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Bohdanowicz, Karol

Karol Bohdanowicz ( + 29. November 1864 in Lucynia, gest. 5. Juni 1947 Warschau) war ein russisch-polnischer Geologe und Bergbauingenieur.

Er absolvierte 1881 das Militärgymnasium in Nischni Nowgorod (Russland) und im Juni 1886 die Bergbauabteilung des Bergbauinstituts in St. Petersburg mit dem Titel Bergbauingenieur. Während seines Studiums nahm er 1885 an der geologischen Expedition des russischen Geologen T. Czernyszew am Ural teil. Hier muß man wissen, daß zu dieser Zeit der O Teil Polens zu Russland gehörte und sich einige Menschen in diese Richtung orientierten.

Er arbeitete nach seinem Abschluss als Geologe beim Bau der Kaspischen und Zephyasianischen Eisenbahn. Seine Aufgabe war es, den Untergrund für die Bauarbeiten zu begutachten. Ebenso nach Kohle-Vorkommen an der Eisenbahnlinie für die damaligen Lokomotiven zu suchen. Ebenfalls beim Bahnbau untersuchte er die Ablagerungen von Türkis und Kupfer in der Nähe von Nishapur, 1888 die Mineralwässer im alten Russland (Nowgorodzka Governorate).

In den Jahren 1889-1890 nahm er als Geologe an der Expedition der Russischen Geologischen Gesellschaft unter der Leitung von Oberst M. Piewcowa nach Tibet und dem Berggebiet von Kunlun teil. Er studierte insbesondere das Gold- und Jadefeld. Er besuchte Deutschland, Österreich, Belgien, Schweiz zu Studienzwecken. In den Folgejahren war er bei der Exploration verschiedener Lagerstätten in Russland tätig. Im Zusammenhang mit seinen Interessen unternahm er kurze Reisen nach Java und Kalifornien, um sich mit modernen Geräten und Methoden der Ölförderung vertraut zu machen. Später arbeitete er aufgrund seiner Bergbauerfahrung aus dem Kaukasus als Experte bei der Ermittlung von Ölvorkommen in vielen Ländern der Welt. Im Juli 1919 kehrte er nach Polen zurück, welches gerade unabhängig geworden war. In Warschau übernahm er die Leitung des Nobel- Erdölvertreters der Nobelbrüder (Nobel Standard). In dieser Funktion arbeitete er bis 1938.

In Anerkennung seiner Leistungen auf dem Gebiet der geographischen Entdeckungen wurde er 1895 zum Ehrenmitglied der Niederländischen Geographischen Gesellschaft ernannt. 1900 erhielt er auf der Weltausstellung in Paris eine Goldmedaille für topographische und geologische Karten der Meere des Ochotskischen Meers. 1902 erhielt er die Konstantinowski- Goldmedaille der Russischen Geographischen Gesellschaft.

Im April 1938 wurde er zum Direktor des Polnischen Geologischen Instituts ernannt und blieb dort bis zu seinem Tod am 5. Juni 1947. Er hatte den Posten des 1. Vorsitzenden der Polnischen Geologischen Gesellschaft, der Polnischen Geographischen Gesellschaft, des Vizepräsidenten der Societé Géologique de France inne, er war ordentliches Mitglied der Polnischen Akademie für Lernen, der Akademie für Technische Wissenschaften und der Warschauer Wissenschaftlichen Gesellschaft.


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