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Oberfränkisches Revier


Schauenstein




Schauenstein

Schauenstein wird 1230 erstmals erwähnt und gehörte vormals dem adelichen Geschlechte Wolfstriegel und soll sich durch den Bergbau in der umliegenden Gegend empor gehoben haben, wie auch dessen Namen und Wappen anzuzeigen scheint, welches ein Mohr mit rotem Federschurz, der mit der Rechten einen roten Stein empor hält zeigt. Bei dem Mohren soll es sich um einen Bergmann in zeitgemäßer Tracht handeln, der einen Erzbrocken vorzeigt. Es wurde (der Ort) von gedachter adelichen Familie an den Burggrafen Friedrich V. zu Nürnberg den 28. April 1386 mit seinen Dörfern und Zugehörungen verkauft und wurde dann ein Bergstädtchen.


  • Prinsners Zeche X (Fe)

    • 1804/05 war die Prinsners Zeche eine gewerkschaftliche Grube die auf Eisenstein baute, war mit 3 Mann belegt, förderte mit 218 1/3 Gulden Aufwand 1,090 Seidel Eisenstein zu 22 Kreuzer, setzte denselben im Lande ab und hatte 181 Gulden Ausbeute und 26 Gulden an die Bergamts-Kassen (Staatskasse-an den Staat) abzugeben.

Schauenstein-Windischengrün

  • Gott Sorgt (Fe- Roteisenerz)

    • vor 1782, 1782 "bey Windischengrün" in Betrieb.
    • 1782 wird die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt, die lediglich "53. Seidel braunen Eisenstein , a 8 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • 1804 in Betrieb. Die Belegschaft besteht aus einem Angestellten und 3 Arbeiter. Im gleichen Jahr wird berichtet, dass die Erzmittel noch nicht belegt sind, da die Mannschaft mit der Aufwältigung des Stollens beschäftigt ist. Als Betriebsort wird hier "Volkmannsgrün" genannt. Die Grube lag vermutlich im Waldstück zwischen Windischengrün und Volkmannsgrün.
    • 1807/08 Auskutten des Eisensteins auf der Zeche "Gott sorgt" bei Windischengrün durch den Kommerzienrat Löwel zu Marxgrün.

      Erklärung Auskutten: Aussuchen der Erze aus einer alten Halde.

    • 1822 Mutung des Leutnants und Hammerbesitzers von Weech zu Dorschenhammer auf die Eisensteinzeche Gott sorgt bei Windischenhammer.
    • 1834/35 in Betrieb

Schauenstein-Haidengrün

Die Gemeinde Haidengrün des früheren Landkreises Naila, gehörte bis 1803 zum Bistum Bamberg, während sie kirchlich bis 1822 mit dem in der Markgrafschaft Bayreuth gelegenen Schauenstein verbunden blieb.

  • unbekannte Grube (Fe-Mn)

    • Selbst in dem Verzeichnis der Enchenreuther Vögte (das Verzeichnis wurde von dem Enchenreuther Vogt Hannß Atzendorffer angefertigt) ist über die unbekannte Grube, die auf mulmigem, manganhaltigem Brauneisenerz baute, kein Hinweis auf dem Name zu finden. Vor 1923 war das Vorkommen Gegenstand einer Untersuchung gewesen die eine Mächtigkeit von bis zu 10 m aufweist.

Schauenstein-Mühldorf

  • Mühlhölzchen (Fe)

    • 1856 Belehnung des Bauern Johann Georg Fischer zu Mühldorf mit der Eisensteingrube Mühlhölzchen bei Mühldorf, Landgericht ä. O. Naila.

Übersicht Bergmännische Künste im nordwestlichen Landkreis Hof

Bergmännische Künste
Bergmännische Künste

Bergmännische Künste im nordwestlichen Landkreis Hof, Oberfranken. Eine Zusammenstellung aus der von mir verwendeten Literatur. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer

Einige Erklärungen aus der historischen Literatur, zum Teil aufbereitet, zu den Künsten

  • Die Bergmännische Kunst ist die Gesamtheit aller Maschinen und technischen Anlagen im Bergbau.
  • Wasserkunst, eine Anstalt, wo durch allerlei hydraulische Maschinen fortwährend Wasser aus der Tiefe gehoben wird, wenn es auch nur darauf ankommt, das Wasser aus der Tiefe wegzuschaffen, wie besonders bei dem Grubenwassers der Berggebäude.
  • Kunst-Gezeug, Kunst-Zeug, nennt man, in der Bergwerks-Wissenschaft, überhaupt Maschinen, wodurch die Wasser aus den Gruben geschaffet werden. Da, wo die Wasser nicht stark, und nicht hoch zu ziehen sind, bedient man sich, zu der Herausschaffung des Wassers, des Haspels mit einer Tonne; auch gebraucht man in diesem Falle zuweilen die Tonnen der Pferde- und Wasser-Göpel, und fördert nicht selten Berg und Wasser in einer Tonne. Zu den eigentlichen Maschinen hingegen, wodurch die Wasser aus den Gruben geschaffet werden, gehören vornehmlich: die Hand-Pumpen mit Schwengeln und Wagebalken (die sogenannten Schwengel-Künste), die Hand-Pumpen mit einem Rade, die Roß-Künste oder der Pferde=Göpel, Ochsen-Künste, die Wasser- Feld- oder Stangen-Künste, die Ketten-Künste, die Wasser-Säulen-Maschinen, die Luft-Maschinen und die Hebel-Maschinen.
  • Besonders heißt Kunst-Gezeug, Kunst Zeug, auch nur die Kunst, schlechthin, ein Satz oder Kunst-Satz, eine vornehmlich aus Röhren zusammen gesetzte Maschine, wodurch das Wasser aus der Grube gehoben wird, und welche aus einem Kunst-Rade, dem Ansteck-Kiele, dem Kolben, der Kolben-Röhre und den Aufsetz-Röhren besteht.
  • Gaipel, Göpel, Rosswerk ist meist ein zeltförmiges Gebäude am oder über dem Schacht, in dem sich die Fördereinrichtung befand; abgeleitet von alten Namen für Göpel, bzw. dem Göpelrad, das von im Kreis um eine Achse laufenden Pferden oder Ochsen angetrieben werden konnte.
  • In weiterer Bedeutung ist ein Göpel oft eine jede Wasserkunst, welche von Pferden oder Ochsen in Bewegung gesetzt wird, ein Göpel, oder eine Göpelkunst.
  • Göpelwerk wird auch wie folgt beschrieben: Wird eine Fördermaschine genannt, die von Zugtieren, Menschen, oder einem Wasserrad angetrieben wird.
  • Tretrad, ein Rad im Maschinenwesen, welches durch Menschen oder Thiere getreten wird, um dadurch eine Maschine zu irgendeiner Verrichtung in Bewegung zu setzen.
  • Tretradhaspel, im Bergwerke, ein Haspel, welcher vermittelst eines Tretrades in Bewegung gesetzt wird, und das Erz aus den Schächten fördert.
  • Schutz- Kunst-teich, im Wasserbau, ein Teich, darin die zum Bergbau nöthigen Wasser gesammelt werden, wo nicht beständiges Wasser aus Flüssen oder Bächen vorhanden ist.
  • Der Graben, welcher das Wasser auf das Kunst-Gezeug führt, heißt der Kunst-Graben.
  • Das Rad, von 14 bis 26 Ellen im Durchschnitt, welches die ganze Kunst in Bewegung setzt, und die Wasser, worauf es fällt, aus der Grube hebt, heißt das Kunst-Rad.
  • Das Kehrrad ist ein doppelt beschaufeltes Wasserrad, das durch Änderung der Bewegungsrichtung zur Förderung (Personen=Fahrkunst, Wasser=Wasserkunst, Erze=Förderkunst) geeignet war.
  • Kunstschacht oder Wasserschacht ist ein Schacht, in dem sich die Pumpen- und oder Fahrkünste mit ihren Antriebseinrichtungen befanden.
  • Kunst-Gestänge, im Bergbaue, das Gestänge oder Stangenwerk, sofern es zu einer Wasser-Kunst gehört.
  • Feldgestänge wird zur Kraftübertragung über weite Entfernungen bis 2000 m eingesetzt. Das Feldgestänge kam sowohl für die Pumpen- als auch für die Förderkünste zum Einsatz und besteht aus sich hin- und her bewegenden Holzbalken, mit der die Antriebskraft eines Kunst- oder Kehrrades zum Schacht übertragen wurde.
  • Der Bergmann, welcher die Kunst unter seiner Aufsicht hat, heißt der Kunst-Steiger.
  • Ein geringer Arbeiter, welcher dem Kunst-Steiger in der Aufsicht über das Kunst-Gezeug untergeordnet ist, und ihm, seine Arbeit zu verrichten, hülfliche Hand leistet, ist der Kunst-Knecht oder Kunst-Junge.
  • Wettermaschinen, im Bergbaue, Maschinen, mit deren Hülfe ein Luft- oder Wetterwechsel in den Gruben hervorgebracht werden kann. 1) Wetterblasmaschinen, d. h. solche, welche frische Luft in die Gruben bringen; 2) Wettersaugmaschinen, welche die verdorbene Luft aus den Gruben entfernen.


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