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Ouro Preto

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Brasilien / Südosten (Região Sudeste) / Minas Gerais / Ouro Preto

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Ca. 70 km SO von Belo Horizonte.

Geo­lo­gie

Grundgesteine Granite, Granodiorite und metamorphe Gneise. Präkambrische Metasedimente, mafische und ultramafische Intrusionen. Berühmt durch reiche Goldfunde im 17./18. Jhd. Dann wurden hier Imperial-Topase gefunden.

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=80
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Verkürzte Pfadangabe

Ouro Preto, Minas Gerais, Südosten, BR
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Lage und Geschichte

Gebiet Januaria; W der Serra da Moeda.

Ouro Preto bedeutet "Schwarzes Gold". Die Stadt wurde 1711 als "Vila Rica" (reiche Stadt) gegründet, 1823 in Ouro Preto umbenannt. Im 18.Jh. die größte und reichste Stadt der Neuen Welt. Historisches Bergbaugebiet im näheren Umkreis der Stadt, Hauptabbau von Eisen, Mangan und Gold. Mit dem Gold von Ouro Preto wurde die industrielle Revolution in England finanziert. Die Goldvorkommen waren gegen Ende des 19.Jh. erschöpft.

Ebenfalls historisches Vorkommen von "Imperial-Topas". Ouro Preto war im 18.Jh. das weltwichtigste Goldvorkommen; heute lebt die Stadt wesentlich vom Tourismus und von den Eisenerz-Bergbauaktivitäten.


Geologie und Lagerstätten

Grundgesteine Granite, Granodiorite und metamorphe Gneise. Präkambrische Metasedimente, mafische und ultramafische Intrusionen. Das "Quadrilateralo Ferrifero" (Eisen-Dreieck) ist eines der proterozoisch wichtigsten in Brasilien.


Bekannte Mineralvorkommen

  • Topas

    Die historischen Abbaugebiete liegen ca. 23 km entfernt von Ouro Preto. Die Topase treten in Karbonaten der Piracicaba-Gruppe (Minas Supergroup) auf; meist in Gängen sowie kleinen Linsen, welche mit Kaolin und gealtertem Karbonat gefüllt sind (von den Garimpeiros als "braune Terrena" bezeichnet). Die Entstehung der Topase ist assoziiert mit pneumatolytisch-hydrothermalen Aktivitäten während der Kreidezeit.

    Die "Imperial-Topas"-Grube bei Capao do Lana in Rodrigo Silva ist Hauptproduzent dieses als Edelstein vermarkteten Minerals. Der goldbraune bis sherryfarbene Topas kommt in schmalen Gängen und Linsen in einem extrem gealterten, dolomitischen Gestein vor, die Bildung geschah pneumatolytisch-hydrothermal.

    Oraangefarbene Topase bis 6 cm Länge wurden von der Grube Saramenha beschrieben. Als Seltenheit wird ein zweifarbiger Kristall - dunkelorange und violett - erwähnt.

  • Topas-Aquamarin-Feldspat-Mikroklin (Amazonit)

    Im Generosa-Pegmatit, 23 km von Sabinópolis, einem der größten Pegmatitkörper der Region. Hier wird u.a. Feldspat für die Keramikindustrie abgebaut. Blauer Topas, Aquamarin und große Amazonit-Kristalle werden für Sammlerzwecke geborgen. Die Pegmatite schneiden proterozoische, alkaline Granite auf einem Grundgebirge arachaischer Gneise.

  • Alexandrit

    In den Liberdade und Derrubada-Flussbetten, Landkreis Antonio Dias, nahe Itabira. Die Alexandrite treten in Kiesen und Geröllen auf, welche aus metaultramafischen Schiefern stammen, die von pegmatitischen Lösungen durchtränkt wurden. Die ersten spektakulären Funde gelangen 1982.

    Alexandrit wird kommerziell in der alluvialen Itaitinga-Lagerstätte abgebaut, pro Tag werden ca. 15 g des seltenen Minerals gefördert.

  • Smaragd

    Piteira und Belmont-Gruben und das Capoeirana "Garimpo"-Gebiet (ca. 30 km von Itabira). Die Smaragd-Lagerstätten wurden durch eine Interaktion beryllführender pegmatitischer Körper und entweder einem Grünstein-Gürtel oder vulkano-sedimentären ultramafischen, metamorphisierten Sequenzen gebildet, welche metasomatisch zu Biotit-Phlogopit-Schiefern oder Biotititen verändert wurden.

  • Diamant

    Bei Diamantina (gut erhaltene historische koloniale Stadt), in deren Nähe im 18. und 19.Jh. das weltgrößte Diamantenrevier war. Diamanten wurden erstmalig 1714 gefunden; danach blieb das Revier fast 150 Jahre lang eines der wichtigsten Vorkommen. Der Abbau geschah i.d.R. durch unabhängige Bergleute (sog. Garimpeiros). Die Diamanten kommen in Metakonglomeraten und Metabrekzien entlang der Serra do Espinhaco vor (alluviale, colluviale und elluviale Lagerstätten). Nahe die Stadt Serro, eine koloniale Stadt, welche während des Diamanten-Booms gebaut wurde.

  • Quarz

    In der Curvelo-Corinto-Diamantina-Region, Serra do Espinhaco, werden große Bergkristalle in hydrothermalen Gängen gefunden, welche Spalten in proterozoischen Quarziten füllen. Die Gänge sind bis zu 50 m mächtig und erstrecken sich auf bis zu 1 km Länge. Große Linsen, gefüllt mit wasserklaren Bergkristallen, wurden u.a. in Morro da Mina, N von Curvelo geborgen; der Abbau existiert seit über 50 Jahren. Große Mengen der Quarze sind bestrahlt, um somit Amethyst, Citrin und Rauchquarz zu erzeugen; durch Massenabbau und anschließende Bestrahlung der Quarze ist die Förderung von natürlichem Amethyst (welcher auch vorkommt) wirtschaftlich unrentabel.

  • Fluorit

    Hauptvorkommen bei Boa Vista (km 545 der EFCB-Eisenbahnlinie), Agua Santa und Saramenha (mit Quarz, Calcit und Pyrit); im Cumbe-Marmorsteinbruch und im Acaba Mundo Tagebau. Fluorit kommt in dolomitischen Gesteinen unterhalb der topasführenden Schichten vor.


Sammler-Information

  • Ouro Preto kann über den Flughafen von Belo Horizonte (100 km) oder per Bus (eine Nacht oder einen Tag) von Rio de Janeiro oder Sao Paulo erreicht werden.
  • Ouro Preto ist eine der schönsten und besterhaltenen kolonialen Städte Brasiliens, mit wunderbaren Kirchen und historischen Gebäuden, seit 1980 UNESCO-Welterbe.
  • Sehenswert die mineralogische Abteilung des Wissenschafts- und Technologiemuseums in der Bergbauschule (Escola de Minas, Teil der Universidade Federal de Ouro Preto). Ausgezeichnete Edelsteinsammlung.

Mineralien (Anzahl: 71)

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Mineralbilder (24 Bilder gesamt)

Hematite
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Hematite

Large, two sided "iron rose" of Hematite, from Ouro Preto, Iron Quadrangle, Minas Gerais, Brazil; Size 95 х 73 х 42 mm

Copyright: pegmatite
Beitrag: pegmatite 2017-07-09
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Rutil
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Rutil

Specimen = 10 mm; Ouro Preto, Minas Gerais; Brasil

Sammlung: Andreas Schmid
Copyright: Andreas Schmid
Beitrag: Andreas Schmid 2016-05-25
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Hämatit
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Hämatit

Ouro Preto, Brasilien; Größe: 4,8 x 3,2 cm

Sammlung: kraukl
Copyright: kraukl
Beitrag: kraukl 2007-03-09
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Gesteine (Anzahl: 13)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Obenauer, K. (1964). Nach den Edelsteingruben Brasiliens. Aufschluss, Jg.15, Nr.5, S.123-40.
  • Petrov, I., Schmetzer, K., Bank, H. (1977). Orangefarbene Topaskristalle von Saramenha bei Ouro Preto, Minas Gerais, Brasilien. Aufschluss :28, 219-20.
  • Leithner, H. (1979). Sherrybraune Topase von Ouro Preto in Brasilien. Lapis, Jg.4, Nr.5, S.26-29.
  • Keller, P.C. (1983.) The Capao Topaz Deposit, Ouro Preto, Minas Gerais, Brazil; Gems and Gemology : 4, 12-20.
  • Cassedanne, J.P. (1989). The Ouro Preto Topas Mines; Min. Rec. : 20, 3, 221-33.
  • White, J.S. (2000). Gemstones of Brazil; Heldref Publ.
  • Gandini, A., Bello, R.M.S., Roeser, H.M.P. & Cesar-Mendes, J. (2002).
  • Roeser, H. & Schürmann, K. (2008). Die Geschichte des schwarzen Goldes (Ouro Preto) in Brasilien. Aufschluss,Jg.59, Nr.5, S.273-94.
  • Lapis Red. Brasilien. extraLapis. No.40, S.90.
  • Cornejo, C. and Bartorelli, A. (2009): Minerals & precious stones of Brazil. Solaris Cultural Publ., São Paulo, Brazil, 704 S. S.384.

Quellenangabe

Einordnung