, die Bleikieß förderte, im Eigentum von Markgraf Georg Friedrich und den Kammer-Bergbeamten und Probierer Johann Marcell Heß.
    • 1595 wird Marcell Heß als Markscheider und Bergschreiber, der in dem fürstlichen Berg-Departement arbeitete, genannt.
    • 1603 war der Bau am Kemlas schon wieder gänzlich eingefallen. Heß besaß zu diesem Zeitpunkt bereits eine Eisensteingrube (Name wird nicht genannt) bei Selbitz-Weidesgrün, die er um 1595 angelegt hatte.
    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Gedult in Kemlas.", verliehen.
    • 1735 von Eigenlöhnern auf Fristen gehalten.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes Kupfererz mit verwitterten weissen Eisensteine und angeschmanchter Kupfergrüne." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Derber und cristallisirter späthiger Eisenstein.
    • 1796 wird wie folgt berichtet: "In der Geduld, einem nun im Freyen liegenden Werke, hatte man etwas Bleyerzt, vornehmlich aber Kupfer- und Eisenerzt gefördert. Auch hier wurde das Wasser durch eine hydraulische Maschine zu Tage gehoben."
    • 1797 findet man im "Tromlerischen Cabinete" (siehe dazu unter Mineraliensammlungen etc.) aus dieser Grube: Bleyglanz mit Flußspath in Schiefer, Bleyglanz in braunem Eisenstein und Kupferkies mit Eisenocher.
    • 1817 wird ein "Kunstgezeug" genannt, mit dessen Hilfe "vor alten Zeiten" der Gang abgebaut worden ist.
  • Das Gebe Gott (Fe-Cu. Alaun?) / (auch genannt: Das gebe Gott Fundgrube)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Das gebe Gott im Kemlas an der Saal.", verliehen.
    • 1756 in Betrieb.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Eine derbe Niere braunes Kupfererzes mit eingesprengter Kupfergrüne und weissem Flusse." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner spathiger Eisenstein mit etwas innliegenden Quarz und Eisenocker.
  • Hoff das Beste (Fe-Cu) / (auch genannt: Hoffe das beste)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Hoffe das beste in Kemlas an der Saale.", verliehen.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Reiches braunes Kupfererz mit Kupfergrün in braunem Eisensteine." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
  • Leipziger Glück (Fe-Pb-Cu-Alaun)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Leipziger Glük in Kemlas an der Saale.", verliehen.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Leipziger Glück/ an der Saal gelegen/ Bricht ein Bley-Ertz/ ein vitriolischer Kieß/ ingl. ein Kupffer-Ertz/ und dabey ein weiser Eisenstein/ das Bley-Ertz setzt aber von dem Eisenstein und Kupffer-Ertz ab."
    • 1730 wird wie folgt von der Grube "Leipziger-Glück" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 23: "Reich Bley-Ertz aufn Leipziger-Glück an der Saal." und Pos. 24: "Grün und gilblich Bley-Ertz mit eingesprengten Glanz/ sehr schön."
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Messingfarbenes etwas schwarzbeschlagenes Kupfererz mit Vitriolkiese." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
  • Kemlas Schacht I (Flußspat)

    • 1955 bis 1956 Untersuchungsbetrieb auf Flußspat durch die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln.
  • Kemlas, Grubenfeld Liselotte (Pb-Zn), Kemlas Schacht I und Liselotte Schacht II und III

    • 1958 Mutung auf Blei- und Zinkerz durch die Firma Vereinigte Flußspatgruben GmbH, Stulln.
    • 1964 müssten die Untersuchungen abgeschlossen worden sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wird eine 6,8 Meter Sohle, eine 12,6 Meter Sohle und eine 18,8 Meter Sohle genannt. Da die Aufschlüsse unbefriedigend waren, wurde der Untersuchungsbetrieb eingestellt.
  • Weißer Adler (Fe) / (auch genannt: Weiße Adler)

    • 1735 von Eigenlöhnern auf Eisen gebaut. Betriebsort wird wie folgt genannt: "Eisenbühl, dießseits, hinter der Lohwiesen".


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