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Oberfränkisches Revier


Schwarzenbach am Wald




Schwarzenbach am Wald

  • 1150 in einer Urkunde als Schwerczenpach, in Verbindung als Bergbauort, genannt.
  • 1478 gibt es einen Beleg für den Bergbau in der Gegend um Schwarzenbach am Wald, als Hans von Reitzenstein dem Bischof Philipp von Bamberg seine Bergwerke auftrug.

    Schwarzenbach am Walde, ein Flecken hinter Helmbrechts und Selbitz, zwischen Culmitz, einem Waldeckischen Ritterguthe und Bernstein, einem Pfarrdorfe, 2 1/2 Meilen von Hof gelegen, gehörte ehedem dem Hochadelichen v. Reitzensteinischen Hause, wurde aber von diesem 1757 an einem Herrn von Künsperg verkauft. Der Landesherr aber trat mit 80.000 Gulden in den Kauf, und seitdem gehöret der Ort der hohen Landesherrschaft (Burggrafen von Nürnberg). Der kleine Fluß Rodach scheidet hier das Bayreuthische von dem Bambergischen.

  • Im Juli 1791 hat der Ort 121 Häuser.
  • Im Stadtwappen ist in Rot schräg gekreuzt ein silberner Bergmannshammer und ein silbernes Schürfgerät mit goldenen Stielen zu finden und sollen auf den ehemaligen Eisen- und Kupferbergbau hinwiesen.
  • Alte Glockenklangzeche (Fe-Mn) / (auch genannt: Alter Glockenklang)

    • Ende des 16. Jahrhunderts in Betrieb.
  • Glockenklang X (Fe-Mn) / (auch genannt: Neuer Glockenklang, Neue Glockenklang, neue Glockenklangzeche, Klockenklang)

    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien". Als Betriebsort wird unter "Bergamts-Revier Naila bey den Bergwiesen bey Scharzenbach am Wald" genannt.
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1782 in Betrieb, wobei die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt wird, die lediglich "1450. Seidel braunen Eisenstein, a 10 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner, drußigter Eisenstein mit Eisenocker.
    • 1795/96 in Betrieb.
    • 1804 in Betrieb. Gefördert wird Brauneisenstein. Die Belegschaft besteht aus einem Angestellten und 2 Arbeiter.
    • 1804/05 war die Grube Glockenklang bey Schwarzenbach am Walde eine gewerkschaftliche Eisensteingrube, die meistens braunen Eisenstein mit einigen pechigen und glaskopfigen Theilen und Eisendrusen, überhaupt aber schlechten Eisenstein liefert, welcher nur sprödes kaltbrüchiges Eisen giebt, daher man ihn nicht ohne Zusatz verarbeiten, sondern nur unter bessern Eisensteinarten gebrauchen kann. Die Grube war mit 3 Mann belegt und förderte mit 260 Gulden Aufwand 900 Seidel Eisenstein zu 30 Kreuzer, setzte solchen im Lande ab und machte eine Ausbeute von 190 Gulden. Die Abgaben an die Bergamts-Kassen (Staatskasse-an den Staat) betrugen 32 Gulden 42 Kreuzer.
    • 1811 Einlegung einer neuen Mutung.
    • 1831–1842 in Betrieb.
    • 1867 wird die Eisensteingrube Neuer Glockenklang bei Schwarzenbach am Wald, im Bezirksamt Naila, im Regierungsbezirk Oberfranken, Bergrevier Steben, I Revier-Abteilung Steben, genannt, die gegenwärtig auflässig, in Fristen (Grube die zeitweise außer Betrieb war) gehalten oder auf geringe Erzgewinnung beschränkt ist, weil fast jeder Absatz des Erzes fehlt.
    • 1924 wie folgt erwähnt: "Die alten Pingen, zum Teil wohl Tagebaue, liegen neben dem sog. Zuchthausbruch im Kulmkalk, südlich Schwarzenbacham Wald. Die Vererzungen bestehen aus mulmigen Brauneisenstein. Die Erze mußten gewaschen werden."
  • Glockenklanger 2. und 3. obere Maaß und 2. und 3. untere Maaß

    • vor 1782 in Betrieb.
  • Glockenklanger 4. und 5. untere Maaß

    • vor 1782 in Betrieb.
  • Tennig (Fe-Mn) / (auch genannt:Tennig Fundgrube, Tennich)

    • Der Tännig liegt am Westfuß des Döbra Berges. Als Betriebsort wird "bey Schwarzenbach am Wald" genannt.
    • 1695 baute die Grube "Tennich" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Tennig, Fund Grube auf Eisen.
    • vor 1782, 1782 in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Schwarzer, milder Eisenstein mit vielen Eisenocker.
    • 1820 Mutung des Faktors Mordhorst zu Steinwiesen, namens des dortigen Hammerwerkbesitzers Frhr. Carl von Uttenhofen zu Meiningen auf Eisenstein im Tennig.

    Erklärung-Faktor: Vertreter auswärtiger Gewerken am Bergbauort.

  • Ich wags mit Gott

    • vor 1782 "bey Schwarzenbach" in Betrieb.
  • Segen Gottes (Fe)

    • 1872 wird die Eisensteingrube im Forstrevier Schwarzenbach am Wald, BA Naila, durch Frhr. von Künßberg zu Oberlangenstadt gemutet.

Schwarzenbach am Wald-Thron

  • Johanneszeche (Fe-Mn) / (auch genannt: St. Johannesgrube)

    • 1715 wird die Grube wie folgt erwähnt: "Thron, Jacob Hellerich besitzt 3/4 Tagwerk Mittelwiese beym Bergwerkh und Cuntz Hoffmann 1 1/2 Tgw. Mittelwiesen beym Stollen." Die Grube lag "400 Meter südlich vom Dorfe Thron, in der Nähe der Straße nach Enchenreuth" und wurde, nachdem über einen Stollen gefördert worden ist, dann im Tagebau betrieben.
    • 1796 in Betrieb.
    • 1797 wird hier nicht mehr gearbeitet.
    • 1924 findet der Bergbau bei Thron wie folgt Erwähnung in der Literatur: Das Vorkommen wurde "durch mehrere Schächtchen festgestellt. Hier ist in kalkreichen devonischen Schiefern, an der Grenze gegen devonischen Kalk und Diabas, eine Vererzungszone vorhanden, die durch einen ausgedehnten alten Tagebau gekennzeichnet ist. In diesem Tagebau wurden Schürftschächte angesetzt" um die Lagerstätte untersuchen zu können. Dabei wurde im "südwestlichen Teil des Tagebaues", in einem Schurfschacht, "in geringer Tiefe zwei Lager von Brauneisenerz, 1,9 bzw. 1,2 Meter mächtig", festgestellt. "Im zweiten Schächtchen traf man bei 7,60 Meter Tiefe ein 1,10 Meter mächtiges, derbes, schaliges Brauneisenerz in tonig zersetzten Schieferschichten. Nach unten hin war ein Nachlassen der Vererzung festzustellen". Der Fe-Anteil liegt zwischen 26 und 47 Prozent.

Schwarzenbach am Wald-Pillmersreuth

  • Sauerbrunnen - Pingenfelder (Fe-Mn Abbauversuch)

Schwarzenbach am Wald-Rodeck

  • uffm Rodecker / (auch genannt: aufm Rodecker, im Volksmund hatte die Grube den Namen "uff der Wesch")

    • 1566 war das Bergwerk bei Rodeck in Betrieb, die im Volksmund den Namen "uff der Wesch" (das geförderte Erz wurde gewaschen, um den Unrat zu entfernen) führte.
    • 1584-1598 Differenzen der von Reitzenstein (Adelsgeschlecht in Issigau-Reitzenstein) mit Georg Drechsel, Hammermeister zu Marxgrün, wegen des Eisenbergwerks "uffm Rodecker"
    • 1594–1598 "Differenzen der Gewerke auf dem Rodecker mit Conrad Kühn, Steiger".
  • Bernhardszeche (Fe-Mn) "Vorläuferbetrieb war die Grube "uffm Rodecker". Ab wann diese Bernhardzeche genannt wurde kann ich aus den alten Unterlagen nicht entnehmen.

    • Die Bernhardszeche war bis nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) in Betrieb. Die Grube lag in einer einsamen, verrufenen Gegend, rings von dunklem Wald umgeben.
    • 1620 werden die Bergleute Melzer, Rockelmann und Holzschuher genannt, die in zwei Häuser wohnten.
    • 1624 kam es zu einem tödlichen Unfall eines Bergmanns im Schacht.
    • 1690 in Betrieb. Der Eisengehalt betrug bis zu 40 %. Doch scheint man auch Silberfunde erhofft zu haben, denn im gleichen Jahr ist von dem zu "hoffenden guten Silberbergwerk" die Rede.
    • 1695, am 5. August, wird wie folgt berichtet: "... daß das Bergwerk, aus dem etwas Gold aufgebracht worden sei, die St. Bernhardzeche bei Kupferberg sei," aber "nicht das Bergwerk von Wallenfels."
    • 1695, am 22. August, wird dann weiter berichtet: "… denn schon bald darauf ist auf der St. Bernhardzeche bei Rodeck nun wieder von gemeinerem Erz die Rede; es schreibt nämlich die Kammer an den Fürsten, es sei der Hammermeister von Steinwiesen auf genannter Zeche gewesen, und habe daselbst 500-600 Centner Erz gefunden, davon der Ctr. 10 fl. (Gulden) Eisen 24 fl. Schwefel und 2 Loth Silber halte. Die Leute könnten indeß nicht weiter arbeiten, weil sie auf einen starken Felsen gestoßen seien, und keine Luftschächte anbringen könnten." Im Weiteren wird "von dem Rodecker (Kupferberger) Erz" berichtet und "von dem gewünschten Naylaer Erz könnten sie aber nichts schicken, denn Nayla sei ja kein Bamberger, sondern ein Brandenburger Bergwerk."

    Hinweis dazu: Die St. Bernhardzeche wird zum einen für den Ort Kupferberg, Wallenfels und Rodeck genannt. Eine St. Bernhardzeche für Kupferberg kann ich bis auf die hier genannte Ausnahme in der historischen Literatur nicht finden, ebenfalls ist keine bei Wallenfels zu finden und für Schwarzenbach am Wald-Rodeck wird eine St. Bernhardzeche des Öfteren genannt. Steinwiesen (der Hammermeister), Wallenfels und Kupferberg gehörten zum Bamberger Bereich und Rodeck zum Brandenburger. In allen Fällen gehe ich davon aus das die hier und in anderen Literaturquellen genannte St. Bernhardzeche in Rodeck gelegen hat und in der aufgeführten Literatur von 1857, 1858, 1922, 1924, 1927, 1936, 1940, 1953, 1960 und 1972, in dem Buch "Mineral-Fundstellen", Band 2, Seite 134, die St. Bernhardzeche, wenn diese in der Literatur erwähnt worden ist, NICHT in Kupferberg gelegen hat. Zu der genannten St. Bernhardzeche gibt es in der historischen Literatur noch eine weitere parallele und zwar werden die Gruben bei Schwarzenbach am Wald-Leupoldsberg (Ober- und Unterleupoldsberg (Leupoldsbach-Bachlauf)) zum Teil ebenfalls unter dem Bamberger Gebiet genannt und selbst der Weigand Bischof von Bamberg schreibt 1525 an die Räthe nach Bamberg, dass das Gebiet "fürstl. Bambergisch Lehen sey", was aber nicht den Tatsachen entspricht und diesbezüglich ist in der Literatur wie folgt ein Hinweis zu dem Fürsten zu finden: "... der Fürst nicht recht wußte, wie weit seine Bergwerke sich erstreckten." Sollte es eine St. Bernhardzeche bei Kupferberg gegeben haben, dann betrifft das meiner Meinung nach nur den Hinweis "aus dem etwas Gold aufgebracht worden sei".

    • 1696 in Betrieb. Besitzer Heinrich Dill.
    • 1741 verstarb Heinrich Dill in Döbra, der der letzte Bergmann auf der St. Bernhardszeche bei Rodeck war und "1/2 Tagwerk Wiesen im Türckhengrund" besessen hatte. Danach verfielen die beiden Häuser, weil der Betrieb sich nicht mehr lohnte. Die Schächte und Stollen stürzten ein. Nach langer Zeit sah man dort große Löcher im Erdboden. An das verlassene Bergwerk erinnern die Flurnamen Wäsch, Wäschgrund, Wäschweg, Wäschholz, das Stollenwieslein, das schwarze Stück, die Berglöcher, das tiefe Loch.
    • um 1914 wurde noch mal ein Schacht eingeteuft, der unvollendet blieb.
    • 1924 wird über den "alten Bergbau im Wäschholz (Grubenfeld Rauhenberg)" berichtet: "An den Rändern eines alten Tagebaus liegen Pingen von erheblicher Tiefe. Der Tagebau ist in der Richtung Südwest – Nordost gestreckt und hat seine größte Tiefe am südwestlichen Rande, wo er an einem hohen Steilrande endet".

    Hinweis dazu: Das es sich hier um einen alten Tagebau gehandelt hat stimmt mit der historischen Literatur nicht überein, da in dieser bereits die Rede davon ist, dass man "nach langer Zeit dort große Löcher im Erdboden sah" die von den "eingestürzten Schächten und Stollen" stammen.

Schwarzenbach am Wald-Schwarzenstein-Lemmersberg

  • St. Christophel (Cu) / (auch genannt: St. Christoph)

    • 1586 besichtigten der Bergmeister von der Thüringischen Steinenheide, der Bergbereiter Hans Vischer von Heidelberg mit dem Schmelzer Hain von Freyberg die Gebäu zu Goldkronach und Gruben an anderen Orten. Dazu zählte auch die Grube "St. Christophel zu Schwarzenbach am Lemmersberg."
    • 1587 gab der Bau am Lemmersberg bei Schwarzenbach Kupferkies zehn Pfund vom Zentner.
    • 1593 wurde die Grube von einer neu gegründeten Bergwerksgesellschaft, die 18 Gruben übernommen hatte, geführt. Der Fürst Markgraf Georg Friedrich hielt an diese Gewerkschaft 214 Kuxe. Die hier aufgeführte Grube wird unter "21) St. Christoph am Lemersberg", die "auf Kupfererzt" baute, genannt.
    • 1594 legten sich die "Ansbachischen Räthe, Aemter und Klöster in die neue Bergwerksgesellschaft, mit 6566 1/4 Gulden, die Baireutischen mit 1498 1/8 Gulden" ein.
  • Lemmerberg / (auch geschrieben: Lämmersberg, Lemmersberg)

    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt:"Schwarzenbach im Wald Lemmerberg/ Bricht ein schwartzer Marmor mit weisen Adern/ so schöne Marcasitten bey sich führet/ die sich polieren lassen."

Schwarzenbach am Wald-Poppengrün

  • unbekannte Grube (Fe)

    • 1715 befand sich eine Eisensteingrube, die in der Nähe von Kulmkalk baute, unbekannten Namens in Poppengrün, woran die Stollenwiese und der Stollenacker erinnern und wie folgt erwähnt wird: "Poppengrün, Reichardt Frankh hat 2 Tgw. geringe Wiesen am Stollen und Hannß Kirchner 2 Tgw. gering Feld und 2 Tgw. gute Wiesen am Stollen". Die Grube lag in einer sumpfigen Talwanne nordöstlich der Ortschaft Poppengrün und etwa 350 Meter südlich von Naila-Bärenhaus. Die Erze enthielten ungefähr 36% Eisen und 6% Mangan.
  • Leopold (Fe-Mn)

    • 1875 wird eine Eisensteingrube "Leopold" in der Markung Poppengrün genannt. Besitzer war: "Societe anonyme des mines et usines zu Hof-Pilsen-Schwarzenberg".
Bergbau in der Gemeinde Bernstein am Wald
Bergbau in der Gemeinde Bernstein am Wald

Übersichtskarte zum Bergbau bei Bernstein am Wald / Oberfranken. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer

Schwarzenbach am Wald-Leupoldsberg (Ober- und Unterleupoldsberg (Leupoldsbach-Bachlauf))

  • 1525 wird ein Ort Leipersdorf bey Schwarzenstein erwähnt und
  • 1536 nennt sich der Ort Leipoldsdorf, wo Bergbau wie folgt beschrieben wird:

    • 1525. Rosenberg am Mittwoch nach Affra.
    • Weigand Bischof von Bamberg schreibt an die Räthe nach Bamberg, sie sollten ihm eine Copej über das Bergwerksleben des Hannsen von Reitzenstein zu Leipersdorf bey Schwarzenstein, das fürstl. Bambergisch Lehen sey, zuschicken.

    Hinweis dazu: 1867/68 war dieses Schriftstück noch im Original erhalten geblieben.

    Hinweis zu Affra: Im Heiligenkalender der römisch-katholischen Kirche ist Afra der 7. August. Mittwoch 1525

nach Afra wäre dann der 12. August 1525 gewesen.

  • 1536 Sonntag Judika schreibt Christoph Henningk an den Fürstbischof Weigand von Bamberg, daß er auf seinen in der fürstlichen Kanzlei niedergelegten Muthzettel das Bergwerk zu Leipoldsdorf, in der Revier derer von Reitzenstein, gemuthet habe; daß aber sowohl diese, als auch der Markgraf Georg von Brandenburg, nochmal von ihm verlangen, er solle seinen Erlaubnisschein vorlegen; bittet daher den Fürsten, er möge ihm, resp. dem von Reitzenstein die Muthungserlaubnis nochmal zuschicken, damit er nicht aufgehalten, und später gehindert sei.

Hinweis zu Judika: Ist der dem Palmsonntag vorausgehende 5. Sonntag der Fastenzeit und wird nach seinem Introitus auch Judica genannt.

  • Gottesgab (Cu) / (auch genannt: Gottes Gabe, Gottesgabe)

    • 1536 wird ein "Kupferbergwerk im Leubelsbach bei Schwarzenbach am Wald" genannt.
    • 1557 Klage des Rupprecht von Sparnberg und Michael Peysel gegen die von Kotzau, wegen des Kupferbergwerks am Leupoldsbach, die Gottesgab. Grube in Betrieb.
    • 1558 baute mit "bescheideneren Hofnungen der Bergmeister Georg Graf einen Erbstollen in Leupoldsbach auf der Gottesgabe, bei Schwarzenbach am Wald, nach Kupfer, und trat das Werk den Kozauen (Altes Rittergeschlecht, ansässig im näheren Umkreis der Stadt Hof)) ab."

    Hinweis: Bergmeister Georg Graf arbeitete für das fürstliche Departement ab 1554 und bekam eine Besoldung von 100 Gulden im Monat. Nach seinem tödlichen Unfall, angeblich im o.g. Erbstollen, am 19. Febr. 1560, wurde "seine Witwe wegen zurückgelassener Schulden, besonders in die Knappschaftbüchse, scharf angeklagt." Ab 1561 wurde der aus Schneeberg stammende Christian Kuntzmann, Oberbergmeister zu Hof, Nachfolger von Georg Graf und erhilet ein monatliches Gehalt von 160 Gulden. Seine Art mit Menschen umzugehen wurde damals schon schriftlich festgehalten ... "daß er die Leute zu sehr mit schnautzigen Worten angefahren" hat. Er verstarb im Jahre 1569.

    • 1567-1583 "Kupfer-Bergwerk im Leubelsbach bei Schwarzenbach am Wald" in Betrieb.
    • zwischen 1549 und 1626 wird die Grube in "Rechnungen über Zechen und Gebäude des Kupferbergbaus im Leupoldsbach auf den Gütern der von Reitzensteinin" (ansässig in Issigau-Reitzenstein), vorher Adelsgeschlecht von Kotzau (ansässig im näheren Umkreis der Stadt Hof), genannt.
    • 1591 gab der Bau blos noch etwas Kies zum Schmelzen.
    • 1756 in Betrieb.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Brauner drusigter Eisenstein nit vielem Eisenocker. 2. Brauner Eisenstein, auf welchem eine kleinknospigte Glaskopfschale liegt.
  • Gnade Gottes (Cu)

    • zwischen 1549 und 1626 wird die Grube in "Rechnungen über Zechen und Gebäude des Kupferbergbaus im Leupoldsbach auf den Gütern der von Reitzensteinin" (ansässig in Issigau-Reitzenstein), vorher Adelsgeschlecht von Kotzau (ansässig im näheren Umkreis der Stadt Hof), genannt.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner, drußigter Eisenstein mit etwas Eisenrahm und tropffsteinartigen schwarzen Glaskopff.
  • St. Lorenz (Cu)

    • zwischen 1549 und 1626 wird die Grube in "Rechnungen über Zechen und Gebäude des Kupferbergbaus im Leupoldsbach auf den Gütern der von Reitzensteinin" (ansässig in Issigau-Reitzenstein), vorher Adelsgeschlecht von Kotzau (ansässig im näheren Umkreis der Stadt Hof), genannt.
  • St. Daniel in der Löwengrube (Cu)

    • zwischen 1549 und 1626 wird die Grube in "Rechnungen über Zechen und Gebäude des Kupferbergbaus im Leupoldsbach auf den Gütern der von Reitzensteinin" (ansässig in Issigau-Reitzenstein), vorher Adelsgeschlecht von Kotzau (ansässig im näheren Umkreis der Stadt Hof), genannt.
  • Kieß-Zeche (Cu)

    • zwischen 1549 und 1626 wird die Grube in "Rechnungen über Zechen und Gebäude des Kupferbergbaus im Leupoldsbach auf den Gütern der von Reitzensteinin" (ansässig in Issigau-Reitzenstein), vorher Adelsgeschlecht von Kotzau (ansässig im näheren Umkreis der Stadt Hof), genannt.
  • Kupfer-Zeche (Cu)

    • zwischen 1549 und 1626 wird die Grube in "Rechnungen über Zechen und Gebäude des Kupferbergbaus im Leupoldsbach auf den Gütern der von Reitzensteinin" (ansässig in Issigau-Reitzenstein), vorher Adelsgeschlecht von Kotzau (ansässig im näheren Umkreis der Stadt Hof), genannt.

Schwarzenbach am Wald-Schmölz

(ehemals: Untere Schmölz, später Unterschmölz)

  • In Schmölz wurde ehemals das Erz der umliegenden Gruben verhüttet.
  • Katzenschwanz (Fe-Cu-Pb-Zn)

    • Erbstollen, diente der Belüftung und Entwässerung
    • 1677 wird als Betriebsort der "Leibelsbach" genannt. Im Besitz von Gewerken aus Wiesenthal in Sachsen.
  • Siebenstern (Fe-Cu-Pb-Zn)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Siben Stern unter Bernstein.", verliehen.
    • 1691 in Betrieb. Grube förderte Bleiglanz, Kupfererz, und Siderit. Im Haldenmaterial findet sich Quarz, Bleiglanz, Baryt, Zinkblende, Pyrit und Kupferkies.
    • 1695 baute die Grube "Siebenstern" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • 1718 wie folgt erwähnt und in Betrieb: Nachfolgende Bergwerks-Zechen wurden "/ von Privatis und dergleichen Gewerkschaftern gebauet worden/ worüber zu merken/ daß diejenigen Zechen/ welche mit + signiret/ noch Ertrag erfordern/ wo $ (Zeichen hier durch mich geändert) zu finden/ sich selbst verlegen/ und wo # stehet/ Überschuß geben" – "In der Naylauer Berg-Amtes Refier": + Siebenstern/am Leipoldsbach unter Bärnstein.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes grünbeschlagenes Kupfererz in weissem Flusse."

    Hinweis: Für beide oben genannten Gruben wird als Betriebsort der "Unterschmölz" angegeben.

Schwarzenbach am Wald-Bernstein am Wald

  • War ein, dem Geschlecht von Reitzenstein gehöriges Rittergut. 1752 kam der Ort zum Hause Brandenburg-Bayreuth. Im Juli 1791 bestand der Ort aus 29 Häuser.
  • Ochsenfall (Kieselschiefer)

    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe "von Ochsenfall bei Bernstein" angeboten: "unter II. Größeres Cabinet. Erste Classe. Erdige Fossilien: A. Kieselgeschlecht.", Seite 49, Nr. 158, lydischer schwarzer Kieselschiefer.
  • Prüfmers Glück (Fe-Mn)
  • Preußnerszeche (Fe)

    • um 1817 "bauet nur noch die Preußnerszeche am westlichen Abhang des Preußnershügels."
  • Treue Landesmutter Caroline Friederike (Fe-Pb-Zn) / (auch genannt: Treue Landesmutter Friderika Carolina)

    • 1771 wurde der Stollen offenbar auf dem viel älteren Stollen der Grube Preißner-Preußler & Consorten (siehe unten) errichtet und diente der Entwässerung des Bergwerkes. Nach 15 Meter vom Stollenmundloch zweigt ein Seitengang ab. Ob dieser zur Grube Hischsteinzeche führte kann nicht nachweislich erkundet werden. Abgebaut wurden Eisenerz, Blei und Zink.
    • vor 1782 "bey Bernstein" in Betrieb.
  • Preißner-Preußler & Consorten (Pb-Zn)

    • vor 1671 in Betrieb.

Schwarzenbach am Wald-Bernstein am Wald-Hirschstein

  • Hirschsteinzeche (Cu-Pb-Zn) / (auch genannt: Hirschstein, Stollen Hirschstein, Rollnhirsch, Rollnhirsch-Grube)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Hirschstein unter Bernstein.", verliehen.
    • um 1730 bis 1732/33 in Betrieb. Baute auf "einen Stunde 11 streichenden Gang (165 Grad), der Kupferkies, silberhaltigen Bleiglanz und Zinkblende in gelbem Mulm führte".

    Hinweis: Der steil aufragende Hirschstein, 500 Meter westlich von Bernstein am Wald gelegen, wurde im Sprachgebrauch, im 17. Jahrhundert, auch Rollnhirsch im Wilden Rodachtal genannt und die Grube nannte sich dann Rollnhirsch-Grube.

    • um 1733/34 wird die Grube in Fristen erhalten.
    • 1735 wird die Grube wie folgt erwähnt: Die "Grube Hirschstein, unter Bernstein, wird von einer hochlöblichen Berg-Societe auf Kupfer gebaut", welches "etliche Quartale her" ist und jetzt "aber nur in Fristen erhalten".
    • 1735 bis 1739 in Fristen.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Stahlderbes messingfarbenes Kupfererz mit Farben und wenig weissem Quarze." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • 1771 bis 1776 erneut in Betrieb.
    • vor 1782 in Betrieb.
  • unbekannte Grube (Mn)

    • Im Südteil des Diabasbruches am Galgenberg liegt ein kurzer Untersuchungsstollen der vermutlich auf Mangan aufgefahren worden ist.

Schwarzenbach am Wald-Bernstein am Wald-Hühnergrund

  • Der Name stammt von Hühnern, die auf einem Einzelgehöft in dem Tal gehalten worden sind.
  • Morgenstern (Fe)

    • Die Grube lag im Hühnergrund, einem Seitental der Wilden Rodach und baute teils in devonischen, teils in kulmischen Schiefer und trat an der Grenze von Kalk und Schiefer auf.
    • Gümbel erwähnt hier eine "alte Eisenerzgrube. Die Spuren des früheren Bergbaus sind noch deutlich zu sehen in der unmittelbaren Nachbarschaft devonischer Schiefer und Kalke. In ersteren zeigen sich in Hohlwegen in der Nähe des alten Bergbaues an mehreren Stellen kleinere Putzen und Nester von schaligem Brauneisenerz, als Umwandlung der Schiefer."
  • unbekannte Grube (Cu-Zn)

    • 1924 wird über die alte Eisensteinzeche Morgenstern im Hühnergrund berichtet, wo man unterhalb der Zeche auf "alte Schürfe, die auf einem Kupferkies und Zinkblende führenden Quarzgang angesetzt waren, trifft.

    Hinweis dazu: Bei den Schürfen auf Kupferkies und Zinkblende handelt es sich nicht um die Grube Morgenstern, sondern um eine unbekannte Grube, da die Grube Morgenstern Brauneisenerz abbaute.

  • Preißners Glück (Fe)

    • Betriebsort war "im Burgstall". Die Grube verdankt vermutlich der Konzentration durch Verwitterungslösungen seine Entstehung.

    Hinweis: Die Grube Preißners Glück wird in der Literatur auch fälschlicherweise Reißners Glück genannt.

Schwarzenbach am Wald-Bernstein am Wald-Thiemitz

  • Der Großvatergang liegt im Forst Schwarzenbach am Wald und ist gemeindefreies Gebiet. Der Name Großvater stammt von einer riesigen Weißtanne die hier gestanden hat und war bis 1918 der höchste Baum des Frankenwaldes, von der leider nichts mehr zu sehen ist.
  • Gluthen Fundgrube (Fe)

    • 1681 wie folgt genannt: "Ufn Großvater ein Eisen-Gang, 10‘ (Fuß) mächtig, streicht neben den Gluthen Fdg. (Fundgrube) vorbey, und nimmt den getriebenen Stollen das Wasser weg."
  • Großvater (Fe) / (auch genannt: Groß-Vater, Großvatter)

    • 1695 baute die Grube "Groß-Vater" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.

    Hinweis zu dem Namen der Grube "Groß-Vater ": Die Grube wird 1716 in der Literatur, nach einer Abschrift, "Groß-Vater" geschrieben, im Ursprungs- Originaltext des damals Hochfürstlich Brandenburg-Bayreutischen Pfarrers M.J.M. Großen, von 1703, aber "Großvatter".

    • vor 1782, 1782, 1795/96 in Betreib, als Betriebsort wird im "Görlaßer Forst bey der Thiemitz" bzw. "im Görlasser Forst onweit der Thiemitz" genannt.
    • 1813-1819 Eisensteinzeche Großvater bei Thiemitz, Gemeinde Bernstein am Wald, in Betrieb.
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe "v.d.hohen Tanne bei Schwarzenbach am Wald" angeboten: "unter II. Größeres Cabinet. Erste Classe. Erdige Fossilien: A. Kieselgeschlecht.", Seite 49, Nr. 159, Kieselschiefer Breccia.

    Hinweis dazu: Die o.g. Stufe "v.d.hohen Tanne" stammt vermutlich aus dem Großvatergang, da die riesige Weißtanne "Großvater" ein Begriff war.

  • Untersuchungsbetrieb Großvatergang

    Das gangförmige Eisenerzvorkommen, mit den Grubenfeldern Großvater I mit III und V setzt in kulmischen Schichten auf, welche in der Hauptsache aus dunklen Tonschiefern, Quarziten und rotgefärbten Sandsteinen besteht. Der Erzträger ist eine auf circa 2 Kilometer verfolgbare Gangspalte, welche die Schichten mit herzynischer Streichrichtung, Nord 65 Grad West, durchkreuzt.

    Das Vorkommen liegt in dem zwischen den beiden tief eingeschnittenen Tälern des Thiemitz- und Lamitzbaches nach Südwesten sich hinziehenden, langgestreckten Höhenrücken, der an der Stelle, an der die Gangspalte die Scheitellinie schneidet, eine Höhe von 700 Meter hat. Der Höhenunterschied gegen den Lamitzgrund beträgt rund 200 Meter.

    In den 1920iger Jahren wurde dieses Gangvorkommen durch verschiedene Schurfschächtchen und drei Stollen aufgeschlossen. Die Schurfschächtchen waren auf der Höhe des Bergrückens in einem Pingengebiet angesetzt, das sich den Südhang des Bergrückens hinab auf circa 150 Meter fortsetzt. Mit den Schurfschächtchen wurde die Gangspalte in geringer Tiefe mit einer durch Quarzeinschlüsse verunreinigten Brauneisenerzführung, im Mittel 40 Zentimeter mächtig, angetroffen. Das Nebengestein war ein tonig zersetzter, gebleichter sandiger Schiefer.

    Für die weiteren Untersuchungen wurde ein alter Stollen wiedergewältigt, der am Südhang des Berges vorhanden war und ab Stollenmundloch eine Länge von 100 Meter aufwies. In dem Stollen wurde eine 40 Zentimeter mächtige Gangfüllung aus kieseligem Brauneisenerz vorgefunden, die, nachdem der alte Stollen um weitere 30 Meter aufgefahren worden ist, auf eine Mächtigkeit des Brauneisens auf bis zu 1,80 Meter zunahm. Das Brauneisen war derb, teils kieselig und mulmig beschaffen und an den Salbändern mit starker Mangananreicherung. Das Einfallen betrug 70 bis 80 Grad nach Süden. Vor Ort, also nach 130 Meter, löste sich die Gangführung in einzelne schwächere Schnüre und Nester in einer lettig zersetzten, verockerten Gangmasse auf.

    Der zweite Stollen wurde auf der Nordseite des Berghanges querschlägig auf die Richtung der Gangspalte aufgefahren. Der Stollen traf bereits nach 2 Meter Auffahrung die 1 Meter breite Gangspalte mit senkrechtem Einfallen an, dann ergab sich eine wechselnde Ausfüllung der Spalte mit Nestern und Schnüren von manganhaltigem Ocker bzw. von kieseligem Brauneisenerz mit Manganmulm. Bei 35 Meter Stollenlänge wurde ein 30 Zentimeter mächtiger Quarzgang angetroffen, der teilweise krustenförmige Vererzung mit Brauneisen zeigte, worauf sich die Gangspalte zwischen 36 und 42 Meter verdrückte. Dahinter wurden stärkere Vererzungen mit derben Nestern von manganhaltigem Brauneisenerz angetroffen, der bei 51 Meter auf eine geschlossene Mächtigkeit von 1 Meter zunahm und dabei teils derb, teils kieselig oder mulmig war und nach wenigen Metern wieder in einzelne Nester auflöste.

    Die durch diese Aufschlußarbeiten festgestellte Ausbildung des Ganges gab Anlaß dazu einen weiteren, tiefen Stollen auf der Nordseite unter dem Scheitel des Bergrückens, in einer tief eingeschnittenen Erosionsrinne, der 95 Meter Höhe einbrachte, aufzufahren. Der Stollen wurde auf eine Länge von 340 Meter aufgefahren. Bei 85 zeigte sich ein 10 Zentimeter schmales Gangtrum am Hangenden Salband mit derben Schwefel- und Kupferkies und mit Quarz als Gangart. Bei 96 Meter Stollenlänge ist der Gang durch eine Querstörung, welche bei Nordost-Streichen steil nach Süden einfällt, um 10 Meter ins Liegende verworfen. … In der weiteren Auffahrung wechselten Quarzfüllung mit kleinen Nestern von Schwefel- und Kupferkies und Gangverdrückung mit lettiger Spaltenausfüllung mehrmals ab. Je mehr man sich mit der Stollenauffahrung der Scheitellinie des Berges näherte, desto mehr zeigte sich wieder eine Verockerung und Vererzung der quarzigen Gangmasse. Ab 310 Meter wurde das Erz in derben größeren Partien im Quarz und im Nebengestein angetroffen um sich dann wieder zu verdrücken, wobei der Vortrieb daraufhin eingestellt wurde.

    Die Gangspalte setzt in nordwestlicher Richtung über den Schloßberg und durch den Lamitzgrund in den dieses Tal nördlich begrenzenden Höhenzug fort und ist hier am Südabfall neben dem Silberrangen durch einen alten Bergbau nachgewiesen.

    Das Brauneisenerz der Grube Großvater ist teils mulmig, teils kieselig und derb. Letzteres hat vielfach traubige, getropfte und stalaktitische Glaskopfform und zeigt selbst in den dichtesten Stücken immer kleine zellige Hohlräume, deren Wände mit trauben- und nierenförmigen Glaskopfkrusten überzogen sind.

Eisenerzlagerstätte am Großvater bei Thiemitz
Eisenerzlagerstätte am Großvater bei Thiemitz

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Schwarzenbach am Wald/Thiemitz. Übersichtskarte zum Bergbau am Großvater. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken....

woelsendorfer

Schwarzenbach am Wald-Grubenberg

  • unbekannte Grube (Fe-Mn)

    • 1695 baute die Grube in "Grubenberg" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb. Der Name der Grube wird in den alten Aufzeichnungen nicht genannt, nur eine Grube in Grubenberg.
    • 1922 wird ein Mangangehalt von 17 % und 27 % Eisen genannt.
    • 1924 wird wie folgt berichtet: "Bei Grubenberg liegt ein metasomatisches Brauneisenerzlager. Das Erz liegt unregelmäßig stockförmig in zersetztem Tonschiefer als eine ziemlich geschlossene, gering ausgedehnte, nur wenig durch Ton verunreinigte schalige Konzentration".

Schwarzenbach am Wald-Räumlas

  • unbekannte Grube (Fe-Mn)

    • Die Grube lag "250 Meter nördlich vom Dorfe Räumlas in einer in devonischen Schiefer auftretenden Einlagerung von dichten Kalken, welche am oberen Rande des hohen südlichen Steilhanges des Thiemitzgrundes zutage treten; es besteht aus Manganmulm. Das mulmige Erz liegt in Auswaschungshohlräumen des Kalkes und ist verunreinigt durch Kalkgruss". Der Mangangehalt bei dieser Grube betragt 27 bis 42 % bei nur 3 bis 7 % Eisen.

Schwarzenbach am Wald-Sorg

  • unbekannte Grube (Fe)

    • hierbei handelt es sich vermutlich um die Alte Glückszeche die in späteren Jahren noch mal gemutet und verliehen wurde.
    • 1695 baute die Grube in "Sorg" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb. Der Name der Grube wird in den alten Aufzeichnungen nicht genannt, nur eine Grube in Sorg.
  • Alte Glückszeche (Fe)

    • 1867 wird die Eisensteingrube Alte Glückszeche bei Sorg, im Bezirksamt Naila, im Regierungsbezirk Oberfranken, Bergrevier Steben, I Revier-Abteilung Steben, genannt, die gegenwärtig auflässig, in Fristen (Grube die zeitweise außer Betrieb war) gehalten oder auf geringe Erzgewinnung beschränkt ist, weil fast jeder Absatz des Erzes fehlt.

Einige Clymenien und Goniatiten aus dem Übergangs-Kalk des Fichtelgebirges, 1843

Clymenien und Goniatiten
Clymenien und Goniatiten

Clymenien und Goniatiten aus dem Übergangs-Kalk des Fichtelgebirges, 1843. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer

Beschreibung der oben abgebildeten Arten durch Georg Graf zu Münster:

Clymenien

I. Clymenien

deren Loben schwach gebogen und abgerundet sind.

Clymenia angustiseptata (Abbildung oben links)

Schwarzenbach am Wald - Schübelhammer
wo sie sehr selten vorkommt. Die Schale hat sehr schwache wellenförmige Streifen, die Gestalt ist mehr discoid als rund, zusammengedrückt, so daß die Seiten mehr flach als gewölbt erscheinen. Die sämmtlichen 5 Windungen sind zwar sichtbar, allein von den 4 innern Windungen bleiben drei Viertheile involut, so daß nur ein Viertheil sichtbar ist.

<brDie Kammern sind so eng bei einander, daß wenigstens 30 bis 36 auf eine Windung kommen.
Der Dorsal - Sattel bildet einen sehr schwachen Bogen; an den Seiten sind die Loben so wenig gesenkt, daß sie fast flach erscheinen und sich gegen den Bauch wenig erheben.

II. Clymenien

mit einfachen, spitzen Lateral - Loben und abgerundeten Sätteln.

Clymenia inaequistriata (Abbildung oben Mitte)

Schwarzenbach am Wald – Schübelhammer
Sie ist von Leopold von Buch in seiner neuesten Abhandlung über Ammoniten und Goniatiten Berlin 1832. pag. 46. Tab. II. fig. 10. 12. als Ammonites inaequistriatus beschrieben und abgebildet worden, zu welcher Benennung ich selbst die Veranlassung gegeben haben mag, da ich sie früher Goniatites inaequistriatus genannt hatte und erst seit kurzem durch Auffindung von Exemplaren mit deutlichem Ventral - Sipho und Dorsal - Sattel mich überzeugt habe, daß es eine Clymenia ist.


Sie wird 3 bis 3 1/2 Zoll groß, und hat auf den Seiten schwache wellenförmige Falten, zwischen welchen 2 bis 3 sehr feine Streifen sichtbar sind. Der flache Rücken ist an den beiden eckigen Seiten durch linienförmige Streifen begrenzt, zwischen welchen die Streifen sich tief bogenförmig rückwärts biegen. Sie ist discoid, wenig involut und hat in vollständigen Exemplaren 6 ziemlich schnell abnehmende Windungen, von welchen wie bei den vorhergehenden Arten fünf Viertel bis anderthalb Umgänge leer sind, dann folgen 15 bis 16 Kammern in jeder Windung.
Die Lappen der Mundöffnung und der Ventral - Sipho sind wie bei Clymenia undulata. Der Dorsal - Sattel ist eben so breit und wenig höher. Der Lateral - Lobus ist spitzer und senkt sich tiefer abwärts, weshalb auch der Ventral- Schenkel steiler aufwärts steigt.

Clymenia semistriata (Abbildung in der Mitte)

Wurde früher für einen Goniatiten gehalten und ist noch von Leopold von Buch I. c. als Ammonites semistriatus aufgeführt. Er kommt von Schübelhammer; ist aber eigentlich nur der Steinkem der vorhergehenden beiden Varietäten, nämlich Clymenia costellata und Clymenia striata. Sobald nämlich die Schale fehlt, so zeigen sich auf den Seiten stark gebogene Furchen, welche wahrscheinlich Wachsthum - Zeichen sind, und nur über dem Rücken Streifen, nie aber auf den Seiten, weshalb ich sie früher Goniatites semistriatus genannt hatte.

Goniatiten

I. Goniatiten

mit einfachen, schwach gebogenen und abgerundeten Loben.

Goniatites hybridus (Abbildung unten links)

Geroldsgrün - Gerlas - aus dem hellrothen Marmorbruch am Hurtigwagen
Ich habe bisher nur ein beschädigtes Exemplar dieses eigentümlichen Goniatiten erhalten können, an welchen jedoch die charackteristischen Eigenschaften so deutlich und von den übrigen bekannten Arten so abweichend sind, daß ich keinen Anstand nehmen konnte, ihn als besondere Art aufzuführen; obgleich ich zweifelhaft bin, ob er zu der ersten oder zu der zweiten Abtheilung gehört, da er die Loben beider Abtheilungen in sich vereinigt. Er ist völlig involut, von sehr elliptischer Form, wenigstens um ein Drittheil länger als breit. Es lassen sich 5 Windungen erkennen, von welchen die äußeren 1 ½ ohne Kammern sind, die folgenden haben enge Kammerwände, gegen 30 auf einem der innern Umgänge. Bei diesen ist der sich an dem Sipho herabsenkende Dorsal - Lobus becherförmig, etwa 2 mal so tief als breit. Der abgerundete Dorsal - Sattel ist wenig breiter als die Weite des Dorsal - Lobus beträgt, dann biegt sich die Kammerwand abwärts gegen die Axe und bildet einen weit ausgedehnten sehr flachen Bogen, so daß es unmöglich wird, weder einen obern und untern Lateral- noch einen Ventral - Lobus daran zu erkennen. Auf der äußersten ersten gekammerten Windung dagegen erkennt man deutlich einen sehr tiefen trichterförmig zugespitzten Lateral - Lobus. An dem vorliegenden Exemplar ist jedoch diese Windung so beschädigt, daß weder der Dorsal - Lobus und Sattel, noch der Ventral - Schenkel des Laterals zu sehen ist.

II. Goniatiten

mit spitzen oder zungenförmigen Loben.

b) ganz eingewickelt, mit zwei Lateral – Loben.

Goniatitcs Münsteri (Abbildung oben rechts)

Schwarzenbach am Wald – Schübelhammer
Wo er äußerst selten vorkommt. Seine Schale ist ganz glatt und dick. Dieser Goniatit ist gänzlich involut, er hat einen trichterförmigen Nabel, der aber so eng wird, daß man von den innern Windungen gar nichts bemerkt, seine Gestalt nähert sich der Kugelform und ist von beiden Seiten zusammengedrückt. Vollständige und ausgewachsene Exemplare haben 3 bis 4 Zoll Durchmesser.
Der Dorsal - Lobus ist oben, so wie die beiden Seiten - Loben zangenförmig, eng, mehr als doppelt so tief wie breit und erreicht etwas mehr als drei Viertheil der Tiefe des oberen Laterals. Der Dorsal - Sattel ist etwas breiter und oben abgerundet. Der zungenförmige obere Lateral ist breiter und tiefer als der Dorsal. Der Lateral - Sattel ist ein wenig höher und breiter wie der Dorsal - Sattel und wie dieser oben abgerundet. Der untere Lateral senkt sich etwas tiefer als der obere Lateral in der Mitte der Seite herunter, sein Ventral - Schenkel ziehet sich dann in einem abgerundeten Bogen über die halbe Seite weg bis zur Sutur mit sanftem Abfall gegen das Innere.
Die Zahl der Umgänge ist bei dem vorliegenden Exemplar nicht zu erkennen. Die Kammerwände stehen so weit auseinander, daß höchstens 9 bis 10 auf eine Windung kommen können.

c) nicht eingewickelt mit drei Lateral - Loben.

Goniatites subarmatus (Abbildung unten rechts)

Schwarzenbach am Wald – Schübelhammer
Dieser 6 Zoll große, ausgezeichnete und seltene Goniatit ist fast discoid, gar nicht involut, hat 8 bis 9 langsam in die Höhe wachsende Windungen, von welchen die gekammerten Umgänge wenigstens 20 bis 25 Wände haben. Die äußere leere Windung ist fast glatt und hat nur schwache Andeutungen von Rippen oder Knoten, welche in der folgenden schon deutlicher werden; die innern haben 24 bis 28 starke, jedoch ungleiche, faltige Rippen im Umfange einer Windung und zwischen ihnen feine Streifen in gleicher Richtung. Die Rippen sind sehr unregelmäßig, mit größeren und kleineren Knoten oder Stacheln besetzt. Der eng trichterförmige Dorsal - Lobus ist dreimal so tief als breit und über doppelt so tief als der erste Lateral - Lobus.
Der spitze Dorsal - Sattel ist so breit als hoch, sein Lateral - Schenkel halb so hoch als der Dorsal - Schenkel. Der erste trichterförmige Lateral - Lobus ist sehr kurz, viel breiter als tief, seine Spitze fällt auf den äußern Rücken - Rand der Windung, sein Lateral - Schenkel ist höher als der Dorsal - Schenkel. Der erste Lateral - Sattel ist spitz und höher wie der zweite und der Dorsal - Sattel.
Am größten ist der lange, schmale, fast trichterförmige zweite Lateral - Lobus, der sich noch tiefer als der Dorsal - Lobus herabsenkt und 3 mal so tief wie der erste Lateral ist. Die beiden Schenkel sind zuweilen etwas ausgebogen. Der zweite Lateral ist schmal und spitz, sein Ventral - Schenkel nur halb so hoch als der Dorsal - Schenkel. Der dritte Lateral - Lobus ist trichterförmig, doppelt so tief als der erste, aber nur halb so tief als der zweite Lateral.

III. Zweifelhafte Arten

Goniatites annulatus) (Abbildung unten Mitte)

Regnitzlosau – aus dem schwarzgrauen Kalk unfern Hof
Das vorliegende Exemplar ist sehr klein, es fehlt die ungekammerte Windung und doch sind 6 bis 7 langsam in die Höhe wachsende Umgänge sichtbar, welche aber im Innern in Kalkspath verwandelt sind, wodurch die Wände und Septa unkenntlich geworden sind. Auf jeder Windung sind 24 bis 26 ringförmig erhöhte Rippen mit 3 bis 4 schwächern Streifen. Er ist discoid und gar nicht involut, die Seiten und der Rücken sind kreisförmig abgerundet.


Goniatites annulatus, neuerdings nun Clymenia annulata, Nr. 27. des ersten Heftes der Petrefactenkunde.

Hinweis zu den Personen:

  • Georg Graf zu Münster (17. Februar 1776, Gut Langelage/Bohmte - 23. Dezember 1844, Bayreuth) war ein Pionier der Paläontologie.
  • Christian Leopold von Buch (26. April 1774, Stolpe/Oder - 04. März 1853, Berlin) war im 19. Jahrhundert ein berühmter Geologe.


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