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Oberfränkisches Revier


Lichtenberg




Lichtenberg

  • 814 wird auf einem Bergkegel eine Burg errichtet, unterhalb, in einer Lichtung, entwickel sich eine Ansiedlung, die Lichtenberg genannt wird. Ab dem Spätmittelalter gehörte die Stadt zum Fürstentum Brandenburg-Bayreuth. 1337 wurde der Ort erstmals in einer Urkunde erwähnt. Stadtrechte seit 1357. Der Ort hat nach einem Brand im Jahre 1737, wobei der ganze Ort zerstört wurde, 82 bürgerliche Wohnhäuser, ein gut gebautes Amtshaus, eine Kirche, ein Schulhaus, ein Hospital, ein Rathaus, ein herrschaftliches Mulz- und ein bürgerliches Bräuhaus. Im Juli 1791 ist Lichtenberg ein bekanntes Städtchen.

Malachit auf Kupferkies
Malachit auf Kupferkies

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg. Malachit auf Kupferkies, Stufenbreite circa 7 cm.

Kh. Gerl
Calcit
Calcit

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg. Calcitxx, Stufenbreite circa 8 cm.

Kh. Gerl
Kupferkies auf Spateisenstein
Kupferkies auf Spateisenstein

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg. Kupferkies auf Spateisenstein, Stufenbreite circa 9 cm.

Kh. Gerl

Brauneisen auf Spateisenstein
Brauneisen auf Spateisenstein

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg. Brauneisen auf Spateisenstein, Stufenbreite circa 6 cm.

Kh. Gerl
Malachit
Malachit

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedensgrube. Malachit, Stufenbreite circa 4 cm.

Kh.Gerl
Eisenpecherz
Eisenpecherz

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedensgrube. Eisenpecherz, Stufenbreite circa 9 cm.

Kh.Gerl

Malachit
Malachit

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedensgrube. Malachit, Stufenbreite circa 5 cm.

Kh.Gerl
Malachit
Malachit

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedensgrube. Malachit, Stufenbreite circa 3,5 cm.

Kh.Gerl
Malachit
Malachit

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedensgrube. Malachit, Stufenbreite circa 5 cm.

Kh.Gerl

Nickelarsenikglanz mit Kalkspat
Nickelarsenikglanz mit Kalkspat

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedrich Wilhelm Stollen. Nickelarsenikglanz mit Kalkspat, Stufenbreite circa 9 cm.

Kh.Gerl
Fluorit
Fluorit

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedrich Wilhelm Stollen. Fluorit, Stufenbreite circa 8 cm.

Kh.Gerl

Lichtenberg-Dürrer Grund

  • Roter Fuchs (Fe)

    • 1695 baute die Grube im "Dörrngrund" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb. Der Name der Grube wird in den alten Aufzeichnungen nicht genannt, nur eine Grube im Dörrngrund.

      Hinweis dazu: Die Grube Gelber Fuchs hat die Grube Roter Fuchs vermutlich abgelöst und von daher habe ich das Jahr 1695 mit Text unter Grube Roter Fuchs aufgeführt, weil für die Grube Gelber Fuchs vor 1735 keine Aufzeichnungen vorliegen.

  • Gelber Fuchs (Fe) / (auch genannt: Gelbe Fuchs, Gelbe Fuchser tiefe Stollen)

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1756 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler der Gelbe Fuchser tiefe Stollen, auf Eisen.
    • vor 1782 "im Dürrengrund" in Betrieb.
    • 1802 Wiederinbetriebnahme.
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", Seite 42, Nr. 157, derber Spateisenstein.

Lichtenberg-Wildes Hölzle

  • Wildes Hölzel (Versuchsabbau-Fe-Thuringit)

    • Thuringite werden von Gümbel aus dem Friedrich Wilhelm Stollen bei Lichtenberg erwähnt. Diese streichen auch wenige 100 Meter westlich davon bei der Dorschenmühle zu Tage aus und bestehen aus lauchgrünem, dichtem, bis feinschuppigem Material mit teilweiser Oolithführung.
  • Friedensgrube

    • Im Folgenden werden die Gruben, so weit bekannt, einzeln, wie gehabt aufgeschlüsselt und mit den entsprechenden, vorliegenden Daten aus der alten Literatur gefüllt und abschließend die Friedensgrube mit dem Friedrich Wilhelm Stollen aufgeführt.

      Hinweis dazu: Der alte Text aus der damaligen Literatur wurde von mir weitestgehend übernommen, Offensichtliche Fehler wurden soweit bekannt aber Richtig gestellt.

  • Jenaberg (Fe-Cu)

    • 1670 Mutung und Aufnahme eines Bergwerks bei Lichtenberg von Gottfried Gewandschneider und Johann Zenker aus Hof.
    • 1695 baute die Grube "Jenaberg" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • nach 1695 Verkauf der Grube Jenaberg an eine "Gewerkschaft aus Leipzig und Merseburg" die "zwei Schächte gesunken und auch verschiedene Trümmer Kupferertz allda gefunden" hatten. "Weil sich aber sogleich starke Wasser zeigten und die damalige Gewerkschaft die Kosten eines tiefen Stollens scheuten, so blieb das Werk bald wieder liegen".
    • vor 1700 wurde die Grube Jenaberg von dem Kaufmann Johan Otto Rüker (Johann Otto Rücker), Leipzig, aufgekauft und in Rükersbergfundgrube umbenannt.

      Hinweis dazu: Ob die Grube Jenaberg vor 1700 ins Freie gefallen ist, ist aus den alten Schrifttexten nicht zu entnehmen.

  • Rükersbergfundgrube (Fe-Cu) / (auch genannt: Rükersberg, Rückbergfundgrube, Rückertsberg, Rückersberger Fundgrube, Rückersberg)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Rükersberg bei Lichtenberg.", verliehen.

      Hinweis dazu: In diesem Verzeichnis ab 1683 werden die Gruben genannt die NACH 1683 verliehen worden sind, es wird aber nicht angegeben wann genau die Verleihung nach 1683 war und es wird auch nicht genannt ab wann die Grube ihren Betrieb aufgenommen hat. Hinweislich sei an dieser Stelle erwähnt, dass einer Verleihung eine Mutung bei dem zuständigen Bergmeister vorausgegangen ist. Nachdem die Mutung geprüft und für rechtmäßig erklärt worden war, wurde sie in das Mut- bzw. Verleihbuch (Verzeichnis) eingetragen.

    • vor 1700 wurde die o.g. Grube Jenaberg durch den Kaufmann und Handelsherr Johan Otto Rüker (Johann Otto Rücker) aufgekauft und nahm die Grube, die jetzt Rükersbergfundgrube genannt wird, aufs Neue auf, ließ einen "neuen Schacht sinken und einen tiefen Stollen an der Muschwitz anfangen". Nach dem Tod von Johann Otto Rücker führte sein Sohn Georg Gotfried Rükern (Georg Gottfried Rücker), hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Kammerrat und Bergdirektor, den Betrieb weiter und ließ auch den tiefen Stollen aus dem Muschwitztal fertig stellen.
    • 1709 wurden die Rükersbergfundgrube und die Friederichsgrube miteinander verbunden. Die Verbindungsstrecke wird laut Erklärung der Rückseite zur Herausgabe einer Medaille von 1758 "Bremerstrecke" genannt.

      Hinweis dazu: Die Medaille ist weiter unten, unter dem Abschnitt "Bergbautraditionsartikel" und hier unter "Ausbeutemünze/Bergbaugepräge" zu finden.

    • bis 1722 wurden dann beide Gruben standhaft fortgesezt.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Rückersberg unter Lichtenberg/ Bricht ein gelbes Kupffer-Ertz in weißlichen Gebürg/ ingleichen ein Floß/ der öffters grün und blau unter einander vermengt/ dann ein weiser Eisenstein."
    • 1730 wird wie folgt von der Grube "Rückersberg" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 27: "Eisenstein/ bricht von besonderer Güte und vielerley Arten/ aufn Rückersberg." Unter "Eigentliche Beschreibung" wird weiterhin aufgeführt: Pos. 28: "Flüsse/ grün und blau untereinander vermengt/ auch bißweilen jedes vor sich/ aufn Rückersberg".
    • 1735 wird die Grube "Rückersberg, unter Lichtenberg am Lobensteiner Weg, von einer hochlöblichen Berg-Societe auf Kupfer und Eisen gebaut".
    • 1751 werden in einem Dresdener Autionskatalog mehrere Stufen angeboten, wovon ich hier zwei Stufen mit ihrer Beschreibung nenne: unter "Cap. VIII. Kupfer-Ertze." 173. Ein Drum derb, röthlich Kupfer-Glaß mit eingesprengten, gelben Kupfer-Ertze und etwas Grüne, in quärziger Gangart, zwischen beyden quarzigen und späthigen, mit vielem Ocher durchsetzten Stahlbändern; von Rückersberge, in Neulauer Berg-Amts-Reviere, im Bayreutischen und unter "Cap. XI Eisenstein" 32 b Eine hohle, schalige Kugel von außen aus gilblichen und von innen aus schlackigten Eisensteine bestehend.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Reichhaltiges braunes und gelbes Kupfer- und Pecherz, welches sehr eisenschüssig, mit angeflogener Kupfergrüne, in einem grünen und weissen Flusse.", 2. "Eisenschüssiges Pecherz mit eingesprengtem gelben Kupfererz und Kupfergrüne.", 3. "Gelbes Kupfer- und Pecherz mit einer schönen pichigten Eisenschaale in braunem Quarze und grünem Flusse.", 4. "Gelbes Kupfer- und Pecherz mit einer schönen spiesigten Kupfergrüne und eingesprengtem weissen und grünen Flusse." und 5. "Derbe spiesigte Kupfergrüne, welche in Kupfererze gebrochen."
    • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", u. a. folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Kupfer-Erze, 25. Sogenanntes Pecherz mit eingesprengten Kupferkieß und strahlichten Kupfergrün, nebst brauner Kupfer- und Eisenhaltiger Ocher, etwas Flußspath und Quarz, in grauen Schiefer; von Rückersberg bey Nayla", Gewicht der Stufe "1 Pfund 18 1/2 Loth" und unter "Eisen-Erze, 67. Eine schwarze, leichte, blättrichte, poröse, aus gebrannten Kohlen oder zu Kohlen verbrannten Torf ähnliche Subtanz, worinnen sehr kleine tubulos, oder cylindrischer- sogenannter pfeifenröhrichter pechigter glasköpfigter Eisenstein lieget."
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Brauner und späthiger verwitterter, zum Theil bunter angelaufener Eisenstein, mit vielen Eisenocker. 2. Braunes und gelbes Kupfererz oder Kupferkieß, in Pecherz- in mit Kupfergrüne inpraegnirten Flußspath und brauner Mulm.
    • 1805 werden von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufen angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 68 Reichhaltiges braunes und gelbes Kupfererz mit schönen ädrichten Kupfergrün, braunen Eisenstein, Glaskopfschaale und weissen, auch grünlichen Fluß von Rückersberg, Naylaer B. A. R. und unter „E) Kupfer.“ Nr. 69 Messingfarbenes Kupfer- und Farbenerz mit eingesprengten Quarz und gelben eisenschüssigen Mulm vom Rückersberg.

      Hinweis dazu: Wann die o.g. Stufen im Einzelnen geborgen wurden ist nicht bekannt. Diese können zum Einen ab Erwerb durch Johan Otto Rüker bis 1709 oder zum Anderen danach unter Friederichsgrube oder Friedensgrube, hier dann allerdings als Baufeld der beiden vorgenannten Gruben, gefunden worden sein. Die Bezeichnung wäre dann, zwei Beispiele: "Friederichsgrube, Baufeld Rükersbergfundgrube" oder "Friedensgrube, Baufeld Rückersberg". Demnach hat es nach 1709, nach dem Verbund, keine eigenständige Grube Rückersberg mehr gegeben, sondern der Gesamtkomplex lief unter Friedensgrube, wozu später dann noch der Friedrich Wilhelm Stollen kam.

Rückersberg Fundgrube
Rückersberg Fundgrube

Rückersberg Fundgrube, "Eisenblüthe", Kupferstich aus dem Jahre 1755. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer
  • unbekannte Grube (Fe-Cu)

    • Diese Grube findet wie folgt Erwähnung: "So wahrscheinlich es ist, daß schon vor alten Zeiten und wenigstens in dem fünfzehenten Jarhundert an diesem Orte (der späteren Friendensgrube) ein Bergwerk aufgenomen worden."

      Hinweis dazu: Die unbekannte Grube war ein Vorläuferbetrieb der späteren Friedensgrube.

    • 1670 wird das von "Ott Teichmann aus Plankenstein betriebene Eisenbergwerk" genannt.
  • unbekannte Grube am Lobensteiner Weg (Fe-Cu)

    • 1676, den 14. März, wurde obige unbekannte Grube "von dem Kantor zu Lichtenberg Michael Kaiser, als ein altes Bergwerk widerum von neuen auf und in Lehen genomen."
    • "Nun hatte man zwar sogleich bey dessen Aufname die Absicht, daselbe mit einem tiefen Stollen zu lösen, allein die Sache unterblieb hernach aus der Ursache, weil wenig Hofnung da war, daß der Gang in eine Teufe von 40 bis 50 Lachter nidersetzen würde. Stat dessen wurde dargegen ein anderer Stollen, welcher nur 30 Lachter Teufe einbrachte, zu treiben angefangen. Weil aber die neulaer Bergamtsrevir zu solcher Zeit noch kein eigenes Bergamt hatte, sondern von dem zu Goldkronach versehen wurde; so gieng wegen der weiten Entfernung der Bergbau in dieser Gegend nicht sonderlich von Statten, da sowol der Bergmann als die Gewerke sich meist überlaßen waren, und man sich wenig Mühe gab selbige gehörig aufzumuntern und zu unterstüzzen."
    • 1695 baute die Grube "Lebensteiner Weg" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.

      Hinweis dazu: Lebensteiner Weg muss hier wohl Lobensteiner Weg heissen. In der alten Literatur werden oft nur die Örtlichkeiten der Gruben genannt ohne den Name der Grube selber zu nennen. Die hier aufgeführte Grube ist ebenfalls ein Vorläuferbetrieb der späteren Friedensgrube gewesen und fiel vermutlich 1696 ins Freie.

      Hinweis zu dem Namen der Grube "Lebensteiner Weg": Die Grube wird 1716 in der Literatur, nach einer Abschrift, "Lebensteiner Weg" geschrieben, im Ursprungs- Originaltext des damals Hochfürstlich Brandenburg-Bayreutischen Pfarrers M.J.M. Großen, von 1703, "Lobensteiner-Weg". Meine Vermutung aus dem vorhergehenden Hinweis wird hiermit bestätigt.

  • Sophie Louise (diente als Name um Gewerken zu suchen)

    • "1697. wurde hingegen von dem Bergmeister Johan Christian Goldbergern zu Neula und dem Landesgeschwornen Johan Kuhnen ein Aufstand von diesem Bergwerke unter dem Namen der Landesmutter ausgestellet und Gewerken darzu gesuchet. Es kostete auch nicht viel Mühe selbige aufzutreiben. Die fürnemsten darunter waren: Herr Got(t)fried von Jena, kurfürstlich brandenburgischer Geheimerrat und Kanzler des Herzogtums Magdeburg, Herr Samuel Geryk kurfürstlich brandenburgischer Geheimerrat. Herr Johan(n) von Kempfer Berghauptmann, Herr W.(olf) G.(ottlieb) von Hahn Domdechant Merseburg, Frau Helena Katharina von Hahn, Herr D. Johan(n) Christian Olearius kurfürstlich brandenburgischer Konsistorialrat, Inspektor der Kirchen und Schulen zu Halle und im Salkreise, auch Oberpfarrer zu Halle, Herr W. Zahn in Halle, Herr Johan(n) Weis Diakonus zu Naumburg, Herr Schamberger und Herr Lehman Kaufleute in Leipzig und endlich Herr Johan(n) Wilhelm Hartmann, Inspektor. Bei einer so ansehnlichen Gewerkschaft konte es nicht seien, daß der Bergbau nicht lebhaft angefangen wurde, besonders wurde der tiefe und obere Stollen scharf getrieben, alleine der erste Eifer erkaltete gar bald, und das ganze Bergwerk kam nach Verlauf eines und des andern Jares wider ins Stekken" und fiel ebenfalls wieder ins Freie.

      Hinweis dazu: Christian Ernst (27. Juli 1644 in Bayreuth - 10. Mai 1712 in Erlangen) kam durch den Tod seines Vaters Erdmann August von Brandenburg-Bayreuth (1615 - 1651), seine Mutter war Sophie von Brandenburg-Ansbach (1614 - 1646) und durch den Tod seines Großvaters, der die Geschäfte seines Vaters übernahm, am 30.5.1655, als 11jähriger, als Markgraf an die Spitze des Landes von Brandenburg-Bayreuth (im fränkischen Fürstentum Bayreuth) und nach der Entlassung aus der Vormundschaft durch den Großen Kurfürsten, übernahm Christian Ernst am 29.10.1661 die Regierungsgeschäfte bis zu seinem Tod im Jahre 1712. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 29. Januar 1671 (08.02.1671) Sophie Louise (19.02.1642 - 03.10.1702) von Württemberg, Tochter des Herzogs Eberhard III von Württemberg. Sophie Louise verstarb im Jahre 1702, demnach war 1697, zum Zeitpunkt der Ausstellung des (Gruben)aufstandes, die damalige Landesmutter Sophie Louise. Der Aufstand ist im Bergbau eine Nachricht über die Beschaffenheit einer Erzgrube.

  • Friederichsgrube (Fe-Cu) / (auch genannt: Friederichszeche)

    • Im Jar 1700. fand sich ein Kaufmann in Leipzig, welchem das ganze Berggebäude unter den Namen der Fridrichsgrube (Friederichsgrube) aufs neue verliehen wurde. Es war derselbe Johan Otto Rüker (Johann Otto Rücker), von welchem sowol als dessen Sohne, Herrn Georg Gotfried Rükern (Georg Gottfried Rücker), hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Kammerrat und Bergdirektorn, der Bau bis in das Jar 1722 fortgesezt wurde.
    • 1709 wurden die Friederichsgrube und die Rükersbergfundgrube miteinander verbunden. Die Verbindungsstrecke wird laut Erklärung der Rückseite zur Herausgabe einer Medaille von 1758 "Bremerstrecke" genannt.
    • ab 1715 werden Zahlen "über den Aufwand und Ausgebrachten" genannt, die in einer "summarischen Tabelle" aufgeführt sind.

      Hinweis dazu: Die "summarischen Tabelle" liegt zumindest bis zum Jahre 1762 vor.

    • 1718 wie folgt erwähnt und in Betrieb: Nachfolgende Bergwerks-Zechen wurden "/ von Privatis und dergleichen Gewerkschaftern gebauet worden/ worüber zu merken/ daß diejenigen Zechen/ welche mit + signiret/ noch Ertrag erfordern/ wo $ (Zeichen hier durch mich geändert) zu finden/ sich selbst verlegen/ und wo # stehet/ Überschuß geben" – "In der Naylauer Berg-Amtes Refier": + Friedens-Grube/ bey Lichtenberg.

      Hinweis zu dem Jahr 1718 in Verbindung mit der Grubenbezeichnung "Friedens-Grube": Das Buch zu dem obigen Abschnitt wurde im Jahr 1730 fertig, der Text dazu wurde zwischen 1727 und 1730 verfasst, zu diesem Zeitpunkt hieß die Friederichsgrube bereits Friedensgrube. Bei der Masse der aufgeführten Informationen in dem Buch ist es oft verständlich das nicht darauf geachtet wurde welchen Namen eine Grube 1718 hatte, da im o.g. Zeitraum 1727-1730 die Friedensgrube im Naylauer Berg-Amtes Refier bereits ein Begriff und wohl dann auch schon geläufiger war.

    • bis 1722 wurden beide Gruben standhaft fortgesezt, besonders bei Aufwältigung und Treibung des tiefen und obern Stollens der Friederichsgrube.
  • Friedensgrube X (Fe-Cu)

    • Zu Anfange besagten Jares 1722 wurde die Friederichszeche an die beiden Gebrüdere Herren Christoph Heinrich und Johan Heinrich Löwel zur Kleinschmiden verkauft und unter dem Namen Friedensgrube zugewähret. Derselben Nachkommen sind auch noch Besizzere von 86 Kuxen und haben das Werk mit gutem Erfolge fortgesezt.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Friedens-Grub unter Lichtenberg/ Bricht ein brauner Glaß-köpffigter Eisenstein/ da öffters grosse Stuffen hervor kommen/ daß/ wann sie von einander geschlagen/ in selbigen Nieren weiser Eisenstein Gänse-Eyer groß/ und laufft ein gilbliches Wasser heraus/ bricht auch ein gelber Floß/ und dann und wann Nierenweiß Kupffer-Ertz."
    • 1730 wird wie folgt von der "Friedens-Grub" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 27: "Eisenstein/ bricht von besonderer Güte und vielerley Arten/ aufn/ Friedens-Grub." Unter "Eigentliche Beschreibung" wird weiterhin aufgeführt: Pos. 6: "Brauner Drusiger und sehr artig geflossener Eisenstein/ so als etwas besonder rares mit ganz Silberfarben floribus Martis überzogen auf der Friedens Grube bey Lichtenberg.", Pos. 22: "Jaspis, schön roth" und Pos. 28: "Flüsse/ Gelber Fluß auf der Friedens Grub."
    • 1743 wurden "71 Centner Gar Kupfer gefertiget".
    • 1735 wird die "Friedensgrube, unter Lichtenberg am Lobensteiner Weg, von einer Gewerkschaft auf Kupfer und Eisen gebaut".
    • 1744, den 21. Sept., "verkaufte Herr Johan Friederich Grün Besizzer des untern Klingensporner Hammerwerks 26 ½ Kux davon an den gegenwärtigen hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Oberkommerzienrat Herrn Erdman Friederich Schilling."
    • 1749, den 6. April, kaufte der damalige hochfürstlich brandenburgkulmbachische geheime Minister und Kammerpräsident Herr Adam Anton von Maiern von Herrn Erdman Friederich Schilling "solche 26 ½ Kux und noch 13 ½ Kuxe von einem andern Gewerken".
    • 1751 werden in einem Dresdener Autionskatalog mehrere Stufen angeboten, wovon ich hier alle Stufen mit ihrer Beschreibung nenne: unter "Cap. VIII. Kupfer-Ertze." 178. a. Derber, brauner, späthiger Eisenstein, mit durchsetzenden Dr??mergen blümigter Kupfer-Ertz; von der Friedens-Grube, im Neulauer Berg-Amts-Revier, im Bayreutischen; 179. b. Schön blümigt, derbes Kupfer-Ertz, bey quärziger, flüßiger und braun Eisenspathiger, mit schwartzen Schiefer vermischten Gangart; eben daher und unter "Cap. XI Eisenstein" 30 b. Gilblich späthiger Eisenstein mit schwarzschiefriger und etwas quärziger Gangart; von der Friedens-Grube, bey Neulau, ib.
    • 1757, den 19. Dez., kamen "solche 40 Kuxe" von Herr Adam Anton von Maiern "an dem hochfürstlich brandenburg kulmbachischen geheimen Kammerrat Herrn Michael Gotlieb Zehelein."
    • Die Gewerkschaft bestehet gegenwärtig aus folgenden fünf Theilhabern:

      • 40 Kuxe Herr Geheimerkammerrat Mich. Gotl. Zehelein besizzet,

        • (geheimer Hofkammerrat Michael Gottlieb Zehelein (02.11.1720 in Dachsbach bei Neustadt an der Aisch - 10.04.1796)
      • 20 Kuxe Herrn Superintendenten zu Wunsiedel Nikol. Friedrich Stöhrs Erben,

        • (Superintendent Nikolaus Friedrich Stöhr (28.09.1706 in Kirchenlamitz - 13.11.1766 in Wunsiedel)
      • 20 Kuxe Herrn Polizeikommissarius und Burgermeisters zum Hof Dieterich Konstantin Flessa Erben,

        • (Bürgermeister und Polizeikommissar von Hof Dieterich Constantin Flessa)
      • 14 ½ Kuxe Herrn Bergmeisters Joh. Abrah. Löwels Erben,

        • (Bergmeister Johann Abraham Löwel)
      • 31 ½ Kuxe Herr Schichtmeister Joh. Nikol. Tiller in Lichtenberg.

        • (technischer Leiter der Gruben und Schichtmeister in Lichtenberg Johann Nikolaus Tiller)
      Friedens-Grube
      Friedens-Grube

      Gruben-Bericht bzw. Gruben-Aufstand der Friedens-Grube in Lichtenberg / Oberfranken aus dem Jahre 1755. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

      woelsendorfer

      Im obigen Bild ist ein Gruben-Bericht, mit drei Quartalen, aus dem Jahre 1755, der Friedens-Grube "bey Lichtenberg, am Lobensteiner Weg gelegen", dargestellt. Diese Berichte musste zum einen das Bergamt für das Oberbergamt erstellen und zum anderen diente der Bericht gleichzeitig als Nachricht von der Beschaffenheit einer Erzgrube für die Gewerken, der dann nicht Gruben-Bericht, sondern Gruben-Aufstand genannt wurde.

    • 1759 wurden 2 Gulden auf den Kux ausgezahlt. 127 Kux (laut obiger Auflistung waren es 126 Kux) wurden ausgegeben.
    • 1760 wurden 636 Gulden 10 Groschen Ausbeuth erzielt. Die Bergleute erhielten 1 Gulden und 4 Groschen. Im gleichen Jahr ist die Rede davon, dass "das Schmelzen und Garmachen" im "späten Herbst, theils wegen derer bisweilen erfolgten Fluthen, theils wegen der öfters eingefallenen grossen hefigen Kälte" als "allzeit sehr beschwerlich, ja bisweilen unmöglich" sei.
    • 1761 baute die Friedens Grube auf Kupfer und Eisen. Laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler mit Ausbeuth. Auf den Kux wurden 6 Gulden ausgezahlt. 4 Gulden 8 Groschen erhielten die Bergleute.
    • 1762 wurden 12 Gulden auf den Kux ausgezahlt. 127 Kux (laut obiger Auflistung waren es 126 Kux) wurden ausgegeben. Die Bergleute erhielten 8 Gulden 16 Groschen. Die Ausbeute ist in diesem Jahr laut Zehendner und Berg Meister Chr. Er. Tromler "so groß, als sie noch in keinem Jahr seit 1715. gewesen."
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zu Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Schönes Farben- und gelbes Kupfererz im blauen Flusse mit weissem Spate.", 2. "Schönes Farben- und derbes Erz mit blauen Flusse.", 3. "Gelbes Kupfererz mit wenig mit eingesprengtem weissen Quarze.", 4: "Gelbes drusigtes Kupfererz mit blauen Flusse.", 5. "Gelbes farbigtes Kupfererz im weissen, von der Tageswitterung aber braungefärbten Eisensteine und Spate mit blauschiefrigten Gebirge.", 6. "Gelbes Kupfererz im weissen grobwürflichten Spate und grünlichten Flusse und graune Kneust mit angeschmauchter Kupfergrüne.", 7. "Messingfarbenes Kupfererz im blauen Flusse, welcher, wenn er auf ein warmes Blech geleget wird, leuchtet, wenn er aber in der Tageswitterung eine Zeit lieget, weis wird.", 8. "Gelbes drusigtes Kupfer- und Farbenerz.", 9. "Kupfererz mit einem grauen Flusse und einem spieglichten Salband.", 10. "Messingfarbenes Kupfererz im weissen würflichten Spiegelspate, blauen Flusse und grauschiefrigtem Gebirge.", 11. "Messingfarbenes Kupfererz mit einem spiegligten Salbande in weissem Flusse und Spate.", 12. "Gelbes schönfarbigtes Kupfererz in dunkelblauem Flusse." und 13. "Messingfarbenes Kupfererz mit weissen spieglichten Eisenstein in blauem schiefrigten Gebirge und weissem drusigten und würflichten Spate, so schön als selten."
    • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", u.a. folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Kupfer-Erze, No. 5. Gelber derber Kupferkies in weißen spieglichten Kalkspath mit weißen spatförmigten Eisenstein und etwas blauen Schiefer; von der Friedensgrube Fundgrube zu Neyla", Gewicht der Stufe "28 Loth" und "9. Schuppigter meßingfarbiger Kupferkieß in smaragdgrünen Fluß- und weißen Kalkspath; Hält 24 Pfund Gaarkupfer", Gewicht der Stufe "1 Pfund 8 Loth".
    • 1782 wird die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt, die lediglich "1048. Seidel braunen Eisenstein und 16. Seidel weißer Eisenstein, a 13 gr. und 12 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • Im gleichen Jahr findet sich zur Mineralogie folgender Hinweis: "Auf dieser Grube bricht neben den Eisenstein, das so selten fürkommende sogenannte Atlaserz, dem, seiner Schönheit nach, fast keines gleichet; (Man könnte es eigentlich Kupferblüthe nennen, denn so wie die Wißmuth und Koboldblüthe ins Röthliche fällt, so fällt dieses Erz ins schön Grüne und glänzet gleich einem Atlas, bricht auch in ziemlich großen Stücken, und hält Kupfer in sich.)"
    • 1789 wurden mehrere Mineralstufe in einem Verzeichnis erwähnt, wovon ich hier drei nenne:1. Grüner Flußspath, mit etwas innenliegenden Kupferkies oder Kupfererz. 2. Kupfer-Atlas-Erz in weis- und grünlichen Flußspath mit gelben Mulm. 3. Atlas-Kupfererz in braunen umliegenden Eisenstein mit weissen Flußspath.
    • 1804 baute keine Grube mehr auf Kupfer und "Die größte Hoffnung ist daher auf den Friedrich Wilhelmstollen bey Lichtenberg gerichtet, welcher von dem berühmten Naturforscher und damaligen Director des Bayreuther Bergwesens Hrn. Alexander Freyherrn v. Humboldt im Jahre 1794 angelegt und seiddem im fortgesetzten Betriebe, zur Aufschließung der ehemals sehr reichen Kupferbergwerke Friedensgrube, welche nach Hrn. von Humboldts Behauptung 14 pEt (??) Garkupfer gab, bestimmt ist. Bey der thätigen Fortsetzung des Stollens hofft man schon im Jahre 1827 dieses Kupferbergwerk gelößt zu haben, von dessen Reichthum man die Befriedigung des ganzen inländischen Kupferbedarfs erwartet.
    • Zur Zeit und bis diese Hoffnungen erfüllt sind, müssen unsere Gewerbe, die Kupferwalswerke zu München und Tegernsee, welche gutes Materiale zur Bedachung liefern, die Kupferhämmer im Kanton Neustadt im Rheinkreis (2), in den Landgerichten Lauenstein, Wunsiedel, Lindau, Ottobayern (2), Eggenfelden, zu Passau, Burghausen, Rosenheim, Augsburg (3), Pleinfeld und Regensburg, und die große zahle der Kupferschmiede ihren Bedarf an Kupfer vom Ausland beziehen, von welchem auch in 4 Jahren (1819/20 – 1822/23) 33,040 6/10 Zentner eingeführt worden sind.

      Hinweis dazu: In der Folgezeit stellte sich dann schließlich heraus das die Hoffnung auf ein Wiederbeleben der Kupferförderung ausblieben und der gesamte Aufwand, Auffahrung des Friedrich-Wilhelm-Stollens, sich nicht gelohnt hatte.

    • 1804 sind im Friedrich Wilhelm-Stollen ein Angestellter und 10 Arbeiter und in der Friedensgrube 16 Arbeiter beschäftigt. Beide Gruben werden in der Statistik unter "Hoffnungsbau" im Bereich der Kupferbergwerke geführt, wobei die Friedensgrube 1804 nur zum Theil und dann und wann im Betriebe ist, angeblich weil der Absatz des inländischen Eisensteins im Amte Steben durch die Einfuhr ausländischen Eisensteins, wovon im Amte Steben über 4000 Seideln verhüttet werden. beschränkt ist.
    • Im Jahre 1804/05 war die Friedensgrube, ein gewerkschaftliches Grubengebäude, welches auf Eisenstein und Kupfererz baute. Es ist dies eines der ältesten Werke in dieser Gegend und am tiefsten unter allen, etwas über 40 Lachter und diese nicht völlig senkrecht hinabgeteuft. Die Grube ist mit 8 Mann belegt, und förderte mit einem Aufwande von 885 Gulden 36 Kreuzer an Eisenstein 772 Seidel zu 48 Kreuzer, die sämtlich im Lande abgesetzt wurden, bauete demnach mit 268 Gulden Zubuße, und hatte 80 Gulden 30 Kreuzer an die Bergamts-Kassen zu zahlen.
    • 1805 werden von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufen angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 42 Gelbes Kupfer- und Farberz in blaulichten Floß und grauen Gebürg von der Friedensgrube, Naylaer B. A. R. und unter „E) Kupfer.“ Nr. 44 Messingfarbenes Kupfererz mit weissem Eisenstein in Spath etc, von der Friedensgrube bey Lichtenberg.
    • 1810 werden folgende Zahlen aufgeführt: Vom Jahre 1715 bis 1762 erforderte diese Grube einen Aufwand von 60,401 Gulden 46 ½ Kreuzer, ausgebracht aber wurden 66,638 Gulden 9 Kreuzer 1 ½ Pfennig an 903 Zentner 76 5/8 Pfund Garkupfer, 9,464 5/8 Pfund guten Kupfererz, 1,585 Zentner Mittelerz, 28,060 ½ Seidel Eisenstein, und in den Jahren 1755 bis 1760 wurden 181 1/8 Zentner Garkupfer, 1,558 Zentner Kupfererze und 8,523 Seidel Eisenstein gewonnen; von 1762 bis Schluß des Quartals Lucia 1767 wurden 11,736 Gulden 53 ¼ Kreuzer aufgewendet; dagegen aber 796 ½ Zentner gute und 125 ½ Mittelerze gefördert, aus welchen man 86 Zentner 41 Pfund Garkupfer, 3,578 ½ Seidel Eisenstein, am Gelde 15,828 Gulden 52 ½ Kreuzer ausbrachte, außerdem noch von 1715 bis 1767 das Land mit 158,195 Gulden für das aus den Eisensteinen erhaltene Eisen bereichert wurde. Die reiche Ausbeute, welche dieses Bergwerk überhaupt gab, ist schon hieraus ersichtlich, vorzüglich aber veranlaßte sie, daß zum Andenken derselben im Quartale Lucia 1758 eine Medaille 2 Loth und 3 Quint im Silber, 3 Thaler 2 Groschen 3 Pfennig am Werthe geprägt, und dieselbe auch von dem Medailleur Laurer für Liebhaber in Kupfer gegraben wurde.

      Hinweis dazu: Die Medaille ist weiter unten unter dem Abschnitt "Bergbautraditionsartikel" und hier unter "Ausbeutemünze/Bergbaugepräge" zu finden.

    • Im gleichen Jahr wird die Lagerstätte Mineralogisch wie folgt beschrieben: Auf dieser Grube nun bricht in einem sehr erzreichen Thonschiefergebirge ein brauner, dichter hellbraungelber, und braungelbrostiger, zuweilen glasköpfiger und auch spätiger Eisenstein in Gängen die wenigstens einen halben Schuh mächtig sind. Unter diesem Eisenstein bricht aber auch gleichfalls in Gängen von derben Flußspath ein gutes Kupfererz in Nieren. Diese Kupfererze sind mehrentheils mit schönen faserichten Malachit oder büschelförmig zusammengehäuften Atlasblumen begleitet, unter denen sich auch bisweilen dichte Malachitknospen von dunkler smaragdgrüner Farbe befinden. Der derbe, nie kristallisirte Flußspat aber kommt theils weiß, theils hoch meergrün oder violblau vor. Auch hat man in dieser Grube tropfsteinartigen und nierenförmigen Glaskopf, gemeine und tropfsteinartige Magnesia und weißen Kalkspat, gemeinen Eisentuf mit pechigen Theilen und Glaskopf mit unbestimmten Abänderungen, auch so kleinknospig und glänzend, daß man ihn für eisenförmig schimmernd ansieht.

      Hinweis dazu: Die Aussage "nie kristallisirte Flußspat" ist nicht ganz Richtig, da unter Friedensgrube mit Friedrich Wilhelm Stollen, etwas weiter unten, 1855 Flussspat "theils in grünlichen Oktaedern" beschrieben wird.

    • 1810 war die Friedensgrube "am tiefsten unter allen, etwas über 40 Lachter (rund 80 Meter) und diese nicht völlig senkrecht hinabgeteuft".
    • 1815 werden aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufen angeboten: "unter Anhang. 5) Kupfergeschlecht:", 1., Seite 99, Nr. 802, Ziegelerz zerreibliches in von Kupfergrün gefärbten Flußspath; 2., Seite 100, Nr. 812, Malachit in Flußspath; "unter Anhang. 6) Eisengeschlecht: Schwefelkies:", 3., Seite 106, Nr. 872, Brauneisenstein auf drusigen Flußspath, weiterhin "vom Kotsauer Schacht bey Lichtenberg." unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", 3., Seite 43, Nr. 173, Wismuth-Ocker.
Friedrich Wilhelm Stollen
Friedrich Wilhelm Stollen

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedrich Wilhelm Stollen. Ehemaliges Zechenhaus, heute Gasthof am Friedrich Wilhelm Stollen, am 11.07.2015.

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Friedrich Wilhelm Stollen
Friedrich Wilhelm Stollen

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedrich Wilhelm Stollen. Ehemaliges Zechenhaus, heute Gasthof am Friedrich Wilhelm Stollen, am 11.07.2015.

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Friedrich Wilhelm Stollen
Friedrich Wilhelm Stollen

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedrich Wilhelm Stollen. Ehemaliges Zechenhaus, heute Gasthof am Friedrich Wilhelm Stollen, am 11.07.2015.

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Friedrich Wilhelm Stollen
Friedrich Wilhelm Stollen

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedrich Wilhelm Stollen. Stollenmundloch. Eingang zum Stollen am 11.07.2015.

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Friedrich Wilhelm Stollen
Friedrich Wilhelm Stollen

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedrich Wilhelm Stollen. Blick in den Stollen am 11.07.2015. Besucherstollen.

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Friedrich Wilhelm Stollen
Friedrich Wilhelm Stollen

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Lichtenberg/Friedrich Wilhelm Stollen. Stollenmundloch. Eingang zum Stollen am 11.07.2015.

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  • Friedrich-Wilhelm-Stollen X (Fe-Cu) / (auch genannt: Friedrich Wilhelm Erbstollen, Friedrich Wilhelmstollen)

    • 1794 wurde der Friedrich-Wilhelm-Stollen auf Veranlassung von Alexander von Humboldt auf herrschaftliche Kosten zur Aufschließung des vorliegenden Gebirges, nemlich des Rückersberges, und zur Lösung der auf demselben befindlichen Gruben von Morgen gegen Abend so betrieben und ausgebauet, als man wenige dergleichen Gebäude antrifft. Er ist so breit, daß 2 Männer in demselben bequem neben einander gehen können, und hat mehr als Mannshöhe, und die Beleuchtung durch die Grubenlichter macht einen sehr schönen Anblick.
    • 1795 war er bereits 67 Lachter lang … Der Bau wurde aber hernach sehr verzögert, weil man auf ein sehr vestes Gestein, eine Porphyrart, und auf schwarzen Hornstein traf.
    • 1801 wurde für 559 Gulden eine Wetter- Saug- und Förderungsmaschine gebauet, die an einem Wasserrad hängen, und durch ein Vorgelege miteinander verbunden sind.
    • 1804/05 war er mit 9 Mann belegt, erforderte 2,000 Gulden Betriebsgelder, und hatte 5 Gulden Abgaben zu den Bergamtskassen zu bestreiten.
    • 1807 war die Länge dieses Stollens schon 32 1/2 Lachter (die angegebene Länge ist falsch, der Stollen war zu diesem Zeitpunkt viel länger) zu 6 2/3 Fuß, und kostete bereits gegen 23,000 Gulden. Bis zu dem bezweckten Punkte muß er noch gegen 250 Lachter fortgetrieben werden, wozu ungefähr 20,000 Gulden erforderlich sind, und wird, wenn der Gang der Friedensgrube damit erreicht wird, 80 Lachter Teufe einbringen, auch ist dann nicht allein der Wiederersatz sämtlicher Kosten, sondern auch eine ansehnliche Ausbeute an Kupfer und Eisen zu hoffen. Er steht im Grünstein, Grünstein Porphyr und Thonschiefer, und da die Gänge dieses Thonschiefergebirges in der Fläche Nordost und Südwest streichen, so ist natürlich, daß sie von diesem Stolln überfahren werden müßen, der dann hauptsächlich, wenn er einmal fertig ist, auch dazu dienen wird, sämtlichen Gruben das Wasser zu benehmen. Bereits sind damit einige Gänge überfahren, auf die man aber erst dann wird bauen können, wenn der Stolln sein Ziel erreicht haben wird.
    • 1808, am Jahresende, hatte der Stollen eine Länge von 700 Metern erreicht. Danach wurde der Vortrieb vorerst eingestellt und in späteren Jahren die restlichen 275 m bis zum Kotzauer Schacht, und etwas darüberhinaus, aufgefahren.
    • 1809 ist vermutlich der Grund niedergeschrieben worden, warum die Auffahrung vorerst eingestellt worden ist, denn "Bergmeister Grund beurteilte im Jahre 1809, als der Friedrich-Wilhelmstollen noch nicht fertiggestellt war, die Aussichten der Grube recht ungünstig", da die "oberen Teufen damals schon fast gänzlich abgebaut schienen."
    • 1815 werden aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufen "v. d. Friedr. Wilh. Erbstollen unterhalb Lichtenberg im Bayreuthischen." angeboten: "unter II. Größeres Cabinet. Erste Classe. Erdige Fossilien: D. Kalkgeschlecht: a) Luftsaure Kalkgattungen.", 1., Seite 73, Nr. 511, schuppiger Anthraconit; "unter Anhang. 7. Bleygeschlecht:", 2., Seite 112, Nr. 932, Bleyglanz klarspeisiger mit Blende und Schwefelkies in Alaunschiefer und unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", 3., Seite 40, Nr. 113, bunt angelaufener Kupferkies.
    • 1817 wird wie folgt berichtet: An der Ost- und Westseite des Berges (auf dem der Ort Lichtenberg liegt) zieht sich eine Schlucht zur Selbitz hinab, in welcher durch einen Kunstgraben das Wasser zu einem Kunstgezeuge geleitet wird, dessen Umtrieb sich schon in einiger Entfernung durch das Klingen einer Eisenplatte ankündiget. Es ist die im Jahre 1801 erbaute Wetterzeugmaschine, durch welche zugleich ein Hund auf dem Gestänge so herausgefördert wird, daß er sich selbst ausstürzt, und leer wieder zurückläuft.

      • Einige Angaben zum Stollen:
      • bei 309,5 Meter - Gang Nr. I angefahren, 60 – 90 cm mächtig, mit Schwefelkies und Quarz, wohl in einem zerruschelten Alaunschiefer
      • bei 321 Meter - Gang II angefahren, Inhalt und Mächtigkeit wie Nr. I
      • bei 435,5 Meter - Gang Nr. III angefahren, 46 cm mächtig, mit wenig Kupferkies in Kalkspat und Quarz, stark klüftig, starke Wasserführung
      • bei 592 Meter - Gang IV angefahren, 10 – 15 cm mächtig, mit derben Kupferkies, Quarz und Kalkspat
      • bei 627 Meter - Gang V - Eleonore angefahren, 18 cm mächtig (nach anderen Quellen 52 cm mächtig) mit Kupferkies, Kalkspat und Quarz
      • zwischen 628 – 743 Meter - Gänge VI, VII, VIII und IX angefahren, alle geringmächtig und vom Inhalt bedeutungslos.
      • bei 968,5 Meter - Gang X – Friedensgruber Gang angefahren: In dem Bereich nur als Kluft mit Kalkspat ausgebildet. Hier wurde neben dem Stollen der Kotzauer Schacht abgeteuft. Von dem Schacht wurde 37 Meter über der Stollensohle ein Querschlag zum Friedensgrubener Gang vorgetrieben.

      Hinweis: Die Friedensgrube und der Friedrich Wilhelm Stollen wurden während der Auffahrung des Friedrich Wilhelm Stollens in der Statistik als Hoffnungsbaue geführt. Nachdem ich Unmengen von Fachliteratur durchgearbeitet habe liegt meines Erachtens hier nicht die Hoffnung auf die Förderung von Kupfererzen, sondern Alexander von Humboldt war wohl bewusst, dass die Auffahrung, bei der damaligen sehr geringen Vortriebsleistung, Jahrzehnte dauern würde und er den Menschen in dieser Region mit der Auffahrung und der Bergschule in Steben Hoffnung machen wollte. Hinweise in dieser Richtung sind in alter Literatur immer wieder zu finden, wo selbst auf die Psyche der Menschen eingegangen wird. Weiterhin wird 1852/53 berichtet, dass der Bergbau im Stebener Revier aus zwei Gründen aufrecht erhalten wird, weil

      • "1) diesen alten, hauptsächlich durch die ungünstigen Absatzverhältnisse sehr herabgekommenen, meist auf mächtigen, ausdauernden Gängen und Lagerstätten betriebenen Bergbau nicht ganz verfallen zu lassen", und
      • "2) den vielen genügsamen und äußerst dürftigen Bergleuten der dortigen, so sehr sterilen Gegend durch das Auflassen alles Bergbaues den ohnedies so kargen Verdienst nicht noch mehr zu schmälern oder gar zu entziehen".
      • Die Betriebsanlage in Lichtenberg (Friedengrube und Friedrich Wilhelm Stollen) hat aber unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht, die selbst das Bergamt in Steben in die Pleite katapultiert hätte, wenn der Staat über seinen Haushalt dieses Defizit nicht immer ausgeglichen hätte. 1854/55 hat von allen Bergämtern in Bayern, Steben 12.500 Gulden Zubuße erfordert, wobei ein Bergamt 10.181 Gulden Ausbeute erzielte und der Rest der Bergämter, mit Steben, insgesamt 23.704 Gulden Zubuße verursachte. 1859 wird ein Defizit für Steben für die letzte Betriebsperiode von sage und schreibe 71.623 Gulden 8 Franken genannt. Die Reißleine wurde dann schließlich 1858 mit dem Verkauf aller Betriebsanlagen gezogen und die betroffenen Bergleute aus Betriebswirtschaftlicher Sicht es nicht verstehen wollten oder konnten, dass ihre Zeit der Vergangenheit angehörte und mit der neu gegründeten Gesellschaft, durch Steiger und Bergleute ins Leben gerufen, hätten niemals in die Gewinnzone kommen können, da der Bergbau, die Gewinnung, in dieser Region viel zu kostspielig war.
Friedrich Wilhelm Stollen
Friedrich Wilhelm Stollen

Wettersaug- und Förderungsmaschine von 1801. Erklärung des Aufbaus und der Funktionsweise. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

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  • Friedensgrube mit Friedrich Wilhelm Stollen (Fe-Cu)

    • ab 1819 sind beide Betriebszweige als eine Grube zu sehen und werden in den nachfolgenden Jahren auch fast immer zusammen genannt.
    • Amtliche, öffentliche, Mitteilung am 19. November 1819

      • Bei der Nähe, in der der tiefe Friedrich Wilhelms Stolln, nunmehro an das vorliegende alte Kupferbergwerk, die Friedensgrube bei Lichtenberg, herangerückt ist, wir es nothwendig, daß dieses Berggebäude wieder belegt werde, um den Schacht abzuteufen, vermittelst dessen die Wasser- und Werkerlosung desselben erfolgen kann. Diesem gemäß ist das unterzogene Königl. Bergamt von der ihm vorgesetzten Königlichen General-Bergwerks-Administration zu München befehliget worden, die Gewerkschaft jener Grube aufzufordern, den besagten Betriebsplan, bei Vermeidung gesetzlicher folgen, unverzüglich in Ausführung zu setzen.
    • Es wird sonach den Gewerken der Friedensgrube im Allgemeinen, in specie (speziellen) aber den nachgenannten Gewerken, deren Wohnorte dem Bergamte unbekannt sind, als:

      • a) den Relicten des verstorbenen Herrn Seniors und Pfarrers, Mag. Lang zu Creussen (Stadt im oberfränkischen Landkreis Bayreuth),

        • 1) Sophia Jacobina Friederika Lang,
        • 2) Sophia Henriette Lang,
        • 3) Sophia Johanna Lang,
        • 4) Dorothea Johanna Juliana Lang,
        • 5) Christoph Friedrich Lang,
        • 6) Anna Magdalena Johanna Lang, und
        • 7) Sophia Ambrosta Lang,
      • b) den Relicten des verstorbenen Stadtgerichtsraths, Herrn Ellrodt zu Wunsiedel,

        • 1) Christiana Amöna Wilhelmina Ellrodt, und
      • 2) Margaretha Susanna Friederika Ellrodt, dann
      • c) den Relicten des verlebten Herrn Pfarrers Maison zu Birk (Ortsteil der Gemeinde Weißenstadt, Landkreis Wunsiedel),
    • öffentlich aufgegeben, diese Grube binnen heute und einem Vierteljahre in der berührten Art in Betrieb zu nehmen – wobei zugleich der ganzen Gewerkschaft die bisher statt gefundenen Fristen wiederholt aufgekündiget werden, oder nach fruchtlosen Ablauf dieser peremtorischen Frist zu gewärtigen: daß die Friedensgrube bergordnungsgemäß freigefahren und zum Besten des Friedrich Wilhelm Stolln ins Köngliche bergfreie erklärt werde, damit dieser Stollenbetrieb an seiner Ausführung nicht länger aufgehalten, und dadurch an dem darauf verwendeten sehr ansehnlichen Capital noch mehr verloren gehet; – wornach sich zu achten.

      • So geschehen Steben, im Königl. Baierischen Obermainkreise, den 1. November 1819.
      • Königl. Baier. Bergamt Lichtenberg Kaulsdorf. Reuter, Königl. Bergmeister.
    • 1819, am 7. December, wurde die amtliche Mitteilung öffentlich wiederholt.
    • Amtliche, öffentliche, Mitteilung am 15. Februar 1820

      • Am 1. November 1819 wurde in einer öffentlichen Bekanntmachung durch das zuständige Bergamt darauf hingewiesen, dass die Gewerken hinsichtlich ihres unbekannten Aufenthaltes sich bis zu einer gegebenen Frist zu melden haben, ansonsten sie ihr Eigentum an der Kupferzeche Friedensgrube, zum Besten des Friedrich Wilhelms Stollen, verlieren würden, welches am 08. Februar 1820 öffentlich bekannt gemacht wurde, dass ihre Anteile im Gegenbuche gelöscht wurden. Danach werden die unter 1819 aufgeführten Personen/Erben und weitere, insgesamt 11 Gewerken namentlich aufgeführt, die zusammen 104 Kuxe verlieren und verloren haben.

        Hinweis: Der Friedrich Wilhelm Stollen wurde im Jahre 1794 begonnen, die Friedensgrube vermutlich bis 1806 immer wieder in Fristen gehalten und nach dem Krieg durch Napoleon bis 1819 vermutlich gar nicht mehr belegt und in dieser (extrem) langen Zeit hatten die Gewerken bzw. die Erben der Gewerken vermutlich kein Interesse mehr ihre Kuxe zu halten. Die Anteile fielen dann schließlich an den bayerischen Staat.

        Hinweis Vortriebsleistung: Die Vortriebsleistung mit Schlägel- und Eisenarbeit lag bei 3 – 5 cm, bei entsprechend guten Gebirgsverhältnissen lag sie bei 10 cm pro Tag. 1617 wurde im Bergbau das Schießen eingeführt, dadurch stieg die Vortriebsleistung auf bis zu 15 cm am Tag. 1855 wurde die Bohrmaschine zur Herstellung von Sprenglöchern erfunden und 1865 erfand Nobel das Dynamit. Dadurch konnte die Vortriebsleistung auf bis zu 50 Meter im Monat, später bis auf 150 Meter gesteigert werden.

    • 1834 bis 1846 erfolgte der Vortrieb einer 400 m langen Strecke auf dem Friedensgrubener Gang bis zum Großhaldenschacht.
    • 1846 war der Friedrich Wilhelm Stollen erst endgültig fertiggestellt, danach, so ist zu lesen, war die Aufrechterhaltung der Grube nur durch bedeutende Zubußen möglich und diese Zubußen, verursacht durch die Aufahrung des Friedrich Wilhelm Stollens und der Tatsache das die Erzspalte des Friedensgrubenganges sich in der Stollentiefe als erzleer erwies und man wieder in höheren Teufen im Streichen des Ganges auffahren mußte, was zusätzliche Kosten verursachte.
    • 1852/53 war die Grube mit 24 Mann belegt, welche 693 Seidel Spateisenstein, 918 Seidel Brauneisenstein, und 34,89 Zentner Kupferkiese förderten. Die Kupferkiese waren so minderwertig, dass 124 Zentner Kupferkiese am Ende des Jahres auf Vorrath/Halde lagen.
    • 1854 Nachträge zu Dr. Besnard’s Verzeichnis bayerischer Mineralien von Regierungs-Direktor v. Hornberg:

      • 6) Pyromelin - Auf Anwibit, Eisenspath.
      • 9) Malachit in Verdrängungs-Pseudomorphosen nach Bleicarbonat mit Quarz und Kupferlasur.
      • 23) Bismutit in Pseudomorphosen, von Quarz, Malachit und Kupfergrün begleitet.
      • 24) Eisenspath - Krystalle mit aufsitzenden kleinen Kupferkies-Tetrandern und die Rhomboeder mit faserigem Brauneisenerz überzogen und in solchen übergehend.
    • 1855 werden Olivenite beschrieben, die in kleine nadelförmige, zu Drusen vereinigte Krystalle zusammen mit Fluss vorkommen, dieser theils in grünlichen Oktaedern, Quarz und Amribit. Sehr selten auf der Friedensgrube Gang Nr. 5.
    • 1856 werden folgende Mineralien genannt:

      • 1. Phosphorocalcit – die schönsten nachahmenden Gestalten stammen von der Friedensgrube.
      • 2. Hypochlorit – schöne Exemplare.
      • 3: Bismutit – vom Kotzauer Schacht.
      • 4. Malachit – die schönsten Strahlenbüschel liefert die Friedensgrube.
    • 1857 werden auf Befehl der Bergwerksdirektion München, wegen des schlechten Absatzes und der schlechten Betriebsergebnisse, sämtliche noch gangbare landesherrliche Gruben des Bergamtes Steben zum Verkauf angeboten, nachdem eine Vergewerkschaftung nicht gelingen wollte. Aufgrund der Verkaufsabsichten durch die Regierung wurde eine neue Gewerkschaft, durch Initiative von Bergleute und Steiger, die noch auf den umliegenden Bergwerken tätig waren, gegründet und die Friedensgrube mit dem Friedrich Wilhelm Stollen aufgekauft.
    • 1858 wurde die Gesamtanlage, aufgrund verschiedener Umstände, siehe dazu oben unter dem Punkt "Beginn der 5. Periode", in Fristen geführt.
    • 1862 werden von der nun auflässigen Friedensgrube bei Lichtenberg Verdrängungs-Pseudomorphosen des Kupfergrün nach Bleicarbonat, mit Quarz und Brauneisenerz erwähnt, die jedoch äusserst selten aufgetreten sind.
    • 1867 wird die Friedensgrube mit dem Friedrich Wilhelm Stollen, im Bezirksamt Naila, im Regierungsbezirk Oberfranken, Bergrevier Steben, I Revier-Abteilung Steben, genannt, die gegenwärtig auflässig, in Fristen (Grube die zeitweise außer Betrieb war) gehalten oder auf geringe Erzgewinnung beschränkt ist, weil fast jeder Absatz des Erzes fehlt. Danach wird die Gesamtanlage nicht mehr erwähnt.
  • Rückersberg (Flußspat)

    • 1936, 1948 bis 1952 in Betrieb und dann Umbennenung in Lichtenberg.
  • Lichtenberg (Flußspat)

    • 1952 bis 1963 in Betrieb.
  • Alt-Beschert Glück (Fe-Cu) / (auch genannt: Bescheerte Glück, Bescherte Glück, Beschehrte Glück, Beschehrt Glück, bescherten Glück Fundgrube)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Bescherte Glük an der Muschwiz unter Lichtenberg.", verliehen.
    • 1731 "erschürften einige Bergleute das Bescheerte Glück im wilden Hölzlein; allein da die Mittel der armen Bergleute nicht nachhielten, so erstand Rücker auch dieses Werk. Er legte auch von der Muschwitz aus einen tiefen Stollen zur Bewältigung der Wasser an. Nachdem aber starke Veste vorgefallen, und der vor dem Stollort sich befindende Gang wegen vorgekommenen sehr rauher Quärzer immer unartiger worden; so stellte man die Arbeit darauf ein und erhielt das Werk in Fristen."
    • 1735 wird die Grube "Bescherte Glück, Lichtenberg, im wilden Hölzlein an der Muschwitz, von der Berg-Societe in Fristen erhalten".
    • 1756 in Betrieb.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Pech und braunes Kupfererz in blaulichem und weissen Flusse.", 2. "Gelbes und braunes Kupfer- und Pecherz mit braunen Eisensteine in weissem und grünem Flusse.", 3. "Weisser und grüner Flus mit eingesprengten Pecherz." und 4. "Pech- und braunes Kupfererz, in welches gelbes Kupfererz eingesprengt lieget, in weissem und grünem Flusse."
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 42. Dunkelbrauner wimmrichter oder hornigter Eisenstein, so drusigt gewachsen und mit etwas Eisenglanz überwittert ist; vom bescherten Glück Fundgrube. N. B. A. R."
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Kupferkies, Kupferpecherz, Kupfergrüne in grünen und weissen Flußspath. 2. Rother horniger Eisenstein, mit Eisenrahm, Eisenocker und weissem Quarz.
  • Beschert Glück (Fe-Cu) / (auch genannt: Das bescheerte Glück)

    • 1792 neue Mutung und anschließend Betriebsaufnahme.
    • Die Kupfererze treten abgesondert vom Eisenstein in den Flußspatgängen auf.
    • 1795/96 in Betrieb
    • "Das bescheerte Glück, eine Grube, welche an vier Orten Kupferertz hat, wurde lange nicht gebaut. Seit drey Jahren arbeitet man aber wieder in der selben, erlangt aber noch nicht so viele Ausbeute, daß die Kosten davon könnten bestritten werden. Hier findet man Kupfererzt mit schönen Atlasblumen, oder Malachit, Kupfererzt im Flußspath, zuweilen mit gelben Krystallen, und andern krystallisirtem Flußspath, ferner braunen Eisenstein mit Glaskopf und einem auf Glaskopf aufsitzenden knospichtem Chalcedon; dann weißen und braunen Eisenstein, beyde mit etwas Kupfererzt."
    • 1806 wird ein Gutachten zur Wiederaufnahme des Kupfer- und Eisensteinbergwerkes Beschert Glück erstellt.
  • Neu-Beschert Glück (Flußspat) / (auch genannt: Neu Bescheert Glück, Betrieb Oberfranken)

    • 1965 bis 1967 in Betrieb.
Bergbau in der Stadt Lichtenberg
Bergbau in der Stadt Lichtenberg

Übersichtskarte zum Bergbau in der Stadt Lichtenberg / Oberfranken. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

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Lichtenberg-an der Muschwitz

  • St.Gabriel (Fe) / (auch genannt: Sankt Gabriel)

    • 1924 wird die Grube wie folgt erwähnt: "Dicht an der Saale zwischen Dorschenmühle und Blechschmiedenhammer lagen die alten Gruben St. Gabriel, Alter Bauer und Schönes Bauernmädchen."
  • Schönes Bauernmädel (Fe) / (auch genannt: schöne Bauernmägdlein, Schöne Bauer-Mägdgen, Schönes Bauernmädchen, schöne Bauermädchen, schönen Bauernmädel, Bauernmädel, Schöne Bauernmädel)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Schöne Bauermädel an der Muschwitz unter Lichtenberg.", verliehen.
    • um 1716/17 wurde von Georg Gottfried Rücker "das schöne Bauernmägdlein im Kraushärholtze, unter Lichtenberg, erschürft, woselbst zuvor gar nichts von einem Schacht wahrzunehmen war".
    • 1718 wie folgt erwähnt und in Betrieb: Nachfolgende Bergwerks-Zechen wurden "/ von Privatis und dergleichen Gewerkschaftern gebauet worden/ worüber zu merken/ daß diejenigen Zechen/ welche mit + signiret/ noch Ertrag erfordern/ wo $ (Zeichen hier durch mich geändert) zu finden/ sich selbst verlegen/ und wo # stehet/ Überschuß geben" – "In der Naylauer Berg-Amtes Refier": # Schöne Bauer-Mägdgen/ bey Lichtenberg.
    • 1725 ist die Grube dann "erst fündig worden" und ein "überaus höfflich Kupffer-Bergwerck".
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Schöne Bauer Mädel/ an der Muschwitz bey Lichtenbergck./ Bricht ein blanckes Kupffer-Ertz in einem Spath/ welches ziemlich reichhaltig/ dabey öffters eine derbe Berg-grüne und schöne Kupffer-lasur."
    • 1730 wird wie folgt von der Grube "Schöne Bauer Mägdgen" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 9: "Weisser-Quartz mit massiv Kupffer/ aufn Schönen Bauer Mägdgen bey Lichtenberg.", Pos. 10: "Schön lasurfarb reich Kupffer-Ertz/ dem Japanischen gleich; Ibid.", Pos. 11: "Kupfferstein/ so bloß vom Feuersetzen in der Grube vor Orth selbsten geschmoltzen/ weil der Gang schmal und das Nebengestein je länger je fester worden/ daß auch deßhalber dieses Gebäude/ als vorbenandtes Schöne Bauer Mägdgen/gar aufläßig worden/ und schwerlich mehr gangbar wird.", Pos. 12: "Einen Drusig mit etwas Quarz durchflossene braune Eisenstein-Schale/ in welcher das massive Kupffer/ wie die zarteste braune Wolle/ so etwas gar besonder rares/ und wohl schwerlich noch in einem Cabinet zufinden/ massen es nur von laminiren oder schlagen sogleich das gediegene Kupffer präsentiret; diese rare und schöne Stuffe ist auf dem schon genandten Schönen Bauer Mägdgen gebrochen und in dem kostbahren und reichen Stuffen-Cabinet des Herrn Zehendt, Ullmanns in Wunsiedel zusehen.", Pos. 13: "Subtil sehr schön gewachsen Kupffer in braunen Quarz mit grauen Schieffer. Ibid.", Pos. 14: "Haarig gewachsen und an der Farb wie das höchste Gaar-Kupffer in weissen drusigt- und etwas grauen Schieffer vermengten Quarz. Ibid.", Pos. 15: "Schön lasur-farbigt reich Kupffer-Ertz mit grauen Kupffer-Glaß. Ibid.", Pos. 16: "Dergleichen mit einem Cinnober- rothen Beschlag/ so das pure Kupffer und sehr rar. Ibid.", Pos. 17: Drusig und ausgewittert Kupffer-Erz mit schön grün und blau en Beschlag. Ibid." und Pos. 18: "Derb Kupffer-Erz mit weissen Eisenstein. Ibid." Unter "Eigentliche Beschreibung" wird weiterhin aufgeführt: Pos. 8: "Braundrusig und schön überwitterter Eisenstein aufn Schönen Bauer Mägdgen daselbst/ man hat auf dieser als eigentlich einer Kupffer-Zeche gar selten dergleichen gespüret/ und ist vorigo die Grube der allzuhefftigen Veste halber gar liegen geblieben."

      Hinweis dazu: In der gesamten unten aufgeführten Literatur wird im obigen Abschnitt von 1730 einmalig erwähnt, dass die sehr alte Methode des Feuersetzens in einer Grube, in dem von mir betrachteten Gebiet zum Einsatz gekommen ist.

      Hinweis Feuersetzen: Vermutet wird, dass die Methode des Feuersetzens die älteste Technik ist, die im Bergbau, im Abbau, von sehr festem Gestein angewendet wurde und bereits von den alten Ägyptern und von den Römern schriftlich überliefert ist.

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila an der Muschwitz, im Kraushärlhölzel" genannt.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Schöne Bauer Mädel, Fund Grube auf Kupfer und Eisen.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: 1. "Messingfarbenes Kupfererz, welches schwarz beschlagen, mit wenig weissem Flusse." und 2. "Sehr mildes gelbes Kupfererz, welches schwarz beschlagen."
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Kupfer-Erze, 30. Pecherz mit eingesprengten Kupferkieß, auch gelb- und brauner Ocher in Quarz; vom schönen Bauer-Mädgen Fundgrube zu Lichtenberg bey Muschwitz. B. A. R.", Gewicht der Stufe "14 1/4 Loth".
    • vor 1782 "unter Lichtenberg" in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Braunes Kupfererz in braunen Eisenstein mit vieln Eisenocker und Kupfergrüne.
    • "Auf dem Bauernmädchen, einer Fundgrube hiesiger Gegend, welche im Freyen liegt, die man aber wieder eröffnen will, glaubt man ebenfalls etwas Silber und Bleyerzt antreffen zu können. Hier hat man, den Nachrichten zu Folge, welche mir einige in der Bergwerkskunde erfahrne Männer mittheilten, - wie in vielen anderen Werken, in der ersten Teufen braunen Eisenstein, in der zweyten weißen Eisenstein, und dem Saalspiegel gleich fangen sich die Kupfererzte an. Allein das Erzt liegt hier in so vestem Gestein, daß es wahrscheinlich zu viele Kosten verursachen wird, dasselbe zu Tage zu fördern."
    • 1806 wird ein Gutachten zur Wiederaufnahme des Kupfer- und Eisensteinbergwerkes Bauernmädel erstellt.
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe "von der Grube Bauern Mädel." angeboten: unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", Seite 40, Nr. 114, bunt angelaufener Kupferkies.
Feuersetzen
Feuersetzen

Feuersetzen - Seiffenwerke nach Georgius Agricola. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer
  • Bauer (Fe) / (auch genannt: Alter Bauer, Bauer Fundgrube)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Bauer an der Muschwiz unter Lichtenberg.", verliehen.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Bauer Fund Grube auf Kupfer und Eisen.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Blankes derbes Kupfererz mit wenig Pecherze, weissem Quarze und eingeschauchter Kupfergrüne.", 2. "Gelbes Kupfer- und Pecherz, welches braun beschlagen ist, mit zwei quarzigten Salbändern, die gleichfals braun beschlagen sind.", 3. "Gelbes braun beschlagenes Kupfererz mit Kupfergrüne und braune Mulm in grauen Quarze.", 4. "Messingfarbenes braunbeschlagenes Kupfererz in braunem Eisensteine mit gelben Mulmflecken." und 5. "Messingfarbenes braunbeschlagenes Kupfererz mit weissem Spate." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Kupfer-Erze, 29. Schöner hochgelber schuppigter Kupferkieß, mit gelber Ocher in Quarz; von der Bauer Fundgrube unter Lichtenberg bey Muschwitz. B. A. R.", Gewicht der Stufe "19 7/8 Loth".
    • vor 1782 in Betrieb. Als Betriebsort wird u.a. "an der Muschwitz, unter Lichtenberg" genannt.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner milder Eisenstein mit etwas Quarz.
  • Großer Carl (Fe) / (auch genannt: grossen Karl, Große Karl, Große Carl)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Große Karl an der Muschwiz bei Lichtenberg.", verliehen.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Messingfarbenes Kupfererz mit braunem Eisensteine, gelben Mulm und angeflogener Kupfergrüne." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner Eisenstein und Fluß mit einer aufliegenden kleinknospigten Glasknopfschaale.

Lichtenberg-Höllental

  • Neuen Streckenberg (Fe) / (auch genannt: Junge Streckenberg, Junger Streckenberg)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Junge Strekenberg im Hölgrunde.", verliehen.
    • 1730 blieb der "junge Streckenberg liegen."
    • 1735 wird die Grube Junge Streckenberg von einer Gewerkschaft in Fristen erhalten.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Gelbes Kupfer- und Pecherz mit Kupfergrüne in weissem verwitterten Flusse." und 2. "Gelbes Kupfer- und Pecherz in weissen und grünen Flusse und graune Quarze." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • vor 1782 "im Höllgrund" in Betrieb.

      • Hinweis zu den Streckenberg-Gruben: "Der Streckenberg war durch Stollen zu beiden Seiten des Höllentals aufgeschlossen und war angeblich 1 Meter mächtig, aber bis aus wenige Kupferkiesnester taub."
      • Der "Alte Streckenberg" lag in Issigau, im Eichensteiner Wald (siehe dort) und der "Junge (Neue) Streckenberg lag in Lichtenberg, im Höllgrund an der Selbitz.

Lichtenberg-Kesselholz

  • Gelber Löwe (Fe) / (auch genannt: Gelbe Löwe)

    • 1718 wie folgt erwähnt und in Betrieb: Nachfolgende Bergwerks-Zechen wurden "/ von Privatis und dergleichen Gewerkschaftern gebauet worden/ worüber zu merken/ daß diejenigen Zechen/ welche mit + signiret/ noch Ertrag erfordern/ wo $ (Zeichen hier durch mich geändert) zu finden/ sich selbst verlegen/ und wo # stehet/ Überschuß geben" – "In der Naylauer Berg-Amtes Refier": # Gelber Löw/ im Kesselholz.
    • 1726 wurde der "Gelbe Löwe wieder in Betrieb genommen, blieb aber schon bald darauf wegen des Wassers liegen."
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • vor 1782 "im Kesselholz bey Lichtenberg" in Betrieb.
  • Blauer Löwe (Fe-Cu-Roteisenerz) / (auch genannt: Blaue Löwe, blauen Löwen, Blaue Löw Fund Grube)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Blaue Löwe im Kesselholze unweit Lichtenberg.", verliehen.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Blaue Löw, Fund Grube, mit Zubuße, auf Eisen.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Klarspeisigtes gelbes wichhaltiges Kupfererz mit eingesprengten grünen Flusse und weissem Quarze, welches bei einem rothhornigten Eisenstein bricht." und 2. "Stahlderbes, gelbes und braunes Kupfererz mit angeschmauchter Kupfergrüne."
    • 1776 wird eine Stufe in einem "Verzeichnis einiger Kupfererze und Eisensteinstufen aus dem Nailauer Bergamtsrevier" wie folgt beschrieben: "28) ein rother hornigter Eisenstein. Vom blauen Löwen im Kesselholz."
    • vor 1782 "im Kesselholz" in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Rother horniger Eisenstein, mit durchsezenden weissen Quarz.
  • Rother Löwe (Fe-Roteisenerz) / (auch genannt: Rothe Löwe, rothen Löwen, Rothe Löw Fund Grube)

    • 1695 baute die Grube "Rothe Löw" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • 1718 wie folgt erwähnt und in Betrieb: Nachfolgende Bergwerks-Zechen wurden "/ von Privatis und dergleichen Gewerkschaftern gebauet worden/ worüber zu merken/ daß diejenigen Zechen/ welche mit + signiret/ noch Ertrag erfordern/ wo $ (Zeichen hier durch mich geändert) zu finden/ sich selbst verlegen/ und wo # stehet/ Überschuß geben" – "In der Naylauer Berg-Amtes Refier": # Rother Löw/ im Kesselholz bey Lichtenberg.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Rothe Löw/ bey Lichtenbergck/Bricht ein Feuer rother Eisenstein/ so öfters Jaspis bey sich führet."
    • 1730 wird wie folgt von der Grube "rothen Löwen" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 27: "Eisenstein/ bricht von besonderer Güte und vielerley Arten/ aufm rothen Löwen." Unter "Eigentliche Beschreibung" wird weiterhin aufgeführt: Pos. 18: "Zinnober roth und etwas grau vermengter sehr vester Eisenstein wobey man zuweilen schön rothen Jaspis mitspüret/ aufn Rothen Löwen bey Lichtenberg.", Pos. 23: "Rothfleckiger Jaspis vom Rohten Löwen" und Pos. 24: "Rother Jaspis fast einem Cinnober gleich."
    • 1735 wird die Grube Rothe Löw bei Lichtenberg, im Kesselholz, durch eine Gewerkschaft betrieben, die auf rothen Eisen baut.
    • 1751 wird in einem Dresdener Autionskatalog eine Stufe wie folgt angeboten: unter "Cap. XI Eisenstein" 27 a Röthlich horniger Eisenstein; v. rothen Löwen, Neylauer Berg-Amts-Revier, im Bayreutischen.
    • 1756 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Rothe Löw, Fund Grube, mit Zubuße, auf Eisen.
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Rother Eisenstein, mit eingesprengten rothen Jaspis und anstehenden Quarz.
    • 1800 berichtet der berühmte Johann Carl Freiesleben über den rothen Eisenstein mit rothem Jaspis und Quarz, der in der Gegend von Steben als eine ausgezeichnete Gangformation auf dem Rothen Löwen sich findet.
  • rothe Esel (Fe-Roteisenerz)

    • förderte rothen Eisenstein.
  • Haus Brandenburg (Cu) / (auch genannt: Hanns Brandenburg)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Haus Brandenburg im Burgholze bei Lichtenberg.", verliehen.
    • 1695 baute die Grube "Haus Brandenburg" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Haus Brandenburg, Fund Grube auf Kupfer.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Messingbeschlagenes braunbeschlagenes Kupfererz in eisenschüssigem Quarze." und 2. "Gelbes schwarz- und grün beschlagenes Kupfererz in weissem Flusse mit braunem Mulm."
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Kupfer-Erze, 36. Pecherz mit etwas Kupferkieß, Kupfergrün und brauner Ocker in unter einander und Quarz; vom Husse Brandenburg, Fundgrube im Kesselholz bey Lichtenberg", Gewicht der Stufe "7 3/4 Loth".
    • vor 1782 "im Kesselholz" in Betrieb. Ob das o.g. "Burgholz" im Bereich des Kesselholzes liegt muss ich hier mal offen lassen.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Derber Kupferkiieß, messingfarbenes und braunes, etwas buntangelauffenes Kupfer- und Pecherz, mit Kupfergrüne und anstchenden verhärteten Eisenocker.
  • Schächtige Weite (Roteisenerz) / (auch genannt: Die schächtige Weite)

    • förderte rothen Eisenstein.
  • Der Wohlgetroffene (Fe) / (auch genannt: Wolgetroffen)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Wolgetroffen am Kesselberge im Höllgrunde.", verliehen.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
  • Georg Friedrich Karl (Fe)

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
  • Elisabeth im Kessel (Fe)

    • vor 1735 "am Geheg des Berges (Kesselberg) oberhalb der Selbitz" in Betrieb.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
  • Freudiger Bergmann (Fe) / (auch genannt: Freudige Bergmann)

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
  • Fortunatus (Cu)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Fortunatus im Kesselholze bei Lichtenberg.", verliehen.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes und braunes Kupfererz mit Kupfergrüne, welches in einem eisenschüssigten Quarzgange eingesprengt lieget." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
  • Rothe Hirsch (Fe-Cu) / (auch genannt: rothen Hirschen)

    • 1730 wird wie folgt von der Grube "Rothen Hirsch" unter "befindlichen Eisenstein-Sorten" berichtet: Pos. 22: "Jaspis/ roth und grüner Auf dem Rothen Hirsch."
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird "im Kesselholz" genannt.
    • vor 1782, 1782 in Betrieb. Als Betriebsort wird "im Kesselholz" erwähnt.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Rother, etwas milder Eisenstein. 2. Kieß mit rothem Glimmer.
    • 1800 berichtet der berühmte Johann Carl Freiesleben über den rothen Eisenstein mit rothem Jaspis und Quarz, der in der Gegend von Steben als eine ausgezeichnete Gangformation auf dem Rothen Hirsch sich findet, weiterhin grüner Strahlstein mit Quarz von ganz vorzüglicher Schönheit auf dem liegenden Trume des Rothhirschner Stehenden Ganges.
  • Weißer Hirsch (Fe- Roteisenerz) / (auch genannt: Weiße Hirsch, Weissen Hirsch)

    • 1730 wird wie folgt von der Grube "Weissen Hirsch" unter "befindlichen Eisenstein-Sorten" berichtet: Pos. 23: "Rothfleckiger Jaspis" und Pos. 24: "Rother Jaspis fast einem Cinnober gleich vom Weissen Hirsch."
    • 1735 in Betrieb. Wird von Eigenlöhnern auf rothen Eisen "im Kesselholz" gebaut.
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Kupfer-Erze, No. 1. Angeflogenes gediegenes Kupfer, auf einer aus braunen spatförmigten Eisenstein bestehenden Schaale, mit gelben Ocher und etwas wenigen crystallinischen Quarz, welches zusammen ein Stück grauen spathförmigten Eisenstein umgiebet; vom weißen Hirsch zu Neyla in Bayreuth", Gewicht der Stufe "1 Pfund 19 5/8 Loth."
    • vor 1782, 1782 in Betrieb. Als Betriebsort wird "im Kesselholz" genannt. Es trat kupferhaltiger Stangenschörl, Eisenstein mit Chalcedon, mit Glaskopf und zuweilen Magnesia auf.
    • 1805 werden von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufen angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 93 Gelb Kupfererz, vom weissen Hirsch bey Blankenberg und unter „F) Eisen.“ Nr. 58 Eisenglanz mit Kupfergrün, vom weissen Hirsch bey Blankenberg.

Lichtenberg-Lichtenberger Wald

  • Kupferzeche am Ulenhölzlein (Cu) / (auch genannt: Ulleinhölzlein, Ulahöltz)

    • 1529–1590 vermutlich durchgehend, mit kurzen Unterbrechungen in Betrieb. Als Betriebsort wird "am sogen. Ulenhölzlein" genannt.
    • 1591 wie folgt erwähnt: "und liegen blieb auch schon wieder die Kupferflözgrube im Ulleinhölzlein bei Lichtenberg."
    • 1592 laut vorliegender Rechnungen im Betrieb.
    • 1593 wurde die Grube von einer neu gegründeten Bergwerksgesellschaft, die 18 Gruben übernommen hatte, geführt. Der Fürst Markgraf Georg Friedrich hielt an diese Gewerkschaft 214 Kuxe. Die hier aufgeführte Grube wird unter "18) Ulleinhölzlein bei Lichtenberg" genannt. "Im Bau am Ulleinhölzlein gab gewöhnlich der Zentner Schliech 7 Pfund Kupfer."
    • 1594 laut vorliegender Rechnungen im Betrieb.
    • 1595 "am sogen. Ulenhölzlein" in Betrieb.
    • 1695 baute die Grube "Ulahöltz" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.

      • Hinweis dazu: Ob die Grube Ulahöltz noch mit der Kupferzeche am Ulenhölzlein identisch ist muss hier mal offen bleiben. In späteren Jahren wird noch mal von dem Mineral "Aplom - grüne Krystalle von Kalkspath und Pistazit begleitet" im "Baiershölzlein bei Lichtenberg" berichtet. Auch hier muss offen bleiben ob die Kupferzeche Ulenhölzlein damit identische ist.
  • Christian Andreas

    • 1756, vor 1782 "im Lichtensteiner Wald" in Betrieb.
  • Gegend der Hölle

    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe aus "der Gegend der Hölle bei Lichtenberg im Bayreuth." angeboten: "unter II. Größeres Cabinet. Erste Classe. Erdige Fossilien: A. Kieselgeschlecht.", Seite 53, Nr. 219, rohes Katzenauge.

Lichtenberg-Hoherad

  • Großer Christoph X (Fe) / (auch genannt: grossen Christoph, großen Christoph, Große Christophel, Große Christoph, Christoph)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Große Christoph auf dem Rad bei Lichtenberg.", verliehen.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Große Christophel, Fund Grube auf Eisen.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Messingfarbenes Kupfererz mit braunem Eisenstein, gelben Mulm und angeflogener Kupfergrüne."
    • vor 1782 in Betrieb. Als Betriebsort wird u.a. auch "zwischen Hohenrad und Hölle" genannt.
    • 1782 wird die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt, die lediglich "715. Seidel braunen Eisenstein , a 13 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Brauner Eisenstein mit aufliegenden zackigten Glaskopf. 2. Ein weisgrauer und brauner Eisenstein.
    • 1795/96 in Betrieb. "Der Gang führt besonders viel Fluorit, neben Quarz, Calcit und kleinen eingesprengten Kupferkies-xx."
    • 1804 in Betrieb. Gefördert wird Brauneisenstein. Die Belegschaft besteht aus einem Angestellten und 3 Arbeiter.
    • 1804/05 war die Grube Große Christoph eine gewerkschaftliche Eisensteingrube die auf dem hohen Rade bey Lichtenberg baute, wo man Eisenstein mit Glaskopftheilen und Kupferkieß, Glaskopf mit Zacken, auch Eisenglimmer trifft. Sie war mit 5 Mann belegt und förderte mit 146 Gulden 36 Kreuzer Aufwand 117 Seidel Eisenstein zu 48 Kreuzer, welche im Lande abgesetzt wurden, hatte demnach 53 Gulden Zubuße, an die Bergamts-Kassen (Staatskasse-an den Staat) aber 7 Gulden 50 Kreuzer Abgaben zu geben.
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", Seite 40, Nr. 124, faseriger Malachit mit etwas erdigen Kupfergrün.
    • 1956 bis 1964 wird Flußspat unter der Grube Hohes Rad abgebaut.
  • Im hohen Rad

    • 1782 in Betrieb.
    • Grube wird parallel und zusätzlich zu Grube Großer Christoph genannt.
  • Hohes Rad (Flußspat)

    • Der Gang von Grube Hohes Rad liegt in der Hauptsache auf Lichtenberger Gebiet und in der Nähe der Ortschaft Hölle, der ein Stadtteil von dem Ort Naila ist.
    • 1956 bis 1964 in Betrieb.
  • Blaue Adler (Fe)

    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Blaue Adler, Fund Grube auf Eisen.
    • vor 1782 "ohnweit Lichtenberg" in Betrieb. Als Betriebsort wird u.a. auch "zwischen Hohenrad und Hölle" genannt.

Lichtenberg-Dörflas

  • Sankt Michael

    • 1529 in Betrieb.

Lichtenberg-Schaafhof

  • Neue Gesellschaft (Fe) / (auch genannt: neue Gesellschaft, vereinigten Gesellschaft)

    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler der Neue Gesellschafter tiefe Stolln auf Eisen. Als Betriebsort wird "zwischen Lichtenberg und Untersteben", am "Lichtenberger Schaafhofe" genannt, wobei der Schaafhof eine Flurbezeichnung ist und sich westlich der Flur Hoherad befindet.
    • vor 1782 in Betrieb, "wo man braunen Eisenstein mit etwas Kupfererzte gewann."
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe "von der vereinigten Gesellschaft" angeboten: unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", Seite 42, Nr. 153, Tropfsteinartiger Brauneisenstein.

      • Hinweis dazu: Die Grube "Sankt Michael" in Lichtenberg-Dörflas war vermutlich ein Vorläuferbetrieb, da östlich von Dörflas die Flure (Flurbezeichnung) Schaafleite und Schaafhof gelegen haben.

Lichtenberg-unbekannte Betriebsorte

  • Prinz Wilhelm

    • 1695 baute die Grube "Prinz Wilhelm" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • vor 1782 "bey Lichtenberg" in Betrieb.
  • Glück langer Hoffnung

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila bey Lichtenberg am Lowensteiner Weg "genannt.
  • todten Mann (Fe-Cu)

    • 1789 wurde eine Mineralstufe, "zu Lichtenberg", in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: "Kupfer und Schwefelkieß".
  • Hübner (Fe)

    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe "vom Hübner bey Lichtenberg." angeboten: unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", Seite 41, Nr. 135, Magnetischer Eisenglimmer.
  • Barbara (Cu)

    • 1958 Mutung Kupfererzgrubenfeld durch die Flußspatwerke GmbH Frankfurt am Main.

Übersicht chemische Symbole von 1775 bis 1814


Übersicht chemische Symbole von 1775 bis 1814
Übersicht chemische Symbole von 1775 bis 1814

Übersicht chemische Symbole mit kurzem Hinweis der entsprechenden Darsteller.

woelsendorfer
  • Hinweis zu der Übersicht mit den chemischen Symbolen: In dieser Übersicht habe ich die chemischen Symbole in einem Bild dargestellt, die in der unten von mir aufgeführten Literatur hin und wieder, dann allerdings oft ohne Kommentar / Erklärung, zu finden sind.


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