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Oberfränkisches Revier


Naila




Naila

  • Auf 600hundert bis 900hundert n. Chr. konnten aufgefundene Keramikscherben, die am Rand des Ortskerns gefunden wurden, die von Holzkohle umgeben waren, mittels einer C-14- Analyse datiert werden. Eisenschlacken die ebenfalls bei den Scherben gefunden wurden zeugen von einer frühen Gewinnung und Verarbeitung dieses Metalls und damit auch von einer frühen Besiedelung des Gebietes im heutigen Frankenwald.
  • 1343, am 09.01., wird das Dorf erstmals als “neulins“ urkundlich erwähnt.

    Der Ort war ein altes Rittergut und bestand nur aus wenigen Häusern; nachdem aber ergiebige Eisen- und Kupfervorkommen erschlossen wurden, zu nennen ist die Grube Wilder Mann, wurde der Ort zu einem Bergstädtchen erhoben und der Mittelpunkt des ganzen Bergreviers.

  • vor 1454 hatte der Ort bereits das Marktrecht und die Marktfreiheit erhielten damals insbesondere Bergbauorte.
  • 1454, am 21. Dezember, erhält der Ort in einer Urkunde von Markgraf Johann IV. von Brandenburg-Kulmbach das Ortswappen verliehen auf dem rechter Hand ein “wilder Mann“ dargestellt ist.
  • 1467 waren besonders der "wilde Mann auf dem Lindenberge und der reiche König Salomo unten im Thale an der Selbitz um jene Zeit sehr ergiebig, ersterer auf Eisen, letzterer auf Kupfer", und erlangten durch ihre gute Ausbeute Berühmtheit. Hinweis dazu: Das Jahr 1467 wird in keiner Literaturquelle mehr bestätigt, von gute Ausbeute und das die beiden Gruben zu diesem Zeitpunkt berühmt gewesen sein sollen, ebenfalls nicht. Die Grube Reiche Königin von Arabien wird zu diesem Zeitpunkt ebenfalls genannt, findet in der alten Literatur allerdings danach keine Beachtung mehr.
  • 1472 geht aus einem alten Brief hervor, dass Markgarf Albrecht Achilles für 160 Gulden Güter im Eschenbach und auf der Linden (bei Naila) erkaufte, um dort Bergwerke anzulegen. Hinweis dazu: Dazu ist es nicht gekommen. da der Markgraf mit seinen vorhandenen Gruben in dem Bereich genügend Schwierigkeiten gehabt hat.
  • 1477 kam der berühmte Nürnberger Bergmann, Kunststeiger und Großgewerke Niklas Staude nach Naila, um das hiesige Kupferbergwerk, welches "gar ein alt Bergwerck" sei, von Wassernot zu gewältigen. In einem alten Verzeichnis, welches er über seine Tätigkeiten von den Bergwerken führt, die er gewältigt hat, berichtet Staude, dass er "an einem grossen Schacht gewiesen" wurde, "welcher in der Wiesen am Berge herunter war". In diesem Schacht hatten sich etliche Heinzenkünste (Wasserhebemaschinen) befunden, von denen für Staude zwei hergerichtet wurden. Staude erklärt in seinem Bericht dann anschließend sporadisch die Funktionsweise der Heinzenkünste wie folgt: "das ist/ die Kunst mit Kröpffen/ die an einer Ketten oder Seil gemacht sein/ und da sich das Wasser" oberhalb der Kröpffe "durch dir Rör herauff streifft", der Schacht vom Wasser so befreit werden würde. Die für ihn hergerichteten beiden Heinzen zog Staude aus dem großen Schacht heraus, da die Heinzen das Wasser "nicht geweltigen" konnten und richtet seine "Kunst darein in das Rath/ welches die alten für ihn gesetzt hatten/ und gewan denselben Schacht/ und etliche andere Schächt/ so oben am Berge auch hin giengen". Mit seiner Kunst hatte Staude also nicht nur einen, den großen Schacht wältigen können, sondern auch noch weitere, "etliche", Schächte, die oberhalb der Wiese, am Berg gelegen hatten. Hierbei kann es sich nur um Schächte der Wilden Mann Fundgrube, später auch Unterer Wilder Mann Grube genannt, gehandelt haben. Der große Schacht ist der Förderschacht der Grube Reicher König Salomo gewesen und da in dem Förderschacht Heinzen installiert waren, nennt man diese Art der Schächte, Kunst- und Treib(e)schächte. Zu den etlichen anderen Schächten wird auch der Schacht der Grube Reiche Königin von Arabien gehört haben, da dieser in unmittelbarer Nähe zu der Grube Reicher König Salomo gelegen hatte und u.U. der "Wasserschacht in der Wiesen" ist, den Staude in seinem Bericht erwähnt. Dass es sich bei dem großen Schacht um den Treibeschacht gehandelt hat ist aus dem Hinweis von Staude zu entnehmen, dass er hier, nachdem der Schacht gewältigt worden war, im Schachtsumpf "darinnen Kratzen/ Keilhauen/ was den alten war hienein gefallen" bergen konnte, denn das Gezähe (Werkzeug) ist den Bergleuten während der Fahrung (An- oder Ausfahrt aus dem Schacht) im Schacht hineingefallen, was bei reinen Wasser-Kunst-Schächten, also Schächte ohne Fahrung, nicht passiert wäre. Die Schächte in der Wiese waren "8. Lachter tieff und nicht tieffer". Die Heinzen, die die Alten im Schacht eingebaut hatten, wurden durch ein oberschlächtiges Kunstrad (ist ein Wasserrad, welches das Wasser mittels einer Holzrinne über dem Wasserrad zugeführt bekommt), welches sich nahe an dem kleinen Brücklein zwischen dem Schießhause und der Selbitzbrücke befand, durch mehrere aus dem Berge hergeleitete Wasser angetrieben.

    Niklas Staude berichtet dann über den vorgefunden Zustand in dem Bergwerk wie folgt: Auf das ihm „angegeben Kupffbergwerck fand ich nichts weder im hangenden noch in liegenden als EysenErz also wolt ich nicht darnach bauen“ und ließ das Bergwerk auf. „Wenn einer dasselbst hette bauen wollen als viel ich mich zu den zeiten verstund so hette ich gerne mit gebauet wo man mir wolt gefolget haben denn ein jglicher Bergmann der ein Gebirg ansihet der sihet bald wie die Kluffte (Klüfte) gehen also war mein fürnemen das ich in oder am Wasser wollte angehoben haben und einem Stolln hinein in Berg geführet und die Schächt und Gänge alle überfahren haben da war aber niemand der da wolt ausgeben also blieb es liegen und kostet mich und alle Gewerken was wir (Niklas Staude und sein Bruder Hans Staude) verbauet auf die 60. Gulden denn meine Kunst liehe ich umb sonst also führet ich mein kunst von dem Berg gen Hoff“ (der Ort Hof ist damit gemeint) “ und darnach wider heim gen Nürmberg“.

    Weiterhin berichtet er, dass „die Schächt am Berge sind bey 12. Lachter tieff und nicht tieffer“ und dass „das KupfferErtz ligt am Berg hienein oder hinan und in den Wiesen herab ist der Eysenstein den haben die alten gebauet da sein die Schächt wie gehört nicht viel über 7. Lachter tieff“ und „das Wasser so in der Wiesen fleust“ (fließt) und die „etlichen alte Schächte“ dadurch „sehr Wassernötig“ sind.

    Hinweis dazu: Vieles aus diesem alten Bericht deckt sich nicht mit den Erklärungen die in neuerer Zeit verfasst worden sind, wobei ich an dieser Stelle aber nicht auf Einzelheiten eingehen möchte, sondern vielmehr sollte der folgende Hinweis von PROF. DR. KLAUS THALHEIM (Dresden) beachtet werden, der über die Silberfunde in Schneeberg und in diesem Zusammenhang von dem Nürnberger Gewerken Niklas Staude und dessen Berichte aus dem Jahre zwischen 1478 und 1482 berichtet und diesbezüglich erwähnt, dass die Berichte von Staude als verschollen gelten und alle späteren Darstellungen sich auf diesen Bericht von Staude beziehen würden. Von daher ist auch davon auszugehen, dass der Bericht oder das Verzeichnis von Staude über Naila ebenfalls verschollen ist. "Die Kunst mit Kröpffen" - Erklärung aus der historischen Literatur: "So fern es einen Haken oder krumm gebogenen Theil bezeichnet, bedeutet kröpfen - biegen", bzw. meine Erklärung dazu, gebogenen Haken.

    Franken und Nürnberger: 1473 folgten fränkische und Nürnberger Landsleute einen ausdrücklichen Ruf nach Schneeberg und haben sich um die Schneebergischen Bergwerke verdient gemacht. Genannt werden "die Zobel, von Iphofe, Brehme und die wackern Männer, Hannß und Niclas die Staudten von Nürnberg."

    Hinweis zu Heinzen: Heinzen, auch Heinzenkunst genannt, war ein einfaches Holzrohr, wodurch das Wasser mittels einer endlos umlaufenden Kette oder Seil und der daran befestigten Lederbälle, die mit Stroh gefüllt waren, oder Lederscheiben (Püschel), welches sich im Rohr oberhalb der Bälle/Scheiben sammelte, aus der Tiefe zog. Staude setzte offenbar eine Bulgenkunst ein, die aus einer Kette oder Seil, an der in kurzen Abständen lederne Eimer, Bulgen genannt, befestigt waren, um das Wasser aus dem Schachtsumpf zu holen und die bis dahin den gebräulichen Heinzenkünsten überlegen war.

    Über das Alter der verschiedenen Pumpenkünste kann man ein eigenes Werk schreiben. Wasserräder und Wasserschrauben gab es bereits unter den Römern, die derartige Wasserhebemaschinen auch schon in ihren Bergwerken einsetzten. Die Heinzenkunst kam 1435 "vermutlich" zum ersten Mal im Harz, auf dem Rammelsberg, zum Einsatz, davor sind die sogenannten Bulgenkünste ein Begriff im Bergbau gewesen.

  • 1577 wird von einer Wiedergewältigung der alten Grubenbaue von Grube Reicher König Salomon und Grube Wilder Mann berichtet.
  • 1589 wird berichtet, dass diese „beschreibung (die Beschreibung von Niklas Staude ist damit gemeint) des Bergwercks zu Neila zustand für 100. Jaren gewesen“ ist.

    Durch das viele Wasser in den Gruben blieb auch das Alaunwerk bei Linden liegen, die Gruben selber kamen durch das Wasser nicht weiter in die Teufe.

    • Kunstgraben, Kunstgezeug-Wasserkunst

      • Der Baubeginn des Kunstgrabens variiert in der Literatur. 1609 soll durch diesen Graben bereits das Wasser geflossen sein. Aus dem gleichen Jahr ist über die "Beschwerde etlicher Bürger zu Naila, wegen des Wasserschadens an ihren Wiesen, wegen des zum Bergwerk verfertigten (herstellen) Kunstgrabens", die Rede. 1612 liegt ein Bericht über den Fischfang im Kunstgraben durch Bergleute und Bürger vor. In einer anderen Quelle wird als Baubeginn 1621 genannt und als Fertigstellung 1625. 1621 gibt es Differenzen mit Nailaer Bürgern wegen der Anrichtung eines Kunstgrabens zu Naila bei dem Berg "Der reiche König Salomon". Zwischen 1618 und 1628, vermutlich um 1625, Bau einer Bergwerksmühle. Mit der Bezeichnung Bergwerksmühle, die sogar Pumpwerk genannt wird, konnte ich bisher nichts anfangen, bis ich einen Hinweis auf einen alten Plan von 1631 bekommen habe. In diesem Plan ist ein (Holz)Haus (Radstube genannt) eingezeichnet, indem ein Bach (vermutlich der Kunstgraben) ein und austritt. Das Wasserrad (Kunstrad) wird durch das Wasser des Kunstgrabens angetrieben und das Kunstrad wiederum treibt laut Planskizze von 1631 zwei Kunstgestänge (Feldgestänge) an, die wiederum (vermutlich ... nicht dargestellt) mehrere Pumpenkünste antreiben.
    • Kunstgraben

      • Der Zulauf beginnt in dem Ort Selbitz, wo er von dem Fluß Selbitz abgezweigt wird und verläuft, teils von Erdwälle gesäumt, parallel der Selbitz, allerdings gradliniger, bis zur heutigen Marmormühle in Naila, wobei im Bereich der ehemaligen Bahnlinie von Naila nach Schwarzenbach am Wald ein Felsdurchbruch hergestellt wurde. In alten Plänen ist der Ablauf des Wasser dann über das Gelände der später errichteten Firma Buntweberei C. Seyffert und weiter bis fast kurz vor die Brücke über die Selbitz am Bahnhof Naila zu erkennen und mündet dann hier in den Fluß Selbitz. Irgendwann wurde dann, aber spätestens mit dem Bau der Firma Buntweberei C. Seyffert, eine neue Verbindung von der Marmormühle, wie dies auch in der von mir erstellten Karte zu erkennen ist, hergestellt. Der Kunstgraben und die Marmormühle sind heute noch vorhanden. Der Kunstgraben stellt aus bergbaulichen Gesichtspunkten für den Oberfränkischen Bereich ein besonders Schützenwertes Zeugnis dar und sollte daher auch entsprechend gewürdigt werden.
    • Marmormühle

      • Wann die heutige Marmormühle gebaut wurde ist mir immer noch nicht klar, da auch hier verschiedene Daten und Fakten genannt werden. In einer Quelle wird von einem Umbau im Jahre 1767 gesprochen, in einer anderen Quelle ist 1769 von einem Neubau die Rede der da lautet: "Beschwerde des von Reitzenstein zu Selbitz, wegen einer bei Naila neu errichteten Marmormühle und des ihm zugefügten Schadens". 1770 wird noch mal von der erbauten Marmor-Mühle gesprochen.
Kunstgraben
Kunstgraben

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Selbitz/Kunstgraben. Kunstgraben am 11.07.2015.

woelsendorfer
Marmormühle
Marmormühle

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Naila/Marmormühle. Marmormühle am 11.07.2015.

woelsendorfer
Kunstgraben
Kunstgraben

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Selbitz/Kunstgraben. Kunstgraben am 11.07.2015.

woelsendorfer
  • 1644 ist die Rede von dem Kostenaufwand des Tiefen Erbstollens und wird im Zusammenhang mit der Grube "Des reichen König Salomon" genannt. Ob der Kostenaufwand für die Planung des Erbstollens gilt, ist aus dem Text nicht zu entnehmen, aber in späteren Jahren ist folgender Text zu finden: "Das viele Wasser, welches überhaupt in diesem Lande dem Bergbau so viele Hindernisse macht, förderte man durch eine Wasserkunst. Da diese nicht zureichend war, den starken Wasserzufluß zu Tage zu fördern, so wollte man von Blankenberg aus einen Stollen hiehertreiben. Dieses Project war für das Vermögen der Gewerkschaft zu groß, und man konnte kein Mittel ausfündig machen, die Kosten hierzu bestreiten; daher blieb die ganze Anstalt liegen. Überhaupt war dieses Werk zu weitläufig; die große Menge des Eisensteins brachte ihn in Unwerth. Man konnte auch nicht genug schmelzen, weil man sonst wenig hohe Oefen hatte und bloße Zerrennfeuer wenig fördern konnte. Daher kam man durch den Ertrag nicht auf die Kosten, das Werk mußte allmählich in Abnahme kommen, und liegt jezt größtentheils im Freyen."
  • um 1678 werden Gutachten verschiedener Bergwerksverständiger erstellt, wie die verfallenen Bergwerke, insbesondere die zu Naila, wieder in Gang gebracht werden können.
  • 1692 Konkurs des Alaun-Bergwerksbesitzers zu Naila, Johann Capricorn.
  • 1691-1695 Verlegung des Selbitzflußbettes, da die Gruben unter dem Wasserspiegel gebaut hatten. um das Wasser von den Bergwerken fern zu halten. Georg August Goldfuss berichtet wie folgt dazu: "Allein konnte man sie doch nicht gewältigen, daher der Bau zu Bruch ging, obgleich in der Teufe (der Gruben) noch die reichsten Anbrüche stehen sollen.
  • 1736 wurden die Bergwerke im Selbitzgrund (vorerst) aufgelassen.

Gruben in Naila
Gruben in Naila

Karte zu Gruben in Naila.

woelsendorfer

Flachste Tiefe (Cu) / (auch genannt: flachen Tiefste)

  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Flache Tiefste bei Neula", verliehen.
  • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Messingfarbes und gelbes Kupfererz mit Vitriolkiese und weissem spieglichtem Eisensteine." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
  • nach Febr. 1768 neu verliehen.
  • vor 1782, 1782 in Betrieb.
  • 1789 wurde einei Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Weisser späthiger Eisenstein, welcher von der Tageswitterung braun gefärbet, mit einliegenden weissen Quarz.

Doktor Luther (Cu) / (auch genannt: Dr.-Martin-Luther)

  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Doktor Luther bei Neula.", verliehen.
  • 1755 bis 1758 und für kurze Zeit 1766 auf Kupfer in Betrieb: Als Betriebsort wird der "Mühlberg" bzw. "auf dem Schilmacher" bei Naila genannt.
  • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Messingfarbenes Kupfererz."
  • 1771 gesuch des Hammermeister Dittmar auf Oberklingensporn um Zehntnachlass für sein Bergwerk Dr.-Martin-Luther bei Naila.

    Hinweis dazu: Aus diesem Hinweis ist nicht ersichtlich ob die Grube in Betrieb ist, denn diese könnte auch in Fristen gelegen haben und der Hammermeister Dittmar hatte geplant den Betrieb wieder aufzunehmen und bittet darum, aus Kostengründen, ihm den Zehnten nachzulassen.

  • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Brauner milder Eisenstein, mit eingesprenten weissen Quarz. 2. Weisser von der Tageswitterung braungefärbter späthieger Eisenstein, mit einliegenden und eingesprengten weissen Quarz.

Neylauer Werck (Fe-Cu) / (auch genannt: Bergwerk zu Naila, Bergwerk Naila, Kupferbergwerk Naila)

  • siehe dazu unter Reiche Königin von Arabien, Reicher König Salomo und Wilde Mann.

    Hinweis dazu: Erklärung zum Neylauer Werck siehe weiter unten unter Grube Reicher König Salomo, 1718, Hinweis dazu.

Zwergenloch

Hierbei handelt es sich um einen Stolleneingang der Grube (Unterer) Wilder Mann unterhalb der "Kliniken Hoch Franken". Mit dem Bergbau erscheinen auch Sagengestalten, u.a. die Zwerge. Vermutlich wegen des niedrigen Stolleneingangs von den Einheimischen Zwergenloch genannt. Der Stolleneingang wurde teilweise zugemauert und mit einem Gitter versehen.

Reiche Königin von Arabien (Fe-Cu) / (auch genannt: Königin vom Reich Arabien, reichen Königin von Arabien, Reiche Königin aus Arabia, Die Königin aus Arabien)

  • 1343, am 09.01., Tag der ersten urkundlichen Nennung des Ortes "neulins“, vermutlich bereits in Betrieb.
  • zwischen 1343 - 1467, vermutlich untertägige Verbindung mit der Grube Reicher König Salomon.
  • 1477 sümpfen der Grube durch den Nürnberger Niklas Staude. Staude wollte einen Entwässerungs(Erb)stollen anlegen, da sich aber keine Geldgeber/Gewerken fanden, lief die gesamte Grube wieder voller Wasser.
  • ab 1478 siehe paralell auch unter Grube Reicher König Salomo.
  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Reiche Königin aus Arabia bei Neula.", verliehen.
  • 1694/95 wurden die Gruben "Zum reichen König Salomon" und "Wilden Mann" an Berghauptmann Johann von Kempfer verliehen.

    Hinweis dazu: Da 1683 nach einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula die Gruben Reiche König Salomo, Wilde Man und Reiche Königin aus Arabia aufgeführt werden, wird 1694/95 auch die Grube Reiche Königin aus Arabia an Berghauptmann Johann von Kempfer verliehen worden sein.

  • 1735 wird die Grube "Die Königin aus Arabien nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Unter "Bergamts-Revier Naila" wird wie folgt weiter berichtet: "Die Königin aus Arabien ist als ein von dem reichen König Salomo und Kupfer Schacht absetzender Gang".
  • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Messingfarbenes Kupfer- und Farbenerz mit eingesprengtem weissen Quarze." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
  • 1789 wurden drei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Derber und theils cristallisirter, späthiger Eisenstein. 2. Brauner Eisenstein, so mit einer kleinknospigten Glaskopfschaale überzogen, worauf etwas weisser Quarz liegt. 3. Späthiger Eisenstein, mit innliegenden messingfarbenen Kupfererz und Eisenocker.

Reicher König Salomo (Fe-Cu) / (auch genannt: Reicher König Salomon, reichen König Salomo, Aufm reichen König Salomon)

  • 1343, am 09.01., Tag der ersten urkundlichen Nennung des Ortes "neulins“, vermutlich bereits in Betrieb.
  • zwischen 1343 - 1467, Herstellung einer untertägigen Verbindung mit Grube (Unterer) Wilder Mann und vermutlich auch mit der Grube Reiche Königin von Arabien.

    Hinweis dazu: Den Bericht von Niklas Staude zweifel ich nicht an, zumal es über die Tätigkeiten von Staude mehrere Berichte und zwar alle aus einem gewissen Zeitraum und aus verschiedenen Gegenden gegeben hat. Was mich an dem von mir genannten Zeitablauf stört ist, dass es eine Verbindung unter den Gruben gegeben haben muss !! und das Staude davon schreibt "darinnen hatten etliche für mir zweene Heinzen angericht" (im großen Schacht der Grube Reicher König Salomo). Um eine Verbindung herzustellen, dafür brauchten die Bergleute damals, bei den Vortriebsleistungen, eine gewisse, zum Teil sehr lange Zeit. Hinzu kommt das man für die Heinzen einen entsprechenden Wasser(kunst)schacht brauchte, der eine gewisse Dimension haben muss !! um die Heinzen überhaupt aufnehmen zu können. Die Heinzen brauchten darüber hinaus ein Antriebs(wasser)rad und dafür musste das Wasser herangeführt werden, wie Anno geschrieben, damals über Bäche aus den Bergen, dafür musste sowohl ein oder mehrere Zuläufe und ein Ablauf hergestellt werden ... und das dauert alles, gerade zu der damaligen Zeit. Ob in den Aufzeichnungen wirklich das Wort Heinzen genutzt wurde muss ich hier mal offen lassen, denn ich glaube nicht, dass die Pumpenkünste damals schon einen feststehenden Namen für eine bestimmte Art der Wasserhebe"maschinen" hatten. Ein weiteres Problem ist die nachfolgende Literatur, die sich auf diesen Bericht bezieht bzw. Literatur von Literaten die sich mit der Materie Bergbau nicht auskannten und dann und wann in ihrer für sie verständlichen, aber falschen, Form, die Art des Textes wieder gegeben haben. Selbst in neuerer Literatur sind derartige Unwägbarkeiten zu finden oder es wird sich auf Literatur bezogen die vor fast 200 Jahre schon kritisiert wurde, Johann Wilhelm Kretschmann (1702-1758 / Berg Historia Brandenburg Bayreuth, von 1741) ist so ein Fall, worüber damals wie folgt berichtet wurde "Wahres und Unwahres fast zu gleichen Theilen mit ausserordentlicher Weitschweifigkeit vorgetragen, so daß das Werk fast keinen wissenschaftlichen Werth hat", anders ausgedrückt, schönes altes Buch, fürs Regal, mehr nicht, da ich heute zwischen wahr und unwahr nicht mehr unterscheiden kann. Abschließend ... den Zeitraum 1343 - 1467 lass ich so stehen, weil die von mir vorher genannten Arbeiten ein entsprechendes Maß an Zeit brauchten.

  • 1467 (vermutlich) in Betrieb.

    Hinweis dazu: Ob das Jahr 1467 richtig ist muss offen bleiben, da auf der gleichen Seite in der historischen Literatur definitiv ein falsches Jahr für die Sümpfarbeit von Niklas Staude angegeben worden ist.

  • 1477 sümpfen der Grube durch den Nürnberger Niklas Staude. Staude wollte einen Entwässerungs(Erb)stollen anlegen, da sich aber keine Geldgeber/Gewerken fanden, lief die gesamte Grube wieder voller Wasser. Zu dem Zeitpunkt werden mehrere Schächte genannt, die im Tal, in einer Wiese, vorhanden und bis zu 8 Lachter (circa 16 Meter) tief waren. Die "Schächt am Berge sind bey 12. Lachter (circa 24 Meter) tieff/ und nicht tieffer“ und gehören zu Grube (Unterer) Wilder Mann.

    Hinweis dazu: Während und nach dem Hussitenkrieg (1419-1434 bzw. 1439) und andere Kriegsunruhen (bis 1463) war die Grube Reicher König Salomo, vermutlich auch 1467 nicht mehr, oder nur kurze Zeit, in Betrieb und das bis zum Jahre 1577.

  • 1478-1576 wird weder das Neylauer Werck, noch die Gruben Reiche Königin von Arabien, Reicher König Salomon oder die Grube Wilder Mann bezüglich einer Tätigkeit auf den Gruben in der historischen Literatur erwähnt. Dazu in der Literatur folgender Hinweis: "Wie es damit Zeither zugegangen ? ist unnöthig in weitläufftige Erzehlung sich einzulassen". Bedeutet so viel wie nichts, bedeutet dann aber auch, dass vermutlich über eine Wiederaufnahme des Abbaus nachgedacht worden ist und diesbezüglich kleinere Tätigkeiten "wohl" stattgefunden haben und dazu wird wie folgt berichtet: "nach so vielen ausgestandenen fatalien (Fristen)", ... bedeutet wiederum, das die Grube / das Werk nach 1477 immer wieder in Fristen gelegen hat.

    Hinweis dazu: Erklärung zum Neylauer Werck siehe weiter unten unter dem Jahr 1718 Hinweis dazu.

  • 1577 Wiedergewältigung (auspumpen-trocken legen) der alten Grubenbaue.
  • 1591 Kupferschlichabgabe (gepochtes u. geschlämmtes Kupfererz).
  • 1597 ist die Grube "Aufm reichen König Salomon" vermutlich in Betrieb.
  • 1603 wird die Grube durch Wasser der Selbitz zerstört.

    Hinweis dazu: Der Hinweis ist hier zweideutig zu verstehen, Wasser von der Selbitz welches in die Grube über die Schächte eindringt oder Grundwasser der Selbitz welches in den Schächten aufsteigt und durch Kunstgezeuge nicht gewältigt werden kann.

  • 1607/08 Baubeginn/Herstellung eines Kunstgrabens von dem Ort Selbitz bis zur Bergwerksmühle (Radstube) in Naila.
  • 1608 und 1609 Grube in Betrieb.
  • 1609 Untersuchung von Kupfererzproben.
  • 1610 entsteht dem Kupferbergwerk durch stauen des Wassers der Selbitz, durch Müller in Naila und Müller in den Ämtern Münchberg und Schauenstein, ein Schaden.

    Hinweis dazu: Die Frage die hier auftaucht ist, warum der Grube einen Schaden durch Müller entstanden ist, weil die Müller für ihre Teiche zum Betrieb ihrer Mühlen der Selbitz so viel Wasser entnommen hatten, dass zum Betrieb der Wasser(kunst)räder, für die Pumpen in den Schächten, nicht mehr genügend Wasser vorhanden war und die Grube dadurch voller Wasser lief. In einer alten Literaturquelle findet sich dazu auch ein Hinweis warum dieser Umstand eingetreten ist, nämlich es wird von einem sehr trockenen Sommer gesprochen, wodurch die Selbitz kaum Wasser führte und das wenige Wasser meinten die Müller gebrauchen zu können.

  • 1612 Wasserbewältigung (auspumpen-trocken legen) durch Hans Thaler von Coburg.
  • 1621 Verkauf Bergwerksanteile vom "Reichen König Salomon" durch Gräfin von Lynar an Markgraf Christian.
  • um 1625, Bau einer Bergwerksmühle (Radstube mit Kunstrad).
  • 1626 Bericht des Sekretärs Gümbelein über die Bergwerke zu Naila.
  • 1628 in Betrieb. Es wurde Spat- und Brauneisenstein und mehrere Arten von Kupfererzen gefördert. Der Alaunschiefer, welchen man nebenbei gewann, wurde auf einem Alaunwerk bei Linden verarbeitet.
  • 1630-1635 Inspektion des Nailaer Bergwerks durch Hans von Podewils und Christoph Schmid.
  • 1631 Anfertigung einer Planskizze.
  • 1632-1637 in Betrieb.
  • 1637 Nennung eines aus Schneeberg stammenden Steigers Christopherus Holzschuher.
  • 1638 und 1639 in Betrieb.
  • 1644 sind Planungen für einen Tiefen Erbstollen und dessen Kostenaufwand im Gange.
  • 1656/57 wurden 10.388 Gulden Ertrag erwirtschaftet und von
  • 1660 bis 1669 weitere 34.952 Gulden.
  • 1650-1670 Rückblickend: Die Grube / das Werk hat in diesem Zeitraum gute Erträge eingebracht, aber der nachfolgende Bericht spricht auch die Schwierigkeiten in dem Zeitraum an: "Was es aber, nur allein ab Anno 1650. ad Annum 1670. unter der Rennigernschen inspektion, an Kupffer und Eisen/ vor einem ansehnlichen Seegen (wenn nur allezeit mit diesem herrlichen Bergwerck recht umbgegangen worden wäre/) und gute Ausbeute noch getragen ? ist mir zwar etwas wissend/ darbey dannoch nicht anständig hier zu publiciren. Wären von einichen unglückseeligen im Bergbau und dißfalls unerfahrnen Mechanicis, durch das vorbey fließende Wasser/ die Selbitz/ auch übel angebrachtes Fluder (hölzerne Verschalung)/ ungeschliffene Künste/ und unordentliche Arbeiter die Schächte bey nahen alle nunmehro nicht biß zu Tage aus ersäuffet/ so würde dieses versenkte Kleinod noch manche Tonne Goldes"(Ertrag für den Staat ist damit gemeint und nicht das was die Grube abgebaut, gefördert hat)"/ vermittelst nöthiger und rechter Anstalt/ geschüttet haben."

    Hinweis dazu: Viele Faktoren, wie unerfahrene Mechaniker, die durch eine üble hölzerne Verschalung an der Selbitz, das Selbitzwasser von den Schächten nicht fern halten konnten und unordentliche Arbeiter, die darüber hinaus schlecht bearbeitetes Holz für die Wasserkünste verbauten, haben wieder mal dazu beigetragen, dass der Grubenbetrieb ersoffen ist bzw. versenkt wurde … und das müsste nach dem Bericht zufolge in der letzten Hälfte des Jahres 1670 gewesen sein, da die Grube Anfang des Jahres 1670 noch "mit einichen Bergbedienten" befahren werden konnte um dabei das "überaus reichhaltige Kupffer-Ertz bewundern" zu können.

  • 1671 gab es auf den Gruben / das Werk "7. Wasser-Künste/ und zwar an der Herings-Wiese/ lange/ und hohe/ Kunst-Ochsen- und weite Schacht/ ferner der lange im unterschlechtigen/ und der kurze Kunst-Schacht/ die mit der Zeit im Tieffsten eine grosse weite bekommen/ dardurch die Wasser von allen Seiten starck zugedrungen; dahero man so schwere und kostbahre/ darneben aber unbeständige Künste/ zu Sumpffhaltung und Gewältigung derer Wasser angebracht: diese haben bei hoher Fluth der Selbitz ihren affect zimblich praestiret, im dürren Sommer gleichwol und Austrocknung derer Wasser stillgestanden, derowegen die ersäuffte Zechen nicht allein also liegen blieben; sondern auch alle auffgewandte Mühe und Unkosten so fern vergeblich waren. Noch nicht genug: Denn das vorhin an theil Orten sehr flüchtige Gezimmer ist hierdurch an unterschiedlichen Struppeln ins faule gedruckt/ auch mit Vorsätz- und Verstürtzung bey Zeiten nicht wohl verwahret worden."

    Hinweis dazu: Zuerst wird eine Bestandsaufnahme gemacht wie viel Wasser-Künste und wo, an welchem Ort, vorhanden waren und dann wird eine Erklärung abgegeben wie diese Künste in der Vergangenheit funktioniert haben. Der dürre Sommer, wo die Wasserkünste stillgestanden haben, war laut alter Aufzeichnungen zur Pest im Jahre 1610 und deckt sich mit dem Bericht von 1610, siehe dort, als dem Kupferbergwerk durch stauen des Wassers der Selbitz, durch Müller, ein Schaden entstanden ist. Weiterhin wird erklärt, dass das Selbitzwasser 1670 die hölzerne Verschalung in faulen Bereichen eingedrückt hat und diese Verschalung nicht gewartet worden ist.

    Hinweis zu den Wasserkünsten: Es wird davon berichtet, dass eine Wasserkunst an der (Nr. 1) "Herings-Wiese" vorhanden war. Diese Kunst wurde vermutlich oberschlächtig (von oben) mit Wasser betrieben und gehörte vermutlich zu der Grube Reicher König Salomo. Dann wird eine (Nr. 2) "lange" und eine (Nr. 3) "hohe", also zwei Wasser-Künste genannt, die mittels "Kunst-Ochsen" betrieben werden. Ob für die Ochsen, die den Göpel angetrieben haben, ein Göpelhaus vorhanden war, muss an dieser Stelle offen bleiben. Beide Künste wurden vermutlich für die Grube Wilder Mann gebraucht. Weiterhin ist die Rede von eine (Nr. 4) "lange" und eine (Nr. 5) "hohe" Wasser-Kunst im "weite Schacht". Hierbei handelt es sich um den Förderschacht der Grube Reicher König Salomo, der zur Förderung und Wasserhebung dient. Diesbezüglich erwähnt 1477 der Nürnberger Bergmann, Kunststeiger und Großgewerke Niklas Staude in seinem Bericht einen "grossen Schacht, welcher in der Wiesen am Berge herunter war" und der von mir schon erwähnte Kunst- und Treib(e)schacht ist. Eine weitere Wasser-Kunst (Nr. 6) befindet sich im "lange(n) unterschlechtigen Kunst-Schacht", wobei der Betriebsort vermutlich ebenfalls "in der Wiesen am Berge herunter war" und die Wasser-Kunst unterschlächtig, also mit Wasser von unten, durch einen Bach, angetrieben worden ist. Die letzte Wasser-Kunst (Nr.7) ist im "kurze(n) Kunst-Schacht" eingebaut und ist vermutlich ein Schacht der Grube Reiche Königin von Arabien und ist der "Wasserschacht in der Wiesen", den Staude 1477 in seinem Bericht erwähnt.

  • 1677 Klage der Witwe Holzschuher zu Naila über den Bergwerksvorsteher Fischer wegen Beschädigung ihres Feldes durch das Kupferschmelzen.
  • 1678 wird wie folgt berichtet: "Nebenst dem Eisenstein bricht an diesen Orten das Kupffer-Ertz/ dozumal noch nieren- und nesterl. weiß/ jedoch also mächtig/ daß öffters in einem Nest mehr denn ein Centner gewonnen ward. Ob es nun kein rechtes streichens hatte/ hielte es doch seinen beständigen Gang ins Feld/ gegen das harte Gebürge/ da es ohne Zweiffel in der Teuffe noch mächtiger und sich verädlen wird: welche Bergveste gleichwol/ wenn es Schlegel und Eisen zu lang auffhielte/ man verschrämen/ verbohren/ und mit dem Schuß die Wende über hauffen werffen könnte. Anno 1678. bewiese sich der Wilde-mann daselbst/ wo ich auch eingefahren/ auf Kupffer und Eisenstein noch gar höfflich; ominirte und minirte aber schon domalen/ wegen derer vielen vergeblichen Kunst-Räder/ und eingehenden Gefluders/ von Tag zu Tag nichts gutes: wie es anjetzo damit beschaffen sei/ weiset die Erfahrung; Ich habe zwar wegen so naher Vorbey-reise von Culmbach/ über Helmbrechts auf Hoff/ einen kleinen excurs nach Neyla vorm halben Jahr machen/ und den Auffstand sehen wollen; so bald mir aber wissend worden/ daß jetziger Zeit Französische Künstler sich daselbst eingefunden/ überfiel mich armen einfältigen Teutschen alsofort ein Schauer und Ekel/ daß es nachgeblieben."

    Hinweis dazu: Die Ausführungen von 1650 bis 1671 haben Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth dazu veranlasst französische Kunstmacher, für die Wasserkünste, zu holen.


    "Professor Weigel zu Jena" wurde weiterhin "ersuchet/ ob derselbe nicht durch eine sonderbare invention, zu desto ehender Gewältigung der Wasser/ in denen Gruben-Gebäuden zu besagten Neyla; und Wiedererlangung deß Kunststeins/ in dem tieffesten/ einen Rath und Vorschlag geben könnte?


    Ob damit der berühmte Mathematiker Erhard Weigel (16. Dezember 1625, Weiden - 21. März 1699, Jena) gemeint ist muss hier offen bleiben.


    Von dem ehemaligen Bergwerks Inspektor Johann Friderich Renningern wurden die vor Zeiten gefertigten Grubenrisse "über die Wercke zu Nayla dem Bergamt zu Freyberg" vorgelegt um "Vorschläge" zu machen und ein "Gutachten" abzugeben wie das Werk zu Naila wieder in Betrieb genommen werden kann.
    Daraufhin wurde das Selbitzflußbett verlegt und die ins Freie gefallene Grube aufs neue von Berghauptmann Johann von Kempfer gemutet und dann auch verliehen.

  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Reiche König Salomo bei Neula.", verliehen.

    Hinweis dazu: In diesem Verzeichnis ab 1683 werden die Gruben genannt die NACH 1683 verliehen worden sind, es wird aber nicht angegeben wann genau die Verleihung nach 1683 war und es wird auch nicht genannt ab wann die Grube ihren Betrieb aufgenommen hat. Hinweislich sei an dieser Stelle erwähnt, dass einer Verleihung eine Mutung bei dem zuständigen Bergmeister vorausgegangen ist. Nachdem die Mutung geprüft und für rechtmäßig erklärt worden war, wurde sie in das Mut- bzw. Verleihbuch (Verzeichnis) eingetragen.

  • 1694/95 Verleihung des Bergwerks und Kunstwerks "Zum reichen König Salomon" an Berghauptmann Johann von Kempfer.

    Hinweis dazu: Die Verleihung die 1683 erwähnt wird hat also im Jahre 1694/95 stattgefunden.
    Hinweis zu Johann von Kempfer: Johann von Kempfer war zu dieser Zeit Berghauptmann in Goldkronach und legte für die ins Freie gefallene Grube "Zum reichen König Salomon", weiterhin für "Der schwartze Mohr nebst dem Dreyfaltigkeits-Stolln" und "St. Georgen-Thal/ mit dem St. Georgen-Stolln", im Namen des regierenden Markgrafen Christian Ernst (27. Juli 1644 in Bayreuth - 10. Mai 1712 in Erlangen), "auf hohen Befehl", Mutungen ein. Danach werden die o.g. Gruben "landesherrlich" geführt, die in der Vergangenheit durch ihre Kupfer-, Silber- und Zinnförderung aufgefallen, berühmt geworden sind und für das Land entsprechende Einnahmen sicherten.

  • 1695 baute "Der reiche König Salomon" und "Wilde Mann", die zusammen aufgeführt werden, laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
  • 1709 in Betrieb.
  • 1718 in Betrieb, wird wie folgt erwähnt: "Dererjenigen Bergwercks-Zechen und Stollen/ welche vor die/ von Ihro Hochfl. Durchl. unserem gnädigsten Fürsten und Herrn/ nebst Dero Ministern, Räthen/ Hohen und Niedern/ Geist- und Weltlichen Bedienten und andern Dero Unterthanen A. 1718. errichteten Berg-Gesellschafft/ in denen Brandenburg-Bayreutischen Gebürgen/ auf hohen Befehl aufgenommenen und gebauet worden." Danach werden vier Gruben und zwei Stollen "Unter dem Berg-Ambt zu Neyla" aufgelistet, wozu "Der wilde Mann und reiche König Salomon/ am Lindenberg über Nayla" gehören.

    Im gleichen Jahr gehört die Grube "reiche König Salomon" mit der Grube "Wilde Mann" zum "Neylauer Werck".

    Hinweis dazu: Die Gruben "reiche König Salomon" und "Wilde Mann" gab es zu diesem Zeitpunkt nur noch als Betriebszweig des "Neylauer Werck"s, denn beide "vorhergehenden Werck"e werden mal so beiläufig unter "befindlichen Eisenstein-Sorten", unter Gruben im "Markgrafthum Brandenbl. Bayreuth"ischen "Neylauer Berg-Amts-Refier, als einem vereinigten Gebäude" genannt. Durch diesen Hinweis des Verbundes unter beiden Gruben ist jetzt auch zu verstehen wie Niklas Staude 1477 folgendes gemeint hat: "denselben grossen Schacht gewan/ und etliche andere Schächt/ so oben am Berge auch hin giengen", … denn ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass er seine Wasserkunst ausgebaut hatte, um auch andere Schächte damit zu sümpfen (trocken zu legen) … und wenn 1477 beide Gruben bereits einen Verbund untereinander hatten, dann ist auch der Hinweis zu verstehen, dass das hiesige Kupferbergwerk "gar ein alt Bergwerck" sei und die Gruben Wilder Mann, Reicher König Salomo und Reiche Königin von Arabien durch die vielen Kriege, insbesondere aber durch den Hussitenkrieg (1419-1434 bzw. 1439), in ihrer Betriebsamkeit massiv eingeschränkt worden sind, bzw. die vorgenannten Gruben sogar alle in Fristen (Grube die zeitweise außer Betrieb war) gelegen haben. Von daher behaupte ich mal, dass der Bergbau mit der ersten urkundlichen Nennung des Ortes "neulins“, am 09.01.1343, bereits im Gange war. Diese, meine, Behauptung deckt sich dann auch mit dem Hinweis in der alten Literatur, das "des Bergmanns goldene Zeit" zwischen 1440 und 1477 bereits "vorüber war". In diesem Zusammenhang ist auch folgender Hinweis interessant, nämlich das 1348 im Raum Neuengrün, nordwestlich Bernstein im Wald, zwei Hammerwerke in Betrieb waren, die ab 1333 durch das geförderte Eisenerz aus dem Eisengraben südlich von Neuengrün, durch 6 Dorfhübner (ehemalige Söldner), die sich hier angesiedelt hatten, abgebaut worden sind. Bodenfunde durch PROF. DR. KONRAD TYRAKOWSKI (Eichstätt-Ingolstadt) zur Montangeschichte in Naila ergeben durch entsprechend veranlaßte C-14- Analysen bei Fund 1 "Alter Anger, Kronacher Str. 9, Fundmaterial Holzkohle, Schlacke und Keramikfragmente", aus den Jahren 1975 und 1976, ein Alter von 640 bis 980 n. Chr. und bei Fund 2 "Grabengut, Bergstr. 1-1a, Holzkohle und Schlacke", aus dem Jahre 1986, ein Alter zwischen 1215 bis 1285 n. Chr.. Aufgrund dieser Analysen lassen sich meine Behauptungen des sehr frühen Bergbaus im Nailaer Raum gut belegen.

  • 1722 in Betrieb.
  • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Neylauer Werck/ Wilde Mann und reiche König Salomon/ Brechen blancke Kupffer-Erze/ auch unterschiedlich gewachsen Kupffer/ mit einer schönen Berg-grüne/ dann ein brauner Eisenstein im tieffsten/ welcher von zacken Fingers lang geflossen/ dann ein ganz weiser Eisenstein."
  • 1727-1730: "Diese Grube (damit ist das Neylauer Werck gemeint) ist wegen der allzuschweren Kosten völlig auflässig/ und wird so lange die jetzigen Aufstände (Der Aufstand ist im Bergbau eine Nachricht über die Beschaffenheit einer Erzgrube) davon unverlohren bleiben/ schwerlich nicht gewältigt werden."
  • 1730 wird wie folgt von der Grube "Neylauer Werck" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 6: "Kupffer/ massiv und gediegen Neylauer Werck der Wilde Mann und reiche König Salomon", Pos. 7: "Massiv gewachsen Kupffer/ answendig grün beschlagen", Pos. 8: "Blank Kupffer-Ertz mit eingesprengten weissen Eisenstein" und Pos. 27: "Eisenstein/ bricht von besonderer Güte und vielerley Arten/ aufn Wilden Mann und reichen König Salomon." Unter "Eigentliche Beschreibung" wird weiterhin aufgeführt: Pos. 1: "Weisser flitschiger Eisenstein/ so der besonderen Güte halber in dem ganzen Gebürge vor den besten ästimiret wird/ auf dem weitberühmten Neylauer Werck/ der Wilde Mann genant am Lindenberg bey Neyla gelegen" und "Weisser flitschiger Eisenstein/ so der besonderen Güte halber mit eingesprengt schönen blancken Kupffer-Ertz aufn reichen König Salomon" der "sich wie Marmor schleiffen und poliren läst." und Pos. 2: "Eine schöne schwarzbraun Glasköpffige Eisenstein-Schale aus dem Tieffsten des untern Kunst-Schachtes vorherbenannten Bergwercks."
  • 1735 von einer "wohllöblichen Gewerkschaft in Fristen erhalten".
  • 1737 wurde das Neylauer Werck auf’s neue vom Wasser verwüstet und fiel daraufhin ins Bergfreie. Die restlichen Wasserkünste wurden demontiert und die Schächte verschlossen. Die Verbundanlage förderte in der Woche bis zu 4000 Seidlein Eisenstein und hatte mehrere Schächte, wovon ein Schacht der Grube Reicher König Salomon eine Teufe von ungefähr 50 Lachter (rund 100 Meter) hatte. Gebaut wurde ein NW-SE streichender, bis 6 Meter mächtiger Gang mit Siderit(-xx), Kupferkies, Nickelerzen, radialstrahligem Limonit, Malachit, Spuren von Erythrin und tropfenartigem Chalcedon in quarziger Grundmasse.

    Hinweis dazu: Die Grube entwickelte sich im Laufe der Zeit von einem Kupfer- zu einem Eisensteinbergwerk.

  • 1754 Tagschächtebruch.

    Hinweis dazu: Der Tagschächtebruch/Bergschaden ist nach der Stillegung entstanden.

  • 1762 Reparatur des Selbitzdammes.
  • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Gelbes- Kupfer- und Farbenerz in weissem Eisensteine mit Quarze.", 2. "Gediegenes harigtes Kupfererz in eisenschüssigem Quarze.", 3. "Schwarzes und farbigtes reiches Kupfererz mit weissem spieglichtem Eisensteine." und 4. "Gelbes Kupfererz in weissem Eisensteine, daraus eine obere Therschale gemachet worden." Im gleichen Jahr Nennung das die Grube im Freien liegt.
  • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 50. Strohfärbigter Spath-Eisenstein worinnen Kupfer-Kieß mit Kalkspath befindlich, nebst beyden blauen thonartigen Saalbändern; von Salomon Fundgrube N. B. A. R."
  • 1776 wird eine Stufe in einem "Verzeichnis einiger Kupfererze und Eisensteinstufen aus dem Nailauer Bergamtsrevier" wie folgt beschrieben: "24) ein brauner Eisensteinin welchem ein weiser Eisenstein Nierenweise gewachsen, in beyden befindet sich eingesprengter Quarz. Vom reichen König Salomo bey Naila."
  • 1782 erneute Reparatur des Selbitzdammes. Im gleichen Jahr wieder Tagschächtebruch.
  • 1789 wurden drei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Brauner späthiger Eisenstein mit etwas Kalkspath. 2. Späthiger Eisenstein, mit gelben Kupfererz und blauschieferigten Gebürg. 3. Drußigtes Kupfer-Pecherz, mit etwas Kupfergrüne.
  • 1857/58 Gründung einer neuen Gewerkschaft durch Initiative von Bergleute und Steiger ... dadurch öffnen einzelner Schächte von Grube Reicher König Salomo zwecks des Versuchs einer erneuten Abbauaufnahme, da diese bis auf 70 Schuh tief unter Wasser standen kam es zu keinem weiteren Abbau.
  • 1895 nahm die mechanische Buntweberei C. Seyffert an der Hofer Straße, der Betriebsort der Grube Reicher König Salomo, den Betrieb auf. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges gab es in dieser Firma 600 Webstühle. Die Firma wurde mittlerweile geschlossen und die Betriebsgebäude sind weitestgehend abgerissen worden.

Wilder Mann (Fe-Cu) / (auch genannt: Wilden Mann Fundgrube, Wildemann, Unterer Wilder Mann, Untere wilde Mann)

  • 1343, am 09.01., Tag der ersten urkundlichen Nennung des Ortes "neulins“, vermutlich bereits in Betrieb.
  • zwischen 1343 - 1467, Herstellung einer untertägigen Verbindung mit der Grube Reicher König Salomo.
  • ab 1477 siehe paralell auch unter Grube Reicher König Salomo.
  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Wilde Man bei Neula. ", verliehen.

    Hinweis dazu: In diesem Verzeichnis ab 1683 werden die Gruben genannt die NACH 1683 verliehen worden sind, es wird aber nicht angegeben wann genau die Verleihung nach 1683 war und es wird auch nicht genannt ab wann die Grube ihren Betrieb aufgenommen hat. Hinweislich sei an dieser Stelle erwähnt, dass einer Verleihung eine Mutung bei dem zuständigen Bergmeister vorausgegangen ist. Nachdem die Mutung geprüft und für rechtmäßig erklärt worden war, wurde sie in das Mut- bzw. Verleihbuch (Verzeichnis) eingetragen.

  • 1694/95 Verleihung des Bergwerks und Kunstwerks Wilden Mann an Berghauptmann Johann von Kempfer.

    Hinweis dazu: Die Verleihung die 1683 erwähnt wird hat also im Jahre 1694/95 stattgefunden.

  • 1695 baute "Der reiche König Salomon" und "Wilde Mann", die zusammen aufgeführt werden, laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.

    Hinweis zu dem Namen der Grube "Wilde Mann": Die Grube wird 1716 in der Literatur, nach einer Abschrift, "Wilde Mann" geschrieben, im Ursprungs- Originaltext des damals Hochfürstlich Brandenburg-Bayreutischen Pfarrers M.J.M. Großen, von 1703, "Wildemann".

  • 1727-1730: "Diese Grube (damit ist das Neylauer Werck gemeint) ist wegen der allzuschweren Kosten völlig auflässig/ und wird so lange die jetzigen Aufstände (Der Aufstand ist im Bergbau eine Nachricht über die Beschaffenheit einer Erzgrube) davon unverlohren bleiben/ schwerlich nicht gewältigt werden."
  • 1730 wird wie folgt von der Grube "Wilden Mann" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 21: "Blanck Kupffer-Ertz mit lasur in weissen Eisenstein aufm Wilden Mann am Lindenberg."
  • 1730-1733 wird eine Wasserkunst von Grube Wilder Mann demontiert und auf Grube Schwarzer Mohr in Geroldsgrün-Dürrenwaid wieder aufgebaut.
  • 1735 wird die Grube "Untere wilde Mann, am Lindenberg, nur in Fristen erhalten".

    Hinweis: Im gleichen Jahr wird auch eine Grube Wilde Mann in Köditz-Joditz (Goditz) genannt, die "nicht gebauet und in Herrschaffts-Freien liegt".

  • 1737 wurde das Neylauer Werck auf’s neue vom Wasser verwüstet und fiel daraufhin ins Bergfreie. Die restlichen Wasserkünste wurden demontiert und die Schächte verschlossen. Die Verbundanlage förderte in der Woche bis zu 4000 Seidlein Eisenstein und hatte mehrere Schächte.

    Hinweis dazu: Die Grube entwickelte sich im Laufe der Zeit von einem Kupfer- zu einem Eisensteinbergwerk.

  • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes Kupfererz mit Farben, eingesprengten weissen Quarz, Kupfergrüne und Bräune." Im gleichen Jahr Nennung das die Grube im Freien liegt.
  • 1857/58 Gründung einer neuen Gewerkschaft durch Initiative von Bergleute und Steiger ... dadurch öffnen der Grube Wilder Mann zwecks des Versuchs einer erneuten Abbauaufnahme, man musste allerdings feststellen, dass "diese ganz und gar abgebaut war."

Oberer Wilder Mann (Fe-Cu) / (auch genannt: Obere Wilde Mann, wilder Mann)

  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Obere wilde Mann bei Neula. ", verliehen.
  • 1729/30 Auffindung von Eisenstein.
  • 1735 von "Eigenlöhner Wilhelm Knieling gebaut". Über die Grube wird wie folgt berichtet: "Die Gruben Obere wilde Mann, St. Jacob und weiße Mann liegen auf einen Zug, werden auf Eisen gebaut, worinnen sich zuweilen Nieren von Kupfer spüren lassen." Bedeutet das Wilhelm Knieling auf alle drei Gruben tätig war.

    Hinweis: Im gleichen Jahr wird auch eine Grube Wilde Mann in Köditz-Joditz (Goditz) genannt, die "nicht gebauet und in Herrschaffts-Freien liegt".

  • 1740 sehr ergiebige Grube.
  • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Gelbes Kupfer- und Farbenerz mit weissem Eisensteine und kneustigem Salbande.", 2. "Pech- und gelbes Kupfererz mit braunem Mulm, Kupfergrüne und kälberzähnigtem Quarze.", 3. "Schönes drusigtes Kupfererz mit derber federigten Kupfergrüne braunem Mulm." und 4. "Völlig verwittertes braunes Kupfererz, welches ganz porös ist, mit wenig Kupfergrüne." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
  • 1776 werden zwei Stufen in einem "Verzeichnis einiger Kupfererze und Eisensteinstufen aus dem Nailauer Bergamtsrevier" wie folgt beschrieben: "20) eingesprengtes gelbes Kupfererz und Victriolkies in einem bergschüßigen braunen und weiß spieglichten Eisensteingang, so etwas grün beschlagen. Von dem obern Wildemannfundgrube bey Nayla" und 21) ein braunspieglichter Eisenstein mit eingesprengtem gelben Kupfererz, eisenschüßigen Silbe und Quarz. Diese Stufe hat beyde Saalbänder."
  • vor 1782 in Betrieb.
  • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Tropfsteinartiger, derber brauner Eisenstein.
  • 1795 wurde bei der Marmormühle ein Wasserlösungsstollen für die Grube Wilder Mann eröffnet, der das Wasser aus den Schächten fördern sollte, was nicht vollständig gelang.
  • 1804 in Betrieb. Förderung von Brauneisenstein mit einem Angestellten und 23 Arbeiter.
  • 1805 wird von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 29 Messingfarbnes Kupferkerz mit Eisenstein von der Wildemanns-Fundgrube bey Nayla.
  • 1810 und 1814 Einlegung neuer Mutungen.
  • 1815 Wiederbelegung der Grube Wilder Mann bei Naila.
  • 1818-1825 in Betrieb, danach Stillegung.
  • 1835 Wiederaufnahme des Betriebes in der Eisensteinzeche Wilder Mann.

St. Jacob (Fe-Cu) / (auch genannt: St. Jacob Fundgrube)

  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Sankt Jacob am Eschenbach bei Neula. ", verliehen.
  • 1735 von "Eigenlöhner Wilhelm Knieling gebaut". Über die Grube wird wie folgt berichtet: "Die Gruben St. Jacob, Obere wilde Mann und weiße Mann liegen auf einen Zug, werden auf Eisen gebaut, worinnen sich zuweilen Nieren von Kupfer spüren lassen." Bedeutet das Wilhelm Knieling auf alle drei Gruben tätig war.
  • 1756 "bey der Linde, onweit Naila" in Betrieb.
  • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Gelbes grün beschlagenes Kupfererz mit weissem Quarze.", 2. "Braunes und gelbes Kupfererz mit braunem eisenschüssigen Quarze.", und 3. "Schwarzes und gelbes Kupfererz mit Quarze, davon das letztere grünbeschlagen ist." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
  • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Kupfer-Erze, No. 13. Verwitterter Kupferkieß in Quarz, mit etwas schwarzen Schiefergebürge; vom St. Jacob Fundgrube zu Nayla", Gewicht der Stufe "9 3/4 Loth, 14. Strahlicht Kupfergrün oder sogenanntes Atlaserz, mit Pecherz und Kupferkieß in Flußspath und Quarz; 3 1/8 Loth" und "15. Erdartiges angeflogenes Kupfergrün und rothes Kupferglas in brauner theils ziemlich verhärteten Ocher; 22 5/8 Loth".
  • 1776 werden zwei Stufen in einem "Verzeichnis einiger Kupfererze und Eisensteinstufen aus dem Nailauer Bergamtsrevier" wie folgt beschrieben: "22) ein eisenschüßiges Pecherz mit eingesprengter Kupfergrüne und Quarz. Von der St. Jacobfundgrube bey Naila" und "23) gelber Kupfererz mit Quarz mit braunen Eisenstein."
  • vor 1782 in Betrieb.
  • 1805 wird von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 41 Blumigtes und pechigtes Kupfererz zwischen speckigten Eisenstein von St. Jakob, Nal. B. A. R.
  • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe "von der St. Jakob Fd.Gr. bei Naila im Bayreuthischen." (hier wird St. Jakob fälschlicherweise mit "k" geschrieben oder der Betriebsort "bei Naila" stimmt nicht) angeboten: "unter Anhang. 6) Eisengeschlecht: Schwefelkies:", Seite 108, Nr. 895, kleinblätteriger Spateisenstein mit Kalkspath.

St. Jacober, 2. obere Maaß

  • vor 1782 "bey der Linde, onweit Naila" in Betrieb

    Hinweis dazu: Die Grube St. Jacob, die mit "c" geschrieben wird, sollte nicht mit der Grube St. Jakob, die mit "k" geschrieben wird und in Bad Steben-Obersteben liegt, verwechselt werden.

Weiser Mann (Fe-Cu-Alaun) / (auch genannt: Weißer Mann, Weiße Mann, weissen Mann, Weisen Mann Fundgrube, Weißenmann)

  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Weisse Man bei Neula", verliehen.
  • 1735 von "Eigenlöhner Wilhelm Knieling gebaut". Über die Grube wird wie folgt berichtet: "Die Gruben weiße Mann, St. Jacob und Obere wilde Mann liegen auf einen Zug, werden auf Eisen gebaut, worinnen sich zuweilen Nieren von Kupfer spüren lassen." Bedeutet das Wilhelm Knieling auf alle drei Gruben tätig war.
  • 1759 Wiederinbetriebnahme der Grube Weiser Mann mittels eines Schachtes auf der Alaunwiese auf dem Lindenberg.
  • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Weise Mann, Fund Grube, mit Zubuße, auf Kupfer und Eisen.
  • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes schwarz beschlagenes Kupfererz, welches selten ist." 1768, nach Februar, offen gelassen.
  • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 44. Weißer oder vielmehr strohfarbigter dichter kleinspathigter Eisenspath; vom Weißenmann Fundgrube".
  • vor 1782 in Betrieb.
  • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Tropfsteinartiger Glaskopf mit anstehenden, braunen Eisenstein.
  • 1805 wird von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 43 Messingfarbenes Kupfererz, mit farben, Pecherz, braunen Mulen und weissen Quarz; vom weissen Mann bey Naila.

Fröhlichen Zusammenkunft Fundgrube (Fe-Cu)

  • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Kupfer-Erze, No.16. Fahlerz mit erdartigen Kupferblau und grün, nebst braungelber Ocher; von der fröhlichen Zusammenkunft Fundgrube; zu Nayla. Dieses hält einige Mark Silber", Gewicht der Stufe "11 Loth" und "No. 17. Derbes erdartiges Kupferblau mit schwarzer grauer und brauner, theils Kupfer- theils Eisenhaltiger Ocher, 3 1/4 Loth".

Fröhliche Wiederkunft (Fe-Cu)

  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Fröhliche Wiederkunft bei Neula am Eschenbache.", verliehen.

    Hinweis dazu: Die Grube Fröhliche Wiederkunft ist der Nachfolgebetrieb von der Fröhlichen Zusammenkunft Fundgrube.

  • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila am Eschenbach beim Selbitzer Weg" genannt.
  • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes Kupfer- und Farbenerz schwarzbeschlagen in weissem spieglichten Eisensteine und dergleichen Quarze." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.

Weißer Schwan (Fe-Cu-Alaun) / (auch genannt: weiße Schwan)

  • im 16. Jahrhundert soll bereits eine Grube Weißer Schwan in Betrieb gewesen sein, die neben Eisen- und Kupfererz auch Vitriolschiefer gefördert hat.
  • 1735 von einer "wohllöblichen Gewerkschaft, am Lindenberg, in Fristen erhalten".
  • 1795 wurde wieder ein Schacht eröffnet, der wegen der starken Wasserzuflüsse aufgegeben werden mußte.

Friedensschild (Fe)

  • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 38. Dichter fester kleinschimmernder brauner spathförmiger Eisenstein, mit etwas wenigen weißem Spath und braunen eisenschüßigen Gesteine; vom Friedensschild Fundgrube. N. B. A. R." ... (bedeutet: N. B. A. R. - Naylaer Berg Amts Revier).
  • vor 1782 in Betrieb. Als Betriebsort wird "bey Naila" angegeben.
  • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Brauner, drußigter, etwas pichichter Eisenstein. 2. Brauner Eisenstein mit etwas Fluß und aufliegenden, schwarzen, kleinknospigten, zackigten Glaskopfschaalen.

Einigkeit (Fe-Cu-Alaun) / (auch genannt: Die Einigkeit)

  • im 16. Jahrhundert soll bereits eine Grube Einigkeit in Betrieb gewesen sein, die neben Eisen- und Kupfererz auch Vitriolschiefer gefördert hat.
  • 1735 durch eine "Berg-Societe", die auf Alaun Schiefer baut, in Betrieb.
  • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Derber, brauner, späthiger Eisenstein mit Eisenocker.

    Hinweis dazu: 1621 hat es eine Gewerkschaft Einigkeit unter Grube Landestrost in Berg-Hadermannsgrün gegeben.

unbekannte Grube

  • um 1700 Anlegung eines Versuchsstollens mit Gewölbekeller. Noch erhalten, Naila, Marktplatz 10.

Steinbruchfundgrube

  • 1776 wird eine Stufe mit "Blaßrother, staubichter Letten" von der "Steinbruchfundgrube bey Nayla" genannt.

Schattigen Waydfundgrube

  • 1776 wird eine Stufe mit "Weisser, mulmichter Bergletten Von der schattigen Waydfundgrube in Nayla" genannt.

Kleine Christoph (Fe) / (auch genannt: kleinen Christophfundgrube)

  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Kleine Christoph bei Neula.", verliehen.
  • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Schönes gelbes Kupfer- und Farbenerz mit braunem Eisensteine, eingesprengtem weissen Quarze und schönen Kupfergrüne.", 2. "Ziegelerz brauen Eisensteine, welches in einem mulmigten Eisensteingange bricht.", 3. "Ziegelerz mit eingesprengten weissen Quarze und braunem Eisensteine.", 4. "Gelbes braunbeschlagenes Kupfererz mit eingesprengtem weissen Quarz und einer braunen Eisensteindruse.", 5. "Pecherz mit eingesprengter Kupfergrüne in einem braunen eisenschüssigen Quarze.", 6. "Messingfarbenes Kupfererz mit eingesprengtem braunen Eisensteine und dergleichen Schaale.", 7. "Schwarzbeschlagenes gelber Kupfererz mit ausgewitterten weissen Eisenstein, welches in blauschieferigtem Alaungebirge gebrochen.", 8. "Gelbes Kupfererz mit Vitriolkiese in braunem Eisensteine." und 9. "Ziegelerz mit braunem Eisensteine und gelben Mulm." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
  • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 46. Pechigter und hornigter Eisenstein mit kieselartigen Quarz vermenget ist etwas löchrich; vom klein Christoph Fundgrube N. B. A. R."
  • 1776 wird eine Stufe in einem "Verzeichnis einiger Kupfererze und Eisensteinstufen aus dem Nailauer Bergamtsrevier" wie folgt beschrieben: "18) braunes und gelbes Kupfererz, mit eingesprengter Kupfergrüne und Bräune mit einer eisenschüssigen Silbe bricht Nierenweiß in braunen Eisenstein. Von der kleinen Christophfundgrube bey Naily."
  • vor 1782 in Betrieb.
  • 1805 wird von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 108 Reiches Kupfererz, so wegen der damit einbrechenden reichhaltigen Kupferröthe Ziegelerz genennt wird, vom kleinen Christoph, Naylauer B. A. R.

Naila-Marxgrün

Marxgrün I

  • 1909 Mutung durch die Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte in Rosenberg.

Naila-Unterklingensporn

Kupferplatte (Cu)

Neue Kupfer Platte (Cu) / (auch genannt: Neue Kupferplatte, Neue Kupferblatte)

  • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Neue Kupferblatte an der Selbitz bei dem untern Klingensporne.", verliehen.
  • 1756 in Betrieb.
  • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes Kupfererz mit drusigtem Quarze, verwittertem weissen Eisensteine und Vitriolkiese." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
  • vor 1782 "beym Unterklingensporn" in Betrieb, die auf Kupfer betrieben wurde. Das Erzt zeigte sich ziemlich reich. Der Gang liegt zwischen Quarz und Jaspisartigem Gestein.

    Hinweis dazu: Im Lobenstein-Hirschberger Berg-Revier gab es bei Harra ebenfalls eine Kupferplatte Fundgrube und wird teils fälschlicherweise im Naylaer Revier genannt. In der Grube bei Harra trat Flußspat in den Farben preußisch-blau und aquamarin auf und der wurde in der Kupferplatte in Unterklingensporn nicht gefunden.

Naila-Hospitalwald/Spitalwald/Spiegel Wald

Zeche im Spitalwald (Fe)

  • Betriebszeitraum unbekannt.

Tannebaum (Fe) / (auch genannt: Tannenbaum)

  • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila bei Naila im Hospitalwald" genannt.
  • vor 1782 "im Spitalwald, bey der Thierbacher Mühle" in Betrieb.

    Hinweis dazu: Der Hospital- bzw. Spitalwald, in historischen Karten auch Spiegel Wald genannt, liegt zwischen Bad Steben-Thierbachermühle, Bad Steben-Thierbacherhammer (beide am Froschbach gelegen) und dem Ort Naila.

Naila-Finkenflug

Finkenflug (Fe)

  • Mutung bzw. Betriebszeitraum unbekannt.

Naila-Bärenhaus

  • Die Bärenhäuser sind im 18. Jahrhundert entstanden. Der Name soll von der Waldabteilung "Bärenholz" herrühren. In den Bärenhäusern (Bärenfalle) wurden bis ins 19. Jahrhundert Bären für die Markgräfliche Menagerie in Bayreuth gefangen. Auf dem Waldstein bei Weißenstadt, im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel, ist ein Bärenhaus aus dem 18. Jahrhundert erhalten geblieben.

unbekannte Grube (Fe-Mn)

  • 1922 wird die Grube wie folgt genannt: "Ein dem vorausgenannten paralleler, mehr nach Westen gelegener Zug von Erzvorkommen beginnt mit einem alten, dem Namen nach unbekannten Bergbau bei Bärenhaus westlich Marlesreuth. Die Lage am Bärenhaus, im devonischen Schiefer und die Struktur der Erze läßt darauf schließen, daß es sich hier um Verwitterungserze handelt. Die Untersuchung einer Probe von an den Pingen und Halden aufgelesenen Erzstufen ergab 35,84 Prozent Fe und 5,8 Prozent Mn."

Bärengrund

  • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe "vom Bärengrund." angeboten: unter "II. Sammlung der in dem Fürstenthum Bayreuth vorkommenden Fossilien., D.) Metallische Fossilien.", Seite 43, Nr. 175, Gelbe Blende in Quarz.

Naila-Lippertsgrün

Hoff auf Gottes Segen X (Fe) / (auch genannt: Hoff auf Gottes Segen Fund Grube, Hoff auf Gottes segen, Ich hoff auf Gottes Segen)

  • 1756 in Betrieb.
  • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Hoff auf Gottes Segen, Fund Grube, mit Ausbeuth, auf Eisen.
  • vor 1782 in Betrieb. Als Betriebsort wird "Stegenholz" bzw. "im Stehgenholze" genannt.
  • 1782 wird die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt, die lediglich "650. Seidel braunen Eisenstein , a 8 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
  • 1782 in Betrieb.
  • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Eisenstein mit Dendriten.
  • 1795/96 in Betrieb.
  • 1804 in Betrieb. Gefördert wird Brauneisenstein. Die Belegschaft besteht aus einem Angestellten und 4 Arbeiter.
  • 1804/05 war die Grube Hoff auf Gottes Segen bey Weitesgrün (muss Lippertsgrün heißen) eine gewerkschaftliche Eisensteingrube, in der theils glasköpfiger, theils rother, theils röhrenförmig brauner, dann auch pechartiger, horstiger, stahlblau angelaufener Eisenstein vorkam und im braunen zuweilen Dendriten getroffen werden. Die Grube war mit 2 Mann belegt, förderte mit 516 Gulden Aufwand 1,074 Seidel Eisenstein zu 30 Kreuzer, setzte denselben im Lande ab und erbeutete 21 Gulden. Zu den Bergamts-Kassen (Staatskasse-an den Staat) zahlte sie 73 Gulden 42 Kreuzer.
  • 1818 Wiederbelegung, Vergewerkschaftung und Betrieb der Grube bei "Lippertsgrün".
  • 1867 wird die Eisensteingrube Hoff auf Gottes Segen bei Lippertsgrün, im Bezirksamt Naila, im Regierungsbezirk Oberfranken, Bergrevier Steben, I Revier-Abteilung Steben, genannt, die gegenwärtig auflässig, in Fristen (Grube die zeitweise außer Betrieb war) gehalten oder auf geringe Erzgewinnung beschränkt ist, weil fast jeder Absatz des Erzes fehlt.

Hoff auf Gottes Seegner 2. und 3. untere Maaß

  • vor 1782 in Betrieb.

Hoff auf Gottes Seegner obere Maaßen

  • vor 1782 in Betrieb.

Eibenburg (fälschlicherweise auch Eulenburg genannt)

  • 1735 wird die Grube Eibenburg "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila zu Lippertsgrün" genannt.
  • 1995 wird die Grube Eulenburg in einer Karte genannt, die westlich Lippertsgrün liegt.

Naila Hölle - Vitriol- und Alaunhütte

Vitriol- und Alaunhütte Hölle
Vitriol- und Alaunhütte Hölle

Kupferstich von der Vitriol- und Alaunhütte Hölle, auch Höller genannt, vor 1797.

woelsendorfer

Der Kupferstich stammt von dem Kupferstecher Johann Adolph Darnstedt (1769 Auma (Sachsen-Weimar) - 8. 5. 1844 Dresden).

  • 1624 Vertrag über die Anlegung eines Hammerwerkes in der Höll bei Lichtenberg zwischen der Markgräfin Elisabeth Sophie und dem Markgraf Friedrich und dem Bergwerks- und Hüttenbesitzer Valentin Pfretzschner.
  • 1712 Anlegung eines Vitriolwerkes von dem Kaufmann und Handelsherr Johan Otto Rüker (Johann Otto Rücker) aus Leipzig auf dem Grund des Hammerwerkes.
  • 1716 stirbt Johan Otto Rüker (Johann Otto Rücker). Sein Sohn, der hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Kammerrat und Bergdirektor Georg Gotfried Rükern (Georg Gottfried Rücker) übernimmt die Geschäfte seines Vaters.

    Hinweis dazu: Georg Gottfried Rücker betrieb sehr viele Bergwerke auf edle Metalle. Die Kenntnisse über das Bergwesen erlangte er durch hinterlassene Papiere seines mütterlichen Urgroßvaters Valentin Pfretzschner.

    Valentin Pfretzschner war von circa 1602 bis 1638 Bergwerks- und Hüttenbesitzer, überwiegend im Lobensteiner Revier, der zu Anfang des Dreißigjährigen Krieges wohl über das größte Bergwerkseigentum im Frankenwald verfügte und über seine bergmännische Tätigkeit Aufzeichnungen hinterlassen hatte. Zu erwähnen wäre, dass er in der Wetteraue bei Gräfenwart mit Erfolg Gold gewaschen und im Höllental einen Eisenhammer angelegt hatte.

  • 1756 Verpachtung der sogenannten "Hausleiten bei der Höll" an den Bergmeister Löwel und die beiden Schaller.
  • vor 1793 wurde das Vitriolwerk durch Brand zerstört. Bis dahin jährlich 500 bis 600 Faß Vitriol hergestellt, die in drei Pfannen gesotten wurden.
  • 1804 ist das Höller Vitriol- und Alaunwerk im Besitz der Commercienrath-Löwel'schen Relicten, fertigt verschiedene Sorten Vitriol, an denen der vorzüglicheren, die man Adlervitriol zu nennen pflegt, Zusatz von Kupfer haben und daher mer in das Blauliche fallen. Im gleichen Jahr waren auf dem Werk 4 Arbeiter beschäftigt.
  • 1806 leidet dies Werk theils durch Holztheuerung bey den so sehr ausgehauenen Wäldern.

    Hinweis zu Adlervitriol: Die sogenannte Höller Vitriolhütte hat einen Adler zum Zeichen für ihre Fabrikate, wobei die Produkte mit einem Adler für schlechteste Sorte und vier Adler dem feinen "Salzburger" gleich zu setzen ist.
    Hinweis zu Salzburger Vitriol aus der historischen Literatur von 1843: "Dieser auch unter dem Namen Drei Adler Vitriol vorkommende, besteht aus großen, blaugrünen Krystallen; er gehört zwar zu den Eisenvitriolsorten, besitzt aber noch einen nicht unbedeutenden Antheil an Kupfer, welches schon an der blaugrünen Farbe, die er haben muß, zu erkennen ist; je mehr sich die grüne Farbe desselben ins Blaue zieht, desto größer ist der Antheil des dabei des Kupfervitriols. Dieser Vitriol wird von den Färbern sehr geschätzt, die ihn besonders gern zum Schwarzfärben auf Wolle anwenden, weil seine Verbindung aus Eisen- und Kupfervitriol eine schöne Sammetschwärze hervorbringt. Man erhält ihn gewöhnlich in Fässern von 100 bis 120 Pfunden. Man muß beim Einkaufe vorzüglich auf schön blaugrüne, harte, krystallisirte, nicht wässerig matt aussehende Waare sehen. Echter salzburger Vitriol aus dem vormaligen Herzogthum Salzburg möchte wohl selten im Handel vorkommen, dagegen liefern dergleichen Sorte die Vitriolwerke zu Schmiedeberg, Saalfeld und Eisleben in vorzüglicher Güte."

  • 1810 wird wie folgt berichtet: "Einer der interessantesten Sparziergänge ist der nach dem Höllthale. Der Weg, welcher dahin führet, folget dem Laufe des Stebenbaches, welcher sich brausend über den steilen Abhang in das Selbitzthal hinabstürzt. Schon oben im Gehölze hört man von unten herauf das Brausen und Toosen eines Hammerwerkes und einer Mühle, und sieht den Rauch von einer Alaun- und Vitriolhütte aufsteigen. Diese Werke, nennt man die Hölle, und hier ist der Eingang in den Theil des Selbitzthales, welcher gleichfalls jenen Namen führet".

    "Die Gebäude des Vitriolwerkes liegen sehr mahlerisch in einer kleinen Bucht der westlichen Thalwand. Man verfertiget hier Alaun, Eisen- und Kupfervitriol, und erhält die Schiefer und Kiese aus der Grube zu Kemlas."

  • 1831-34 Besitzer Gebrüder Loewel zu Marxgrün und zu Unterklingensporn und Mitbesitzers Ernst Müller zu Hölle.


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